Moritzburg

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      zeiler schrieb:

      ich war schon zweimal auf dem Schloss zu Besuch,


      ..aha ...das Heim ist dann rechts davon ...


      ....aufn/ im Schloß hatten wir Jugendweihe ... das hatte auch nicht Jeder ...

      :dse:
      Wer so offen ist wie ich ..der kann doch nicht ganz dicht sein ..egal wie dicht du bist.. Goethe war Dichter ....

      Gibt dir det Leben einen Puff, da weene keene Träne. Lach dir nen Ast und setz dir druff Un baumle mit de Beene.

      zeiler schrieb:

      haben wir uns mit dem Hausmeister der Anlage unterhalten der uns einiges zu Moritzburg und natürlich dem Heim erzählte.



      ..das ist jetzt aber interessant ... meine ..das Schloß ist wirklich schön ...vom Schloßbau selber bis zur Umgebung ..


      ...und die Heimanalge ... ich war ein paarmal auf dem ehemaligen Heimgelände bei der Durchreise nach Dresden gewesen. Konnt man schön in dieser parkähnlichen Anlage spazieren. Ich hab meiner Frau auch die Anlage, Häuser erklärt ...nur ... wir haben keine Persone da gesehen (wäre für mich interessant gewesen, mich mit Jemanden über das Gelände zu unterhalten) .... gelesen hatte ich nur ..dass die "Mädchenhäuser" oben an der ehemaligen Schule irgend nen katholisches Suchtheim geworden sein soll (war nen neues Schulgebäude hinter dem alten Schulgebäude errichtet worden) ... die anderen Gebäude standen ziemlich unbenutzt ..etwas heruntergekommen rum ..leider ... insgesamt war es ja eine schöne Anlage ...

      (vielleicht investieren ja mal in Zukunft Vietnamesen in die Anlage) ... die kennst die Geschichte ..den Bezug zu den Vietnamensen ? Ich hab es schon einmal in einem Beitrag hier geschrieben ...

      :dse:
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      Hallo an alle,

      ich war auch in Moritzburg von 93-94.
      Leider weiß ich nicht mehr in welchem Haus, da einzige was ich noch weiß ist das es links war wenn man von der Schule die Kastanien Allee runter kam.
      Auch kann ich mich noch recht gut an Herrn Nestler erinnern. Und an Peter Pieniak und eine Schwester Elke.
      .. die Kastanienallee herunter links ? Das war Haus 4 ... 1973 das Jungenhaus ... die zwei Mädchenhäuser wären da oben ...rechts und links von der (alten) Schule ....

      ...aber ...da musst du ja fast der letzte Bewohner dort unten gewesen sein ..um die Zeit war ich das Gelände mal besuchen ....da war im unteren Bereich schon alles stillgelegt, nur das alte Schulgebäude und nen Mädchengebäude waren noch bewirtschaftet ...von irgend nen kirchlichen Suchtverein ....
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      Ich war zwischen Weihnachten und Neujahr mal wieder in Moritzburg. Es hat sich ja viel verändert und Einiges fehlt, trotzdem wußte ich genau wo ich langfuhr. logisch wenn man 3 Jahre in Moritzburg untergebracht war. Was mal der Park war, ( hinter dem komischen Flachbau rechter Hand hinterm ehemaligen Heimleiterhaus ) erkennt man ja garnixmehr aber wer mit offenen Augen da langgeht wird feststellen, daß in dem Büschgewirr und Unkraut sich verschiedene Edelhölzer tummeln. Selbst ein ehemaliger Weg wird so erkennbar. Wieso erkenne ich den Weg so genau wieder?? Habe doch da auch mit gepflanzt. Ist lange lange her aber interessant was für einen Fingerabdruck wir da hinterlassen haben in Form von Edelhölzern.
      Solltet Ihr mal da vorbeikommen, achtet mal darauf! Gruß Be!
      Gott schuf die Menschheit und lies sie wachsen, dann kam derTeufel und schuf die Sachsen!
      ps: ich bin dem Teufel sehr dankbar!

      Telefon in Moritzburg

      Wer von den Moritzburgern weiß eigentlich noch, daß ohne unserer Arbeit ( hacken und schaufeln, schwitz) Sommer 1973 warscheinlich heute noch kein Telefon in Moritzburg geben würde?
      Ok bissl übertrieben aber Fakt ist : Moritzburg wurde mit unserer Hände Arbeit an das Telefonnetz angeschlossen. Eigott da tun mir doch grad wieder die Batschen weh grins!
      PS: das Schweinegelände war steinig kotz!
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      ps: ich bin dem Teufel sehr dankbar!
      Sommer 73 ? - ich kann mich noch an irgend welchen Subotniks (Straße kehren ) im Dorf erinnern. Aber Gräben schaufeln für Telefonleitungen ? - nee ... kann ich mich net erinnern ... da ist wohl zu viel bei mir "verschütt" gegangen von dieser Zeit (aber das hatten wir ja schon mal festgestellt).

