Aufarbeitung ehemaliger Kinderheime in der DDR

      Aufarbeitung ehemaliger Kinderheime in der DDR

      Im Zuge der Aufarbeitung ehemaliger Kinderheime in der DDR, - Betroffene, Angehörige, Mitarbeiter -

      startet ein Projekt der Stadt Jena in Zusammenarbeit mit dem Thüringer

      Archiv für Zeitgeschichte. Hierzu werden Unterlagen zu ehemaligen

      Kinderheimen gesucht. Ebenso wird es eine Aufarbeitung in Form von Interviews mit Zeitzeugen geben.

      Gesucht werden negative wie positive Erfahrungsberichte aller Heimformen in der ehemaligen DDR.

      Interessenten können sich gern melden.



      Jana Franziska Schmidt

      -----------------------------------------------------

      Stadtverwaltung Jena

      Bereich des Oberbürgermeisters

      Am Anger 15

      07743 Jena

      -----------------------------------------------------

      Tel.: +49 3641 49-2024

      Mob.: +49 0176 23893975

      E-Mail: jana.franziska.schmidt@jena.de

      Internet: jena.de

      Anfragen; mit Bitte um Konkretisierung

      Hallo liebe jana-Franziska,

      gilt die "Aufarbeitung ehemaliger Kinderheime in der DDR"
      für alle der fünf neuen Bundesländer (Meck/Pom; Sachsen; Thüringen;
      Brandenburg; Berlin(Ost); Sachsen/Anhalt) ?

      Oder nur für den Raum Jena (Thüringen) ?

      jana Franziska schrieb:

      Hierzu werden Unterlagen zu ehemaligen Kinderheimen gesucht.


      Was ist konkret mit Unterlagen gemeint ?



      Wie lange soll das Projekt der "Aufarbeitung" laufen ?



      jana Franziska schrieb:

      Gesucht werden negative wie positive Erfahrungsberichte aller Heimformen in der ehemaligen DDR.


      Was ist im Klartext mit "aller Heimformen" gemeint - z.B.etwa:
      • Dauerheime für Säuglinge und Kleinstkinder(unterstanden den jeweiligen Abteilungen des Gesundheitswesen der Kreise oder Bezirke) ?
      • Kinderwochenkrippen ?
      • Wochenkindergärten ?
      • Vorschulkinderheime ?
      • Kinderheime ?
      • Spezialkinderheime ?
      • Jugendwerkhöfe; auch gJWH Torgau ?
      • Jugendhäuser(Jugendknast) ?
      • Einrichtungen für Kinder mit Behinderungen/und anderen Auffälligkeiten ?
      • konfessionelle(religiös gebundene) Kinderheime ?
      • Jugendwohnheime ?
      • Kinderkurheime ?
      • Berufschulinternate ?



      Wo und Wie sollen die Interviews der Zeitzeugen und
      die negativen und positiven Heimkinder-erfahrungsberichte
      der Öffentlichkeit bekannt gegeben werden ?


      VG
      Hewago




      ___________________________________________________________


      Für die Jugend: - EHRET DAS ALTER, DENN ES IST EURE ZUKUNFT
      Für die Alten: - ACHTET DIE JUGEND, DENN ES WAR EURE VERGANGENHEIT
      Hallo Jana Franziska Schmidt,
      ich schließe mich voll und ganz den Ausführungen von Hewago an.

      Was sich mir nicht so ganz erschließt ist, wofür soll das gut sein? Zahlreiche ehemalige Heimkinder wurden bereits "abgespeist" - oh Sorry, "mit ner lächerlichen Summe X - E N T S C H Ä D I G T", also sollte der Drops gelutscht sein.
      Wer oder was sagt mir, dass die Stadt Jena tatsächlich daran noch weiter interessiert sei und wozu? Oder könnte es sein, dass Sie eher eine bestimmte Abschlussarbeit bewältigen müssen, um bei der Stadt Jena ein berufliches neues Ziel zu begehen?
      Als abgeschlossene MFA in die soziale Schiene zu wechseln oder möglichst noch irgendwann als Beamte zu arbeiten?
      Nochmal Sorry, ist nur meine Vermutung.

      Ich bitte um genauere Aufklärung Ihrer Beweggründe, denn wir wurden hier schon oft genug für berufliche Karriereaufstiege "missbraucht", während viele von uns keinerlei Chance dafür hatten.
      Daher MEIN "Misstrauen".
      Ein paar ehrliche und offene gestellte Fragen sind mir lieber, als sich hinter einem Deckmantel zu verstecken. Selbst wenn Sie sich mit diesem Thema tatsächlich tiefgründiger beschäftigen wollen, dann brauchen Sie starke Nerven und ein dickes Fell! Man läuft Gefahr "vom Glauben abzufallen".

      Beste Grüße
      Mandy


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      Hallo Mandy
      Hallo Hewago,

      Es ist keineswegs so, dass ich mir durch dieses Projekt einen "Aufstieg" erhoffe und ich finde es unpassend Vermutungen anzustellen.

      Dieses Thema ist so prikär und langatmig da ich selbst Betroffene bin und mit der seelischen Aufarbeitung viele Jahre zu kämpfen hatte.
      Mein Gedanke Anfang dieses Jahres, eine "Aufarbeitung" ehemaliger Heimkinder in Thüringen als eigenständiges ehrenamtliches Projekt mit dem TÜRAZ zu starten.
      Mitte diesen Jahres ergab sich ein Gespräch mit dem Stadthistoriker Herrn Stutz. Hierbei ging es um die Anfrage der Stadt an das TÜRAZ bei der Aufarbeitung ehemaliger Heimkinder unterstützend mitzuwirkend, da gehäufte Anfragen von Betroffenen vorliegen. Somit wurde für mich eine Stelle bei der Stadt organisiert um das Projekt publizistisch zu machen. Die Journalistin Agnes Arp wird sich ebenfalls in diese Thematik mit einbringen. Frau Arp hat massgeblich am Forschungsbericht zu sozialen Lage ehemaliger DDR- Heimkinder mitgewirkt. In Zusammenarbeit mit Ihr werden professionelle fokussierte Interviews mit Betroffenen geführt, die zum einen transkrepiert werden um zum anderen Audioaufzeichnung-und oder Audiovisuell.
      thueringen.de/imperia/md/conte…e_lage_ddr-heimkinder.pdf

