Medikamententests an Heimkindern in WESTDEUTSCHLAND

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      Sie bitte im Internet nach. Denke mal an die Zeit der Fehlgeburten und Contergan Kinder. Diese Tests wurden ohne zu Stimmung der Patienten gemacht. Da hieß es immer nur wir haben ein neues Medikament die haben aber nicht gesagt das die Medikamente noch in der Forschung ist.
      Was mich nicht umbringt,macht mich stärker.
      Zitat Friedrich Nietsche

      Medikamententests an Heimkindern in WESTDEUTSCHLAND (klassifiziert als "Menschenrechtsverletzungen")

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      Beitrag im Thread »Medikamententests an Heimkindern in WESTDEUTSCHLAND« im HEIMKINDER-FORUM.DE von Eric Beres, vom Sender SWR, vom Montag, 2. Juli 2018, um 12:07 Uhr (mitteleuropäische Sommerzeit) :

      QUELLE: http://heimkinder-forum.de/v4x/index.php/Thread/18400-Medikamententests-an-Heimkindern-in-WESTDEUTSCHLAND/?postID=575028#post575028 :

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      Hallo, zum Thema MEDIKAMENTENTESTS und MEDIKAMENTENMISSBRAUCH in Heimen der 50er bis 70er Jahre recherchiert der Südwestrundfunk aktuell zu Einrichtungen und Institutionen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz.
      Wenn Sie selbst betroffen sind oder uns Hinweise geben können, in welchen Heimen in diesen beiden Bundesländern entsprechende Tests durchgeführt wurden oder wo es Missbrauch gab, würden wir uns sehr freuen, Sie könnten uns kontaktieren.

      Am besten per E-Mail:
      Eric.Beres@swr.de .
      Vielen Dank!

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      Eine Verhandlung oder ein Verfahren ohne QUALIFIZIERTEN juristischen Rechtsbeistand, Recht und Gesetz ist wie ein Gebäude ohne Fundament – ein Kartenhaus.

      Heimkinder appellieren an VATER STAAT und MUTTER KIRCHE Sühne zu tun:
      Ein Denkmal in Musik gesetzt

      Freiheit ist keine Selbstverständlichkeit; sie bedarf ständiger Wachsamkeit.

      Medikamententests an Heimkindern in WESTDEUTSCHLAND (klassifiziert als "Menschenrechtsverletzungen")

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      Martini schrieb:

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      Siehe den speziell von mir am Mittwoch, 3. Februar 2016, um 07:16 Uhr eröffneten Thread »Medikamententests an Heimkindern in der damaligen DEUTSCHEN DEMOKRATISCHEN REPUBLIK« @ http://heimkinder-forum.de/v4x/index.php/Thread/18401-Medikamententests-an-Heimkindern-in-der-damaligen-DEUTSCHEN-DEMOKRATISCHEN-REPUB/?postID=491169#post491169 . Hier kann jedes ehemalige Heimkind-OST uneingeschränkt über seine diesbezüglichen persönlichen Erfahrungen in der DDR berichten !!
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      Medikamententests an Heimkindern in WESTDEUTSCHLAND (klassifiziert als "Menschenrechtsverletzungen")

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      Jetzt hier in Bezug auf das Bundesland Niedersachsen insbesondere was niedersächsische Rotenburg an der Wümme betrifft: die „Rotenburger Anstalten“ (seit 2006 „Rotenburger Werke“ genannt), zwischen Hamburg und Bremen in Niedersachsen gelegen; „christliches Menschenbild“; „im Verbund der Diakonie“.

      QUELLE: https://web.de/magazine/panorama/gewalt-medizintests-behinderte-kinder-heimen-erlebten-33066540 (dpa) :

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      Gewalt und Medizintests: Was behinderte Kinder in Heimen erlebten

      Aktualisiert am 12. Juli 2018, 14:39 Uhr

      Sie wurden geschlagen, mit Medikamenten ruhig gestellt und für Tests missbraucht. Allmählich wird bekannt, was Kinder in Behindertenheimen der Nachkriegszeit erlebten. In Niedersachsen wurden Minderjährige am Gehirn operiert - mit fatalen Folgen.

      Klaus Brünjes teilt ein Schicksal mit Zehntausenden Menschen in Deutschland. Als Kind und Jugendlicher erlebte er einen Alltag, der geprägt war von Fremdbestimmung, Medikamenten und Gewalt.

      "Man musste sich unterordnen", sagt der heute 60-Jährige über sein Leben in einer Einrichtung für Behinderte. "Freiheit und Selbstbestimmung gab es nicht, sondern Unterwerfung. Wer rumgetobt hat, hat Medikamente bekommen, oder er ist abgeholt worden und war dann in der Zelle." Die Kinder, die nicht sprechen konnten, habe es besonders hart getroffen.

      Was Brünjes im niedersächsischen Rotenburg an der Wümme erlebte, war kein Einzelfall. Das Bundessozialministerium geht von knapp 100.000 noch lebenden Frauen und Männern aus, die nach 1949 als Kinder und Jugendliche in stationären Einrichtungen der Behindertenhilfe oder Psychiatrie wahrscheinlich Leid und Unrecht erfahren haben.

