Rehabilitierungsbeschluss zu Spezialkinderheim Wenigenlupnitz und D-Heimen Halle und Eilenburg

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      Hallo Hannes,

      ganz komme ich jetzt nicht mehr mit: Wenn ein ehemaliges Heimkind selbst seine Rehabilitierung betreiben und hierfür keine Hilfe in Anspruch nehmen will, dann soll es das doch machen. Es hat dann das gleiche Anrecht auf sorgfältige Prüfung seines Antrags durch das Gericht, als wenn es keine Beratung in Anspruch genommen hätte. Ralf Weber, hier allseits bekannt, hat, wenn ich es recht sehe, alle seine Verfahren (zweimal bis zum Bundesverfassungsgericht) ohne Anwalt betrieben und nimmt wohl auch keine Hilfe der Beratungsstellen in Anspruch. Jeder soll es so machen, wie er es für richtig hält. Dass Du und ich es für besser halten, Hilfe in Anspruch zu nehmen, bleibt davon doch unberührt.

      Dass die Archive manchmal unvollständige Akten liefern, ist belegt, ein Beispiel habe ich oben genannt. Über die Gründe kann man nur spekulieren. Eine Rolle kann spielen, dass die die Archive überlastet sind oder nicht wissen, was sie herausgeben müssen/dürfen.

      Im Übrigen schrieb ich ja gerade, dass eine Eigenrecherche nicht besser ist. Ich bin, um das zusammenfassend zu sagen, der Ansicht, dass man für die Rehabilitierung einer Heimeinweisung juristische Hilfe braucht und dass es schwer ist (s.o.), hierfür einen qualifizierten Ansprechpartner zu finden.

      Grüße

      Benutzer2017
      Es kann jeder es machen wie er denkt, aber bitte dann, wenn es nicht erfolgreich ist mit Unterstellungen arbeiten Wenn die Ablehnung bergründet ist,tragen weder die Gerichte, Ämter oder Behörden die Schuld. Jeder der an einem Verfahren beteiligt ist, wird immer gewissenhaft arbeiten, dieses betrifft beide Seiten.


      mfg hannes
      wenn die Ablehnung bergründet ist,tragen weder die Gerichte, Ämter oder Behörden die Schuld.


      Wenn denn Behörden und Gerichte korrekt arbeiten - und das ist eben leider bei der Rehabilitierung von Heimkindern nicht sichergestellt, selbst wenn man Hilfe bei Beratungsstellen in Anspruch nimmt.

      Zum Beleg hierfür kann ich, um ein paar herausgegriffene Beispiele zu nennen,
      anführen.

      Dass Gerichte und Behörden keine Fehler machen, ist eine Illusion und es wäre nahezu ein Wunder, wenn es anders wäre (wobei es bei den Rehabilitierungsverfahren wirklich auch systematische Mängel jenseits des "Normalen" gibt). Aber in einem Rechtsstaat gibt es die Möglichkeit zu kämpfen und bis vor die höchste Instanz zu ziehen und am Ende doch Recht zu bekommen.

      Benutzer2017
      Es viele Wege welche man gehen kann, manche sind weniger zielführend und manche führen auch ins Abseits.Die Beratungsstellen werden den Betroffenen immer offen stehen, eigens dafür sind sie eingerichtet. Ob man auch diese Möglichkeit nutzt, ist jedem seine eigene Entscheidung. Der nächste Beratungstag findet am am 13.Juni 2017 von 09:00 bis 17:00 Uhr in der Stadtverwaltung in Blankenhain/Thür. statt.

      mfg hannes
      ich bin mir nicht ganz sicher, wie ich zu dem Thema den Ratschlag geben soll, welcher zweifelsfrei zum Ziel führt.

