Bensberg/ Moitzfeld, Gut an der Linde

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      Bezüglich der Bergischen Diakonie Aprath:

      Ich bezweifele, dass sich Verantwortliche finden lassen, die zeitnah die noch Überlebenden trösten, sich für die Vergangenheit im Namen des Systems entschuldigen, Widergutmachung praktizieren und den Seelenfrieden herstellen.
      Die Diakonie ist eine kirchliche Einrichtung, vielleicht hilft ja eine öffentliche Fürbitte?

      Verehrte Mutter Gottes!
      Ich bitte für alle ehemaligen Heimkinder, die gedemütigt, missbraucht und misshandelt wurden. Ich bitte für deren Familien, dass sie in die Lage versetzt werden, den angerichteten Schaden zu verarbeiten.
      Ich bitte dich und deinen Sohn, die Verantwortlichen zu kennzeichnen, dass sie nicht mehr in Eurem Namen Schande verbreiten können.
      Ich bitte dich, verehrte Maria, breite deinen mütterlichen Mantel aus und zeige, was wahre Liebe ohne sexuelle und missbrauchende Gewalt ist.
      Erleuchte die Menschen, die an “runden Tischen” die Vergangenheit zerreden, hilf den Opfern und vergib den Tätern, sodass sie Reue zeigen können und ein neues Leben beginnen mögen.
      Sei hart zu den Uneinsichtigen und Lügnern, du wirst sie erkennen und weißt zu unterscheiden.
      Wenn du es für gerecht und notwendig erachtest, dann sorge bitte für einen Ausgleich.

      mfg

      Ehemaligen treffen des "Gut an der Linde" Bensberg

      Einladung

      zum Gründungstreffen der „Not- und Interessengemeinschaft der Bergische Diakonie Aprath Geschädigten“ (vorläufiger Name), am Sonntag den 15.08.2010 um 15.00 Uhr, im Bürgerzentrum Altenberger Hof, Mauenheimer Str. 92, in 50733 Köln Nippes

      Wir, einige ehemaligen Heimkinder des Erziehungsheimes „Gut an der Linde“ (1951 bis 1973) in Bensberg – Moitzfeld haben uns vor gut drei Monaten mit Fragen, Akteneinsichtsersuchen und Entschädigungsforderungen (25 EUR pro Tag), an den Heimträger, die Firma „Bergische Diakonie Aprath GmbH“, gewandt.

      Die Bundesregierung, die Kirchenleitungen, das Diakonische Werk usw. empfehlen den damaligen Heimträgern, den ehemaligen Heimkindern bei der Aufarbeitung ihrer Heimjugend jede Unterstützung, insbesondere Akteneinsicht, zu geben, was bisher unter Hinweis auf eine erst zu erstellende „wissenschaftliche Untersuchung“ von der Diakonie Aprath abgelehnt wurde. Auskünfte sind von dort nur schwer und hinhaltend zu bekommen. Jetzt teilt uns der Vorstand, Herr Pfarrer Peter Iwand, mit, dass wir doch Akteneinsicht usw. bekommen. Unsere Personenakten sollen aber spurlos verschwunden sein, so dass wir nur allgemein Heimakten einsehen können?

      Das Erziehungsheim „Gut an der Linde“, von uns als Fürsorgehölle empfunden, war geprägt von pädagogisch widersinnigen, schädigenden, die Menschenrechte verletzenden Erziehungsmethoden, wie sie in den Nachkriegsjahren in vielen Kinderheimen, zumeist in kirchlicher Trägerschaft, zum Geschäftsmodell gehörten. Wir, die dort zwangsweise lebenden Kinder, wurden willkürlich von Gruppe zu Gruppe oder Heim zu Heim umgepackt und hatten keine kontinuierlichen Erziehungspersonen. So erzieht man keine Kinder. Wir waren die Leidtragenden uns sind es durch nachteilige Prägung und Traumatisierung bis heute.

