Altengottern

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      Heilpädagogisches Kinder -und Jugendheim
      "Im Schloss"Altengottern
      AWO Mühlhausen
      DSCF1116_Rckseite_Schloss_1Altengottern KH.jpgDSCF1118_Trmchen_Rckseite_Schloss_1KH altengott..jpgDSCF1119_Spiel_Kids_1KH Altengott..jpgDSCF1122_Kaninchenstlle_1KH Altengott..jpg

      Platzzahl:27

      Anz.der Gruppen:
      zwei Gruppen mit 8 Plätzen,eine Gruppe mit sechs Plätzen,eine Gruppe mit fünf Plätzen

      Zusammensetzung der Plätze:
      ein Platz für Mutter-Kind/Vater-Kind
      26 Plätze nach §34SGB VIII,davon 8 Plätze integrativ nach §35a SGB VIII

      Die betreute Altersstufe beträgt 6-18 Jahre.Eine Betreuung über die Volljährigkeit hinaus kann vereinbart werden.

      Kontakt:
      Heipädagogisches Kinder -und Jugendheim
      "Im Schloss" Altengottern
      Mühlgasse03
      99991 Altengottern

      Tel.036022/9430
      Fax:036022/94343

      Email:kinderheim-ag@awomhl.de

      Ansprechpartner:
      Herr Manfred Wiesler,Frau Heike Linsel


      Wenn Du in diesem Heim warst,dann schreibe deine Erinnerungen bitte hier rein! Viel Spass!
      es ist schon sehr lange her und ich dachte auch das es großengottern war aber nun denke ich war es das nachbardorf!!!also alzuviele hab ich nicht mehr oder wenn ich jetzt so überlege sind es doch eine ganze menge mehr,zwar nur einzelheiten zb;das ich dort kurz vor weihnachten meinen stimmbruch hatte was sehr schade war da ich kling klöckschen klinge klinge ling singen sollte aber wie schon erwähnt wurde ich vorher krank und dann auch noch als ich mir so viele punkte gesammelt hatte um länger fern zu sehen,und zu guter letzt ich auch noch der aufsicht voll auf den schoß gekotzt habe!!!in dem heim gab es auch eine dohle die etwas sprechen konnte,und die haben wir immer gefüttert mit unseren pausenbrot!!!namen von erziehern weiss ich leider nicht mehr!ich weiß das wir immer auf einen berg mit einem wald gegangen sind und er hieß wenn mich nicht alles täuscht roter milan,und auch an die gurgenfabrik!wir bastelten unsere weihnachtskalender selbst und zwar waren das selbstgenähte säckchen,natürlich im einfachen stich!wir sind auch sehr oft spielen gegangen auf dem damm der unstrut bis zu einem birkenwäldchen und vor oder nach dem wädchen war eine schweine oder kuhhaltung oder besser die scheißhausgrube der tiere(gestank)aber man gewöhnt sich ja an alles!auch das ich das erste mal verliebt war und es sehr schön war als ich ihre hand halten durfte,eben das kribeln was man da halt hat!eine der belohnungen wenn man genug punkte hatte war auch man wird es nicht glauben milchnudeln!hinten im hof ist eine steinrabatte etwas höher dort war ein loch was sehr tief hinein ging ein kleines loch für einen stock geeignet und wir dachten immer das dort ein schatz drinnen ist,doch wir konnten es nie so richtig erkunden!!!ja das wars erst ma ist ja doch schon ganz schön was zusammen gekommen,aber ich war in so vielen heimen und da muss man sorgfälltig überlegen um nicht welche sachen durcheinander brinkt!!!na dann viel spass beim lesen!!!!!dor peer wars

      matze schrieb:

      es ist schon sehr lange her und ich dachte auch das es großengottern war aber nun denke ich war es das nachbardorf!!!also alzuviele hab ich nicht mehr oder wenn ich jetzt so überlege sind es doch eine ganze menge mehr,zwar nur einzelheiten zb;das ich dort kurz vor weihnachten meinen stimmbruch hatte was sehr schade war da ich kling klöckschen klinge klinge ling singen sollte aber wie schon erwähnt wurde ich vorher krank und dann auch noch als ich mir so viele punkte gesammelt hatte um länger fern zu sehen,und zu guter letzt ich auch noch der aufsicht voll auf den schoß gekotzt habe!!!in dem heim gab es auch eine dohle die etwas sprechen konnte,und die haben wir immer gefüttert mit unseren pausenbrot!!!namen von erziehern weiss ich leider nicht mehr!ich weiß das wir immer auf einen berg mit einem wald gegangen sind und er hieß wenn mich nicht alles täuscht roter milan,und auch an die gurgenfabrik!wir bastelten unsere weihnachtskalender selbst und zwar waren das selbstgenähte säckchen,natürlich im einfachen stich!wir sind auch sehr oft spielen gegangen auf dem damm der unstrut bis zu einem birkenwäldchen und vor oder nach dem wädchen war eine schweine oder kuhhaltung oder besser die scheißhausgrube der tiere(gestank)aber man gewöhnt sich ja an alles!auch das ich das erste mal verliebt war und es sehr schön war als ich ihre hand halten durfte,eben das kribeln was man da halt hat!eine der belohnungen wenn man genug punkte hatte war auch man wird es nicht glauben milchnudeln!hinten im hof ist eine steinrabatte etwas höher dort war ein loch was sehr tief hinein ging ein kleines loch für einen stock geeignet und wir dachten immer das dort ein schatz drinnen ist,doch wir konnten es nie so richtig erkunden!!!ja das wars erst ma ist ja doch schon ganz schön was zusammen gekommen,aber ich war in so vielen heimen und da muss man sorgfälltig überlegen um nicht welche sachen durcheinander brinkt!!!na dann viel spass beim lesen!!!!!dor peer wars
      wenn es eine rangliste,für beste postings gebe,dann wär dieses mein favorit
      Altengottern bei Großengottern! Ich bin 1963 bis 1966 in diesem Heim gewesen.

      Bis heute habe ich die Namen meiner Erzieherin Frau Krise, Herr und Frau Schiffer, Herr und Frau Klingenstein und den Namen meiner Klassenleiterin Frau Schreiber im Kopf. Herr Klingenstein war der Heimleiter, seine Frau war im ersten Jahr meine Klassenleiterin.

      Ich habe in diesem Heim gelernt, wie man sich selbständig und ohne fremdes Zutun, ohnmächtig machen konnte. Reine Schutzmaßnahme, damit man manchmal nichts mehr merkte.

      Drei Löcher im Kopf, davon war eins 8 cm lang und mit einem Spaten verursacht. Sehen tut man sie bis heute noch, selbst der Schlitz zwischen den beiden Augen, also genau am Nasenansatz, ist noch sichtbar, beziehungsweise zu fühlen. Zwei ausgekugelte Mittelfinger, ein zerschlagenes Schienbein, auch die drei Narben sind bis heute sichtbar.

      Soviel zur Nachhaltigkeit von Erlebnissen. Nach Großengottern, 2 km entfernt vom Heim, sind wir aller 14 Tage ins Kino. Auf der Unstrut sind wir im Winter zum Schlittschuhlaufen. Einmal ging es fast in die Hose. Eis gebrochen, nur gut, dass wir nur am Rand waren. Trotzdem bei minus 10 Grad und klitschnaß, waren selbst die 1000 m zurück ins Heim fast zuviel. 4 Kinder die mit eingebrochen waren und ich haben lange im Bett liegen müssen, wegen Lungenentzündung.

      Frau Krise war genau das , was ihr Name schon sagt, eine Krise. Hausaufgaben nicht richtig, klatsch mit dem Holzlineal. Ein Schlag auf den Hinterkopf erweitert das Denkvermögen!

      Der Hinterkopf war dann noch das bessere Ziel, weil die Beule tat nicht so weh. Aber wenn sie auf die Finger schlug, war das schon immer sehr schmerzhaft. Außerdem ist mir diese Frau bis heute deswegen im Gedächtnis, weil sie sehr gemein sein konnte. zweimal gab es im Jahr die Erlaubnis ein Päckchen zu bekommen und das eine hat sie dann in der Gruppe verteilt, weil ich Ostern 1965 mit Fieber im Bett gelegen habe. Wer krank ist, der braucht auch keine Süßigkeiten. Danach haben meine Gruppenkameraden gesagt, du kannst mal zu Hause Bescheid geben, dass der Kuchen gut geschmeckt hat. Auch meine erste Taschenlampe habe ich so eingebüßt. 5,10 Mark der DDR hat die Dreistapler gekostet und ich war stolz, wie ein Pfau, als ich sie mir gekauft hatte. Wir mußten in Altengottern immer das Altpapier sammeln. Das war eh ein müßiges Geschäft. Aber die anderen Kinder haben sich von den Pfennigen immer Brötchen geholt oder mal ein Stück Kuchen. Ich habe mir das Geld in zwei Jahren zusammengespart und als ich dann in den Rundfunkladen von Altengottern, oder Großengottern, dass weis ich nicht mehr ganz genau, rein bin und dann gesagt habe, hier ich habe das Geld gespart und der Verkäufer packte mir dann diese Taschenlampe auf den Tisch, mit drei Batterien dazu, da habe ich mich gefühlt wie ein König. Die Freude währte nur 5 Minuten. Als ich dann vor dem Geschäft wieder zur Gruppe mußte und im Gleichschritt in Richtung Heim unterwegs war, kam die Erzieherin, die uns bis dahin begleitet hatte und nahm mir diese Taschenlampe wieder weg. Sie begründete das damit, dass ich ja damit anderen Kindern in die Augen blenden könnte. Ich habe diese Taschenlampe nie wieder gesehen.