      Konkrete Unterlagen - alte Fotos, Zeitungsberichte, Mitarbeiter, Anzahl der Heimkinder,
      dazugehörige Schulen, Entstehung

      Heimformen - Normalheim
      Städt. Kinderheime
      Mädchenwohnheim
      Jugendwohnheime
      Durchgangsheime
      religiöse Kinderheime
      Spezialheime
      Jungendwerkhöfe
      Kinderkurheim

      Ziel dieses Projektes -öffentliche Austellung mit Fotos, Hintergründen ect.
      Thematisierte Vorträge wissenschaftl. und historisch
      Berichte/Austausch ehemalige Betroffener, Angehörige,
      Mitarbeiter, Heimleiter

      erhoffte Veröffentlichung August 2018.
      ich kann den Thüringern, gemeint sind nicht nur die Betroffenen selber, sondern auch die damaligen Ministeriumsmitarbeiter, immer wieder Dank zollen, für das, was sie in die Sache "Aufarbeitung" Heimerziehung, Unrecht-DDR, geleistet haben. Einige Probleme sind erst durch den hoch motivierten Einsatz mancher behördlicher Mitarbeiter ins Laufen gekommen.

      Wie das Heute unter der Regierung der "Roten" am Leben gehalten wird, kann ich nicht mehr einschätzen. Ich weis nur, dass dieser Ministerpräsident, der ein hauptberuflicher Gewerkschaftler aus dem Westen war, also eigentlich außer von Rumsülzen keine Ahnung hat, einen großen Teil seiner Wahlversprechen nicht eingelöst hat. Ein Versprechen war, dass den Opfern der SED Diktatur bei der Durchsetzung ihrer berechtigten Ansprüche geholfen wird. Das wird ja bei seiner Wahl ausschlaggebend gewesen sein.

      Die Anfrage von Jana Franziska Schmidt, muss also nicht zwangsläufig zum Zweck der Selbstbefriedigung gestellt sein. Allerdings möchte ich meine Erfahrung hier aufzeigen, welche euch und eventuell den Wissbegierigen zu Überlegungen führen sollte.

      Nach der großen Hoffnung, dass eine gezielte Aufarbeitung zu den Erziehungsvorstellungen und den damit verbundenen Zielen der SED und ihrer Handlanger stattfinden wird, bleibt zunehmend die Realität im Raum stehen, dass wir wegen der begrenzten Auffassungsgabe der neuen politischen Machthaber und deren Mitläufer, wieder nur als Dreck am Schuh kleben bleiben, den man abschütteln sollte, wenn man etwas auf der Leiter nach oben voran kommen will.

      Zunehmend reden diesen ganzen wissenschaftlichen "Aufarbeiter" davon, dass die Erziehungseinrichtungen in der DDR dazu geschaffen wurden, uns, wegen unserer Verhaltensauffälligkeiten in derartigen Einrichtungen, die zur Disziplinierung dienen sollten, aufzunehmen.

      Zunehmend verschwinden die genauen Umstände einer derartig geplanten Erziehungskultur durch die SED Diktatur. Vergessen haben fast alle "Aufarbeiter" dass es dieses Unrecht und in dieser Form der Menschenrechtsverletzungen nur deswegen gegeben hat, weil diese Verbrecher der SED und deren Handlanger, zu denen auch die Jugendhilfe gehörte, die Verhaltensauffälligkeiten bei Betroffenen nur unterstellt und vermutet haben. Es also derartige Gründe für Einweisungen in das Heimsystem der DDR nie wirklich gegeben hat.

      Und so wird von diesen "Aufarbeitern" zunehmend dafür gesorgt, dass schon wieder eine Geschichtsverfälschung betrieben wird, die nur einem Zweck dient, nämlich der bewusst falsch vorgetragenen Sachverhalte zur Notwendigkeit der angeordneten Heimerziehung in der DDR.

      Und diese absichtlich betriebene Falschdarstellung geht nur zu lasten der um ihre Rehabilitation kämpfenden Heimkinder.

      Insofern möchte ich darauf hinweisen, dass wegen der Nichtbelastbarkeit von Aussagen ehemaliger Heimkinder, zu ihren Unterbringungen in den Heimen der DDR Jugendhilfe, eine zunehmende Bagatellisierung der Einweisungsgründe und der freiheitsentziehenden Maßnahmen stattfindet. So werden zwischenzeitlich Erfahrungsberichte von Heimkindern gesammelt, welche dann als Begründung für ablehnende Rehabilitierungsverfahren herhalten müssen.

      Ein Beispiel; - Das Thüringer Oberlandesgericht hat als eines der ersten Gerichte festgestellt, dass Einweisungen in einen Jugendwerkhof, unabhängig von einem politischen, oder sachfremden Grund, als freiheitsentziehende Maßnahme der Jugendhilfe zu klassifizieren ist und demnach rehabilitierungsfähiges Unrecht darstellt.

      - nunmehr sind wir bereits wieder da angekommen, dass eine Unterbringung im Jugendwerkhof nicht unbedingt zur Rehabilitation führen muss, weil, so die Unterstellung eines Rehabilitationsgerichtes, die Möglichkeit besteht, dass die Unterbringung auch deswegen erfolgte, weil Jugendliche die Schule geschwänzt, die Arbeit gebummelt haben. Weil Jugendliche auch geklaut und gelogen haben.

      - und Jugendwerkhöfe sind nicht grundsätzlich schlecht gewesen.

      All diese Informationen sind durch Aussagen?? von ehemaligen Betroffenen generiert worden!!! und die heutigen "Aufarbeiter" wollen somit nur den Sachverhalt begradigen, wenn mal wieder ein Heimkind seine Rehabilitation beantragt.

      Ob das im Fall von Jana Franziska Schmidt so ist, kann ich nicht beurteilen. Aber ich lege allen ehemaligen Heimkindern ans Herz, sich zu überlegen, was sie da Fremden erzählen und vor allem, aus welchem Grund.

      In diesem Sinne, Ralf Weber

      jana Franziska schrieb:

      Es ist keineswegs so, dass ich mir durch dieses Projekt einen "Aufstieg" erhoffe und ich finde es unpassend Vermutungen anzustellen.