      Die Kinder- und Jugendjahre dort war von wenig Zuwendung, sozialer Abschottung, Gefühlskälte, sexuellem Missbrauch, Zwangsarbeit, Prügel, Gewalt, Kriminalität, Fernhalten von Bildung, großen Gruppen, der Hackordnung, ständigen Verlegungen, unqualifizierten wechselnden Erziehern, Einheitsbehandlung und Armut geprägt.

      Offensichtlich war das „Gut an der Linde“ damals nicht die einzige Stätte psychischer und physischer Kindesmisshandlung der Diakonie Aprath. Es haben uns, nachdem die Presse bundesweit darüber berichtete, auch aus ihren anderen Heimen, zum Beispiel dem benachbarten Jungen- und Mädchenheimheim am Platzerhöhenweg, haarsträubende Berichte von Ehemaligen erreicht. Gewalt, sexueller Missbrauch, Vergewaltigungen, Zwangsarbeit, psychischer und physischer Druck und den Willen brechende Erziehungsmethoden gehörten da offensichtlich auch zum Geschäftsmodell. Als das Geschäft mit der „Ware“ Heimkind, um die sich die Heimträger damals bei den Jugendämtern einen Konkurrenzkampf lieferten, Anfang der siebziger Jahre unrentabel wurde, weil es zunehmend auf gesellschaftliche Kritik stieß und Heimkinder und Erzieher rebellierten und reihenweise abhauten und von der Diakonie Aprath kaum noch Heimkinder akquiriert werden konnten, hat man das Heim geschlossen. Wir haben von damals Zeitungsberichte, Bauaufsichtsberichte, Polizeiberichte, Behördenberichte usw., die chaosartige Zustände, ein völlig verwahrlostes Heim, sexuellen Missbrauch, Kriminalität und Gewalt belegen. Der damalige Heimleiter, Axel Trappe, nach jetzt schriftlicher Angabe seiner Aufgabe nicht gewachsen, zog für sich „die Notbremse“ und kündigte. Was aus den Heimkindern wurde, hat die Diakonie nie interessiert. Offensichtlich hat man geglaubt man könne sich, wie bei der Verstrickung in die NS Verbrechen, auch
      dieses Problems durch totschweigen entledigen, aber selbst der Bundestag ist inzwischen der Überzeugung, dass die damalige Heimerziehung die umfangreichste organisierte Menschenrechtsverletzung der Nachkriegsjahre war und hat mit einstimmigem Beschluss die Aufarbeitung durch den runden Tisch Heimerziehung in Berlin beschlossen. Es hat sich also etwas getan und geändert.

      Auch wir ehemaligen Heimkinder aus „Gut an der Linde“ konnten uns über Internet finden und uns der bergischen Diakonie Aprath GmbH mit Fragen und Forderungen in Erinnerung bringen. Damit hat sie nach so vielen Jahren der Ruhe in Sachen Heimerziehung und Vermehrung des Vermögens, der Umsatz liegt bei ca. fünfzig Millionen Euro jährlich, der auch zu Lasten unserer psychischen und physischen Gesundheit erwirtschaftet wurde, sicher nicht gerechnet.

      Leider mussten wir in den letzten Monaten aber realisieren, dass wir als Einzelpersonen bei der Diakonie wenig erreichen können. Wir stehen dem milliardenschweren Machtapparat der Diakonien, Kirchen und politischem Lobbyisten gegenüber. Deshalb haben wir abgesprochen, mit anderen Betroffenen eine Interessengemeinschaft, die gegebenenfalls zum eingetragenen Verein gewandelt werden kann, zu gründen. Die Mitarbeiter der Diakonie haben damals dafür gesorgt, dass man mit dem Finger auf uns zeigte und wir Heimkinder Geächtete und Stigmatisierte waren, heute zeigen wir mit dem Finger auf sie und ihre Rechtnachfolger und fordern Aufklärung, Rechenschaft und Entschädigung.

