Kochel am See, Kinderheim St. Anna

      Christel schrieb:

      Ein Kommentar zum Thema "Keine guten Erinnerungen an St. Annaheim"

      Christel schrieb:

      Ich war auch in diesem Heim viele Jahre!!! Natürlich, heute nach 25 Jahren, kommen auch mir immer wieder Erinnerungen von damals!! Manchmal traurige, aber zu 97% nur positive Erinnerungen. Mädels, wir waren bei "Schwestern, jede zu Ihrer Zeiteppoche, aber es als "nur" keine gute Erinnerug zu deklarieren, finde ich sehr als engmaschig und wie ein Pferd mit Schleuklappen!!! In den 50er Jahren waren doch die Erziehungsmethoden ganz anders als in den 70er. Jahren geschweige noch zu späterem Zeitpunkt. Ja, diese Kammer gab es!!! Aber gab es diese Kammer nicht auch bei unseren Eltern??? Und wir waren in einem "geschlossenen Heim für schwererziehbare Mädchen" und später auch für Jungs. Die Erziehungsmethoden waren auch fragwürdig, aber für wie viele Mädchen haben diese Erziehung auch zum Erfolg geführt????-!!!!!! Ich sage, für vieeeellleeeeee!!!! Fragt euch doch bitte selbst, wenn Ihr nicht bei den St. Annaschwestern in Kochel untergebracht wärt und warum ihr da gelandet seid, wo wärt ihr dann gelandet??? Auf der Strasse, in diesen "Häusern" wo man sich billig verkauft, ohne Hauptschulabschluss, ohne Ausbildung??? Natürlich hat jede von uns diese Gedanken gehabt "abhauen", aber wohin???? Und realistisch gesehen abhauen, vom Heim, vor was abhauen, von geregeltem Tagesablauf? Wir hatten natürlich die Pflicht mit im Haushalt in der Gemeinschaft mitzuhelfen, ja es war mühsam, aber euer heutiges Leben ist doch auch mühsam. Jeden Tag das selbe. Arbeiten gehen, Geld heranschaffen für das alltägliche, Hausarbeit, Kinder erziehen, ...... St. Annaheim war geschlossen, wir konnten nicht einfach die Tür aufmachen und irgendwohin spazieren gehen, nein, das können wir heute oft nicht, weil wir in unserem eigenem Leben eingesperrt sind in unseren eigenen 4 Wänden mit irgendwelchen Verpflichtungen... Ich war in den 80er Jahren im St. Annaheim untergebracht, mit grosser Sehnsucht nach meiner Mutter, jaa aber ich als Mädchen mit Imigrationshintergrund, wenn ich diese Schwestern nicht gehabt hätte, die mir die deutsche Sprache beigebracht haben, mir einen qualifizierenden Hauptschulabschluss und eine Ausbildung und gute Manieren, Anstand, und Glauben beigebracht hätten, wo wäre ich gelandet??? So kann ich auch von vielen schönen Erinnerungen heute noch zähren, wenn mich der Alltag zermürbbt und aufreibt. Die Berwanderungen, der Rosenball, der St. Annatag und viele viele anderen schönen Tage, die geben wir Kraft und Mut und immer wieder kommt der Wunsch, ich will nach Hause fahren nach Kochel am See zu meinen St. Annaschwestern, die sehr streng zu mir waren, aber ich war auch anstrengend, pupatär, oft grantig, streitwütig, und vieles mehr und diese Schwestern mussten mich auch aushalten, nicht nur mich sondern bis zu 80 weitere pupatäre Mädchen aus zerrüttelten Familien!!! Ich sage, Danke Annaschwestern und "vergelt´s Gott!!! Wir sind weder vergewaltigt worden von diesen Schwestern, noch körperlich misshandelt!!! Sie haben mit "allen Mitteln" versucht, aus uns "anständige, verantwortungsvolle Frauen, Mütter zu machen.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „***Sady***“ ()

