Angepinnt Entschädigung für DDR - Heimkinder

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      Was ist eine Wohnortregelung? Von wem bekommst du Unterstützung? Vom örtlichen Jugendamt? Kannst du genauer werden?
      Solch alte Akten können doch nur im Bezirks,- oder Landesarchiv sein. Oder wirst du vom Jugendamt unterstützt das sich die Wartezeiten beim
      BStU verkürzen? LG Forelle

      heide58 schrieb:

      Ich noch Mal:

      Jackie, ich habe gestern in dem Zusammenhang auch gefragt, wie es mit den Säugling,- Vorschulheimkindern aussieht. der Herr von der Anlaufstelle sagte mir, dass mir auf jeden Fall eine Entschädigung zu steht. Leider habe ich den § vergessen, könnte aber noch mal nachfragen. Ich denke das es auch für Heimkinder in "normalen" Heimen zutrifft.

      Und warum ist das dann bei den West--Heimkindern nicht auch der Fall?
      Ich sehe da eine Ungleichbehandlung, denn der Fonds West geht nur bis zum Jahr 1975, und anerkannt werden nur Arbeitsjahre ab dem 14. Lebensjahr im Heim.
      Säuglingsheim und Kinderarbeit im Heim wird überhaupt nicht anerkannt.

      Da stellen sich immer mehr Fragen über Fragen :)


      Ich bekomme langsam den Eindruck: die muddeln mal so vor sich hin, und solange das alles widerspruchslos geschluckt wird, ist es ja alles heile Welt und garnicht so schlimm.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Mandolinchen“ ()

      Richtig, Mandolinchen.
      Als ich letztes Jahr meinen Antrag wegen Missbrauch/Misshandlungen (Säuglinge/Kleinkinder) beim Bistum Münster stellte, wurde er abgelehnt. Es wurde zwar nicht direkt abgestritten, aber auch nicht bestätigt. Sie haben sich auf gut Deutsch herausgewunden. Ich habe der Ablehnung ein zweites Mal widersprochen, nützte aber nichts. Ob du da gewesen bist, Bilder und Träume beschreibst ist wurscht*.
      Im Endeffekt muss du es so belegen: Ich, Säugling/Kleinkind "Arschkarte" wurde von Nonne Mimöschen und Pfarrer/Priester Pimmel am Tag X, genau um High -Noon - ich aß vorher Wasser und Brot - in meinem Bettchen gefesselt und missbraucht. Sie taten "Bäh und Pfui" von dann bis dann. Nonne Mimose hatte braune Haare und blaue Augen, war 1,50m und trug Pinguinkleidung. Priester Pimmel hatte blonde Haare und braune Augen, war 1,70m gross. Sein Gesicht war verpickelt und das Gewand stank. Die Sonne schien an diesem Tag nicht.

      Solche Angaben will die Kirche zum "Aufgeilen" und dann heißt das: Gott sei Dank, es ist verjährt....grins*....

      Entschädigung für DDR-Heimkinder

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      PRESSEERKLÄRUNG von Rechtsanwalt Dr. Thomas Gertner aus Koblenz [ Siehe @
      http://www.drgertner.de/profil.php ] vom Dienstag, 19. Juni 2012, um 12:26 Uhr.

      "GUTE NACHRICHT FÜR DDR-HEIMOPFER ! --- »Rehabilitierung der Frau Claudia May vor dem Thüringer OLG«"

      @ http://heimkinder-forum.de/v3/board22-tipps-und-ratschläge/board23-helfen-und-beraten/15392-rehabilitierung-der-frau-claudia-may-vor-dem-thüringer-olg/
      ( in einem Thread eröffnet von diesem Rechtsanwalt selbst )


      Bemüht Euch um eineOPFERRENTEanstatt umAlmosen aus dem Hilfsfondszu betteln !!!


      PRESSEERKLÄRUNG

      Nach einer ausführlichen Anhörung der Frau Claudia May und des mit dieser nicht verwandten oder verschwägerten Sachverständigen Manfred May vom 31.05.2012 hat das Thüringer Oberlandesgericht am 12.06.2012 erkannt, dass Frau Claudia May zu Unrecht durch ihre Unterbringung in einem Heim in Erfurt eine Freiheitsentziehung erlitten hat. Die seinerzeit erfolgte Einweisung in das Heim durch Verfügung des Referats Jugendhilfe der Stadt Erfurt wurde für rechtsstaatswidrig erklärt und aufgehoben (Az. des Thüringer OLG: 1 Ws Reha 52/11).