      Unsere Einladung richtet sich natürlich in erster Linie an die ehemaligen Heimkinder aus „Gut an der Linde“ und die anderen Heime der bergische Diakonie, aber auch an die Co Geschädigten, beispielsweise Eltern, die der Diakonie die Werbeversprechen von der tollen Heimerziehung geglaubt haben und Lebensgefährten und Kinder, die teilweise unter der nachteiligen Prägung leiden mussten. Darüber hinaus ist jeder willkommen, der uns bei der geltend Machung unsere Interessen unterstützen kann oder will.

      Wenn du E-Mail- oder Postanschriften von Ehemaligen hast, wäre es nett, wenn du die Einladung weiter leitest und uns die Anschrift mitteilst. Wir haben zwar aus der Erinnerung viele Namen, aber wenig aktuelle Anschriften, obgleich sich schon einige gemeldet haben.

      Wenn du wegen der Entfernung etc, nicht kommen kannst, aber, auch wegen der Kontakte zu anderen Ehemaligen, mitwirken möchtest, wäre eine E-Mail nett, dann nehmen wir dich in die Infoverteilerliste auf. Wir sehen die Gemeinschaft nicht nur als trockene Interessenvertretung, sondern auch als eine Kontaktmöglichkeit für Ehemalige.

      Infos, Presseberichte, Aktenauszüge, Bilder usw. vom „Gut an der Linde“, die wir aufgespürt haben, sind teils unter dem Link amd.co.at/anti/index2.php?moitzfeld/ zu sehen. Falls du noch Unterlagen vom Heim hast, wären wir dir für die Übermittlung dankbar.

      Wir hoffen sehr, dass du kommst. Eine kurze Rückmeldung wäre nett.

      Herzlichen Gruß,
      die nur unwesentlich älter gewordenen – dreißig- vierzig Jahre - Heimkinder aus „Gut an der Linde“.

      mfg
      Antivirus
      Heimkinder von Moritzfeld , Gut an der Linde organisieren sich


      By Huusmeister on 3. August 2010

      Am Sonntag, dem 15.8.2010, soll die „Not- und Interessengemeinschaft der Bergische Diakonie Aprath Geschädigten“ (vorläufiger Name) gegründet werden. Das Gründungstreffen beginnt um 15 Uhr im Bürgerzentrum Altenberger Hof, Mauenheimer Str. 92, in 50733 Köln Nippes.

      In dem Aufruf zur Gründungsversammlung heißt es unter anderem:

      “Wir, einige ehemaligen Heimkinder des Erziehungsheimes „Gut an der Linde“ (1951 bis 1973) in Bensberg – Moitzfeld haben uns vor gut drei Monaten mit Fragen, Akteneinsichtsersuchen und Entschädigungsforderungen (25 EUR pro Tag), an den Heimträger, die Firma „Bergische Diakonie Aprath GmbH“, gewandt.

      Die Bundesregierung, die Kirchenleitungen, das Diakonische Werk usw. empfehlen den damaligen Heimträgern, den ehemaligen Heimkindern bei der Aufarbeitung ihrer Heimjugend jede Unterstützung, insbesondere Akteneinsicht, zu geben, was bisher unter Hinweis auf eine erst zu erstellende „wissenschaftliche Untersuchung“ von der Diakonie Aprath abgelehnt wurde. Auskünfte sind von dort nur schwer und hinhaltend zu bekommen. Jetzt teilt uns der Vorstand, Herr Pfarrer Peter Iwand, mit, dass wir doch Akteneinsicht usw. bekommen. Unsere Personenakten sollen aber spurlos verschwunden sein, so dass wir nur allgemein Heimakten einsehen können?

      nähere Informationen:
      in-gl.de/2010/08/03/moitzfelde…kinder-organisieren-sich/

      Artikel heute Rundschau 27.8 2010

      Öfter mal was neues.. Heute in der Rundschau / Köln- bergisches Land

      rundschau-online.de/html/artikel/1281431214305.shtml

      Hohe Untersuchungskosten
      Bleibt Skandal um Heimkinder im Dunkeln?

