Warum wurden damalige „Heimkinder-Zwangsarbeiter“ nicht für ihre Arbeit bezahlt?

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      Ganz tolle Rechtsquellen.

      Martini schrieb:

      Was können die Heimkinder-Überlebenden der damaligen kirchlichen Einrichtungen für ihre jahrelange damalige unentlohnte Sklavenarbeit, heute, als Rentner, auf Grund dessen, erwarten?

      Mit dem Begriff "Sklavenarbeit" bin ich nicht einverstanden.
      Zum Sklaven gehört auch das (Un-)Recht, jederzeit von seinem Herrn erschlagen zu werden - nicht (nur) geschlagen.
      Mit der Einordnung als "illegaler Zwangsarbeit" - maximal bis hin zur Leibeigenschaft - kann stattdessen wohl jeder leben.
      Nichtsdestotrotz greift der Paragraph 234 des STGB in allen Fällen (Sklaverei, Leibeigenschaft, Zwangsarbeit) gleichermaßen - und das bereits seit 1871. Deshalb habe ich es in meiner Strafanzeige auch als Straftatbestand wegen der Zwangsarbeit in meiner Einrichtung so angegeben.

      LG

      Warum wurden damalige „Heimkinder-Zwangsarbeiter“ nicht für ihre Arbeit bezahlt? --- Heimkinder warten auf ECHTE gerechte und angemessene ENTSCHÄDIGUNG für ihr Martyrium !

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      Widerstand schrieb:

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      Ganz tolle Rechtsquellen.
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      Martini schrieb:

      Was können die Heimkinder-Überlebenden der damaligen kirchlichen Einrichtungen für ihre jahrelange damalige unentlohnte Sklavenarbeit, heute, als Rentner, auf Grund dessen, erwarten?
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      Mit dem Begriff "Sklavenarbeit" bin ich nicht einverstanden.
      Zum Sklaven gehört auch das (Un-)Recht, jederzeit von seinem Herrn erschlagen zu werden - nicht (nur) geschlagen.
      Mit der Einordnung als "illegaler Zwangsarbeit" - maximal bis hin zur Leibeigenschaft - kann stattdessen wohl jeder leben.
      Nichtsdestotrotz greift der Paragraph 234 des STGB in allen Fällen (Sklaverei, Leibeigenschaft, Zwangsarbeit) gleichermaßen - und das bereits seit 1871. Deshalb habe ich es in meiner Strafanzeige auch als Straftatbestand wegen der Zwangsarbeit in meiner Einrichtung so angegeben.

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      ENGLAND, IRLAND, KANADA, AUSTRALIEN, NEUSEELAND slave labour = Sklavenarbeit (Zwang zur Arbeit während der Versklavung)

      USA slave labor = Sklavenarbeit (Zwang zur Arbeit während der Versklavung)

      Daraus geht hervor im ENGLISCHEN: slave labourer; slave laborer

      ENGLAND, IRLAND, KANADA, AUSTRALIEN, NEUSEELAND forced labour = Zwangsarbeit

      Daraus geht hervor im DEUTSCHEN: Zwangsarbeit

      USA forced labor = Zwangsarbeit (Zwang zur Arbeit während der Versklavung )

      Daraus geht hervor im ENGLISCHEN: slavery; slave driver; slave; slaves;

      Daraus geht hervor im DEUTSCHEN: Sklaverei; Sklaventreiber; Sklavenarbeit; Sklave; Sklaven;

      Alle diese Begriffe im ENGLISCHEN sowohl wie auch im DEUTSCHEN sind, m.E., völlig richtig und völlig angebracht, sowohl wie auch völlig akzeptabel.

      GOOGLE einfach mal » "Heimkinder"+"Sklavenarbeit" « oder » "Heimkinder"+"Sklaverei" « und blättere dort durch die diesbezüglichen GOOGLE-Index-Seiten.

      Ansonsten kannst Du auch z.B. die Leute, die damals in Freistatt im Moor schuften mußten fragen ob sie nicht „Sklavenarbeit“ verrichten mußten und das ganze nicht als „Sklaverei“ ansahen.

      Desweiteren, siehe und berücksichtige folgende Textpassage (Auszug) aus »Die wahre Geschichte der
      damaligen ANSTALT FREISTATT aufgedeckt und erstmalig im Internet veröffentlicht!« @ http://www.heimkinder-ueberlebende.org/Die_wahre_Geschichte_der_damaligen_Anstalt_Freistatt_No1.html (Erstveröffentlichung auf dieser Webseite: 20. August 2003)


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      Viele Erziehungsmethoden und -grundsätze, die schon zu Begin des 20. Jahrhunderts in Freistatt den Alltag geprägt hatten, blieben bis weit in die Nachkriegszeit [ des Zweiten Weltkrieges ] konstant.

      Freistatt: Die Erziehungsarbeit an etwa 350 schwererziehbaren schulentlassenen Jungen im Alter von 14 bis 20 Jahren geschieht in fünf geschlossenen Heimen und einem offenen Heim. Im Vordergrund steht eine straffe Arbeitserziehung. Die Jungen arbeiten in der Landwirtschaft und in der Torfgewinnung. "Bete und Arbeite!", bezeichnet unser Erziehungsziel.

      Die [ Zwangszöglinge ] von Moorburg arbeiten [ auch bei hohen Temperaturen ] im Sommer und [ auch bei Eis und Schnee im ] Winter draußen, und zwar bei der Kultivierung des Bodens, bei der Ernte und vor allem bei der Torfgewinnung.

      Gerade die Torfarbeit [ im Moor ] ist für die [ Zwangs ]Zöglinge von Moorburg, da sie ihre Kräfte voll in Anspruch nimmt, besonders geeignet und wird auch gern verrichtet [ und wenn nicht, helfen wir mit dem Ochsenziehmer nach ].

      Torfarbeiten in den Niedersächsischen Mooren: Die Beschäftigung der Leute ist so schwer, so eintönig und so wenig poetisch wie
      die Sklavenarbeit der Neger beim Diamantenwaschen in Brasilien. [ QUELLE letzterer Aussage: http://www.heimkinder-ueberlebende.org/Rundgang_durch_Anstalt_Freistatt_im_Wietingsmoor_-_historische_Bilder.html ]

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      Eine Verhandlung oder ein Verfahren ohne QUALIFIZIERTEN juristischen Rechtsbeistand, Recht und Gesetz ist wie ein Gebäude ohne Fundament – ein Kartenhaus.

      Heimkinder appellieren an VATER STAAT und MUTTER KIRCHE Sühne zu tun:
      Ein Denkmal in Musik gesetzt

      Freiheit ist keine Selbstverständlichkeit; sie bedarf ständiger Wachsamkeit.

      Dieser Beitrag wurde bereits 5 mal editiert, zuletzt von „Martini“ ()

      Warum wurden damalige „Heimkinder-Zwangsarbeiter“ nicht für ihre Arbeit bezahlt? --- Heimkinder warten auf ECHTE gerechte und angemessene ENTSCHÄDIGUNG für ihr Martyrium !