      Danke für die etwas ausführlichere Antwort. Als unpassend sehe ich es nicht, schließlich erfuhren wir von Ihnen auch nicht alles und wenn Sie dann eine selbst davon Betroffene sind, dann müssten Sie am allerbesten wissen, wie man sich fühlt, wenn wesentliche Infos fehlen, da es für mich undurchsichtig dargestellt wurde.
      Man kann nur das aufnehmen, was dargestellt wird und die Kopfstimme formt sich selbständig, wenn man sich nicht kennt. Völlig normal also.
      Okay, geklärt wurde...

      jana Franziska schrieb:

      Kinderkurheim


      Warum diese? Meiner Erfahrung nach gab es dort auch schlimme Vorfälle. Jedoch galten aber meines WIssens nach nicht zu den Langzeitunterbringungsanstalten, wie die üblichen Verwahranstalten für "uns".
      Viel näher sehe ich SOS-Kinderdörfer, denn diese wurden teilweise, wohl eher in früheren Zeiten ganz ähnlich geführt, wenn man Betroffenen glaubt, was sie hier darüber schrieben.

      jana Franziska schrieb:

      Ziel dieses Projektes -öffentliche Austellung mit Fotos, Hintergründen ect.
      Thematisierte Vorträge wissenschaftl. und historisch
      Berichte/Austausch ehemalige Betroffener, Angehörige,
      Mitarbeiter, Heimleiter


      Da habe ich das nächste "Problem", von mir gibt es keinerlei Fotos aus irgend einer Heimzeit.

      Das Ziel scheint also diese Ausstellung zu sein.
      Hm, wer oder was soll damit erreicht werden?
      Weil meine Aufarbeitung hätte und habe ich nicht mittels einer Austellung begonnen. Eine solche würde ICH vermutlich nicht besuchen wollen, weil dadurch viel zu viel in mir erneut hochkommen könnte.

      Nehmen Sie mir meine Skepsis nicht übel, aber früher durfte man nicht fragen, man hatte zu gehorchen!
      Heute bin ich erwachsen, kann selbst bestimmen, was ich frage, wie, wen und wie oft.
      Die Schicksale alle unter einen Hut zu bringen wird eine extrem schwierige Angelegenheit, weil vermeintlich und oberflächlich gesehen gleiches Heim, ähnliche Kinder, völlig gegensätzliche Erlebnisse bedeuten können.
      Grob gesehen war es eine Massen-Kinderhaltung, aber die einzelnen Schicksale driften mitunter sehr stark auseinander, weil es jeder völlig verschieden aufnahm.
      Die einen hatten in der Familie bereits die Hölle auf Erden, die waren dann froh, wenn sie im Heim eine gewisse Ruhe davor hatten, aber widerum andere fielen vom Regen in die Traufe usw... Manchen erging es im Heim so grausam, dass sie alleine auf der Straße lebend es vermutlich viel besser gehabt hätten. Usw... Es sind einfach zu viele Schicksale.

      Dennoch viel Glück bei ihrem Projekt, was vermutlich eher in eine Art Lebensaufgabe gehen könnte.
      Vielleicht helfen Ihnen ja bereits meine kritischen Fragen und Gedankengänge, um einen Ansatz zu finden.
      Beste Grüße
      Mandy


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      Wer sich daran beteiligen möchte, sollte es tun. Es ist ja jedem seine eigene Sache. Ich persönlich werde das Projekt auch mit begleiten. Natürlich dürfen und sollen die Betroffenen Fragen stellen, sonst gibt es keinen Dialog. Es ist auf jeden Fall besser, wie die endlos Schleife von Martini.

      mit freundlichen Grüßen

      Hannes

      Aufarbeitung ehemaliger Kinderheime in der DDR

      .
      Kommentar von Boardnutzer »Hannes« ( = Manfred Buchta* ) hier in diesem Thread »Aufarbeitung ehemaliger Kinderheime in der DDR« in seinem Beitrag vom Mittwoch, 23. August 2017, um 17:51 Uhr (MESZ)^^^:

      Hannes schrieb:

      .
      [ ……… ] Es ist auf jeden Fall besser, wie die endlos Schleife von Martini.
      [ ……… ]
      .

      In Antwort darauf zitiert Boardnutzer »martini« jetzt erstmalig:

      .
      [ was auch immer ] gibt es zu Haufe – vermeintlich richtige oder falsche, alltägliche, wissenschaftliche, wissenschaftlich veralltäglichte usw., und dementsprechend mangelt es auch nicht an Kommentaren, Berichten und Forschungen zu diesen und diesen Vorstellungen. Und in einer endlosen Schleife werden diese Forschungen, Berichte und Kommentare von der Wissenschaft neu beforscht und – medial gefiltert – im Alltag neu interpretiert. So entsteht [ was auch immer ]
      .

      QUELLE: »Das erzwungene Paradies des Alters?: Fragen an eine Kritische Gerontologie«, herausgegeben von ANTON AMANN, FRANZ KOLLAND; Seite 235, in dem Kapitel von Klaus R Schroeter, betitelt »Verwirklichungen des Alters«.

      Mit freundlichen Grüßen allerseits!

      von »
      martini« / Martin MITCHELL aus Australien!




      Fußnote: *
      Ansprechpartner ist Herr Manfred Buchta
      [ Beratungsinitiative SED Unrecht ]
      TLStU-Außenstelle in Gera
      Puschkinplatz 7
      Tel 0365 8223-1204
      Sprechzeiten sind Montag und Donnerstag von 9-15 Uhr
      Die Beratung und Hilfe ist kostenlos

      [ Siehe auch folgende QUELLE: http://www.thla-thueringen.de/index.php/beratung/beratungsangebote (dort sehr detailliert ausgeführt) ]
      .
      ––––––––––––––––––––
      Eine Verhandlung oder ein Verfahren ohne QUALIFIZIERTEN juristischen Rechtsbeistand, Recht und Gesetz ist wie ein Gebäude ohne Fundament – ein Kartenhaus.

      Heimkinder appellieren an VATER STAAT und MUTTER KIRCHE Sühne zu tun:
      Ein Denkmal in Musik gesetzt

      Freiheit ist keine Selbstverständlichkeit; sie bedarf ständiger Wachsamkeit.

      Dieser Beitrag wurde bereits 8 mal editiert, zuletzt von „Martini“ ()

      Hallo Mandy,

      erreicht werden soll, dass Betroffene die sich immer wieder an die Stadt Jena wenden endlich eine Stimme bekommen.

      Natürlich hört dieses Thema nie auf..... und als Lebensaufgabe sehe ich das nicht. Es ist ein Projekt und findet irgendwann zu seiner "Ausführung" und "Erfüllung" für diejenigen, welche schon lange darauf warten Gehör zu finden.