      Von Walter K. Schulz, 27.08.10, 07:06h
      Scheitert die wissenschaftliche Aufarbeitung der schwerwiegenden Übergriffe gegen Moitzfelder Heimkinder in den 60er und frühen 70er Jahren an finanziellen Aspekten? 200.000 Euro soll eine etwa zwei Jahre währende Analyse kosten.
      MOITZFELD - Der Siegener Professor für Sozialpädagogik, Dr. Klaus Wolf, ist von der Bergischen Diakonie Aprath ausgewählt worden, um die Vorwürfe gegen die Kinderheime des Trägers in Moitzfeld zu untersuchen.

      Dessen Kostenberechnungen liegen für eine etwa zwei Jahre währende Analyse bei rund 200.000 Euro, wie er gestern der BLZ erklärte.

      Pfarrer Peter Iwand, Vorstandsvorsitzendender der Bergischen Diakonie Aprath, bestätigte, diese Summe, die er selbst auch noch bei „200.000 Euro plus“ einordnete, sei für den Verein nicht zu stemmen: „Das ist zu viel für uns und übersteigt unsere Möglichkeiten.“ Deshalb suche die Diakonie nach Co-Finanzierern.

      Reiner Gläser, Sprecher der ehemaligen Zöglinge, ist äußerst skeptisch, dass der Auftrag an Professor Wolf zustande kommt: „Man will ihm nach meinen Informationen nur 18.000 Euro bezahlen, obwohl man Reingewinne bis zu drei Millionen macht.“

      Wolf erklärte gestern, es werde in Kürze eine gemeinsame Presseerklärung zusammen mit der Diakonie Aprath geben. Nach der Auseinandersetzung um das Honorar versteht Reiner Gläser derweil die Meldung der Diakonie auf ihrer Internetseite nicht. „Der Aufsichtsrat der Bergischen Diakonie hat in seiner Sitzung am 11. Mai 2010 beschlossen, die Vorwürfe von Missbrauch und Misshandlungen, die ehemalige Heimkinder des Bensberger Knabenheims ,Gut an der Linde' geschildert haben, von einem unabhängigen Wissenschaftler aufklären zu lassen.“ Gläser: „Das hört sich nach einer Beauftragung an, die es aber nicht gegeben hat und wahrscheinlich auch nicht geben wird. Es ist alles völlig in der Schwebe.“ Wolf sollte, so die Absicht der Diakonie, die Hintergründe der schwerwiegenden Übergriffe erforschen und aufzeigen, wie solche Missstände entstehen konnten und verhindert werden können.

      „Die Diakonie war sehr überrascht, als siemein Angebot und Konzept erhielt“, sagt Wolf. Doch anders gehe es nicht. Es seien zwei Jahre notwendig, um die aufwendige Arbeit durchzuführen. Jeder Einzelne müsse befragt werden. Es handele sich dabei nicht um einfache Interviews.Es entwickle sich dabei ein „langer, dichter Erzählfluss“. Dabei müsse bedacht werden, dass sich die Befragten in einer „ziemlich kritischen persönlichen Situation befinden“. Es habe bei solchen Befragungen schon Suizidabsichten gegeben. Da müssten entsprechende Vorkehrungen getroffen werden.

      Die ehemaligen Heimbewohner seien sehr skeptisch, so der Professor: „Sie haben teilweise den Verdacht, dass das Ganze ausgesessen werden soll.“ Dagegen sagte Pfarrer Iwand, dass der Träger des früheren Heims alles dafür tun wolle, um die furchtbaren Vorfälle aufzuarbeiten. Man werde in jedem Fall dafür sorgen, dass ein „unabhängiger Dritter“ die Vergangenheit aufarbeite, und am 7. September mit Betroffenen den Landschaftsverband aufsuchen, um Unterlagen einzusehen.

