Angepinnt Pressetips zum Thema Heimkinder

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      Mandolinchen schrieb:

      Die Tränen werden reichlich fließen, wenn sich ehemalige DDR-Heimkinder
      in Oranienburg treffen

      An welchem Tag treffen sie sich wo genau? Ich ziehe in Erwägung dort hinzufahren, bräuchte dafür aber genauere Infos.

      Gruß, Krumi



      Bräunsdorf -Treffen 2018
      25. - 27. Mai 2018

      Anmeldungen bitte / nur per Mail oder Konversation an Krumi63






      Leider schon vorbei, Krumi.



      Freigelassene Erinnerungen - Heimkinder treffen sich




      Oranienburg
      (MOZ) Sie kannten sich bisher nur vom Telefon und von Kontakten auf
      Roland Herrmanns Internetseite "Kindergefängnis Bad Freienwalde". Jetzt
      haben sich die ehemaligen Heimkinder erstmals getroffen - und viele
      Gemeinsamkeiten entdeckt.










      Ein gutes Dutzend
      Frauen und Männer ist gekommen. Sie sehen sich zum ersten Mal, aber sie
      verstehen sich sofort. Kinder tollen durch den Garten der Gastgeberin in
      Zehlendorf (Oberhavel). Grillfleisch und Salat, dazu gibt's Kaffee,
      Bier und Likör - eine fröhliche Runde. Doch als Roland Herrmann, der
      Vorsitzende ihres nicht eingetragenen Vereins, kurz um Ruhe bitten will
      und dazu mit einem Bund großer altmodischer Schlüssel gegen die
      Metallstreben des Partyzeltes klopft, fahren viele erschrocken zusammen.
      Sofort ist sie wieder da, die Erinnerung an die einstigen Erzieher des
      Durchgangsheimes Bad Freienwalde, die mit Schlüsseln warfen und
      schlugen.

      "Das war gar nicht so gut",
      murmelt Werner Lampe später leise. Er ist aus der Lausitz mit seiner
      Frau Kerstin gekommen, die seine Hand streichelt und manchmal auch für
      ihn erzählt. Leicht war es für sie und ihre beiden Söhne nicht mit ihm,
      sagt sie. "Ich bin immer neidisch gewesen auf die Jungs, die von ihrer
      Mutter geliebt wurden", gesteht Lampe, der den Namen seiner Frau
      angenommen hat, weil er mit seiner Familie endgültig brechen wollte. Das
      haben viele gemeinsam: die Eltern, bei denen sie nicht erwünscht waren.

      Auch die anderen hat diese
      Vergangenheit nie ganz losgelassen. Einige leiden unter Schlafstörungen
      oder posttraumatischen Erkrankungen. In dem Heim in Märkisch-Oderland,
      das früher als Gefängnis diente und 1987 geschlossen wurde, seien viele
      Weichen fürs spätere Leben gestellt worden. "Aber das musste heute erst
      mal beweisen!", sagt Roland Herrmann bitter. Manche der Heimkinder haben
      bis heute Angst vor Behörden, andere packt eher die Wut, weil sie sich
      verhöhnt fühlen.

      Klaus-Peter Struck spricht oft
      mit seiner Familie über diese Zeit und scheint selbstbewusst. "Ich muss
      mich doch nicht dafür schämen." Auf das Treffen hat er sich auch
      gefreut. "Ich sehe das Treppenhaus genau vor mir, den Weg zur Dusche."
      Der "Entengang" war keine Sportübung, sondern reine Schikane. Werner
      Lampe streckt die Unterarme vor. "20 Minuten in der Hocke mit einem
      Blatt Papier auf den Armen." Die anderen nicken. Es ist lange her, aber
      die Erinnerungen sind präsent.
      moz.de/nachrichten/brandenburg…l-ansicht/dg/0/1/1157200/
      Ehemalige Verding- und Heimkinder fordern Härtefall-Fonds
      An der Einweihung der ersten nationalen Gedenkstätte für Heim- und
      Verdingkinder in Mümliswil wurde eine Forderung laut. Ein
      Härtefall-Fonds für Betroffene wäre ein Schritt in die richtige
      Richtung.
      von fränzi rütti-saner

      Warum bist du in der Anstalt?» – «Ich habe gestohlen.» – «Was hast du
      gestohlen?» – «Zucker.» – «Wo hast du gestohlen?» – «Zu Hause in der
      Küche.» – «Möchtest du wieder heim?» – «Ja, ja zur Mutter.» «Wie lange
      bist du schon hier?» – «Bald ein Jahr.» – «Wirst du geschlagen?» – «Ja».
      Dies ist eine protokollierte Aussage eines Heimkindes aus dem Jahr 1944
      und solche Gespräche sind zu Tausenden in Akten zu finden. Doch jetzt
      gibt es für solche Stimmen von im Heim platzierten oder verdingten
      Kindern einen Ort der Erinnerung und Aufarbeitung: Die erste nationale
      Gedenkstätte Kinderheim Mümliswil ist am Samstag, 1. Juni, errichtet
      Besitzer war selbst im Kinderheim

      Möglich machte dies der Zuger Unternehmer Guido Fluri, selbst eine
      kurze Zeit Heimkind in Mümliswil. Vor gut zwei Jahren kaufte der in der
      Immobilienbranche erfolgreiche Selfmade-Mann das ehemalige Kinderheim,
      welches als architektonisches Kleinod der Bauhaus-Zeit in Mümliswil seit
      dem Jahr 2000 leer stand. Bereits 1973 wurde das Kinderheim
      geschlossen.

      2011 hat die Guido-Fluri-Stiftung, welche sich noch für andere
      gemeinnützige Anliegen einsetzt, entschieden, das Haus in eine
      Gedenkstätte umzuwandeln und Fluri beauftragte den Historiker Thomas
      Huonker mit der Erforschung und Aufarbeitung des Heimkinderwesens in der
      Schweiz.

      An der Eröffnungsveranstaltung vom Samstag sprach Guido Fluri von der
      Hoffnung, welche mit dieser Gedenkstätte verbunden sei. «Die
      Betroffenen hoffen auf Wiedergutmachung für das verursachte Leid. Und
      denken wir daran: Noch gibt es viele, die bis heute nicht die Kraft
      aufbringen, über ihr Schicksal zu sprechen». Ein erster Schritt in
      Richtung Aufarbeitung wurde mit der offiziellen Entschuldigung des
      Bundes an die Adresse der Opfer durch Bundesrätin Simonetta Sommaruga am
      11. April dieses Jahres getan.

      Diese Entschuldigung sei aber ein Anfang und nicht das Ende des
      Prozesses, sagte der ehemalige Urner Ständerat Hansruedi Stadler. Er
      wurde vom Bundesrat damit beauftragt, mit allen involvierten Kreisen –
      Betroffene und Vertreter der ehemaligen Täterorganisationen – an einem
      runden Tisch die Probleme zur Sprache zu bringen und Lösungen zu finden.
      «Am kommenden 15. Juni startet der erste runde Tisch», so Stadler. Als
      Vertreter der Opfer sprach der Präsident des Vereins «Netzwerk
      verdingt», Walter Zwahlen. Er hielt mit Kritik an der Schweizer Politik
      nicht zurück. «Es brauchte private Initiative, damit eine solche
      Gedenkstätte errichtet werden konnte».

      Härtefall-Fonds im Kanton Waadt

      Und weiter: «Es ist doch beschämend, dass es Länder wie Irland,
      Kanada und Schweden schafften, Härtefonds für Betroffene einzurichten
      und das sind ja nicht unbedingt reichere Länder als die Schweiz.»
      Hierzulande verfügt als Einziger der Kanton Waadt über einen solchen
      Fonds und der Kanton Solothurn sei bisher der Einzige, welcher sich für
      die Schaffung eines Fonds ausgesprochen habe. Zwahlen proklamierte den
      1. Juni zum nationalen Gedenktag für alle Opfer von fürsorgerischen
      Zwangsmassnahmen und forderte den Bundesrat auf, eine Gedenk-Briefmarke
      dazu herauszubringen.

      «Wie soll es jetzt weitergehen?», fragte bei der anschliessenden
      kurzen Podiumsdiskussion Moderatorin und Ex-Miss-Schweiz Tanja Gutmann.
      Hansruedi Zwahlen insistierte, dass viele Betroffene ungeduldig seien
      und endlich ein Zeichen der Wiedergutmachung erwarteten. Konkreter wurde
      Ursula Biondi, ehemalige «administrativ Versorgte»: Viele ehemals
      Betroffene haben durch ihre Kindheit ohne Liebe zeitlebens Probleme mit
      sich. Es geht darum, dass diese Menschen endlich eine finanzielle
      Rückerstattung bekommen. Wie wäre es beispielsweise mit Mietzuschüssen,
      Steuererlass oder Rentenerhöhung?» Biondi betonte: «Es geht hier nicht
      um Almosen. Diese Leute haben gearbeitet und haben nie eine
      Entschädigung erhalten.» Zwahlen forderte, dass sofort ein
      HärtefallFonds ins Leben gerufen werden müsse, was Biondi heftig
      unterstützte. «Schwerstbetroffene müssen so rasch als möglich Hilfe
      bekommen. Viele sind alt und die Zeit drängt.»

      Bilder und Video dazu hier:

      limmattalerzeitung.ch/schweiz/…aertefall-fonds-126669640
      Beirat soll ehemaligen Heimkindern helfen

      Mittwoch, 12. Juni 2013, 16:53 Uhr
      Hannover (dpa/lni) - Ein Beirat soll ehemalige Heimkinder dabei
      unterstützen, individuelle Leistungen geltend zu machen. Er wurde nach
      Angaben einer Sprecherin des Sozialministeriums am Mittwoch in Hannover
      gegründet. Ministerin Cornelia Rundt (SPD) wertete die Gründung in der
      konstituierenden Sitzung als «deutliches Zeichen» für die zwischen 1949
      und 1975 in einem Heim untergebrachten Menschen, die dort «viel Leid und
      Unrecht erfahren» hätten. Im Jahr 2012 wurden den Angabe.................................................................
      bild.de/regional/hannover/hann…helfen-30820020.bild.html
      Evangelische Kirche zahlt nur für sexuellen Missbrauch Entschädigung
      Ein Sprecher der Bergischen Diakonie Aprath hat erklärt, dass die
      Evangelische Kirche an die ehemaligen Heimkinder keine Entschädigung für
      Missbrauch leisten wird.



      Die
      Entschädigungen seien für Opfer von sexueller Gewalt vorgesehen, hieß
      es. Ferner sagte der Sprecher, dass die sexuelle Gewalt die Ausnahme in
      der Einrichtung in Bensberg-Moitzfeld gewesen ist. Die Fälle in dem Heim
      wurden 2010 an die Öffentlichkeit getragen.



      Karl H. (Namen geändert) hat erzählt, wie es im Bergisch Gladbacher
      Heim nachts zuging. "Mitten in der Nacht wurde ich wach, weil jemand an
      meiner Hose herumspielte. Alle im Raum haben es sicher mitbekommen. Wir
      Kleinen wurden zum Oral- und Analverkehr gezwungen".


      shortnews.de/id/1032229/evange…missbrauch-entschaedigung
      Wilhelminenberg: Sämtliche Heimakten vernichtet

      Der Endbericht über die Geschehnisse im
      Kinderheim Wilhelminenberg liegt vor: Vergewaltigungen, äußerste
      Brutalität und sämtliche Unterlagen wurden vernichtet.
      Es muss wie ein Rollkommando gekommen
      sein: Lastwagen fuhren im Jahr 1977 beim Schloss Wilhelminenberg vor.
      Sämtliche Heimakten wurden in die Lkw verladen. Der rasche Abtransport
      hat nur einem Ziel gegolten: Die Akten zu vernichten.



