Neuenkirchen Vluyn , Haus Elim

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      Haus Elim in den fünfziger bis siebziger Jahren
      Keine körperliche, aber seelische Gewalt
      Von entwürdigender und liebevoller Erziehung gleichermaßen ist die Rede, wenn es um das Haus Elim in Neukirchen-Vluyn in der Zeit nach 1945 geht. Freiwillig kam kein Mädchen dorthin – Fürsorgerinnen verfrachteten sie in das damals geschlossene Heim.

      Ein realistisches Bild der Zeit zeigt nicht nur „Monster“. Carola Kuhlmann, Pädagogik-Professorin an der Evangelischen Fachhochschule Bochum, spricht vielmehr im Blick auf Heime für Kinder und Jugendliche von einem „Doppelgesicht“. Der Rettungsgedanke habe zum Teil zu einer „entwürdigenden Erziehung“ geführt. „Gleichzeitig war auch liebevolle Erziehung zu finden.“


      Ambivalenz nennt das Hans-Wilhelm Fricke-Hein, Direktor des Neukirchener Erziehungsvereins. Parallel zum Erscheinen des Buchs „Schläge im Namen des Herrn“, in dem Peter Wensierski die „verdrängte Geschichte der Heimkinder in der Bundesrepublik“ anprangert, hat der Erziehungsverein einen Bericht über sein Mädchenheim Haus Elim in den fünfziger bis siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts vorgelegt. Die Journalistin Irene Dänzer-Vanotti schildert darin Licht- und Schattenseiten des einstigen Umgangs mit Mädchen und jungen Frauen in dem Haus in Neukirchen-Vluyn. Der Bericht gebe nun Orientierungspunkte, sagt Direktor Fricke-Hein. Soweit bekannt, habe es jedenfalls keine systematische Gewalt gegeben in dem einstigen Mädchenheim.

      Ehemalige Erzieherin spricht von Grausamkeiten

      Ambivalenz ist auch das Fazit des Berichts: Einerseits ist klar: In Haus Elim gab es keine körperliche Gewalt, keine Schläge, keinen sexuellen Missbrauch. Aber es gab „psychische Gewalt“, ergibt sich aus dem neunseitigen Bericht, der auf Gesprächen mit ehemaligen Bewohnerinnen und Mitarbeiterinnen beruht.

      „Grausam“ sei es manchmal gewesen, sagt Hanna Diederichs. Die Lehrerin hatte einst als Erzieherin in Haus Elim begonnen. Eine Zeitzeugin, die sagt: „Uns ist erst später aufgegangen, was wir getan haben.“ „Erschrocken“ sei sie heute über manches, was sie damals miterlebt hat.

      Das „Olympiakleid“ war ein Strafanzug

      So bleibt von den Schattenseiten zum Beispiel der kuriose Begriff „Olympiakleid“. Was es damit auf sich hat? Wer versucht hatte, aus dem Haus abzuhauen, musste seine eigenen Kleider abgeben und ein bestimmtes Kleid anziehen. Den Namen trug es wegen der Ringe im Stoff, Ringe, die offensichtlich an die olympischen Ringe erinnerten. „Das war ein Strafkleid“, stellt Hanna Diederichs heute klar.

      „Die meisten Strafen bezogen sich auf Fluchtversuche“, berichtet Irene Dänzer-Vanotti. Dabei war Fliehen ein großes Thema, waren doch die Bewohnerinnen nicht freiwillig nach Neukirchen-Vluyn gekommen. Manche wurden ins Heim eingewiesen, weil sie auf den Strich gingen. Bei anderen reichten Gründe aus, die heute banal klingen. Sie waren einfach mal einen Abend nicht nach Hause gekommen. Andere waren seelisch gestört oder verhaltensauffällig – vermutlich wegen erlittener sexualisierter Gewalt, die tabuisiert war, unbesprechbar auch damals in Haus Elim.



      Illustration aus dem Jahresbericht 1958 über das Haus Elim: Diakonissen, eine Jugendleiterin, eine Hauswirtschaftsleiterin und zwei diakonische Helferinnen arbeiteten damals im Haus.
      Übrigens kamen viele Mädchen und junge Frauen von weit her: Berlin, Hamburg, Bremen. Auch deshalb die Sehnsucht zu entkommen. Unterbringung im so genannten Strafkämmerchen – auch das gehörte zu den Sanktionen auf Fluchtversuche.