      Sady, ich kann dir nur zustimmen, obwohl ich in den 50ern im St Annaheim war und die Zeiten da allgemein noch strenger waren. In den normalen Schulen wurden wir mit Tatzen erzogen, im Annaheim bekam ich die nie.
      Die Kammer unterm Dach habe ich auch mal bezogen, weil ich aus Wut eine Mitschülerin während sie schlief, angespuckt habe, sie hatte mir beim Völkerball den Lederball voll auf´s Auge geworfen und gelacht. Schon komisch, wie alles noch so präsent ist. Aber mal ehrlich, ich frage mich, wie hätten die Schwestern sonst durchgreifen sollen, körperliche Gewalt gehörte nicht zu ihren Erziehungsmethoden.
      Ich hatte allerdings auch kein Heimweh, denn meine Eltern waren damals schon beide tot und die 2. Frau meines Vaters, wollte mich mit aller Gewalt loswerden. Wie Prügel sich anfühlen, musste ich durch diese Person erfahren. Klar, dass mir das Annaheim wie eine Zuflucht vorkam und ich froh war, dort ein Zuhause gefunden zu haben.
      Es gibt so vieles woran ich mich erinnere, wie z. B. an die junge Lehrerin mit ihrer schicken, damals so modernen Farah Diba-Frisur oder die leicht zu durchschauenden,nervigen Aprilscherze von Schwester Gisela. Die Annakrähen usw. Wer von Euch war in dieser Zeit auch im St. Annaheim? Wäre super die ein oder Andere hier zu lesen :D
      Blümchen, auch ich wollte mal abhauen, allerdings fehlte mir der Mumm mich vom Balkon abzuseilen, bei mir überwog wohl eher die Neugier, wie es wohl draußen aussehen mochte, dafür musste ich nur einen Tag ohne Essen ins Bett. Aber wenn der Ausbruch gelungen wäre, was hätte alles passieren können, ich denke die Schwestern hatten oft aus Sorge solche Maßnahmen ergriffen. Die Pädagogik war doch eine ganz andere, ich war auch nie eine "Betschwester" und habe ständig alles hinterfragt, deshalb war ich auch sicher kein Lieblingskind. Allerdings war es schon so dass der Draht zu einigen Schwestern besser war als zu anderen und das fand ich, konnte man auch nutzen. Wenn mir die Gruppe auf den Wecker ging verschwand ich zu den Tieren im Stall oder zu Schwester Agnes und den Katzen, deshalb hatte ich auch keine Einschränkung meiner Freiheit verspürt.

      betr. sr.agnes

      hallo, ich war von ca.1958-ca.1963 kinderheim st.anna, ich war zuerst in der gruppe bei sr. michaela, dann bei sr. agnes.
      ich hatte viel unterstützung von.sr.agnes,obwohl ich ihrdas leben alles andere als leicht gemacht habe. du hast geschrieben,dass du angst hattest aus dem fenster zu steigen, ich habe es getan, mit ein paar anderen zusammen,das heisst ich bin ihnen hinterher.
      sie wollten mich gar nicht mitnehmen, da ich erst 11 jahre alt war,sie konnten nicht mehr zurück und so durfte ich mit.ilonka hat sich um mich gekümmert,die waren alle älter als ich,mich hat man dann aufgegriffen(polizei) und zurück gebracht.
      meine schlimmen erlebnisse waren,wenn sie mich wieder einmal in eine kammer eingesperrt haben,das war ein alptraum für mich.
      die junge lehrerin hieß frau adolf, war meine firmpatin, da ich keine eltern hatte,das heißt meine rabenmutter hat mich als säugling,
      ausgesetzt in einer kirche in ludwigshafen.ich kann mich eigentlich erst an manches erinnern,als ich nach kochel kamm,da muss ich so ungefähr 8 jahre alt gewesen sein. wann warst du in diesem heim und in wecher gruppe wasrt du?

      grüße angelina :ahu:



      Hallo, mein Name ist Connie. Ab 1975 war ich in Kochel in Gruppe 8. Noch heute bin ich froh, daß ich damals na ch Kochel ins Annaheim gekommen bin! Leider hatte ich kein Glück mit meinen Adoptiveltern doch in Gruppe 8 bei Schw. Pia habe ich ein richtiges Zuhause gefunden. Wer kann schon sagen, was aus mir geworden wäre, hätte ich nicht die Möglichkeit gehabt, durch die Annaschwestern zu lernen das ein Miteinander durchaus möglich ist! :rolleyes:
      Ich war 1975-1978 in Gruppe 10 bei Sr. Petra. Meine Erinnerungen quälen mich noch heute. Sr. Petra war krank im Kopf und sadistisch, hat uns Kinder tagelang eingesperrt, geschlagen, gequält. Wir waren nur am arbeiten, putzen, handarbeiten, kein Spaß, keine Freude, nichts. In anderen Gruppen war es viel schöner, mit Schwestern die die Kinder gut behandelt haben. Wir hatten Riesenpech, in Gruppe 10, der schlimmsten im ganzen Annaheim, gelandet zu sein...
      Ich war von März 1987 bis Juni oder Juli 1990 im Annaheim,
      habe dort die 9. Klasse bei Sr.Cäcilia abgeschlossen.