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      Re dem BERUFUNGSGERICHTSURTEIL: Das Landessozialgericht Baden-Württhemberg Urteil vom 24.02.2017, L 8 R 1262/16, im genauen und vollständigen Wortlaut @ http://lrbw.juris.de/cgi-bin/laender_rechtsprechung/document.py?Gericht=bw&nr=22048 :

      Warscheinlich hatten die Richter und Richterinnen IN ERSTER INSTANZ sowohl wie die Richter und Richterinnen IN ZWEITER INSTANZ im Fall der heute 63-jährigen Frau, die damals als Kind und Jugendliche im katholischen Kinderasyl Gundelfingen vollumfänglich gearbeitet hat – d.h. „beschäftigt war! – auch noch nie etwas DAVON gehört:

      Auch diese Fakten dieses folgenden VORHERGEHENDEN GERICHTSPROZESSES IN WESTDEUTSCHLAND sollte, m.E., in diese Überlegungen was RECHT und was UNRECHT ist einfließen, bzw. hätte einfließen sollen und einfließen müssen:

      Adolf Diamant (damals, 1944, aus Chemniz; später nach dem Krieg anscheinend in Frankfurt am Main ansässig), der Fall Diamant gegen Büssing, im Amtsgericht Braunschweig, Urteil vom 20.6.1965, Aktenzeichen 13 C 566/64 (Soweit bekannt ist, hat Büssing keine Revision gegen dieses Urteil eingelegt, und somit wurde das Urteil [im Juli 1965] rechtskräftig. Der Kläger Adolf Diamant hatte seinen Prozeß gewonnen).

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      [ Seite 1 und Seite 2 ]

      DIETER VAUPEL - Spuren die nicht vergehen

      Nationalsozialismus in Nordhessen
      Schriften zur regionalen Zeitgeschichte
      Herausgegeben vom Fachbereich Erziehungswissenschaft!
      Humanwissenschaften der Universität Gesamthochschule Kassel
      Redaktion: Dietfrid Krause-Vilmar
      Band 12


      [ @
      https://kobra.bibliothek.uni-kassel.de/bitstream/urn:nbn:de:hebis:34-2009010525520/1/VaupelSpuren.pdf (insgesamt 408 Seiten) ]

      [
      Seite 14 ]

      [Opferanwalt, Jura-Professor und mehrfacher Fachbuchauthor] (hochrangiger anklagender Staatsanwalt für die Vereinigten Staaten in den Nürnburger Prozessen) Benjamin Ferencz bilanzierte 1981, daß den in Rüstungsbetrieben des Deutschen Reiches zur Zwangsarbeit eingesetzten jüdischen KZ-Gefangenen eine Entschädigung bisher weitgehend verweigert worden sei.
      14

      14 Ferencz, Benjamin B.: »Lohn des Grauens. Die verweigerte Entschädigung für jüdische Zwangsarbeiter. Ein Kapitel deutscher Nachkriegsgeschichte.« Frankfurt 1981.

      [ Seite 230 und Seite 231 ]

      Bis heute ist es lediglich einem ehemaligen KZ-Gefangen, Adolf Diamant, gelungen, eine Entschädigung gegen ein deutsches Unternehmen durchzusetzen, allerdings in einem sehr geringen Umfang. [Der amerikanische Opferanwalt Bejamin] Ferencz bezeichnet diesen Erfolg als einen „Pyrrhussieg“.
      14 [Adolf] Diamant klagte 1965 gegen die Firma Büssing, für die er als jüdischer Häftling des KZ Auschwitz-Birkenau mehr als sechs Monate lang arbeiten mußte. Das Amtsgericht Braunschweig betonte, daß der Anspruch des Klägers weder verjährt noch im BEG [Bundesentschädigungsgesetz] erfaßt sei. Zu dem Argument der Büssing-Werke, man habe den Lohn für den Kläger auftragsgemäß auf ein Reichsbankkonto überwiesen, stellte das Gericht fest, niemand sei berechtigt, Arbeitsleistungen von Personen, die rechtswidrig ihrer Freiheit beraubt sind, einer anderen Person zu verkaufen. Vereinbarungen, die zwischen den Büssing- Werken und dem Deutschen Reich getroffen worden sind, seien daher nichtig. Für die von Diamant verrichteten 1778 Arbeitsstunden bekam er vom Gericht die Lohnsumme von 1778 RM, umgerechnet nach einem Währungsverfall von 10:1 in 178,80 DM, zuerkannt.15

      Auch im Fall Edmund Bartl gegen die Flugzeugfirma Heinkel sah es zunächst nach einem Erfolg des ehemaligen KZ-Gefangenen aus. Bartl konnte sowohl vor dem Landgericht Augsburg als auch vor dem Berufungsgericht Stuttgart den Prozeß gewinnen.16 Doch die Hoffnungen, die auch andere Zwangsarbeiter mit einem letztinstanzlichen Erfolg verknüpften, wurden vom Bundesgerichtshof nicht erfüllt. Das Bundesfinanzministerium, von dem befürchtet wurde, daß im Falle einer Niederlage die Firma Heinkel Ansprüche an die Bundesrepublik als Nachfolger des Deutschen Reiches stellen würde, stellte sich im Prozeß – nachdem der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) das Ministerium "mit Erfolg alarmiert"17 hatte – beratend an die Seite des Unternehmens.18 Die Klage Edmund Bartls wurde am 2. Juni [1967] endgültig zurückgewiesen, da er seine Ansprüche zu spät geltend gemacht habe und diese damit verjährt seien.19

      14 Ferencz, S. 214.
      15 Urteil des Amtsgerichts Braunschweig im Rechtsstreit Diamant gegen Büssing vom 30.6.65,13 C 566/64. In: Yad Vashem Jerusalem. M-32-172.
      16 "Entschädigung. Sklaven des Reiches." In: Der Spiegel vom 13.5.1964. S. 59ff.
      17 Lau, Dieter: "Unterstützt Bonn ehemalige Sklavenhalter?". In: SZ vom 20.6.1967.
      18 Ebenda.
      19 Urteil des BGH in dem Rechtsstreit Heinkel gegen Bartl vom 22.6.1967. VII ZR 181/65. In: CCF. Akten DyNo. Bd.4.

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      Zum Fall Diamant gegen Büssing siehe auch »Was ist mehr verwerflich, MENSCHENRECHTSVERLETZUNG / ZWANGSARBEIT zu „Kriegszeiten“ oder MENSCHENRECHTSVERLETZUNG / ZWANGSARBEIT zu „Friedensszeiten“? - fragen „Ehemalige Heimkinder“.« @ http://heimkinderopfer.blogspot.com.au/2010/12/was-ist-mehr-verwerflich.html
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      Ein Denkmal in Musik gesetzt

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      Dieser Beitrag wurde bereits 7 mal editiert, zuletzt von „Martini“ ()

      Martini schrieb:

      Ansonsten kannst Du auch z.B. die Leute, die damals in Freistatt im Moor schuften mußten fragen ob sie nicht „Sklavenarbeit“ verrichten mußten und das ganze nicht als „Sklaverei“ ansahen.

      Wenn ich mich auf diese hochemotionale Diskussion einlassen würde, würden alle Argumente meinerseits verblassen.
      Ohne zu zögern, glaube ich euch, dass ihr diese Schinderei als "Sklaverei" anseht.
      Aber für mich gehört zur Sklaverei noch das (angeblich) fehlende Recht am eigenen Leben. Und damit meine ich nicht einen einzelnen Toten(wegen Misshandlung oder Vernachlässigung), dessen Tod vertuscht wird.
      In der Zeit der amerikanischen Sklaverei oder der NS-Zeit war z.B. das Töten der schwächten Arbeitssklaven gesellschaftlich von der Mehrheit akzeptiert/hingenommen. Ein Vertuschen hielten die Mörder nur bzgl. des Ausmaßes für notwendig.
      Etwas Entsprechendes habe ich weder bei den Ost-Heimen noch den West-Heimen mitbekommen.

      Warum wurden damalige „Heimkinder-Zwangsarbeiter“ nicht für ihre Arbeit bezahlt? --- Heimkinder warten auf ECHTE gerechte und angemessene ENTSCHÄDIGUNG für ihr Martyrium !

