Zuhause, Vertrauen und so

      Zuhause, Vertrauen und so

      Hm, also die dürren Fakten:

      Katholisches Kinderheim vom 9.-13. Lebensmonat. Meine Mutter war schwanger mit meinem Bruder und strenges Liegen war angesagt, so erzählt sie es. Bis zum Alter von 6 dann noch etwa zwei weitere Heime, auch so in dem Dreh zeitlich. Dazu etliche male bei der Mutter meiner Mutter (da gab's Schläge) und meines Vaters (verglichen mit den anderen Optionen richtig nett). Ich sei ein schwieriges Kind gewesen, hab ich mir sagen lassen. Anscheinend zu schwierig. Nun ja.

      Danach kamen diverse finstere Jahre voller Angst, Einsamkeit und Kurzschlussreaktionen - ich spare mir die Einzelheiten. Auf dem Gipfel des Chaos lernte ich Schatz kennen, ein Gottesgeschenk, so sehe ich es heute. Seitdem kehrt eine Art von Ruhe ein, die überhaupt erst die Basis geschaffen hat, über "das Thema" nachzudenken.

      Das ist alles gar nicht cool, aber das habe ich in den letzten Jahren, vor allem in den letzten Monaten, genug durchgekaut für's Erste. Ich würde gerne nach vorne schauen. Vertrauen, loslassen neu lernen. Mich selber wieder mögen lernen. Nicht ständig perfekt sein müssen, damit mich bloß keiner kritisieren, ablehnen oder scheiße finden kann. Na, all sowas halt. Dafür suche ich nach Input, Ideen, Inspiration...keine Ahnung.
      Sich selber mögen lernen ist dann notwendig, wenn man vorher immer gesagt man, was für ein wertloses Stück Sch...ße man eigentlich ist. Viele ehemalige Heimkinder haben das erfahren. Auch ich.
      Meine Rede ist dann immer, dass man es sich abgewöhnen muss, es anderen immer Recht zu machen und deren Maßstäbe an sich selber anzulegen. "Ihr könnt mich mal, wenn ich Euch nicht passe", ist da erst einmal eine richtige Einstellung am Anfang eines Weges zur Emanzipation. Denn nicht Du schuldest denen etwas, die Gesellschaft als solche schuldet Dir etwas, wenn sie es durch ihre Heime versäumt hat, in Dir den Selbstrespekt zu wecken, der Dich erst zu einem nützlichen Glied dieser Gesellschaft macht..

      Der nächste Schritt auf diesem langen Weg der Selbstfindung nach einer Heimkarriere ist, den Heimträger mit der eigenen Heim-Vergangenheit und dem Bockmist zu konfrontieren, der da gelaufen ist. Auf Deutsch: Anerkennung der Schuld und Wiedergutmachung einfordern!

      Denn: wer sich nicht wehrt, der lebt verkehrt!

      Viel Glück und innere Stärke dabei, sconosciuta!
      Zitat von mbugu.

      Der nächste Schritt auf diesem langen Weg der Selbstfindung nach einer Heimkarriere ist, den Heimträger mit der eigenen Heim-Vergangenheit und dem Bockmist zu konfrontieren, der da gelaufen ist. Auf Deutsch: Anerkennung der Schuld und Wiedergutmachung einfordern!
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      Hallo mbugu.
      Ich kann es Dir so Erzählen.Ich war zwei Jahre in ein Erziehungsheim das die Patres betrieben.Ein Kloster.Da hat mir auch ein (warmer Bruder) Bruder mich zu sich ins Bett gehohlt.2006 stand bei uns in der Zeitung,ein Artikel über das Vincent Heim in Dortmund.Da kam in mir alles,was ich geglaubt hatte gut Vergraben gehabt zu haben,Plastisch vor meine Augen.Ich habe die Zeitung angerufen und wir hatten einen Termin gemacht.Meine Geschichte wurde gedruckt und auf Verschlungene Wege landete ein Exemplar bei der Verwaltung.Sie luden mich zu ein Gespräch,aber von Sexuellen Missbrauch,nein da wollten sie nichts von wissen.Auch der Bruder,der mich wegen ein paar Tabaksblätter zusammen geschlagen hat,das war doch ein so feiner Mensch.Man hatte mich auch nicht zum hundertjährigen Bestehen Eingeladen und bin trotzdem hingefahren.Hatte noch zwei ehemaligen getroffen.Ich will nur sagen.Es hat sich nichts geändert.Du kannst ihr ruhig den Spiegel vor das Gesicht halten.Es hatten sich später noch ehemalige gemeldet und auch über Sexuelle Verfehlungen gesprochen.
      Leider gehen nicht alle Heimträger so offen und kritisch mit der Vergangenheit um. Im Falle Bethel habe ich den Eindruck, dass die das tun. Die haben mir noch sehr beim Antrag an die Stiftung und in einigen anderen Kleinigkeiten geholfen, obwohl sie das nicht müssten - nach so vielen Jahren und angesichts der Tatsache, dass das nicht die Übeltäter von damals waren und selber nicht persönlich schuldig geworden sind. Das gilt auch für die andeten Betroffenen, die mit mir in Bethel waren.