      Zu meiner Zeit waren Kinder im Alter von 8 bis 12 Jahren in dem Heim. Das konnte für die Jüngern immer sehr stressig werden. Beim Essen ging es immer ums Überleben. Ich habe dreimal Weihnachten in dem Heim gemacht und die Freude auf ein gutes Essen zu den Festtagen, ging immer daneben. Einmal mußte ich, weil ich beim Hinsetzten schon geschwatzt habe, wieder aufstehen und hinterm Stuhl konnte ich dann zusehen, wie die Anderen dann den Flügel vom Huhn verspeist haben. Die anderen Male mußte ich das Stück vom Braten abgeben und war froh, dass ich wenigstens das Rotkraut und die Kartoffel bekommen habe. Wobei, einmal gab es dazu Klöße und die habe ich dann auch nicht gegessen. Also, obwohl Hunger, Kloß habe ich nicht rein bekommen. Die Anderen haben sich gefreut.

      Hinter dem Schloss war zu meiner Zeit noch der Badeteich, aber weil das mit dem Wasser nicht mehr ging, also das Auswechseln, wenn es grün wurde, haben sie das Baden verboten. Dann haben wir noch einen Teich daraus gemacht, aber das Wasser stank dann zum Himmel und im letzten Jahr haben wir dann den Teich verfüllt. Den ganzen Sommer haben wir daran gearbeitet, dass der Teich dann platt gemacht wurde. Als wir fertig waren, hat niemand mehr gewußt, dass da mal der hauseigene Badeteich war.

      Die schönste Zeit in diesem Heim ist immer der Herbst gewesen. Wir mußten dann zwar in der LPG schindern wie die Hafennutten, aber dafür konnten wir nach der Kartoffelernte immer zum Hexenfeuer mit ran. Also wenn wir fertig waren mit Stoppeln, wurden immer ein paar Kiepen mit Kartoffeln am Feldrand zurück gelassen, dann rückten wir zum Holzsammeln aus und dann kam Lagerfeuer mit Kartoffelgrillen. Hm, lecker! Aber auch zur Pflaumenernte auf dem "Roten Berg" den Namen hatte der wegen dem roten Lehmboden, meldeten wir uns immer freiwillig. Freiwillig, obwohl das Pflaumenpflücken eine Scheißarbeit war. Thüringer Pflaumenmus!! Bis heute denke ich daran, wie wir ausgesehen haben, wenn ein Arbeitstag in der Plantage zu ende war. Die Hände und Unterarme sahen aus, als wenn wir und mit der Drahtbürste bearbeitet hatten. Aber umso schöner war der dicke Bauch, den wir uns neben der Pflückerei anfressen konnten. Meistens, wenn wir genügend Pflaumen gepflückt hatten und die Bauern zufrieden waren, ließen sie uns dann schon mal eine Pflaume mehr in den Mund stecken. Eigentlich war das immer verboten. Wegen dem Durchfall, der fast immer unweigerlich folgte, wenn wir uns das erste Mal den Bauch mit Pflaumen voll geschlagen hatten. Weil aber während der Ernte nur ein Wasserkübel mit auf das Feld oder die Plantage durfte, ergab das Gemisch immer einen kräftigen Dünn......! Die Erzieher spielten dann, wegen dem Verdacht auf Ruhr, immer verrückt. Egal die Pflaumen waren es uns wert, auch mal ein Hörnchen oder einen blauen Arsch zu haben. Keine gute Arbeit war das Getreidestoppeln! da hatte man immer die Arschkarte gezogen. Einen krummen Rücken, kaputte Finger und kein bisschen Spaß. Auch wenn wir zum Ausmisten in die Ställe mußten, bei den Kühen ging das noch immer, aber bei den Schweinen, bist du den Gestank für Tage nicht los geworden.

