Missy Anfänger

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    Missy -

    auch ich war von 1961 bis 1967 in diesem Kinderheim. Ebenfalls meine Geschwister.Aber zu unserer Zeit hieß es noch nicht " Kurt Berthel" Kinderheim. Einfach nur " Kinderheim Bernsdorferstraße". Aber zu der damaligen Zeit, war es noch ein sehr großes Grundstück. Von der Wartburgstraße bis nach hinten bis zur Friedhofsgrenze und Oberhalb faßt bis zur Augstburgerstraße. In Richtung Friedhof hatten wir eine eigene Gärtnerei, die wir oft mal geplündert hatten. Aber die Küchenfrauen, waren uns da nicht böse. War eben ein Kinderstreich. Unserer Heimleiter war Herr Pelzel, und danach Herr Uhle. An Erzieherin kann ich mich nur noch an Frau Schubert und Frau Hempel erinnern. Wir schliefen mit noch 3 Mädchen in einem Zimmer. Aber so wie dann ein Gruppenwechsel war, auf Grund des Alters, kamen wir in ein anderes Zimmer. Als dann Herr Uhle als HL tätig war wurde vieles verändert. Dort wurden die Gruppen, Sputnik (die kleinsten) dann die Gruppe Vorwärts, dann die Gruppe Aufbau und dann die Gruppe Freundschaft( das waren die Großen). Ich besuchte auch die Bernsdorferschule 2. Wir haben heute noch Klassentreffen, wo ich natürlich nicht fehlen darf. Aber an der Kleidung erkannte man uns Heimkinder sofort. Freitags war immer Badetag und Wäschetausch. Wir durften auch unsere Freizeit manchmal bei anderen Klassenkameraden verbringen. Aber nur, wenn die Hausaufgaben richtig gemacht hatten. Haben wir natürlich in den seinen Augen, mal Scheiße oder Blödtsinn gemacht, dann gab´s Ausgangssperre. Das war schlimm für uns. Abends wenn wir im Bett waren, und ne Erzieherin hat gehorcht ob wir ruhig sind, mußten wir vor die Tür und minutenlang Kniebeuge machen. Da gab´s manche Tränen. Egal ob das Kind gerade mal 6 Jahre oder schon 14 Jahre war. Aber am schlimmsten war, wenn wir das Wochenende dadurch nicht zu unseren Eltern durften. Wie oft sind meine Schwestern allein nach Hause , und ich mußte hinter den Fenster stehen. Das war sehr schlimm. Einmal bin ich sogar abgehauen wegen eine Erzieherin, die hatte meine Schwester mit in den Waschraum geschleppt, und aus irgendeinen Grund mit kalten Wasser vollgespritzt. Meine Schwester brüllte laut und weinte ebenfalls. Diesen Namen vergesse ich nie. Alls wir nachts noch nicht wieder im Heim waren griff uns die Polizei auf. Wir haben in einer Heu Scheune irgendwo auf dem Pfarrhübel geschlafen. Hunger hatten wir keinen, dort war der Wasserwerkspark, Äpfel und Birnen gabs genug. Oh, wieder gabs Strafe. Uns wurde angedroht, im Wiederholungsfall werden wir ins Schwererziehbar Kinderheim abgeschoben. Und natürlich Kniebeuge machen bis zum Umfallen. Es war eine schreckliche Zeit. Ich glaub ich könnte da ein Buch schreiben. 1967 durfte ich und einige Geschwister wieder zu den Eltern.Wir suchten aber immer noch nach einer kleine Schwester, die sollte Adoptiert werden. Durch ganz dummen Zufall fanden wir sie im Kinderheim "Würzburgerstraße" Sie war mittlerweile 6 Jahre und kam uns wie eine Fremde. Mein großer Bruder war irgentwo im Kinderheim Erlbach /im Voigtland. Aber er kam mit unserer Entlassung auch wieder nach Hause. Ich versuche mal 1 oder 2 Fotos zu finden, die ich euch mal noch sende.