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      Der seinerzeitige Boardnutzer »Dreamer« schrieb (ich glaube er zitierte von irgendwo anders her!) am Montag, 1. April 2013, um 21:36 Uhr :

      @
      http://heimkinder-forum.de/v4x/index.php/Thread/3322-Warum-wurden-damalige-„Heimkinder-Zwangsarbeiter“-nicht-für-ihre-Arbeit-bezahlt/?postID=377188#post377188


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      Im Namen der Gewinnmaximierung: Das Schicksal deutscher Heimkinder

      Zum Sachverhalt

      Von 1949 bis 1975 sollen ungefähr eine Million Jugendlicher in Erziehungsheimen untergebracht worden sein.
      Genaue Zahlen gibt es nicht. Wenn jeder Jugendliche auch nur 500 Stunden für den Staat, Fremdfirmen und Landwirtschaft unter Zwang gearbeitete hätte und man würde diese Leistung mit einer Mark pro Stunde berechnen, wäre das schon ein Umsatz von 500 Millionen DM.
      Würde man die Stundenzahl der Torfstechenden Jugendlichen in den Mooren umrechnen, also sieben Tage die Woche à 12 Stunden, also 70 Stunden und diese mal der Arbeitstage für Hessen hochrechnen, also 251 mal 12, käme man auf 3012 Arbeitsstunden, mal eine Million Arbeiter, wären 3012 Million bei einer Mark Stundenlohn.

      Rechnen kann man den Milliardennutzen für den Staat aber nicht.
      Im Ausnutzen von Zwangsarbeitern ist die Nachkriegsdemokratie gründlich.
      Die Arbeitseinsätze sind in den noch vorhandenen Akten gar nicht vermerkt.
      Es hat den Anschein, als habe es die Arbeit der Jugendliche gar nicht gegeben.
      Der Deutsche Staat hat aus seiner Geschichte gelernt.
      [ Ein dort von Boardnutzer »
      Dreamer« angebener Link ist heute nicht mehr aktuell; läuft heute ins Leere. ]

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      Die seinerzeitige Boardnutzerin »mandolinchen« schrieb dann in einem anschließenden Beitrag zwei Wochen später, am Montag, 15. April 2013, um 13:52 Uhr :

      @
      http://heimkinder-forum.de/v4x/index.php/Thread/3322-Warum-wurden-damalige-„Heimkinder-Zwangsarbeiter“-nicht-für-ihre-Arbeit-bezahlt/?postID=377262#post377262


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      Es muß / sollte doch aber in den Akten bzw. in der Buchhaltung der betroffenen Firmen auftauchen?
      Die meisten wissen doch, für welche Firmen in den Heimen gearbeitet wurde? Wenn in den Firmenunterlagen nichts verzeichnet ist/wäre, dann käme ja zu dem Vorwurf der
      Kindersklavenarbeit auch noch Betrug am Volk, Steuerhinterziehung und der Vorwurf, Sozialabgaben nicht geleistet zu haben, hinzu?
      Da gibt es so ein Sprichwort: " … der Hehler ist schlimmer als der Stehler" :gruebel:
      Das scheint völlig in Vergessenheit geraten zu sein. :)

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      Eine Verhandlung oder ein Verfahren ohne QUALIFIZIERTEN juristischen Rechtsbeistand, Recht und Gesetz ist wie ein Gebäude ohne Fundament – ein Kartenhaus.

      Heimkinder appellieren an VATER STAAT und MUTTER KIRCHE Sühne zu tun:
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      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von „Martini“ ()

      Warum wurden damalige „Heimkinder-Zwangsarbeiter“ nicht für ihre Arbeit bezahlt? --- Heimkinder warten auf ECHTE gerechte und angemessene ENTSCHÄDIGUNG für ihr Martyrium !

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      Für all diejenigen, die längst vergessen haben was der einleitende Beitrag des Threaderöffners, Martin MITCHELL ( »martini« ) am Donnerstag, 7. August 2008 --- also vor ungefähr 7½ Jahren schon --- war, und auf welche QUELLEN er sich dabei stützte, wiederhole ich diesen 7½ Jahre alten Beitrag jetzt hier noch einmal (auch für all diejenigen, die in diesem Forum erst viel später hinzukamen):

      Martini schrieb:

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      Was war eigentlich die nachkriegsdeutsche postfaschistische Kategorisierung verschiedener Bevölkerungsgruppen in der Bundesrepublik Deutschland ( vor der Wiedervereinigung Deutschlands ) ?

      Der Hauptgrund warum „Heimkinder-Zwangsarbeiter“ / „Fürsorgezöglinge“ / „Mädchen und Jungen, die in ‚Westdeutschlandʻ der ‚Freiwilligen Erziehungshilfeʻ unterstanden“ für die schwere manuelle Arbeit, die sie überall in den alten Bundesländern ( im „Wirtschaftswunderland Westdeutschland“ ) verrichten mußten – unter schweren Strafen gezwungen wurden zu verrichten ! – nicht entlohnt wurden, war, daß sie wie „körperlich behinderte“ und „geistig behinderte“ Personen auch, von ihren „Erziehern“ und „Aufsehern“ ( von denen über die „Untermenschen“ „Verfügenden“ ) als „minderwertige“, „schwächere Bewohner“ / „Anstaltsbewohner“ / „Heimbewohner“ ‚angesehenʻ, ‚begutachtetʻ, ‚kategorisiertʻ und ‚klassifiziertʻ wurden – „diese ‚schwererziebarenʻ, ‚minderwertigenʻ, ,sündhaftenʻ Wesen, denen mit allen Mitteln Fleiß, Zucht und Ordnung beizubringen war“ – die man einer „Sonderbehandlung“ unterziehen durfte und die man gemäß speziell für sie formulierten „Sonderregelungen“ mit ein paar Pfennigen oder Groschen „Taschengeld“ / „Dollenmoos“ abfertigen durfte; da es ja sonst, wenn man ihnen gemäß den bestehenden Arbeitsmarktrichtlinien eine anständige Entlohnung hätte zahlen müssen, dies „tiefgreifende Einschnitte in die lukrativen Einnahmequellen der Unternehmen und Betriebe verursacht hätte“.

      Die „Mächtigen“ und „Übermächtigen“ inWestdeutschlandʻ hatten es damals als „Ausnahmezustand“ anhand „innerstaaatlichen Sonderbestimmungen“ zu ihrem eigenen Vorteil einfach so bestimmt und eingerichtet, um die „Schwächeren“ ausnutzen und sich an ihnen bereichern zu können; und es wird in vielen Fällen auch heute noch in der Bundesrepublik Deutschland ( im jetzigen vereinigten Deutschland ) weiterhin so fortgesetzt.