      Längst in einer anderen Welt

      Dinge, die heute undenkbar sind, sagt die Leiterin von Haus Elim, Susanne Gronki. „Da liegen Welten dazwischen.“ Allein der Personalschlüssel: In den fünfziger und sechziger Jahren lebten hundert Mädchen und junge Frauen im Haus, verteilt auf vier Gruppen. Heute gehören zu einer Gruppe maximal acht Mädchen – und pro Gruppe gibt es fünf Mitarbeitende. Gronki: „Schon allein dadurch können wir eine andere Pädagogik leben.“

      Insbesondere durch die Zusammenarbeit im Team und externe Supervision kümmert sich das Haus um Vorbeugung gegen „Grenzverletzungen jeder Art“, sprich gegen Gewalt, auch verbale, erklärt Günter Neumann vom Erziehungsverein.

      Erziehung auch heute nicht instrumentalisieren

      Aus Sicht von Neumann waren neben der Schuld einzelner Personen auch die damaligen Strukturen – etwa die Personalschlüssel, die die Behörden durchsetzten -, mit verantwortlich für den inakzeptablen Umgang mit den jungen Menschen. Dabei beklagt er, dass manche Politiker auch heute wieder die Jugendhilfe für Ordnungsmaßnahmen einspannen wollen. Dann würde Erziehung instrumentalisiert und das sei pädagogisch illegitim, so Neumann.

      Haus Elim hält Kontakt zu den einstigen Bewohnerinnen. Durch Ehemaligen-Briefe, durch Einladung zum Jahresfest und durch einzelne Kontakte – Runden, die ehemalige Mitarbeiterinnen zusammen halten. Direktor Fricke-Hein betont außerdem, dass Akteneinsicht jederzeit möglich ist.

      Beliebt war das Völkerballspielen

      Ambivalenz, hatte Fricke-Hein gesagt. Obwohl es quälende Strafen gab, obwohl das Haus bis in die achtziger Jahren ein geschlossenes Heim war, obwohl die Bewohnerinnen bis dahin rund um die Uhr regelrecht bewacht wurden – die Gesprächspartnerinnen von Irene Dänzer-Vanotti berichten auch von ausgelassenen Festen und Völkerballspielen, von harmlosen Vergnügungen.

      Zwischen 14 und 21 Jahren waren die Bewohnerinnen damals, also nach damaligem Recht nicht mehr schulpflichtig und noch nicht volljährig. „Jetzt wirst du weggesperrt“, das habe sie damals gedacht, erzählt eine Frau, die als 15-Jährige in das mit einer Mauer bewehrte, 1883 eingeweihte Haus gebracht wurde. Verschlossene Türen. Fenster, die nur zum Lüften mit einem Spezialschlüssel geöffnet wurden. Zimmer, die nachts verschlossen wurden. Keine konnte aufs Klo. Ein Nachttopf wurde in die Zimmer gestellt. Haben Sie sich nicht als Gefängniswärterin empfunden, fragt eine Journalistin. „Ich war sehr jung“, setzt Hanna Diederichs an und sagt dann „ja, ich hatte den Schlüssel, die Mädchen nicht“.



      Waschen, bügeln, nähen

      Werktags hatten die Bewohnerinnen zu arbeiten, in der Wäscherei, im Bügelsaal, in der Nähstube, in der Küche oder in der Gärtnerei. „Wer wirklich arbeitet, den kann der Teufel wenig plagen“, heißt es im Jahresbericht 1958 des Hauses Elim. Die Mädchen bekamen zwar kein Geld, berichtet Irene Dänzer-Vanotti. Allerdings werde die Arbeitszeit auf die Rente angerechnet. Immerhin waren Wäscherei und Nähstube Einnahmequellen des Hauses: Es gab Aufträge von außer Haus.

