Eckernförde

      Aklexa, ich bin mir nicht sicher, ob der Name "Randolf Halion" Dir etwas sagt, der war schon in Altenhof, als ich dort für eine kurze Zeit war. Dieser "Randolf hatte so etwas wie ein "Glasmagnet" in sich. 2 Jahre in Folge trat er unten am Strand, wenn er ins Wasser ging, auf eine Glasscherbe und zerschnitt sich einen Fussballen, der jedesmal genäht weren musste. Das ist wohl auch der Grund, warum ich mich an diesen Namen erinnere.
      Da gab es auch noch eine Frau, die dort als Erzieherin im kleinen "Waldhaus" gearbeitet hatte. Sie hiess Frau Bintakis und kam aus Köln. Vielleicht sagt dir dieser Name etwas?
      Hallo,

      also, mein Bruder und ich, er 64er, ich 65er, waren etwa in der Zeit von 1970/71 bis etwa 1975/76 erst im Altenhof und danach im Brennofenweg. Der Name Schester Ruth sagt mir noch etwas und auch natürlich der Herr Schreiber und auch ein Pastor Urban oder so ähnlich. Jedenfalls waren wir dort auf der Albert-Schweitzer-Schule eingeschult und sangen desweiteren im Chor der Missionskirche, nachdem man uns getestet hat ob wir überhaupt einen Ton treffen und halten konnten. Man gab uns glaube ich gelbe Pullover und dunkle Hosen. Auch im Fanfarenzug spielten wir mit, aber das konnte ich irgendwie nie so richtig.
      Was einige so über die Bettnässerstation erzählen, war es doch in dieser Zeit so, dass zwar diese Windeln angelegt wurden, aber die Stromstöße wurden im Blasen/Beckenbereich abgegeben und nicht direkt im Genitalbereich, ich meine über die Schließknöpfe, die aus Metall waren. Desweiteren wurden Sitzbäder in einer Art Kamillenlösung verordnet und regelmäßig angewendet. Weiterhin wurde Werken angeboten und ansonsten konnte man eigentlich tun was man wollte. Auch flogen wir einmal nach Rumänien, Mamaia oder so in den Sommerurlaub. Geschlagen hatte man uns dort nie, umso mehr prügelte man sich untereinander. Man adoptierte uns ca. 75 oder 76 aus dem Heim weg und wir kamen zu einer Pflegefamilie nach Schwarzenbeck, die hießen Reck mit Nachnamen, welche uns über 1 1/2 Jahre schwer misshandelten, bevor wir in das Arbeiterwohlfahrtsheim nach Lübeck, Reetweg kamen. Wir machten unsere Schulabschlüsse, Ausbildung, mein Bruder studierte.
      in welcher gruppe ( haus ) warst du denn im brennhofenweg bist du der meinung das alles freiwillig war
      mir wurde immer gesagt du hast 2 möglichkeiten entweder machen was gesagt wird oder arsch voll es
      gab ja auch die zelle im haus 4 wo man weg gesperrt wurde wird heute pädagogischer ruhe raum genannt und wenn man nicht mit singen wollte gabs was in die fresse wie beim nicht mit beten was nix
      freiwillig war oder in die scheiss kirche rein wo war es freiwillig erzähl kein mist
      warst ein liebling von schreiber so ein kleiner kricher ein ja sager und petzer
      "Nicht hier erfunden": Nun, ich bin der jenige, der wohl die längste Zeit im Missions-Kinderheim war. Dies waren die Jahre 1956-1965. Als ich nach Eckernförde kam, standen dort nur Haus 1 und Haus 2. Ersteres für die Jungen und Haus2 für die Mädchen. Zu meiner Zeit hatte die Schwester Ruth, sie war eine kleine zierliche Person, nichts mit den Kindern direkt zu tun, sondern arbeitete in der Heim-Verwaltung, wo unter anderem auch die "Frau Oberin" tätig war, eine schon damals ältere Dame, die immer mit langschäftigen Schnürschuhen ging. Die Heimkirche habe ich selbst nicht mehr erlebt, da diese zu einem späteren Zeitpunkt nach meiner Entlassung gebaut wurde. Allerdings gab es zu meiner Zeit auch schon eine "Kirche", die sich "Pfingstgemeinde" nannte, und am Ende des "Grünen Weg`s" lag. Dort war auch ein Lager des Ost und Gemüse-Händlers "Olaf Köpke im Nebenbau untergebracht. Diese Kirche besuchten wir, als wir so um die 7-10 Jahre alt waren, wo wir die Sonntagschule besuchten. Später, als wir dann 12-14 Jahre alt waren, sagten wir zwar am Sonntag, das wir zur Sonntagsschule gehen möchten, dazu auch Erlaubnis bekamen, wir uns aber statt dessen in der Stadt herumtrieben, weil dies die einzige Möglichkeit war, auch über den Schulgang hinaus, einmal in die Stadt ohne Aufsicht zu kommen :D .

