Stiftung Anerkennung Hilfe - mein Antrag ist durch und bewilligt!

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      Stiftung Anerkennung Hilfe - mein Antrag ist durch und bewilligt!

      Heute erhielt ich telefonisch vorab die Nachricht, dass ich von der Stiftung auf Grund meines Antrages voll nach den derzeit geltenden Sätzen entschädigt werde und die Prüfung meines Antrages positiv verlaufen ist.

      Den Antrag hatte ich am 16. Oktober gestellt, Ende Ende Oktober wurde der zur Prüfung an die Zentrale der Stiftung weitergeleitet, und nun ist er bewilligt. Somit kann ich mich uf ein bisschen mehr Kohe und die offizielle Anerkennung freuen. Das ist unerwartet schnell gegangen..

      Dabei lasse ich es aber nicht bewenden. Ich habe Bethel aufgefordert, dass die alle Betroffenen offiziell einlanden und uns eine offizielle Entschuldigung zuteil wird. Für die psychische Befindlichkeit ist das äußerst wichtig. Inzwischen gibt es einen Beschluss des Bethel-Vorstandes, dass das nach Klärung der organisatorischen Einzelheiten auch so stattfinden soll. Ich bleib da auch dran, damit das nicht untergeht.

      Eine Frage an Brötchen: Hast Du auch schon eine Entschädigung bekommen, und hat sich jemand Offizielles auch schon bei Dir und anderen Ehemaligen gemeldet? Falls nicht, wird es aber Zeit. Wir haben es ja mehr oder weniger mit dem gleichen verantwortlichen "Laden" zu tun. Bei mir ist alles bisher gut gelaufen, und ich kann mich nicht beschweren.

      Have a nice day!

      mbugu schrieb:

      Eine Frage an Brötchen: Hast Du auch schon eine Entschädigung bekommen, und hat sich jemand Offizielles auch schon bei Dir und anderen Ehemaligen gemeldet?


      Es gibt keine Entschädigung! Was es gab, sind Nachzahlungen zur Sozialversicherung, die uns Heimis von den korrupten Heimen vorenthalten wurden und Nachzahlungen zur geleisteten Arbeit in den Heimen, da wir seinerzeit mit bis zu 5 DM pro Woche (!) Arbeitslohn abgespeist wurden.
      Und natürlich hat sich keine dieser Päderasten-Orgas je gemeldet.
      Warum nicht?
      Weil die Strukturen dieser katholischen Kinderficker-Orden hier im Westen immer noch die genau gleichen sind wie damals. Diese Eunuchen-Orden dürften nie mit Kindern in Berührung kommen!
      God forbid that I should go to any Heaven in which there are no horses
      Brötchen, hast Du schon einen Antrag bei der Stiftung gestellt?
      Dir würde sicher auch eine "Entschädigung" zustehen, obwohl es keine solche real gibt!
      Aber das ist besser als gar nichts, meinst Du nicht auch?
      Noch einen schönen Tag - und weil Du wohl Pferde magst: Jetzt wiehere ich mal ganz laut!...Hahahahaha

      (das kann ich wirklich, und damit habe ich früher in Bethel meine Leidensgenossen so manchmal zum Lachen gebracht!)
      @zeiMacer: Danke für die Anteilnahme. Ja, es ist eine "formale" Anerkennung, und das ist auch schon mal was. In meinem Fall war ja die Anstalt Bethelk der "Übeltäter", und wie in anderen Fällen von allen anderen Betroffenen hier im Forum auch ist dies zum Trauma meines Lebens geworden. Ich gehe aber noch einen Schritt weiter und setze mich heute mit Bethel darüber direkt auseinander. Wie ich schon geschrieben habe, fordere ich auch von denen ein anerkennendes Schuldbekenntnis für ALLE ehemaligen Betroffenen ein; denn das ist ja direkter als wenn mir das nur eine Stiftung schreibt, die das pauschal in Vertretung für alle beteiligten Institutionen macht.

      Mein Ansatz war immer, dies nie mehr zuzulassen in meinem Leben und einen Weg zu finden, der micn mit diesem persönlichen Trauma leben lässt und mich nicht weiter im Umgang mit anderen Menschen beeintächtigt. Ich war ja als Hochschullehrer in einem Beruf tätig, wo ich mit anderen Menschen umgehen musste und frei für deren Belange sein musste. Ich konnte es mir daher nicht leisten, mich mit meiner eigenen Heimvergangenheit ständig um mich selber zu drehen. Sonst wäre ich eben auch nur einer der vielen hilflosen Helfer geworden, die niemand braucht.