      Waschen, bügeln und mangeln seien die schwersten Arbeiten gewesen. Und Handarbeit sei ungeliebt gewesen, vor allem, weil morgens und nach dem Mittagessen je eine Stunde schweigend gearbeitet werden musste. Auch gegessen wurde still. Wer quatschte, musste zur Strafe zum Spüldienst. Erst abends, nach Abendessen und Hofgang, gab es Programm für die „gefährdete Jugend“ (auch ein Zitat aus dem Jahresbericht 1958): musizieren, Hörspiele proben, Feiern vorbereiten.
      Ja,danke Christel. Das ist das Haus in dem ich bis 1963 war.Die Aufnahmen aus dem Buch sind aus einer älteren Zeit .Die Arbeitsräume waren zu meiner Zeit genau so.
      Die Namen der Erzieher sagen mir nichts .Wir hatten bis auf Frau Ballerstädt und Frau Schneider aus dem Kursus Haus nur Diakonissen.
      An sportliche Aktivitäten kann ich mich nicht erinnern.Es gab nur Arbeit,Kirchgang,Chor,Mai Tanz im Hof auch mal ein Fernseh Abend .In meiner Zeit 2 ?
      Keine Schläge ???? Ich bin zwei mal geohrfeig worden und ich war eher unauffällig.
      Das große Ausbildungs Haus der jungen Erzieherinnen wurde von uns gereinigt. Alles Parkett Boden den wir mit Stahlwolle scheuern mußten . Und deren arroganz !!!!
      Gartenarbeiten,Obst pflücken.Hattest du Angst vor der Höhe, das störte niemand.Ich hatte mich bei der Garten Arbeit verletzt.1 Woche Krankenzimmer.Natürlich verschlossen!Als Neuzugang wurde man eine Woche hinter verschlossener Türe versorgt.Ohne mit jemanden reden zu können.Zwangsuntersuchung beim Frauenarzt. Schrecklich !!!

      Ich wurde 1960 Halbwaise.Meine Mutter (46J) mußte mich(13) ,meinen kl.Bruder(6) noch erziehen.Mein älterer Bruder (20)agressiev ,tyrannisierte uns.Schlug meine Mutter ..... Wir hatten kein Strom wenig zu essen .
      Ich ließ in der Schule nach,ging unregelmäßig.Schlimme Zeit.

      Ich war billige Arbeitskraft.
      Ohne wirkliche Förderung ohne Selbstbewustsein wurde ich dann entlassen.
      Ein Weg wie ich auch beruflich noch etwas erreichen konnte zeigte mir NIEMAND .Also kam ich in einen
      Haushalt als Haushaltshilfe.Es waren mehrere.In nur einem hatte ich geregelte Arbeitszeit und gute Behandlung.Sicher es waren auch noch andere Zeiten .........
      Schnell wollte ich heiraten ,eigene Familie . Das war auch nicht richtig .Ist gescheitert nach 12 Jahren.
      Doch in der Zeit bin ich etwas sebstbewußter geworden.Machte den Führeschein,suchte mir eine Fahrerstelle um meine Kinder und mich ernähren zu können. Bei UPS hatte ich angefangen, gut verdient. Eine Frau aus Berlin und ich die einzigen Frauen als Fahrerinnen. Dann wurde meine Mutti krank .Die Kinder ohne Betreuung.Es gab keine Hilfe.Mein Hausarzt ,den ich bat mich aus dem Grund Arbeitsunfähig zu schreiben ,tat das nicht. Also wurde ich arbeitslos.War sehr schade.Das hatte mir Spaß gemacht und gut verdient hatte ich auch.
      Heute hat die Jugend,trotz mangel an Ausbildungsplätzen,mehr Möglichkeiten.
      Das alltägliche wirtschaftliche Geschehen jedoch ist total rückläufig. Es ist moderne Sklaverei........
      Machst du nicht alles was gefordert wird dann geh. Wenn man Glück hat erkämpft man sich eine KLEINE Abfindung .
      So bin ich mit 57 Jahren abgefertigt worden . Kurz darauf verstarb auch noch mein zweiter Mann nach 24 Jahren Ehe.
      Meine und seine Kinder standen mir bei . Aber ich war sehr alleine.Es war schlimm.
      Nach wieder zwei Jahren, durch ein Inserat in der Zeitung, lernte ich meinen jetzigen Lebensgefährten kennen und lieben. Es ist schön.Harmonisch.
      Die Vorstellungen beim Arbeitsamt war ich leid.Ich nahm die NEUE Rentenkürzung in kauf . Wieder eine der Ungerechtigkeiten !!!!
      Diese Frau v......
      :Klugscheiss: Was will die schon wissen. Bevor eine dieser Parteien meine Stimme bekommt wähle ich alles GEGENSÄTZLICHE. :thumb_down:







      Hier liebe Christel paßt dein Spruch !!!!
      :bravo:
      Geschundene Seelen wehrt euch.Steht auf :thumb_up: :thumb_up: :thumb_up: :thumb_up: :thumb_up: :thumb_up:

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von „serion49“ ()

      serion49 schrieb:

      Ich habe gehört das es möglich ist seine eigene Akte zu lesen .
      Wie müßte ich dabei vorgehen ?

      Egoooon
      hilf der Zisse mal


      so viel ich weiß :gruebel:
      Falls das heim noch existiert, einfach das heim anschreiben und den dortigen *boss*
      um akteneinsicht bitten.
      hat egon auch im mai auch so gemacht,aber bis heute haben sie seine akte noch nicht gefunden ?(
      wir wollen im dez.ja noch mal dort hinfahren,mal sehen was uns der cheffe vom stifft dann erzählt. :P henry

      =) henry
      *Das Gute - dieser Satz steht fest -ist stets das Böse, was man läßt!*
      Wilhelm Busch
      =) Grüße dich Henry,
      deine Nachricht habe ich gelesen. Werde dann mal schauen.
      Elim ist allerdings kein Erziehungs Heim mehr und Frau Emmel so wie Pastor Kirchhoff nicht mehr auf unserer Welt .
      Nun muß ich mal schnell weg telefonieren . Danke und
      =)

      wozu eigentlich ...