      In der Formuliering meinerseits dieser Schuldvorwürfe an Gesellschaft, Kirche, Staat und Kapital stütze ich mich, unter anderem, auf die folgenden Quellen:

      1.) Zum Thema RECHT UND GERECHTIGKEIT, UND RECHTSSTAATLICHKEIT – 2008 Vortrag von Prof. Dr. Manfred Kappeler ( Erziehungswissenschaftler im Ruhestand ): »Überlegungen zum Umgang mit Vergangenheitsschuld in der Kinder- und Jugendhilfe« betreffend den „Ehemaligen Heimkindern der alten Bundesländer“. @ http://www.heimkinder-ueberlebende.org/Zum-Thema-RECHT-UND-GERECHTIGKEIT-UND-RECHTSSTAATLICHKEIT_-_2008-Vortrag-von-Prof-Dr-Manfred-Kappeler-Erziehungswissenschaftler_-_betreffend-EHEMALIGE-HEIMKINDER.php

      2.) Augenöffnende Textauszüge, unter anderem, von »Bethel und das Geld: die ökonomische Entwicklung der v. Bodelschwinghschen Anstalten Bethel; 1867-1998 / Bethel« herausgegeben Wolfram Korn - Bielefeld: Bethel-Verlag, 1998 - ISBN 3-922463-89-4 ( 146 Seiten ) mit Beiträgen von Bärbel Bitter, Karl-Heinz Hongsmeier, Rainer Norden und Walter Schroeder: »Bethel nach 1945 - Wiederaufbau und Fortsetzung der Arbeit im Geiste der Väter« @ http://www.heimkinder-ueberlebende.org/Textauszuege-von-BETHEL-UND-DAS-GELD_-_1867-1998_-_Bethel-nach-1945_-_INNERE-MISSION_-_DIAKONIE_-_Weltlichkeit-unserer-Unternehmen_-_Betriebe-aufrechterhalten.php

      3.) Absolutes Verbot aller Formen von Zwangsarbeit (Pflichtarbeit) !, oder nicht ? War "Zwangsarbeit" / "Pflichtarbeit" / "Arbeitstherapie" / "Arbeitserziehung" / "Arbeitszucht" / "Arbeitszwang" / "Arbeiterverdingung" / "unentlohnte erzwungene Arbeit" damals legal in der Bundesrepublik Deutschland, oder nicht? War so etwas legal in den 1950er, 1960er, 1970er und 1980er Jahren? Ist es heute legal in der Bundesrepublik Deutschland? Sind nicht die Nutzung und Nutznießung von Zwangsarbeit völkerrechtliche Verbrechen und stellen diese nicht schwere Menschenrechtsverletzungen und Einschränkung der menschlichen Freiheit dar? @ http://www.heimkinder-ueberlebende.org/Absolutes-Verbot-aller-Formen-von-Zwangsarbeit-und-Pflichtarbeit_-_Ist-meine-Auslegung-des-voelkerrechtlichen-IAO-Uebereinkommens-C029-richtig_-_oder-nicht.html

      4.) Angemerkt von Peter Braun, am 14.02.2006 – Unselige Anstaltstraditionen in Deutschland endlich beenden! @ http://www.abimv.de/downloads/pr/www.abimv.de/www.abimv.de_20061228203847_N133_AngemerktHeimschicksal.pdf

      Martin Mitchell ( "Ehemaliges Heimkind" )
      Betreiber seit dem 17. Juni 2003 der Webseite
      Heimkinder-Ueberlebende.org @ http://www.heimkinder-ueberlebende.org / http://www.care-leavers-survivors.org

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      Berufungsverfahren eines Betroffenen gegen das Urteil IN ERSTER INSTANZ des Sozialgerichts Gelsenkirchen, vor dem Landessozialgericht Nordrhein-Westfalen IN ZWEITER INSTANZ:

      Rentenanteile während der Unterbringung und Arbeit als Insasse in einer Behinderteneinrichtung, Ende der 70er bis Anfang der 80er Jahre.

      QUELLE: https://openjur.de/u/867665.html

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      LSG Nordrhein-Westfalen - Urteil vom 1. Juni 2015 - Az. L 3 R 997/14

      Tenor

      [ Der Kläger in diesem Fall ist ein damals in einer katholischen Behinderteneinrichtung untergebrachter Betroffener, der seinerzeit alsgeistesschwachkategorisiert wurde, d.h. als unterSchwachsinnleidend abgestempelt wurde, und als solcher die letzten zwei Jahre seiner Unterbringung 60 Stunden in der Woche in der heimeigenen Großküche beschäftigt wurde. - MM ]

      Auf die Berufung des Klägers wird das Urteil des Sozialgerichts Gelsenkirchen vom 24.10.2014 geändert. Die Beklagte [ anzunehmen die Deutsche Rentenkasse - MM ] wird unter Änderung des Bescheides vom 11.07.2011 in der Gestalt des Widerspruchsbescheides vom 07.11.2011 verurteilt, die Zeit vom 01.08.1979 bis zum 30.06.1982 als Beitragszeit nach § 2 des Gesetzes über die Sozialversicherung Behinderter (SVBG) vorzumerken. Die Beklagte [ Rentenkasse ] trägt die außergerichtlichen Kosten des Klägers in beiden Rechtszügen [ d.h. die außergerichtlichen Kosten des Klägers
      IN ERSTER INSTANZ sowohl wie IN ZWEITER INSTANZ - MM ]. Die Revision wird nicht zugelassen.

      Tatbestand


      Streitig ist der Anspruch des Klägers auf Vormerkung der Zeit vom 01.08.1979 bis zum 30.06.1982 als Beitragszeit. Diesen Anspruch lehnte die Beklagte mit dem angefochtenen Bescheid vom 11.07.2011 in der Gestalt des Widerspruchsbescheides vom 07.11.2011 ab.

      Der am 00.00.1961 geborene Kläger, Geburtsname Q, wurde zu Lasten des Landschaftsverbandes Rheinland vom 19.04.1972 bis zum 30.06.1982 im G Haus stationär betreut (Schreiben des Landschaftsverbandes Rheinland vom 05.08.2009). Im "Antrag auf Aufnahme und Kostenzusicherung" des Sozialamts vom 24.04.1972 ist als Art der Behinderung "geistesschwach" und als Hilfe "Eingliederungshilfe" vermerkt. Nach der Aufnahmeanzeige des G Hauses vom 19.04.1972 litt der Kläger an "Schwachsinn". [ Der Kläger, eingeliefert als er ungefähr 12 Jahre alt war, verbrachte insgesamt ungefähr 10 Jahre in dieser katholischen Behinderteneinrichtung. - MM ]

      Mit seiner am 08.12.2011 gegen die Ablehnung der begehrten Vormerkung erhobenen Klage [ anzunehmen gegen die Deutsche Rentenkasse - MM ] hat der Kläger geltend gemacht, die von ihm [ in dieser katholischen Behinderteneinrichtung - MM ] geleistete Arbeit in der Zeit von 1979 bis 1982 habe im Wesentlichen aus der Hilfstätigkeit in der Großküche des G Hauses in P bestanden. Sie sei in einer Sieben-Tage-Woche über jeweils neun Stunden, von 06:00 bis 15:00 Uhr, geleistet worden, sodass man abzüglich der Pausen auf eine monatliche Stundenzahl von über 240 Stunden komme. Die verrichteten Tätigkeiten hätten auch gewerblichen Charakter gehabt, was sich aus der Ersparnis von Kosten für externes Personal für die Einrichtung ergebe. Dem Amtsvormund des Klägers müsse man unterstellen, dass er von der praktischen Ausübung einer sozialversicherungspflichtigen Tätigkeit des Klägers gewusst habe.

      Der Kläger hat beantragt,

      den Bescheid vom 11.07.2011 in Gestalt des Widerspruchsbescheides vom 07.11.2011 aufzuheben und die Beklagte zu verpflichten, den Beschäftigungszeitraum vom 01.08.1979 bis 30.06.1982 als Beitragszeit in seinem Rentenversicherungsverlauf vorzumerken.

      Die Beklagte hat beantragt,

      die Klage abzuweisen.

