Moritzburg

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      Hallo Ulli .... Moritzburger

      Moin,
      die Frau, welche Du am Anfang erwähnst, ist Maria Schiefner !
      Sie war mit Herrn Leitert und Herr Potschun meine Erzieherin von 1963 bis 65.
      Herr Potschun wurde bereits 1964 berentet.
      * die erwähnten Lederhosen trugen wir schon 1963, wobei wir stolz darauf waren ....
      * im Ferienlager waren wir damals in Wismar, Bürgermeisterhauptstraße ...
      * Jugendweihe im Schloß Moritzburg
      Rolf Römer (Sohn des Direktoers Herrn Specht) raste damals mit seiner 350-iger JAWA glatzköpfig durch das Gelände, denn der DEFA-Film "Die Glatzkopfbande" wurde gerade gedreht.
      * und wer das noch nicht weiß: die gesamte Erzieher/Lehrer-Basis-Besatzung wurde Mitte der 50-iger Jahre von dem Jugendwerkhof "Festung Königstein" übernommen.
      --- das mal kurz in aller Frühe.
      Ciao bemiwa
      Super Ulli ... deine Beiträge zum SKH Moritzburg waren immer sehr interessant,
      informativ. Ich hatte manches etwas anders in Erinnerung - das kann
      aber auch daran liegen - dass die Zeit viele Erinnerungen verwaschen haben. Dies hatte ich schon einmal vor Jahren mit nen längeren Gespräch mit BE1801 festgestellt ... - viele Erinnerungen weg oder "verwaschen".

      Ich schreib mal meine Erinnerungen zu deinem Text ...

      Ulli schrieb:

      Heute Nacht sind mir wieder die beiden Namen eingefallen. Die Frau, welche zuerst 1972 mit in Werftpfuhl war, hieß Frau Schiffner und war die Erzieherleiterin oder auch Hausleiterin von Haus 7 (das am Sportplatz befindliche), in welchen die Mädchengruppe 6 und 7 waren. Und der Erzieher mit den langen Haaren hieß Herr Gericke.
      Von Erziehern sowie weiblichen Heimzöglingen habe ich überhaupt keine Namen oder Bilder in Erinnerung ... vielleicht, weil wir zu abgeschottet zu anderen Gruppen waren ... gerade zu Mäschen (außer zu den gemeinsamen Mahlzeiten im Essenhaus - gegenüber unserem Jungenhaus). Als Mädchen fallen mir da nur (meine heimlichen Schwärme) Cor..... So.... ein (sie wohnt jetzt unweit von Moritzburg unter anderen Namen ... ich hatte später noch ab und zu etwas Kontakt zu ihr ... leider schon lange nixs mehr von ihr gehört) und nee Cl..... Wi....

      Ulli schrieb:

      Gleich mal etwas zu den einzelnen Gruppen und Schulklassen. Ich rede jetzt von der Zeit Mai 1972 bis Juni 1794, also der Zeit, in welchen ich in dem Heim interniert gewesen bin. Übrigens, Halavero, wenn du 1972 zu 1973 die 7. Klasse nochmal machen musstest, waren wir 100% in einer Gruppe. Ob es aber auch die gleiche Klasse war, ist nicht gesagt.

      .. ich dachte immer, du warst immer eine Gruppe über mir gewesen ...ich war Febr. 72 in die 7. Klasse gekommen .. und dann Schuljahr 72/73 noch einmal in die 7.Klasse (dann ist auch BE1801 dazugekommen ..wie er mir erzählte). Aber ich kann mich leider fast an Niemanden mehr erinnern .. wie du geschrieben hast ..müssen wir Beide ja "zurückgestellt" worden sein ..
      Mit den Klassen a und b wusst ich auch nicht mehr. Da BE1801 ja viele "Schulgeschichten" von mir kannte ..müssen wir (BE1801) und ich jedenfalls in einer Klasse gewesen sein ....

      Ulli schrieb:

      s gab zwei Gruppen mit Jungen, die Gruppe 7 und 8. Dies bedeutete auch immer gleichzeitig die jeweiligen Schulklassen. Eine Gruppe 6 (Jungen), also 6. Schulklasse gab es damals noch nicht. Die kam dann erst ab Sommer/Herbst 1974, als ich schon nicht mehr dabei war. So wie ich gelesen habe, wohnte diese im Haus 4 unter dem Dach. Zu meiner Zeit war dort nichts, in der Ersten Etage waren die Schlaf- und Waschräume und damit auch das Ende der benutzten Etagen erreicht. Danach war finito.
      ..ich bin immer davon ausgegangen, dass es immer drei Jungengruppen gab ... oben die kleine Jungengruppe, unten vorn die mittlere - hinten die große Jungengruppe ...

      Ulli schrieb:

      Im Mai 1972, als ich meine Heimkarriere antreten durfte, kam ich in die Gruppe 7 und damit gleichzeitig in die Klasse 7a. Aus dieser kurzen Periode (bis Sommer 1972) habe ich nicht mehr allzu viele Namen im Gedächtnis, weiß aber doch noch einige, zumindest die, welche mit mir zusammen in dem Schlafraum lagen (Haus 4, vorne raus zu oberhalb des Hauseinganges).

      ...da müsst ich ja schon in dieser Gruppe gewesen sein ... eine Namensliste hatte ich auch einmal (weiß jetzt nicht ob von dir oder von BE1801 kopiert) ... wenn ich sie wiederfinde, können wir sie ja mal per PN abgleichen) ..
      .. ich weiß gar nicht mehr, in welchen Schlafräumen ich wann gelegen habe .. ich glaube mich aber zu erinnern, dass ich mich immer verbessert hatte - also erst im großen Schlafraum war, dann im mittleren, am Ende im kleinen Schlafraum ... aber das ohne Gewähr ...

      Ulli schrieb:

      Wann eigentlich genau kam Peter in das Heim bzw. in die Gruppe? Wenn er in der 7 war, ging er in die a-oder b-Klasse?
      ..dazu wird ja sicher Peter etwas schreiben .. da er ja (endlich) wieder hier online ist ...
      Nach seinen Erzählungen kam er im Sommer 72 von (Gruppe 6 ?) in unsere Gruppe ... vom Alter kommt das ja auch hin ...

      Ulli schrieb:

      Ab September 1972 schlief ich ebenfalls in dem hinteren Schlafraum von der Flurtüre aus gesehen bzw. an der Stirnseite des Hauses Richtung Küche. So wie schon vorher in der Übergangszeit, außer natürlich der kurzen Zeit vom Haus 6. Dort im Doppelstockbett unten, über mir ein Bettnässer! Herrje, was für’n Scheiß, ich hatte die Schnauze sowas von voll. Da war ich heilfroh, dass alsbald wieder in das Haus 4 zurückgezogen wurde. Ich schliefdann dort gleich neben der Zimmertüre linker Hand im ersten Bett. In dem Raum waren 8 Leute, im mittleren 9 und in dem kleinen Zimmer 3. Also bestand die Gruppe aus insgesamt 20 Leuten
      ..ja ..und hier endet auch mein Wissen ...ich weiß, dass es drei Schlafräume gab, groß, mittel klein ...kam man in diesen Bereich hinein ...Flur rechts war der große Schlafraum (Sicht zur Gärtnerei, Schule) , dahinter (Eckzimmer) der mittlere Schlafraum (mit Sicht Schule und Essenshaus) ...Flur links der Waschraum, dahinter (auch nen Eckzimmer) der kleine Schlafraum (Sicht Essenshaus und Mauer, Schloß).
      Zur Größe der Zimmer dachte ich ...kleiner Raum 4 Betten, mittlerer 6 Betten, großer Raum mehr als 8 Betten ... aber das auch ohne Gewähr ... wenn du ab Sommer 72 im mittleren Schlafraum warst .. müssten wir auch im gleichen Zimmer geschlafen haben ... ich kann mich leider an nixs mehr erinnern ...

      Ulli schrieb:

      Ach so, Hala, Ferienlager in Stralsund gab es zu der Zeit nicht, möglicherweise vielleicht sehr weit danach, vielleicht verwechselst Du es jetzt auch etwas.

      ..das kann sein ...dass ich dieses Ferienlager mit dem Normalkinderheim Gohrisch erlebt habe .. vom Gebäudekomplex her hab ich es so ähnlich in Erinnerung wie Werpfuhl ... da ich noch Fotos von diesem Ferienlager habe ..bräucht ich nur mal auf die Jahresangabe schauen ... (Motive ... Aalfang an der Uferpromenade, Baden in Altfähr ...)

      ..vielleicht schreib ich auch mal so nee kleine Erinnerung von der Heimzeit ... wenn man mal wieder etwas mehr Zeit hat ...(die hatt ich grade ..aber keine Lust zum schreiben/denken ..mit meiner Bronchitis)...

      nun erst einmal schließen .. ich weiß nicht, wie lang so nen Beitrg sein kann ...
      Wer so offen ist wie ich ..der kann doch nicht ganz dicht sein ..egal wie dicht du bist.. Goethe war Dichter ....

      Gibt dir det Leben einen Puff, da weene keene Träne. Lach dir nen Ast und setz dir druff Un baumle mit de Beene.

      bemiwa schrieb:

      * Jugendweihe im Schloß Moritzburg
      Rolf Römer (Sohn des Direktoers Herrn Specht) raste damals mit seiner 350-iger JAWA glatzköpfig durch das Gelände, denn der DEFA-Film "Die Glatzkopfbande" wurde gerade gedreht.
      * und wer das noch nicht weiß: die gesamte Erzieher/Lehrer-Basis-Besatzung wurde Mitte der 50-iger Jahre von dem Jugendwerkhof "Festung Königstein" übernommen.

      Hallo bemiwa ... interessant, auch einmal etwas von Heimzöglingen vor uns zu lesen.

      Jugendweihe hatten wir auch im Schloß - im Jagdzimmer ... immerhin eine gute Erinnerung an diese Zeit ... danach ging es nach Hause ... ich glaube, Zuhause gab es das erste Bier für mich ...(auch nur eins) und Schluß war die Feier ... nächsten Tag in der Früh ging es wieder zurück ins Heim ...

      ..vom Sohn des Heimleiters (Rolf Römer) wurde auch öfters geredet ...

      ..dass die gesamte Erzieher / Lehrerbesatzung vom ehemaligen JWH Königstein kam .. ist mir neu .. interessant ... ich bin nach dem SKH ins KH Gohrisch gekommen ...bei Königstein ... auf der Festung Königstein zu dieser Zeit dann beim Funken gewesen ... so schließt sich immer wieder ein Kreis ..

      ..ja, und wenn ich heutzutage jedes Frühjahr von Königstein nach Dresden beim OEM laufe ... dann sind auch immer etwas die Emotionen dabei ....