      „Es gibt keine Heimakten, keine Kinder- und keine Heimlisten vom
      Wilhelminenberg“, sagte Barbara Helige gestern bei der Präsentation des
      Endberichtes der Kommission Wilhelminenberg.
      „Die Vernichtung der Aufzeichnungen mit der Schließung des Heimes ist
      ein äußerst unüblicher Vorgang“, erklärte auch Gabriele Wörgötter,
      Psychiaterin und Mitglied der Kommission.


      Illegal



      Für Helige, die die Wilhelminenberg-Kommission leitet, ist klar: „Die
      Vorschriften zur Aktenvernichtung aus dem Jahr 1977 wurden nicht
      eingehalten.“ Es war illegal, die Unterlagen zu vernichten. Die Spuren,
      die zu möglichen Tätern oder Hintergründen führen könnten, wurden mit
      dieser Aktion für alle Zeiten verwischt. Anders als in anderen
      ehemaligen Kinderheimen, wie Kommissionsmitglied Michael John sagte,
      sind sämtliche Dienstbücher oder Krankenakten verschwunden. Sofort, am
      Tag der Schließung des Heimes.


      Die Mitglieder der von der Stadt Wien eingesetzten Kommission mussten
      sich daher vor allem auf Aussagen von Zeitzeugen stützen. Nach
      eineinhalb Jahren Arbeit wurde am Mittwoch der Endbericht vorgestellt.


      Das ehemalige Kinderheim der Stadt Wien im Schloss Wilhelminenberg
      gilt seit knapp eineinhalb Jahren als Synonym für Gewalt – vor allem
      auch sexuelle – gegen Kinder.


      Die Kommission berichtet im Endbericht (siehe auch Artikel unten)
      über „massiven sexuellen Missbrauch im Heim“. Mehrere Zeitzeuginnen
      bestätigen dies. Helige: „In erster Linie waren es Täter von außen, die
      mithilfe von Erzieherinnen Zugang zu Schlafsälen gefunden haben.“ Die
      Vergewaltigungen haben in anderen Räumen stattgefunden.


      Überbordende Gewalt und die Erniedrigung der Kinder wurde ebenfalls
      bestätigt. Die Brutalität, mit der Kinder im Heim Wilhelminenberg
      körperlich misshandelt wurden, war, so Helige, auch durch das damals
      geltende Züchtigungsrecht nicht gedeckt. Die Heimverordnung aus dem Jahr
      1956 verbot sogar ausdrücklich das Schlagen von Kindern.


      Behörden und Politik müssen bereits seit den 1960er-Jahren von den schrecklichen Zuständen im Heim Bescheid ge..............................................................................

      kurier.at/chronik/wien/wilhelm…ten-vernichtet/15.597.963

      Wie sich doch die Dinge ähneln........... ;(
      Ehemalige entsetzt über Diakonie
      Moitzfeld.

      Die ehemaligen Heimkinder von Moitzfeld, die im
      früheren Knabenheim „Gut an der Linde“ in Moitzfeld missbraucht wurden,
      sind entsetzt. Sie sollen keine Entschädigung von der Bergischen
      Diakonie Aprath, die in Moitzfeld Kinderheime unterhielt, erhalten.
      Das
      hat ein Sprecher der Bergischen Diakonie auf Medienanfragen mitgeteilt.
      Demnach seien die Entschädigungen, die die Evangelische Kirche im
      Rheinland am Montag angekündigt hat, nur für Opfer sexueller Gewalt
      gedacht.
      Im Knabenheim seien solche Übergriffe
      aber die Ausnahme gewesen. Die fraglichen Fälle seien schon damals
      aufgeklärt und geahndet worden, hieß es vom theologischen Vorstand der
      Bergischen Diakonie in Wülfrath. Am häufigsten seien „Misshandlungen
      durch unangemessene Erziehungsmethoden“ gewesen.
      Jahrzehnte, um sich zu offenbaren
      Die
      rheinische evangelische Kirche will Opfer sexueller Gewalt
      entschädigen, wurde am Montag bekannt. Zum Teil brauchen Opfer
      Jahrzehnte, bis sie sich offenbaren. 67 Fälle wurden insgesamt in zwei
      Jahren bekannt, so die Kirche.
      Weder von
      Diakonie-Vorstand Pfarrer Jörg Hohlweger noch von der Pressestelle der
      Diakonie erhielt die BLZ gestern ergänzende Stellungnahmen.
      Reiner
      Gläser, einer der Betroffenen, die öffentlich gegen das erlittene
      Unrecht kämpfen, gestern: „Ich habe heute Morgen eine Bestätigung der
      schlimmen Nachrichten von der Diakonie-Spitze erhalten.“ Umgehend
      beschwerte sich Gläser beim Landesministerium für Gesundheit und
      Soziales: „Uns wurde bei Gesprächen Entschädigungen zwischen 10- und 20
      000 Euro zugesagt. Das wäre ja nur symbolisch. Wir wären wahrscheinlich
      auch mit nur 5000 Euro einverstanden gewesen. Als symbolische
      Anerkennung für das Unrecht. Jetzt sollen wir gar nichts bekommen – wir
      werden doch nur verar . . .“
      Der Hinweis auf das
      Knabenheim alleine ist für die Ehemaligen ein besonderer „Hohn“,
      schließlich habe es auch das Heim für Mädels und Jungen in Sichtweite
      gegeben. Reiner Gläser: „Ein Pfleger ist nachweislich wegen schlimmster
      sexueller Übergriffe verurteilt worden. Wie kann man das jetzt als
      erledigt betrachten? Was ist denn mit den Opfern? Wurde mit ihnen
      gesprochen?“
      Der Bergisch Gladbacher Peter Klee
      verweist ebenfalls auf das zweite Heim: „Wenn die Diakonie davon
      spricht, dass es dort kaum sexuelle Gewalt gegeben hat, dann muss man
      das, vornehm ausgedrückt, als ,stark untertrieben’ bezeichnen. Und was
      ist mit den Mädels, die in dem zweiten Heim vergewaltigt wurden? Wieso
      wird das plötzlich völlig weggelassen?“
      Was Klee
      überhaupt nicht versteht, ist der Umstand, dass kürzlich bei einem
      Gespräch mit der Diakonie „mit keiner einzigen Silbe“ die Absage zur
      Entschädigung erwähnt worden sei.
      Die lange
      versprochene Aufarbeitung in einer wissenschaftlichen Arbeit war zuletzt
      geplatzt. Zwischen der „Hauptgruppe“ der ehemaligen Heimkinder von
      Moitzfeld um Reiner Gläser und Axel Weiner sowie dem ehemaligen
      Betreiber Bergische Diakonie Aprath herrschte plötzlich Funkstille. Die
      Wissenschaftlerin Prof. Dr. Carola Kuhlmann (FH Bochum), die im Auftrag
      der Diakonie auch die Geschichte von Gläser & Co. in ihre
      Aufarbeitung einbauen sollte, hatte die Zusammenarbeit aufgekündigt.
      Kuhlmann fühlte sich angesichts der persönlichen Ablehnung durc.............................................................................

      rundschau-online.de/rhein-berg…ie,16064474,23277212.html
      Geld für Opfer aus anderem Topf
      Falsch sind die Meldungen, nach denen Opfer von Missbrauch in einem
      Knabenheim in Bergisch Gladbach-Moitzfeld keine Entschädigung erhalten
      sollen. Die Diakonie hat schon in einen Fonds mit dem Namen "Runder
      Tisch Heimerziehung" eingezahlt.
      Bergisch Gladbach.

      Medien berichteten am Mittwoch, dass die ehemaligen Heimkinder, die
      in einem Knabenheim in Bergisch Gladbach-Moitzfeld missbraucht wurden,
      keine Entschädigung für die Leiden erhalten sollen, die sie in der
      Diakonie-Einrichtung erdulden mussten. Pfarrer Jürgen Hohlweger,
      Vorstand der Bergischen Diakonie Aprath, des ehemaligen Betreibers der
      Einrichtung, stellt dazu klar: "Diese Meldungen sind falsch.
      Pressevertreter haben hier zwei unterschiedliche Sachen in einen Topf
      geworfen."
      Am Montag hatte die Evangelische Kirche im Rheinland
      angekündigt, Opfer von sexueller Gewalt durch Bedienstete der Kirche mit
      5000 Euro pro Fall zu entschädigen. Daraufhin rief ein Missbrauchsopfer
      aus dem Bensberger Heim bei der Diakonie Aprath an und fragte nach, ob
      er Anspruch auf diese Abfindung habe. Dies wurde von Seiten der Diakonie
      verneint. Hohlweger: "Daraus wurde abgeleitet, dass wir nicht zahlen
      wollten. Bei den Fällen in Bensberg handelt es sich aber nicht um
      Personen, die von Amtsträgern der Kirche missbraucht wurden."
      Die
      Diakonie hat schon vor Jahren in einen bundesweiten Fonds mit dem Namen
      "Runder Tisch Heimerziehung" eingezahlt. Aus diesem Topf werden die
      Opfer aus dem Bensberger Knabenheim entschädigt. "Alle Opfer der
      Heimerziehung, denen Gewalt jeglicher Art angetan wurde, können sich an
      diesen Fonds wenden. Rund 120 Millionen Euro liegen für Entschädigungen
      bereit", so Hohlweger. Seines Wissens hätten sich auch schon mehrere
      Opfer aus Bensberg an den Fonds gewandt. Hohlweger: "Es sind immer
      Einzellfallprüfungen, aber in der Regel werden deutlich mehr als 5000
      Euro gezahlt."
      Ehemalige Bewohner des Bergisch Gladbacher Heims "An der Linde" waren im Jahr 2010 an die Öffentlichkeit getreten. Sie b..........................................................

      ksta.de/bergisch-gladbach/miss…pf,15189226,23318380.html

      Was für ein Schmierentheater ;(
      Der Horror am Waldrand
      aus der TAZ 15.6.2013

      Der
      Staat schickt Kinder und Jugendliche in Heime der Haasenburg GmbH, in
      denen brutaler Drill herrscht. Die Behörden wissen von den Missständen.

      Am
      Abend des 3. November 2008 beginnen die Erzieher in dem Heim am
      Waldrand die „Anti-Aggressionsmaßnahme“ mit der 17 Jahre alten Hanna*.

      Das Protokoll:

      19.30 Uhr: Verweigerung von Nahrung und Medikamenten.

      20.05 Uhr: Wehrt sich. Kopf wird festgehalten.

      20.07 Uhr: Wehrt sich weiter. Hanna werden
      beide Hände verbunden, da Sie an den Fingern pult. Kopf wird weiter
      festgehalten.