      Das für mich schlimmste kam allerdings 1965, als in Berlin das Kombinat Sonderheime gegründet wurde. Das wußte ich zwar nicht, aber mein weiterer Heimweg war mit der Gründung dieser Einrichtung vorbestimmt. 300 km weiter im Süden der DDR, sprich mitten in Berlin, errichteten die SED Verbrecher einen Heimkomplex, in welchem sie, abgeschnitten von der Außenwelt, Kinder weg sperrten, von denen sie behaupteten, das sie geisteskrank sind.

      Bis 1970 brachten sie nicht nur mich in diesem Kombinat unter. Ich habe da Sachen erlebt, die möchte nicht meinem schlimmsten Feind wünschen, aber das ist eine andere Geschichte.


      In diesem Sinn ein schönes Wochenende, Ralf

      biene987 schrieb:

      ich wollte mal wissen,zu welcher zeit du in altengottern warst? ich war von 1972-75 dort.alles was du geschrieben hast,habe ich auch erlebt.... lg sabine


      mich haben sie von 73-75 dort festgemacht-----
      Vergib Deinen Feinden, aber vergiss nie ihre Namen.
      John F. Kennedy

      Kinder, die man nicht liebt, werden Erwachsene, die nicht lieben.
      Pearl Buck
      Guten Tag, auch ich war in diesem Spezialkinderheim Altengottern und zwar vom Januar 1977- Juli 1979. An einiges kann ich mich noch sehr gut erinnern. Und zwar an eine Erzieherin namens Frau Schenk. Dann das die Schule in einer Baracke auf dem Gelände des Kinderheimes war. An große Schlafsäle. Später hatte ich ein Zimmer mit 3 Betten und davor war quer noch eins mit 2 Betten. Dann weiß ich noch das wir immer Samstags Arbeitseinsatz hatten. Laub fegen. Dann kann ich mich an Taschengeld erinnern, wo wir dann geschlossen zur Kaufhalle gingen und ich mir dort meine Creme Waffeln dafür holte. Dann weiß ich noch das wir zum Zelten gefahren sind. Aber ich habe auch sehr schlechte Sachen dort erlebt. Haare ziehen an den Ohren ziehen dann wurde das Schlüsselbund geworfen. Auch habe ich in der Zeit dort meine erste Periode bekommen. Es war sehr schlecht an Binden zu kommen. Es wurde gesagt besorge dir selber was. Ich weiß auch noch das wenn man in den Ferien nach Hause durfte das meine Mama mich immer von Erfurt abgeholt hat. Bis dahin wurden wir gebracht. Als ich 1979 in ein anderes Kinderheim Lieselotte Hermann Groß-Börnecke verlegt werden sollte war ich Tod unglücklich darüber das ich noch nicht nach Hause durfte. Aber als ich dann nach den Sommerferien dort hin kam fand ich sehr schnell liebe Freunde. Im Januar 1981 lernte ich dann meinen jetzigen Ehemann kennen. Er war Bewohner des Dorfes. Seine Eltern waren vor meiner Zeit seine Mutter dort Erzieherin und sein Vater Heimleiter. Sie sahen die Bindung zwischen uns nicht sehr gerne, aber als sie erfahren haben warum ich in dem Kinderheim war war alles gut. Mittlerweile sind wir 32 Jahre verheiratet 34 Jahre zusammen haben 4 wundervolle Kinder und 13 bezaubernde Enkel . Nummer 14,15,und 16 werden dieses Jahr geboren. Vielleicht kennt mich auch noch jemand aus dieser Zeit. Mein Geburtsname lautet Silvia Adamczak..........über Antworten würde ich mich freuen.
      Hallo und einen Gruß an alle ehemaligen und jetzigen Heimkinder.
      Als ich im Internet stöberte und auf die Website des "Heilpädagogischen Kinder- und Jugendheimes im Schloss" Altengottern stieß, wurde mein Interesse geweckt.
      Welch immenser Unterschied zu meinem Aufenthalt dort in den Jahren 1953 bis 1958!
      Und genau aus jenen Jahren möchte ich, mit dem Abstand von mehr als 60 Jahren, über das damalige Heimleben in Altengottern berichten.
