Neuenkirchen Vluyn , Haus Elim

      hallo serion49
      ich war auch im Haus Elim und kenne die Frau Schneider auch noch ganz genau wenn ich sie auf dem Foto betrachte kommt es mir wie gestern vor und die Frau Fröhlich war zu der Zeit die Leiterin dort. Für mich war es eine schlimme Zeit dort.ich bin sehr oft hart bestraft worden da ich immer wieder versucht habe dort aus zu brechen was mir auch ein paar mal gelungen ist. Aber immer wenn sie mich zurück brachten wurde ich erst mal wieder weg gesperrt für eine Woche und musste dann immer alleine unter Aufsicht im Garten arbeiten.Heute bin ich fast 60 Jahre alt aber diese schreckliche Zeit werde ich nie vergessen.
      Also ich wohne zur Zeit in Haus Elim, mittlerweile seit über einem Jahr, und es hat sich dort ziemlich verändert. Ich wohne wirklich gerne da und komme mit sehr vielen Erziehern und Mädchen gut klar. Wir haben einen guten Einrichtungsleiter, der sich sogar Zeit nimmt mit den Mädchen die möchten Klavier zu spielen und alle sind sehr engagiert uns bei unseren Problemen zu helfen.
      Mir hat die Zeit dort schon sehr weiter geholfen und es war damals eine wirklich gute Entscheidung für mich nach Haus Elim zu kommen. Es gibt dort sogar Apartments, in denen einige Mädchen wohnen, die sich verselbstständigen wollen. Dort kochen sie unter anderem für sich selber. Außerdem gibt es dort tolle, vielfältige Angebote, wie Reiten, klettern, trampolin usw...
      Es gibt eine Schule auf dem Gelände, auf der die Mädchen, die es sich noch nicht zutrauen oder nicht in der Lage sind auf eine Außenschule zu gehen auf Grund ihrer Probleme, die Möglichkeit haben ihren Hauptschulabschluss zu machen. Andere Mädchen besuchen allerdings auch eine Schule in der Gegend. Es gibt dort jetzt Pool, der endlich fertig gestellt wurde. Natürlich kommt man nicht mit jedem gleich gut klar, aber im Grunde arbeiten dort sehr kompetente und freundliche Mitarbeiter. Und was am wichtigsten ist, dass sie einem tatsächlich helfen können, wenn man sich darauf einlässt.

      Alanna schrieb:

      hallo christel, ich war auf der suche nach berichten über haus elim und bin auf deinen aufruf gestoßen, persönliche erfahrungen hier mitzuteilen. ich selbst war auch in elim, knapp 2 jahre (2001-2003), jedoch war dies die "modernisierte" zeit über die der bericht nichts negatives verlauten lässt. mich würde zuerst einmal interessieren, inwiefern eine verbindung zwischen dir als moderatorin und der einrichtung besteht und wozu diese sammlung von persönlichen erfahrungswerten dienen soll.
      natürlich hat sich viel verändert in haus elim, besonders über die zeit nach meines aufenthaltes kann ich mich nicht äußern. denn nun ist die einzige ansprechpartnerin die mir dort einst sicherheit und rückhalt gab, in leitender position. leider erst nach meiner zeit, jedoch wird sich dort im umgang mit den mädchen einiges verändert haben. ich möchte nun trotzdem etwas von meiner erfahrung berichten, denn letztendlich geht es nicht nur um elim sondern darum, dass es einen riesigen haufen menschen gibt, die sich nicht in einem pädagogischen beruf befinden sollten!
      wenn ich den hier aufgeführten bericht nun mit meiner zeit dort parallelisiere kann ich nur sagen, dass mir bei dem ausdruck "psychische gewalt" gerade wieder alle lichter entbrannt sind. wie lustig, dass es hier genauso bezeichnet wird wie ich es zu der zeit tat als ich dort war, da ich einfach keinen anderen ausdruck für die situation fand. mich lachte man (die erzieher/innen) dafür aus, ständig wurde alles unter den teppich gekehrt, was die jungen mädchen wirklich belastete, wurde - und ich lasse hierbei meine ehemalige psychologin und jetztige leitung des hauses, die sich deutlich vom rest der mitarbeiter unterschied, immer außenvor - nicht thematisiert.
      wenn ich den bericht von damals lese, wird mir sofort eins klar; was sich in erster linie verändert hat, ist, nach außen ein nettes gesicht und einen positiven anschein machen zu können. dinge, wenn sie nicht rechtens sind, nicht an die öffentlichkeit gelangen zu lassen. natürlich wurde das haus "modernisiert", man wurde nachts nicht mehr auf dem zimmer eingeschlossen und musste eben zur schule statt zur arbeit. die (menschen-)rechtsgrundlage ist natürlich viel mehr berücksichtigt als damals.
      jedoch ist zb. weiterhin eine "iso" (isolationskammer mit verstopftem klo) und das "arztzimmer" (das selbe wie die iso nur ohne verstopftes klo) vorhanden, in welche die mädchen auch mit hilfe körperlicher gewalt hinein gezerrt/getragen wurden. und dies waren ganz sicher nicht ausschließlich situationen, in denen dies durch gefährdung anderer oder sich selbst notwendig gewesen wäre. wie es in den akten steht ist klar - natürlich würde sich kein erzieher dazu bekennen, dass es ihm zu lästig gewesen sei, vermehrt in pädagogischer handlungsweise und mit einen gewissen einfühlvermögen und auch interesse aufzutreten. jedoch war dies peinlich oft der fall. ich habe mich immerzu gefragt, was ein erzieher in seiner ausbildung lernt, warum sich jemand für diesen beruf entscheidet wenn er/sie nicht bereit ist, sich entsprechend zu verhalten und auf die jugendlichen einzugehen. alles wirkte auf mich kalt und falsch, die menschen die einem dort hilfe, zuwendung und schutz bieten sollten, wie es in dem bericht steht, waren abgeklärt und unpersönlich, es gab niemanden innerhalb der erzieherteams dem sich ein traumatisiertes mädchen offen anvertrauen wollen würde.
      natürlich, es wurden feste geplant, tage der offenen tür, an denen man die öffentlichkeit einlädt um einen guten ruf herzustellen. tage, an denen alle ein gutes gesicht aufsetzten und "friedefreudeeierkuchen" spielten. leider lassen sich viele der besucher (unter denen sich auch immer viele eltern und familienangehörige der heimkinder befanden) gern davon blenden und überzeugen ohne weitere fragen zu stellen. fragen, im geeignetem moment und vor allem an die mädchen selbst - die personen, die es wirklich und wahrhaftig beurteilen können ohne den hintergrund des eigennutzens zu haben, von dem sich menschen bekanntlich oft zu unmoralischem handeln verführen lassen.
      auch gab es einen "kummerkasten" - wie oft ich an ihn geschrieben habe. ich habe niemals eine rückmeldung erhalten, wie auch viele meiner freundinnen und bekannten die im haus wohnten. wie traurig, verzweifelt, ungeborgen und unbeachtet fühlt man sich... wie sehr fühlt man sich hintergangen, ist verunsichert und merkt, alles ist mehr schein und fassade als es wirklich ist. die lieben besucher am tage der offenen tür sehen nur "oh schau mal, die haben einen kummerkasten, die setzten sich mit den problemen der mädchen auseinander, ist das nicht nett und fürsorglich?"... natürlich war der kummerkasten gut sichtbar für außenstehende angebracht ... ist es nicht eine form von seelischer grausamkeit, diesen dummen kasten dorthin zu hängen, zum äußeren anschein?! so geht es doch auf die kosten der gefühle der bewohnerinnen des hauses, die es im ersten moment ebenso ernst nehmen, sich freuen und dann stillschweigend durch die eigene erfahrung, indem sie sich mit ihren gefühlen anvertrauen und keinerlei reaktion erhalten, erkennen müssen wie es in wirklichkeit aussieht. dies ist nur eine kleinigkeit, über die man noch hinwegsehen könnte, wenn sich diese "totgeschwiegene verhaltensprinzip" der erzieher und pädagogen sich nicht durch den kompletten alltag ziehen würde.
      ich werde meine ausführungen zu einem späteren zeitpunkt erweitern (akuter zeitmangel) =)


      Hallo liebe Leidensgenossinen!
      Ich war vor ein paar Jahre dort und ich muss ganz klar sagen : NEIN die Zustände sind immer noch genau so wie sie die liebe Vorposterin beschrieben hat. Lustig, ich war nämlich auch genau auf diesem Arztzimmer!
      Wie auf den Punkt gebracht, interessiert es die Erzieher gleich null dass du traumatisierende Gewalterfahrungen hattest, nein! Sie schreien dich auch noch an, wenn du dich nicht benimmst. Man wird rund um die Uhr bewacht, Telefonate werden mitgehört. Das Nette auftreten und das anfängliche Mitgefühl ist nur Fassade um die Eltern oder Erziehungsberechtigten um den Finger zu wickeln. Man wird hier regelrecht gedrillt mit einem - (für schlechtes Verhalten) und + ( für gutes Verhalten) System mit Konsequenzen! Telefonate, Ausgang oder Besuch bei den Eltern werden bei schlechtem Verhalten verweigert. Die Erzieher denken sich sogar noch Sachen aus damit du länger im Heim bleibst und sie länger mit dir Geld verdienen!
      Die Psyche geht regelrecht den Bach runter bei solchen Erziehern, habe bis jetzt immer noch mit Schäden und Traumata deswegen zu kämpfen. Denen sollte es verboten werden, mit irgendwelchen Menschen noch zu Arbeiten!