      Schön, die mal wieder zu lesen ....

      ;)
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      ich muß zum beitrag telefon noch eine bemerkung schreiben.
      wir wurden damals nicht zur arbeit gezwungen und es gab auch kein arbeitspensum. wir haben das freiwillig gemacht aber warum wohl? man konnte raus, hatte weniger kontrolle, das essen war gut weil sonderration und heimlich rauchen konnten wir auch. ob das die erzieher bewußt ausnutzten kann ich nicht sagen, wenn ja , warn sie clever.
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      Halavero, als wir damals an dem Graben schaufelten warn die großen Ferien im Sommer 73. Der ging am Weg vom Eingang Gestüt bis Kantine oder Küche bzw Speiseraum wie man es auch nennen kann. Durch die Ferienzeit warn ja weniger Kinder im Heim und es ging zu der Zeit eh eineiges lockerer zu als sonst. Ich hatte damals viel mit Matthias Höhne da bebuddelt und geschaufelt. Und wie gesagt, wir hatten dadurch mehr Freiheiten als nichts tun und mit der Gruppe im Haus oder sonstwo rumzuhocken.
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      ps: ich bin dem Teufel sehr dankbar!
      Sommerferien 1973? Da war doch Moritzburg im Ferienlager in Weimar. Also zumindest die meisten davon, ich inklusive. An Telefongräben habe ich wohl deswegen keine Erinnerung, jedoch tief im Unterbewusstsein ist es mir so, dass auf dem Heimgelände irgendetwas gegraben und geschaufelt wurde. Aber dies hat wohl einen anderen Zusammenhang. Die Telefonleitungsgräben hatten dann wohl nur die gebuddelt, welche nicht mit in Weimar waren.

      Diese Weimarer Zeit hat sich recht gut in meine Erinnerungen eingeprägt, wurde doch dort tagein-tagaus rund um die Uhr nur Blödsinn verzapft, so dass die mitgewesenen Erzieher am Verzweifeln waren. Teilweise wollten die schon den einen oder anderen ins Heim zurück schicken, nur war die Frage wie dies machen? Das ging also nicht, also konnten die uns allesamt mal gerne haben. Bei uns war der Herr Lose mit, genannt „Charlie“. Und der hatte so oder so nichts zu melden, auch wenn er sich einerseits als Kumpel geben wollte, anderseits den großen Ochsen spielte.

      Alleine die Hinfahrt war schon eine Katastrophe. Wir fuhren mit der Eisenbahn, damals noch mit Dampflock vorne dran. Da ging es schon los. Mutprobe: Wer schafft es, wärend der Fahrt so weit wie möglich aus dem Fenster zu klettern? Nun, wer gewonnen hatte, weiß ich jetzt nicht mehr, jedoch war ich wohl mit vorne im Spitzenfeld, hatte ich mir doch beinahe mächtig die Birne eingehauen an irgend etwas an mir vorbei huschenden. War mir dann etwas zu suspekt geworden und da kam auch schon der Charlie, Kontrolle machen, was wir so treiben. Der wäre vor Schreck fast ins Jenseits gewechselt! Von da ab saß der dann die ganze Zeit bis Fahrtende im Abteil, um aufzupassen. Denn klar, wäre da etwas passiert, hätte man den dafür wohl geteert und gefedert. Naja, und so in der Art verlief dann die gesamte Ferienlagerzeit.

      Ich erinnere mich noch daran, als die einheimischen Jugendlichen von Weimar spitzbekamen, das in dem Gebäude – es war nach meiner Erinnerung irgendein Studentenwohnheim einer Architektenuniversität – neben uns Jungs auch die Mädchen waren. Diese hatten ihre Zimmer zur Straßenseite heraus und wohl auch dadurch, dass einige Heiminsassinnen auch aus Weimar stammten (an eine erinnere ich mich sogar noch mit Namen), sprach es sich bei denen herum, dass „neue Weiber in der Stadt sind“.
      Nun standen die unten auf der Straße herum, schäkerten mit den Mädels herum und gaben mit ihren Mopeds und Motorrädern an (sozusagen die einst übliche Art des Potenzersatzes).

      Diese Gegend war so eine Art Reihenhaussiedlung, so recht spießig und piefig einschließlich so genannter Gartenzwergmentalität der dort wohnenden Leute. Diese fühlten sich dadurch gestört und riefen die Polizei.
      Nun war es ja einst so, dass wenn sich an einer Stelle mehrere Leute trafen, dazu noch Jugendliche mit langen Haaren und auch noch mit Mopeds, gleich ein Riesenfass aufgemacht wurde wegen möglicher Zusammenrottung und all solchen Unfug. Also da gab es einst teilweise recht eigenartige und schon eher lächerliche Verschwörungstheorien.