      Sie hat weiter an ihrer Auffassung festgehalten, dass Beweismittel für das Bestehen einer versicherungspflichtigen Beschäftigung im streitigen Zeitraum bislang nicht vorgelegt worden seien. Die Berücksichtigung einer Pflichtbeitragszeit setze voraus, dass ein versicherungsrechtlich relevantes Beschäftigungsverhältnis gegen Arbeitsentgelt mit Beitragszahlung zur gesetzlichen Rentenversicherung vorgelegen habe oder eine Lehre oder eine sonstige Berufsausbildung im Rahmen eines versicherungsrechtlich relevanten Beschäftigungsverhältnisses vorgelegen habe, für das grundsätzlich Versicherungspflicht bestanden habe. Auch als Anrechnungs- oder Ersatzzeiten im Sinne von §§
      58, 252, 250 Sechstes Buch Sozialgesetzbuch - Gesetzliche Rentenversicherung (SGB VI) sei eine Berücksichtigung der streitigen Zeiten in der gesetzlichen Rentenversicherung nicht möglich.

      Die Beigeladene zu 2) hat bestätigt, dass für den Zeitraum vom 01.08.1979 bis zum 30.06.1982 durch das G Haus Beiträge zur Rentenversicherung nachentrichtet worden seien. Wegen der Einzelheiten wird auf die vorgelegten Meldebescheinigungen für den Arbeitnehmer (PA Blatt 171 R - 173 R) verwiesen.

      Die Beigeladene zu 3) hat - auf eine an die Beigeladene zu 1) gerichtete Anfrage des Kammervorsitzenden - geantwortet, Trägerverein für das G Haus zu P sei eine katholische Einrichtung, die im Jahre 1884 als sogenannte "milde Stiftung" gegründet worden sei. Im G Haus würden heute etwa 2.000 Menschen mit geistigen und mehrfachen Behinderungen aller Altersstufen von circa 1.000 Mitarbeitern begleitet, gefördert und betreut. Das Angebot bewege sich im vollstationären, teilstationären und ambulanten Bereich. Durch Betriebsübergang aus dem Jahre 2003 sei lediglich Einzelrechtsnachfolge eingetreten, sodass weiterhin das G Haus und nicht die G Wohnen GmbH für die Belange des Klägers zuständig sei. Der Kläger sei ein ehemaliger Bewohner dieses Hauses. Um seinen Tagesablauf zu strukturieren, sei er ab dem 01.08.1979 in der Hauptküche des G Hauses eingesetzt gewesen. Seinerzeit sei man davon ausgegangen, dass es sich bei dieser Tätigkeit nicht um eine "lohnbringende" Beschäftigung gehandelt habe. Im Jahre 2004 sei der Kläger im Hinblick auf die Nachentrichtung von Rentenbeiträgen an das G Haus herangetreten. Rückblickend sei man davon ausgegangen, dass der Kläger in der Küche zumindest zeitweise Hilfstätigkeiten in einem Umfang ausgeübt habe, der einem Fünftel der Leistungen eines vollerwerbsfähigen Beschäftigten im Sinne des § 2 SVBG entsprochen habe. Deshalb seien im Jahre 2010 die Rentenbeiträge für den streitigen Zeitraum nachentrichtet worden. Die Beigeladene zu 3) betont, dass das G Haus keine Einrichtung der Jugendhilfe / Erziehungshilfe, sondern der Behindertenhilfe sei. Heimkinder aus der Behindertenhilfe seien aufgrund fehlender Antragsberechtigung von den Leistungen aus dem "Fonds Heimerziehung West" ausgeschlossen.

      Der Kläger hat ein an ihn gerichtetes Schreiben des Landschaftsverbandes Rheinland vom 05.08.2009 vorgelegt. Darin wird ausgeführt, man habe aus Anlass einer Anfrage von Direktor P vom G Haus in P den Sachverhalt dem Rechtsdienst zur Prüfung übergeben und sei zu der Auffassung gelangt, dass der Kläger zum Personenkreis des § 2 SVBG gehört habe. Damit habe für die Zeit seiner Beschäftigung in der Hauptküche des G Hauses Anspruch auf Versicherung in der gesetzlichen Kranken- und Rentenversicherung bestanden. Gemäß § 9 SVBG seien die Beiträge zur gesetzlichen Kranken- und Rentenversicherung vom G Haus zu übernehmen gewesen.

      Mit Urteil vom 24.10.2014 hat das Sozialgericht die Klage abgewiesen. Der Kläger habe keinen Anspruch auf Vormerkung von Zeiten in dem Zeitraum vom 01.08.1979 bis zum 30.06.1982. Für diesen Zeitraum seien keine Pflichtbeiträge gezahlt worden. Es könne dahin stehen, ob ein Fall der besonderen Härte gemäß §
      197 Abs 3 SGB VI vorliege. Denn hierzu sei ein Antrag gemäß § 197 Abs 3 S 2 SGB VI zu stellen. Mangels Vorverfahrens sei über diesen Anspruch des Klägers im vorliegenden Verfahren nicht zu befinden. Eine Beitragszahlung könne auch nicht gemäß § 199 SGB VI vermutet werden. Denn für das Vorliegen einer Vermutung sei kein Raum, da entsprechende Beiträge nicht gezahlt bzw. erst zu einem Zeitpunkt gezahlt worden seien, zu welchem die Zahlung nicht mehr wirksam gewesen sei. Ein Tatbestand, für die Pflichtbeiträge nach besonderen Vorschriften als bezahlt gelten, sei nicht ersichtlich, § 55 Abs 1 S 2 SGB VI. Auch die Anerkennung als Anrechnungs- oder Ersatzzeit gemäß §§ 58 , 250 , 252 SGB VI komme nicht in Betracht, da die Voraussetzungen für die Anerkennung einer solchen Zeit nicht vorlägen.

      Gegen dieses ihm am 06.11.2014 zugestellte Urteil hat der Kläger am 11.11.2014 Berufung eingelegt. Er hebt hervor, das G Haus sei selbst zu der Auffassung gelangt, er habe zumindest zeitweise in der Hauptküche Leistungen erbracht, die einem Fünftel der Leistungen eines erwerbsfähigen Beschäftigten entsprächen. Dabei sei man seinerzeit davon ausgegangen, dass es sich um die Beschäftigung eines Behinderten gehandelt habe. Seine Einweisung in eine Einrichtung für Menschen mit geistiger Behinderung sei zu Unrecht erfolgt. Er habe die mittlere Reife erlangt und an der Fachschule für Sozialpädagogik seinen Abschluss als Heimerzieher erlangt. Der damalige Arbeitgeber habe richtigerweise die Versicherungspflicht erkannt und nachträglich die entsprechenden Sozialversicherungsbeiträge entrichtet.

      Der Kläger beantragt,

      das Urteil des Sozialgerichts Gelsenkirchen vom 24.10.2014 zu ändern und die Beklagte unter Aufhebung des Bescheides vom 11.07.2011 in der Gestalt des Widerspruchsbescheides vom 07.11.2011 zu verurteilen, die Zeit vom 01.08.1979 bis zum 30.06.1982 als Beitragszeit nach § 2 des Gesetzes über die Sozialversicherung Behinderter (SVBG) vorzumerken.

      Die Beklagte beantragt,

      die Berufung zurückzuweisen.

      Sie hält die erstinstanzliche Entscheidung für zutreffend.

      Die Beigeladenen stellen keinen Antrag.

      Auf Anforderung des Senats hat der Kläger Zeugnisse und Urkunden über seine schulische und berufsqualifizierende Ausbildung vorgelegt, u.a. das Abschlusszeugnis der Hauptschule vom 29.05.1979, das Abschlusszeugnis der Abendrealschule vom 14.07.1982, die Urkunde des Regierungspräsidenten Münster vom 31.07.1986, wonach der Kläger berechtigt ist, die Berufsbezeichnung "Staatlich anerkannter Erzieher" zu führen, sowie das Zeugnis der Fachschule für Sozialpädagogik vom 07.06.1985, wonach er die staatliche Prüfung für Erzieher bestanden hat. Den Fragenkatalog des Senats vom 29.04.2015 zu den Tätigkeiten des Klägers in der Großküche des G Hauses hat die Beigeladene zu 3) mit Schriftsatz vom 13.05.2015 beantwortet, auf den Bezug genommen wird.