      20.10 Uhr: Halsgurt wird gelöst, da Sie sich aufreibt. Hanna fängt an, Kopf auf Unterlage zu hauen summt lauter.

      20.27 Uhr: Versucht Hand aus Fixierung zu lösen. Erzieher hält weiterhin Kopf fest.
      20.39 Uhr: Hanna bewegt Kopf wieder heftiger hin und her. Erzieher hält Kopf wieder fest.
      20.47 Uhr: Schlägt Kopf heftig auf Liege. Erzieher hält Kopf wieder fest.
      21.25 Uhr: Stellt sich in die Mitte des Raumes verschränkt ihre Arme.
      21.28 Uhr: Gesprächsangebot. Ignoriert dieses Angebot.
      21.33 Uhr: Pult noch immer an ihren Fingern herum. Erzieher fordert sie auf, das zu unterlassen.
      21.50 Uhr: Erz. müssen ihre Hände hinter den Rücken verschränken.
      21.54 Uhr: wird fixiert. Klopft mit Fußspitze auf den Boden.

      Dem Protokoll zufolge dauert die Prozedur
      bis ein Uhr nachts. Als Grund für die Behandlung ist in der Rubrik
      „auslösende Situation“ vermerkt: „Befolgte Anweisung nicht, ging
      selbständig auf den Flur“.

      Das Heim der Haasenburg GmbH liegt von
      Bäumen umgeben am Schwielochsee im Osten Brandenburgs in einem Ort
      namens Jessern. Wenn die Junisonne scheint, wirkt alles fast wie eine
      beschauliche Ferienanlage. Und wenn man dort fotografiert, kann es sein,
      dass ein muskulöser Mann kommt und fragt, was man denn hier tue.
      Jugendliche sind draußen keine zu sehen.
      Drei geschlossene Einrichtungen und zwei
      Außenstellen gehören zur Haasenburg GmbH, die auf ihrer Homepage von
      einer „therapeutischen Arbeit in einer zunächst reizreduzierten
      Umgebung“ spricht.
      Was Hanna hier passiert ist, war Teil des
      Konzepts. Der taz liegen tausende Seiten interne Dokumente vor, die
      Einblicke geben hinter die Fassade der Haasenburg GmbH. Daraus wird
      klar: Das Protokoll der Anti-Aggressionsmaßnahme schildert keine
      Überreaktion oder Entgleisungen Einzelner. Vielmehr hielten sich die
      Erzieher an formalisierte Regeln.
      Auf jedes Fehlverhalten folgt sofort die
      Sanktion. Einige, die hier festgehalten wurden, sagen, das geschehe
      mehrmals täglich, was ehemalige Mitarbeiter bestätigen.

      Die Haasenburg GmbH ist eine Firma, die
      mit dem Betrieb geschlossener Kinderheime Millionen vom Staat kassiert.
      Der Staat delegiert die Verantwortung für die Kinder und Jugendlichen,
      die von ihren oft zerrütteten Familien getrennt wurden, an diese Heime.
      Obwohl Beschwerden vorliegen und obwohl das Landesjugendamt die Auflagen
      2010 wegen der Missstände verschärfte, ist bisher nur oberflächlich von
      Seiten des Landes Brandenburg kontrolliert worden.

      Anti-Aggressionsmaßnahmen
      Die betroffenen Kinder und Jugendlichen sind bei den Ämtern oft
      namentlich bekannt – sie gelten als schwere Fälle, die Ärger und somit
      Schriftsätze produzieren. Die Haasenburg GmbH hat aus dieser
      Konstellation ein Geschäftsmodell gemacht.

      Die Anti-Aggressionsmaßnahmen sind in der Firma allerdings manchmal
      so brutal verlaufen, dass Frakturen entstanden. Bei einem Mädchen heißt
      es: „es hat auch eine AA-Maßnahme stattgefunden, woraufhin sie sich so
      stark wehrte, dass sie sich ihren Arm brach: sie kann enorme Kräfte
      entwickeln“. AA steht für Anti-Aggression.

      Bis irgendwann der Paragraf 1631b greift
      Die Jungen und Mädchen sind meist zwischen 12 und 16 Jahre alt.
      Viele stammen aus Familien, in denen Alkohol, Arbeitslosigkeit, oder
      sexueller Mißbrauch zum Alltag gehörten. Es können aber auch nur
      Scheidungsdramen sein, die zu Überforderungen führen, bis irgendwann
      Paragraf 1631b BGB angewendet wird, der Freiheitsentzug bei Kindern. Der
      muss vom Familiengericht genehmigt werden: „Die Unterbringung ist
      zulässig, wenn sie zum Wohl des Kindes, insbesondere zur Abwendung einer
      erheblichen Selbst- oder Fremdgefährdung, erforderlich ist und der
      Gefahr nicht auf andere Weise, auch nicht durch andere öffentliche
      Hilfen, begegnet werden kann.“

      In den letzten zehn Jahren hat sich die
      Anzahl der Kinder, die so weggesperrt wurden, bundesweit mehr als
      verdoppelt – auf 389.

      Svenja* ist eine von ihnen gewesen. Ihre Oma zeigte Svenjas Mutter
      an, weil die das Kind verprügelte. Mit sieben Jahren wird sie von
      Männern sexuell missbraucht – und bekommt dafür Geld und Spielzeug. Seit
      sie zwei Jahre alt ist, kennt das Jugendamt ihren Fall. Mit acht Jahren
      wird sie in die Kinderklinik Schwedt eingewiesen. Diagnose:
      hyperkinetisches Syndrom, auch bekannt als: Zappelphilipp.

      Svenja wird regelmäßig ambulant von der
      Jugendhilfe betreut, wechselt in die Förderschule für Erziehungshilfe,
      ins heilpädagogische Heim, wieder in die intensiv-sozialtherapeutische
      Gruppe nach Schwedt, aus der sie wegläuft, dann in die entsprechende
      Gruppe nach Julienwalde kommt, entweicht, auf der Straße lebt, Drogen
      nimmt, Alkohol und Cannabis. Sie prostituiert sich, um an Geld zu
      kommen. Sie landet in einer geschlossenen Unterbringung einer
      Mädchengruppe, von wo sie auch wieder abhaut, zwischendurch immer wieder
      Stationen in der Psychiatrie.

      "Schlimmer als Psychiatrie"

      Dann wird sie in das Heim im Spreewald gebracht. „So etwas wie in
      der Haasenburg habe ich auch in der Psychiatrie nie erlebt“, sagt sie.
      Nachdem sie raus ist, erstattet sie Anzeige, wendet sich an das
      Bundesfamilienministerium, spricht mit dem Landesjugendamt – ohne dass
      sich etwas ändert.

      Wer in die Haasenburg GmbH kommt, betritt einen „eigenen Staat“, sagt Svenja.

      Die Neuen müssen bei der Ankunft durch ein Spalier von Mitarbeiter
      gehen, die alle Walkie-Talkie tragen. Entkleidung, Leibesvisitation,
      auch rektal. Abgabe der Schuhe. Ausgabe der Holz-Clogs. Ausgabe von
      Jogging-Anzügen der Haasenburg GmbH. Die Kinder werden auf ihr Zimmer
      gebracht. Eine Matratze, ein Tisch. Sonst nichts. Isolation der Phase
      rot.

      Weitere Phasen: gelb und grün, mit
      jeweils abgeschwächten Reglementierungen. Irgendwann ist auch der
      Kontakt mit anderen nach bestimmten Regeln erlaubt. Phase rot dauert
      allerdings Wochen, manchmal auch Monate. Selbst der Blick aus dem
      Fenster ist dann verboten.

      „Desinfektion“ hätten die Betreuer die
      Anfangsphase genannt, berichtet ein 15-Jähriger. Im Zimmer müssen die
      Hausregeln der Haasenburg abgeschrieben werden.

      Ein Auszug: „6. Ich halte Distanz und habe keinen Körperkontakt! 7.
      Wenn die Jugendlichen in der Reihe stehen ist der Mund geschlossen und
      der Blick nach vorne gerichtet. Es wird ca. eine Armlänge Abstand zum
      Vordermann gelassen! 8. Die Jugendlichen laufen erst los, wenn die
      Erzieher es sagen und nur so weit, wie es gesagt wird! 9. Die
      Jugendlichen laufen immer rechts neben dem Erzieher! 10. Während der
      Dienstzeit ist der Mund geschlossen.“

      Laut dem Landesjugendamt ist diese
      Hausordnung seit 2010 nicht mehr benutzt worden. Der taz allerdings ist
      ein Fall bekannt, in dem ein Junge sie noch 2012 abschreiben musste.


      „Räumliche Distanz gegenüber Erziehern“
      Zum Umgang mit den Neuen findet sich in den internen Dokumenten ein „Neuaufnahmeordner“, der alles formal regelt.

      Anfragen zu den Geschäften der Haasenburg
      GmbH beantwortet die Agentur Mediengruppe Hamburg. Hinrich Bernzen ist
      dort Geschäftsführer für Marketing und PR. Am 28. Februar 2013 bezieht
      er für die Haasenburg GmbH Stellung: Der „‘Neuaufnahmeordner‘ ist weder
      in dieser noch in einer anderen Form in der Haasenburg gebräuchlich.“
      Eine entsprechende Akte sei „auch auf intensive Nachfrage nicht
      bekannt“.

      In dem undatierten Dokument, das der taz
      vorliegt, heißt es unter „Neuaufnahme Stufe 1“: „Totale Unterordnung (3
      bis 10 Tage)“; „keinerlei Diskussion über Maßnahmen“, „räumliche Distanz
      gegenüber Erziehern bei Betreten des Zimmers (d.h. sofort Aufstehen und
      am Tisch stehenbleiben)“; „Tägliche Leibesvisitationen“; „Toilettengang
      ist nur in Begleitung von 2 Personen“ erlaubt; „Bei Fehlverhalten
      sofortiges Eingreifen mit barschem Ton und Anwendung rigider Maßnahmen
      (Anti-Agressionsmaßnahmen= erst Einschluss, dann AA-Raum, evtl.
      Fixierung)“.

      Fixiergurte für Kopf und Oberschenkel

      Der Marketing-Mann der Haasenburg GmbH schreibt daraufhin, dieses
      Dokument, „könnte aus dem Versuch einer Mitarbeiterin oder eines
      Mitarbeiters der Einrichtung stammen, konzeptionelle Überlegungen ....
      abzuleiten.“ Das alles aber habe „niemals Einzug in unseren
      Arbeitsalltag erhalten.“

      Ehemalige Mitarbeiter sagen der taz, dass
      sie täglich mit dieser Handlungsanleitung zu tun hatten. Bereits im
      Protokoll einer internen Teambesprechung der Haasenburg GmbH vom 9.
      November 2006 steht: „Zuerst wird die Neuaufnahme in AA-Raum geführt,
      dann wird Leibesvisitation durchgeführt ... (dann siehe
      Neuaufnahmeordner)“. AA wie Anti-Aggression.

      Auch später taucht der Ordner in
      Besprechungsprotokollen immer wieder auf. Der taz liegen über ein
      Dutzend interne Dokumente der Haasenburg GmbH vor, in denen auf den
      angeblich nicht vorhandenen Ordner eingegangen wird.

      Im Anti-Aggressionsraum der Firma wird
      auch mit Fixiergurten gearbeitet. Protokoll, Oktober 2009: „neue
      Fixiergurte wurden bestellt für Kopf und Oberschenkel“.