      Niemand sollte sich gezwungen fühlen zu einer Ausstellung gehen zu müssen, Erlebnisse preisgeben. Und das erwarte ich auch nicht. Das Projekt stützt sich auf Zeitzeugen ect. .
      Die Gestaltung und inhaltliche Interpretation obliegt den Verfassern.
      Ich lese bei dir leider viel negatives ..... da ist nicht der Sinn meines Aufrufes.

      jana Franziska schrieb:

      Ich lese bei dir leider viel negatives ..... da ist nicht der Sinn meines Aufrufes.


      Das ist Schade, zumal ich eher dachte, dass es hilfreich sei, wenn man kritisch ist. Oder haben Sie Probleme mit konstruktiver Kritik? Kritik sollte man nicht als negativ ansehen, viel mehr als Anregung, sich selbst zu überdenken. Sonst wäre es ein schlechtmachen, tadeln oder nörgeln.

      Hannes schrieb:

      Es ist traurig wenn man sich für eine Anfrage zum Thema Aufarbeitung ( Kinderheime ) rechtfertigen soll.

      mfg Hannes


      Ja für was denn sonst? Hallo??? "Da gehts ans Eingemachte"! Wenn "Zeitzeugen", wie ehemalige Heimkinder hier genannt werden, alles wieder neu durchleben sollen, weil Sie "nur" darüber berichten? Das mag ja was für ehemalige Heimkinder sein, denen es nicht so schlecht erging, aber sorry, ich habe in all den Jahren genügend Schicksale gelesen, die mir teils bis heute nachgehen, weil ich einiges ganz ähnlich erlebte oder aus meiner Sicht schlimmer. Ansichten sind ja immer relativ.

      Tut mir leid, wenn ich hier keinem nach dem Munde rede oder gar zu unangenehme Fragen stellte, aber das ist eine Sache, die ich mir abgewöhnt habe.

      Wobei wir da schon wieder bei der Kopfstimme wären...


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      Hallo Mandy,

      du scheinst das Thema verkannt zu haben.....es geht nicht um kritische Diskussionen und Denkweisen und noch weniger um mich. Du bauscht deine Narben dermassen auf und übersiehst das es um freiwilliges Engagement geht. Wer etwas erzählen möchte kann dieses im Rahmen des Projektes gern tun. Scheinbar hast du die Zeit damals noch nicht überwunden was mir sehr leid tut, dennoch bitte ich dich von weiteren Herangehensweisen aus deiner Sicht abzusehen. Das Projekt steht ob du es gut heißen magst oder nicht. Und JA.....ich kann mit Kritik gut umgehen. Das spielt jedoch hier überhaupt keine Rolle.
      Du beziehst Betroffene ein von denen du gelesen hast und dein eigenes Schicksal. Hier ist es jedoch wichtig einen gewissen Abstand zu wahren, denn jeder Betroffene hat sein eigenes Schicksal und man darf dieses nicht auf sich selbst und den anderen projezieren.
      Deshalb leite ich das Projekt mit allen Emotionen, Sichtweisen, und Problematiken.

      Und zu Ende noch einmal......

      DIESES PROJEKT IST FÜR ALLE BETROFFENEN DIE IHRE GESCHICHTE ERZÄHLEN MÖCHTEN

      beste Grüße
      Hallo Jana-Franziska,

      ich hatte in meinem Beitrag zu diesem Thema extra darauf verwiesen, dass ich nicht beurteilen kann, was Du aus gewonnenen Informationen, Erzählungen und Geschichten von ehemaligen Heimkindern gewinnen möchtest und vor allem für was und wen. Allerdings gab ich zu bedenken, dass es inzwischen fraglich erscheint, warum es 27 Jahre nach der politischen Wende Aktivitäten gibt, die aus den gesammelten Berichten von ehemaligen Heimkindern eine Art der Aufarbeitung gestalten wollen, die offensichtlich keinen mehr interessiert.

      Zunehmend kommen Geschichten auf, die zwar auf den ersten Blick noch interessant erscheinen, aber die Betroffenen, welche die Aufarbeitung der Heimerziehung DDR von der ersten Stunde an betrieben haben, also den Grundstein für die heutige öffentliche Wahrnehmung gelegt hatten, stellen sehr schnell fest, dass sich die Geschichten zunehmend wiederholen und dann mit immer neuen, allerdings sehr fragwürdigen Erweiterungen ausgeschmückt werden. Sozusagen eine Selbstinszenierung für das Erreichen einer öffentlichen Wahrnehmung und Aufmerksamkeit.

      Teilweise gehen die Geschichten von Betroffenen bis ins Unerträgliche daneben und was viel schlimmer ist, bei einigen der Außenstehenden reicht der Verstand soweit, dass sie Lüge und Wahrheit sehr gut auseinanderhalten können.

      Das alles mal außen vorgelassen, tun die Geschichtenerzähler sich selber keinen Gefallen, weil, einmal durchschaut, werden die tatsächlichen Gräueltaten kein Gehör mehr finden.

      Die Frage die sich allerdings hinter dieser ganzen Inszenierung auftut und die sich die Wissbegierigen selber fragen sollten, wäre doch, warum diese Geschichtenerzähler nun erst nach 27 Jahren nach dem Ende der DDR in die Öffentlichkeit rücken und zunehmend erklären, dass sie Gerechtigkeit wollen.

      Ein Beispiel; es hat vieler Geschichten bedurft, um den Rehabilitierungsgerichten deutlich zu machen, dass Jugendwerkhöfe mehr oder weniger Arbeitslager der SED waren, in welchen Jugendliche zur Zwangsarbeit, unter Umgehung von Recht und Gesetz zur Arbeit gezwungen wurden. Es gab Jugendwerkhöfe, da wurden auch die Mädchen, gleichwohl verboten, zur Schichtarbeit eingesetzt. Unter Umgehung jeglicher geltender Arbeitsschutzgesetze wurden diese Mädchen gezwungen Arbeiten zu machen, für welche sie weder die körperlichen noch andere Voraussetzungen hatten.

      Plötzlich kamen Berichte von Betroffenen auf, die gipfelten in der Aussage, dass der Jugendwerkhof (JWH Burg) wie Ferienlager war. Sogar eine Disko wurde an jedem Sonnabend abgehalten und ansonsten konnte man sich frei bewegen.

      Nun kommen die nachfolgenden Betroffenen und die erzählen nun wieder, dass der JWH Burg wie Torgau war.