      Reiner Gläser hat derweil viele „glasklare Unterlagen“ gesammelt, die er in Kürze alle im Internet präsentieren will: „Von Österreich aus. Da kann uns keiner etwas.“

      Neuer Artikel zum Gut an der Linde bei Köln

      Und heute am Samstag nochmal Nachschlag :

      rundschau-online.de/html/artikel/1281431220576.shtml

      Missbrauchsopfer
      „Da kann man nur noch heulen“

      Von Walter K. Schulz, 28.08.10, 07:06h, aktualisiert 28.08.10, 10:00h


      Bensberg - „Ich habe geheult, als ich jetzt die vielen Unterlagen gelesen habe - über das, was damals alles in Moitzfeld passiert ist.“ Reiner Gläser (50) sitzt vor seinen Computerschirmen und arbeitet die schlimmen Ereignisse, die ihm und anderen Zöglingen im früheren Diakonie-Heim „Gut an der Linde“ (Moitzfeld) widerfahren sind, auf. Reiner Gläser, der bisher nur unter Decknamen im Internet auftrat, geht jetzt mit seinem vollen Namen in die Öffentlichkeit: „Ich habe nichts zu verbergen. Jetzt, nachdem ich alles schriftlich beweisen kann, kann ich offen reden.“

      Gläser sagt, er sei missbraucht und misshandelt worden. Vergessen könne man das nie. Er glaube aber, dass er aus eigener Stärke „alles für mich selbst verarbeitet“ habe.

      „Ich wurde unzählige Male von Erziehern vergewaltigt“, erzählt er. Er habe dem Heimleiter und jedem Kind davon erzählt. „Es ist nichts passiert. Alle Erzieher und der Heimleiter waren informiert.“ Einmal habe er die Flucht ergriffen, sei aus dem Fenster gesprungen. „Ich wollte nur weg. Ich stürzte in eine Pfütze. Der Erzieher hat mich erwischt. Es gab Ohrfeigen ohne Ende.“ Und weiter: „Er hat mir meinen Fuß an einen Baumstamm-Sitz festgenagelt, damit ich nicht weglaufen konnte. Die Narbe kann man heute noch sehen.“ Reiner (damals 10) riss den Fuß hoch. „Ich hatte schon kein Gefühl mehr. Dann sah ich, wie das Blut aus dem Schuh quoll.“ Auf dem Fußrost an der Türe rutschte er auf dem eigenen Blut aus. Er prallte irgendwo gegen, wurde ohnmächtig.

      Die Zöglinge seien nicht nur sexuell missbraucht worden, so Gläser. Der Heimarzt habe quer Beet - auch bei nicht als nervös, unruhig oder labil Auffallenden - Medikamente verabreicht. Therapievorschlag für einen Neunjährigen, so die Akten: „Morgens und mittags je 1 Drag. Encephabol. Abends 1 / 2 Valium 2.“ Gläser: „Irgendwann haben wir die Dinger nicht mehr genommen. Es gab dann eine Sitzblockade, und schließlich wurde ein Erzieher entlassen.“ Bestritten werde heute noch, dass es einen Isolierraum gegeben habe, in dem Kinder ans Bett fixiert worden sind.“ Er selbst sei in diesem Raum gewesen. Schlimm? „Eigentlich nicht. Da hatte man wenigstens seine Ruhe.“ Gläser zeigt Pläne, auf denen der „Isolierraum“ eingezeichnet ist.

      Nach der Schule mussten die Kinder beim Bauern (auf dem Feld) und beim Tennisklub arbeiten. Stunde: 4,20 Mark. Das Geld sollte auf Sparbücher gelangen. „Wir haben nie etwas bekommen.“

      Als Reiner Gläser in Gladbach 20 Mark fand, brachte er sie zum Fundamt. Die BLZ brachte ihn als ehrlichen Finder. Im Heim bekam er aber eine Tracht Prügel, weil er zu lange unterwegs war. Das Geld bekam der Finder nie. Er erfuhr eines Tages, dass der damalige Diakonleiter S. das Geld abgeholt habe. Am 2. August 2010 erhielt er vom heutigen Diakonchef „die vorenthaltenen 20 DM“ (in Euro) zinslos zurück. Pfarrer Peter Iwand (Diakonie Aprath): „Das war eine symbolische Geste.“