      Kinder wurden auf Fixierliegen
      geschnallt. Nach Aussagen eines Bremer Psychologen sind derartige Liegen
      selbst in einer Psychiatrie äußerst fragwürdig, bei Kindern kaum
      zumutbar. Die Haasenburg GmbH betreibt Heime, keine Psychiatrie.

      Hinrich Bernzen lässt zu den Fixierliegen
      mitteilen: „Im Zuge der Optimierung der Kooperationen mit den
      stationären kinder- und jugendpsychiatrischen Kliniken und gleichsam im
      Qualitätsdialog mit dem Landesjugendamt Brandenburg wurde in der
      Vergangenheit ein Procedere erarbeitet, das die interdisziplinäre
      Zusammenarbeit, vor allem an den Schnittstellen zwischen den
      Hilfesystemen Jugendhilfe und Medizin, verbessert hat.“ Deswegen würden
      nun keine Fixierliegen mehr benötigt.

      „Die Behauptungen sind weiter nicht richtig.“

      Tatsächlich ergeht eine Auflage des Landesjugendamtes. Ab dem 01.
      Januar 2010 gilt laut Betriebsvereinbarung, die der taz vorliegt:
      „Fixierungen mit Fixiergurten auf Fixierbetten nicht zulässig“. Verboten
      sind demnach fortan auch „regelhafte Kontrollen bei Aufnahme“ – etwa
      der persönlichen Sachen oder der Kleidung.

      Auch Jan* sollte auf einer Fixierliege
      „erzogen“ werden. Er sagt: „Mein persönlicher Rekord waren drei Tage am
      Stück. Die wollten drei Tage meinen Willen brechen.“ Der junge Mann
      bezeugt seiner Aussage mit eidesstattlicher Versicherung.

      Hinrich Bernzen, der sich gegenüber der
      taz nicht mehr im Detail zu Kindern der Haasenburg GmbH äußern will,
      schreibt im März 2013: „Die Behauptungen sind weiter nicht richtig.“


      Ein Psychologe, dem Auszüge und das
      pädagogische Modell bekannt sind, sagt, es gehe in dieser Einrichtung
      offensichtlich darum, junge Menschen zu brechen.

      In einem Dokument ist von „Löschung“ des
      Verhaltens die Rede: „entziehe ich einer positiv verstärkten
      Verhaltensweise den positiven Verstärker, wird dieses Verhalten
      zukünftig weniger oft angezeigt.“ Als „Fehlverhalten“ reicht
      „widersprechen, lautes Lachen bei Kritik“. Zur „Löschung“ zählt auch die
      „Bestrafung“. Hier gilt: „auch körperliche Aktion ... denkbar“. Die
      Haasenburg GmbH regelt auch den „Aufbau von Verhalten“. Für jedes Kind
      wird in einer Liste das erwünschte und das unerwünschte Verhalten
      festgehalten.

      „bei Chipsverlust kein Kuscheltier im Bett“

      Für erwünschtes Verhalten kann pro Tag maximal ein Chip verdient
      werden, für unerwünschtes Verhalten können sämtliche Chips wieder
      entzogen werden – etwa „wegen schlechter Körperhaltung“.

      Während die Kinder anfangs nicht einmal
      eigene Kleidung tragen dürfen, können nach dem Punktesystem
      Annehmlichkeiten mit verdienten Chips erkauft werden: „Rasieren (nur im
      Intimbereich)“: 7 Chips, also mindestens 7 Tage, an denen gegen keine
      Regel verstoßen werden darf. Woanders heißt es: „bei Chipsverlust kein
      Kuscheltier im Bett“.

      Alles Alltägliche muss verdient werden:
      Telefonate mit der Mutter, Schminke, ein Poster auf dem Zimmer. Alles
      kann jederzeit wieder entzogen werden.

      Manchmal selbst Handwerker und Security

      Bei der „körperlichen Begrenzung“ der Kinder, werden in der Regel
      drei bis vier Mitarbeiter per Walkie-Talkie hinzugeholt und halten die
      Jugendlichen fest. Einer überkreuzt die Beine und drückt sie auf den Po,
      ein weiterer übernimmt jeweils einen Arm und wendet, wenn es nötig
      scheint, eine Handklemme an, bei der die Handgelenke geknickt werden,
      ein weiterer hält den Kopf zur Seite, um einen Zungenbiss zu vermeiden.
      So beschreibt es ein ehemaliger Mitarbeiter, der selbst diese Griffe
      ausgeführt hat.

      So fixiert, spricht ein Erzieher mit
      standardisierten Sätzen auf das Kind ein, es möge sich beruhigen. In
      einem internen Protokoll steht: „wenn AA-Raum benutzt wird –
      kontrollieren und absprechen wer übernimmt was (Beine, Arme, Kopf)“.


      Im Oktober 2009 wird ein Junge fünf
      Stunden im Anti-Aggressionsraum „erzogen“. Protokoll: „Weint, klagt über
      Schmerzen, bittet darum losgelassen zu werden, dem Wunsch kann nicht
      nachgegangen werden, ist immer noch angespannt. Versucht sich im Raum zu
      bewegen, Handklemme wird wieder etwas angezogen“.

      Der Marketing-Experte Hinrich Bernzen,
      behauptet: „Der Begriff ’Handklemme‘ ist kein Fachterminus und wird
      daher nicht in der Haasenburg verwendet.“ Zudem gebe es „keine Griffe
      die irgendjemand absichtlich Schmerzen verursachen“.

      Bernzen ignoriert das zitierte Protokoll.
      Dabei sagt ein ehemaliger Mitarbeiter: „Schon wenn ein Jugendlicher
      verbal entgleisend war, also zum Beispiel sagte: ’Leck mich‘, wurden die
      Handklemmen angewandt.“

      Auch in einem Dokument aus dem Jahr 2010 steht: „Klemme während einer Maßnahme werden oft nicht richtig angezogen“.

      In den Steckbriefen, die die Haasenburg
      GmbH für jeden Jugendlichen anfertigt, gibt es auch stets die Rubrik
      „Medikation“: Bei einem großen Teil der Jugendlichen sind dort
      Psychopharmaka und Neuroleptika notiert. Ein Auszug: Olanzipin,
      Mitrazapin, Risperidon, Neurocil, Medikinet, Seroquel, Zyprexa, Topamax,
      Taxilan, Dipiperon, Pipamperon, Truxal.

      Gefährliche Medikamente

      Die verabreichten Medikamente haben nach Auskunft eines Psychologen
      erhebliche Nebenwirkung und gefährden gerade die Entwicklungsphase, in
      der sich Kinder und Jugendliche befinden, irreversibel.

      Zudem müsste der Arzt für die Vergabe
      erhebliche psychische Erkrankungen diagnostiziert haben. Dann aber
      müssten die Kinder in einer Psychiatrie untergebracht sein. Dabei
      besteht der PR-Berater der Haasenburg GmbH darauf: „Keineswegs ist die
      Haasenburg eine psychiatrische Einrichtung“.

      Die Firma arbeitet seit Jahren mit einem
      Hausarzt zusammen. Das Geschäft dürfte einträglich sein. Hanna wird oft
      traktiert, weil sie sich weigert, Psychopharmaka zu schlucken, die ihr
      der Hausarzt verschrieben hat. Im Februar 2009 heißt es in einem
      Protokoll: „Hanna wird festgehalten, da sie Medikation nicht von allein
      nimmt, bekommt oral Medikation per Spritze von Erzieher verabreicht.“
      Auch an diesem Abend dauert die Prozedur bis um 1.05 Uhr.

      Der richtige Umgang mit Medikamenten ist
      wohl nicht allen Mitarbeitern bekannt. Bei einer Teamberatung im Januar
      2010 wird gemahnt: „keine Zwangsvergabe da dafür ein anderer Beschluss
      benötigt wird“.

      Die Haasenburg GmbH geht auch mit ihren
      Mitarbeitern nicht zimperlich um. Die Dienste sind unterbesetzt, die
      Mitarbeiter ständig krank und am Limit. Sogar schwarz gekleidete Herren
      einer privaten Security-Firma wurden schon monatsweise eingesetzt. In
      der Einrichtung werden die Kinder selbst von Türstehern und Handwerkern
      betreut.

      Bei manchen Mitarbeitern vermischen sich
      Beruf und Persönliches. Fünf Kolleginnen der Haasenburg GmbH unterhalten
      sich im August 2011 in einem Internet-Forum: Eine beklagt, dass ihr
      Telefonanbieter sie in der Warteschleife hängen lässt. „ich helfe dir
      und wir begrenzen sie......brauchen wir nur noch nen dritten für die
      Beine :)“, antwortet eine. „ich mach das :)“, schreibt eine andere.
      „will auch mit machen...da kannst du die gesprächsführung übernehmen“,
      schlägt eine vierte vor. „ohja, das mache ich ja so gerne..*brech* :)“


      „kopf ist noch frei :)“, wirft eine ein. „hö hö falls er/sie/es am teppich schubbert wa“.

      Der Eigentümer heißt Christian Dietz

      Der Eigentümer der Haasenburg GmbH heißt Christian Dietz. Über die
      Konstruktion einer Beteiligungsgesellschaft ist er zusammen mit seiner
      Frau als Gesellschafter im Handelsregister eingetragen. Dietz nahm den
      Namen seiner 15 Jahre jüngeren Frau an, davor hieß er Christian Haase
      und arbeitete in der Kinder- und Jugendpsychiatrie der damaligen
      Landesklinik Lübben.

      Christian Dietz besitzt eine Firma für
      „Luftfahrtdienstleistungen“, betreibt ein Fitness-Studio in Berlin und
      unterhält in Mecklemburg-Vorpommern einen Landwirtschaftsbetrieb. Mit
      der Haasenburg GmbH macht er Millionen-Gewinne. Das geht auch aus drei
      Rechnungen hervor, die die Haasenburg GmbH an Jugendämter verschickte
      und die der taz vorliegen: 300,28 Euro fallen als Tagessatz an, dazu 25
      Euro für die schulische Föderung und 17 Euro für „Körperwahrnehmung“.
      Das sind 123.220,80 Euro im Jahr pro Kind.

      In der Regel sind die 56 Kinder, die
      geschlossen verwahrt werden, über ein Jahr in der Einrichtung, manche
      mehrere Jahre. 114 Plätze gibt es insgesamt und 114 Mitarbeiter
      beschäftigt die Firma laut der Auskunftei Creditreform.

      Einsatz auch bei Schwangeren

      In der Haasenburg GmbH greifen Anti-Agressionsmaßnahmen auch bei
      schwangeren Mädchen. Das zeigt das Protokoll über die schwangere Nina*
      aus dem Februar 2009: „Auslösende Situation: Verweigerungshaltung in
      Bezug auf die aktive Teilnahme am Gruppengeschehen“. Nach einer halben
      Stunde: „09:53 Uhr Nina wehrt sich, schlägt um sich und geht in die
      Knie“. Dann: „10:00 Uhr Körperliche Begrenzung auf dem Boden in
      Rückenlage um das Kind zu schützen“. Es exisitieren sogar Notfallpläne
      für Entbindungen.

