Moritzburg

      Moritzburg ist für mich ein zweischneidiges Schwert. Es sind Sachen passiert,die ich nicht näher beschreiben möchte,die waren einfach nur Sch....e und wiederum möchte ich Moritzburg nicht missen.
      Geht es Euch auch so,wenn Ihr mal so zurückdenkt?
      Bin mal gespannt ,wie es anderen Usern so ergeht.
      Gruß Be!
      Lieber Be,
      ich denke über diese Frage nach, seit ich die gestern gelesen hab. Oh ja, ich möchte Moritzburg missen, keine Frage, ich möchte am Liebsten alle Heime missen, in die man mich gesteckt hatte. Ich könnte wirklich gut auf all diese Vorschriften und Zwänge verzichten, damals wie heute.
      Aber, wie in fast jedem Ding auf der Welt gibt es das ABER :)
      Also noch mal von vorne:
      Ich kann auf Moritzburg wirklich gut verzichten, aber es gab da eine Erzieherin, die mir das erste Mal seit vielen vielen Jahren gezeigt hat, dass es auch solche unter denen gibt, die zumindest versucht haben, zu verstehen. Die nicht pauschal geurteilt hat, die nicht pauschal dümmliche Zwänge und Vorgaben umgesetzt hat und die nicht versucht hat, einen sozialistischen Einheitsbrei aus uns Mädels zu machen.
      Die gesagt hat, ok, da biste nun mal, guggen wir mal zusammen, was wir daraus machen. Mir ist egal, warum du hier bist und was vorher war, man kann es sowieso nicht ändern. Aber wir können versuchen, dein Leben ein wenig zu ändern und in eine erträglichere Bahn zu lenken. Und sie hat tatsächlich nie gefragt, was andere für eine Meinung über mich hatten, sondern sie hat mich gefragt, welche Meinung ich von mir selbst habe. Und wir ich mich sehe und was ich mir wünsche und erhoffe und wo sie mir helfen kann, dies auch zu erreichen. Und sie hat es auch getan, mir geholfen. Schon damit, dass sie mich nicht vorverurteilte wie so viele andere Menschen vorher.
      So viel ich weiß war Frl. Taggesell auch nicht all zu lange dort Erzieherin. Aber sie war o.k., und sie hat immer mal kleine Schlupflöcher gefunden, um einem das Leben dort erträglicher zu machen.
      Ja, und deswegen kann ich die Frage nur so beantworten: Auf Moritzburg kann ich wirklich verzichten, aber auf Menschen/Erzieher wie Frl. Taggesell nicht, denn die gab es leider viel zu selten. Und nach 5 Kinderheimen in 10 Jahren kann ich mir da schon denke ich eine Meinung zu erlauben. Es gab leider nur 2 Erzieherinnen, die ich in guter Erinnerung behalten durfte. Und das ist echt ein bescheidener Schnitt, oder? Aber das wäre schon wieder eine ganz andere Frage :)

      Schönen Samstag Euch allen. =)

      Moritzburg, Moritzburg ..war da was ?

      na, Peter ...so schlimm war es doch nicht ..in Moritzburg ..mit mir ...oder ?

      ...ich habe die Zeit mit Moritzburg mit 30 Jahren Abstand eigentlich nicht mehr in so negativer Erinnerung ...es sind Kindheitserinnerungen ....mit den im Alter verkümmernden Grauen Zellen werden die Erinnerungen auch immer mehr verschönt ... man muss Alles von der guten seite sehen ... wer weiß, was man als "freies Kind" für Unfug getrieben hätte ...(im Heim waren nicht ganz so viel Gelegenheiten dazu) ... man hat eine herrlich schöne Gegend kennengelernt (Moritzburg ...eine herrliche Seen-, Waldlandschaft) ja ..und neue nette Leutchen lern ich auch gern kennen ...also ...aber ich meine , enn man so manch andere Erlebnisberichte von anderen Heimen gelesen hat , war es eigentlich in Moritzburg noch ziemlich aushaltbar ..oder ? :)
      Wer so offen ist wie ich ..der kann doch nicht ganz dicht sein ..egal wie dicht du bist.. Goethe war Dichter ....

      Gibt dir det Leben einen Puff, da weene keene Träne. Lach dir nen Ast und setz dir druff Un baumle mit de Beene.