      hallo christel, ich war auf der suche nach berichten über haus elim und bin auf deinen aufruf gestoßen, persönliche erfahrungen hier mitzuteilen. ich selbst war auch in elim, knapp 2 jahre (2001-2003), jedoch war dies die "modernisierte" zeit über die der bericht nichts negatives verlauten lässt. mich würde zuerst einmal interessieren, inwiefern eine verbindung zwischen dir als moderatorin und der einrichtung besteht und wozu diese sammlung von persönlichen erfahrungswerten dienen soll.
      natürlich hat sich viel verändert in haus elim, besonders über die zeit nach meines aufenthaltes kann ich mich nicht äußern. denn nun ist die einzige ansprechpartnerin die mir dort einst sicherheit und rückhalt gab, in leitender position. leider erst nach meiner zeit, jedoch wird sich dort im umgang mit den mädchen einiges verändert haben. ich möchte nun trotzdem etwas von meiner erfahrung berichten, denn letztendlich geht es nicht nur um elim sondern darum, dass es einen riesigen haufen menschen gibt, die sich nicht in einem pädagogischen beruf befinden sollten!
      wenn ich den hier aufgeführten bericht nun mit meiner zeit dort parallelisiere kann ich nur sagen, dass mir bei dem ausdruck "psychische gewalt" gerade wieder alle lichter entbrannt sind. wie lustig, dass es hier genauso bezeichnet wird wie ich es zu der zeit tat als ich dort war, da ich einfach keinen anderen ausdruck für die situation fand. mich lachte man (die erzieher/innen) dafür aus, ständig wurde alles unter den teppich gekehrt, was die jungen mädchen wirklich belastete, wurde - und ich lasse hierbei meine ehemalige psychologin und jetztige leitung des hauses, die sich deutlich vom rest der mitarbeiter unterschied, immer außenvor - nicht thematisiert.
      wenn ich den bericht von damals lese, wird mir sofort eins klar; was sich in erster linie verändert hat, ist, nach außen ein nettes gesicht und einen positiven anschein machen zu können. dinge, wenn sie nicht rechtens sind, nicht an die öffentlichkeit gelangen zu lassen. natürlich wurde das haus "modernisiert", man wurde nachts nicht mehr auf dem zimmer eingeschlossen und musste eben zur schule statt zur arbeit. die (menschen-)rechtsgrundlage ist natürlich viel mehr berücksichtigt als damals.
      jedoch ist zb. weiterhin eine "iso" (isolationskammer mit verstopftem klo) und das "arztzimmer" (das selbe wie die iso nur ohne verstopftes klo) vorhanden, in welche die mädchen auch mit hilfe körperlicher gewalt hinein gezerrt/getragen wurden. und dies waren ganz sicher nicht ausschließlich situationen, in denen dies durch gefährdung anderer oder sich selbst notwendig gewesen wäre. wie es in den akten steht ist klar - natürlich würde sich kein erzieher dazu bekennen, dass es ihm zu lästig gewesen sei, vermehrt in pädagogischer handlungsweise und mit einen gewissen einfühlvermögen und auch interesse aufzutreten. jedoch war dies peinlich oft der fall. ich habe mich immerzu gefragt, was ein erzieher in seiner ausbildung lernt, warum sich jemand für diesen beruf entscheidet wenn er/sie nicht bereit ist, sich entsprechend zu verhalten und auf die jugendlichen einzugehen. alles wirkte auf mich kalt und falsch, die menschen die einem dort hilfe, zuwendung und schutz bieten sollten, wie es in dem bericht steht, waren abgeklärt und unpersönlich, es gab niemanden innerhalb der erzieherteams dem sich ein traumatisiertes mädchen offen anvertrauen wollen würde.
      natürlich, es wurden feste geplant, tage der offenen tür, an denen man die öffentlichkeit einlädt um einen guten ruf herzustellen. tage, an denen alle ein gutes gesicht aufsetzten und "friedefreudeeierkuchen" spielten. leider lassen sich viele der besucher (unter denen sich auch immer viele eltern und familienangehörige der heimkinder befanden) gern davon blenden und überzeugen ohne weitere fragen zu stellen. fragen, im geeignetem moment und vor allem an die mädchen selbst - die personen, die es wirklich und wahrhaftig beurteilen können ohne den hintergrund des eigennutzens zu haben, von dem sich menschen bekanntlich oft zu unmoralischem handeln verführen lassen.
      auch gab es einen "kummerkasten" - wie oft ich an ihn geschrieben habe. ich habe niemals eine rückmeldung erhalten, wie auch viele meiner freundinnen und bekannten die im haus wohnten. wie traurig, verzweifelt, ungeborgen und unbeachtet fühlt man sich... wie sehr fühlt man sich hintergangen, ist verunsichert und merkt, alles ist mehr schein und fassade als es wirklich ist. die lieben besucher am tage der offenen tür sehen nur "oh schau mal, die haben einen kummerkasten, die setzten sich mit den problemen der mädchen auseinander, ist das nicht nett und fürsorglich?"... natürlich war der kummerkasten gut sichtbar für außenstehende angebracht ... ist es nicht eine form von seelischer grausamkeit, diesen dummen kasten dorthin zu hängen, zum äußeren anschein?! so geht es doch auf die kosten der gefühle der bewohnerinnen des hauses, die es im ersten moment ebenso ernst nehmen, sich freuen und dann stillschweigend durch die eigene erfahrung, indem sie sich mit ihren gefühlen anvertrauen und keinerlei reaktion erhalten, erkennen müssen wie es in wirklichkeit aussieht. dies ist nur eine kleinigkeit, über die man noch hinwegsehen könnte, wenn sich diese "totgeschwiegene verhaltensprinzip" der erzieher und pädagogen sich nicht durch den kompletten alltag ziehen würde.
      ich werde meine ausführungen zu einem späteren zeitpunkt erweitern (akuter zeitmangel) =)

      RE: wozu eigentlich ...

      Original Alanna

      hallo christel, ich war auf der suche nach berichten über haus elim und bin auf deinen aufruf gestoßen, persönliche erfahrungen hier mitzuteilen. ich selbst war auch in elim, knapp 2 jahre (2001-2003), jedoch war dies die "modernisierte" zeit über die der bericht nichts negatives verlauten lässt. mich würde zuerst einmal interessieren, inwiefern eine verbindung zwischen dir als moderatorin und der einrichtung besteht und wozu diese sammlung von persönlichen erfahrungswerten dienen soll.



      Danke Alanna, du bist hier gleich sehr mutig gestartet.
      Sei herzlich gegrüßt hier im Forum.

