Gratulationen, z. B. Geburtstag, Hochzeit usw.

  • Friedrich Hölderlin

    Sei froh! Du hast das gute Los erkoren,
    Denn tief und treu ward eine Seele dir;
    Der Freunde Freund zu sein, bist du geboren,
    Dies zeugen dir am Feste wir.
    Und selig, wer im eignen Hause Frieden,
    Wie du, und Lieb und Fülle sieht und Ruh;
    Manch Leben ist, wie Licht und Nacht, verschieden,
    In goldner Mitte wohnest du.

    Dir glänzt die Sonn in wohlgebauter Halle,
    Am Berge reift die Sonne dir den Wein,
    Und immer glücklich führt die Güter alle
    Der kluge Gott dir aus und ein.

    Und Kind gedeiht, und Mutter um den Gatten,
    Und wie den Wald die goldne Wolke krönt,
    So seid auch ihr um ihn, geliebte Schatten!
    Ihr Seligen, an ihn gewöhnt!

    O seid mit ihm! denn Wolk und Winde ziehen
    Unruhig öfters über Land und Haus,
    Doch ruht das Herz bei allen Lebensmühen
    Im heilgen Angedenken aus.

    Und sieh! aus Freude sagen wir von Sorgen;
    Wie dunkler Wein, erfreut auch ernster Sang;
    Das Fest verhallt, und jedes gehet morgen
    Auf schmaler Erde seinen Gang.


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  • Mit vierzig Jahren soll man sich besinnen ...
    Worauf?
    Auf das, was außen und was innen –
    und auf den Lauf
    der Sterne, die im kalten Kosmos schweben,
    sowie auch darauf:
    Wovon mag eigentlich der Bornemann leben –?
    Die Wiese summt und liegt grün eingesponnen –
    ich mittendrin;
    durch die geschlossenen Lider sagen tausend Sonnen,
    dass ich lebendig bin.
    Schreite die Straße der Einsamkeit empor,
    Stimmen hörst du wie nie zuvor ...
    aus dem Äther kommen dir Einsicht und Stärke
    Laßler platzt vor Neid. Ich werde ihn ärgern, indem ich es nicht bemerke.
    Wolken ziehn über die Sonne. Es rührt sich kein Blatt.
    Stumm liegt der See; der Weise, der einmal begriffen hat,
    fragt nicht: Warum?
    Er betrachtet nur noch das Wie; er sieht die Kristalle zergehn,
    wenn es geschneit hat –
    Warum schneidet man sich eigentlich immer die Nägel, wenn man keine Zeit hat –?
    So schwingst du dich in die obern Regionen –
    musst aber dennoch hier unten wohnen.
    Ein Vers von Morgenstern tanzt querfeldein:
    „Es zieht einen immer wieder hinein.“


    Kurt Tucholsky


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    Ein herzlicher Geburtstagsgruß vom Forum

  • Lebensleiter“ von Eugen Roth:

    „Wir sehen es mit viel Verdruss,
    was alles man erleben muss,
    und doch ist jeder darauf scharf,
    dass er es noch erleben darf.
    Wir alle steigen ziemlich heiter
    Empor auf unsrer Lebensleiter.
    Das Gute, das wir gern genossen,
    das sind der Leiter feste Sprossen.
    Das Schlechte – wir bemerken’s kaum –
    Ist nichts als leerer Zwischenraum.


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    Geburtstagsgrüße von mir und dem Forum





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    Alles Liebe und Gute zum Geburtstag vom Forum


    Georg Rudolf Weckherlin


    Wer, wann er zwanzig Jahr nun alt,
    hat noch nicht schöne Leibsgestalt,
    und keine Stärke, wann er dreißig,
    und vierzig kein Hirn und Verstand,
    und fünfzigjährig ist nicht fleißig
    und reich an Geld, Gut oder Land,
    der wird sehr schwerlich hie auf Erden
    schön, stark, weis' oder häbig werden.

  • Theodor Fontane

    Der Bäcker bringt dir Kuchenbrot,
    Der Schneider einen Mantel rot,
    Der Kaufmann schickt dir, weiß und nett,
    Ein Puppenkleid, ein Puppenbett
    Und schickt auch eine Schachtel rund
    Mit Schäfer und mit Schäferhund,
    Mit Hürd' und Bäumchen, paarweis je,
    Und mit sechs Schafen, weiß wie Schnee,
    Und eine Lerche, tirili,
    Seit Sonnenaufgang hör' ich sie,
    Die singt und schmettert, was sie mag,
    Zu meines Lieblings Namenstag.

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  • Volksmund

    wir wünschen alles Gute
    zu deinem neuen Jahr.
    Es soll noch besser werden
    als das alte war.
    Glück, Freude und Gesundheit
    soll'n dir beschieden sein.
    Und dieses kleine Päckchen,
    das ist von jetzt an dein.
    Wir haben uns versammelt
    an diesem schönen Ort.
    Und wenn's jetzt nix zu essen gibt,
    dann geh'n wir wieder fort.


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  • Friedrich Hölderlin

    Sei froh! Du hast das gute Los erkoren,
    Denn tief und treu ward eine Seele dir;
    Der Freunde Freund zu sein, bist du geboren,
    Dies zeugen dir am Feste wir.

    Und selig, wer im eignen Hause Frieden,
    Wie du, und Lieb und Fülle sieht und Ruh;
    Manch Leben ist, wie Licht und Nacht, verschieden,
    In goldner Mitte wohnest du.

    Dir glänzt die Sonn in wohlgebauter Halle,
    Am Berge reift die Sonne dir den Wein,
    Und immer glücklich führt die Güter alle
    Der kluge Gott dir aus und ein.

    Und Kind gedeiht, und Mutter um den Gatten,
    Und wie den Wald die goldne Wolke krönt,
    So seid auch ihr um ihn, geliebte Schatten!
    Ihr Seligen, an ihn gewöhnt!

    O seid mit ihm! denn Wolk und Winde ziehen
    Unruhig öfters über Land und Haus,
    Doch ruht das Herz bei allen Lebensmühen
    Im heilgen Angedenken aus.

    Und sieh! aus Freude sagen wir von Sorgen;
    Wie dunkler Wein, erfreut auch ernster Sang;
    Das Fest verhallt, und jedes gehet morgen
    Auf schmaler Erde seinen Gang.


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  • Friedrich von Schiller

    Zur Geburtstagsfeier

    Feierlich empfangen wir die Sonne,
    Mit der Freude herzlichem Gesang,
    Wo des jungen Lebens Frühlingswonne
    Einst auf deine Wiege niedersank:

    Sieh! wir bringen mit gerührtem Herzen
    Dir, o Vater! diese Blumen dar.
    Winde, Vater! unter frohen Scherzen
    Sie dir lächelnd in das Silberhaar!

    Denn der Gute, der des Schönen Pflanze
    Früh schon in dem reinen Busen nährt,
    Welcher nach der Tugend heil’gem Kranze
    Ringt – er ist der Freudenthräne werth. –


    Alles Gute den Geburtstagskindern

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