      Die Verwaltungsakte der Beklagten und die Prozessakte S 14 R 400/11 SG Gelsenkirchen haben neben der Prozessakte vorgelegen. Wegen weiterer Einzelheiten des Sach- und Streitstandes wird auf den Inhalt der Akten, der Gegenstand der mündlichen Verhandlung gewesen ist, ergänzend Bezug genommen.

      Gründe


      Die zulässige Berufung ist begründet.

      Der Kläger hat Anspruch auf Vormerkung der Zeit vom 01.08.1979 bis zum 30.06.1982 als Beitragszeit
      nach § 2 des Gesetzes über die Sozialversicherung Behinderter vom 07.05.1975 ( BGBI I 1975, 1061 - SVBG). Die Beklagte hat mit dem angefochtenen Bescheid vom 11.07.2011 in der Gestalt des Widerspruchsbescheides vom 07.11.2011 diese Feststellung im Versicherungsverlauf nach § 149 Abs 5 SGB VI rechtswidrig abgelehnt. Zur Überzeugung des Senats ist der vom Kläger behauptete Sachverhalt nachgewiesen. Der Vormerkungsbescheid vom 11.07.2011, ein Verwaltungsakt mit Dauerwirkung, in dem sowohl der Rechtscharakter einer rentenrechtlichen Zeit als auch deren zeitlicher Umfang verbindlich festgestellt wird, ist entsprechend zu korrigieren.

      Nach dem Ergebnis der vom Senat durchgeführten Ermittlungen gehörte der Kläger in der Zeit vom 01.08.1979 bis zum 30.06.1982 zum Personenkreis der nach dem SVBG Versicherten und wurde im Rahmen seiner Unterbringung nach Maßgabe des § 2 SVBG beschäftigt.

      Versichert sind nach § 2 Abs 1 SVBG körperlich, geistig oder seelisch Behinderte, die in Anstalten, Heimen oder gleichartigen Einrichtungen beschäftigt werden.

      Nach § 2 Abs 2 SVBG gelten als beschäftigt Behinderte, die ohne oder gegen Entgelt in gewisser Regelmäßigkeit eine Leistung erbringen, die einem Fünftel der Leistung eines voll erwerbsfähigen Beschäftigten in gleichartiger Beschäftigung entspricht. Zu den Beschäftigungen zählen auch Dienstleistungen für den Träger der Einrichtung.

      Der Senat sieht diese Voraussetzungen aufgrund der glaubhaften Angaben des Klägers und der damit voll inhaltlich übereinstimmenden Erklärungen der Beigeladenen zu 3) als erwiesen an.

      Der Kläger wurde als eine Person angesehen, deren geistiger oder seelischer Zustand nicht nur vorübergehend beeinträchtigt ist. In dem "Antrag auf Aufnahme und Kostenzusicherung" des Sozialamtes vom 24.04.1972 ist als Art der Behinderung "geistesschwach" und als Hilfe "Eingliederungshilfe" vermerkt. Nach der Aufnahmeanzeige des G Hauses vom 19.04.1972 litt der Kläger an "Schwachsinn".

      Der Kläger wurde ausweislich der Ausführungen sowohl der Beigeladenen zu 1) als auch der Beigeladenen zu 3) im G Haus im Rahmen seiner Unterbringung in der Großküche eingesetzt und damit "beschäftigt" im Sinne des § 2 SVBG. Er war somit im Rahmen seiner Unterbringung in einer Einrichtung beschäftigt, die ihrer Art nach (institutionell) dazu bestimmt und geeignet ist, Behinderte zu deren Betreuung aufzunehmen (vgl. BSG Urteil vom 28.10.1981 -
      12 RK 29/80 ).

      Voraussetzung für den Eintritt der Versicherungspflicht nach § 2 SVBG ist weder eine bestimmte Art der Arbeitsleistung noch die Zahlung von Arbeitsentgelt. Die Leistung muss lediglich einem Fünftel der Leistung eines voll erwerbsfähigen Beschäftigten in einer gleichartigen Beschäftigung entsprechen. Bei der Ermittlung des Leistungsfünftels kommt es entscheidend auf das Arbeitsergebnis, also den wirtschaftlichen Wert der Arbeitsleistung, und nicht auf den Arbeitsaufwand an (allgemeine Auffassung zu §
      1 S 1 Nr 2 b SGB VI, in Kraft getreten mit Wirkung zum 01.01.1992, vgl. Vor in jurisPK-SGB VI, 2. Aufl 2013, zu § 1 SGB VI Rn 78 m.w.N.).

      Hinsichtlich der Bewertung der erforderlichen individuellen Leistungsfähigkeit des Klägers bei seiner Tätigkeit in der Küche des G Hauses im streitigen Zeitraum folgt der Senat der Beurteilung des G Hauses auf der Grundlage der von diesem im Schriftsatz vom 13.05.2015 beschriebenen Ermittlungen. Ein ehemaliger und ein noch heute tätiger Mitarbeiter des G Hauses, K I und S I1, konnten sich daran erinnern und bestätigen, dass der Kläger in der Großküche von montags bis freitags und teilweise an Wochenenden eingesetzt gewesen ist. Sie erinnern sich auch daran, dass der Dienstbeginn gegen 7:00 Uhr und das Dienstende gegen 15:00 oder 16:00 Uhr, wenn die Küche geschlossen habe, gewesen sei. Beachtlich ist nach Auffassung des Senats zudem die Tatsache, dass der Kläger im Mai 1979 mit guten Noten die Hauptschule abgeschlossen hat (Deutsch gut, Mathematik befriedigend, Geschichte/Politik sehr gut, Wahlpflichtfach Biologie gut, Wahlpflichtfach Erdkunde sehr gut, drittes Wahlpflichtfach Hauswirtschaft gut). Gerade der Umstand, dass der Kläger im Fach Hauswirtschaft die Note gut erlangt hat, belegt Kenntnisse und Fertigkeiten, die auch in einer Großküche gefragt sind. Schließlich ist in die Bewertung mit einzubeziehen, dass der Kläger in der Folgezeit bis zum Schulabschluss im Juli 1982 erfolgreich die Abendrealschule besucht hat, womit er seine Leistungsfähigkeit und Leistungswilligkeit eindrucksvoll belegen kann.

      Der nach vorstehenden Feststellungen bestehenden Rentenversicherungspflicht nach dem SVBG entsprechend, hat das G Haus für den Zeitraum vom 01.08.1979 bis zum 30.06.1982 Beiträge entsprechend den vorgelegten Meldebescheinigungen entrichtet. Diese Pflichtbeiträge sind nach Auffassung des Senats auch wirksam entrichtet worden.

      Pflichtbeiträge sind wirksam, wenn sie gezahlt werden, solange der Anspruch auf ihre Zahlung noch nicht verjährt ist, §
      197 Abs 1 SGB VI, in Kraft seit dem 01.01.1992. Diese Norm regelt die Wirksamkeit der Beitragszahlung bei Fehlern im Verfahren, hier hinsichtlich der Zeit. Sie erlaubt dem Beitragsschuldner die wirksame Zahlung von Beiträgen bis zum Eintritt der Verjährung. Die Norm passt somit die Zahlungsfrist für Pflichtbeiträge an die Verjährungsfrist des § 25 Viertes Buch Sozialgesetzbuch - Gemeinsame Vorschriften für die Sozialversicherung (SGB IV) an.