      Und da war dann die Hölle los. Wir wurden allesamt von den Erziehern sozusagen an die Kette gelegt, weil ja grundsätzlich wir allesamt daran schuld waren, wenn irgendetwas los war. Bis dahin konnte man sich einigermaßen frei bewegen, ab da war Schluss mit lustig und es gab nur noch Gemeinschaftsaktivitäten. Also alle machten geschlossen immer alles gleichzeitig, eben so wie immer.

      Dann gab es da noch den Ausflug in das ehemalige KZ Buchenwald. Eigentlich eine recht ernste Angelegenheit, aber damals schon und dazu noch aus heutiger Sicht nicht nur reichlich beschämend, sondern eigentlich eher katastrophal. Nicht nur deswegen, weil dies als eine Art „Zeitvertreib“ galt, welcher jeden nur ankotzte, sondern so wie sich dort einige benommen hatten. Da kann man eigentlich auch nach so vielen Jahren kaum darüber reden.

      Einige Spezis legten sich auf irgendwelche gefliesten Seziertische und taten so, als wenn sie tot seien. Einer demolierte die Tür von einem Ofen in dem Krematorium, welche mit lauten Krachen abfiel. Wieder andere brüllten dort unflätiges Zeug herum und bei der Vorführung des Filmes klatschten sogar anschließend einige Beifall. Also, alles in allem, es war schon reichlich beschämend und das Moritzburger Heim hinterließ damit keine rühmliche Inszenierung. Aber da weiß ich noch einiges zu berichten, nur lasse ich dies jetzt lieber sein, ist besser so.
      Früher gab es den Dorfdeppen – heute gibt es Facebook
      ... jo ...daran wird es wohl liegen ... dass ich mich an das "Grabenbuddeln" nicht mehr erinnere - das Ferienlager.

      Ich war mit ins Ferienlager Weimar. Aber an Details kann ich mich da auch nicht erinnern - nur, dass wir auch im Schwimmbad waren (nee geschriebene Ansichtskarte von da hab ich sogar noch).

      Aber mal echt Ulli, dein Gedächtnis möcht ich haben, echt- Ich könnte mich an fast nichts mehr erinnern. Ich hatte wohl mit der Heimzeit nach der Heimzeit total abgeschlossen. So hatte man sich gedanklich damit erst wieder beschäftigt, als man in den Heimforen war (ab 2000 ?).

      Heut führt man nen Tagebuch ... da könnt man sich Erinnerungen immer wieder anlesen ...

      :)
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      Tia Ulli, das mit dem Weimar kenne ich ein Jahr später. Auch bei uns war der Lohse dabei. Ich staune nur ,daß er schon 73 dabei war denn er fing ja erst im Herbst 73 als Erzieher an und den bekamen wir mit Herrn Leitert zusammen. Vorher war ich bei Botschun und Engelhardt. Ihr hattet den Raiser aber wer da noch war keene Ahnung. Kann mir auch nicht alles merken aber vieles eben. Das Heim war schon recht leer als wir da an den Graben rumbuddelten. Als wir in Weimar waren, war das ein Lehrlingswohnheim oder so und barackenmäßig.
      Kann mich nur errinnern, da lief Westfernsehn und irgentwie hatten die Leute nach 10 min ein sehr einseitiges Gespräch mit einem unserer Erzeiher und solange wir da waren gabs nurnoch DDR Fernsehn schade. Gruß be!
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      Ich habe noch mal darüber nachgedacht, wie das war mit dem Lose und den ganzen anderen Erziehern. Also: Im Mai 1972 kam ich in das Heim, da waren die Erzieher für die restlichen Monate bzw. Wochen bis zum Ende des Schuljahres bzw. Beginn des neuen Schuljahres im September in der Gruppe 7, in welche ich da kam, der Leitert und der Botschun. In der Gruppe 8 waren es der Engelhard und der Reißer.

      In den Sommerferien 1972 war ich dann mit im Ferienlager in Werftpfuhl. Da war der Leitert mit, ich glaube, alleine. Aber für eine kurze Zeit war auch eine Frau mit dort war, und zwar diese Erzieherleiterin aus dem Haus 7. Ich komme gerade nicht auf deren Namen, aber der fällt mir wieder ein. Muss so am Anfang gewesen sein, danach war nur noch der Leitert alleine da.

      Diese Zeit (etwa 3-4 Wochen) in dem Ferienlager war weniger schön. Einmal war es für mich noch relativ neu mit dem ganzen Gruppenquatsch, alle machen immer alles gleichzeitig, nichts darf man tun und jeder versuchte deswegen immer jeden irgendwie anzuzählen. Das war also neu für mich und ich musste mich erst mal darauf einstellen. Zudem hinzukam, dass alle die gleichen ekligen kurzen Lederhosen verpasst bekamen, in welchen wir nun unsere Gruppenausflüge machen mussten. Man stelle sich vor: Mitten in Berlin, wo ja oftmals die Ausflüge hingingen, kommt eine Gruppe etwa 14jähriger daher, oft in Zweierreihe und alle mit den gleichkurz geschorenen Haaren. Und jeder trägt so eine kurze, alte und speckige Lederbuchse! Ich hätte vor Scham im Boden versinken können!