      .. kennst du eigentlich noch die Geschichte von Heim Moritzburg vor euch ? - ich hatte dazu schon einmal etwas hier eingestellt.
      Wir hatten erfahren, dass in den 50er Jahren mal vietnamisische Kinder sich dort aufgehalten haben. Es gibt dazu einen sehr interessanten Doku-Film dazu "Wir Moritzburger" .... sinngemäß ..die Kinder sollten die Führungsriege von Vietnam einmal werden ... und so sind aus vielen Kindern von früher heutige Politiker, Geschäftsleute in Vietnam ..und stolz auf diese Zeit / von den Titel "Moritzburger" .... (mich interessiert nun einmal Geschichte immer)

      :rolley:
      Wer so offen ist wie ich ..der kann doch nicht ganz dicht sein ..egal wie dicht du bist.. Goethe war Dichter ....

      Gibt dir det Leben einen Puff, da weene keene Träne. Lach dir nen Ast und setz dir druff Un baumle mit de Beene.
      Heim Moritzburg hat eine sehr lange Geschichte !
      Schon in den 30-iger Jahren war dort der Schriftsteller Herbert Jobst als Zögling !
      Der Findling
      Der Zögling
      Der Vagabund
      Wer den 2.Band liest, wird an den Beschreibungen seiner Umgebung (auch die Kastanienallee) schnell feststellen, dass es sich um das SKH Moritzburg handelt.
      * ich weiß noch eine ganze Menge, muss nur mal meinen Geist wieder aufrufen.
      Ciao bemiwa

      bemiwa schrieb:

      Schon in den 30-iger Jahren war dort der Schriftsteller Herbert Jobst als Zögling !

      ..das wusste ich noch nicht .. interessant, interessant ...

      :rolley:
      Wer so offen ist wie ich ..der kann doch nicht ganz dicht sein ..egal wie dicht du bist.. Goethe war Dichter ....

      Gibt dir det Leben einen Puff, da weene keene Träne. Lach dir nen Ast und setz dir druff Un baumle mit de Beene.
      Ja, das stimmt mit dem Schriftsteller und den Büchern. Ich habe sie auch alle 3 und sie lesen sich recht gut, kann ich eigentlich nur empfehlen. Die Handlung spielt so etwa während Ende Kaiserzeit über die Weimarer Republik hinaus bis Nazizeit etc. Das Findelkind ist der Schriftsteller selber, soll ja so etwas wie eine Autobiografie sein, welcher nun in das damals noch kirchliche Heim kommt und dort unter der Aufsicht der ev. Brüder leben muss. Da wird auch geschrieben über einige Dinge und Gebäude, welche unsereiner noch aus seiner Zeit kennt. Also sehr empfehlenswert, erhältlich sind diese 3 Bücher nur noch antiquarisch, also Ebay etc. Im 2. Band (Der Zögling) geht es um das Heim.

      Ich selber habe aber auch etwas Interessantes, und zwar ein mehrseitiges Prospekt über die „Moritzburger Erziehungs- und Pflegeheime“. Mehrzahl deswegen, weil zu Moritzburg früher noch andere Einrichtungen dazu gehörten, so zB. Rödern, was ja zu DDR-Zeiten dann auch ein JWH gewesen ist. Wenn ich es heute zeitlich schaffe, werde ich das Ding mal einscannen und online stellen. Allerdings, und das muss man wissen, stammt dieses Heftchen aus der Zeit vor 1945. Dementsprechend ist die Art und Weise der Aussprache und Wortschöpfungen schon etwas eigenartig, um es mal milde auszudrücken. Aber es geht, wie gesagt, als „nazistisch“ würde ich es jetzt mal nicht betrachten. Allerdings etwas schwer lesbar, da in Altdeutsch geschrieben, teilweise auch in Sütterlin. Nötigenfalls kann ich das Geschriebene aber auch übersetzen.

      Gestern habe ich festgestellt, dass ich einiges, was ich damals im alten Forum über Moritzburg und auch Freital geschrieben hatte, doch als Datei gespeichert hatte. Ich dachte bislang, mit der Pleite des alten Forums sei alles weg, was ich jemals geschrieben habe, aber manchmal eben findet auch das blinde Huhn ein Korn.

      Irgend etwas hatte mir wohl damals gesagt, alles abzuspeichern, was ich schreibe, wozu auch immer es mal gut sei. Und so ist meine Moritzburggeschichte eben noch vorhanden einschließlich der Namensliste der Heimkollegen und Erzieher. Allerdings bin ich mir unschlüssig, ob ich diese Liste nochmal hier ins Forum stellen werde, weil - ich sag mal so, wie ich es empfinde - das viele Gequatsche und Gelaber über Dinge, wie sie nun sind oder anders herum sein sollten oder könnten, geht mir gewaltig gegen den Strich. Ich kann mir vorstellen, dass es daraufhin wieder Diskussionen geben wird, und das mag ich nicht, weil es sinnlos ist und den Threadverlauf zerstört. Also werde ich, nach Überarbeitung der Daten, wohl diese Liste nur privat Interessierten Leuten geben. Ist zwar Schade, weil dann der Thread unvollständig sein wird, aber lieber so, als wenn er dann zu guter Letzt noch vollkommen zerquatscht wird. Oder vielleicht dann noch geschlossen wird, ist ja nun mal nichts neues mehr.

      @ Ach so, Bemiwa, sieh' mal zu, dass Du Deinen Geist alsbald wieder flott bekommst :D . Weil es wirklich interessant und eigentlich auch wie bissel schön ist, Dinge zu erfahren, welche man noch nicht wusste, also auch das Geschichtliche dieses Heimes. Manches weiß man ja so vom Hörensagen, aber wenn es von ehemaligen Heimkollegen gerade aus der Frühzeit des Heimes stammt, ist es besonders interessant.
      Also mach hinne und lass unsereinen nicht so lange warten.
      LG Ulli
      Früher gab es den Dorfdeppen – heute gibt es Facebook

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von „Ulli“ ()

      Hier sind mal 3 Fotos von meiner Exkursion Sommer 2005 nach Moritzburg. Das eine Bild zeigt einmal die Tafel, von der ich schon weiter oben schrieb, welche die jetzigen Leute, welche dort zugange sind, an die Wand in der alten Schule aufgehängt haben. Zwar etwas schwer lesbar, da etwas unscharf geworden, kann man aber doch einiges, gerade die alten Bilder erkennen.

      Das zweite Foto ist nun recht interessant. Zeigt es doch die Schule im Jetztzustand von innen. Ich stehe hinten im Flur, linker Hand ist die hintere Eingangstür und fotografiere nach vorne in Richtung Haupteingang und Treppe.
      Rechts halb sichtbar ist die Tür vom Russischraum. Danach kommt ein anderes Klassenzimmer, welches das war, weiß ich jetzt mal gerade nicht. Danach folgt rechts die große Tür (war eine doppelte) zur Turnhalle. Weiter vorne ist noch ein Klassenzimmer (ich glaube, das war der Raum für Staatsbürgerkunde bzw. der "Rotlichtbestrahlung") und dann folgt (am Feuerlöscher) die Treppe zur ersten Etage. Dort oben war dann gleich das Lehrerzimmer, gegenüber der Deutschraum.
      Auf der linken Seite befindet sich einmal der hintere Eingang, im Bild jetzt nicht sichtbar. Da gegenüber ist das Haus Mädchenhaus 7 (also draußen).

      Die nächstfolgende, größere Türe war der Klassenraum für Physik, Chemie und Biologie (der Lehrer dazu war der Herr Walter). Dann kommt der Mathematikraum und weiter vorne beim Feuerlöscher gegenüber ist der Haupteingang.

      Ganz früher waren die Eingänge anders herum, also der hintere Eingang war das Hauptportal. Kann man heute noch am Größenunterschied erkennen. Die offene Tür ganz vorne (die grüne) war einst irgend ein Raum, vielleicht die Besenkammer oä.
      Interessant ist im Vergleich des heutigen Zustand, wie die Schule einst war. Meine Erinnerungen sagen mir noch, ein Linoliumfußbodenbelag in ätzenden braun, die Treppe vorne aus Holz und bei jedem Schritt knarrend. Auch die Decke ist auf dem Foto neu gemacht einschließlich der Versorgungsleitungen, ich denke mal, dass dort wohl noch eine Deckenverkleidung hingehört.

      2005 war es schon ein Bürohaus, da war dann darinnen ein Versicherungsbüro und all solche Dinge. Interessieren würde mich eigentlich, was heute aus der Turnhalle geworden ist. Ich kann mich noch an die Gerätschaften darinnen erinnern, auch an die Kletterstangen und leiterartigen Dinge an der Wand. Die Geräte dürften so alt gewesen sein wie das Heim als solches, auch gab es darinnen jede Menge Medizinbälle, alt, speckig und abgeschrappt so wie der Rest.

      Erst dachte ich so, es könnte durchaus sein, dass einst der Herbert Jobst, welcher die Bücher geschrieben hat, auch schon mit dem ganzen Geraffel herumgeturnt sein muss. Aber dem ist nicht so, denn ganz früher war die Turnhalle die Kapelle, wo die Zöglinge einst zum beten hingingen. Denn früher, aber auch noch zu DDR-Zeiten, gab es auf der Schule einen kleinen Glockenturm, welcher mit der Kapelle zusammenhing. Den hatte man dann abgerissen. Ich habe aber noch alte Bilder der Schule mit Turm drauf.

      Das letzte Bild zeigt die "Kastanienallee", vom Bereich Schule/Mädchenhäuser/Apellplatz herab in Richtung Küche/Speisesaal/Jungenhaus. Auf halben Weg befindet sich rechter Hand das Haus 6, links gegenüber war einst die Gärtnerei einschließlich Gewächshaus. Da etwas oberhalb begann der Fußballplatz. Von den Gewächshaus standen 2005 nur nach die Reste des Fundamentes. Links unten dann ist das Jungenhaus 4.

      Rechts im Vordergrund ist die alte Pergola mit den Steinbänken, wo man einst sich zum Date einfand mit seiner gerade aktuellen Flamme. Und rechts im Hintergrung sieht man den Flachbau, in welchen sich die Nähstube befand. Ursprünglich war diese im Küchengebäude unter dem Dach, das war aber dann nur noch die Kleiderkammer. 1972 war das Flachgebäude gerade fertig gebaut.

      Das Haus davor ist das Haus 6. Früher war es das so genannte Brüderhaus, wo einst die ev. Brüder wohnten. Der große Raum davon (Richtung Kamera zeigend) war zu meiner Zeit der (Not)Schlafraum, zu Brüders Zeiten war es deren Gebetsraum. Da ist eine große runde Ausbuchtung im Mauerwerk, ähnlich eines großen Alkovens. Dort stand einst deren Altar drinnen.