      Dem Bodelschwingh, den brötchen hier erwähnt, müsste man aöllerdings mal auf den Zahn fühlen. E sist ja sehr beliebt und einfach bei denen, sich um Kinder und Menschen in der Ferne z. B. in Afrika zu kümmern, das ist ja sooooo "exotisch", und damit kann man sich ja auch noch einen Namen machen und wird man auch mal in der Zeitung erwähnt. Den Dreck vor der eigenen Haustür aber sieht man nicht und will ihn auch nicht sehen.

      Brötchen, kannst Du mir mal den Ort geben, wo der Bodelschwingh wohnt. Ich mache dann mal ein paar Recherchen und maile den auch an. Vielleicht rufe ich ihn sogar mal an und berichte dann nachher darüber..
      Zuhause? Ja. Hatte ich, bis der erste Eindringling kam, ein ganz finsterer Elektrikergeselle, auch nur deshalb, weil sie - meine Mutter - nicht allein bleiben durfte - damals war das so. Keine Frau durfte seinerzeit allein bleiben, weil das offenbar dämlich aussah und die Leute drüber ja reden könnten. Klar, nach einer Scheidung ist man erst einmal allein zu zweit, wenn dann noch so ein Wicht wie ich da war. Nun, der Rest, den schrieb ich schon früher mal auf. Da ist ne Menge geschehen, als dann nach zwei, drei Jahren der erste Stiefvater kam, paar Jahre später verschwand, dann kam bald ein zweiter und von dem schrieb ich auch schon. In der Folge, nun das weiß man, landete auch ich im Heim, weil weder ich es aushielt noch andere es mit mir, so ungefähr muss das gewesen sein. In der Heimeinweisungsakte steht noch ein wenig mehr, was den Zustand daheim anging.

      Vorher also kein Vertrauen möglich gewesen und im Heim wurde mir der Rest Selbstvertrauen genommen, was viele Jahre nach der Entlassung nachwirkte. Genau das war eigentlich das Schlimmste, was man uns allen antun konnte, nicht nur Schläge zuhause oder bei vielen von uns auch im Heim führten dazu, kein Selbstvertrauen erwerben zu können, was sich oft und lange im Leben als Nachteil auswirkte und zwar in Bezug auf vielerlei Dinge.

      @sconosciuta Korrekt Im Grunde war das genau so. Da gab es viele Momente des Einsamseins aber irgendwie lernte ich damit, am besten umzugehen, wenig Kontakte zu haben und wenig Berührungen waren es und wenn es zu solchen kam, hatte man sogar Angst davor. Es fehlte wie so oft damals der Mut, weil sie dir das Wichtigste genommen haben, die Fähigkeit dir selbst zu vertrauen, ja, gar zu lieben und wieso ich jetzt ausgerechnet in diesem Thema schreibe, hat mit einer Situation von gestern Abend zu tun. Ich war mal wieder bei meiner Mutter wie öfter am Wochenende nur kurz jedoch, ein paar Kleinigkeiten zu erledigen, wie einholen usw. in der Art. Und dann kam sie wieder, die Frage bei einem Kaffee, weshalb ich denn nicht so sein kann wie andere, ich nicht in der Lage wäre, ihr einmal liebevoll zu sagen, dass das schon alles wieder gut werden würde, weil es ihr doch wie schon lange nicht mehr so gut geht, sie mir das 100 Millionen mal immer wieder erklärt. Ich solle ihr doch einmal Hoffnung auf etwas machen usw. Meine Frage, weil sie mir vorwirft, sie nicht so mögen zu können, wie es doch angeblich andere Söhne tun, keine Ahnung, ob sie es tun, beantwortete ich damit, dass sie sich Männer ins Haus geholt hatte, die sie mir gegenüber vorzog, die mich einer schlimmer als der andere schlugen, während sie all das guthieß, die mir zu verstehen gaben, der Eine wenigstens als ich 10 war, "entweder geht der Junge aus dem Haus oder ich". Kurz darauf kam u. a. nach einigen anderen Unannehmlichkeiten wie eine Beerdigung meines inzwischen verstorbenen leiblichen Vaters die Heimeinweisung und ich wußte, dass ich der Pfand dafür war, denn ihre späteren Erklärungen dafür, weshalb ich ins Heim kam, waren so hahnebüchend, dass man das kaum beschreiben kann. So er (der letzte Stiefvater) es vermocht hätte, wäre ich gleich noch ein paar Jahre länger weg geblieben, aber leider war der noch immer da, als ich entlassen wurde. Nur mit einer Art Burgfrieden gelang es irgendwie.

