AfD hat Ehemalige Heimkinder Zulauf zuhauf. - Warum?

      Solche Herrschaften kennt man. Man sieht die gelegentlich, wenn mal wieder John Fogerty, Roger Waters oder Petty Smith irgendwo auftreten. Sie steigen vor dem Konzert aus ihren 7er BMW, tragen ein Stirnband und eine coole Rockerjacke...ob die noch wählen und wenn ja, wen?

      schussel schrieb:

      Demokratie???

      Ich denke, der Demokratieabbau in Deutschland schreitet sehr schnell voran. Zu schnell.
      Man könnte auch sagen, wir werden verheizt..........doch wofür?


      So kommt es einem zwar vor, aber ich denke, es liegt auch daran, dass zu viele in der Politik und auch sonst überfordert sind. Demokratie muss auch jeden Tag gelebt und dafür gekämpft werden. Wir dürfen hier immerhin demonstrieren, schreiben, fast egal, was, und ich finde, das ist gelebte Freiheit der Meinungsäußerung. Wir müssen nur den Mut haben, all diese Instrumente zu nutzen, denn allzu schnell kann sich das auch mal ändern. Also, haben wir den Mut und gehen wenigstens wählen. Ich zum Beispiel breche extra meinen Urlaub ab, um an die Wahlurne zu treten. Die restliche Urlaubswoche danach werde ich dann versuchen, soweit wie möglich unpolitisch zu sein... :)

      Ob nun wirklich so viele ex Heimkinder AFD wählen, wird man nie herausbekommen. Wir haben nämlich auch G*** sei Dank ein Wahlgeheimnis. Ich würde nie schreiben, wen und welche Partei ich wählen würde. Es würde doch die Spannung vor der Wahl nehmen. Im übrigen sind, so sehe ich es, eh. Heimkinder auch nur Spiegel der Gesellschaft. Weshalb sollten sie auch anders wählen als die ganz "normale Gesellschaft"?

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      Denke mal, weil ein Teil der ehemaligen Heimkinder Gefühllosigkeit, Hilflosigkeit und Gewalt als Teil eines "normalen" Lebens kennengelernt haben und entsprechend weitergeben.

      Solche Dinge zu verarbeiten gibt es unter anderem zwei Wege:
      Man sagt sich, sowas darf nie mehr geschehen und engagiert sich sozial, um sich zu beweisen, dass man selbst dazu beitragen kann.

      Oder man sagt sich: Was mir passiert ist, schadet auch anderen nicht, ohne sich darüber im Klaren zu sein, dass man damit das Gefühl, in einer Welt des Unrechts zu leben, nicht verarbeiten kann, weil man diese Welt ja selbst wieder erschafft.
      Jenseits von richtig und falsch liegt ein Ort. Dort treffen wir uns.

      Rumi

      Martini schrieb:

      Für diesen vielfachen Zulauf Ehemaliger Heimkinder auf die AfD bedarf es, m.E., keiner „Statistiken“; dass ist m.M.n. nicht nur offensichtlich ( = selfevident ! ) in diesem Forum, aber auch in anderen Foren und auf anderen Internetplattformen wo sich Betroffene bewegen und wo sie die AfD lobhuldigen.


      Ich bin gerade überrascht, dass die ehemaligen Heimkinder hier im Forum, die mir jetzt schon so lange die Notwendigkeit und Vorteile der AfD erläutern, plötzlich so angepißt sind, wenn man sich fragt, warum sie das so sehen.

      Das war eigentlich die erste Frage, die ich mir gestellt hab, als diese Themen in den Heimkinderforen aufkamen.

      Es hat sich mir aber nicht erschlossen, welche Vorteile die AfD speziell für sie hat. Die AfD steht für Ausgrenzung, Verweigerung, Abwertung anderer...und gerade hier gibts so viele, die das befürworten.
      Jenseits von richtig und falsch liegt ein Ort. Dort treffen wir uns.

      Rumi
      Sind also nich mehr so braun? Findet in der Politik hier und da so etwas wie eine Entwicklung statt?

      Warum brauchen dann manche Heimkinder wieder eine braune Alternative?

