Essen, Franz Sales Haus

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

      pino schrieb:

      Hallo,
      ich selber war nicht im Franz Sales Haus, aber mein Bruder war bis 1969 in dieser Einrichtung und mir bricht das Herz was dieser junge Mensch erlebt haben muß.Ich weiß nicht mehr wann er dorthin kam, (nach Düssedorf und Warstein)aber er verbrachte schon einige Jahre in Essen. Was ich aber weiß,...er wollte immer nach hause, was er auch wohl öfter versucht haben muß(nach Aussagen von Familienmitgliedern ..,unsere Eltern sind inzwischen verstorben) dann am 5. 12.1969 ist meinem Bruder der "Ausbruch gelungen",er war auf dem Ruhrschnellweg mit dem Fahrrad in falscher Fahrtrichtung unterwegs..vermutlich auf dem Weg "nach hause".
      Ich will hier nichts anprangern ,und ich will auch nichtvon Missbrauch reden ,aber ich bin mir sicher ,da er als" schwierig "galt , entsprechen "behandelt "wurde. Er wäre jetzt 58 und hatte nie Zeit und Gelegenheit, zu spüren wie es sich anfühlt angenommen und geliebt zu sein .Ich trauere mehr denn je um meinen Bruder.
      Dies alles zu schreiben bin ich ihm schuldig

      Ursula Kornblum

      Hallo Ursula Kornblum
      ich kannte Ihren Bruder und ich kann mich noch genau daran erinnern,wie er tödlich verunglückte,es war Hans Peter Wey....,so hiess er.Wir waren auf einer Gruppe gewesen und er hat mit mir in einem Schlafsaal gelegen.Wenn Sie einen Kontakt mit mir wünschen,melden Sie sich bitte.
      Gruß
      Horst aus Essen
      09.05.2013
      Engagement für ehemalige Heimkinder zeigt Wirkung



      Ministerium reagiert auf Protest des Franz Sales Hauses

      Die Heimkindervergangenheit unserer Einrichtung und die Schicksale
      unserer ehemaligen Bewohner aus den 50er bis Anfang der 70er Jahren
      waren in den letzten Jahren Themen, mit denen wir uns im Franz Sales
      Haus intensiv beschäftigt haben. Im Vordergrund standen
      Misshandlungs- und Missbrauchsfälle, die uns 2010 von den Betroffenen
      angezeigt wurden. Wir haben uns damals zu einer sofortigen Aufarbeitung und Aufklärung dieses Zeitraums unter der Einbeziehung von Betroffenen, Zeitzeugen und Wissenschaftlern
      entschlossen. Im Dezember 2012 konnten wir diese Aufarbeitung durch die
      Veröffentlichung der beiden Publikationen „Heimerziehung im Essener
      Franz Sales Haus 1945-1970“ und „Die (fast) vergessenen Heimkinder“
      abschließen. Nicht abgeschlossen sind jedoch die unterschiedlichen Hilfen, die wir den Betroffenen seit dem Bekanntwerden der Übergriffe anbieten und die gerne und rege genutzt werden.


      Ein vermeintlicher Lichtblick zeichnete sich im Januar 2012 ab: Auf Bundesebene sollte ein Fonds für die ehemaligen Heimkinder eingerichtet werden, der Sach- und Rentenersatzleistungen in Anerkennung des erlittenen Leids leistet. Dieser „Fonds Heimerziehung“ ist jedoch ausschließlich für die ehemaligen Heimkinder aus Einrichtungen der Erziehungshilfe bestimmt, ehemalige Bewohner aus der Behindertenhilfe wurden ausgeschlossen.