      Vielleicht und vorab die Bemerkung, dass ich persönlich nicht verstanden habe, was die Rehabilitierungsgerichte eigentlich wollen. Davon ausgehend, dass ich, ein in der DDR, um meine Kindheit und Jugend gebrachter Mensch war, war mir nicht deutlich bewusst, dass rechtsstaatliche Gerichte, Artikel 97 Grundgesetz(GG), sich auf Akten der Jugendhilfe DDR berufen, um aus ehemalig verübten Unrecht der SED Diktatur, neues Unrecht, in dem wiedervereinigten Deutschland, zu machen.

      Richtig bösartig wurde es, als ich hilfesuchend, bereits 1993, eine Anwaltskanzlei aufsuchte und mir erklärt wurde, dass dieses Verfahren viel,... sehr viel Geld kosten würde. Als ich einen Kostenvoranschlag bekam, wurde mir hinsichtlich der fälligen Kosten nicht nur schlecht. Im Prinzip stand da, dass ich meine mögliche Entschädigung eigentlich an die Kanzlei weiter reichen konnte.

      Prinzipiell ist das auch heute noch so, weil, "verfahrensnotwendige Auslagen" eben nicht bedeuten muss, dass man sein aufgewendetes Geld auch wieder bekommt. Auch wenn man den Prozess gewonnen hat!

      Ich habe dann alle Verfahren bezüglich meiner Rehabilitation selber geführt, weil, schlimmer als eine Absage konnte es ja nicht kommen.

      Ich persönlich würde jedem Betroffenen/innen heute sagen, dass er/sie sich einen Anwalt nehmen sollte, weil die strafrechtliche Rehabilitation nur ein Teil der Geschichte ist.

      Ein ordentlicher und guter Rechtsanwalt sollte wissen und auch angeben, dass diese Verfahren sehr umfangreich und auch kostenintensiv sind. Und ein guter Anwalt sollte jedem Betroffenen sagen, dass er auf einem Teil der Kosten sitzen bleibt, weil es die Verfahrensordnung nicht vorsieht, dass Kosten auf Zuruf erstattet werden, sondern nur nach Prüfung der Notwendigkeit. Die anschließenden Verfahren vor einem Sozialgericht, wegen möglicher Haftfolgeschäden, sind bereits wegen der Kausalitätskette kostenintensiv und nach einem Honorarsatz vor dem Sozialgericht für einen Anwalt nicht sachgerecht zu leisten.

      Kommen wir zu dem Ablehnungsgrund in einem bereits vormals beantragten und niedergeschlagenem Rehabilitationsverfahren.

      Wesentlich ist, dass vom OLG Naumburg die Rahmenbedingungen festgelegt und auch bestätigt sind.

      Das bedeutet, dass es mit dem Urteil des OLG Naumburg ein allgemeingültiges Urteil gibt, welches feststellt, dass Wiederaufnahmeverfahren im strafrechtlichen Rehabilitierungsverfahren, rechtsstaatlich legitimiert sind.

      Die Begründung hierfür ist, dass mit den Bundesverfassungsbeschlüssen (mein Urteil aus 2004, zum GJWH Torgau, Urteil aus 2009, Gleichbehandlungsgrundsatz und Urteil aus 2014 zur menschenrechtswidrigen Unterbringung in Einrichtungen der DRR Jugendhilfe), eine umfassende Neuausrichtung rechtlicher Maßstäbe zur Unterbringung in den Jugendhilfeeinrichtungen der DDR gibt, welche grundsätzlich zu einer Berücksichtigung der rechtlichen Grundsätze im Rehabilitierungsverfahren führen müssen.

      Das OLG Naumburg sagt, grundsätzlich sind alle Einweisungen in die geschlossenen Heimerziehung der DDR deswegen rechtsstaatswidrig, weil es bereits sachfremden Zwecken diente, Kinder und Jugendliche wegen Bagatelldelikten in die geschlossenen Heimerziehung zu verbringen, gleichwohl es angebracht gewesen wäre, Alternativen zur Heimunterbringung zu prüfen.

      Um einen derartigen Antrag zu stellen, benötigt man eigentlich keinen Anwalt.