      Was also ist denn nun noch glaubhaft?

      Diese Geschichte lässt sich inzwischen zu jeder Einrichtung in der DDR wiederholen.

      Einmal so, einmal so und dann viel schlimmer als Torgau, weswegen man nun unbedingt allen Betroffenen die SED - Opferrente zahlen sollte.

      Die Geschichten zu jeder einzelnen Einrichtung hört sich dann letztendlich auch wie eine Warteschleife im Telefon an. Es ist immer das Gleiche.

      Und an dieser Stelle wird die Frage an dich Jana-Franziska laut, zu welchem Zweck wollt ihr Informationen sammeln, welche im Wesentlichen bereits vorhanden sind. Oder geht es eben doch darum, dass Du nicht erfassen willst, dass derartige Informationen, an bestimmten Sammelpunkten zusammengeführt und das dann je nach Bedarf die gerade notwendige Version der Geschichte abgerufen werden kann.

      Und genau deswegen ist dein letzter Satz in dem vorherigen Beitrag nicht gerade überzeugend.

      -Alle Betroffenen möchten ihre Geschichte erzählen-

      Ganz zum Schluss noch eine Geschichte. Ich bin in den letzten Jahren mit vielen Betroffenen zusammen gekommen. Bis auf zwei drei Ausnahmen, haben sie alle Respekt verdient, insofern sie sich in die Aufarbeitung der Heimerziehung DDR eingebracht und auch ihren Anteil daran haben, dass viele Sachen angeschoben wurden, die helfen sollen, dass Kapitel Heimerziehung DDR zu überwinden.

      Was mich persönlich sprachlos gemacht hat, war die Tatsache, dass da plötzlich "Betroffene" der Heimerziehung plausibel ihre Heimgeschichte erklärt haben und dann flog der Schwindel auf, dass es tatsächlich Leute gab, die behaupteten im Heim gewesen zu sein und in der Realität nicht einmal in der Nähe eines Heimes gewesen sind.

      Insofern dieser Schwindel noch auffliegt, ohne Schaden anzurichten, ist alles gut. Aber was macht man mit derartigen Lügnern und ihren Geschichten, wenn sie zur Grundlage von wissenschaftlicher Aufarbeitung gemacht werden?


      Auch das habe ich in den zurückliegenden Jahren erlebt und eine Geschichte ist gerade hochaktuell.

      In diesem Sinne, Ralf Weber

      jana Franziska schrieb:

      Hallo Mandy,

      du scheinst das Thema verkannt zu haben.....es geht nicht um kritische Diskussionen und Denkweisen und noch weniger um mich. Du bauscht deine Narben dermassen auf und übersiehst das es um freiwilliges Engagement geht.

      Oh nein, da irren Sie sich, ich bin mit mir bereits im Reinen.


      jana Franziska schrieb:

      Hier ist es jedoch wichtig einen gewissen Abstand zu wahren, denn jeder Betroffene hat sein eigenes Schicksal und man darf dieses nicht auf sich selbst und den anderen projezieren.


      Ich bin lange genug in Heimkinderforen unterwegs, um zu sehen, dass es immer wieder vorkommt, dass Leute hier einschneien, Fragen stellen und dann wurden sie nicht mehr gesehen. Da sollte doch eine gesunde Skepsis okay sein.

      jana Franziska schrieb:

      Deshalb leite ich das Projekt mit allen Emotionen, Sichtweisen, und Problematiken.

      Uih, durch mich schon leicht genervt, beinahe etwas kratzbürstig geworden, es aber mit zahlreichen anderen ehemaligen Betroffenen noch aufnehmen wollen. Dürfte schwierig sein, denn dazu bedarf es Geduld und Empathie, aber ich wünsche Ihnen viel Glück!

      jana Franziska schrieb:

      DIESES PROJEKT IST FÜR ALLE BETROFFENEN DIE IHRE GESCHICHTE ERZÄHLEN MÖCHTEN

      Hallo jana Franzika,
      na scheinbar ist das Thema schonmal für mich nicht, denn Sie haben mich bereits ausgegrenzt, ich war wohl nicht fügsam genug...
      Aber keine Sorge, ich werde mich hierzu ab sofort nicht mehr bemühen. Scheinbar sind ein paar nüchterne Überlegungen nicht erwünscht.
      In Ihren Augen scheine ich keine Betroffene zu sein. Nun gut... So sei es.

      ralf schrieb:

      Die Frage die sich allerdings hinter dieser ganzen Inszenierung auftut und die sich die Wissbegierigen selber fragen sollten, wäre doch, warum diese Geschichtenerzähler nun erst nach 27 Jahren nach dem Ende der DDR in die Öffentlichkeit rücken und zunehmend erklären, dass sie Gerechtigkeit wollen.

      Tja, warum wohl... Früher gab es kein Internet, man war damit alleine. Außerdem war es total verpöhnt, wenn man erzählen musste, dass man in einem Heim oder sogar in einem Jugendwerkhof war, da die gesamte Aufklärung darüber ja nie stattgefunden hatte. Das war dann im Zuge von Internet und entsprechenden Foren erst realisierbar. Daher rührt wohl die große Zeitspanne. Oft muss man im Leben auch erst einen gewaltigen Tiefschlag erleiden, dass man sich auf das wirklich Wesentliche im Leben konzentriert und dann brechen tief einschneidende Erlebnisse erst aus einem heraus, welche man jahrelang gut vergraben dachte/verdrängt hatte. So war es damals zumindest bei mir.

      ralf schrieb:

      Plötzlich kamen Berichte von Betroffenen auf, die gipfelten in der Aussage, dass der Jugendwerkhof (JWH Burg) wie Ferienlager war. Sogar eine Disko wurde an jedem Sonnabend abgehalten und ansonsten konnte man sich frei bewegen.

      Nun kommen die nachfolgenden Betroffenen und die erzählen nun wieder, dass der JWH Burg wie Torgau war.

      Was also ist denn nun noch glaubhaft?

      Diese Geschichte lässt sich inzwischen zu jeder Einrichtung in der DDR wiederholen.


      ralf schrieb:

      Einmal so, einmal so und dann viel schlimmer als Torgau, weswegen man nun unbedingt allen Betroffenen die SED - Opferrente zahlen sollte.