      Lange Rede, wg. Vertrauen und so, sagte ich ihr, "IHR habt mir kein Vertrauen gegeben, denn ich konnte kein Selbstvertrauen entwickeln", Deine Ängste (an sie grichtet) waren es, die mich so haben werden lassen wie ich bin und DU (an sie gerichtet gestern Abend) "erwartest von mir Güte, Liebe, Wärme?!" Sie haben es weder vermocht, noch besser gewußt.

      Kein Vorwurf, kein Nichts, aber als Kind auf der einen Seite eine erdrückende Liebe von ihr als Kompensation für das Fehlen eines leiblichen Elternteils zu erfahren und andererseits Stiefväter ins Haus zu bekommen, die das alles zunichte machten, mit dieser Gespaltenheit aufwachsen und zwischendurch noch ein paar Jahre im Heim verbringen, konnte und kann keine Liebe erzwingen. Ich sagte ihr gestern, "du kannst mich nicht wie eine Bank betrachten, Geld hineinstecken, um am Ende Zinsen zu bekommen".

      "Diese Härte und mein Mangel an Liebe, den du (an sie) so sehr beklagst, all das habt Ihr mir gegeben" und am Ende höre ich Dinge, die nicht glaubhaft klingen, die nicht wahr sein können, denn die Verzerrung all dessen, was ich jahrelang hörte, sagt mir, es ist ein Spiel zwischen Wahrheit auf der einen und Selbstbetrug auf der anderen Seite. Ich sagte ihr "du machst mich aggressiv und bekommst meine Ehrlichkeit um die Ohren und nicht etwa Schauspielerei zu hören. So hart und verletzend wie ich heute anderen und mir gegenüber sein kann, das haben andere angerichtet. Vielen Dank auch und du suchst meine Liebe? Ich bin weder dein Therapeuth, den du sowieso immer wieder abgelehnt hast, weder Partnerersatz noch sonstiger Tröster und Seelenklempner. Nimm mich, wie ich bin, aber zwinge mich nicht, jemand zu sein, der ich nicht sein kann"!

      Danke für das Thema und ich hoffe, meine Gedanken passen hier irgendwie trotz allem auch noch hinein.

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      Du bist gut so wie du bist. Stern. Zwing dich nicht zu geben, was deine Seele nicht schafft, nicht kann, nicht kennt. Es ist nicht für dir Vorwürfe zu machen. Einfordern wollen. Ich kann mich nur hinein versetzen, aber ich würde auch Ehrlich sagen wie es ist. Ich denke das war gut dir Luft zu machen. An der richtigen Adresse. Ich müsste scharf überlegen, ob ich da noch einen Kontakt schaffen würde. Also halten.
      Es wurde mal gesagt egal wie was war. Es gibt trotzdem fast nichts was die Bindung zerbrechen kann. Wenn man sehr jung die Erfahrungen machen musste. Aber ob dem so ist.
      Scono, aus der persönlichen Betroffenheit erwächst Widerstand. Du musst Dich nicht vor Anderen beugen oder rechtfertigen; vielmehr sollte man diejenigen stellen und zur Rechtfertigung auffordern, die einen früher geknechtet haben. Das ist der erste Schritt zur Selbstbefreiung von den Schatten der Vergangenheit, die einen heute noch verfolgen können.