      Ab September 1972, also dem neuen Schuljahr, war ich auch wieder in der Gruppe 7, da ich ja schulisch gesehen eine Ehrenrunde drehen durfte. Der Gruppenraum war im Haus 4, und zwar der vordere vom Eingang aus gesehen linke Seite. Die Erzieher waren wieder der Leitert und neu der Lose. Der kam schon im August/September 72. Der Botschun war nur noch Aushilfe, weil der wohl altersbedingt schon Rentner war. In der Gruppe 8, welche in den hinteren Gruppenraum war, waren als Erzieher der Reißer und der Engelhard.

      Dann gab es noch einen Erzieher, auch der machte so eine Art Springer bzw. Hilfserzieher. Ich komme gerade nicht auf dessen Namen, auf jeden Fall wohnte der in dem Haus 4 in dem mittleren Zimmer, welches später dann das Erzieherzimmer wurde. Der Typ war noch recht jung, hatte lange Haare und spielte immer auf einer E-Gitarre. Der war eigentlich ziemlich gut von allen gelitten, weil der für die damaligen Verhältnisse recht cool drauf war. So wie ich mich erinnere, spielte der in irgendeiner Musikband. Im Jahr drauf war der aber dann verschwunden. Sobald mir der Name wieder einfällt, schreibe ich ihn hier mal rein.
      Dann kam das Jahr 1973. Das Schuljahr endete ja gewöhnlich im Juni, dann waren ja immer 2 Monate Schulferien. In der Zeit hatte ich etwa 3 bis 4 Wochen „Heimaturlaub“, danach, also im August, ging es ja nach Weimar in das Ferienlager. Dort war als Erzieher der Lose mit, der Leitert blieb im Heim.

      Ab September dann war ich in der Gruppe 8, also auch im hinteren Gruppenraum stationiert. Die Schlafräume befanden sich immer genau über den Gruppenräumen. Erzieher der Gruppe 8 waren dann der Reißer und der Engelhard. Leiter und Lose waren vorne in dem Gruppenraum, also in der dann nachrückenden Gruppe 7 als Erzieher geblieben.

      In der Zeit wurde auch das Erzieherzimmer, welches einst auf halber Treppe war, in den Raum des nun nicht mehr vorhandenen langhaarigen Erziehers umgesiedelt und in dem Raum auf halber Treppe stand ab da eine Tischtennisplatte drin. Der Erzieherleiter war der kleine, stinkige Giftzwerg Namens Hermann. Eine ganz üble Socke, hätte es den nicht gegeben, wäre manches erträglicher gewesen und meine Werkhofzeit hätte aller Wahrscheinlichkeit auch nicht stattgefunden.

      Als ich im Mai 1972 ins Heim kam, wurde in dem Jungenhaus gerade Zentralheizungen eingebaut. Demzufolge war der vordere Gruppenraum teilweise nicht benutzbar. Und ebenfalls die Schlaf- und Waschräume. Schlafen etc. mussten wir deswegen in dem Haus 6. Das war das Haus auf halben Weg in Richtung Schule bzw. Mädchenhäuser, auf der linken Seite gelegen, gegenüber der Gärtnerei. Später wohnten dort Erzieher, auch der Lose und die olle Luth.

      Was dann im Sommer 1974 alles los war, auch dass das Ferienlager wieder in Weimar war, weiß ich nicht mehr, da ich ja in dem Jahr Ende Juni, also nach Schulende, vom Heim aus in den Werkhof kam. Allerdings zwischendurch, also nach dem Schulende bis so in den August hinein, war ich erst noch zu hause.
      So Anfang bis Mitte August, den genauen Tag weiß ich jetzt nicht mehr, musste ich dann in dem Werkhof Freital sein. Aber das ist nun wieder eine andere Geschichte, eine übrigens mehr als beschissene. Aber darüber schreibe ich jetzt nichts, ist besser so und gehört auch nicht in den Moritzburgthread.

      Natürlich sind diese geschriebenen Zeilen allesamt meiner Erinnerung entsprungen. Diese allerdings ist bei mir eigentlich trotz der über 40 Jahre vergangener Zeit recht gut ausgeprägt, ich vergesse nie etwas aus meinem Leben. Aber natürlich kann ich mich schon hin- und wieder mal in gewissen Zeitabläufen etwas irren, zwar recht selten aber trotzdem kann so etwas ja mal vorkommen.