      In der ersten Instanz ist Frau May die beantragte strafrechtliche Rehabilitierung noch mit der Begründung versagt worden,
      ihre Unterbringung im Kinderheim sei nicht unter haftähnlichen Bedingungen erfolgt.

      Mit einer solchen Begründung sind bereits viele Anträge auf strafrechtliche Rehabilitierung wegen der zur Zeiten der DDR erlittenen Heimunterbringung zurückgewiesen worden. Vielen dieser Betroffenen ist jedoch entgangen, dass es nach der jetzigen Rechtslage nicht mehr darauf ankommt, ob die Unterbringung im Kinderheim unter haftähnlichen Bedingungen erfolgt ist. Diese Voraussetzung einer Rehabilitierung ist für die Anordnung der Unterbringung in einem Heim für Kinder oder Jugendliche mit der Änderung des § 2 Abs.1 Satz 2 StrRehaG durch Gesetz vom 02.12.2010 entfallen. Unter diesen Umständen sollten sich die durch solche negativen Entscheidungen Betroffenen überlegen, im Hinblick auf die geänderte Gesetzeslage den Antrag neu zu stellen. Da die Frist hierfür noch nicht abgelaufen ist, ist eine erneute Antragstellung möglich.

      Es kommt bei Heimunterbringungen also nur mehr darauf an, ob diese der politischen Verfolgung oder sonst sachfremden Zwecken gedient hat. Nun ist es in den seltensten Fällen so gewesen, dass sich die Heimunterbringung unmittelbar gegen die betroffenen Kinder gerichtet hat. Vielmehr ist es im Regelfalle so, dass mit der Heimunterbringung Familien gemaßregelt oder im Sinne des Sozialismus „diszipliniert“ werden sollten. Der hier entschiedene Fall dürfte exemplarisch sein für viele, wenn nicht fast alle Heimunterbringungen. Im Falle der Frau May verhielt es sich so, dass ursächlich für ihre Heimunterbringung eine politische Verfolgung ihres zu den Gründungsmitgliedern der CDU in der sowjetischen Besatzungszone gehörenden Vaters Hermann May gewesen ist. Dieser hat seinem Schwiegervater, dem Großvater der Frau May, bei seiner Flucht nach Westdeutschland im Jahre 1948 geholfen.

      Der Großvater der Frau May ist zusammen mit seiner Ehefrau aus seiner Heimatstadt geflohen, weil er befürchten musste, wegen seiner Fachkenntnisse als Oberingenieur im Flugzeugbau in die UdSSR deportiert zu werden. Da nun die Behörden mutmaßten, dass die Eltern der Frau May zusammen mit dieser ebenfalls nach Westdeutschland fliehen könnten, wurde Frau May im Säuglingsalter gewissermaßen als „Faustpfand“ in einem Heim untergebracht.

      Aus den vom Gericht eingesehenen Akten des Ministeriums für Staatssicherheit über den Vater der Frau May und die sein Strafverfahren betreffenden Akten der Strafverfolgungsbehörden ergab sich, dass dieser schon lange vor seiner Verurteilung im Jahre 1961 in das Visier der Staatssicherheit und anderer staatlicher Behörden geraten war.

      Nach der Flucht des Großvaters der Frau May wurden die Eltern aus ihrer Wohnung in Erfurt verwiesen. Der Vater der Frau May erhielt nicht einmal eine Zuzugsgenehmigung für Erfurt und musste daher seinen Wohnsitz vorübergehend in Eisenach nehmen. Diesen Umstand nahmen nun die Behörden der Stadt Erfurt zum Anlass, das gesamte Mobiliar der Wohnung zu beschlagnahmen, um dieses anderen Personen, die in Wohnungen eingewiesen werden sollten, zur Verfügung zu stellen. Die Mutter der Frau May erhielt als Wohnung ein 7 qm „großes“ Zimmer, ohne Wasch- und Kochgelegenheiten zugewiesen. Diese auf solche Weise herbeigeführten unmenschlichen Wohnbedingungen nahm nun das Jugendamt der Stadt Erfurt zum Anlass, Frau Claudia May in das Kinderheim einzuweisen mit der Begründung, dies sei dem Kindeswohl im Hinblick auf die wohnlichen Verhältnisse der zudem berufstätigen Mutter förderlich. Auf den ersten Blick hatte es also den Anschein, dass sich das Referat Jugendhilfe allein von Überlegungen des Kindeswohls leiten ließ.