      Es ist die schwierigste Aufgabe überhaupt, das herauszufinden.
      Ich schrieb schon des öfteren, dass es jeder anders empfand. Was man aber gut vergleichen kann, sind Aussagen von ähnlichen Vorkommnissen und Mitheimkindern/Mitinsassen. Entscheidende Unterschiede sehe ich auch in den Unterbringungszeiträumen. In den 70gern gab es noch ziemlich rohe "Verfahrensweisen", was in den 80ern nur noch seltener vorkam und noch später beinahe gar nicht mehr.
      Die Gründe dafür sind unterschiedlich. Teils durch die Schulung der Erzieher, Gesetzeserlasse und eigenen Erfahrungen der Menschen, welche in die pädagogischen Berufe gingen.
      Es gab natürlich völlig gegensätzliche Erlebnisse, weil die Kinder/Jugendliche völlig unterschiedliche Temperamente haben. Die einen Mitläufer und fügsam, am besten noch des Erziehers Liebling (Einschleimer, Mitläufer gab es so ziemlich in jeder Einrichtung), die anderen unbeugsam, stur, "verhaltensauffällig", weil sie sich nie unterordneten. Nach den Gründen wurde nie gefragt, man bemühte sich auch nicht, das herauszufinden. Also stellte man die Kinder und Jugendliche auf die eine oder andere Weise ruhig.

      ralf schrieb:

      Was mich persönlich sprachlos gemacht hat, war die Tatsache, dass da plötzlich "Betroffene" der Heimerziehung plausibel ihre Heimgeschichte erklärt haben und dann flog der Schwindel auf, dass es tatsächlich Leute gab, die behaupteten im Heim gewesen zu sein und in der Realität nicht einmal in der Nähe eines Heimes gewesen sind.

      Oh ja, sowas hatten wir in dem und in dem vorherigen Forum auch zur Genüge. Relativ schnell merkte man das aber...
      Es gibt halt Menschen, die vor nichts zurückschrecken, um irgendwie an Geld zu kommen. Leider... doch das sehe ich nicht als typisch Heimkind an, das gab und gibt es in allen Gesellschaftsschichten.
      Was ich nicht nachvollziehen kann, man musste ja, was ich auch gut fand, Nachweise erbringen und das kann man im Grunde schon irgendwie bewerkstelligen und wenn es nur ein ehem. Mitheimi als Zeuge wäre, der selber nachweislich in so einer Einrichtung war und es glaubhaft bezeugen kann, dass man da auch war. Wenn man vielleicht an keinerlei Unterlagen mehr kommt.


      Hannes schrieb:

      Es ist ein Projekt der Stadt und wem das nicht passt, der kann sich an die entsprechende Stelle in der Stadtverwaltung wenden. Ich hatte schon einmal um mehr Sachlichkeit im Forum gebeten.


      Du scheinst zu übersehen, dass ich Moderator in diesem Forum bin und dazu gehört es auch, dass man bei gewissen Anfagen erst einmal Licht ins Dunkel bringt, wenn es unklar erscheint. Schließlich möchten Viele hier eine gewisse Vertraulichkeit behalten. Wir hatten schon Leute hier, die munterfröhlich alles von sich preisgaben und dann bekamen sie es gewaltig mit der Angst, weil ein Fremder plötzlich vor deren Tür stand und wilde Forderungen stellte!
      Ich wüsste also nicht, was hier unsachlich ist?

      Fühlt man sich beleidigt, steht es jedem frei den Button "Inhalt melden" zu betätigen und den Grund für die Meldung beizufügen.


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      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Mandy“ ()

      Aufarbeitung ehemaliger Kinderheime in der DDR

      .

      Hannes schrieb:

      .
      Es ist ein Projekt der Stadt [Jena] und wem das nicht passt, der kann sich an die entsprechende Stelle in der Stadtverwaltung wenden. Ich hatte schon einmal um mehr Sachlichkeit im Forum gebeten. Jana-Franziska ist hier nur eine neutrale Person und Ansprechpartner für dieses Projekt.

      mfg Hannes

      .

      Einzig und allein für mich selbst redend teile ich mit, was mir nach einigem meinerseitigen Recherchieren gerade erst aufgefallen ist:

      Hat solch eine, wie hier von Frau Jana Franziska Schmidt beschriebene »„DDR-Heimerziehung“ Aufarbeitung« / »Aufarbeitung ehemaliger Kinderheime in der DDR« nicht schon längst stattgefunden ?? : – bzw. wird sie nicht noch immer betrieben / weiter fortgesetzt ??

      von


      .
      "JAHRHUNDERTKIND"

      Ein Projekt von

      DEUTSCHES INSTITUT FÜR HEIMERZIEHUNGSFORSCHUNG

      Ein Institut der Evangelischen Hochschule Berlin

      EVANGELISCHE HOCHSCHULE BERLIN

      QUELLE: http://www.ddr-heimerziehung.de/de/component/content/article.html?id=172:zeitzeugentreffen-in-berlin-maerz-2016

      Mit einer Anzahl von Zeitzeugen und Zeitzeugenvereinen wurde im März 2016 an der EHB vom DIH ein Treffen mit Studierenden durchgeführt. Unserer Einladung waren folgende Vereine gefolgt:
      - Verein ehemaliger Heimkinder e.V. vertreten von der Vorstandsvors. Frau Dettingen und Herrn Beginn,
      - Ehemalige Heimkinder Deutschlands e.V., vertreten durch den Vorstandsvorsitzenden Herrn Pah,
      - Königsheider Eichhörnchen e.V. vertreten durch die Vorstandsvorsitzende Frau Knüppel,
      - Stiftung Königsheide e.V. vertreten durch die Vorstandsvorsitzende Alex Grimm,
      - Verein Kindergefängnis Bad – Freienwalde e.V., vertreten durch den stellv. Vorsitzenden R. Buchwald,
      - Studierende der Ev. Hochschule,
      - Das Forschungsteam.

      Bei dem Treffen wurden eine Reihe von Fragen diskutiert. Es ging nicht allein um die prinzipielle Frage, wie Aufarbeitung gelingen kann. Diskutiert wurden auch andere dringende Problemen. So ging bei diesem Treffen vor allem um fünf Themen.

      1. Wie die Beteiligung der Zeitzeugen am Aufbau der Zeitzeugenplattform realisiert werden kann.

      2. Wie die Einbeziehung möglichst vieler Zeitzeugen organisiert werden kann.
      3. Wie die Aufarbeitung von bisher wenig öffentlich bekannten Aspekten der Heimerziehung (sexualisierte Gewalt, Arbeit, Medikamente) vorangetrieben werden kann.
      4. Wie die Zusammenarbeit der Vereine und Zeitzeugen in Zukunft organisiert werden soll.
      5. Für das nächste Treffen (angedacht wurde der Juni 2016) haben sich die Beteiligten vorgenommen, eine Art „Zeitzeugenbörse“ zu überdenken.