      Anschließend habe ich bei Sr.Joachima die Hauswirtschaftslehre gemacht
      und mit Erfolg abgeschlossen.

      Die ersten eineinhalb Jahre war ich in Gruppe 10 bei Sr.Petra,
      danach kam ich mit viel betteln in Gruppe 1 zu Sr.Agnes.

      Na ja ich hab mich auch dementsprechend benommen,
      dass mich die Sr.Petra auch nicht mehr haben wollte :-o

      In der Gruppe 1 war´s anfangs nicht leicht,
      das war damals die "Lehrlingsgruppe" aber es gefiel mir dann doch - irgendwie....

      lg. quacks71
      :kks2: :thumbsup:

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      ca.1958-ca.1963 kinderheim st.anna, ich war zuerst in der gruppe bei sr. michaela, dann bei sr. agnes.

      Die junge lehrerin hieß frau adolf, war meine firmpatin,
      wann warst du in diesem heim und in wecher gruppe warst du?

      grüße angelina :ahu:



      Angelina, ich war zur selben Zeit wie du dort und ich war quasi deine Nachbarin, denn ich war in Gruppe 8 bei Sr. Katharina, Imelda und Josefine aber ich wollte immer zu Sr Agnes. Da ich mit meinem Wunsch wohl ziemlich herumgenervt hatte durfte ich den Durchgang beziehen und die Wandschränke bemalen. Die Schränke hatte ich zwar bemalt, aber ich wollte nicht alleine bleiben und bin deshalb wieder in die Gruppe gezogen. Je mehr ich darüber nachdenke umso mehr fällt mir ein, Da war z. B. die Bügelstube mit den Eisen, die noch im Ofen erhitzt wurden, wenn Sr. Paula weg war haben wir mit den Eisen Brot geröstet und mit Bärlauch verputzt. Die arme Sr. Paula hatte dann immer den strengen Geruch im Bügelzimmer. Also wirklich einfach hatten die es Schwestern nicht mit uns. :D
      Ich telefoniere heute noch mit Sr.Aloisia und bringe sie mit meinen Erinnerungen zum Lachen.
      Frau Adolf, genau...die sah damals echt gut aus und sie hatte den Dreh raus meine schulischen Leistungen zu verbessern
      Oh je Claremuc, dann war deine Gruppe wohl ein Griff ins Klo. Sag mal wie sah Sr. Petra eigentlich aus? Zu unserer Zeit müsste die noch ziemlich jung gewesen sein ich glaub ich ruf mal Gabi an, sie ist ein wandelndes St. Anna-Lexikon.
      Für heute liebe Grüße
      Hallo ihr Lieben....
      War in der Zeit von 1984 - 1994 im Heim.
      Für mich war die Zeit sehr streng aber die schönste Zeit meines Lebens.
      Ich glaube das man einfach zu schnell vergisst weshalb wir im Heim waren oder welchen Urspung das ganze hatte.... Die Schwestern konnten nichts für unser Schicksal aber sie hatten versucht aus jeden von uns gute Menschen zu machen. Ich Dank Ihnen dafür auch wenn ich diese Erziehungsmassnahmen heute bei meinen Kindern nicht mehr anwenden würde. Aber es war einfach eine andere Zeit...
      Lg Karin

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Karin1975“ ()

      Christel schrieb:

      Wenn du in diesem Heim warst, dann schreibe deine Erinnerungen bitte hier rein.

      Ein Gast meldete sich am Montag, 21:49 "fälschlicher Weise" auf diesen Beitrag. "Fälschlich" deshalb, weil der Button zum "Inhalt melden" nicht dafür gedacht ist.
      Damit der Inhalt dennoch nicht ungelesen gelöscht wird, setze ich ihn hier hinein:
      Ja ich war 10 lange jahre in diesem heim in denaro 60iger jahren war in der gruppe 5 zur schule bei schw. Stefania muss sagen schwere zeiten und gute zeiten .heute bin ich 70 jahre jung und kann mich sehr gut an alles erinnern auch di strafekammer aber trotzdem alles positiv.es war die schoenste zeit ichbin Sonia und meine schwester gloria war auch dabei gruesse alle herzlichts die meine freundinen waren


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      Beste Grüße Mandy
      i.V. in Vertretung des Moderatoren-Teams
      LG Mandy

      Seelenhunde hat sie jemand genannt - jene Hunde, die es nur einmal gibt im Leben,
      die man begleiten durfte und die einen geführt haben auf andere Wege.
      Die wie ein Schatten waren und wie die Luft zum Atmen.

      Danke, meine liebe Tessamaus... für 13,5 wunderschöne Jahre!!!