      Wie perfide die Jugendfürsorge jedoch durch das damalige Regime instrumentalisiert worden ist, ergab sich sehr eindrucksvoll aus einem mündlich erstatteten Gutachten des Vertreters der Thüringer Anlaufstelle für ehemalige DDR-Heimkinder, Manfred May. Dieser führte aus, die Jugendhilfe der ehemaligen DDR, deren Akten in aller Regel sehr verschleiernd gewesen seien, sei in der durch das stalinistische System der Sowjetunion geprägten unmittelbaren Nachkriegszeit in Ostdeutschland in ihrem Wirken der Staatssicherheit vergleichbar gewesen und habe nach deren Gründung im Jahre 1950 auch eng mit dieser zusammengearbeitet. Der Sachverständige sprach in diesem Zusammenhang von einer engen Verzahnung zwischen den Behörden der Jugendhilfe und dem Ministerium für Staatssicherheit. Viele Beamte der Jugendhilfe seien IM gewesen und hätten dem MfS umfassend über alle Einzelfälle Rapport erstattet. Auf diese Weise seien die geheimdienstliche und sozialpolitische Tätigkeit durchmischt worden. Im Jargon der Staatssicherheit sei dies als „politisch-operative Zusammenarbeit“ bezeichnet worden. Insbesondere in den Fällen, in denen die Eltern nicht verhaftet worden seien, weil sich vorläufig nicht genügendes Belastungsmaterial gegen sie hatte finden lassen, seien diese an ihrer „schwächsten Stelle“, und zwar ihren Kindern, getroffen worden. Wesentlich ist noch, dass die Berufstätigkeit einer Mutter damals kein Grund für eine Heimeinweisung von Kindern gewesen sei. Vielmehr hatte es schon im Jahre 1950 Möglichkeiten gegeben, in einem solchen Fall eine Familie auf andere Weise unterstützen zu können. Insbesondere sei die Formulierung „Mutter berufstätig“ in der Heimakte der Frau Claudia May verräterisch. Zwar sei die DDR generell mehr an der Arbeitskraft der Mutter als am Kindeswohl interessiert gewesen, was teilweise dazu geführt habe, das selbst alleinerziehenden Müttern die Arbeitszeiten erhöht und in der Folge die Kinder weggenommen wurden. Es wurden aber längst nicht allen berufstätigen Müttern die Kinder entzogen, sondern diese wurden in Krippen untergebracht. Im Falle der Frau May schätzte der Sachverständige anhand der Aktenlage ein, dass der Entzug der Wohnung und der anschließende Verbleib der Familie in unzureichenden Wohnverhältnissen auch nach der Geburt der Frau May mit einer im Vordergrund stehenden politischen Verfolgung ihres Großvaters und ihres Vaters zusammenhingen.

      Auf Grund dieser sehr sorgfältigen Aufklärung des Sachverhaltes durch das Thüringer Oberlandesgericht, dessen Entscheidung rechtskräftig ist, verfügen nach unserer Einschätzung Heimkinder jetzt über wesentlich bessere Argumente für ihre Rehabilitierung nach Maßgabe des Strafrechtlichen Rehabilitierungsgesetzes [ StrRehaG ].

      Dr. Thomas Gertner

      Rechtsanwalt

      Tel.-Nr. 02603/94110; Fax: 02603 941118

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      Heimkinder appellieren an VATER STAAT und MUTTER KIRCHE Sühne zu tun:
      Ein Denkmal in Musik gesetzt

      Freiheit ist keine Selbstverständlichkeit; sie bedarf ständiger Wachsamkeit.