      Jedoch muss ich sagen, dass diese Heim- und Werkhofzeit sich sehr tief in mein Gedächtnis eingebrannt hat. Wahrscheinlich deswegen, weil es für mich eine elendige Dreckszeit gewesen ist und ich diese nie wieder im Leben nochmal durchmachen wollte. Selbst Namen, Gesichter, Tagesabläufe und sonstiger Kleinkram etc., ich kann mich an jede Kleinigkeit erinnern. Auch an die unmöglichsten Dinge. ZB., wer weiß noch, wie viele senkrechte Streben in den Kopf- und Fußteilen der weiß lackierten Stahlrohrbetten gab es? Richtig, jeweils 5 Stück. Nun, hätte das noch einer gewusst? Wahrscheinlich nicht, aber ich weiß (leider) noch jeden sonstwie bescheuerten Dreck. Das sitzt so fest in meiner Birne und geht auch nicht weg. Möglicherweise ist so etwas auch nicht ganz normal, wer weiß das schon.
      Vielleicht hat dies auch ihre Begründung darinnen, das auch ich diese ganze Zeit bislang nur verdrängt habe und sie heute immer noch verdränge bzw. stillschweigend vor mir herschiebe. Tja, was willste sonst machen?

      Übrigens: gerade fällt mir wieder irgendwelches Zeug ein, auch wenn es nur belanglos erscheint. So zB. das Radio, welches wir in dem Gruppenraum stehen hatten. In dem Fach der Schrankwand gleich neben dem Fenster stand es, hatte eine flache Form, war aus rotem Plastik und hieß „Stern Adrett“. Und hatte einen recht guten KW-Empfang zum Radio Luxemburg hören. Und daneben stand ein Plattenspieler, ebenfalls aus roter Plastik und einem Lautsprecher im Deckel. Der hieß „Mister Hit“, wurde in Polen hergestellt und man sagte, dies sei eine Lizenz von Telefunken. Ich hatte von zuhause einige Schallplatten mitgebracht (durfte ich sogar), allerdings keine westlichen, und die wurden nun ohne Ende abgespielt.

      Dies nur mal als ein Beispiel, was mir immer wieder so einfällt. Also so richtig der damaligen Zeit auf Wiedersehen gesagt habe ich eben immer noch nicht, sonst hätte ich den gesamten Mist von damals vergessen und wüsste heute auch nichts mehr.

      Wer kann sich noch daran erinnern?
      Stern Adrett.JPG Mister Hit.jpg
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      Ist ja wieder hochinteressant:
      Ulli, dann müssten wir ja nee Weile in einer Gruppe gewesen sein (sorry, ich kann mich nicht mehr erinnern).
      Ich bin ja Februar 1972 nach Moritzburg gekommen. War da auch in der mittleren Jungengruppe (Gruppen-, Schlafräume im vorderen Bereich Erdgeschoß und 1.Etage). Da ich ja nen halbes Jahr nicht in die Schule durfte und das nächste halbe Jahr keinen Bock mehr auf Schule hatte ... durft ich dann auch nee "Ehrenrunde" drehen und die 7.Klasse noch einmal mir anhören (und dann müsste ja Peter in die Gruppe gekommen sein - praktisch 7. und 8. Klasse . Mich bringt es jetzt nur etwas durcheinander _ Peter sagte, zu dieser Zeit ging die Schule in Moritzburg nur bis zur 8.Klasse. In welcher Klasse waren dann die Jungs in der großen Jungengruppe ? Manchmal denk ich, ich war dort wie in Drance. Man hatte ja auch fast keinen Kontakt zur großen und kleinen Jungengruppe, obwohl im selben Haus (so mir in Erinnerung). Lediglich in der Sommerferien wurden die drei Gruppen zusammengelegt.
      An das Ferienlager in Werpfuhl kann ich mich auch noch erinnern. Ich hab später nicht weit entfernt davon gewohnt (Ahrensfelde). Bin so mit dem Zug ab und zu mal in die Richtung gefahren - war ja nee ganz interessante, schöne Gegend dort .
      In Weimar war ich auch mit - aber eure geschriebenen Erinnerungen - null Ahnung (vielleicht deswegen, weil ich als liebster Bub nicht dabei war ?) Ich kann mich auch noch an ein Ferienlager in Stralsund erinnern (auch in einem Heim ?).

      Man müsst mal seine - und andere erinnerungen aufschreiben. Aber man hat immer wenig Zeit, Lust - sich damit zu beschäftigen. Ich hatte mir früher mal angefangen, etwas aufzuschreiben (schon aus purer Langeweile während der Schulzeit) , schon um bestimmte Namen und Daten, auch aus der eigenen Familie, nicht zu vergessen. Sind abhanden gekommen - schade. Und später war das für einen nee schwarze, verdengte Zeit. Ich hab die letzten Jahre meiner Söhne immer mit meinen gelebten Jahren verglichen - also, als ich 13 war und ins Heim kam, Jugendweihe, Schulabschluß, späteres Leben (ich ging meiner Familie da schon immer etwas auf die Nerven). Aber, so kann man gut vergleichen (unser Großer ...macht grad das Abi, möcht studieren - ich hab da schon zwei Studienabbrüche hinter mir).