      7.jpg Bildertafel in der Schule 9.jpg Schulhaus Flur unten

      31.jpg Kastanienallee



      Früher gab es den Dorfdeppen – heute gibt es Facebook

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      Hallo Ulli,Halavero und bemiwa,
      Sehr interessant was man hier zu lesen bekommt und das meiste kenne ich auch, Die geschichte Moritzburgs vor den Vetnamesen ist für mich neu aber hochinteressant. Wenn es da Schriftliches gibt und wie Ulli schreibt: es gibt Hefte davon, könnte man die als PDF Datei bekommen? Ich hätte da großes Interesse. Wie Ulli auch schrieb,Er möge hier nichrt alles einstellen wegen plapla usw. könnte man sich ja mit PN austauschen.
      Lieber Ulli, daß mit dem Verwechseln mag so eine Sache sein. Ich habe eigentlich ein sehr gutes Gedächtnis und Deins ist auch sehr gut nur irgentwie überschneidet sich hier was oder Du verwechselst etwas. Ich versuche mal den Wertegang von mir zu schreiben, mal sehn was Du dazu meinst.
      Anfang August 1972 kam ich nach Moritzburg. ich war nicht nur der jüngste bis Dato auch der Kleinste. So nach und nach trafen immer mehr Jungen meines alters Und ein Jahr jünger ein. Kommt daher, daß ich ein Jahr später eingeschult wurde(ich war wohl ein Spätzünder). Zu dieser zeit gab es eine gemischte Gruppe und Engelhardt war der erste den ich als Erzieher kennen lernte. Für mich warInteressant, daß der ein Modelflugzeig am Strick auf dem Sportplatz fliegen lassen hat. Komischer Weise war ich mehr als schnell in der Gruppe integriert und die Faxen : Essen verweigern oder abseits schmollen gab es nicht und auch geflennt hatte ich die erste nacht nicht wie so viele anderen.
      Nach den Ferien wurden dann drei Gruppen aufgeteilt.
      Ich war damals Klasse 6, dann Ulli mit Kasse 7 und dann gabs noch Klasse 8. Da kenne ich kaum Namen nur Gesichter. Wir kamen unders Dach, und die anderen zwei Gruppen waren eine Etage tiefer. Unsere Gruppenräume waren auch unterm Dach und Die anderen Gruppen hatten ihre Räume im Erdgeschoß.
      Roland muß dann irgentwie in die Klasse von Ulli gekommen sein und dadurch daß Er die 7. nochmal machen wollte oder sollte kam Roland dann von September 1973 bis Juli 1975 in unsere Gruppe. 1972 war Lothar Zinke der die Klasse nachholte bei uns und 1973 war es Roland und Frank. Frank kenne ichnur den Vornamen,Nachname ist mir entschwunden aber er war bei Ulli in der Gruppe .
      Von 1972 an hatte Ich als Erzieher Herrn Botschun (ca1/2 Jahr) dann kam der Vogel für Ihn. Als zweiter war Herr Engelhardt, der ging 1973 zu Ullis Gruppe. Kurtz hatten wir Herrn Gerricke und in dieser Zeit hatten wir zwei Praktikannten. Einmal Herrn Lohse und eine Frau deren Namen mir nicht einfällt.( Im Jahr 2000 wurde ich in einem Gartenlokal in Moritzburg
      von einer Frau angesprochen, als ich mir ein Pils bei Ihr bestellte. Sie meinte mich zu kennen und ich aus Dresden kommen würde. Ich sagte nein ,ich komme aus Pfortzheim. Sie lachte und sagte nur: ich kenne Dich aus dem Heim und Du stammst aus Dresden. Auf die frage von mir wie das sein kann, sagte sie: ich habe damals in Moritzbuger Heim mein Praktikum gemacht und irgentwie sei ich eben auffällig. Ich habe da erstmal geschluckt und dann ihr es bestätigt. Danach haben wir noch bissl gebabbelt bevor ich wieder nach Dresden fuhr). Von 1973 bis zur Entlassung 1975 hatte unsere Gruppe ( Klasse 7 und 8 ) herrn leitert und Herrn Lohse als Erzieher. Mir wurde dann empfohen, die 10. Klasse mit einer Lehre im Stahlwerk Riesa zu machen und nicht in der alten Schule 9. und 10. Klasse zu beenden. Ok diese Entscheidung war nicht ganz schlecht und somit kam ich dann nach Riesa. Ich lernte und arbeitete dann bis 8.August 1984 im Stahlwerk Riesa und machte dann den langen Schuh nach Badan-Würtemberg.
      Gott schuf die Menschheit und lies sie wachsen, dann kam derTeufel und schuf die Sachsen!
      ps: ich bin dem Teufel sehr dankbar!

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      Muß noch was hinzufügen,
      mir viel gerade ein,daß Herr Botschun mit uns unterm Dach noch auf dem langen Flur Raumteiler einbaute, die wir dann mit Pflanzen und selbst gebauten Modellen von Luna1 und Autos schmückten. Es war trotzdem noch ein Schund, den großen Flur aus Parkett jedes Wochenende zu bohnern und bloggern,wenn euch das noch was sagt. Auch die Schlafräume waren ja da mit Perkett somit jedes WE eine Schinderei!!!
      Warum ich Moritzburg so gut fand lag garantiert mit daran,ab dem 1, Tag Moritzburg höhrten bei mir die regelmäßige Prügel seitens möchtegerne Väter auf! Das nur nebenbei,weil viele User meinen, einHeim wäre nur schlecht. Ich denke gerne an Moritzburg zurück auch wenn nicht Alles rechtens war. Gruß Be!
      Gott schuf die Menschheit und lies sie wachsen, dann kam derTeufel und schuf die Sachsen!
      ps: ich bin dem Teufel sehr dankbar!
      Das von den Vietnamesen in Moritzburg wusste ich schon, auch damals schon, da natürlich nur oberflächlich, weil irgendein Erzieher mal davon sprach, wahrscheinlich der Leitert. Der war ja soweit recht gebrauchsfähig und man konnte sich ja mit dem noch wie mit einem normalen Menschen unterhalten. Den genannten Film über die Vietnamesen hatte ich auch gesehen.

      Weiterhin weiß ich aus diverser Literatur und Geschichte, dass das Heim 1945 von den Russen beschlagnahmt wurde. Die hatten dann zeitweilig daraus ein Lazarett gemacht. Einige Jahre später hatten sie das Gelände an die damals gerade neu gegründete DDR zurückgegeben und sofort hatte es sich daraufhin die SED unter den Nagel gerissen und daraus eine Parteischule gemacht.
      Irgendwann Anfang bis Mitte der 50er Jahre hatten die dann keine Lust mehr darauf oder hat es denen nicht mehr nach der Nase gestanden bzw. war nicht mehr fein genug für deren Ansprüche und die Roten haben das Gelände verlassen.

      Die Kirche hatte nach dem Krieg die Rückgabe des Geländes verlangt und natürlich es nicht wiederbekommen. Es war ja nun das so genannte Volkseigentum. Daraufhin hatte man es umgewandelt in ein Kinderheim. Zuerst natürlich unter anderen Gesichtspunkten, es war ein ganz normales Kinderheim für Waisen oder allein gelassene Kinder. Noch gab es ja zu der Zeit auch viele Kinder, welche ihre Eltern zum Ende des Krieges verloren hatten.

      Später dann begann die Ära mit den Vietnamesen. Vom Hörensagen her weiß ich, dass dies schon in den 50ern begann mit Kindern aus Korea, wo ja zu der Zeit der Koreakrieg im Gange war. Die Hintergründe, ob nun politisch oder humanitär, weiß ich nicht. Auszugehen ist aber davon, dass die Politik da schon eine Rolle gespielt hat, denn ohne politischen Hintergedanken ging ja in der DDR nun mal nichts.

      Später dann, in den 60ern, waren die Vietnamesen dort, so etwa bis über die Mitte der 60er Jahre hinaus. Aber es waren auch schon andere, also deutsche Heimkinder da. Dann begann die Umwandlung zu einem Spezialkinderheim. Es geht parallel mit der Benennung der alten Honeckern zur Bildungs- und Erziehungsministerin (oder wie die sich damals nannte). Da gibt es eine Gesetzgebung aus dieser Zeit, wo angeordnet wurde, dass das gesamte Erziehungswesen umzugestalten ist (fällt zusammen mit der Errichtung des JWH Torgau). Im Netz schwirren dazu einige Dinge herum, vor Jahren hatte ich mal einiges heruntergeladen, finde es aber derzeit nicht wieder. So zB. diese Direktive, wo angeordnet wurde, das eben diese Spezialheime zu schaffen seien. Vorher gab es die noch nicht, nur Kinderheime unterschiedlichster Kategorien und natürlich die Werkhöfe.

      @ lieber Be, nun zu Deinem Geschriebenen. Es hat mir nämlich wirklich keine Ruhe gelassen mit Deiner Darstellung der Gruppe 6. Und ich habe die ganze Zeit darüber nachgedacht – auch, ach was rede ich – ich habe vielmehr meine hintersten Gehirnwindungen durchsucht nach irgendwelchen Erinnerungen, auch wenn es nur Brocken sind. Und irgendwie hat dies auch einigermaßen Erfolg gehabt, auch wenn dabei noch alles hinter einem dicken Nebelschleier liegt. Zumindest hat es klick in der Birne gemacht und einige verschwommene Bilder huschten mir vor meinen Augen herum.

      Irgendwie fing das an mit einer schemenhaften Vorstellung einer Gruppe Jungen, welche in Richtung Speissaal ging und einem Erzieher, welchen ich bildlich nirgendwo richtig einsortieren konnte. Einen mit schwarzen Haaren und schwarzer Brille. Diese Jungen waren aber nicht in meiner Gruppe 7, aus der 8 aber auch nicht. Und nun fiel mir noch etwas ein. Von einem aus meiner Gruppe (Jochen O.), der mir mal sagte, er sei schon lange in dem Heim, ich glaube, sogar seit 1969. Das ginge ja nur dann, wenn er in einer Schulklasse gewesen ist, welche niedriger als die 7. Klasse war.

      Dann, nachdem Du das mit den Raumteilern geschrieben hast, fiel mir ein, so etwas schon mal irgendwie gesehen zu haben. Ja, Du hast recht und ich mich geirrt, oben unter dem Dach war etwas. Im Mai 72 war dort aber nichts, möglicherweise hat die ganze Baustellengeschichte im Haus 4 diesen Hintergrund, dass dort oben noch gebaut bzw. renoviert wurde und diese Zentralheizung dahinauf verlegt wurde.

      Im Sommer 72 war ich ja in diesen Ferienlager in Werftpful und wie Du schreibst, bist Du in dieser Zeit in Moritzburg angekommen. Was mir sagt, dass die in dieser Zeit eine neue Gruppe 6 gebildet hatten. Deswegen auch mein Filmriss, weil ich mich an die Zeit davor festgebissen hatte. Und irgendwann einmal wenigstens in der Zeit muss ich mal oben unter dem Dach gewesen sein, weil mir diese Raumteilergeschichte bekannt vorkam (irgendwelche weiß gestrichene Holzregale oä.)

      Das Roland in meiner Gruppe gewesen ist, davon bin ich so ziemlich überzeugt, von der Logik her geht das ja auch gar nicht anders. Ich hatte mir mal Gedanken darüber gemacht, wer in welchen Schlafraum und in welchem Bett gelegen hat. Die Aufstellung der Namen samt Bettensortierung habe ich eigentlich soweit recht gut hinbekommen. Im kleinen Schlafraum und in dem meinigen habe ich mich an alle Namen wiedererinnert, auch wer in welchem Bett lag. Nur im mittleren Schlafraum bekomme ich vier Leute wieder zusammen (Werner K., Norbert G., Rainer D., Ingolf ?,), also sind noch 4 Namen offen, Roland ist auch bei den vier dabei und er muss in einem der hinteren Betten in Richtung Fenster gelegen haben. Aber das bekomme ich auch noch gebacken, kommt Zeit, kommt Rat.