      Eine Verbindung zwischen mir als Moderatorin und der Einrichtung "Haus Elim" gibt es nur in so fern, dass ich die Heime, die mir von Usern gemeldet werden. in eine Liste eintrage. Wir bieten so ehemalige Heimkindern die Möglichkeit, sich hier im Forum zu finden und austauschen. Ich selbst war nicht in diesem Heim, habe mich aber mit dieser Einrichtung beschäftigt und im Internet dazu rechergiert.

      Wenn wir auffordern hier die persönlichen Erlebnisse auf zu schreiben, dann hat das zum Einen den Sinn, dass das Forum eine überschauliche Struktur behält und zum Zweiten, dass man mit seinen Gedanken auf Dauer nicht alleine bleibt. Der Erste fängt an von seinen Erlebnissen zu berichten und der Nächste der diese Seite findet ,kann entweder das Geschriebene ergänzen, oder aus einer völlig anderen Perspektive beschreiben. Auf diese Weise, können ehemalige Heimkinder aus dieser speziellen Einrichtung, über die damaligen Zeiten ins Gespräch kommen und im besten Fall Verarbeitungsstrategien entwickeln. Jeder wie er mag und kann.

      Es ist nicht ungewöhnlich, wenn du feststellst, dass unterschiedliche Menschen ,sich an unterschiedliche Dinge erinnern. Manchmal kannst du dann zustimmen und manchmal wirst du dem Schreiber auch nicht recht geben können, weil dein Empfinden eben anders war. Wichtig ist sicher, dass man in so einem Fall,die Berichte des Einzelnen einfach auf sich wirken läßt und manchmal auch ohne Kommentar stehen lassen kann. Es gibt kein Richtig oder Falsch. Jeder schreibt als Individuum, so wie es für ihn persönlich damals oder vielleicht auch heute noch ist oder war.

      Obwohl du ja eher positiv über diese Einrichtung schreibst, so beschleicht mich doch ein unangenehmes Gefühl, wenn ich deinen Bericht lese. Das es in diesem Heim im Jahr 2001 noch immer eine Isolationskammer gab und vielleicht sogar heute noch gibt, wirkt auf mich als Außenstehender erst mal bedrohlich und unverständlich. Wie wird das von den Erziehern begründet?? Hat das medizinische oder erzieherische Gründe? Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass so was heut zu tage noch normal ist.

      Das auf Festen und öffentlichen Veranstaltungen oft ein positiveres Bild gezeichnet wird, als wie es letztendlich im Alltag dann aussieht ,kann ich gut nach vollziehen, denn so habe ich das in dem Heim in dem ich war (Mistlau) auch erlebt.

      Schreib weiter wenn du magst. Ich persönlich finde das sehr interessant und informativ . Dein Schreiben wird anderen Ehemaligen Mut machen auch irgendwann ihre Sicht der Dinge zu erzählen.
      Heute endlich , habe ich mich aufgerafft um nach Neukirchen/Vlyen zu fahren.
      Es ist nicht sehr weit von meinem Wohnort aus.
      Leute , das Anwesen ist mächtig herunter gekommen. Es wurde zwar ein
      neues Gebäude angebaut aber darum herum recht ungepflegt.
      Verständlich . Sind ja keine Zöglinge mehr, die alles säubern, vorhanden.
      Das Kursushaus ist so wie es zu meiner Zeit war.
      Die Fenster ungepflegt. Gardienen hingen halb herunter.
      Das Haus der Erzieherinnen ebenfalls herunter gekommen.
      Ich konnte einfach so die Einfahrt passieren. Kein verschlossenes Tor.
      Unser Hof für Freilauf dient als Parkplatz.
      Alles in allem ein eigenartiges Gefühl.
      Von der Zufahrt habe ich ein Foto gemacht. Hatte das Gefühl etwas
      verbotenes getan zu haben.


      Gebe Hoffnung auf ...

      Nur noch wenige Wochen und ich bin 2 Jahre in diesem Forum .Leider habe ich bis heute
      noch nicht ein Mädel hier gefunden das in den 60 zigern dort war.
      Es ist wohl zwecklos darauf zu hoffen . Schade .....
      ;(

      Heute war mein Tag !