      Diese Ungleichbehandlung empfinden wir aufgrund der vergleichbaren Erlebnisse in den Heimen als massive Ungerechtigkeit und als Skandal. Daher haben wir auf sämtlichen uns zugänglichen politischen und gesellschaftlichen Ebenen dagegen protestiert
      und hochrangige Politiker, die Bundesministerien, die Bundes- und
      Landesbehindertenbeauftragten, Verbände und Gremien angeschrieben und
      auf diese Ungleichbehandlung der Heimkinder aufmerksam gemacht.
      Zusätzlich haben wir Petitionen beim Bundestag und beim Landtag NRW eingereicht und bei allen Stellen die gleiche Behandlung aller Heimkinder gefordert.


      Gespräche auf höchster Ebene

      Erste positive Reaktionen zeichneten sich im Mai 2012 ab, als das Bundesministerium für Arbeit und Soziales seinen parlamentarischen Staatssekretär Herrn Dr. Brauksiepe zu einem Gespräch über die Thematik ins Franz Sales Haus
      entsandte. Herr Dr. Brauksiepe fand es anerkennenswert, dass das Franz
      Sales Haus so offensiv und transparent mit der eigenen
      Heimkindervergangenheit umgehe und sagte zu, den Inhalt des Gesprächs
      und die Anregungen bezüglich des Fonds weiterzuleiten.


      Im Juli 2012 schloss sich ein Termin mit dem Bundesbehindertenbeauftragten Herrn Hüppe im Franz Sales Haus
      an. Herr Hüppe signalisierte, dass er die Problematik der
      Ungleichbehandlung erkannt habe und wies darauf hin, dass aus seiner
      Sicht selbstverständlich behinderte und nichtbehinderte Personen gleich
      zu behandeln seien. Er bot die in seinen Möglichkeiten liegende
      Unterstützung an.


      Ein richtungsweisendes Gespräch führte Herr Direktor Oelscher dann im Oktober 2012 im Bundesministerium für Arbeit und Soziales
      mit der beamteten Staatsekretärin Frau Dr. Niederfranke, die mit der
      Thematik befasst ist. Nach diesem Gespräch entstand im Franz Sales Haus
      zunehmend der Eindruck, dass die Betroffenen aus der Behindertenhilfe
      doch noch zu ihrem Recht kommen würden.


      Hoffnung auf Gleichbehandlung

      Große Hoffnungen auf eine baldige Gleichbehandlung aller Heimkinder haben wir, seitdem wir Mitte April 2013 ein Schreiben von Frau Bundesarbeitsministerin Dr. von der Leyen erhalten haben. Sie teilte uns darin mit, dass sie die beiden Publikationen zur Aufarbeitung des Franz Sales Hauses gelesen
      habe und sich die Inhalte mit einer kürzlich durch ihr Ministerium in
      Auftrag gegebenen Expertise decken. Danach seien die Zustände in den
      Heimen der Jugend- und der Behindertenhilfe der damaligen Zeit
      vergleichbar gewesen, was dafür spreche, alle ehemaligen Heimkinder zum Ausgleich für das erlittene Leid und Unrecht gleich zu behandeln.
      Weiterhin teilte Frau Dr. von der Leyen uns mit, dass sie mit uns der
      Auffassung sei, dass für die sogenannten behinderten Heimkinder eine
      Lösung gefunden werden müsse, die ihnen dieselben Leistungen wie Kindern
      und Jugendlichen aus Heimen der Jugendhilfe bietet. Sie sei zuversichtlich, dass sie nun zügig zu einer Lösung kommen würden.


      Diese Rückmeldungen und nicht zuletzt die Reaktion aus dem Bundesministerium zeigen uns, dass
      unser massiver Protest gegen die Ungleichbehandlung der Heimkinder eine
      Sensibilisierung für das Thema und ein Umdenken auf höchster Ebene
      bewirkt hat.
      Durch diese Signale motiviert, werden wir uns weiterhin intensiv für unsere ehemaligen Bewohner und deren Rechte einsetzen.
      franz-sales-haus.de/nc/franz-s…gt-wirkung.html?tx_ttnews[backPid]=50


      Und damit möchte ich auch an unseren User " berlintrix "erinnern,
      Schade, das er das nicht mehr lesen kann.