      Wie war das mit der Treppe hoch zu euch? Also die untere Treppe bis zu unseren Schlafräumen war ja aus so einem marmorierten Steinzeugs. War das obere Teil dann noch aus Holz? Ich kann mich nur soweit erinnern bis zu dem oberen Treppenabsatz, weil ich dort mal beim Herumjagen auf die Fresse geflogen bin und mir an der Türklinke eine kleine Ecke von einem Zahn ausgeschlagen hatte. Die Ecke fehlt mir ja heute noch. Zwar nichts dramatisches, jedoch eines meiner Andenken an das Heim neben einer hirnrissigen Tätowierung auf dem linken Unterarm (5 Punkte = allein in vier Wänden), zum Glück genau da, wo die Armbanduhr drüber ist und einigen tiefen Narben auch auf dem Arm (wer hat Mut und schneidet sich mit einer Rasierklinge tief bis auf den Knochen). Solcherart Mutproben gab es einige, zB. große Stopfnadeln oder Sicherheitsnadeln durch die Augenbraue so wie es ähnlich heutzutage auch da und dort in Mode ist. Alles nichts neues, hatten wir früher schon. Mein Gott, was für einen dämlichen Mist man aber auch gemacht hatte! :D

      Warum mein Gedächtnis immer behauptet hat, unter dem Dach war nichts, hat wohl die Ursache darinnen, dass wir keinerlei Kontakt zu den anderen Gruppen hatten außer vielleicht mal Fußballspielen gegen die 8. Die kleineren wurden irgendwie ignoriert, möglicherweise lag es auch an den Erziehern, welche das nicht wollten. Anders kann ich mir das nicht vorstellen. Wie war das denn eigentlich mit der Schulklasse? An eine Mädchengruppe 6 kann ich mich ja noch erinnern. Hattet ihr da gemeinsam Unterricht oder machten die Geschlechtertrennung? Also Männel und Weibel separat.

      Und wie war das eigentlich unter dem Dach mit dem Klo? Es gab ja eins unten, wo auch der Bunker mit war. Das teilte sich die Gruppe 7 und 8 und derjenige, welche Klodienst hatte, der hatte oftmals eine gewaltige Arschkarte gezogen, weil ein großer Teil der Heimkollegen es aller Wahrscheinlichkeit nie gelernt hatte, wie man so eine Gerätschaft benutzt, von Hygiene ganz zu schweigen. Aber da müsst ihr doch unter dem Dach eigene Toiletten gehabt haben. Ich kann mich nicht erinnern, dass die dann kleineren Jungs zum Pinkeln bis da ganz runter gingen. Uns wie war dann eigentlich die Raumaufteilung da oben? Ein Tagesraum, ein Schlafraum, Waschraum und Toilette? Ich meine, so viel Platz ist ja dort oben auch nicht gewesen. Ach ja, und wie war es so im Sommer mit der Temperatur? Das muss doch eine unglaubliche Hitze gewesen sein, denn Dachdämmungen kannten die doch damals noch gar nicht.

      Also, ich finde, das es doch gut ist, dass wir uns wieder einmal schreiben. Siehste, so bin ich nämlich nun wieder etwas schlauer als vorher und ich denke, das mein Gehirn mit der Zeit doch noch einiges an Erinnerungen herausrücken wird. Allzu viel wird es ja nicht mehr werden, jedoch einzelne, wenn auch nicht gerade zusammenhängende Brocken werden es schon sein und damit wird sich dann eben auch ein halbwegs klares Gesamtbild ergeben.

      Das Du das Heim nicht verteufeln tust, verstehe ich voll und ganz. Ich selber befinde für mich die Gesamtsituation als negativ, das heißt, überhaupt in ein Heim gekommen zu sein. Das hat jetzt nichts mit Moritzburg zu tun, mit großem Pech wäre es eben dann ein anderes Heim gewesen, was sicherlich weitaus negativer gewesen wäre. Mir geht es darum, dass es damals keinerlei schlüssigen und erklärbaren Grund gegeben hatte, mich überhaupt in ein Heim zu verfrachten.

      Heute weiß ich, dass an der Heimeinweisung nach Moritzburg die damalige Jugendfürsorgerin daran herumgeschraubt hatte, damit es Moritzburg wird. Ich weiß, dass diese Frau sich zwar um mich als „Fall“ kümmern musste, aber ich weiß auch und habe es nie vergessen, wie die eines Tages mal bei einem Hausbesuch zu meiner Mutter sagte: „aus so einer Familie nimmt man doch kein Kind heraus“. Damals habe ich die Worte nicht verstanden, aber heute umso mehr. Es gab eben damals auch bei vielen Kindern Situationen, wo der Heimaufenthalt weitaus besser empfunden wurde als das Dasein zu Hause. Ich selber kenne bzw. kannte einige Leute, zu denen ich zwar heute (leider) keinen Kontakt mehr habe, welche aus Familien kamen, die diese Bezeichnung nicht wert sind. Bei mir war es etwas anderes, auch die wahren Gründe, welche mich ins Heim und anschließend in den JWH brachten.

      Das musste ich in der langen Zeit seitdem auch erst lernen und vor allem verstehen können. Heute kann ich es, aber mal im ernst, wenn ich darüber spreche, glaubt so etwas niemand, weil es einfach zu unfassbar ist. Ursächlich ging es darum, meine gesamte Familie zu zerstören, ich selber war nur ein kleines Teilchen davon. Meine Großmutter hatte einen Betrieb, der wurde 1972 enteignet, und damit sollte es nicht genug sein. Aber wie gesagt, dass ist eine etwas schwierige und auch langatmige Geschichte, zudem recht weit verzweigt. Sicherlich werde ich auch mal darüber berichten, aber wie, das weiß ich jetzt noch nicht. Denn das ist alles eine recht komplizierte Familiengeschichte. Auf jeden Fall war mein Zuhause immer ein offenes Haus, ich würde sagen, für die damalige Zeit gutbürgerlich. Wir hatten immer Besuch, Geschäftspartner meiner Oma, natürlich auch aus westlichen Ländern. Es war sozusagen eben immer etwas los. Und ich als Balg dort mittendrinn. Logischerweise sieht und hört man dabei Dinge, welche man zwar nicht so richtig versteht, aber eben cool findet. Und dies in der Schule herumposaunt. Da gab es dann eben immer Knatsch. Zuhause wurde eben zB. diskutiert über die damalige FDP-SPD-Koalition und ich quatschte dann das in der Schule, und die fanden es eben nun mal weniger gut. Wie gesagt, eben bloß mal so als ein Beispiel.

      Aber gut, dies nur dazu. Jedenfalls sage ich mal so: Das Heim als solches war schon ok. Und die meisten Erzieher ebenfalls, die hatten ihr Menschsein nicht ganz abgelegt. Aber einige wenige, wirklich ganz wenige, die machten dann eben alles kaputt. Schikanierten die Kinder aber auch ihre Berufskollegen. Diese hatten zum Großteil Angst, durch solche miesen Typen ihre Karriere vernichtet zu bekommen. Und das Hauptaugenmerk dabei war immer nur politischer Natur. Und das war echt zum kotzen.

      Der übelste Kerl von allem war der Herrmann. Der war Hausleiter, Parteifuzzi und rot zum erbrechen. Der hatte mich bereits schon nach einigen Wochen Heimaufenthalt auf seiner Zielscheibe. Ursprünglich – und so steht es auch in dem Heimeinweisungsprotokoll geschrieben – sollte ich nach gewisser Zeit wieder aus dem Heim entlassen werden. Daran versuchte ich immer fest zu glauben. Jedoch der Herrmann sagte mir schon nach einigen Wochen wortwörtlich mit seiner Prollstimme: Dich bringe ich in einen Werkhof! Das der dies wirklich machte, hätte ich mir eigentlich nie vorstellen können, da war gar kein Gedanke daran.

      Zuallererst glaubte ich wirklich fest daran, nach einem Jahr wieder nach Hause zu können. Dann wurde daraus nichts und ich ließ mich dadurch um einiges gehen, zB. schulische Leistungen etc. Eben diese leck-mich-Haltung. Man stand alleine da und niemand konnte einen helfen. Es war einfach keiner da, das war mein Problem damals. Also machte ich ab da verstärkt einen auf kontra. Und dann, nochmals nach einem Jahr, also zum Schulschluss 1974, hatte es dieser Kerl beim Jugendamt durchgesetzt, dass ich in den Werkhof kam. Und der Grund dafür? Es gab keinen echten Grund, genau wie es keinen echten Grund gab, mich in ein Heim einzuweisen.

      Ich hatte genau genommen außer den üblichen Blödsinn, welcher als Kleinkram durchgehen sollte und natürlich ein – ich sag mal, starken Leistungsschwund in der Schule – wirklich nichts ausgefressen. Nie abgehauen, nie etwas zerstört, nie geklaut und nie geprügelt. Was eigentlich dann? Die große Fresse, ablehnend allen gegenüber, was mit Politik und „Ost“ zu tun hatte, das Erklären aller „roten Schwätzer“ zu Vollidioten und dem Lachen über solche Leute, der Totalverweigerung von allem, was irgendwie mit DDR-Politik und allem drum herum zu tun hatte. So war ich eben damals und dies passte denen natürlich ganz und garnicht.

      1972, ich war noch nicht lange im Heim, bekam ich den Auftrag, eine Wandzeitung über die Olympischen Spiele 1972 (Sommer) zu machen. Hatte ich auch gemacht, machte mir sogar Spaß, nur eben anders als wie diese roten Hanseln es sich vorgestellt hatten. Kurz zuvor war nämlich Besuchssonntag, und meine Oma hatte mir dabei einen ganzen Stapel Westzeitungen mitgebracht. Bei uns zuhause war das damals ganz normal, dass wir so etwas zu lesen hatten, und so war es für meine Oma auch ganz normal, ihren Enkel ein paar Zeitungen zum lesen mitzubringen. Kann man ja machen, oder? :D

      Und was machte ich nun? Gut, ich sage mal so, im Nachhinein lag es nicht daran, dass ich irgendwie etwas blöd und blauäugig war. Ich wusste ganz genau, was ich tat und freute mich ja schon innerlich auf die Reaktionen meiner Provokation. Ich schnitt die schönen bunten Bilder aus Bunte, Stern und Quick und pappte eben dies an die Wandzeitung anstelle der eintönig grauen Fotos und dem ganzen blabla aus den Ostzeitungen.