      :rolley:
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      Hi Ulli, das mit der Gitarre muß Herr Gerricke gewesen sein. Er war sehr beliebt war aber auch schnell wieder verschwunden. Soweit ich das in Errinnerung habe zog er nach Thütingen.
      Ich bin ja auch 72 nach Moritzburg gekommen und warn im Haus 4 unterm Dach. Einen Herrn Vogel hatten wir noch,war einer mit dicker Hornbrille und Kettenraucher. Als Erzieher eine Null und stand auf kleine Jungs. Bei dem mußten wir jeden Abend nach dem Waschen unseren Pipimatz zeigen und die Vorhaut zurückschieben, angeblich ob wir uns auch ordentlich gewaschen hätten. Meiner Meinung nach hat der sich aber daran aufgegeilt denn das machte kein anderer Erzieher da. Die Frau die Du meinst war 1972 eine Praktikantin wie Lohse und als Erzeher fing Lohse erst bei uns mit Herrn Leitert ann ach den Ferien 1973. Werftphul kenne ich nicht, ich war nur einmal mit dem Ferienlager sonst zu Hause in den Ferien 3 oder 4 Wochen gabs ja nur, Weihnachten und Neujahr gabs kein rauskommen. Gruß Be!
      Gott schuf die Menschheit und lies sie wachsen, dann kam derTeufel und schuf die Sachsen!
      ps: ich bin dem Teufel sehr dankbar!
      Hallo Be, ich habe gerade einen längeren Text ferig geschrieben, füge ich gleich anschließend ein.

      Ich glaube, ein wenig verwechselst Du einiges. Ich sach mal so in Kurzfassung: 1972 war unter dem Dach noch nichts, das kam erst etwas später. Da war dann dort eine kleine Jungengruppe drin. Den Vogel, von dem Du redest, kenne ich nicht mehr, muss also auch nach mir gewesen sein bzw. zumindest in meiner Abgangsphase. Lose kam in Richtung herbst 72, den hatte ich ja dann schon neben dem Leitert als Erzieher von 72 bis Sommer 73. Der Potzchun war ab da nur noch Aushilfe, Nachwache usw.
      Die Frau (Werftpfuhl) kann hinkommen, ich glaube aber fast, dass das die Hausleiterin vom Haus 7 war.
      Übrigens: Wenn der Hornbrillenvogel mir an den Hahn gefasst hätte, dem hätte ich eine gelangt. Bei so etwas konnte ich als Balg schon zur Sau werden! (Da gab es später dann mal so einen Spezi, der machte das eher aus Spaß und Gewohnheit, im Vorbeigehen einen in die Eier zu hauen. Bei mir hatte der das auch einmal gemacht, danach nie wieder. Dem hatte ich so etwas in die Nüsse gelatscht ...)

      Wann bist den Du wieder von dort weg? Also ich bin im Sommer (Juni) 1974 dort weg, die Zeit danach kenne ich nicht mehr. Soviel ich weiß, war der Schwuchtelerzieher der kleinen Gruppe ab Sommer 74 da, als der Dachboden des Hauses als Gruppenräume gestaltet wurde (für die kleine Jungengruppe). Schule war im Zeitraum 1972 bis 1974, also wärend meines Aufenthaltes, insgesamt 2 mal Klasse 7 (a+b), 2 mal Klasse 8 (auch a+b) und die kleine Mädchenklasse 6 (aus dem Haus 7). Nebenbei gab es dann noch die Werkhofgruppe.

      Bis hierher, gleich kommt wieder so ein Beitrag, wo ich mir heute wieder mal den ganzen Tag lang die Rübe zerbrochen habe wegen dem Heim. (Vielleicht ist das garnicht gut, dies zu tun, denn ich komme dadurch den lieben, langen Tag zu nichts mehr. Kommt eben davon, wenn ich wieder anfange, über die Zeit zu schreiben und nachzudenken, man findet dann eben kein Ende mehr. Oder vielleicht muss ich doch alles mit einem mal aufschreiben, einfach, um es aus mir herauszukotzen. Ist schon nicht einfach.
      Früher gab es den Dorfdeppen – heute gibt es Facebook
      Heute Nacht sind mir wieder die beiden Namen eingefallen. Die Frau, welche zuerst 1972 mit in Werftpfuhl war, hieß Frau Schiffner und war die Erzieherleiterin oder auch Hausleiterin von Haus 7 (das am Sportplatz befindliche), in welchen die Mädchengruppe 6 und 7 waren. Und der Erzieher mit den langen Haaren hieß Herr Gericke.

      Gleich mal etwas zu den einzelnen Gruppen und Schulklassen. Ich rede jetzt von der Zeit Mai 1972 bis Juni 1794, also der Zeit, in welchen ich in dem Heim interniert gewesen bin. Übrigens, Halavero, wenn du 1972 zu 1973 die 7. Klasse nochmal machen musstest, waren wir 100% in einer Gruppe. Ob es aber auch die gleiche Klasse war, ist nicht gesagt.