      Was die Bettnässer angeht, darüber kann ich nur etwas sagen, was ich gesehen habe, denn ich war ja "Trocken". Es ist aber richtig, das zu meiner Zeit, ein Bettnässer-Bett zur verfügung stand und dies wohl nur zu einer Versuchseinrichtung gehörte, denn dieses Funktionierte ja nicht so, wie man es erwartete, da auch dieses von dem, der darinnen lag, in der Nacht vollständig "Geflutet" wurde, so das das laken das über diese "Feuchtigkeitsmelder" gespannt war, nass wie ein Feudel war. Hier kam es dann des öfteren vor, das so ein Junge, der in dieses Bett "gemacht" hatte, Schläge bekam, da man davon ausging, er habe es mit Willen getan, da ja das Heulsignal der Elektrik, den Jungen hätte wecken müssen. Wurde dieses Bett des öfteren von dem gleichen Jungen "Nass gemacht", war die Geduld der Schwester Lydia Schultner, sehr schnell verbraucht und dieser Junge durfte sich zur Strafe, und nicht zum Trocknen, für 2 Stunden in den Heizungsraum stellen. Da in diesem Heizungsraum sehr viel Lärm war, wenn der Brenner der Heizung lief, wurde dieser Raum auch für Körperliche Züchtigungen Benutzt, hab selbst Erfahrung dort machen dürfen. Im übrigen, zu meiner Zeit gab es dort keine "Kamille-Bäder" für die Bettnässer, dieses muss erst später dort eingeführt worden sein.

      Es war nätürlich dann Dumm gelaufen, wenn man nach der Züchtigung(Schläge), etwas von den Nachwirkungen sehen konnte, wie bei mir die rechte Gesichtshälfte bis übers Auge Angeschwollen war und man dann zur Schule gehen musste, es wurde uns dann eingebläut, das wir sagen sollten, man wäre gefallen, so das die Lehrer keinen Verdacht schöpften, was wirklich im Heim los war.
      Du schreibst, es wurde Werken "Angeboten"! Nee, anders wird ein Schuh draus. Werken war Pflicht. In der ersten Zeit durften die Kinder ihre "Produkte" Behalten und sie zB zu Weihnachten an ihre Eltern Verschenken. Das änderte sich aber sehr schnell, denn dann mussten wir die Dinge, die wir aus Holz, Kupfer-, oder Messingblech, oder aus Ton gemacht haben, in die Schränke im Haus 3 im Keller einschliessen und waren uns nicht mehr zugänglich. Dieses Sachen wurden dann, als der Herr Schreiber seine Missiontour nach Schweden unternahm, nach den Predikten an die Kirchenbesucher Verscherbelt, wobei diese gelder dann für einen anderewn Verwendungszweck gebraucht wurden, wir, die diese Dinge mit der hand selbst gemacht haben, bekamen als "Lohn", noch nicht einmal ein Dankeschön.

      Aber Du hast recht, man konnte Tatsächlich dort im Heim alles machen, was man wollte, schlecht war es nur, wenn man dabei Erwischt , oder verpetzt wurde. In den Urlaub Gefahren oder Geflogen? das gab es zu meiner Zeit nicht, das einzige, was uns in dieser Beziehung geboten wurde, war in den Sommerferien ein Zeltlager am Strand, unterhalb vom Heim in Altenhof. Na klar hat man sich dort auch Geprügelt. Ich erinnere mich, das es einmal ein undefinierbares Mittagessen gab. Dies bestand aus solche Merkwürdigen "Klöpse" aus irgendwelchen Fischrogen und stanken fürchterlich, wir nannten diese Dinger "Bulleneier" zu denen es dann noch so eine sehr dünne rötliche Sauce und Kartoffeln gab. Na ja, da hab ich meinen Tischnabarn gesagt, das er gefälligst meine "Bulleneier" essen muss, wenn er es nicht täte, er es ganz fürchterlich auf "die Glocke" bekommen würde. Er bekam nichts von mir auf "die Glocke", er hat meine "Bulleneier" gegessen ^^ . Um es mal auf einen Nenner zu bekommen, das Schlaraffenland war dieses Heim nicht, auch wenn alles von Seiten der Heimleitung getan wurde, dieses in der Öffentlichkeit so hinzustellen.
      und ich durfte ins zeltlager nach missunde was auf einer wiese beim campingplatz war und sepperrat eingezeunt morgens wie gehabt in den ferien raus zum frühsport ob man wollte oder nicht danach im gänsemarsch in die stinkende gemeischafts duschen klos hin und warten was der tag so brachte meist durften wir 2 stunden auch mal aleine wo hin seit diesen ferien hasse ich cämpingplätze fand das nur scheisse und ab und an zum alten schreiber in sein domizil aussen arbeiten verrichten ohne geld
      Franz: Dieses Domizil in Missunde hatte der Schreiber zu meiner Zeit noch nicht. Mal ganz ehrlich Gesagt, dieser "Campingplatz in Missunde ist doch das allerletzte, was ich an Campingplätzen bisher erlebt hab und kannst mir Glauben, ich komme sehr viel rum :D . Aber Merwürden genug, diese Zeltlager machte er wohl immer in Verbindung mit einem seiner Anwesen, früher unten am Strand im Altenhof, den sogenannten Heimstrand, oder dann neuerdings in Missunde, wo er ja auch eine Institution mit samt einer Kapelle hat. Das man, als 13-15 jähriger dort Unentgeldlich hat arbeiten müssen, scheint eine Manie vom Schreiber gewesen zu sein, denn ich habe diese Erfahrung auch ausgiebig gemacht.