      War beim Neukirchener Erziehungsverein zur Akten Einsicht aus meiner
      Heim Zeit .
      Es hat mich echt überrascht wie dick diese ist und tatsächlich noch vorhanden.
      Sogar ein altes Foto welches mir gar nicht in Erinnerung ist . Abrechnungen über
      erhaltenes " Taschengeld " und meinen Ausgaben die sogar von mir unterschrieben ist .
      Die Beurteilung über mich , dem damals 14 jährigen Mädchen , wie Arbeiten ausgeführt
      wurden usw . Sogar ein Brief meiner damaligen Freundin Roswita lag dieser Akte bei .
      Natürlich geöffnet und konfisziert .
      Ich habe meine Enkelin gebeten mich zu begleiten . Darüber war ich sehr froh. Es hat mich
      sehr aufgewühlt . Am meisten die Tatsache das , so Ausschnitt aus dem Brief meiner Mutter ,
      sie mich nicht zu Hause haben wolle . Ich nach Entlassung , dort steht allerdings Beurlaubung ins Arbeitsleben , auch auf dem Arbeitsplatz wohnen solle .
      Nach so vielen Jahren fühlte ich heute wieder das ich ein ungeliebtes Kind war . Stand wieder traurig
      vor unserer Haustüre und dachte , wäre ich doch tot .
      Es trieb mir die Tränen in die Augen .
      Die jetzige Leiterin des Erziehungs Vereins war sehr behutsam und einfühlsam . Ich hatte alle Zeit
      der Welt zur Durchsicht und anschließend Brief , Foto und Kopien die ich gerne wollte auch über geben .

      Ich bin aber bereit zu vergeben und zu verzeihen . Sind doch die Eltern schon verstorben .

      serion49 schrieb:


      Heute endlich , habe ich mich aufgerafft um nach Neukirchen/Vlyen zu fahren.
      Es ist nicht sehr weit von meinem Wohnort aus.
      Leute , das Anwesen ist mächtig herunter gekommen. Es wurde zwar ein
      neues Gebäude angebaut aber darum herum recht ungepflegt.
      Verständlich . Sind ja keine Zöglinge mehr, die alles säubern, vorhanden.
      Das Kursushaus ist so wie es zu meiner Zeit war.
      Die Fenster ungepflegt. Gardienen hingen halb herunter.
      Das Haus der Erzieherinnen ebenfalls herunter gekommen.
      Ich konnte einfach so die Einfahrt passieren. Kein verschlossenes Tor.
      Unser Hof für Freilauf dient als Parkplatz.
      Alles in allem ein eigenartiges Gefühl.
      Von der Zufahrt habe ich ein Foto gemacht. Hatte das Gefühl etwas
      verbotenes getan zu haben.

      Zitat Ende


      serion49 schrieb:


      Das Haus Elim lag in Neukirchen-Vluyn an der Gartenstraße,

      Kurz nachdem du da warst ist es abgerissen worden. Vorher hatte es noch dort gebrannt.

      Ein Junge hatte eine brennende Kippe im Papierkorb geworfen. Der Brand wurde nicht sofort bemerkt, weil

      die Zimmer Eisentüren wie im Knast hatte.

      Ganz früher wurden die Kinder in Haus Elim verprügelt udn geschlagen, durften nur im Beisein der

      Diakonissen oder Nonnen nach draußen gehen.

      Jetzt, nachdem alles rauskam, wurde es abgerissen und ein Altersheim draufgesetzt. Früher wurde mit

      Kindern Geld da gemacht, heute mit alten Leuten....

      Ein paar hundert Meter weiter auf der Gartenstraße 26 war ich untergebracht von 2007 bis 2009. Im Heim

      wurde ich beklaut von Erziehern und gemobbt. Als ich bei der Polizei Strafanzeige stellte, kam ich in die

      Klapse für 2 Wochen...