      Seit meiner Geburt hatte ich, da mein Vater gefallen und meine Mutter in ein KZ verbracht worden war, zunächst in einem Säuglingsheim mein Dasein gefristet. Eine Krankenschwester nahm sich, als ich 1 Jahr zählte, meiner an. So wuchs ich relativ unbeschwert, wie andere Kinder auch, in einem liebevollen Zuhause bei meiner Stiefmutter bis zur Einschulung auf.
      Das sollte sich schon bald ändern.
      Mit derRückkehr des Mannes meiner Stiefmutter aus russischer Gefangenschaft begann eine Zeit voller Demütigungen, Schlägen und Bestrafungen,denen ich mich immer öfter durch Flucht zu entziehen versuchte. Die Folge war schlichtweg und zwangsläufig das Schwänzen des Unterrichtes, so dass ich die 1. Klasse wiederholen musste. Jedes Aufgreifen nach einer Flucht vor den Quälereien und Schlägen des Stiefvaters endete am Ausgangsort, nur verschärften sich Strafen und Schläge mehr und mehr.
      Irgendwann konnte meine Stiefmutter dies alles nicht mehr ertragen und veranlasste das Jugendamt zu handeln.
      So kam ich schließlich in ein Kinderheim in Mühlhausen und später nach Seebach bei Mühlhausen.
      1953 im März, ich erinnere mich noch sehr genau, nach dem Tod des russischen Kommunistenführers Stalin, wurde ich von einer Frau des Jugendamtes abgeholt und nach Altengottern gebracht.
      Spezialkinderheim - Heim für schwererziehbare Kinder - was das bedeutete sollte ich während der nächsten 5 Jahre auf eindrücklichster Weise erfahren.
      Fortsetzung folgt.
      Fortsetzung
      Der klapprige alte VW-Käfer bog von der Strasse auf eine kurze Allee ein, passierte ein weitgeöffnetes Tor und hielt schließlich vor einer Freitreppe an der rechten Seite der Gebäudefront.
      Da stand ich nun, 10 Jahre jung, in einer zu kleinen Jacke mit kurzen Hosen und langen Strümpfen, die von einem Leibchen mit Strumpfhalter am herunterrutschen gehindert wurden, vor den grauen Mauern des Schlosses. Die Frau vom Jugendamt nahm mich bei der Hand und wir stiegen die Stufen der Freitreppe hinauf. Durch ein wuchtiges zweiflügeliges Holzportal und einer ebenfalls zweiflügeligen Glastür gelangten wir in eine Art Saal. Zur Rechten führte eine Treppe nach oben auf die nächste Etage und zur Linken führten drei Stufen auf eine Art Podest mit einer hölzernen Brüstung.
      "Du wartest hier", bedeutete mir die vom Jugendamt und verschwand hinter einer Tür im Hintergrund des Podestes.
      Der große Raum mit seiner dunklen Täfelung machte mich mutlos und ich hockte mich ängstlich zusammengekauert in eine der Nischen mit den hohen Bogenfenstern.
      Nach einer, wie mir schien, unendlichen Ewigkeit öffnete sich die Tür hinter welcher die Frau vom Jugendamt verschwunden war und ich wurde von ihr hereingerufen.
      "So, du bist also der Ausreißer" mit diesen Worten empfing mich ein Mann hinter einem Schreibtisch, "aber keine Sorgen, wir werden dir diese Flausen schon austreiben".
      Der Mann, wie sich herausstellte der Heimleiter, griff nach dem Telefon und bat irgendjemanden in sein Büro zu kommen.
      Unterdessen hatte sich die Frau vom Jugendamt entfernt, nicht ohne nochmal mit strengem Ton zu erwähnen, das mein Lotterleben nun ein Ende haben würde.
      Eine Erzieherin erschien kurz darauf im Büro und begleitete mich nach oben in meinen Gruppenraum, der rechts hinter einem großen Kaminzimmer befand.
      Außer mir und der Erzieherin befand sich niemand weiter in diesem Raum.
      "Die anderen Kinder sind alle in der Schule, deshalb musst du hier warten. Mach keine Dummheiten, dann wird alles gut".
      Mit diesen Worten verleiß sie den Raum.
      Zu diesem Zeitpunkt schien mir die neue Umgebung und das Heim sich nicht von den vorherigen zu unterscheiden.
      Aber schon bals sollte ich eines Besseren belehrt werden...

      Wird fortgesetzt