      Ansprüche auf Beiträge verjähren in vier Jahren nach Ablauf des Kalenderjahres, in dem sie fällig geworden sind (§
      25 Abs 1 S 1 SGB IV).

      Ansprüche auf vorsätzlich vorenthaltene Beiträge verjähren in 30 Jahren nach Ablauf des Kalenderjahres, in dem sie fällig geworden sind (§
      25 Abs 1 S 1 SGB IV).

      §
      25 SGB IV ist am 01.07.1977 in Kraft getreten und galt somit schon zu Beginn des hier streitigen Zeitraumes. Die lange Verjährungsfrist des § 25 Abs 1 S 2 SGB IV lässt den Schuldnerschutz hinter das öffentliche Interesse an der Beitragszahlung zurücktreten, wenn der Schuldner vorsätzlich Beiträge nicht gezahlt hat. Der Begriff "Vorenthalten" hat keine eigenständige und über den Umstand des "Nichtzahlens" hinausgehende Bedeutung (Segebrecht in Schlegel/Voelzke, jurisPK-SGB IV, 2. Aufl. 2011, § 25 SGB IV, Rn 27)

      Vorsatz im Sinne des §
      25 Abs 1 S 2 SGB IV umfasst alle drei Vorsatzformen, es genügt also, wenn bedingter Vorsatz gegeben ist. Hierfür ist ausreichend, dass der Beitragsschuldner seine Beitragspflicht nur für möglich gehalten, die Nichtabführung der Beiträge aber billigend in Kauf genommen hat (BSG Urteil vom 09.11.2011 - B 12 R 18/09, Rn 28 und Urteil vom 17.04.2008 - B 13 R 123/07, Rn 28).

      Nach diesen Maßstäben ist vorliegend im Hinblick auf die konkreten tatsächlichen Feststellungen bedingter Vorsatz gegeben. Wegen der abgeführten Beiträge im Einzelnen wird auf die Meldebescheinigungen für den Arbeitnehmer nach § 25 Datenerfassungs- und Übermittlungsverordnung (DEÜV) (Anlage zu dem an den Kläger gerichteten Schreiben der Beigeladenen zu 1) vom 31.05.2010) Bezug genommen.

      Die Kostenentscheidung folgt aus §
      193 Sozialgerichtsgesetz (SGG).

      Die Voraussetzungen für die Zulassung der Revision liegen nicht vor, §
      160 Abs 2 Nrn 1 und 2 SGG.

      .

      Falls jemand der Ehemaligen Heimkinder-WEST weiß um welche katholischeBehinderteneinrichtung“, mitGroßküche“ (wo „Q“, als Insasse, damals zwei Jahre lang 60 Stunden in der Woche gearbeitet hat) am StandortP“, in Nordrhein-Westfalen, es sich hier handelt, wäre ich sehr daran interessiert zu wissen welche Institution das war, bzw. ist.
      Diese katholischeBehinderteneinrichtungwurde schon 1884 gegründet und ist heute eine „milde Stiftung“ mit Gebäuden, die mit ca. 2000 Klienten belegt sind; eine Institution, die heute ca. 1000 Mitarbeiter hat.

      .
      ––––––––––––––––––––
      Eine Verhandlung oder ein Verfahren ohne QUALIFIZIERTEN juristischen Rechtsbeistand, Recht und Gesetz ist wie ein Gebäude ohne Fundament – ein Kartenhaus.

      Heimkinder appellieren an VATER STAAT und MUTTER KIRCHE Sühne zu tun:
      Ein Denkmal in Musik gesetzt

      Freiheit ist keine Selbstverständlichkeit; sie bedarf ständiger Wachsamkeit.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Martini“ ()

      Existiert eigentlich die Vogelscheuche Nonne noch? Würde sich eigentlich in einer geigneten Ausstellung oder passenden Museum gut machen. Sozusagen, damit das nicht in Vergessenheit gerät.

      Was ich noch garnicht mitbekommen hatte und jetzt das erste Mal bemerkte, ist der Gebärdendolmetscher. Das ist ja nun bissel wie obercool, so etwas habe ich noch nie zu einer Kundgebung gesehen. Sozusagen an alles gedacht. Da kann man mal sehen, was diese "bösen" Heimkinder nicht alles fertig bringen. Clever und schlau sind sie nämlich!
      :thumbup:
      Oder hat schon mal jemand erlebt, dass irgend ein Politiker oder sonst eine Plaudertasche bei seiner Rede auch an so etwas denkt?
      Die Sklaven von heute werden nicht mit Peitschen,
      sondern mit Terminkalendern angetrieben.

      Ulli schrieb:

      Existiert eigentlich die Vogelscheuche Nonne noch? Würde sich eigentlich in einer geigneten Ausstellung oder passenden Museum gut machen. Sozusagen, damit das nicht in Vergessenheit gerät.

      Was ich noch garnicht mitbekommen hatte und jetzt das erste Mal bemerkte, ist der Gebärdendolmetscher. Das ist ja nun bissel wie obercool, so etwas habe ich noch nie zu einer Kundgebung gesehen. Sozusagen an alles gedacht. Da kann man mal sehen, was diese "bösen" Heimkinder nicht alles fertig bringen. Clever und schlau sind sie nämlich!
      :thumbup:
      Oder hat schon mal jemand erlebt, dass irgend ein Politiker oder sonst eine Plaudertasche bei seiner Rede auch an so etwas denkt?



      wo die "nonne" lagert, da solltest du mal beim veh nachfragen.

      und zu deiner letzten frage: ja es gibt sie, die übersetzung in die gebärdensprache auf kundgebungen (das hat sogar erdoWAHN fertiggebracht, als er auf einer Großveranstaltung das Ergebnis des Referendums verkündet hatte). Allerdings ist das nicht durchgängig der Fall.
      die politischen diskussionen vor der landtagswahl nrw (laschet/kraft und die wahlanrena), wurden für gehörlose menschen mit untertitelung angeboten. die sendeanstalten tun sich allerdings (noch) schwer, auch informationssendungen in gebärdensprache anzubieten. man verweist gern auf "phönix".
      Man muss die Welt nicht verstehen, man muss sich darin zurecht finden.

      (Albert Einstein)
      Ja, Ulli, die "Prügelnonne" existiert noch, sie ist in den Werkstätten des Erbauers Jaques Tilly in Düsseldorf untergebracht. Wir wollten sie ja schon mal für eine eventuelle Neuauflage von Berlin ausleihen. Hier der Link zu seinen Werkstätten:

      grossplastiken.de/
      God forbid that I should go to any Heaven in which there are no horses

      brötchen schrieb:

      Wisst Ihr noch, 2010 in Berlin?



      brötchen schrieb:

      ... eine eventuelle Neuauflage von Berlin...


      Neuauflage? Wann und Wo?
      Damals habe ich tatsächlich nichts davon mitbekommen.

      Kann der Jaques Tilly auch ne prügelnde Margot Honecker bauen?
      Oder eher eine Collage aus Margot Honecker, Anton Semjonowitsch Makarenko und Heinrich Himmler. Damit wäre ein Grossteil der geistigen "Väter" der schwarzen "Pädagogik" abgedeckt.

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von „Widerstand“ ()

      Neuauflage war für 2012/2013 geplant, wurde wegen mangelnder Beteiligung eingestampft...ich habe übrigens noch ca. 30 der bekannten Heimkinder-Shirts in allen Größen zum kleinen Preis hier.