      Chen-Xin





      Chen-Xin Danny schrieb:

      serion49 schrieb:


      Heute endlich , habe ich mich aufgerafft um nach Neukirchen/Vlyen zu fahren.
      Es ist nicht sehr weit von meinem Wohnort aus.
      Leute , das Anwesen ist mächtig herunter gekommen. Es wurde zwar ein
      neues Gebäude angebaut aber darum herum recht ungepflegt.
      Verständlich . Sind ja keine Zöglinge mehr, die alles säubern, vorhanden.
      Das Kursushaus ist so wie es zu meiner Zeit war.
      Die Fenster ungepflegt. Gardienen hingen halb herunter.
      Das Haus der Erzieherinnen ebenfalls herunter gekommen.
      Ich konnte einfach so die Einfahrt passieren. Kein verschlossenes Tor.
      Unser Hof für Freilauf dient als Parkplatz.
      Alles in allem ein eigenartiges Gefühl.
      Von der Zufahrt habe ich ein Foto gemacht. Hatte das Gefühl etwas
      verbotenes getan zu haben.

      Zitat Ende


      serion49 schrieb:


      Das Haus Elim lag in Neukirchen-Vluyn an der Gartenstraße,

      Kurz nachdem du da warst ist es abgerissen worden. Vorher hatte es noch dort gebrannt.

      Ein Junge hatte eine brennende Kippe im Papierkorb geworfen. Der Brand wurde nicht sofort bemerkt, weil

      die Zimmer Eisentüren wie im Knast hatte.

      Ganz früher wurden die Kinder in Haus Elim verprügelt udn geschlagen, durften nur im Beisein der

      Diakonissen oder Nonnen nach draußen gehen.

      Jetzt, nachdem alles rauskam, wurde es abgerissen und ein Altersheim draufgesetzt. Früher wurde mit

      Kindern Geld da gemacht, heute mit alten Leuten....

      Ein paar hundert Meter weiter auf der Gartenstraße 26 war ich untergebracht von 2007 bis 2009. Im Heim

      wurde ich beklaut von Erziehern und gemobbt. Als ich bei der Polizei Strafanzeige stellte, kam ich in die

      Klapse für 2 Wochen...

      Chen-Xin




      Nein das ganze Anwesen steht noch und wird weiterhin betreut vom Neukirchener Erziehungsverein.
      Es sind nun Wohngruppen dort . Ich war im Jahre 1961 dort und es war ein reines Mädchenhaus.






      Haus Elim




      Haus Elim ist ein stationäres Angebot der Jugendhilfe für
      Mädchen und junge Frauen. Die Einrichtung besteht aus 6
      intensivpädagogisch - therapeutischen Wohngruppen und einer
      Apartmentbetreuung sowie dem Mutter-Kind-Haus für junge Schwangere und
      Mütter mit Kindern.

      Neben dem Haupthaus, in dem 4 Wohngruppen
      und die Apartmentbetreuung integriert sind, befinden sich auf dem
      Gelände zwei weitere Wohngruppenhäuser, das Schulgebäude der
      einrichtungsinternen Förderschule für Soziale und Emotionale
      Entwicklung, eine Reithalle, ein Reitplatz, Stallungen und Weiden, eine
      Kletterwand und ein Schwimmbecken.
      Haus Elim bietet ein differenziertes intensivpädagogisch - therapeutisches Betreuungsangebot.

      In
      den Wohngruppen werden entsprechend den Konzepten 6-8 Mädchen betreut.
      Die Mädchen können hier ein soziales Umfeld erleben, das ihnen die
      Möglichkeit bietet positive Beziehungen zu gestalten und soziale
      Kompetenzen zu erlernen bzw. zu erweitern.

      Unterstützt wird die
      gruppenpädagogische Betreuung durch ein therapeutisches Milieu, welches
      vielfältige sportliche, freizeit- und erlebnispädagogische,
      religionspädagogische und therapeutische (Eingangsdiagnostik,
      Traumatherapie etc.) Angebote beinhaltet.

      Haus Elim versteht sich
      als Schutzraum für Mädchen und junge Frauen mit dem Ziel, das Erleben
      von verlässlichen, vertrauensvollen und nicht bedrohlichen Beziehungen
      zu ermöglichen.




































      Impressum | © 2011 NEV

      Neukirchener Erziehungsverein

      Andreas-Bräm-Straße 18/20

      47506 Neukirchen-Vluyn

      Telefon: 0049 2845 3920

      E-Mail: info@neukirchener.de