      Nun, auf gewisse Begeisterung stieß mein Kunstwerk schon, aber nicht bei Lehrern und Erziehern. Das war der erste Riesenfettnapf, in den ich trat und weitere in der Art sollten rasch folgen. Denn von sofort an war ich Mode. Das schöne daran war aber immer, man konnte mich dafür nicht bestrafen mit Bunker, Strafarbeiten usw. Man konnte mich zwar ächten und auch vollplärren, aber was hat es mich gejuckt? Nicht die Bohne.

      Oder dann die Sache mit dem Ulbricht-Bild. Aus heutiger Sicht einfach herrlich dämlich, eine Provokation per excellence. Ich konnte einst (und heute noch) recht gut malen. So Zeichnen und solche Sachen lagen mir eigentlich immer sehr, im Schulfach Zeichnen (neben Deutsch) war ich immer so eine Art Leitochse, hatte als Zensur immer eine 1 und ich kann mich noch erinnern, das die Kunst- und Zeichenlehrerin im Heim (die hieß Frau Centner) meine Bilder zu irgend einer Ausstellung schickte.

      Auf jeden Fall hatte ich im Unterricht aus lauter langer Weile den Ulbricht von einer Briefmarke abgemalt. Der war ja 1972 noch der Oberchef und somit sein Face auf jeder Briefmarke drauf. Als das Bild fertig war, hatte die Unterrichtsstunde noch reichlich Zeit. Und somit hatte ich mein Gemälde um einiges verschönert. Aus dem Ulbricht-Kopf wurde zu guter Letzt ein borstiges Hausschwein in kurzen Lederhosen und Ringelschwanz, natürlich mit dem Ulbricht seinen Gesichtszügen. Das nun hatte irgendein anderer dieses beobachtet (ja, es gab eben auch üble Kameradenschweine und schmierige Schleimscheißer, schon im Kindesalter gab es so etwas!), dann das Bild mir aus der Schulmappe gezerrt und ab zum Petzen. („Herr Lehrer, ich weiß etwas, bekomme ich dafür ein Fleißbienchen?“). Da war was los, mein lieber Scholli! Die hätten mich am liebsten öffentlich geschlachtet. Aber trotzdem, auch das reichte nicht für Bunker etc.

      Oder dann Ostern 1973. Wir gingen als Gruppe im Ort spazieren und natürlich waren zu der Zeit massenweise Westautos unterwegs. Die Leute hatten eben ihren Besuch und zeigten denen nun Moritzburg. Auf dem großen Parkplatz stand alles voller Autos, und ich konnte eben nun mal nicht anders, als Autos zu gucken. Ich hatte damals schon so einen Autodachschaden, der scheint mir möglicherweise angeboren zu sein. Aber ich find‘s irgendwie schön, so drauf zu sein, wem es nicht passt, kann mir ja aus dem Weg gehen.

      Nun, aber damals war es so: Die anderen waren schon weitergegangen und mussten nun wegen mir stehen bleiben und warten. Dann ging ein Geplärre los: „jetzt guckt der schon wieder Autos an … usw“. Gerade wollte ich mich losreißen, da kamen irgendwelche Leute, denen wohl das Auto gehörte, welches ich gerade bewunderte und schenkten mir eine Tafel Schokolade. Das hatte der Erzieher gesehen, ich weiß nicht mehr, wer das war (Engelhard?). Da ging wieder ein elendiges Gezerre los. Ich würde mit Westlern reden und Zeug annehmen und all solchen Stuss. Daraufhin hatten mir die dann den kommenden Besuchssonntag gestrichen.

      Etwas später dann wieder während des Unterrichts hatte ich dann aus dem Gedächtnis Westautos gemalt. Ich weiß noch, mein ganzer Stolz war das Frontbild vom Mercedes und die Seitenansicht vom Käfer. Das hatte dann die Russischlehrerin gesehen und mir natürlich meine Gemälde weggenommen. Kurz nach der Schule musste ich dann beim Herrmann stramm stehen und der versuchte mich wieder rund zu machen, weniger wegen dem Malen als solches, sondern wegen dem Mercedesbild. Der Kerl war vollkommen borniert in seinem hirnrissigen Denkschema, der kannte nur eins: sozialistisch mussten alle sein! Naja, und im Nachhinein hat er es ja dann auch geschafft, mich in den Werkhof zu bringen. In meinem Schulabschlusszeugnis steht in der Beurteilung wortwörtlich: „U. hat nach wie vor eine äußerst tadelnswerde Einstellung zu unserer Gesellschaft“.

      Die ist wortwörtlich die absolute Vernichtung von allen, was man irgendwann im Leben in diesem Land machen wollte. Beruf, Weiterbildung, Lehre – eine Beurteilung mit diesen Worten darinnen – und die waren absichtlich so gestaltet – war ein totales Todesurteil für alle Zeiten im Dasein in diesem Land. Ich habe es dann später noch erleben müssen, das war dann der sprichwörtliche Bumerang. Deswegen hatte ich ja dann auch 1987 die Seiten gewechselt, weil es einfach nicht mehr auszuhalten war.

      Nun noch etwas zu dem Prospekt über das Heim, welches ich habe. Es handelt sich hierbei um ein A5-Querformat-Heften aus den 30er Jahren, ich denke eher so Richtung Anfang hin, weil meine Recherche mir gesagt hat, dass es die auf der Rückseite genannte Druckerei in den 20er bis in die 30er Jahre gab. Danach nicht mehr, entweder von den Nazis enteignet oder „arisiert“ oder wer weiß was.

      Der Schreibstil ist natürlich altmodisch, entspricht so den 20er Jahren. Ist also nicht ganz so leicht zu lesen. Die Schrift ist altdeutsch, auf der Titelseite links oben ist ein Signum in einer Art Sütterlin, welches heißt: „Helft Kindern und Kranken“ und darunter nochmals das Wort Helfen.

      Zu den Bildern: als erstes ist das Schloss abgebildet, als nächstes folgt eine Gesamtansicht der Heimfläche. Das Heim befindet sich rechts am Bildrand. Das rechte Einzelhaus ist die Krankenstation, dann folgt die Schule mit dem damals noch vorhandenen Türmchen drauf, die beiden Mädchenhäuser, damals noch die „Knaben“-Häuser. Weiter nach links dann kommen die anderen Häuser im unteren Bereich. Die ganzen Felder im Vordergrund gehörten mit zu dem Heim, da dort die Zöglinge einst „frisch und froh“ arbeiten mussten.

      Das nächste Bild zeigt den aus unserer Zeit bekannten Appellplatz mit Blick auf die Schule und links sowie rechts die beiden Mädchenhäuser 7 und 8. Damals war das noch der „Knabenhof“ oder auch „Knabenberg“ genannt, ergo waren die Mädchen da wo zu unserer Zeit die Jungen wohnten. Dieser große Platz im Vordergrund hatte hier noch eine Bepflanzung, zu DDR-Zeiten stand dann dort nur noch ein Fahnenmast, worum man sich zum Apell aufstellen musste.

      Dann kommt die Diakonenschule, auch bekannt als Brüderhaus. Das ist das damalige Haus 6, daneben sieht man recht schön die Kastanienallee, hier noch mit relativ jungen Bäumen. Am Haus 6 gab es sogar noch einen Vorgarten, man sehe und staune!
      Dann kommt das Haus 4, also unser Jungenhaus, auch noch mit Wiese davor und sogar Rebleitern für Wein an den Wänden. Die gab es dann zu unserer Zeit nicht mehr, man hätte ja des Nachts daran herabklettern können (und abhauen). Im Hintergrund das Haus war dann für Erzieher als Wohnhaus gedacht (Herr Leitert, Herr Walter, welcher später dann ausgezogen ist, da er sich im Ort ein Haus gebaut hatte).

      Das nächste Bild zeigt die Sicht in Richtung Krankenstation/Dusche (im Keller) und Verwaltung, Rechts davon im Hintergrund sieht man den Turm der Schule bzw. Kapelle. Damals war das ein relativ großes Krankenhaus, also im Verhältnis gesehen. Vorne sieht man ein Stück dieser Feldsteinmauer, welche das Heimgelände im unteren und seitlichen Bereich umfasste (Richtung Wald und Großteich). Die kleinen Kinder im Vordergrund tanzen einen fröhlichen Ringelrain, zu unserer Zeit war dies schon lange aus der Mode gekommen. Die Einzelperson links davon müsste eine Erzieherin sein. Damals wohnten die Erzieher bzw. Brüder gemeinsam mit den Kindern in einem Haus. Also man dachte, damit etwa so eine Art Familie nachbilden zu können.

      Anschließend kommen Bilder und dazu gehörende Texte über die Außenstationen des Heimes. Die kenne ich aber nicht mehr, hatten wir doch dazu keine Beziehungen oder auch gehörte das dann zu DDR-Zeiten nicht mehr zum Heim. Das folgende Bild vom Röderhof dürfte für die Leute von Interesse sein, welche im JWH Rödern waren, zeigt es doch einen Teil dieser Anlagen. Auch dieses einzeln stehende Stiftshaus kenne ich nicht, jedoch ist der Baustil weitgehend identisch mit den Moritzburger Häusern. Die Beschreibung der Funktion sagt, dass dies für „Nervenkranke und bettnässende Kinder gedacht war“. Ist schon interessant, wie damals so gedacht wurde.

      Das letzte Bild zeigt ein Panorama mit der Dorfkirche am Horizont. Man muss dabei beachten, dass Moritzburg im Gegensatz zu heute, ja schon zu unserer damaligen Heimzeit hier zu dieser Zeit ein winziges Kuhkaff gewesen ist. Eigentlich geht es bei Moritzburg nur um das Schloss und dem dazugehörigen Gestüt, der Rest waren lediglich Bauernkaten. Vom Erholungswert der Gegend sprach damals noch niemand.

      Wenn die PDF sich nicht öffnen lassen sollte oder nicht richtig lesbar ist, schicke ich sie auch gerne als Mail zu. Da müsst ihr mir es nur sagen. Auf jeden Fall habe ich mir Mühe gegeben, es so gut wie möglich zu machen, hat einen halben Tag Zeit gekostet. Aber zu bedenken ist trotzdem, dass das Original mittlerweile über 80 Jahre alt ist. Also sozusagen nicht mehr ganz druckfrisch.

      Zum Schluss noch, die Begegnung mit der Frau im Biergarten ist ja besonders cool. Wenn ich so überlege: Du warst ja damals – sagen wir mal – ein jugendliches Kind. Und heute? Hast Du Dein jugendliches Kindergesicht erhalten können? :) Ist schon erstaunlich, wie manche Menschen Leute aus der Vergangenheit wiedererkennen, obwohl da ein wenigstens halbes Menschenleben dazwischen liegt.
      Aber ich finde es schön.