      Setz Dich am besten direkt mit Jaques Tilly in Verbindung, den Link findest Du weiter oben.
      God forbid that I should go to any Heaven in which there are no horses

      Widerstand schrieb:


      ...
      Wenn ich mich auf diese hochemotionale Diskussion einlassen würde, würden alle Argumente meinerseits verblassen.
      Ohne zu zögern, glaube ich euch, dass ihr diese Schinderei als "Sklaverei" anseht.
      Aber für mich gehört zur Sklaverei noch das (angeblich) fehlende Recht am eigenen Leben. Und damit meine ich nicht einen einzelnen Toten(wegen Misshandlung oder Vernachlässigung), dessen Tod vertuscht wird.
      In der Zeit der amerikanischen Sklaverei oder der NS-Zeit war z.B. das Töten der schwächten Arbeitssklaven gesellschaftlich von der Mehrheit akzeptiert/hingenommen. Ein Vertuschen hielten die Mörder nur bzgl. des Ausmaßes für notwendig.
      Etwas Entsprechendes habe ich weder bei den Ost-Heimen noch den West-Heimen mitbekommen.


      der begriff "sklaverei" ist, wie du schon schreibst, in einem anderen kontext zu verstehen, aber für diejenigen, die an bauern ausgeliehen wurden oder im moor schuften mussten, die mussten sich wie sklaven vorkommen.

      nach erzählungen eines bekannten, der in einem ost-heim war, hat dieser und sein kamerad miterleben müssen, wie einer der kameraden zu tode geprügelt wurde. die einrichtung wusste das sicherlich zu vertuschen. dieser vorgang liegt inzwischen bei der staatsanwaltschaft.
      Man muss die Welt nicht verstehen, man muss sich darin zurecht finden.

      (Albert Einstein)

      xyz1 schrieb:

      Widerstand schrieb:


      ...
      Wenn ich mich auf diese hochemotionale Diskussion einlassen würde, würden alle Argumente meinerseits verblassen.
      Ohne zu zögern, glaube ich euch, dass ihr diese Schinderei als "Sklaverei" anseht.
      Aber für mich gehört zur Sklaverei noch das (angeblich) fehlende Recht am eigenen Leben. Und damit meine ich nicht einen einzelnen Toten(wegen Misshandlung oder Vernachlässigung), dessen Tod vertuscht wird.
      In der Zeit der amerikanischen Sklaverei oder der NS-Zeit war z.B. das Töten der schwächten Arbeitssklaven gesellschaftlich von der Mehrheit akzeptiert/hingenommen. Ein Vertuschen hielten die Mörder nur bzgl. des Ausmaßes für notwendig.
      Etwas Entsprechendes habe ich weder bei den Ost-Heimen noch den West-Heimen mitbekommen.


      der begriff "sklaverei" ist, wie du schon schreibst, in einem anderen kontext zu verstehen, aber für diejenigen, die an bauern ausgeliehen wurden oder im moor schuften mussten, die mussten sich wie sklaven vorkommen.

      nach erzählungen eines bekannten, der in einem ost-heim war, hat dieser und sein kamerad miterleben müssen, wie einer der kameraden zu tode geprügelt wurde. die einrichtung wusste das sicherlich zu vertuschen. dieser vorgang liegt inzwischen bei der staatsanwaltschaft.

      Jeder der das mitgemacht hat oder noch heute mitmacht, hat mein volles Mitleid.
      Inzwischen ist mein Verständnis des Begriffs "Sklaverei" auch ein wenig geradegerückt worden - weg von der "umgangssprachlichen Sklaverei" hin zur stur-gesetzlichen Begriff "Sklaverei" nach § 234 StGB bzw. § 132 STGB-DDR.
      Es ist eindeutig, dass das nichts mit Arbeitserziehung zu tun hat.

      Es ist gut, dass der Mord angezeigt wurde. Ich nehme an, dass dein Bekannter und sein Kamerad bei dem grausamen Anblick bestimmt auch nen Knacks wegbekommen haben - und somit Geschädigte sind. Sag deinem Bekannten, dass er nach § 406d STPO
      "Auskunft über den Stand des Verfahrens" erhalten kann/muss - falls er der geschädigte Anzeigende ist. Nicht das die Anzeige vom Hund gefressen wurde - das oder ähnliches passiert ja schon mal. :D

      Widerstand schrieb:

      xyz1 schrieb:

      Widerstand schrieb:


      ...
      Wenn ich mich auf diese hochemotionale Diskussion einlassen würde, würden alle Argumente meinerseits verblassen.
      Ohne zu zögern, glaube ich euch, dass ihr diese Schinderei als "Sklaverei" anseht.
      Aber für mich gehört zur Sklaverei noch das (angeblich) fehlende Recht am eigenen Leben. Und damit meine ich nicht einen einzelnen Toten(wegen Misshandlung oder Vernachlässigung), dessen Tod vertuscht wird.
      In der Zeit der amerikanischen Sklaverei oder der NS-Zeit war z.B. das Töten der schwächten Arbeitssklaven gesellschaftlich von der Mehrheit akzeptiert/hingenommen. Ein Vertuschen hielten die Mörder nur bzgl. des Ausmaßes für notwendig.
      Etwas Entsprechendes habe ich weder bei den Ost-Heimen noch den West-Heimen mitbekommen.


      der begriff "sklaverei" ist, wie du schon schreibst, in einem anderen kontext zu verstehen, aber für diejenigen, die an bauern ausgeliehen wurden oder im moor schuften mussten, die mussten sich wie sklaven vorkommen.

      nach erzählungen eines bekannten, der in einem ost-heim war, hat dieser und sein kamerad miterleben müssen, wie einer der kameraden zu tode geprügelt wurde. die einrichtung wusste das sicherlich zu vertuschen. dieser vorgang liegt inzwischen bei der staatsanwaltschaft.

      Jeder der das mitgemacht hat oder noch heute mitmacht, hat mein volles Mitleid.
      Inzwischen ist mein Verständnis des Begriffs "Sklaverei" auch ein wenig geradegerückt worden - weg von der "umgangssprachlichen Sklaverei" hin zur stur-gesetzlichen Begriff "Sklaverei" nach § 234 StGB bzw. § 132 STGB-DDR.
      Es ist eindeutig, dass das nichts mit Arbeitserziehung zu tun hat.

      Es ist gut, dass der Mord angezeigt wurde. Ich nehme an, dass dein Bekannter und sein Kamerad bei dem grausamen Anblick bestimmt auch nen Knacks wegbekommen haben - und somit Geschädigte sind. Sag deinem Bekannten, dass er nach § 406d STPO
      "Auskunft über den Stand des Verfahrens" erhalten kann/muss - falls er der geschädigte Anzeigende ist. Nicht das die Anzeige vom Hund gefressen wurde - das oder ähnliches passiert ja schon mal. :D



      danke für den hinweis im letzten absatz. ich gebe die info gern weiter.
      Man muss die Welt nicht verstehen, man muss sich darin zurecht finden.

      (Albert Einstein)

      Neu

      xyz1 schrieb:

      Widerstand schrieb:


      ...
      Es ist gut, dass der Mord angezeigt wurde. Ich nehme an, dass dein Bekannter und sein Kamerad bei dem grausamen Anblick bestimmt auch nen Knacks wegbekommen haben - und somit Geschädigte sind. Sag deinem Bekannten, dass er nach § 406d STPO
      "Auskunft über den Stand des Verfahrens" erhalten kann/muss - falls er der geschädigte Anzeigende ist. Nicht das die Anzeige vom Hund gefressen wurde - das oder ähnliches passiert ja schon mal. :D



      danke für den hinweis im letzten absatz. ich gebe die info gern weiter.





      Was ist eigentlich daraus geworden?