      Weder im Ubuntuuusers-Forum ist die AfD ein Thema, noch bei den Traumfliegern (Digitale Fotografie) noch bei Parfumo.

      Warum gerade bei den Heimkindern?
      Jenseits von richtig und falsch liegt ein Ort. Dort treffen wir uns.

      Rumi
      Wir haben hier auch Threads mit Parfümen und Fotos.

      Ich hab hier noch garnicht argumentiert, ich frage, weil ich gern wüßte, was die Betroffenen darüber denken.

      Das ist ja an sich kein Thema, das man mit falschen oder richtigen Antworten behandeln kann.

      Man kann sich seine Gedanken dazu machen und irgendwann mal denken, dass irgendeine Antwort vielleicht plausibel klingt oder was auch immer.

      Es hat mir aber immer noch keiner erklärt, warum jetzt die AfD gerade für manche Heimkinder so attraktiv ist, das sie zum Politik-Thema Nummer 1 und zum Dauerbrenner für Jahre wurde...

      während das Politik-Thema sonst eher unbeachtet blieb.
      Jenseits von richtig und falsch liegt ein Ort. Dort treffen wir uns.

      Rumi

      ahu schrieb:

      Es hat mir aber immer noch keiner erklärt, warum jetzt die AfD gerade für manche Heimkinder so attraktiv ist, das sie zum Politik-Thema Nummer 1 und zum Dauerbrenner für Jahre wurde...


      Wie schrieb es Kahuna? Zitat: Manchmal hast du echt Pech beim lesen... Zitat Ende
      Lese, um eine Erklärung für das, Deiner Meinung nach Unerklärte, doch nochmal alle Themen in diesem Forum durch, welche die AfD im Bezug haben.
      Du wirst dort sicherlich einige Antworten finden, so du nur bereit ist, das als Antworten zu sehen und zu respektieren.
      Nebenbei findest du dort mit Sicherheit auch noch einige Erinnerungen. Erinnerungen an ehemalige Mitglieder, welche aus den unterschiedlichsten Gründen nicht mehr hier sind.









      Die Frage war, warum gerade die Heimkinder...und die AfD.

      Ich hab tatsächlich alles gelesen, was hier geschrieben wurde, und kann verstehen, warum jemand gegen etwas ist.

      Was ich nicht verstanden habe, ist, warum für die AfD, denn ich hab auch viel woanders über die AfD und von der AfD und über andere Parteien und von anderen Parteien gelesen und hab nicht den Eindruck, als ob die AfD die einzige Partei ist, die bestimmte Auffassungen vertritt. Was genau nur die AfD und besonders für jemanden, der eigentlich selbst mal ausgegrenzt war, attraktiv macht, hat sich mir tatsächlich nicht erschlossen.

      Geht man davon aus, dass man als Heimkind schlechtere Ausgangsbedingungen hatte und bessere möchte, könnte man auch links wählen.

      Man könnte auch generell gleiche Ausgangsbedingungen für alle fordern.

      Warum sollte es eine Konkurrenz unter denen geben, die schlechte Ausgangsbedingungen haben, von der letztendlich nur diejenigen profitieren, die von Anfang an ihre Schäfchen im Trockenen hatten und dort auch behalten wollen?

      Von so einer Konkurrenz profitieren nur die, die keine große Mehrheit gegen die eigenen Interessen brauchen können.

      Übertragen auf eine Heimsituation erinnert mich das an das, was in der DDR als "Selbsterziehung" nach Makarenko bezeichnet wurde: die Zöglinge sollten sich untereinander disziplinieren, was in der Praxis um so grausamer ablief und verhinderte, dass diese sich gegen die Erziehungsmethoden der Pädagogen solidarisierten.

      In den Anfangsjahren der Heimkinderforen wurde dann immer die besondere Solidarität der Heimkinder untereinander heraufbeschworen.
      Und eine Zeitlang hat es sogar funktioniert, wenn man auch nicht alles erreicht hat, was man sich erhoffte.
      Jetzt läßt man sich aber gegenüber anderen Menschen wieder auseinanderdividieren und setzt sich sogar dafür ein, dass das umgesetzt wird.