      Hier das alte Prospekt: Moritzburger Erziehungs-und Pflegeheim.pdf
      LG Ulli



      Früher gab es den Dorfdeppen – heute gibt es Facebook

      Dieser Beitrag wurde bereits 4 mal editiert, zuletzt von „Ulli“ ()

      Hallo Ulli & Moritzburger,
      ich versuche mal das mit dem Dach hier darzustellen. Ob die Treppe bis unters Dach aus Stein oder Holz war weiß ich nichtmehr, war wohl zu uninteressant. Die Treppe war ja mittig im Haus so war auch bei uns der Eingang mittig in einem nicht endenden langen Flur. Von diesem Flur gingen richtung Sportplatz die Zimmer ab. Vom Küchenhaus aus waren erst zwei größere Schlafräume a 8 Betten , dann der Auffenthaltsraum und danach ein Bettnässer-schlafraum. Da gegenüber war dann unsere Toiletten und der Waschraum. Wenn nachts die Nachtwache dann die Bettnässer weckten haben wir so nix mitbekommen.(wundert mich eigentlich heute noch, daß da Keiner gehänselt wurde) Wie schon geschrieben, bauten wir mit Herrn Botschun zwei Raumteiler in den Flur und somit wurde der zu kleine Auffenthaltsraum auch etwas entlastet. Die Treppe runter war dann noch so ein Zwischenraum für unsere Schuhe Soweit ich das noch in Erinnerung habe waren trotz Dachzimmer alle Fenster vergittert. Aus Angst vor Flucht? Egal so war es eben. Wie Ulli schon schrieb, wurde ja nicht nur der Kontakt zu den Mädchen unterbrochen auch zu den Jungs im eigenen Haus hatte man so gut wie keinen Kontakt. Trotzdem kenne ich noch viele gesichter zu den Namen die Ulli schrieb.
      Norbert und Lothar machten im ersten Jahr nochmal die klasse 6 mit uns und wurden dann entlassen. Ob in ein JWH oder nach Hause erfuhr man natürlich nicht. Auch als Ulli, Jochen und die Anderen entlassen wurden war nichts bekannt wie und wohin leider. Jochen war ja der Junge unter euch Hühnen schmunzel. Den Schwarzhaarigen mit schwarzer brille, den Ulli meint war der Vogel. Der wohnte damals unterm Dach der Küche, in meinen Augen ein widerlicher Mensch gewesen.
      Was ich noch weiß, daß einige von uns Kleinen mal anfang Sommer 1973 bei Euch Großen Strafe stehn mußten hahaha. Wir waren wohl im Übermut nicht leise genug und ich stand bei Werner K stramm wenn mich nicht alles täuscht hahaha . Schade das der Kontakt unter denGruppen so unterbunden wurde, warscheinlich hatten die Oberen mehr Angst als alles Andere. denn was wäre schon passiert? In der Feriengruppe war doch alles gemischt und verstanden hat man sich auch gut. Ehrlich gesagt kann ich mich an nichts Schlechtes unter den Gruppen erinnern.
      Zu der Frage Schule, wir hatten eine gemischte Klasse 6 . bei uns waren ca 6 Mädchen aber so richtig weiß ich das nicht, ich mochte keine Schule.Gemischte Klasse blieb es bis zu meiner Entlassung1975. Hätte es 9.&10 Klasse in Moritzburg gehabt, wäre mein Auffenthalt um 2 Jahre verlängert worden. Mein Klassenlehrer war Herr Hähnel.
      Oh ja der rote Herrmann, in meinen Augen ein Nazi im roten Gewand! Eine absolute widerliche Gestalt und verantwortlich für sehr viele Schicksale die nicht hätten sein dürfen. Ich habe die ganze Zeit in Moritzburg nicht einmal was Gutes über diese Gestalt gehört im Gegenteil. Vor Dem hatten gar die Erzieher und Angestellten angst. Der hatt mal bei uns rumgetobt wie ein kleiner Hitler, vollkommen an der Realität vorbei sowas von Beleidigend usw. einfach nur Irre und man bekahm da wirklich angst wenn der im Wahn war. Völlig unakzeptabel und darum haben die den irgentwie abserviert weil nichtmehr tragbar.
      Das Heime solsch schlechten Rum ernteten lag natürlich auch an Fällen wie Ullis und Anderer, da semtliche Heime auch politisch ausgenutzt wurden. Man weiß ja heute auch, daß alle Heime ,Spezialheime sowie JWH unter der Knute der Staatssicherheit lagen.
      Ulli, vielen Dank für Deine Beiträge die bringen mein Gedächtnis auch mehr in Schwung, bis denne mal gruß Be!
      Gott schuf die Menschheit und lies sie wachsen, dann kam derTeufel und schuf die Sachsen!
      ps: ich bin dem Teufel sehr dankbar!
      Habe heute nach langen Suchen wieder einiges gefunden, was ich einst im alten Forum so reingesetzt hatte. Auch einige Bilder, drei davon mit Gesichtern. Man sieht ua. den Erzieher Herr Reißer. Wenn ich ihn mir so ansehe, war der ja damals noch recht jung, so in den 30ern. Ich erinnerte mich bislang eigentlich immer an einen alten Knacker. Naja, die Zeit, die Zeit, sie vergeht. :egyptian:
      (Bild vom Autor entfernt am 20.11.2016)

      Das Foto hatte mir mal der xxx geschickt, welcher damals in das alte Forum kam. Schade, der Kontakt ist dann eben wieder abgebrochen. Aber ich habe noch seine Mail-Adresse. Auf dem Foto ist in der Mitte der Reißer, die drei Jungen sagen mir momentan nichts. Muss noch vor meiner Zeit gewesen sein. Das Bild entstand in einem Gruppenraum, im Hintergrund sieht man den Kachelofen, welcher aber damals nie benutzt wurde. Möglicherweise ist das Bild etwas klein geraten. Ich habe es ausgeschnitten aus einer Seite, worauf insgesamt 3 Bilder sind, also alles welche mit Gesichtern. Vielleicht stelle ich die später mal ein, mal sehen.

      Hier habe ich mal eine Satellitenaufnahme (Google), so etwa abgespeichert vor 8 Jahren, noch im alten Forum. Ich schreibe mal passend zu den Zahlen, welche ich da hineingeschrieben habe, eine Art Legende. Das Bild stellt das Heimgelände von oben dar, linke Seite ist die August-Bebel-Straße, oben zeigt es in Richtung Schloss. Was man davor sieht, ist der kleine Teich, wo wir immer im Winter Schlittschuhlaufen waren.

      Rechte Seite ist dann die Mauer, dahinter begann der Wald. Wie es aussieht, hat man die Stelle auch bebaut, wohl mit Schrebergärten oö. Weiter nach rechts geht es dann Richtung Großteich/Russenbad, wo wir immer Baden gingen und auf halben Weg lag dann noch die Räuberschänke.
      Unten, also südlich, ist Acker oder Feld. Die Zahlen sind durcheinander, so dass man von Süden nach Norden sich durchfitzen kann.

      16 = 1. Einfahrt

      10 = Verwaltung, Krankenstation, Dusche im Keller

      8 = Schule

      6 = Haus 7 / Mädchen

      7 = Haus 8 / Mädchen

      9 = Neubau ab Ende 1974 bis 1975

      17 = Appellplatz vor der Schule

      11 = Sportplatz. Links und oben daneben in etwas Abstand befindet sich ein Wäldchen, so wie eine Ecke. Da hatten wir immer meistens Montagnachmittag Arbeitseinsatz. Unkraut zupfen, irgendwelche Gräben freischippen und all solches eher unbequemes Zeug. Montagnachmittag war immer eine elendige Mistzeit! Vor allem bei Regen, da musste man trotzdem dort herumbuddeln. Der Herr Leitert war da der geborene Gartenfetischist, der machte dabei vor allem selber noch mit.

      14 = Neubau aus der Neuzeit. Ist irgend eine Schule von der ev. Kirche

      5 = Gärtnerei mit Gewächshäusern

      3 = Haus 6. Herr Lohse wohnte dort, später auch ich glaube die Frau Luth.

      4 = Flachbau, Nähstube

      2 = Speisesaal mit Küche. Oben unterm Dach war die Kleiderstube, im Keller die Wäscherei mit Mangel. Hinten um die Ecke herum war eine Werkstatt vom Hausmeister. In der oberen Etage wohnte ein Erzieher.

      1 = Haus 4 / Jungen

      12 = in dem Haus wohnten Erzieher (Leitert / Walter)

      13 = das Haus vom Direktor (Schubert). Gegenüber Richtung Mauer bzw. Schloss stand damals noch ein etwas älteres Haus, darinnen wohnten ein Lehrer oder Erzieher, Herr Göpfert und ich glaube, der Botzschun. Das Haus steht heute nicht mehr, die Fundamente sieht man aber noch

      15 = 2. Einfahrt, Richtung Gestüt. An der Einfahrt steht noch so ein kleines, halb verfallenes Haus. Ganz früher war das wahrscheinlich eine Art Pförtnerloge.

      Zwischen den Einfahrten an der Straße war früher lediglich eine etwa hüfthohe Mauer mit einem Drahtzaun drauf. Heute ist die ganze Seite offen und dort sind lauter neue Häuser gebaut worden, alles auf nun ehemaliges Heimgelände. Früher verlief innerhalb des Geländes dort ein Weg, welchen wir im Sportunterricht immer entlang rennen mussten. War echt belastend, aber immerhin: man kannte ja gewisse Abkürzungen querbeetein.

      Wer kennt noch die beiden großen Eingangstore? Die standen ja meistens offen. Die hatten so ein Motiv wie eine aufgehende Sonne in Form der Streben und in der Mitte stand „KKH“ für Käthe-Kollwitz-Heim. Das alles in gelber Farbe. Verbreitert war aber unter den Insassen für das KKH eher die Bezeichnung „Käse-Kuchen-Haus“.
      Moritzburg-Heimgelände.jpg
      Früher gab es den Dorfdeppen – heute gibt es Facebook

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von „Mandy“ () aus folgendem Grund: Bild auf Wunsch des Beitragserstellers gelöscht Gruß Mandy