      Hast Du schon einen Antrag an die Stiftung für Anerkennung und Hilfe gestellt?
      Nee, keine dumme, sondern eine gute Frage. In einem solchen Fall ist es auch ein Akt der eigenen Befreiung und zeigt, dass Du erwachsen geworden bist. Besonders bei "Rabeneltern", die man wirklich alsw solche bezeichnen kann. Als KInd kann man die sich ja nicht aussuchen!

      zuversicht80 schrieb:

      Mbugu.
      Wenn ich auch dumm Frage, aber ist das Meinung sagen gegenüber der Eltern nicht auch ein Teil von Befreiung. Loslösen? Weil sie Anteil oder gar erst den Weg in seinem Fall vorgegeben hatten.
      Mbugu. Danke für deine Antwort. Ich glaube auch. Als Kind schafft man das nicht, als Jugendlicher wird man in Frage gestellt. Aber später irgendwann, sucht sich die Seele ihre Befreiung auch Gegenüber den Eltern. Bestimmt ist man dann einfach auch gefestigter um Gegenargumente nicht persönlich zu nehmen. Sich nichts einreden lassen. Ich finde das auch sehr sehr mutig einfach an sich zu denken. Warum sollte man die Eltern vor der Wahrheit schützen. Und selbst noch mehr leiden. Weil wieder ein Kessel gedeckelt wird.
      Anders ist das vielleicht, wenn die Eltern nicht direkt Einfluss hatten oder beteiligt waren. Sie einen aber auch nicht schützen konnten, das es nicht passiert, da sie nichts erkannten oder auch nicht an sie getreten wurde um zu reagieren. Oder wie denkt ihr.

      mbugu schrieb:

      Besonders bei "Rabeneltern", die man wirklich alsw solche bezeichnen kann. Als KInd kann man die sich ja nicht aussuchen!


      Es sei mir mal die Frage (allgemein) erlaubt, wieso man Rabenmütter bzw. -eltern so sehr verunglimpft.

      Ich weiß, dieser Begriff ist seit Jahrhunderten im Umgang mit wenig interessierten Eltern oder Müttern im Umlauf - dennoch ist das ungerecht (den Raben gegenüber), denn Raben sind weiß Gott besonders behutsame Eltern und pflegen ihren Nachwuchs bis zum kompletten Wegzug sehr fürsorglich.

      Mir wurde seinerzeit auch immer nachgesagt, ich sei eine Rabenmutter (bei drei Kindern voll berufstätig) - ich habe mich aber nicht beleidigen lassen und habe immer wieder entgegnet, sie (die Besserwisser) sollten sich mal erkundigen, was eine Rabenmutter ist.

      Das war nur mal so nebenbei ein kleiner Ausflug in "geflügelte Worte" , die sehr häufig nicht das wieder geben, was sie bedeuten sollen. :D
      Sich selbst zu überraschen ist, was das Leben lebenswert macht. Oskar Wilde
      Louise,

      sehr schön getroffen. Aus deiner Sichtweise völlig Richtig :) ich mag Raben. So ist es nicht.

      Ja, wenn man es anders Rum gibt es ja Behauptungen, jedes Kind sucht sich mit der Geburt seine Eltern aus. Hab ich no nie Verstanden. Es soll sein Weg sein. Seine Lernaufgabe. Ich glaube auch an ein Karma des Menschen, aber das ist mir in diesem Zusammenhang bisher Geistig noch zu hoch gewesen. Kinder lernen genug ab dem Moment. Und das leben lang wie wir alle. Ich kann das nicht annehmen das dies Still gewollt wäre. Bestimmt.

      Das Mädel das ich jetzt immer mehr kennen lerne, bekommt hin und wieder Besuch von ihrer Mama. Dann gibt es jedes mal Geschenke und sie ist dann ganz happy darüber und erzählt. Das das aber ihr Weg sein soll, sie damit wirklich gut lebt, quasi unbewusst sich diesen Weg gesucht hat keine gute Familie zu Hause zu haben, das ist für mich zu weit weg.
      Sie arrangiert sich stark damit, was nicht zu ändern ist. Hat angenommen. Aber sicher nicht weil es ihr weg ist. Schon garnicht mit den Augen einer 8 Jährigen.

      Louise, also das andere pendant dazu sind dann die Helikoptereltern. Lach

      zuversicht80 schrieb:

      Louise, also das andere pendant dazu sind dann die Helikoptereltern. Lach


      So ist es, bis zu einem bestimmten Punkt hat wohl jedes Elternteil irgendwie die Hand über seinem Kind und will es vor Gefahren schützen , aber man muss eben auch rechzeitig loslassen können.

      Als Heimkind hat man da wohl etwas mehr Schwierigkeiten als ein normal behütetes Kind aus normalem Elternaus.