      Auch Neugeborene müssen hier aufwachsen.
      Die Teamrunde beratschlagt im Januar 2008: „Thema Clogs bei Julia* nach
      der Entbindung: Team meint, dass sie auch nach der Entbindung private
      Schuhe tragen darf, da sie es jetzt auch beweisen könnte, damit
      umzugehen: sollte es aber Fluchtgedanken geben .... sollte sofort im
      Team darüber gesprochen werden und neu entschieden werden, ob sie Clogs
      wieder tragen muss.“

      Ihre Mutterschaft schützt nicht vor den
      körperlichen Disziplinierungen. Die Entbindung ist bei der 16-Jährigen
      gerade zweieinhalb Wochen her, sie selbst längst wieder in der
      Haasenburg GmbH, da heißt es am 21. Februar 2008: „braucht weiterhin
      klare Grenzziehungen, hat keinen Sonderstatus als Mutter, vergisst dies
      scheinbar ab und zu.“

      Die taz weiß von mehreren Beschwerden
      gegen die Haasenburg GmbH beim Landesjugendamt. Warum versagt der Schutz
      der Kinder und Jugendlichen?

      Die Firma beschäftigt eine interne
      Kontrollkommission. Vorsitzender war bis Anfang Dezember 2012 Prof. Dr.
      Christian Bernzen. Bernzen ist Partner in der Hamburger Kanzlei „Bernzen
      Sonntag Rechtsanwälte Steuerberater“. Allerdings kontrollierte der
      Sozialdemokrat nicht nur die Haasenburg GmbH, sondern trat gleichzeitig
      auch als Anwalt der Firma in Erscheinung. Er war etwa für die
      Verhandlungen der Pflegesätze zuständig.

      Nicht nur Jugendliche beschwerten sich

      Nach der Anfrage der taz, betonte er, er habe beide Bereiche „streng
      getrennt“, sei aber von seinem Vorsitz der Kontrollkommission „mit
      Schreiben von heute zurückgetreten“. Der Fachanwalt für Kinder- und
      Jugendhilferecht sitzt als Schatzmeister im Vorstand der Hamburger SPD.
      Er ist auch der Bruder von Hinrich Bernzen: dem Marketing-Mann für die
      Haasenburg GmbH.

      Eigentliche Aufsichtsbehörde ist das
      Landesjugendamt. Für die Behörde antwortet Ministeriumssprecher Stephan
      Breiding. Er bedauert, dass weder Jugendliche noch Mitarbeiter der
      Haasenburg GmbH „bisher bereit waren, mit dem Landesjugendamt über ihre
      Beobachtungen ... zu sprechen“.

      Das ist nicht korrekt. Nach Informationen
      der taz beschwerten sich nicht nur Jugendliche bei der Behörde. Aus
      einem internen Mailverkehr geht hervor, dass sich auch ein langjähriger
      Mitarbeiter der Haasenburg GmbH schon im Februar 2010 vertraulich an den
      damaligen Chef wandte. Er habe „erhebliche Mißstände“ festgestellt. Für
      die Haasenburg GmbH hatte dies wieder keine Konsequenzen.

      Widersprüche beim Landesjugendamt

      Landesjugendamt und Ministerium widersprechen sich. Amtsleiter
      Karsten Friedel sagte noch im Dezember 2012: „Es gibt keine Einrichtung,
      wo die Kollegen so oft sind wie in der Haasenburg. Auch unangemeldet“.
      Nach Auskunft des Ministeriums gab es aber nur eine unangemeldete
      Überprüfung seit 2010. Denn ein „unangemeldetes Eindringen Fremder
      sollte auf ein Mindestmaß beschränkt bleiben“, um die Kinder und
      Jugendlichen nicht zu stören, heißt es von dort.

      Hinrich Bernzen, der Marketing-Mann der
      Haasenburg GmbH, betont: Die Aufsichtsbehörde habe „das Recht, jederzeit
      Einsicht zu nehmen“. Was für die taz-Reporter nicht gilt: „Es ist
      leider nicht möglich, dass die taz die Einrichtung der Haasenburg“
      besucht, heißt es im Februar 2013. Denn die Jugendlichen „benötigen vor
      allem eine geschützte Atmosphäre und möglichst wenig Druck“.

      Vor allem möchte die Firma nicht, dass
      die Öffentlichkeit etwas erfährt: „es wird mit niemanden über die
      Anti-Aggressionsmaßnahme extern gesprochen“, heißt es in einer
      Teamberatung im November 2008.

      Im Juni 2013 antwortet das Brandenburger
      Ministerium auf eine erneute taz-Anfrage fast klagend: Das
      Landesjugendamt „bietet zum wiederholten Male an, jedem Vorwurf
      nachzugehen“.

      Die taz gelang es bislang, mit neun
      Jugendlichen zu sprechen, die in der Haasenburg waren. Sie alle sagen,
      es sei die schlimmste Zeit ihres Lebens gewesen und sie litten noch
      heute an den Folgen. Sie alle fordern, dass das Heim geschlossen wird.


      Ein Mädchen, das derzeit in der
      Haasenburg erzogen wird, erzählt der taz, wie sich fünf Erzieher
      kürzlich einen 16 Jahre alten Teenager vornahmen – mit „so einem
      Polizeigriff“. Er habe geschrien, dass er keine Luft bekomme und danach
      eine Schürfwunde am Kopf gehabt.

      Das Mädchen sagt, sie sei selbst schon
      rabiat angegangen worden. In der Anfangsphase musste sie sich in die
      Mitte des Raumes stellen wenn sie etwas wollte. Sie habe dann an den
      Türrahmen klopfen und ihren Namen rufen müssen.

      „Ich durfte nicht einmal aus Fenster
      schauen. Der Erzieher hat gesagt, das wäre Kontaktaufnahme. Ich dachte,
      die wollen mich nie wieder nach Hause schicken“, sagt das Mädchen.


      „Ihre Knieschoner hatte sie noch um“

      Vermutlich haben sich die Zuständigen auch bei Saskia* auf das
      verlassen, was die Haasenburg GmbH ihnen mitteilte. Ein Mädchen, das mit
      14 Jahren in die Firma gebracht wurde und besonders zu leiden hatte,
      weil sie gezwungen wurde, stets einen Sturzhelm, Knie- und
      Ellenbogenschoner zu tragen. Sie musste damit sogar schlafen.

      Vorgeblich ging es um eine pädagogische
      Maßnahme, darum, sie vor sich selbst zu schützen. Ein Psychologe meint,
      das sei selbst bei geistig Behinderten und Epileptikern ein „ganz extrem...................................................................................................
      hier gehts weiter:http://www.taz.de/Kinderheim-in-Brandenburg/!118139/
      16.06.13, 10:08Anschuldigungen

      Fixiergurte und Drill - Ex-Insassin zeigt Kinderheim an

      Im Kinderheim vom Schwielochsee sollen einem Bericht
      zufolge Kinder so brutal behandelt werden, dass Frakturen entstanden
      sind. Auch Fixiergurte würden eingesetzt. Eine Betroffene erstattete
      Anzeige.
      n den Heimen der Haasenburg GmbH soll brutaler Drill herrschen. Nach
      Angaben der Tageszeitung "taz" sollen Kinder und Jugendliche dort mit
      so brutalen Antiaggressionsmaßnahmen behandelt worden sein, dass
      Frakturen entstanden sind. Im Antiaggressionsraum habe man mit
      Fixiergurten gearbeitet. Außerdem sollen Medikamente verabreicht worden
      sein, die erhebliche Nebenwirkungen haben und die Entwicklung der Kinder
      und Jugendlichen irreversibel gefährden.

      Die Haasenburg GmbH ist eine Firma, die
      geschlossene Kinderheime betreibt und dafür Geld vom Staat bekommt.
      Eines dieser Heime befindet sich am Schwielochsee im Osten Brandenburgs,
      in Jessern. Die dort und in den anderen Heimen eingewiesenen Jungen und
      Mädchen sind laut "taz" meist zwischen zwölf und 16 Jahre alt.


      Viele stammten aus Familien,
      in denen Alkohol, Arbeitslosigkeit und sexueller Missbrauch zum Alltag
      gehörten, heißt es. Die Kinder seien irgendwann so auffällig, dass der
      Paragraf 1631b des Bürgerlichen Gesetzbuches greife, das heißt
      Freiheitsentzug bei Kindern. Eine ehemalige Insassin soll wegen der
      brutalen Behandlung nach ihrer Entlassung Anzeige erstattet und sich an
      das Bundesfamilienministerium und das Landesjugendamt gewandt haben.
      Bislang erfolglos.


      In Hamburg warnte die
      Ver.di-Fachgruppe Soziales, Kinder und Jugendhilfe (SKJ) im April die
      dortigen Jugendämter. Angesichts der bekannt gewordenen
      "kindeswohlgefähr................................................

      morgenpost.de/brandenburg-aktu…-zeigt-Kinderheim-an.html
      Welunschek: "Werde immer ein Heimkind sein"

      Das einstige Regie-Wunder Karl
      Welunschek über seine Zeit in Wiener Erziehungsanstalten

      Er galt in den 1980er-Jahren als
      Regie-Wunder, arbeitete mit vielen berühmten Schauspielern, war Enfant
      terrible der Wiener Szene: Karl Welunschek. Der 58-Jährige erlebte in
      seinem Leben viele Höhen und Tiefen: „Ich war ganz oben und ganz unten.“
      Im heutigen Interview spricht er erstmals über seine Zeit in sechs
      Kinderheimen.



      Er war als Kind und Jugendlicher in Anstalten der katholischen Kirche
      und der Stadt Wien untergebracht und lässt kein gutes Haar an den
      Einrichtungen, den dortigen Erziehern und dem heutigen Umgang mit dem
      Thema. Welunschek schildert eindrücklich, wie in den Heimen die
      Kriminalität quasi anerzogen wurde. Welunschek wurde in den Anstalten
      sexuell missbraucht und fordert mittlerweile – unterstützt von den
      Anwälten Johannes Öhlböck und Daniel Rose – Schadenersatz von der Stadt
      Wien.


      KURIER: Herr Welunschek, warum sprechen Sie jetzt, 40 Jahre nach Ihren Heimaufenthalten, über Ihre Erinnerungen?

      Karl Welunschek:
      Das ist jetzt ein historischer Moment, weil
      wir erstmals in der Lage sind aufzuarbeiten; nun doch einige einen
      Willen haben, das Ganze aufzuarbeiten. Die Heime waren die Hölle auf
      Erden. Ich bin traumatisiert, weil ich seit meiner Kindheit an immer
      wieder erleben musste, wie Machtstrukturen missbraucht wurden. Als Kind
      und später als Künstler. Die Zeit in den Heimen habe ich 40 Jahre lang
      aus Scham, aus Verdrängung, aus Angst verborgen.


      Sie wuchsen in einer Arbeiter­familie auf.

      Meine Eltern waren Analphabeten. Ich kam in die Sonderschule für
      körperlich und geistig benachteiligte Kinder – als staatlich
      gestempeltes Depperl. Sogar dort wurde ich rausgeschmissen, weil ich so
      lebendig war. Heute werden solche Kinder als hyperaktiv bezeichnet und
      liebevoll gefördert. Bereits zu diesem Zeitpunkt war ich für die
      Fürsorge ein Außenstehender.


      Sie wurden in kirchlichen Heimen vergewaltigt?