      Hi Ulli,
      das Foto mit dem Raißer muß lange vor uns gemacht worden sein denn so habe ich den Raißer nicht in Erinnerung. Noch in meiner Lehrzeit lief der mir mal in Dresden Pragert Strasse über den Weg da war er bestimmt über die 40. Wo wir in Moritzburg waren war der wohl kurz davor. Von dem habe ich mal Eine geschmiert bekommen, klar war ja 12 und bei Euch ging dem wohl die Muffe. In Dresden kam mir das dann sehr bekannt vor denn gesehn hat der mich aber durch das Stahlwerk und man wird ja auch älter war da eben nicht ein kleiner Bengel sonder Einer der zulangen kann und der machte schon nen großen Bogen um mich. Ging mir bissl runter wie Öl.
      Bei uns war der sogenannte Gartentag der Mittwoch und eins stimmt, der Großgärtner Leitert war nicht zu bremsen. Wir hatten zu damaliger Zeit ein Stück mitten in der Kastanienallee, linker Hand richtung Schule. Da wollte er unbedingt einen Steingarten hinzaubern. Ich hasste Garten schon von Hause aus und dort bekam ich den Rest. Für mich gibt es dadurch nix Besseres, als Beton, grüne Farbe und Gelb für ne Blume ferdsch is der Garten ohhh!
      Mit der Räuberhütte liegste etwas falsch. Die ist vom Heim aus hinter dem Bahnhof. Ich glaub die Strasse wo unser Zahnarzt war gerade durch bis zum Wald. Was Du meintest ist die
      Waldschänke gewesen. Zu Ostzeiten ein Nobelding aber auch heute noch super. Wir haben da mal alle dem Fiedel Castro winken müssen als der mit Honny zu besuch in Moritzburg war.
      Nen großen Ochsen am Spieß hatten se gegrillt aber für uns Mob war nur ne Nase Düft über und der Ochse hätte uns bestimmt besser geschmeckt als den verwöhnten Oldis.
      Bis denne mal Gruß Be!
      Gott schuf die Menschheit und lies sie wachsen, dann kam derTeufel und schuf die Sachsen!
      ps: ich bin dem Teufel sehr dankbar!
      Richtig, dass Ding hieß ja Waldschänke. Da drin war ich noch nie, aber in der Räuberhütte mal sehr später mit meinem damaligen Betrieb zu so einer spießigen Betriebsfeier. Während der Heimzeit war ich zu den Besuchssonntagen lediglich immer in der Schlossschänke zum Mittagessen. Dort traf man dann auch alle anderen wieder, weil mehr Auswahl an Restaurants gab es ja damals nicht in dem Kaff. Oder einmal auch auf dem Auer, da gab es auch eine Kneipe. Aber so oft war das nun auch wieder nicht, denn aller zwei Monate war Besuchssonntag und die Hälfte davon hatte ich Ausgangssperre. Hahaha…

      Das Bild mit dem Reißer müsste etwa so Ende der 60er Jahre aufgenommen sein, weil der, von dem ich es bekommen habe, so ab 68/69 in Moritzburg war, damals wohl noch als Knirps. Der Reißer hatte eine ziemlich lockere Hand, der langte schnell mal zu. Aber immer nur bei Leuten, wo kein Gegenschlag zu erwarten war. Mich hatte der zwar auch etwas auf dem Kieker, das konnte man immer daran erkennen, wenn man von dem immer nur mit Nachnamen angesprochen wurde und dies dazu in einem ziemlich räudigen Ton. Aber der hatte sich mehr auf die etwas schmächtigeren Jungs spezialisiert, um denen bei passender Gelegenheit eine Schelle zu verpassen.

      Ich kann mich erinnern, dass der Reißer es mit Modellbau so hatte. Da gab es so eine Bastelgruppe, wo ich auch drinnen war. Der Modellbauraum war im Haus 4, ganz hinten rechts neben der Toilette, gegenüber vom Gruppenraum 8. Ich hatte damals an einem Segelboot gebaut, aber es nie fertig bekommen, da ich ja dann in den Werkhof kam. Möchte mal wissen, was aus dem Ding geworden ist. Sicherlich hat es sich dann nach mir irgendjemand unter den Nagel gerissen. In so einer Arbeitsgemeinschaft (so hieß das, glaube ich) zu sein, konnte von Vorteil sein, weil man da immer mal einen Grund hatte, sich abzuseilen, wenn es irgend eine Versammlung oder Arbeiten gab, wo man sich ganz gerne ausgeklinkt hätte.

      Später gab es dann auch so eine GST-Gruppe, so ab 1973, welche der Engelhard leitete. Eigentlich war das nichts bedeutendes, es hieß nur, man konnte den Mopedführerschein machen, wenn man da beitritt und schon 16 ist. Von Militärkram war da noch nicht die Rede. Mit dem Mopedschein wollten die einen nur ködern, um da mitzumachen. Das organisierte dann der Engelhard, der hatte so einen grauen Hühnerschreck (SR2E), mit welchen der hin- und wieder mal zum Dienst kam – von Dresden bis Moritzburg mit so einer Eierfeile! Ansonsten hatte der ja ein Motorrad, eine ETS, später eine TS, glaube, eine rote war es.

      Bei mir hatte es sich aber dann alsbald zerschlagen, weil ich nicht in diese GST eintreten wollte, aber den Mopedschein hätte ich schon ganz gerne gemacht. Ich bin ja auch nie in diese FDJ eingetreten, musste aber trotzdem immer dieses blaue Hemd anziehen und auch die Mitgliedsbeiträge wurden mir abgezogen. Ich hatte dann nichts dazu gesagt, weil ich keine Lust mehr drauf hatte, deswegen mich von den roten Heinis schikanieren zu lassen. Was dann aus der Mopedgeschichte geworden ist bzw. ob überhaupt jemand so ein Ding bekommen hat, weiß ich nicht mehr. Später dann, also schon nach mir, hatten die sich ja angeblich auch mit Militärkram ausgesponnen (vormilitärische Ausbildung und Zivilverteidigung hieß der Schwachsinn, glaube ich).

      Im Zusammenhang mit der Waldschänke fallen mir gerade unsere Badeaktionen ein. Da ging es immer geschlossen zum Großteich, dort befanden sich einige vergammelte Holzhütten als Umkleidekabinen und auch so etwas in der Art eines Donnerbalkens. Der war aber schon lange nicht mehr in Betrieb, also regelrecht ausgetrocknet bzw. versteinert. Es hieß, das hatten mal die Russen gebaut. Der Weg dahin führte am Großteich vorbei, dann über so einen Damm, welcher den Teich in zwei Teile trennte. Weiter links, etwas entfernt, stand der Moritzburger Leuchtturm. Dort waren wir aber nie. An dem Damm gab es so einen Überlauf, eine Art Wehr. Dort konnte man Krebse fangen.

      Der Teich als solcher war ja ein Fischzuchtteich. Im späten Sommer stank das Wasser wie die Pest, weil die diese Viecher dort mit Mais fütterten und das Zeug im Wasser vergammelte. Als Badehosen hatten wir solche Dreiecksbadehosen, welche man beim Schwimmen durchaus mal verlieren konnte, so ein billiger Mist war das. Ein Vorteil hatte diese Badestelle, sie war recht einsam gelegen und man hatte seine Ruhe. War ja auch nicht viel dazu. Es gab aber noch ein anderes Bad, am Waldteich. Da war auch ein Zeltplatz und wenn mich nicht alles täuscht, arbeitete dort die Frau von Herrn Leitert.

      Einmal, da kann ich mich noch daran erinnern, wir gingen zum Baden an den Großteich, da standen die Russen mit ihren siffigen LKW’s im Teich drinnen und wuschen ihre mistigen Dreckskarren. Muss man sich mal überlegen: das waren Fischzuchtteiche mit Karpfen drinnen. Die Biester schmecken danach nach Öl und Benzin! Pfui Spinne!

      bis bald, Gruß Ulli
      Früher gab es den Dorfdeppen – heute gibt es Facebook

      Ulli schrieb:

      Wer kennt noch die beiden großen Eingangstore? Die standen ja meistens offen. Die hatten so ein Motiv wie eine aufgehende Sonne in Form der Streben und in der Mitte stand „KKH“ für Käthe-Kollwitz-Heim.

      ..jo ... die sind noch erinnerlich ... sind wir doch jede Woche mindestens einmal da durch ... zum UTP - Unterricht ..irgentwie da am Bahnhof - jedenfalls am Bahnübergang (Richtung Dresden). War ja immer nen Stück durch Moritzburg zu laufen).

      Ulli schrieb:

      Während der Heimzeit war ich zu den Besuchssonntagen lediglich immer in der Schlossschänke zum Mittagessen. Dort traf man dann auch alle anderen wieder, weil mehr Auswahl an Restaurants gab es ja damals nicht in dem Kaff.

      ..stimmt ... dort traf man das halbe Heim zum "Besuchssonntag". Besuchssonntag war nur jeden zweiten Sonntag ? Das wusste ich net mehr. Naja ..war ja auch immer so nen "Druckmittel". Ich durfte auch nicht jeden Besuchssonntag" raus .... (man wird doch kein Rüpel gewesne sein ?)

      Aber, gab es nicht damals schon diese zwei Gaststätten im Dorf, rechts und links der Fernverkehrsstraße ? Ich glaube, wir wollten einmal in eine Gaststätte rein - sie war voll, und sind dann in die (größere) Gaststätte hinein ...Naja, zu DDR-Zeiten waren wohl alle Gaststätten stark besucht ...

      Ulli schrieb:

      Später gab es dann auch so eine GST-Gruppe, so ab 1973, welche der Engelhard leitete. Eigentlich war das nichts bedeutendes, es hieß nur, man konnte den Mopedführerschein machen, wenn man da beitritt und schon 16 ist. Von Militärkram war da noch nicht die Rede. Mit dem Mopedschein wollten die einen nur ködern, um da mitzumachen. Das organisierte dann der Engelhard, der hatte so einen grauen Hühnerschreck (SR2E),

      ..ja ... an diese "vormilitärische Ausbildung kann ich mich auch noch gut erinnern, irgend wie war das über "Planeta" Radebeul, nen Druckmaschinenhersteller, organisiert. Waren auch mal zu Wettkämpfen im "Lößnitzgrund ?) ...MMK - Militärischer Mehrkampf ... Laufen - Schießen ..und ? Hatten da sogar mit ner KK - MPi (Kalaschnikow) geschossen ...

      naja, ich hatte es sowieso etwas mit dem Militär (noch heute , Technik und Schlachten ...) darum bin ich auch später auf nee dementsprechende Hochschule ... und wieder weg ...wollt ja was Praktisches lernen (Pionieroffizier) und nixs Theoretisches (ML) ...(und jetzt geht es gleich zum Schützenverein)

      Mit dem Mopedführerschein .. hatte ich mich schon mal mit Peter unterhalten .. also ich kann mich noch daran erinnern, den hatten wir in Moritzburg gemacht. Theorie war in der Schule (1, 2 Tage ?) und mit so nen SR2 wurde aufn Sportplatz gefahren.
      Dies muss 1975 im Frühjahr gewesen sein. Denn kurz danach bin ich entlassen worden. Kurz danach im Sommer wollt ich mir den Führerschein aufn VPKA Dresden-Stadt abholen. Da wurde dann gesagt, die Prüfung ist in Dresden-Land absolviert wurden ..müsste ich den FS im VKPA Dresden-Land abholen. Das war mir dann zu dumm .. ich hab es gelassen.

      Ulli schrieb:

      Im Zusammenhang mit der Waldschänke fallen mir gerade unsere Badeaktionen ein. Da ging es immer geschlossen zum Großteich, dort befanden sich einige vergammelte Holzhütten als Umkleidekabinen und auch so etwas in der Art eines Donnerbalkens. Der war aber schon lange nicht mehr in Betrieb, also regelrecht ausgetrocknet bzw. versteinert. Es hieß, das hatten mal die Russen gebaut. Der Weg dahin führte am Großteich vorbei, dann über so einen Damm, welcher den Teich in zwei Teile trennte. Weiter links, etwas entfernt, stand der Moritzburger Leuchtturm. Dort waren wir aber nie. An dem Damm gab es so einen Überlauf, eine Art Wehr. Dort konnte man Krebse fangen.