      Aber, es sind eben viele Unabwägbarkeiten im Spiel und rein vorsorglich sage ich, dass jeder Betroffene gut beraten ist, wenn er sich nicht nur für das eigentliche Verfahren Hilfe holt, sondern eben auch für die gesamte Aufarbeitung der (seiner) Geschichte.

      Meine Intention geht dahin, dass mit einem guten Anwalt die Verfahren möglicherweise kurz gehalten werden.

      Denn auch dass sollte von allen Betroffenen bedacht werden, je länger man in dem Verfahren fest hängt, umso traumatischer wird es.

      In diesem Sinne, Ralf Weber

      Hannes schrieb:

      Unterstellungen sind nicht hilfreich, warum sollten Archive oder Jugendämter lügen, was wären dafür die Gründe. Warum ist eine Eigenrecherche besser? Wenn das die Basis für eine Rehabilitierung ist, sollte man bessr von vornherein die Finger davon lassen.


      mfg Hannes

      Deren hintergründige Gedanken bei Ihren Taten sollte man sie lieber selbst erklären lassen und nicht öffentlich daran herumrätseln.
      Um das klar zu stellen, es sind keine Unterstellungen. In meinem Fall kann ich durch Beweise beweisen, dass die Archiv-MA mind. eines Archivs über 2 Jahre hinweg die Existenz von etlichen Metern Akten mit stumpfen LÜGEN verleugnet hat, die dokumentiert vorhanden waren. Nun habe ich einen essentiellen Teil der Akten kurz einsehen können und in Kopie vorliegen. Die falsche x-fach wiederholte Aussage "nein, haben wir nicht" von genau den Archiv-MA, die für den Bestand zuständig sind und die Bestandsdokumentation führen, ist eine LÜGE.

      Hannes schrieb:

      Unterstellungen arbeiten

      s.o.

      Hannes schrieb:

      Jeder der an einem Verfahren beteiligt ist, wird immer gewissenhaft arbeiten

      Copy-Paste des gesamten Staatsanwaltsschriftsatz ist nicht gewissenhaft.
      Grobe dreiste Umdeutung des med. Gutachtens aus DDR-Zeit ist nicht gewissenhaft.
      Verleugnung neu vorgelegter Beweismittel ist nicht gewissenhaft.
      Willkürliche Festsetzung einer Gerichtsgebühr ist nicht gewissenhaft.
      Fehlende mündl. Anhörung bei kompliziertem Sachverhalt ist nicht gewissenhaft.
      Ignorieren der Rechtsbrüche untergeordneter Gerichte ist nicht gewissenhaft.
      [weiteres ungenanntes] ist nicht gewissenhaft.

      Benutzer2017 schrieb:

      Dass Gerichte und Behörden keine Fehler machen, ist eine Illusion und

      Fehler passieren, um die geht es ja garnicht.
      Die faktische Verweigerung eines Rechtswegs ist der Hohn in die Gesichter der Opfer !

      ralf schrieb:

      Denn auch dass sollte von allen Betroffenen bedacht werden, je länger man in dem Verfahren fest hängt, umso traumatischer wird es.

      Oh ja.
      Bin kein Fake, wie diese drei Neubrandenburger Gerichts-Komparsen.
      (;*)
      Kleiner Nachtrag zu verheimlichten Akten aus der Frankfurter Rundschau.

      fr.de/rhein-main/heimkinder-be…-bett-gefesselt-a-1291249

      ...
      Eine Schwierigkeit bleibt: In der Anhörung hat sich gezeigt, dass für viele Vorgänge aus diesen Jahrzehnten die Akten fehlen.
      Ja, das wird vielen gesagt, die ihre eigenen Akten sehen wollen. Dazu wird ihnen erklärt: Es sind keine Akten da. Ich halte das in den meisten Fällen für unglaubwürdig.