      Die kirchlichen Institutionen leben damit. In diesem geschlossenen
      System gibt es keine Aufarbeitung. Die Kirchenoberen haben uns als Opfer
      nicht wahrgenommen. Man fühlte sich ausgelacht. Denn sie waren die
      Kirche. Sie ist so ein verschwiegener Zirkel, dass dort alles möglich
      ist. Das wird niemals aufgeklärt werden, das wird niemals jemand
      zulassen. Der Täter geht hin, büßt und sagt: „Ich habe gefehlt.“ Er büßt
      im selben System, in dem er missbraucht hat. Eigentlich unglaublich.


      Sie wurden auch in einem Heim der Stadt Wien missbraucht?

      Bei den Tätern in den städtischen Heimen ist es anders. Die
      Institutionen waren legitimiert durch eine höhere Ordnung. Dort haben
      die Täter weiße Mäntel angehabt, hinter denen dann das System gestanden
      ist, in dem wir heute noch leben. Der Fisch stinkt vom Kopf. Das System,
      das jetzt aufklären soll, was sich dort abgespielt hat. Hier wird der
      Täter zum Ermittler.

      Welche Probleme ergeben sich für ehemalige Heimkinder?

      Warum man für die Heimkinder nichts tun wird? Sie haben keine gemeinsame
      Sprache und keine gemeinsame Lobby. Für die Politik existieren sie
      nicht. Auch ich kann nur für mich und nicht für die anderen sprechen.
      Wir Heimkinder wurden sprachlich und kulturell beschnitten. Wir haben
      nirgends dazugehört. Auch nicht zum Bildungssystem. Die elitären
      Schichten haben kein Interesse gehabt, dass wir außerhalb der
      Gesellschaft stehende Matura machen. So wie sie heute kein Interesse
      haben, dass ein Türken-Bua Matura macht.

      Wie war die Zeit in staatlicher Obhut?

      Du wirst fremdbestimmt ab dem ersten Tag. Weil du nichts mehr warst,
      konnten sie alles mit dir tun. Die durften das, die konnten das. Ohne
      Folgen und ohne Konsequenzen. Mich hat auch eine Fürsorgerin
      missbraucht. Am Wilhelminenberg haben sie Mädchen missbraucht. Sie haben
      den Mädchen alles genommen. Nicht nur die Sexualität. Unentdeckt,
      ungestraft, ohne Konsequenzen. Wir haben Prostitution, Dieberei in den
      Heimen gelernt, weil wir uns nur so über Wasser halten konnten.


      War das Abdriften in die Kriminalität so etwas wie die „typische Heimkarriere“?

      Da gab es auch die Harmlosen, die zehn Schilling gestohlen haben und
      dann in Stein gelandet sind. Mit zehn Schilling fängt es an – Polizei,
      Kinderübernahmestelle, dann kommt er ins Heim im Werd. Dort lernt er den
      Zuhälter kennen, geht mit dem in den Prater, schwängert vielleicht eine
      13-Jährige. Sie kommt auf den Wilhelminenberg, er nach Kaiserebersdorf.
      Wenn er dort rauskommt, stiehlt er, weil er was zum Leben braucht. Dann
      sitzt er bald in Stein. Es gibt wahrscheinlich 20.000 solcher Fälle,
      die mit zehn Schilling begonnen haben. Lange Haare zu haben war bereits
      ein Grund, in ein Heim zu kommen, eine Nacht wegzubleiben, fünf Mal
      nicht zur Schule zu kommen, ein uneheliches Kind zu sein …


      Wie erlebten Sie Ihre Erzieher?

      Wir hatten im Werd einen Erzieher, der kam im 55er-Jahr aus der
      Kriegsgefangenschaft zurück, ein ehemaliger SSler. Weil der selbst aus
      einem Lager kommend als Einziger nachvollziehen konnte, wie wir
      Heimkinder uns fühlen, empfanden wir sogar den als einen feinen Kerl.
      Das ist Ironie. Ein anderer, ein junger Veterinär, war ein Sadist. Ein
      weiterer Erzieher war Fleischhacker – Peppi B. Der hat die B-Matura
      gemacht, ist sofort als Heimerzieher zugelassen worden und hat die
      Kinder geschnalzt. Die Erzieher waren durch die Bank gescheiterte
      Existenzen. Wer war denn auch noch übrig?


      Und in den katholischen Heimen?

      Die Nonnen waren noch schlimmer. Die haben Schlägertrupps aus größeren
      Burschen in diesen Heimen zusammengestellt, von denen wir
      zusammenschlagen und vergewaltigt wurden. Vielleicht war es ihr Hass auf
      die Männer, der Hass aufs Zölibat, oder weil sie dem Pfarrer zu
      Diensten sein mussten. Sie waren ja selbst „Gebrauchsgegenstände“ dieses
      Systems, in dem es keine Schuld gibt. Wir Heimkinder wurden ja auch
      gegeneinander aufgehetzt. Entweder der Brutalste war der Sieger, oder
      der Perfideste. Da hat es keine Freundschaften gegeben.


      Tragen die Eltern nicht auch eine Schuld?

      Die Eltern spielen sicher eine entscheidende Rolle, gemeinsam mit dem
      System. Ich bin zutiefst verletzt. Ich möchte mit dem allen nichts mehr
      zu tun haben.


      Wie haben Sie den Sprung in die Künstlerszene geschafft?

      Mein Denken ist eine Waffe gegen die Verletzungen, die mir angetan
      wurden. Aber ich war 30 Jahre lang mit Alkoholmissbrauch konfrontiert
      und auch einige Zeit nach den Heimen mit Drogenmissbrauch,
      Tablettenmissbrauch, Gewalttätigkeit. Ich habe so oft meine Karriere
      zerstört, wieder aufgebaut, zerstört, wieder aufgebaut. Art is my only
      salvation from the horror of existence.


      Was bleibt ...

      Was bleibt, ist das Schuldgefühl, dass ich nach dem Heim Karriere
      gemacht habe. Schauen Sie in ein Obdachlosen-Asyl: 80 Prozent von den
      Menschen dort waren in Heimen. Ich bin nicht unter den Sandlern, sondern
      im verhassten Bürgertum gelandet, um Künstler zu werden. Aus meiner
      Begabung hab ich so viel gemacht, um zu überleben.


      Das hört sich nach Schuld­gefühl an.

      Ich habe kein Mitleid mit mir. Aber ein schreckliches Mitleid mit den anderen Heimkindern. Mich

      macht es verzweifelt und betroffen, wie schlecht es vielen von denen
      geht. Den Verantwortlichen sag’ ich: Gebt’s jedem eine Million und
      schaut’s, dass er sich eine Existenz aufbauen kann.


      Wie wirkt das Heim später nach?

      In der Angst, dort nie mehr hinzukommen. Ich träume bis heute, dass ich eingesperrt bin und nicht mehr rauskomm................................................................................................................

      kurier.at/chronik/wien/welunsc…-heimkind-sein/15.901.977
      Lebenswege


      Ein Heimkind mit 40 Brüdern
      Wenn Wolfgang König von seiner Kindheit spricht, dann kommen
      Vater und Mutter selten vor – dafür Schwestern und Erzieherinnen im
      Heim St. Josef. Dort wuchs der Gelsenkirchener auf. Mit seinen früheren
      „Brüdern“ auf Zeit feiert er am Samstag im Revierpark Wiedersehen.
      Wenn Wolfgang König (61) Geschichten aus seiner Kindheit erzählt,
      dann benutzt er oft das Wort „wir“: Wir haben zusammen Hausaufgaben
      gemacht. Wir haben beim Renovieren geholfen. Wir haben mit 40 Jungen in
      einem Saal geschlafen.
      Wenn Wolfgang König von seiner Kindheit
      spricht, kommen nie schrullige Tanten oder nervige Geschwister vor.
      Nicht mal ein Vater. Keine Mutter.
      König ist nicht in einer
      normalen Familie aufgewachsen. Seine Kindheit verbrachte er im
      katholischen St.-Josef-Kinderheim an der Husemannstraße in der Altstadt.
      Seine Familie waren eine Ordensschwester, eine Erzieherin sowie knapp
      40 Brüder. Manche älter, manche jünger. „Natürlich gab es unter uns
      Kindern Konkurrenz“, sagt er, „man hat die Nähe der Erzieherin gesucht,
      weil wir so etwas wie Mutterliebe und Familienzusammenhalt nicht
      kannten.“
      Trotz dieser schwierigen Umstände blickt König ohne
      Groll zurück. „Ich kann nichts Schlechtes sagen. Diese Geschichten über
      Prügel und Missbrauch – ich habe das nicht erlebt.“ Strafen habe es zwar
      gegeben, die hätten sich aber auf Unannehmlichkeiten wie das
      „in-der-Ecke-stehen“ beschränkt. „Der Schwester einen Streich zu
      spielen, hat sich eh keiner getraut – wir hatten viel zu großen
      Respekt.“
      "Heimkinder gehen auf Reisen"
      Besonders schön
      sei es immer an Weihnachten gewesen. „Da wurden wir zu einer Feier in
      eine Kneipe eingeladen“, sagt König. Auch an die Sommerferien denkt er
      gerne zurück: „Wir sind mit dem Zug ins Münsterland gefahren. Auf dem
      Weg zum Bahnhof
      haben wir unsere Fahne geschwenkt und gesungen –
      da wusste die ganze Stadt: ,Die Heimkinder gehen auf Reisen.’ Das sind
      tolle Erinnerungen.“
      Mit einigen seiner „Brüder“ trifft sich König
      noch heute – genau über solche Geschichten rede man dann. Auch zu
      seiner Erzieherin Inge Bierstätt – „Mitte 70 und Rentnerin“ – hat er
      Kontakt. Wenn er über sie spricht, wird seine Stimme weich. „Ich bin ihr
      dankbar. Sie hat mir immer gesagt, ich solle was aus mir machen, hat
      mich in die Ausbildung
      vermittelt, mich auf den richtigen Weg gebracht.“ Seit 1974 ist er Landschaftsgärtner im Gesundheitspark Nienhausen
      , seit 15 Jahren Bereichsleiter der Außenanlage.
      Die
      Frage nach seiner Herkunft, seiner Mutter, dem Grund, warum sie ihn
      1952 als Baby weggab, hat Wolfgang König aber immer beschäftigt. „Mit 21
      Jahren durfte ich Einblick in die Akten nehmen“, sagt er. Aus denen
      erfuhr er, dass seine Mutter in Köln wohnte und er zwei Halbgeschwister
      hat. Einen Bruder und eine Schwester. „Ich bin sehr neugierig, also habe
      sie kontaktiert. Doch meine Mutter will das bis heute nicht. Sie redet
      auch nicht über damals. Die Enttäuschung ist groß. Es ist schwer.“
      Längst eine eigene Familie
      Einzig
      seinen Halbbruder sehe er ab und an. „Ich werde richtig sauer, wenn ich
      im Fernsehen diese Sendungen sehe, wo sich Leute nach Jahren in die
      Arme fallen. Ich habe das anders erfahren“, sagt er und betrachtet
      nachdenklich seine Hände. „Trotzdem bin ich stolz, meinen Weg gemacht zu
      haben.“ König hat längst seine eigene Familie. Seine beiden Kinder
      studieren.
      Im Kinderheim schaut er ab und an vorbei. „Früher waren
      es viele Kriegswaisen, heute sind es oft Kinder aus zerrütteten
      sozialen Verhältnissen.“ Auch auf der Arbeit wird er immer an seine
      Kindheit erinnert. Ein Teil des Heims ist ihm bei der Arbeit nah. „Als
      das Kinderheim in den 1960er Jahren umgebaut wurde, wurden Teile des
      Bauschutts hier verbuddelt – damit wurde ein Hügel aufgefüllt.“
      Seit
      über 20 Jahren treffen sich die ehemaligen Kinder des St. Josef
      Kinderheims jedes Jahr im Juni. „Meistens kommen zwischen zehn und 20
      Ehemalige“, sagt Wolfgang König. Er selbst übernimmt die federführende
      Planung, lädt auch die Ordensschwester Bernadette sowie die ehemalige
      Erzieherin Inge Bierstätt ein. „Auf dieses Wiedersehen freuen sich viele
      am meisten“, sagt er. Am Samstag, 22. Juni, treffen sich die Ju...............................................................................