      Warum kam er ins Heim? Sein Vater, der überhaupt nicht gewusst habe, wo er seit einem Schultag im Jahr 1969 abgeblieben sei, habe später mehrfach versucht, ihn zu „befreien“. Der Radio- und Fernsehtechniker aus Bliesheim habe vom Gericht Betretungsverbot erhalten. Gläser: „Ich war so gut in der Schule, dass mir schließlich langweilig war. Da habe ich Faxen gemacht. Das wurde mir als Nervosität ausgelegt. Ein Vater beschwerte sich - und plötzlich war ich im Heim - ,auf Probe.“

      Es handele sich bei den Schilderungen nicht um Hirngespinste, sagte gestern noch einmal Pfarrer Peter Iwand für die Diakonie Aprath, die ein großes Interesse an einer Aufklärung habe. Die Mitarbeiter hätten große Schuld auf sich geladen. „Das ist für alles unerklärlich und entsetzlich.“

      Hintergrund: Diakonie Aprath

      mfg
      Bergisch Gladbach
      Gutachten zu Missbrauchsvorwürfen zu teuer?

      Die Aufarbeitung der Missbräuche in einem ehemaligen Knabenheim in Bergisch Gladbach-Moitzfeld lässt immer noch auf sich warten.
      Der damalige Träger - die Bergische Diakonie Aprath - kann ein Gutachten, das die Fälle aufarbeiten soll, nicht bezahlen. Die Kosten liegen bei 200.000 Euro. Schon vergangenes Jahr sei es nicht möglich gewesen den Mitarbeitern der Altenhilfe das komplette Weihnachtsgeld zu zahlen, sagte uns Pfarrer Peter Iwand

      Die Diakonie verhandelt noch mit dem Gutachter um ein günstigeres Gutachten. Kommt es dabei zu keiner Einigung, so werde es bei der Aufklärung zu einer kleinerer Lösung kommen, so Pfarrer Iwand weiter. Die Bergische Diakonie Aprath macht einen Jahresumsatz von 70 Millionen Euro und erzielt dabei einen sechsstelligen Gewinn. Mehrere frühere Heimkinder berichten von teils massiven Misshandlungen durch Betreuer und Erzieher in den 60er und 70er Jahren.
      Audio-Dateien

      radioberg.de/berg/rb/508298/news/bergisches

      (01.09.2010)

      Wobei ich mich gerade frage, was Interessiert den Missbrauchten das Weihnachtsgeld der Altenpfleger ?(:

      sowie Beitrag 2.9

      Kleine Lösung für Untersuchung

      Von Walter K. Schulz, 01.09.10, 07:06h
      Die Aufarbeitung von Missbrauchsvorwürfen im ehemaligen Knabenheim der Bergischen Diakonie Aprath, „Gut an der Linde“ in Moitzfeld, wird möglicherweise doch noch von Universitätsprofessor Dr. Klaus Wolf und Mitarbeitern der Uni Siegen durchgeführt.
      MOITZFELD - Die Aufarbeitung von Missbrauchsvorwürfen im ehemaligen Knabenheim der Bergischen Diakonie Aprath, „Gut an der Linde“ in Moitzfeld, wird möglicherweise doch noch von Universitätsprofessor Dr. Klaus Wolf und Mitarbeitern der Uni Siegen durchgeführt.

      Wolf trägt eine aktuelle Presseerklärung der Diakonie mit und kann sich vorstellen, das Projekt trotz auseinander driftender Kostenvorstellungen (50 000:200 000 Euro) zu übernehmen. Er erwarte ein klares Signal Apraths, von seiner Kernkonzeption, mit allen bereitwilligen Ehemaligen Interviews zu führen, will er aber nicht abweichen, wie er der BLZ erklärte.