      Gibt es nicht sogar eine Verpflichtung, solche Akten in der Regel nach Jahrzehnten zu vernichten?
      Nein. Frankfurt hat zum Beispiel einen Vollbestand der Akten. Das Jugendamt Frankfurt erweist sich als Leuchtturm. Frankfurt ist vorbildlich, auch in der Betreuung und Begleitung der Betroffenen, die ihre Akten einsehen wollen.
      ...
      Bin kein Fake, wie diese drei Neubrandenburger Gerichts-Komparsen.
      (;*)
      Danke für die vielen Fakten usw. Ganz schnell noch Nachsätzchen von mir von unterwegs. Konstatiert, was den Betreff betrifft, die Einweise in o. g. Einricht. war nicht rechtens. Weil es so war, hielt man auch daher Akten also für nicht auffindbar u schuf auch daher den Fonds, um uns aufwendige kostenintensive Verfahren zu ersparen? Dann versteht sich der Fonds Ost tatsächlich u besser als zuvor. Der soll eine Anerkennung für erlittenes Unrecht sein. Ist auch gut so.

      Demzufolge steht oben in rot deutlich, dass meine eigene Einweisung nicht rechtens war. Das wusste ich zwar schon, auch, dass lt. Einweisungsbeschluss ich bis zum Freiwerden eines Platzes in einem normaleren Heim als im Spezialkinderheim Eilenburg zu verbleiben hätte. In einem Durchgangsheim zwei Jahre war lt. Rechtsprechung eindeutig zu lang. Angeblich muss es also zumindest anfangs bei der Kinder- u. Jugendhilfe die Überlegung gegeben haben, eine andre Unterkunft zu finden, die ich aber nie sah. Die DDR war arm und hatte so vieles nicht...

      Nun habe ich das Thema noch ein wenig intensiver bearbeitet u weiss noch etwas besser, was ich wissen wollte. Danke!

      Euch einen schönen Tag!
      lg
      Benutzer / user
      Axel
      Die faktische Verweigerung eines Rechtswegs ist der Hohn in die Gesichter der Opfer !


      Man kann einen Rehabilitierungsantrag bei Gericht stellen. Wird darüber nicht wie erhofft entschieden, kann man Beschwerde einlegen.
      Die Schwächen des Rehabilitierungsverfahrens sind damit keine des Rechtswegs, sondern letztlich Probleme der gerichtlichen Arbeit.

      In einem Durchgangsheim zwei Jahre war lt. Rechtsprechung eindeutig zu lang.


      In einem solchen Fall ist auf jeden Fall eine Rehabilitierung bezüglich des Aufenthalts im Durchgangsheim auszusprechen, weil die Rechtsgrundlagen für diese Heime nur einen sehr kurzen Aufenthalt erlaubten. Lagen also die Unterbringungsvoraussetzungen nicht mehr vor (längerer Aufenthalt im Heim als zulässig), war nach einhelliger Rechtsprechung die Unterbringung (ab einem bestimmten Zeitpunkt, etwa nach sechs oder acht Wochen) rechtsstaatswidrig.

      Das wusste ich zwar schon, auch, dass lt. Einweisungsbeschluss ich bis zum Freiwerden eines Platzes in einem normaleren Heim als im Spezialkinderheim Eilenburg zu verbleiben hätte.


      Wenn der Einweisungsbeschluss des Jugendhilfeausschusses die Einweisung in ein Normalheim vorsah, dann bedeutete das, dass der Betroffene nicht schwer erziehbar war. Denn bei Schwererziehbarkeit musste die Einweisung in ein Spezialheim erfolgen. Erfolgte dennoch die Unterbringung in einem Spezialheim, dann war das rechtsstaatswidrig, weil die Einweisungsvoraussetzungen (Schwererziehbarkeit) nicht vorlagen.

      In beiden Fällen - zu langer Aufenthalt im Durchgangsheim und Unterbringung im Spezialheim trotz Nichtvorliegens von Schwererziehbarkeit - muss dem Rehabilitierungsantrag stattgegeben werden.