      Ich weiß nicht, ob ich das verstehen muß, wie auch immer, ich versteh es nicht.
      Jenseits von richtig und falsch liegt ein Ort. Dort treffen wir uns.

      Rumi

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „ahu“ ()

      Du willst es nicht verstehen, ahu.
      Du willst nicht verstehen das andere anders denken, anders fühlen und die Faxen dicke haben, vom Ausverkauf Deutschlands.
      Sie die Nase voll haben vom Geldverschlingendem Europa, von der ewigen Stärkung der Wirtschaftskonzerne und im Gegensatz dazu der Vernächlässigung der eigenen Bevölkerung.
      Alle, wahrlich alle großen und etablierten Parteien waren irgendwann & irgendwo am Ruder, und alle haben mehr Dreck aufgewirbelt anstatt die Menschen a la Otto-Normalo in sichere Fahrwasser zu manövrieren.
      Es reicht, und es wird Zeit für Veränderungen.
      Ob Heimkind oder nicht, die Zukunft ist maßgeblich im weiterem Leben, nicht die Vergangenheit.









      ahu schrieb:

      Was ich nicht verstanden habe, ist, warum für die AfD, denn ich hab auch viel woanders über die AfD und von der AfD und über andere Parteien und von anderen Parteien gelesen und hab nicht den Eindruck, als ob die AfD die einzige Partei ist, die bestimmte Auffassungen vertritt. Was genau nur die AfD und besonders für jemanden, der eigentlich selbst mal ausgegrenzt war, attraktiv macht, hat sich mir tatsächlich nicht erschlossen.


      Mich auch nicht.
      „Ein jeder kehre vor seiner Tür.
      Und rein ist jedes Stadtquartier.“
      Ich komme gerade aus Norddeutschland zurück und staunte nicht schlecht darüber, dass man dort AfD Wahlplakate ohne Gefahr zu Laufen, dass sie zerstört werden, dort auch anbringen kann. Nicht einmal etwa weit oben an Laternenmasten. In Berlin hängen, wenn überhaupt, solche Plakate ganz oben und werden trotzdem fix zerstört. In Nordostdeutschland ist das anders. Dort vergreift man sich nicht an AfD und anderen Wahlplakaten, sondern respektiert gewählte demokratische Parteien. Der Pöbel in Berlin zerstört jedoch.

      @ahu weil erneut mit Handy kurz nur. Offenbar gibt es mehrere Parteien, denen eher daran gelegen ist, andere Teile der Welt mehr im Fokus zu haben als die eigene Bevölkerung. Die AfD gibt sich zumindest dem Anschein, dass sie die Interessen der eigenen Bevölkerung mit Priorität behandelt. Andere tun es wohl eher nur sehr sporadisch mit Getöse und Versprechungen allenfalls vor Wahlen. Das durchschaut der Wähler irgendwann.

      Vielleicht, Ahu, gibt die AfD eh. Heimkindern eine Art Heimat während andere Parteien längst vergessen haben, was Heimat ist? Bei der CDU steht überdimensional die EU im Vordergrund. Bei der FDP ist es nicht anders. Hauptsache der Rubel rollt, auf Kosten derer, die vor allem im Niedriglohnsektor schuften müssen. Sozialabbau seit Jahren, den die SPD gemeinsam mit den Grünen auf den Weg brachten, wovon die CDU insb. lange profitierte. SPD und Grüne hießen gemeinsam mit Merkel die Welt kommen. Ihr Völker der Welt, schaut auf dieses Land. Es schafft es und am Ende, wie Thilo Sarazzin schrieb, sich ab. Wer wählt seine eigene Abschaffung? Das wirst du wohl nie verstehen.

      Zusatz. Wenn lt. akt. Nachrichtenlage wie heute früh auf NDR Info zu hören war, die Flüchtlingskrise unter allen gesellsch. Wählerschichten das wichtigste Wahlkampfthema war, dann zeigt das, dass das auch uns ehem. Heimkinder zwangsläufig betreffen muss. Ist das nicht logisch? Wenn also eine Partei das Thema fokussiert weil es andere zu lange ignorierten, dann profitieren jene, die etwas gegen fehlende Obergrenzen tun.

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