      Teilnehmende Vereine:
      Verein Königsheider Eichhörnchen e.V. - Frau Knüppel. Der Verein betreut Zeitzeugen mit Erfahrungen, die sehr gemischt sind. Das Kinderheim Makarenko im Süd-Osten Berlins war ein DDR-Vorzeigeheim und sehr groß (bis 600 Kinder lebten hier zeitweilig gemeinsam). Der Verein ist schon lange aktive und hat bereits mehrere Bücher publiziert, in denen Zeitzeugen zu Wort kommen.
      Verein Ehemalige Heimkinder Deutschland e.V. - Herr Pah. Auch dieser Verein besteht seit langer Zeit. Er berät ehemalige Heimkinder, macht mit Ihnen aber auch praktische Sozialarbeit (Wohnungssuche, Schuldenproblemen, Aktensuchte). Der Verein unterhält ein Archiv mit Akten ehemaliger Heimkinder. Auch dieser Verein ist deutschlandweit aktiv.
      Die Stiftung Königsheide wurde von Frau Grimm vorgestellt. Sie berichtete, dass die Stiftung geschaffen wurde, um dem Verein Kontinuität zu gewähren. Das Gelände der ehemaligen Königsheide ist von einem Investor erworben worden, der es dem Verein ermöglichte, ein Dokumentationszentrum einzurichten. Die Stiftung soll die Verwaltung und Organisation übernehmen.
      Verein ehemaliger HeimkinderFrau Dettinger. Der Verein ist nicht nur bundesweit aktiv, sondern hat auch Mitglieder in Irland, Frankreich, Spanien, Belgien, Australien, Kanada. Er hat im Moment 400 Mitglieder, die in verschiedenen Heimen einen Teil ihrer Kindheit verbrachten. Der Verein hilft den Heimkinder in allen den Bereichen, die mit dem Fonds-Heimerziehung und dem OEG in Zusammenhang stehen.
      Kindergefängnis Bad Freienwalde e.V.Rainer Buchwald. Der Verein konzentriert sich auf die Arbeit mit ehemaligen Insassen. Entsprechend des Charakters dieser Einrichtung sind hier viele Zeitzeugen aktiv, die Probleme mit dem StrRehaG haben und unter der politischen Situation der Heimerziehung in der DDR gelitten haben. Rainer Buchwald konnte sehr eindrücklich berichten, wie vielfältig die Lebenswege vieler sind, die in Bad Freienwalde leben mussten.

      Was wurde diskutiert und vereinbart?

      1. Für die Zeitzeugenvereine war es – nach Ihrer Auskunft – der erste Fachtag dieser Art.

      Sie sind (erstens) zu Vertretern der Wissenschaft eingeladen worden, um über Ihre Erfahrungen im Aufarbeitungsprozess zu berichten. Nach unserer Einschätzung waren alle Beteiligte sehr angetan von dieser Idee, sodass am Ende des Tages der Vorsatz gefasst wurde, einen solchen Fachtag zu wiederholen.

      Sie sind (zweitens) zu einem Fachtag eingeladen worden, an dem Sie über eine Zusammenarbeit der Zeitzeugenvereine diskutieren konnten. Auch dies ist mit großem Interesse wahrgenommen worden und stellt nach Auskunft der Vereine, den ersten Versuch dar, die Arbeit der Vereine zu bündeln und zu koordinieren.

      Drittens fand die Tagung an einer Hochschule unter Studierendenbeteiligung statt. Alles, was besprochen wurde, stand auch unter der Vorgabe zu überlegen, wie die Erfahrungen der Zeitzeugen weitergebeben werden können, wie sie Eingang finden kann in die Fach- und Hochschullehre.

      Die Runde betonte, dass sie gerne mit dem DIH als auch untereinander in Zukunft zusammenarbeiten wolle. Eventuell soll der Kreis – auch wenn man sagen muss, dass die vergleichsweise kleine Runde sich sehr bewährt hat (längst ist nicht alles besprochen worden) – erweitert werden.

      Unser Ziel besteht darin, alle Zeitzeugenvereine, in denen ehemalige Heimkinder organisiert sind, ins Gespräch zu bringen und an der Arbeit an der Zeitzeugenplattform zu beteiligen. Die anwesenden Vereine wollen sich an diesem Vorhaben beteiligen.

      2. Das DIH berichtete von Erfolgen und Problemen bei der Einbeziehung von Zeitzeugen in die Erstellung eine Internetplattform. Die Erfolge lassen sich kurz zusammenfassen.

      Wir haben sehr viele Zeitzeugen erreicht, die überwiegenden Anzahl bereits sind uns zu unterstützen (Biographiearbeit, Filme usw.). Die Internetplattform steht kurz vor der Veröffentlichung.

      Die Probleme bestehen darin, dass nicht mit allen Zeitzeugen, die Bereitschaft zur Mitarbeit geäußert haben, sofort und unmittelbar ein Kontakt aufgebaut werden kann. Dies hat häufig praktische Gründe. Unsere Kapazitäten, Zeitzeugen, die nicht in Berlin oder Brandenburg wohnen, aufzusuchen, ist begrenzt. Ein weiteres Problem betrifft die Einbeziehung der Heimkinder, die nicht aus der ehemaligen DDR-stammen.

      Unter den Zeitzeugen herrschte Einigkeit, dass jedes Heimschicksal Achtung und Respekt verdiene und niemand von der Aufarbeitung ausgeschlossen werden dürfe. Es herrschte auch Einigkeit darüber, dass es zwischen „ost“ und „west“ Heimkindern keine Konkurrenz geben dürfe.