      Ja, der Großteich ..das war schon nen Stück Weg bis dahin .. aber auch schön, Stück durch den ald, und die Badestelle auch meist leer ... nen Wasserfreak bin ich ja auch geblieben ...
      Wir sind ja auch im Winter manchmal diesen Weg gelaufen ... über dem Eis ...mitunter knackte es schon ...

      Zum Leuchtturm sind wir einmal gelaufen ... ziemlich zu Ende meiner Zeit ..wenn ich mich richtig erinnere könnte das an einem 24.12. kurz vor der Beschehrung gewesen sein ... (also 24.12.74) für mich als Landratte war so nen Leuchtturm schon etwas ...sumal auch noch am Land ...(heutzutage hängen da ja überall "Erklärtafeln" ... mitunter ganz interessant ..

      Ulli schrieb:

      Es gab aber noch ein anderes Bad, am Waldteich. Da war auch ein Zeltplatz und wenn mich nicht alles täuscht, arbeitete dort die Frau von Herrn Leitert.

      Ja, auch daran erinnere ich mich ..wir waren aber nicht oft dort ... zweimal ? Dies Bad war natürlich schöner - nur der Weg auch etwas länger, links neben dem See am Moritzburger Schloß vorbei.

      Mir kommt gerade in Erinnerung - wir waren da ja ziemlich oft unterwegs - gab es auch einmal eine Radtour, auf der Bundesstraße Richtung Meißen (vorm Schloß da links weg) ...das war wohl schon gewagt ..zwanzig Rapauken aufn Fahrrad. Waren dann irgendwo, wo es kleine Sandsteinfelsen gab, wo natürlich herumgeklettert wurde. Nebenan war nen kleiner Tümpel ... und da stand doch wirklich noch nee Tonne Karbid ... (wenn ich später den Film "Karbid und Sauerampfer" gesehen hatte - musste ich immer daran denken ...ich hatte den Film paarmal gesehen, weil er z.t hier in der Gegend gedreht worden ist).
      Tja, ich glaube auch zu wissen, dass irgend Jemand wusste, wozu Karbid gebrucht worden ist ..und wir dies auch versuchten ...

      =)
      Wer so offen ist wie ich ..der kann doch nicht ganz dicht sein ..egal wie dicht du bist.. Goethe war Dichter ....

      Gibt dir det Leben einen Puff, da weene keene Träne. Lach dir nen Ast und setz dir druff Un baumle mit de Beene.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Halavero“ ()

      Be1801 schrieb:

      Bei uns war der sogenannte Gartentag der Mittwoch und eins stimmt, der Großgärtner Leitert war nicht zu bremsen. Wir hatten zu damaliger Zeit ein Stück mitten in der Kastanienallee, linker Hand richtung Schule. Da wollte er unbedingt einen Steingarten hinzaubern. Ich hasste Garten schon von Hause aus und dort bekam ich den Rest. Für mich gibt es dadurch nix Besseres, als Beton, grüne Farbe und Gelb für ne Blume ferdsch is der Garten ohhh!

      ..ich weiß nur, im letzten Jahr müsste der "Gartentag" an nen Montag gewesen sein .. ich hatte es damals auch immer etwas verflucht .. als Stadtkind konnte man damit net viel anfangen ... wir müssten da dann nen Gartenrevier an der Gärtnerei gehabt haben (hatten ja auch ab und zu den gräben da gesäubert)

      ..erinnerlicher habe ich da ja die ersten "Händchenhalten" mit meinem "Traum" ...(ja Bubay ...det gab es auch woanders ...)

      Aber ich kann mich auch noch an Arbeiten im Steingarten erinnern ...und an die schönen Steinbänke ...(und den Erzählungen der größeren Jungs mit ihren Erlebnissen auf den Steinbänken ....)

      Aber ..Heute hat man ja nen "großes" Grundstück .... was mal "Wüste" war ... man wollt es grün haben .. und so hat man sich etwas mit Natur beschäftigt ...heute sagen die Nachbarn .. ich wär mal lieber Gärtner geworden ...weil ich da oft von früh bis Abends werkel ...

      =)
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      Jaja, der UTP-Unterricht (Unterricht in der technischen Produktion hieß das ins Deutsche übersetzt). Da ging der Weg durch den gesamtem Ort durch und – wie Du schon schriebst – am Dorfende in Richtung DD kurz vor dem Bahnübergang linker Hand, da war das Kino. Und in diesem in einem großen Kellerraum mussten wir dann technisch produktiv werden. Da ging es aber noch um die althergebrachten Tätigkeiten, zB. einen Hammer feilen aus einem Klotz Metall. Ich weiß noch, da wollte ich es mal wirklich technisch machen, als mal keiner hinschaute und habe das Ding versucht, an einer Schleifmaschine zu bearbeiten, damit es schneller geht. Kaum an die rotierende Scheibe gehalten, verklemmte sich das Mistding dazwischen. Das gab einen Rums! Danach dürfte die Schleifscheibe hinüber gewesen sein.

      Ich überlege gerade die ganze Zeit, ob wir damals alleine den Weg gegangen sind oder ob jedes mal ein Erzieher als unser Aufseher mitlaufen musste. Irgendwie ist mir aber so.

      Diese UTP-Geschichte oblag dem so genannten Patenbetrieb, das war dieser Planeta aus Radebeul. Die machten dort Druckmaschinen. Aber das war trotzdem noch wenigstens so eine Art Unterricht, wo man zumindest etwas lernen sollte. Später dann, also jetzt nicht in Moritzburg, war das dann nichts weiter als industriell organisierte Kinderarbeit. Mein Bruder musste in Dresden bei Pentacon im Akkord am Fließband irgendwelche Metallteile entgraten. Das war so Anfang der 80er Jahre.

      Dieses Kino in Moritzburg hatte einen großen Hof, wo wir immer Pause machten. Da standen eines Tages völlig unangeschlossen einige Fahrräder herum. Und wir hatten nichts Besseres zu tun, als mit den Dingern dort durch die Gegend zu preschen.

      Und eines Tages passierte es, womit ich nie gerechnet hätte, ja nicht einmal ahnen konnte. Kommt doch plötzlich dieser Filmvorfürfritze angelatscht und will uns irgendwelche Vorschriften machen. Ich dachte, mich trifft der Schlag! War es doch der olle Klugscheißer, welcher bei uns im Haus wohnte in der Souterrainwohnung.

      Der wusste ja nicht, dass ich im Heim war und erkannte mich natürlich sofort. Der schaute ganz schön dumm aus der Wäsche und später, so habe ich es mir sagen lassen, hatte der bei uns zuhause allen dort wohnenden Spießern erzählt, ich sei im Heim. Naja, da war es eben Gesprächsthema Nummer eins in der Nachbarschaft. Aber was soll’s! Ist der Ruf erst ruiniert, dann lebt es sich ganz ungeniert.
      Früher gab es den Dorfdeppen – heute gibt es Facebook
      Hi alle Moritzburger,
      ha UTP, Ulli wer kennt das nicht? Auch ich versuchte mich daran , einen Hammer zu biegen. Gefeilt hatt den ja jeder Moritzburger aber gebogen,daß gabs noch nie!!! Leider bin ich da ein wenig kläglich gescheitert, was mir die Weisheit des Feilens beibrachte. Soweit meine grauen Hirnzellen noch funktionierten, wir haben auch gebohrt usw. Alles für den Aufbau des Sozialismus und der Pate für diese Sachen war in dem Moment die Druckfabriek Planeta. Die scheiß Karren stehn heute noch off unseren Füßen,autsch!! sfg!
      Ulli, wie kommst Du auf das schmale Brett, daß wir Verbrecher da allein hindurften? Ohne Leithammel ging da mal garnix! Habsch überlesen, Du kennst Planeta! Ich lasse es trotzdem mal so stehn. Passt ja irgentwie.Ulli, dein Bruder machte die selbe scheiß Arbeit die keiner wollte. Das scheiß Kameragehäuse von Pentagon wurde im Pulverpressverfahren hergestellt und das gab überall einen bösen Grat, da gingen auch schon Finger verlohren, weil so scharf. Die Zohne war bekannt für: alle gefährlichen Arbeiten machten Inhaftierte und miese Pillepalle ließ man von ,oder in staatlichen Einrichtungen machen,wie auch SKH & JWH.
      Kino Moritzburg?? Da kenne ich garnix von. Entweder war ich immer böse und durfte nicht mit oder es war für uns und später fehl am Platz. Ich erinnere mich eher, das mal so Filmvorführer im Heim waren, glob einmal im Jahr. Für uns damals eine Sensation auch wenn die den alleraleerletzten Film beihatten, es war Abwechslung für uns.
      Mein lieber Halavero, der Gartentag war am Mittwoch. Händchenhalten wo wir geschwitzt haben? Mh iss ja wohl die Frechheit! Gönne aber Jedem das Glück. ich schwör! Nur mit den Steinbänken komm ich net klar, a gabs zu unserer Zeit keene und b, bei der strengen Trennung von allen Gruppen und den Mädels sowieso , ergo nicht möglich. Ich höre heute noch die Lut wie eine Furie kreischen, weil wir Jungs den Ball vom Sportplatz aus nach den Mädchenhäusern schossen, um mal näher an die Weiber ranzukommen. Man, jede Sirene war gegen die Lut eine Luftpumpe!
      Auch an die Tore erinnere ich mich gut. Alles wie Ulli schrieb und dazu in gelb gepinselt. Naja wers schön fand??
      Mit der vormillitärischen Ausbildung, das war globe Alles nur reine Verarsche.Einzig und alleine ging es da mehr um Sport und das KKH konnte sich somit mit anderen Orten messen. Wir warn mal zu so nem Wettkampf in Radebeul. Ob wir gut sind oder nicht, uns gings eher darum,mal rauszukommen und wie ich aber weiß, warn wir nie die Schlechtesten, eher vorn an. Lag wohl sicherlich mit am millitärischen Trill,der in den Heimen üblich war.
      Ulli,, das Bad was Du beschreibst war das Mittelteischbad und existiert heute noch in voller Pracht. Geradewegs vom Heim aus am Schloss vorbei,ca 15 min durch den Busch, aber da waren wir vom Heim aus nie drinne,erstens kostete das da was und zweitens war der Großteich näher lach.
      für heute schließe ich,muß ins Bette, schit Frühschicht. Ich wünsch Euch was,GrußBe!
      Gott schuf die Menschheit und lies sie wachsen, dann kam derTeufel und schuf die Sachsen!
      ps: ich bin dem Teufel sehr dankbar!

      klaus ich war auch in moritzburg 1959 60

      Be1801 schrieb:

      Moritzburg ist für mich ein zweischneidiges Schwert. Es sind Sachen passiert,die ich nicht näher beschreiben möchte,die waren einfach nur Sch....e und wiederum möchte ich Moritzburg nicht missen.
      Geht es Euch auch so,wenn Ihr mal so zurückdenkt?
      Bin mal gespannt ,wie es anderen Usern so ergeht.
      Gruß Be!
      wer kann sich an mich erinnern mein nahme klaus böhr.mein erzieher war h.leitert heim leiter h.specht.bitte um andwort.klaus_vohwinkel@yahoo.de