      derwesten.de/staedte/gelsenkir…0-bruedern-id8085581.html
      217 Stück Seife für Heimkinder in Kaunas





      2500 Euro für das         Litauenprojekt des Caritasverbands im Landkreis




      Brake
      Über einen Scheck in Höhe von 2500 Euro konnte sich der Caritasverband im Kreis Wesermarsch am Montag freuen. Frank Hempen von der Brauerei Krombacher war nach Brake gekommen, um dem Caritasverband, vertreten durch den Vorsitzenden Ludger Abeln, Frank Detering, Alexander Cleve und Ralf Bunten, einen symbolischen Scheck zu überreichen.
      Die
      Übergabe fand im Rahmen einer jährlichen Spendenaktion der Brauerei
      statt. „Wir haben 2003 die Weihnachtsgeschenke für unsere Kunden
      abgeschafft und uns entschlossen, stattdessen eine Spendenaktion ins
      Leben zu rufen“, erklärte Hempen. Frank Detering vom Caritasverband
      hatte von der Aktion gehört und sich beworben.
      Die Bewerbung
      wurde belohnt. Das Geld soll direkt in das Litauenprojekt des
      Verbands fließen. Bereits seit 22 Jahren pflegt der Caritasverband im
      Kreis Wesermarsch eine Partnerschaft mit der Stadt Kaunas in Litauen.
      Dort unterstützt er ein Kinderheim und die Hospizhilfe.
      Bereits
      am Donnerstag steht der nächste Hilfstransport nach Litauen an. „Wir
      starten hier mit zwei Fahrzeugen“, erklärt Cleve, der sich ehrenamtlich
      bei der Caritas
      engagiert. Transportiert werden unter anderem medizinische Geräte,
      Kleidung, Schuhe, Bettbezüge, Handtücher und für jedes der 217
      Heimkinder ein Stück Seife.

      nwzonline.de/wesermarsch/wirts…nas_a_6,1,4258215793.html
      Kinderheim: Bei uns wird nicht gequält


      Potsdam/Unterspreewald
      - Die Haasenburg GmbH hat Vorwürfe zurückgewiesen, dass in ihren
      Therapieheimen Kinder gequält würden. Das Landesjugendamt sei regelmäßig
      in den Einrichtungen und erhalte laufend detaillierte Berichte. In der
      Folge seien 'keine oder nur geringe Mängel' festgestellt worden, teilte
      der Heim-Träger am Montag mit. Die Zeitung taz hatte am Samstag
      berichtet, jugendliche Heimbewohner seien bei Verstößen gegen die
      strengen Regeln mit Gesprächsverbot, Einschließen oder dem Fixieren von
      Händen bestraft worden. Das Land Brandenburg will nun eine
      Untersuchungskommission einsetzen. Der Träger der Einrichtungen werde
      zudem zu einer Stellungnahme aufgefordert, teilte das
      Bildungsministerium am Montag in Potsdam mit. epd, dpa

      sueddeutsche.de/i5u38C/1374702…-wird-nicht-gequaelt.html
      Vorwürfe gegen Kinderheim Haasenburg

      Potsdamer Ministerium leitet Untersuchung ein

      In einem brandenburgischen Heim sollen junge Menschen misshandelt
      worden sein. Das Land richtet deshalb eine Untersuchungskommission ein.

      In den geschlossenen Heimen der Haasenburg GmbH herrschen Zustände wie
      einst in den Jugendwerkhöfen der DDR, heißt es, und das ist
      selbstverständlich nicht als Kompliment gemeint. Unter der Überschrift
      »Der Horror am Waldrand« berichtete die »tageszeitung« (taz) am
      Wochenende über ein Heim im Unterspreewald, in dem ein strenges Regime
      mit drakonischen Strafen für kleinste Vergehen herrschen soll.

      Demnach versuchen die Erzieher, den Willen ihrer problematischen
      Zöglinge zu brechen. Sie wenden dazu auch Gewalt an, fesseln oder
      verabreichen Psychopharmaka mit gefährlichen Nebenwirkungen. Sogar ein
      Knochenbruch soll die Folge gewesen sein. Die taz beruft sich auf
      betroffene Jugendliche, ehemalige Mitarbeiter und Dokumente, die der
      Redaktion vorliegen sollen.

      Holzschuhe verboten

      Das zuständige brandenburgische Jugendministerium kündigte nun an, eine
      Untersuchungskommission einzusetzen, um die Vorwürfe aufzuklären. Dabei
      sei man »zwingend« auf konkrete Hinweise von Jugendlichen angewiesen,
      die in den Heimen betreut wurden oder noch werden, hieß es. Die
      Betroffenen könnten sich ab sofort und auch vertraulich unter der
      Telefonnummer (0331) 866 37 01 melden.

      Ministeriumssprecher Stephan Breiding bedauert, dass man sich bereits
      seit Ende vergangenen Jahres vergeblich um Kontakt zu möglichen Opfern
      oder Zeugen bemühe. »Von Knochenbrüchen hatten wir vorher noch nichts
      gehört - das wäre eine Körperverletzung und darf nicht geschehen«,
      erklärte er. Die Haasenburg GmbH habe auf Nachfrage behauptet, so etwas
      habe nie stattgefunden.

      Nach früheren Vorwürfen habe es Untersuchungen und Auflagen gegeben,
      erläuterte Breiding. »Einheitskleidung hat das Landesjugendamt schon
      untersagt und Holzschuhe sind inzwischen auch verboten«, nannte er zwei
      Beispiele. Doch nie sei es so schlimm gewesen, dass eine Auflösung des
      Heims erforderlich gewesen wäre. Fixieren etwa dürfe und müsse man
      Jugendliche unter Umständen, wenn sie ausrasten. Man müsse dann aber
      sofort deeskalieren und könne die Jugendlichen nicht lange Zeit einfach
      so liegen lassen.

      Mehrere Landtagsabgeordnete meldeten sich zu Wort. Sollten die
      Darstellungen zutreffen, wäre dies ein klarer Fall für die
      Staatsanwaltschaft, meinte Linksfraktionschef Christian Görke. »Solch
      brutale Methoden dürfen unter keinen Umständen - auch nicht in besonders
      schwierigen Fällen - angewendet werden«, meinte FDP-Fraktionschef
      Andreas Büttner. »Die Behörden müssen umgehend tätig werden«, verlangte
      die Abgeordnete Marie-Luise von Halem (Grüne). Sie verwies darauf, dass
      die Zustände in Heimen der Haasenburg GmbH wiederholt in die Kritik
      geraten seien.

      Der LINKE-Kreisvorsitzende von Potsdam, Sascha Krämer, äußerte sich
      noch deutlicher: »Mit mittelalterlichen Methoden sollen mündige Bürger
      herangezogen werden. Ein Skandal, was sich in Brandenburg abspielt.
      Dieser Vorfall muss strafrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen.« Für
      Krämer stellt sich hier auch die Frage nach der politischen
      Verantwortung von Jugendministerin Martina Münch (SPD).

      Die Haasenburg GmbH wies die Vorwürfe zurück. Gegen nachweisliche
      Falschbehauptungen sei man nach vielen Versuchen der inhaltlichen
      Aufklärung und des Dialogs schließlich juristisch vorgegangen. Ein
      Gericht habe der taz in der vergangenen Woche »einzelne Behauptungen nun
      in einer einstweiligen Verfügung untersagt«. In dem aktuellen
      taz-Bericht seien die Zitate »entweder schlichtweg nicht wahr oder
      unzulässig zugespitzt aus dem Zusammenhang gerissen worden«. Außerdem
      liege das Behauptete Jahre zurück und bilde schon daher die Realität in
      der Haasenburg keineswegs ab.

      Drei Einrichtungen
      Das Landesjugendamt, dessen Mitarbeiter regelmäßig vor Ort seien und
      das laufend detaillierte Berichte erhalte, nenne »keine oder nur
      geringfügige Mängel in der Arbeit«, beteuerte die GmbH. Weiterhin
      verlautete: »Natürlich beschweren sich Jugendliche über einzelne
      Maßnahmen, denn Erziehung ist nie widerspruchslos.«

      Die GmbH betreibt in Brandenburg drei Einrichtungen, eine bei Neuendorf am See mit 60 Plätzen, eine bei Müncheberg mit 24...........................................................................

      neues-deutschland.de/artikel/8…inderheim-haasenburg.html
      Burg und Ghetto zugleich
      Fast 100 Jahre lang war das Kinderheim in Sülz Europas größten
      Waisenhaus. Eine Ausstellung in der Kinder- und Jugendpädagogischen
      Einrichtung Aachener Straße erinnert an das Leben hinter den hohen
      Mauern.

      Von Alexander Figge


      Sülz.

      In der Vitrine liegt das Schriftstück, das den Beginn des
      Waisenhauses am Sülzgürtel dokumentiert. „Das ist der Originalvertrag
      aus dem Jahre 1912, den die Stadt mit dem Orden der Schwestern vom armen
      Kinde Jesu abgeschlossen haben“, sagt Rolf Koch. „Darin ist
      festgelegt, dass die Schwestern sich um die Betreuung der Waisenkinder
      kümmern“, erklärt der Pädagoge. Er arbeitete viele Jahre im Kinderheim
      und ist seit der Schließung Mitarbeiter in der Kinder- und
      Jugendpädagogischen Einrichtung (Kids). Das Papier ist Teil der
      Ausstellung, die zurzeit im Neubau der Einrichtung an der Aachener
      Straße 90-98 gezeigt wird.
      Bei einer Feierstunde mit ehemaligen
      und aktuellen Bewohnern präsentierte die Leiterin des Hauses Lie Selter
      auch die Chronik zur Geschichte des Sülzer Kinderheims. Anlass von
      Chronik und Ausstellung ist die Aufgabe des Geländes am Sülzgürtel und
      der Umzug in das neue Kids-Zentrum. Fast 100 Jahre war das Kinderheim am
      Sülzgürtel beheimatet und beherbergte zeitweise mehr als 1000 Kinder –
      und war somit Europas größtes Waisenhaus.
      Die Erziehung übernahmen Ordensschwestern
      Die
      Ausstellung zeigt auf 26 großformatigen Schautafeln die Geschichte des
      Hauses von seinen Anfängen bis heute. Die Tafeln stehen in alten
      metallenen Säuglingsbetten. „In den Dingern habe ich als Kind noch
      gelegen“, sagt Werner Küpper, der in den 1950er Jahren im Waisenhaus
      lebte. „Ich war fast 20 Jahre im Heim, das kann man sich heute gar nicht
      mehr vorstellen. Da gab es gute und natürlich auch schlechte Zeiten.
      Wichtig ist aber nur, dass diese Geschichte nicht vergessen wird.“ Im
      Jahr 1917 zogen die städtischen Kinderheime auf das rund 40 000
      Quadratmeter große Gelände in Sülz.

