Spezialkinderheim "Käthe Kollwitz" Moritzburg, August- Bebel Straße 20

  • Ich kam im Februar 1972 nach Moritzburg. Nachdem ich vorher ein halbes Jahr in einen Durchgangsheim in Dresden plötzlich hinter ungewohnten Gittern eine ungewisse Zeit verbracht hatte, fand man sich im Haus 4 bei den Herren Leitert und Lohse wieder. Möcht schon sagen, dass es nen großer Schock war. Möcht sagen, dass ich da nen ziemlich ruhiger, normalerzogener Bub ohne Auffälligkeiten war. Als Kind ist man allein durch Dresdens Gegend gestreift. Auf einmal ging es im Gleichschritt zum Essen oder in die Schule ...bis 1975 ... dann ging es in ein normalkinderheim ...aber das ist eine andere Geschichte.

  • Ich kam im Februar 1972 nach Moritzburg. Nachdem ich vorher ein halbes Jahr in einen Durchgangsheim in Dresden plötzlich hinter ungewohnten Gittern eine ungewisse Zeit verbracht hatte, fand man sich im Haus 4 bei den Herren Leitert und Lohse wieder. Möcht schon sagen, dass es nen großer Schock war. Möcht sagen, dass ich da nen ziemlich ruhiger, normalerzogener Bub ohne Auffälligkeiten war. Als Kind ist man allein durch Dresdens Gegend gestreift. Auf einmal ging es im Gleichschritt zum Essen oder in die Schule ...bis 1975 ... dann ging es in ein normalkinderheim ...aber das ist eine andere Geschichte.

    Deine Erzieher waren auch noch zu meine Zeit da. Herr Leitert war hin und wieder bei uns eingesetzt worden und Herr Lose war weiterhin in Haus 4 eingesetzt. Vielleicht kennst Du auch noch meine Erzieher? Sie waren schließlich schon in älteren Semester.

  • Auch ich war einst ein „Zögling“ in unser aller Schönheitsfarm namens Käthe-Kollwitz-Heim in Moritzburg. Zu Gast war ich ab dem 11.Mai 1972 bis etwa den 19.08.1974, da ich anschließend meine Erziehung zur sozialistischen Persönlichkeit im JWH Freital fortsetzen durfte. Hat aber alles nichts genützt, mit dem Sozialismus klappte es bei mir noch nie so richtig und seit dem Kinderheim - und das ist ja nun schon einige Zeit her - nun mal schon gar nicht mehr. Aber lassen wir das mit dem Sozialismus, es ist besser so. Zumindest war und ist es ein gewaltiger Schuss in den Ofen!


    Im letzten Jahr Oktober war ich mal wieder in Moritzburg, einer anderen Sache wegen. Und so dachte ich mir, fährst doch einfach mal ins Heim oder was davon übrig geblieben ist. Und siehe da, man würde das alles so einfach gar nicht mal wieder erkennen.


    Das gesamte Gelände ist heute so, als wenn es da nie Zäune und Tore gegeben hätte. Der Weg am Sportplatz, welcher übrigens noch eine Art Rudiment eines Sportplatzes ist, ist heute eine öffentliche Straße und heißt „Am Knabenberg“. Da ist wohl etwas Geschichte dabei, da früher, also vor unserer aller Zeit, also noch zu Kaisers Zeiten und in den dann wieder zu unserer Zeit bestehenden Mädchenhäuser die Jungen einquartiert gewesen sind.


    Auch der untere Zugang in Richtung ehemaligen Jungenhaus (Haus 4, zu unserer Zeit) hat einen eigenen Namen bekommen (Emil-Höhne-Straße) und ist eine öffentliche Straße. (Wer war Emil Höhne? etwa ein in ehemaliger Heimerzieher)?<X


    In dem gesamten ehemaligen Heimgelände, vor allem im unteren Bereich sind verschiedene neue Einfamilienhäuser entstanden. Das ehemalige Haus 4 steht leer, obwohl es saniert ist. Das alles gehört ja heute wieder der Kirche, die zuletzt beheimate Drogenheilanstalt ist auch schon wieder Geschichte.


    Vielleicht entsteht in Zukunft dort noch eine Seniorenwohneinrichtung. Denkbar wäre es ja. Das wäre dann allerdings für den einen oder anderen ehemaligen Heimbewohner die Chance, seinen persönlichen Gesamt-Lebenslauf das gewisse Etwas zu bieten. Als junger Mensch dort „erzogen“ worden zu sein und als alter Mensch dort seinen Lebensabend verbringen zu können, natürlich auch unter Aufsicht! – so schließt sich dann der Kreis.:)


    Hier noch einige Fotos, ich hatte eigentlich noch mehr, finde diese aber gerade mal nicht auf meinem Rechner. Das Erzieherhaus neben dem Haus 4 ist immer noch nicht saniert, auch das Mädchenhaus 7 am Sportplatz. Und das Haus, indem einst der Heimdirektor wohnte, fällt wohl demnächst mal in sich zusammen. Vielleicht kann man es kaufen?

    Das wäre doch mal etwas, eine geniale Art der Rache. Dort, wo einst der Heimdirektor wohnte, dessen Eigenschaft es war, seinen Zöglingen tagtäglich symbolisch in den Ar… zu treten, wohnt dann heute einer der getretenen Zöglinge und tritt symbolisch dem einst Tretenden ebenfalls tagtäglich in den Ar… :evil:

    Na gut, ist nur ein dummer Gedanke, aber auch den darf man ja mal haben. Immerhin.


    Aber so wie ich heute erfuhr, wird da leider nichts draus. Damals stand die Bude noch, auch als ich den Text verfasste. Und nun war die Abrissbirne doch noch schneller gewesen. Naja, macht ja nichts, wer wäre schon mental so boshaft zu sich selber, diese Hütte zu kaufen und darinnen dahin vegitieren zu wollen? War also nur mal etwas Spaß am Rande. Obwohl eines der anderen leerstehenden Häuser..., nee, Schluß jetzt!


  • Zu meiner Zeit waren in die Häuser 7 und 8 wir Mädels unter gebracht. Ich glaube eher das Haus 8 war am Sportplatz und das Haus 7 war neben der Schule, denn in diesem Haus auf der rechten Seite durfte ich für 1,5 Jahre wohnen. Diese Häuser standen oberhalb der Allee und die Jungs waren unterhalb der Allee am Speiseraum. Naja vielleicht war es zu den 70er Jahre so wie beschrieben wurde. Ich würde mir auch vieles von unserem... Pädagogen wünschen, aber ich bin lieber brav nicht das ich wieder eine Strafe bekomme.

    Danke für die Bilder, da kommt einiges wieder an.

Participate now!

Don’t have an account yet? Register yourself now and be a part of our community!