      Hier ist es wichtig, dass der Rehabilitierungsantrag sorgfältig formuliert ist und das zuständige Gericht auf die einschlägige Rechtsprechung, aus der sich die geschilderten Grundsätze ergeben, aufmerksam gemacht wird. ist ein Rehabilitierungsantrag bereits rechtskräftig abgelehnt worden, wird die Sache schwieriger.

      Beste Grüße

      Benutzer2017

      Stern schrieb:

      Die DDR war arm und hatte so vieles nicht...


      Hmmm, aber dem kann man dagegenhalten, was die DDR bei der UNO so posaunt hat.
      Die DDR war den Menschenrechtspakten ICESCR und ICCPR beigetreten und hatte den von vorn herein festgelegten UNO-Gremien pflichtgemäß Rechenschaft abzulegen. Aufgetaucht sind sie dort und Berichte hat sie auch abgegeben ABER darin steht "Es gibt keine Zwangsarbeit in der DDR!" und "Die DDR entwickelt sich ökonomisch super!" und "Verbesserungen hier - Verbesserungen da !" und "523 Pflegeheime für benachteiligte Kinder" (statt "xxx 'totale Instititionen' für die gewaltsame, willkürliche Umerziehung gemäß Makarenko und Mannschatz").
      Ich habe mir die entsprechenden UNO-Texte besorgt und bin bei der Lektüre etwas vom Glauben abgefallen.

      Aus meiner Sicht ist Fakt, dass die DDR wegen des kalten Kriegs ökonomisch, politisch und rechtstaatlich immer nur rumgewurschelt hat. Sie haben dem einem genommen und es dem anderen gegeben. Für das "Geben" haben sie sich feiern lassen und das "Nehmen" haben sie versucht durch Willkür und Vertuschung aus der Rechnung zu streichen. Wir Spezialheim-Kinder waren einfach auf der "Nehmen"-Seite der Rechnung - UND SIND ES IMMERNOCH.
      Bin kein Fake, wie diese drei Neubrandenburger Gerichts-Komparsen.
      (;*)

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Widerstand“ ()

      Benutzer2017 schrieb:

      Die faktische Verweigerung eines Rechtswegs ist der Hohn in die Gesichter der Opfer !


      Man kann einen Rehabilitierungsantrag bei Gericht stellen. Wird darüber nicht wie erhofft entschieden, kann man Beschwerde einlegen.
      Die Schwächen des Rehabilitierungsverfahrens sind damit keine des Rechtswegs, sondern letztlich Probleme der gerichtlichen Arbeit.


      Es gibt ein paar klasse Urteile zu dem Thema beim EGMR in Verfahren gegen die Türkei und gegen Russland. <<<=== Traurig nicht ?
      Tenor ist "Nicht nur der Gesetzgeber hat die Aufgabe die notwendigen Gesetze für die Rechtsweggarantie zu schaffen" auch "Die Gerichte müssen den Rechtsweg faktisch ermöglichen." . Wenn eines nicht klappt ist es ein Verstoß gegen die Menschenrechte - punkt.
      Bin kein Fake, wie diese drei Neubrandenburger Gerichts-Komparsen.
      (;*)

      Hannes schrieb:

      Unterstellungen sind nicht hilfreich, warum sollten Archive oder Jugendämter lügen, was wären dafür die Gründe. Warum ist eine Eigenrecherche besser? Wenn das die Basis für eine Rehabilitierung ist, sollte man bessr von vornherein die Finger davon lassen.