      Zweitens wollte ich gerade wegen meinem eigenen Hintegrundes anderen benachteiligten Menschen helfen, sich auf die eigenen Beine stellen und unabhängig werden zu können, so dass diese in die Lage versetzt werden, mit anderen auf gleicher Augenhöhe zu kommunizieren. Nun als Rentner sehe ich, dass ich zwar nicht die Welt verändern konnte (wer kann das schon?), aber ich konnte doch einiges an Sinnvollem tun und meinen eigenen bescheidenen Beitrag dazu leisten. Konkret: Einige ehemalige Straßenkinder aus den Slums von Nairobi haben durch die initiierten Bildungsprojekte ihren Weg gemacht, haben eine Familie und ein Auskommen und können heute Anderen helfen in ihrer beruflichen Funktion. Ähnliches konnte auch in Nepal und Haiti, in China und anderswo erreicht werden. In der Rückschau (heute als Rentner) kann ich sagen, dass mein Leben doch recht sinnvoll war, und ich bin einfach nur dankbar für diese Erfahrung.

      Trotz allem habe ich auch jetzt noch das Gefühl, zu meinen eigenen Wurzeln nach so vielen Jahren zurückzukehren, indem ich Bethel etwas aufs Korn nehme und von dort eben auch persönliche Anerkennung für uns ehemaligen Betroffenen einfordere.

      Man bleibt eben auch dadurch menschlich, indem man sich nicht mehr alles gefallen lässt und Gerechtigkeit einfordert. Das ist es, was uns zu Menschen mit Menschlichkeit macht.

      So soll es sein, und das ist auch gut so.

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von „mbugu“ ()

      P.S.: Das Geld war gestern (Samstag, 18.11.2017) bereits auf meinem Konto. Die sind unheimlich schnell; der offizielle Bescheid von der Stiftung kommt erst nächste Woche.

      Die Diakonengemeinschaft Nazareth in Bethel hat mich zu einem Vortrag über die Thematik eingeladen. Die betreiben dort jetzt eine Fachhochschule für Diakonie und wollen die Vergangenheit in Zusammenarbeit mit Zeitzeugen aus der damaligen Zeit aufarbeiten. Daran möchte ich gerne mitwirken. Einige Bücher von mir stehen auch bereits in der Hochschulbibliothek bei denen.

      Etwas ironisch möchte ich dazu feststellen, dass es besser ist, von denen gelesen und angehört als geknechtet zu werden...
      Stimmt. So war es auch bei mir. Kurz vor der Bestätigung der Zusage der Leistungen aus dem Fond wurde ich durch die Sachbearbeiterin gefragt, ob ich nicht vielleicht bereit wäre, für die eine und andere Art von Öffentlichkeitsarbeit zur Verfügung zu stehen. Ich verneinte und eigentlich nur aus einem Grunde. Ich hätte wochentags über auf irgendwelchen Veranstaltungen womöglich noch in Schulen teilnehmen müssen und mich dort vor Publikum den Fragen Anderer stellen sollen, was im Zusammenhang mit der Heimerziehung der DDR zu tun hätte. Da ich wochentags über in einem weiter entfernten Bundesland tätig bin und auch kaum eine Vertretung für mich zur Verfügung steht, habe ich absagen müssen. Also eigentlich ist es ja so, dass mir vor allem Zeit fehlt. Ansonsten, das Schreiben läge mir sicherlich doch etwas mehr als öffentliche Auftritte.
      @Stern: ich kann diese Art von Öffentlichkeitarbeit auch nur deswegen machen, weil ich als Rentner finanziell unabhängig bin. Ich habe viele (Fach)bücher "verbrochen" (also veröffentlicht), und mit dem Reden bzw. öffentlichen Reden habe ich auch keine Probleme, gehörte ja zu meinem früheren Beruf. Man muss bei solchzen Anfragen auch immer aufpassen, für wen man sich da einspannen lässt.

      Wenn Bethel seine Verangenheit historisch-kritisch aufarbeiten will, so ist das im Interesse der Betroffenen. Da bin ich auch dabei. Dient das Ganze aber nur dazu, das Vergangene schönzureden und billigte Ausflüchte zu finden, wäre ich deren schärfster Gegner in der Öffentlihckeit. Ich bin ein Kämpfer, und so mancher, der mich heraugefordert hatte, hat seine Erfahrung mit dem Unterlegen in diesem "Kampf" machen müssen. Ich habe eine sehr gute Nase für solchze Dinge wie eigentlich jeder mit Heimvergangengheit hier.

      Kooperation im Interesse der Betroffenen ja - faule Kompromisse: nee, nicht mit mir!

      La lotta continua (der Kampf geht weiter)!

      Und jetzt kommt die Schwiegermutter mit dem klappernden Gebiss, auf in den Kampf!....LOOOOOOL