      Es gab zwei Gruppen mit Jungen, die Gruppe 7 und 8. Dies bedeutete auch immer gleichzeitig die jeweiligen Schulklassen. Eine Gruppe 6 (Jungen), also 6. Schulklasse gab es damals noch nicht. Die kam dann erst ab Sommer/Herbst 1974, als ich schon nicht mehr dabei war. So wie ich gelesen habe, wohnte diese im Haus 4 unter dem Dach. Zu meiner Zeit war dort nichts, in der Ersten Etage waren die Schlaf- und Waschräume und damit auch das Ende der benutzten Etagen erreicht. Danach war finito.

      Was die einzelnen Schulklassen anbelangte, war es so. Jede Gruppe bestand aus etwa 20 Leuten. Diese teilten sich immer jeweils auf in die Klasse A und B. Also zB. die 7a, die 7b, die 8a und die 8b. Die Schulklassen waren gemischt, also halbe-halbe Männlein und Weiblein, was wiederrum etwa um die 20 Schüler und Schülerinnen pro Klasse ergab. Anders hätte es auch gar nicht gehen können, da die Schule ja eigentlich winzig klein gewesen ist (Zwergenschule) Das größte daran war noch die Turnhalle. Als ich 2005 einmal dort war, hatte ich mir die Schule mal ansehen dürfen. Da war das Gebäude bereits in ein Bürohaus umgewandelt, natürlich saniert durch und durch. Trotzdem war es unfassbar nach so vielen Jahren, wie man damals die ganzen Schüler in die kleine Bude quetschen konnte. Übrigens habe ich noch Fotos davon, auch von der „Gedenktafel“, welche die Leute in der Neuzeit in der Schule aufgehängt hatten mitsamt alten Fotos drauf. Muss ich mal raussuchen, im alten Forum hatte ich sie ja schon mal reingesetzt gehabt.

      Als Ausnahme galt lediglich die Klasse 6, welche eine reine Mädchenklasse war und sich aus der Gruppe 6 zusammensetzte, welche im Haus 7 logierte. Auch etwas um die 20 Mädchen. Dazu war in dem Haus auch die Gruppe 7 Mädchen untergebracht.
      Im Haus 8, ebenfalls ein Mädchenhaus, gegenüber des Haus 7 befindlich, gab es insgesamt 2 oder 3 Gruppen, also einmal die Gruppe 8 (auch Klasse8a und 8b). Und zusätzlich noch gab es auch die Werkhofgruppe oder Gruppen (ich glaube, es waren 2). Paar von denen gingen außerhalb des Heimes arbeiten, der Rest musste Arbeiten auf dem Heimgelände verrichten (Gärtnerei, Wäschekammer, Küche etc., also allesamt Pampel- und Knechtdienste). Die Hausleiterin war die Frau Porstorf, die Erzieherinnnen die Frau Remet, Luth und andere, auf welche ich jetzt nicht komme.

      Die Erzieherinnen vom Haus 7 habe ich gerade mal auch vergessen, da man ja dazu weniger Bezug hatte. Fallen mir bestimmt wieder heute Nacht ein. Das deswegen, weil durch mein Geschreibe ich gerade mal wieder schlafende Hunde in mir geweckt habe, wie man ja so schön sagt und mir ständig dieser alte Mist in der Rübe herumgeistert, Dies sorgt eben dann auch für schlaflose Nächte und solches Zeug.

      Später hatte sich die gesamte Gruppenaufteilung geändert, weil ja ab 1974/75 (nach meiner Zeit) dieser Flachbau beim Haus 8 errichtet wurde, in welchen dann auch Mädchengruppen einquartiert wurden. Aber wie gesagt, das war schon nach mir.

      Im Mai 1972, als ich meine Heimkarriere antreten durfte, kam ich in die Gruppe 7 und damit gleichzeitig in die Klasse 7a. Aus dieser kurzen Periode (bis Sommer 1972) habe ich nicht mehr allzu viele Namen im Gedächtnis, weiß aber doch noch einige, zumindest die, welche mit mir zusammen in dem Schlafraum lagen (Haus 4, vorne raus zu oberhalb des Hauseinganges).

      Wann eigentlich genau kam Peter in das Heim bzw. in die Gruppe? Wenn er in der 7 war, ging er in die a-oder b-Klasse?

      Ab September 1972 schlief ich ebenfalls in dem hinteren Schlafraum von der Flurtüre aus gesehen bzw. an der Stirnseite des Hauses Richtung Küche. So wie schon vorher in der Übergangszeit, außer natürlich der kurzen Zeit vom Haus 6. Dort im Doppelstockbett unten, über mir ein Bettnässer! Herrje, was für’n Scheiß, ich hatte die Schnauze sowas von voll. Da war ich heilfroh, dass alsbald wieder in das Haus 4 zurückgezogen wurde. Ich schliefdann dort gleich neben der Zimmertüre linker Hand im ersten Bett. In dem Raum waren 8 Leute, im mittleren 9 und in dem kleinen Zimmer 3. Also bestand die Gruppe aus insgesamt 20 Leuten.