      mfg Hannes


      Da muss ich auch wiedersprechen. Ich geh jetzt nur mal von Sachsen aus und da wird gemauert,was die Akten betrifft. Schon lange vor dem Fond hab ich versucht meine Akte einzusehen (ich wollte es einfach nur wissen) und es gab keine.
      Dann 2007 erneut ein Versuch. Die Akte wurde geschreddert!
      Im Staatsarchiv 3x angefragt tauchte irgendwann der Teilfacharbeiter auf. In Torgau fand man den "ZAHNSTATUS" und drei Auszüge aus den Gruppenbüchern. Für 3 Jahre Aufenthalt bischen wenig aber ich nehme mal an, das die Mitarbeiter nicht die Zeit haben von drei Jahren die Gruppenbücher zu lesen.
      Zu guter letzt fragte 2016 der Fond noch mal beim JUgendamt an und siehe da, wenigstens der Einweissungsgrund wurde gefunden. Welch Wunder!
      Der Fond sagt, es gibt ein Register wo zumindest die Einweissungsgründe aufbewahrt werden.

      Und eigentlich muss ja auch das Gericht nachgefragt haben, als ich den Antrag auf Rehabilitation stellte.

      Mal zum Vergleich! In Brandenburg haben wir von meinem Mann und allen seinen Geschwistern die kompletten Akten gefunden und das doppelt und dreifach und ohne großes gedöhns. Selbst vom 1974 verstorbenen Bruder war alles noch da.
      Es kann schon sein, dass es keine Akten mehr gibt. Die DDR ist untergegangen, Landkreise wurden zusammengelegt etc. Auch die Aufbewahrungsfristen sind längst abgelaufen. Es muss doch so laufen: Wenn man bei einem Archiv als Betroffener anfragt, dann muss man eine wahrheitsgetreue Auskunft bekommen. Gibt es Akten, die man aber aus Datenschutz- oder anderen Gründen nicht rausrücken will, muss das begründet werden. Aber eine wahrheitsgetreue Auskunft ist nicht sichergestellt.

      Die Rehabilitierungsgerichte sind wiederum verpflichtet, alle relevanten Akten zu ermitteln, und zwar z.B. bei den Gemeinden (früherer Wohnort), Landkreisen, Heimen (viele bestehen ja fort), Landesarchiv, Bundesarchiv, Archiv der Zentralstelle für Spezialheime Eilenburg, MfS etc. Versierte Gerichte (z.B. Landgericht Berlin) wissen das und fragen alle in Betracht kommenden Stellen standardisiert ab. Gerichte mit wenig Rehabilitierungsverfahren (z.B. in Mecklenburg-V.) machen das erfahrungsgemäß nicht.

      Benutzer2017
      Dann sind wir also doch erst - was bspw. das Auffinden der Akten angeht - schlauer, wenn wir Gerichte bemühen?

      Ich frage das nur, weil ich es genau wissen wollte, wieso auch nicht, denn genau dort habe auch ich nachgeforscht: zuerst natürlich beim heutigen Träger des Heimes, wobei klar war, dass da nichts mehr lagert, das Landesarchiv, später das Bundesarchiv Berlin, selbst das Staatsarchiv Sachsen und mein ehemaliges Jugendamt der Stadt, in der ich lebte, habe ich abgeklappert. Von einer Zentralstelle für Spezialheime Eilenburg lese ich jetzt zum ersten Mal, aber vielleicht habe ich auch etwas bisher überlesen.

      Zumindest stimmte die Aussage von wem jetzt auch immer damals vernommen, dass die Aktenbestände an die ehemal. Jugendämter überführt wurden, also dort, von woher auch der Heimeinweisungsbeschluss kam. Letzten Endes rückte man mit dem Beschluß aber nur heraus, weil ich vor 9 Jahren war das, eine Vollmacht meiner Mutter beschaffen konnte. Mit dem Schreiben, in dem mir der Heimeinweisungsbeschluss geschickte wurde, wurde mir zugleich gesagt, dass im Archiv keine Heimakte mehr vorläge, weil eben die Archivbestandsfrist abgelaufen ist. Das soll bereits zu DDR Zeiten geschehen sein und klar ist, dass mit der Wiedervereinigung sicherlich auch das Eine und Andere den Bach runtergegangen sein wird.