      Für die Erziehung waren die Ordensschwestern zuständig. Nur der
      Direktor war städtischer Bediensteter. 1944 wurde das Haus weitgehend
      zerstört und nach dem Krieg wieder aufgebaut. 2009 wurde das Kinderheim
      schließlich geschlossen, der Abbruch erfolgte ein Jahr später. Die
      Gebäude befanden sich in einem völlig maroden Zustand, eine Sanierung
      hätte sich nicht mehr gelohnt. Auch unter fachlichen Gesichtspunkten war
      die Masseneinrichtung am Sülzgürtel mit Lehrlingsheim, Großküche,
      Krankenzimmern und Schwimmbad überholt. „Eine hohe Mauer umgab das
      Dorf-Areal wie eine Burg oder Stadt, ein Kloster, es war auch einer
      Kaserne oder einem Gefängnis ähnlich“, sagt Selter, die die Einrichtung
      seit 2005 leitet. Mauern können Schutz bieten aber auch abschrecken und
      beengend wirken.
      Diese gegensätzlichen Erfahrungen spiegeln sich
      auch in Erinnerungen ehemaliger Bewohner wider, von denen Selter
      berichtet. Ein Betroffener hatte ihr es so geschildert: „Für mich bot
      diese Einrichtung, die ja in gewisser Weise ein Ghetto war, einen für
      mich erforderlichen Schutz. Später igelte ich mich immer mehr ein,
      fühlte mich entsprechend einsam.“
      22500 Kinder lebten bis 2010 in der Einrichtung
      Deshalb
      sind die derzeit rund 300 betreuten Kinder und Jugendlichen bei Kids
      auf 30 Wohngruppen im gesamten Stadtgebiet verteilt. Die kleineren
      Einheiten ermöglichen besseren Kontakt ins öffentliche Leben und damit
      eine bessere Integration. Auch der geänderte Name, weg vom Kinderheim
      hin zum Kids-Zentrum, soll vermeiden, dass die Bewohner diskriminiert
      werden. Auch die dunklen Seiten der Kinderheim-Historie werden in der
      Chronik nicht ausgespart. So gibt es ein Kapitel über die Zeit des
      Nationalsozialismus und dem damaligen Direktor Friedrich Tillmann, der
      am Euthanasie-Programm der Nazis mitgewirkt hat.

      Er hatte überhaupt keine pädagogische Berufsausbildung, war aber
      Mitglied der NSDAP“, sagt Rolf Koch. Neben den Gitterbetten und dem
      Gründungsvertrag hat Koch zahlreiche weitere Objekte aus der Geschichte
      des Hauses zusammengetragen und in Vitrinen ausgestellt. Etwa eine
      Kugel aus der Kegelbahn des Heims, auf der die Kinder Spaß haben
      konnten. „Viele Dinge habe ich wirklich aus dem Müllcontainer geholt,
      als wir das Haus am Gürtel aufgegeben haben“, sagt Koch. Auf einem großen Banner im Ausstellungsraum sind zudem alle 22 500.......................................................................................
      ksta.de/lindenthal/kinderheim-…h-,15187510,23419010.html
      Kein Nachschub für die Haasenburg
      Der
      Hamburger Sozialsenator Detlev Scheele will keine weiteren Kinder und
      Jugendlichen in das Heim schicken. Derzeit sind aber noch zwölf dort.

      HAMBURG taz
      | Die taz-Berichterstattung über die privatwirtschaftlichen Heime der
      brandenburgischen Haasenburg GmbH führt nun auch in Hamburg zu
      Konsequenzen. „Der Senator hat entschieden, dass wir keine weiteren
      Kinder in die Haasenburg schicken bis die Aufsichtskommission gebildet
      wurde“, sagte eine Sprecherin der Sozialbehörde. Wann diese Kommission,
      die von Hamburg aus speziell die Unterbringung der Hamburger Kinder in
      dem Heim kontrollieren soll, eingesetzt wird, könne sie nicht sagen.

      Hamburg hat sein eigenes geschlossenes
      Heim 2008 dicht gemacht und seither über 50 Kinder bei der
      brandenburgischen Heimfirma untergebracht. Die taz hatte bereits im
      Januar einen Jugendlichen interviewt, der Missstände und extreme
      Freiheitsbegrenzung beklagte und über seine Mitinsassen berichtete:
      „Alle sagen, Scheiße ich will hier raus“.

      Doch die Hamburger Behörde schickte weiter neue
      Minderjährige in das Heim. Derzeit sind zwölf Kinder aus der Hansestadt
      in den drei geschlossenen Heimen in Brandenburg untergebracht.

      Die Aufsichtskommission sollte ein Weg
      sein, den Umstand, dass Hamburg seine Kinder im fernen Brandenburg
      geschlossen unterbringt, zu heilen. Doch der designierte Vorsitzende der
      Kommission, Professor Michael Lindenberg, erklärte nach Erscheinen des
      taz-Berichts vom vorigen Wochenende, er stehe für diese Aufgabe nicht
      mehr zur Verfügung.

      Die Kommission habe allenfalls noch
      „Alibi-Nutzen“. Inzwischen gilt als zweifelhaft, ob sich überhaupt
      Experten für diese Aufgabe finden.

      Die Grünen in der Hamburger Bürgerschaft
      hatten am Montag einen Antrag gestellt, sofort alle Kinder aus dem Heim
      zu holen. Die Stadt müsse umgehend Alternativen zur geschlossenen
      Unterbringung entwickeln. Die Fraktion Die Linke fordert zudem sofortige
      Einsicht in die Akten der 50 untergebrachten Hamburger Kinder und
      Jugendlichen.

      Wir wollen
      anhand der Akten feststellen, dass die Kinder- und Jugendlichen
      rechtswidrig Gewalt und Zwang ausgesetzt waren", sagt der Landessprecher
      der Linken, Bela R....................................................


      taz.de/!118571/

      Aufarbeitung der Heimerziehung in der DDR – Bericht und Expertise

      Ende März 2012 wurden die Veröffentlichungen Aufarbeitung der
      „Heimerziehung in der DDR“ in Form eines Berichtes und drei Expertisen
      bekannt gegeben. Beide Publikationen sind eine folgerichtige
      Entscheidung zum Runden-Tisch-Heimerziehung in den 50er und 60er Jahren
      (RTH) zur Aufarbeitung der westdeutschen Heimerziehung. Während der
      Berichterstattung zur westdeutschen Heimerziehung haben ostdeutsche
      Opferverbände und Politiker die Forderung erhoben, dass die ehemaligen
      Heimkinder in der DDR ebenfalls Rehabilitierung bzw. Entschädigung
      erhalten sollen. Die Jugendminister der ostdeutschen Bundesländer –
      ehemals Ost-Berlin, Thüringen, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen,
      Brandenburg und Sachsen-Anhalt – haben beschlossen, möglichst zeitgleich
      vergleichbare, rehabilitative und finanzielle Maßnahmen anzubieten.
      Besonders hervorzuheben ist, dass ehemalige „Heimkinder“ in die Arbeit
      einbezogen waren (Arbeitskreis Betroffener Heimkinder aus der DDR kurz
      ABH-DDR). Deren Erfahrungen und Anforderungen an die Aufarbeitung sind
      in den Expertisen und im Bericht aufgeführt. Der Fond Heimerziehung Ost
      ist mit 40 Millionen Euro ausgestattet. Beteiligt haben sich an der
      Finanzierung der Bund und die ostdeutschen Bundesländer.
      Bitte weiterlesen unter: paritaet-lsa.de/cms/216-0-Aufa…ericht-und-Expertise.html
      Mehr als 1000 DDR-Heimkinder meldeten sich in Beratungsstelle

      Potsdam
      (dpa) Prügel, sexueller Missbrauch, drakonische Strafen. Viele Kinder
      und Jugendliche durchlebten in DDR-Heimen die Hölle und leiden bis
      heute. Geld aus einem Fonds soll helfen. Mehr als eine halbe Million
      Euro ist schon nach Brandenburg geflossen.


      Fast ein Jahr seit Gründung des Fonds für
      ehemalige Heimkinder der DDR haben sich mehr als 1000 Betroffene aus
      Brandenburg bei der Potsdamer Anlaufstelle gemeldet. "Der Ansturm hält
      unvermindert an", sagte die Aufarbeitungsbeauftragte Ulrike Poppe der
      Nachrichtenagentur dpa. Sie gehe davon aus, dass aber längst noch nicht
      alle ehemaligen Heimkinder, die zwischen 1949 und 1990 Leid und Unrecht
      erlitten haben, von dem Fonds wüssten. Die Anlaufstelle wolle ihn daher
      mit verschiedenen Aktionen bekannter machen. Rund 560 000 Euro wurden
      bislang ausgezahlt.

      Der Hilfefonds war zum 1. Juli vom Bund
      und den ostdeutschen Ländern eingerichtet worden. Zwischen 1949 und 1990
      haben in Brandenburg 75 000 Kinder und Jugendliche in DDR-Heimen
      gelebt, davon etwa 20 000 in Spezialheimen. In der Anlauf- und
      Beratungsstelle können die Betroffenen über ihr Schicksal sprechen und
      Rentenersatzleistungen oder materielle Hilfen beantragen. Das Geld
      können Betroffene für Therapien, Ausbildungen, Kuren und auch für Möbel
      oder Autos ausgeben. Damit sollen die Folgeschäden der Heimaufenthalte
      gemildert werden.

      Ausgezahlt wird das Geld vom Bundesamt
      für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben in Köln. Dort hat der
      Fonds Heimerziehung seinen Sitz. Nach Brandenburg sind laut einer
      Mitarbeiterin bisher rund 260 000 Euro Rentenersatzleistungen und rund
      300 000 Euro für verschiedene Hilfen geflossen.

      "Die Erziehungsmethoden waren zum Teil
      sehr problematisch", sagte Poppe. Da viele Betroffene besonders in den
      Spezialheimen kaum Chancen auf einen mittleren Schulabschluss oder eine
      vollwertige Berufsausbildung bekommen hätten, seien sie auch im späteren
      Berufsleben beeinträchtigt gewesen. "Viele ehemalige Heimkinder leben
      deshalb heute am Rande des Existenzminimums ", sagte Poppe. Sie warnte
      aber vor Pauschalurteilen. "In der DDR gab es durchaus auch Heime, in
      denen die Pädagogen trotz des rigiden Erziehungssystems den Kindern
      Geborgenheit und Zuwendung boten", betonte sie.

      Das Thema Heimerziehung sei erst sehr
      spät ins öffentliche Bewusstsein gerückt. Sie sei froh, dass Betroffene
      nun eine Chance hätten, einen Ausgleich zu bekommen. "Viele wissen aber
      noch gar nicht, dass es uns gibt", sagte sie mit Blick auf die
      Anlaufstelle. Mit Veranstaltungen, Informationsblättern und anderen
      Aktionen wolle die Einrichtung in Potsdam jetzt noch deutlicher auf ihre
      Angeb..............................................................

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