      Ab Herbst 1973 dann, also dann in der Gruppe 8 und spiegelbildlich der Gruppe7-Schlafräume am anderen Ende des Hauses, war ich ebenfalls in dem hinteren Zimmer (also ganz hinten im Haus in Richtung dem Haus, wo der Leitert wohnte. Dort waren 8 Leute drin (einer mehr wegen einem Doppelstockbett). Das ebenfalls kleine 3er-Zimmer natürlich mit 3 Leuten und in dem großen Schlafraum (gegenüber dem Waschraum) waren es noch mal 9 (+ ein Kleiderschrank). Also bestand die Gruppe aus gesamt ebenfalls 20 Mann.

      Die Kleiderschränke standen auf dem Flur, immer zwei Mann hatten sich sozusagen einen geteilt. Und wenn der bei einer Schrankkontrolle nicht alles exakt und pikobello war, flog alles raus. Und ich hatte das Pech, meinen mit irgendeiner liederlichen Schlampe zu teilen (weiß jetzt nicht wer) und damit flog mein Mist jedes Mal mit raus.

      Zum Aufbewahren seiner Siebensachen hatte jeder neben dem Schrankteil (schmal wie ein Spind) noch ein Nachtschränkchen aus weiß lackiertem Blech mit einem Schubfach und einer unteren Ablage, auf welcher man seine Klamotten exakt Kante auf Kante legen musste. Zusätzlich hatte man in dem Gruppenraum noch je ein halbes Fach in der Schrankwand, wo das gesamte Schulgeraffel, Schreibzeug und die paar persönlichen Gegenstände reinkamen. Das Problem war, dass man nichts abschließen konnte. Jeder konnte dem anderen somit seine Habseligkeiten klauen und die Erzieher konnten auch jederzeit in dem Zeugs der Zöglinge herumschnüffeln. Das war nicht einfach.

      Übrigens ging mir gerade wieder so ein verdammter flash durch die Birne und mir fiel der Sohn von Herrn Leitert wieder ein, der N. Gerademal im Telefonbuch nachgeschaut, den gibt es heute noch. Der wohnte damals mit in der Erzieherwohnung und war von Alter her so 4-5 Jahre älter als unsereiner. Der war dafür recht gut geeignet, hin- und wieder mal Post rauszuschmuggeln und auch mal einen dann und wann paar Zigaretten zu verschaffen. Musste man allerdings geldlich immer aufrunden, weil, es ist nun mal nix umsonst.

      Zu dem Ferienlager in Werftpfuhl fällt mir auch noch einiges ein. Die meisten Ausflüge gingen gemeinsam nach Berlin, oft ins Freibad nach Pankow. Das gibt es ja heute noch. Damals hatten die dort einen 10-Meter-Turm. Ins Wasser durften wir immer nur auf Kommando und den 10er-Turm benutzen war verboten. Bis zum 5-Meter war erlaubt. Der Leitert war da wahrscheinlich etwas zu fürsorglich gewesen, hätte sich ja jemand den Hals brechen können. Ansonsten gab es stinklangweilige Wanderungen in der Umgebung, aber auch diverse Ausflüge zum Alex und im Museum waren wir auch, welches, weiß ich jetzt nicht mehr.

      Jedenfalls war das Gebäude etwas unheimlich für mich, weil so groß und innen so dunkel, alleine schon durch die ganzen hölzernen Treppen und Wandverkleidungen. Hängengeblieben ist in mir noch, jedes mal zum Frühstück – es war ein ebenfalls holzgetäfelter großer Raum – kamen auch die dortigen restlichen Insassen, um zu frühstücken. Der Rest war ja im Austausch in Moritzburg in das Heim gefahren (glaube ich). Es wurde darauf geachtet, dass wir untereinander mit den Werftpfuhlern keinen Kontakt hatten. Aber beobachten konnte man, dass jeder von denen jedes mal einen bunten Eierbecher voller Pillen verabreicht bekam. Da machte sogar der Leitert irgendeine abfällige Bemerkung darüber. Ich weiß nicht, wem diese galt, entweder denen, welche den Dreck fressen mussten oder den Pillen als solche. Aber das hat sich mir sehr eingeprägt, weil ich hätte an deren Stelle mir deswegen wohl die Galle aus dem Leib gekotzt, wenn man mir solches Zeug eingetrichtert hätte.

      Ach so, Hala, Ferienlager in Stralsund gab es zu der Zeit nicht, möglicherweise vielleicht sehr weit danach, vielleicht verwechselst Du es jetzt auch etwas.

      LG Ulli
      Früher gab es den Dorfdeppen – heute gibt es Facebook

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