      ich rekapituliere für mich selbst, es würde also, es sei denn, ich wäre besonders míßtrauisch, keinen Sinn mehr machen, ein Gericht anzurufen, um doch noch evtl. eine Akte zu erhalten. Gehe ich davon aus, dass man mir die Wahrheit mitgeteilt hat, würde es eh keinen Sinn mehr machen. Jedoch blieb mein Mißtrauen bestehen, denn wenn doch der Heimeinweisungsbeschluss vorliegt, der doch bestimmt zusammen mit anderen Unterlagen gelagert worden sein muss, wieso findet man dann keine dazugehörige Akte? Der Beschluss muss doch genau dort entnommen worden sein.

      Was nun ein Rehabilitierungsverfahren angeht, die Rechtsprechung ist inzwischen klar, s. o., dass die Einweisung Unrecht war, sollte man abwägen, was brächte es heute ein, so ein Verfahren anzustreben. Wie hoch ist der Aufwand und wie gering vielleicht der Nutzen. Das muss jeder selbst entscheiden und sich ggf. darüber bestens informieren.

      Axel

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von „Stern“ ()

      Ein versierter Berater, mit DDR Lebensgeschichte, weiß ganz genau wo und wie er recherchieren muß. Bislang wurden schon einige Verfahren, die im Vorfeld als aussichtslos galten, zu einem erfolgreichen Ende gebracht. Es braucht eben auch Zeit und Fingerspitzengefühl bei so einer Geschichte.

      mfg Hannes
      Meine rote Heim-Karteikarte war auffindbar und ich habe sie in Kopie.
      Meine Akte ist unauffindbar. Was ich, mit Hilfe der Beratungsstelle MV rausbekam, ist, das sie an das Jugendamt Rostock zurück geschickt wurde. Aber wie ich schon mal schrieb.. Meine Jugendfürsorgerin wohnte bei uns im Haus. Auch noch einige Zeit nach der Wende... Ich möchte ihr nichts unterstellen, aber sie tauschte auch die Einweisung vom Normal in's Spezialheim.
      deine Anfragereihenfolge sollte so sein:
      1.) in der Einrichtung nachfragen(nur falls die Einrichtung noch irgendwie besteht)
      2.) bei der JH nachfragen, die dich eingewiesen hat (inkl. im jeweiligen Stadtarchiv)
      3.) bei der JH nachfragen, die für dich zuständig war, als du 18 Jahre wurdest (inkl. im jeweiligen Stadtarchiv)
      4.) im Stadtarchiv nachfragen, das für die ehem. Kreisstadt zuständig war, in dem das Heim lag
      5.) im entsprechend zuständigen Landeshauptarchiv nachfragen
      6.) bei der Stasiunterlagenbehörde nachfragen (Akten bzgl. dir und deinen Eltern)

      hoffe das hilft dir erst einmal
      Bin kein Fake, wie diese drei Neubrandenburger Gerichts-Komparsen.
      (;*)
      Ganz genau, Widerstand. Deine Zusammenfassung entspricht haargenau dem, wie es der frühere user "Stern" vortrefflich am 7. Juni 2017 beschrieben hat. 8)

      Wenn user "Peat rock" nun fragen würde, wie hoch der Aufwand sein sollte, das alles zu bewerkstelligen, es kann Monate dauern von eventuellen Telefonaten angefangen, dem Mailverkehr hin und her, sich von Pontius bis Pilatus schicken lassen. Da kommt schon ordentlich Zeit zusammen, wenn man denn den Willen aufbringt, damit am Ende auch etwas Positives herausspringt.

      Konfuzius

      Auch der weiteste Weg beginnt mit einem ersten Schritt..



      Viel Glück, solltest du beginnen wollen.

      Axel
      Es ist nicht das Ziel des Lebens, auf Seiten der Mehrheit zu stehen, sondern man muss versuchen, nicht im großen Heer der Verrückten zu landen. Mark Aurel

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