      3. Vorstellung der Zeitzeugenplattform. Die Vorstellung nahm mehrere Stunden in Anspruch, weil es zu fast jeder Kategorie Bemerkungen und Ergänzungen gab. Folgende Vorschläge wurden aufgenommen:

      Der Heimatlas soll weitere Kategorien erhalten:

      1 - Die Kategorie Pädagogik soll unterteilt werden in historische Pädagogik und gegenwärtige Pädagogik
      2 - Wochenheime
      3 - Eine neue Kategorie: Gruppendynamik
      4 - Eine neue Kategorie: Stigmatisierung
      5 - Eine neue Kategorie: Zukunft/Angst vor dem Altersheim
      6 - Eine neue Kategorie: „unbestimmte Rechtsbegriffe“
      7 - Eine neue Kategorie: Psychiatrie
      8 - Eine neue Kategorie: Beratung
      9 - Unter der Kategorie Pädagogik auch eine Kategorie Religion
      10 - Eine neue Kategorie: politisch – rechtliche Rahmenbedingungen
      11 - Statt "Sexueller Missbrauch" besser "sexuelle, bzw. sexualisierte Gewalt"
      12 - Die Kategorie Recht soll unterteilt werden in: historisches und gegenwärtiges Recht
      13 - Eine neue Kategorie: Heime der Behindertenhilfe

      Zitate rund um die Kindheit im Heim:
      (Herkunft???): "Ach, du warst im Heim, bist aber trotzdem erwachsen geworden."
      (Herkunft???): "Man sollte keine Gedenktafeln errichten, sondern dorthin eine Bombe werfen."
      Peter Schruth: "Jedes Heimkinderschicksal ist auf seine Weise repräsentativ."

      4. Unter dem vierten Tagungsordnungspunkt ging es darum, über eine Verstetigung der Aufarbeitung nachzudenken.

      Die Vereine haben den Eindruck, dass mit dem Auslaufen des Fonds-Heimerziehung die Aufarbeitung verändert wird. Sie befürchten, dass mit dem Ende des politischen Prozesses die Bemühung erlahmt, die den Betroffenen Gehör verschafft, damit aus der Vergangenheit Lehren gezogen werden.

      Wir haben deshalb darüber diskutiert, ob eine Art Zeitzeugenbörse/Zeitzeugenpool angelegt werden könnte, der den Kontakt zu den Schulen und Gymnasien, Fachschulen und Hochschulen herstellt.

      Überall dort, wo Geschichte, Sozialarbeit und politischen Zeitgeschichte gelehrt und gelernt wird, könnte man Zeitzeugen vermitteln.

      Über diese Idee soll beim
      nächsten Treffen gesprochen werden.
      .

      © JAHRHUNDERTKIND - http://www.jahrhundertkind.de/ (Geschäftsführer: Prof. Dr. Karsten Laudien und Anke Dreier-Horning).

      Wie ich feststelle (feststellen mußte) handelt es sich bei diesem Projekt / dieser „Aufarbeitung der Heimerziehung“ "JAHRHUNDERTKIND" überhaupt nicht um die „Heimerziehung-WEST“, sondern ausschließlich und weitestgehend ( d.h. zu 98% !! ) um die „DDR-Heimerziehung“.

      Ein paar Zeilen zurückliegend --- Ob dieses oben erwähnte „
      nächste Treffen“ seither stattgefunden hat, habe ich bisher nicht feststellen können.



      Auf der Webseite der Stadt Jena @ http://www.jena.de/de/startseite/210413 sowohl wie auf der Webseite des Thüringer Archivs für Zeitgeschichte @ http://www.thueraz.de/forschung-bildung/zeitgeschichte/ und/oder @ http://www.thueraz.de/aktuelles/ habe ich übrigens, bisher, leider nichts über das von Frau Jana Franziska Schmidt erwähnte Projekt »Aufarbeitung ehemaliger Kinderheime in der DDR« finden können.


      Die Diskussion zum JAHRHUNDERTKIND-Projekt = »„DDR-Heimerziehung“ Aufarbeitung« im HEIMKINDER-FORUM.DE – ingesamt 46 Beiträge in einem Thread betitelt »Umfrage unter ehemaligen Heimkindern der Bundesrepublik Deutschland sowie ehemalige Heimkinder der DDR, wer Lust hat, kann gern mitmachen, traut Euch... :-)« – für all diejenigen die es interessiert, ist hier zu finden: auf Seite 1, auf Seite 2 und auf Seite 3 dieses Threads.
      .
      ––––––––––––––––––––
      Eine Verhandlung oder ein Verfahren ohne QUALIFIZIERTEN juristischen Rechtsbeistand, Recht und Gesetz ist wie ein Gebäude ohne Fundament – ein Kartenhaus.

      Heimkinder appellieren an VATER STAAT und MUTTER KIRCHE Sühne zu tun:
      Ein Denkmal in Musik gesetzt

      Freiheit ist keine Selbstverständlichkeit; sie bedarf ständiger Wachsamkeit.

      Dieser Beitrag wurde bereits 4 mal editiert, zuletzt von „Martini“ () aus folgendem Grund: Formatierungsverbesserung

      Hallo liebe
      jana-Franziska
      ,

      entwder habe ich deine Antwort zu diesen beiden Fragen überlesen
      oder es gab darauf noch keine Antwort.

      Gilt die "Aufarbeitung ehemaliger Kinderheime in der DDR"
      für alle der fünf neuen Bundesländer (Meck/Pom; Sachsen; Thüringen;
      Brandenburg; Berlin(Ost); Sachsen/Anhalt)
      ?

      Oder nur für den Raum Jena (Thüringen) ?


      Mit freundlichen Grüßen
      Hewago
      ___________________________________________________________


      Für die Jugend: - EHRET DAS ALTER, DENN ES IST EURE ZUKUNFT
      Für die Alten: - ACHTET DIE JUGEND, DENN ES WAR EURE VERGANGENHEIT
      guten tag.ich brauchte da sehr lange um das zu lesen was ihr schreibt und habe da auch gedanken zu diese thema. du schreibst das du eine ehemalige betroffene bist in dem ersten text. und in die letzten text weißt du nicht das wir alle immer weit weg von zu hause ins heim kamen? ich hab das ja vergessen aus der vergangenheit aber eines habe ich nicht vergessen. meine mitkinder kamen alle von der ostsee, sachsen thürigen und überall her. du trickst hier schon mit deinen schreiben. und die viele jahre die vergangen sind, nicht das es ja 27 jahre sind, es sind 30 -60 jahre her da die menschen wie alle das erlebt haben. ich bin krank und muß da sehr viel lesen und schreiben um wieder zu lernen. aber was mich ärgert sind die geschichten von die vielen menschen die immer mehr und länger werden. teilweise gibt es nun über menschen aus die heime mehrere biographien. und jetzt fängt man an und will etwas aufarbeiten wo die menschen langsam zu der ruhe kommen.