      Ehemalige Heimkinder, die in den 60er und 70er Jahren in Moitzfeld untergebracht waren, haben in der Öffentlichkeit massive Vorwürfe von gravierenden Misshandlungen, sexueller Gewalt und finanzieller Ausbeutung erhoben.

      Zum Beleg für ihre Vorwürfe veröffentlichten sie eine Reihe von gesammelten Dokumenten. Nach Darstellung der Diakonie werden von den Ehemaligen besonders die strukturellen Rahmenbedingungen damaliger Heimerziehung herausgestellt, „die eine gute Entwicklung von Kindern und Jugendlichen stark eingeschränkt und sogar zusätzliche massive Belastungen geschaffen haben“. Schwere Übergriffe auch seitens der Erzieher seien erfolgt und hätten sich in einem solchen Milieu über Jahre hinziehen können, weil eine regelmäßige Kontrolle durch die Leitung und die Behörden nicht gegeben gewesen sei.

      Prof. Dr. Klaus Wolfs Angebot umfasst unterdessen narrative Betroffenen-Interviews und die Aktenauswertung. Insgesamt acht komplexe Untersuchungsthemen wurden genannt, die sich auf die verschiedenen Themenfelder der Vorwürfe der ehemaligen Heimkinder, die Entwicklung der Personalsituation und der Konzepte und Konzeptentwicklung der Einrichtung, die Steuerung und Kontrolle der Einrichtung durch die Leitung der Aprath und die Entgelte im Vergleich zu denen anderer Träger mit vergleichbaren Einrichtungen bezogen. Mitte Juli übermittelte Wolf das Angebot für eine unabhängige wissenschaftliche Untersuchung einschließlich einer Kalkulation der Kosten einer solchen auf zwei Jahre angelegten Untersuchung.

      Aprath war der Aufwand, den eine solche Untersuchung erfordert, bei der Anforderung des Angebots „nicht hinreichend klar“. Das vorgelegte Angebot übersteige deutlich den finanziellen Rahmen, den die Bergische Diakonie aufwenden könne. Sie suche derzeit nach weiteren Finanzierungsmöglichkeiten, „ohne die der Untersuchungsauftrag nicht erteilt werden kann“. Für diesen Fall wird sich die Diakonie um eine „kleinere Lösung“ bemühen.

      Schon jetzt habe sie ihr Archiv für Nachforschungen durch Delegierte der ehemaligen Heimkinder geöffnet. In Begleitung von Pfarrer Peter Iwand werden sie auch in Dokumente beim Landschaftsverband Rheinland Einsicht nehmen können, „die ihnen sonst nicht zugänglich wären“.

      Interview Diakonie Iwand sowie neue Webseite

      Interview Diakonie Iwand sowie neue Webseite:


      Anbei link zum Interview Pfarrer Peter Iwand ...ueber uns

      youtube.com/watch?v=07PpX_U7i4E

      Sowie neue überarbeitete Webseite von mir.

      amd.co.at/anti/moitzfeld

      mfg


      p.s
      neuer Artikel Gestern im Kölner Stadtanzünder.. :)

      http://www.rhein-berg-online.ksta.de/html/artikel/1281431700630.shtml

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      Besuch beim LVR Arschiv Köln

      Ein Ehemaliger, ich sowie Pfarrer Iwand besuchten das Archiv des LVR in Köln.
      Alles sehr professionell dort..

      Wir sahen ansich alle Akten die der Lrv dort "verwahrte" ...

      Bei Durchsicht dieser Akten war ich sehr erstaunt, weil mir alle Namen dort (zum grössten Teil geschwärzt) sehr bekannt vorkamen.

      Es bestätigte mich in meinen Erinnerungen !!!!
      Dort waren auch viele schlimme Dinge die ich persöhnlich miterlebt hatte ,schriftlich fixiert...

      Ich werde die nägsten Tage drüber hier berichten ..

      mfg