      Dennoch bin ich der Überzeugung, dass bspw. Kinder, deren Eltern oder speziell Mütter als Rabeneltern oder -mütter bezeichnet werden, viel eher im normalen Leben zurecht kommen als die überbehüteten oder eben die von Heli-Eltern.

      aber gerade bei der Erziehung von Kindern ist es eben schwierig, das richtige Maß zu finden und da passt folgender Spruch wie die Faust ins Auge:

      "Wie du's machst ist verkehrt, machste es gleich falsch, ist es auch nicht richtig" :D
      Sich selbst zu überraschen ist, was das Leben lebenswert macht. Oskar Wilde
      So ist es. Ich finde es manchmal schwierig die richtigen Mittelwege. Zwischen beschützen, stark machen, loslassen ect. PP
      Du kannst da ein noch größeres Lied singen als ich. Nein, die überhüteten Kinder kommen nicht gut klar. Sah und sieht man immer wieder vom Wechsel der Kita zur Schule. Da kann Mama nicht mehr viel eingreifen. Vorher alles abgenommen, und dann kommen die Kinder nicht klar.

      Ich finde das Mädel aus dem Heim sehr Taff. Die steht schon mehr im Leben, als viele älteren. Aber ich glaube, etwas mehr Kind sein dürfen würde ihr gut tun. Was da alles so hinter Schutz Mauern liegt, kann man nur erahnen.
      Schutzmauern haben bedeutet Grenzen setzen und sich selbst auch welche setzen weil Grenzenlosigkeiten ins Chaos führen können.

      Vertrauen in etwas hat eben doch etwas mit Wachsen seiner Möglichkeiten zu tun und wie auch anderes muss man es sich täglich erarbeiten, denn in die Wiege gelegt wird einem nichts.

      Viele ehen. Heimkinder gingen einen schwierigeren Weg als die Pampergeneration, der man heute sogar einen Mangel an Frustrationstoleranz nachsagt.

      Im Grunde wachsen wir alle doch nur durch Hindernisse und den Möglichkeiten, sie zu erklimmen. Nur dadurch wächst wiederum Selbstvertrauen und gehen gestärkt, wenn alles gut geht, aus dem hervor.

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      sconosciuta schrieb:

      suche ich nach Input, Ideen, Inspiration...keine Ahnung.


      Die Eine am 12. Okt oben schrieb etwas von nach Vorne schauen, doch, ist das nicht ein Widerspruch in sich? Es bedeutet doch, dass man vorne etwas mehr sehen muss, als nur das Ende eines Tunnels, nicht wahr? 8o

      Eine Idee habe ich auch noch einmal dazu - Diskutieren ist ganz ganz wichtig. In meinem Elternhaus war das ungewollt so. Beide, also meine leibliche Mutter war die glühende Diskutantin, ob das immer auch sinnig war, sei mal dahingestellt ebenso wie es nicht immer sinnig gewesen sein dürfte, was mein werter Stiefvater alles so von sich gab, aber sei es drum.

      Die dumme Angewohnheit, während der Mahlzeiten, insb. zum Abend, den Fernseher laufen zu lassen, muss beide verleitet haben, fast immer über den Inhalt des neben dem Essen im TV Gesehenem zu diskutieren und einer von beiden wollte doch immer Recht haben. || Am Ende kam nicht viel dabei heraus außer dass ich, dann schon ein paar Jahre aus dem Heim entlassen, irgendwann begann mitzudiskutieren, vor allem, als der Unsinn meinem Dafürhalten größer wurde und ich meinte, da gäbe es einiges zu korrigieren. :D Die zweite dumme Angewohnheit - "beim essen spricht man nicht", wurde mir daher nie angewöhnt. Dabei hatte ich das doch im Heim so richtig gelernt nur nach der Entlassung war das alles nichts mehr wert. ;(

      Das alles hatte nur einen ganz blöden Beigeschmack. Man sah zwangsläufig genügend Bilder und Dokumentationen im WELTSPIEGEL über das Elend dieser Welt, die man mit dem Essen aufnahm und nebenher wurde dazu über "Gott und die Welt" diskutiert. Was bleibt nun, außer das dumme Gefühl, dass man zu essen hatte, währenddessen man zusehen mußte, wie afrikanische unterernährte Kinder mit dicken Bäuchen dahinvegetierten und auch mal in die Kameras gehalten wurden, um uns das Elend dieser Welt nahe zu bringen, worüber dann auch wieder fleißig gestritten wurde, was Europäer nicht alles böses angerichtet haben und welche Gesellschaftsordnung denn nun insgesamt die bessere wäre, in der es all das zum Beispiel nicht gäbe usw. usf. und so diskutieren ihre Nachkommen immer noch. Das Witzige heute ist, dass man sich seit geraumer Zeit darüber schon beklagt hat, ständig diskutieren zu müssen, man käme nicht mehr mit, dabei waren sie es doch, die einem das beigebracht haben, wobei das nicht mal das Schlechteste sein muss. Etwas muss es doch wenigstens gebracht haben.

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