      Nach und nach kommt ans Licht, was viele behinderte oder als auffällig eingestufte Menschen in der Nachkriegszeit erleben mussten. Sie wurden geschlagen, ruhig gestellt und für Medizintests missbraucht.


      Psychopharmaka und Beruhigungsmittel

      Die kirchliche Einrichtung in Rotenburg arbeitet ihre dunkle Vergangenheit mit Hilfe von zwei Wissenschaftlerinnen und zwei Historikern auf. Nach deren jüngst veröffentlichtem Buch "Hinter dem Grünen Tor. Die Rotenburger Anstalten der Inneren Mission, 1945-1975" bekamen unruhige Kinder und Jugendliche hohe Dosen an Psychopharmaka und Beruhigungsmitteln.

      Die Pharmazeutin Sylvia Wagner aus Krefeld fand zudem Belege dafür, dass nicht zugelassene Medikamente an Minderjährigen getestet wurden, etwa um Bettnässen zu verhindern oder den Sexualtrieb männlicher Bewohner zu unterdrücken.

      Besonders schockiert war sie, als sie in Akten las, dass in Rotenburg mehrere auffällige Jugendliche am Gehirn operiert wurden. "Was man mit den Medikamenten nicht schaffte, sollte die Operation schaffen. Dadurch wurden Teile des Gehirns unwiderruflich zerstört", berichtet sie.

      Ihren Recherchen zufolge waren manche Kinder der Einrichtung wahrscheinlich nicht behindert. "Sie kamen zum Teil als Säuglinge ins Heim. Bei adäquater Fürsorge hätten einige ein normales und erfülltes Leben führen können", sagt Wagner, die sich mit Arzneimittelstudien an Heimkindern in der Bundesrepublik 1949 bis 1975 beschäftigt.


      Aufarbeitung steht noch am Anfang

      Medikamente wurden ihr zufolge vielerorts eingesetzt, um die Alltagsroutinen nicht zu gefährden. "Es wurden Präparate in hohem Maß gegeben", sagt sie und berichtet von Dosierungen, die zehn Mal so hoch waren wie die empfohlene Menge.

      Der frühere Patient Brünjes erinnert sich an viele Situationen, in denen Kinder Medikamente bekamen. "Manche waren dann ganz gefügig", sagt er. "Ich habe wenig Medikamente bekommen und war auch nie in der Zelle. Ich habe versucht, mich ganz stark anzupassen." Dass Ärzte Präparate an Kindern und Jugendlichen testeten, erfuhr Brünjes erst später.

      Der Historiker Hans-Walter Schmuhl bezeichnet es als beschämend, dass es so lange gedauert hat, bis Menschen mit Behinderung als Opfer anerkannt wurden. Ihm zufolge steht die Aufarbeitung bundesweit noch am Anfang. "Es hat erst einzelne Einrichtungen gegeben, die sich mit ihrer Vergangenheit beschäftigt haben", sagt der außerplanmäßige Professor der Universität Bielefeld.

      Um den Alltag in den Rotenburger Anstalten zu rekonstruieren, führte er Interviews mit damaligen Bewohnerinnen, Bewohnern und Angestellten. "Es ging darum, eine große Zahl von Menschen mit sehr begrenzten Mitteln gegen ihren Willen festzuhalten", sagt er. "Es gab ausgeklügelte Strafrituale."


      Viele leiden bis heute an psychische Störungen

      Nach Schmuhls Recherchen schlugen Angestellte Patienten auch mit Werkzeugen, Bewohner wurden fixiert und eingesperrt. "Das Personal war in einer ständigen Überforderungssituation", sagt der Historiker. "Viele leiden bis heute an Nachwirkungen, aber viele haben sich auch mit bewundernswerter Zähigkeit ein eigenes Leben erarbeitet", sagt er über die Opfer.

      Als typische Folgen des Unrechts nennt er Angst- und Essstörungen. "Viele haben Probleme, Beziehungen zu anderen Menschen aufzubauen."

      Brünjes, der als Kind an Kinderlähmung erkrankte und bis zum achten Lebensjahr nur kriechen konnte, erinnert sich: "Manche wurden so verprügelt, dass sie nicht mehr richtig sitzen konnten."

      Trotz des erlittenen Unrechts hat er Verständnis für das damalige Personal. "Auch die Mitarbeiter haben Not gehabt. Es gab viele, die mehr Liebe geben wollten, als sie konnten."

      Das Personal sei überfordert gewesen mit den vielen Menschen, die sie in den Griff kriegen sollten. "Sie bekamen Druck von oben. Das haben wir gespürt." Als die Einrichtung in den 1970er Jahren mit Beschäftigungstherapie anfing, seien viele Menschen auch ohne Medikamente ruhiger geworden.

      Die Veränderungen im Umgang mit beeinträchtigten Menschen brachten auch für Brünjes, der mit Beinschienen selbstständig gehen kann, eine Zeitenwende.

      Als Erwachsener wurde er vom Patient zu einem Gruppenleiter der Einrichtung, die nun Rotenburger Werke heißt. Er lernte lesen und schreiben und machte den Hauptschulabschluss.

      Als Kind war ihm Unterricht verweigert worden, im Heim war er zeitweise auf der Station der geistig Behinderten untergebracht.


      Finanzielle Entschädigung für Opfer

      "Ich bedaure das Unrecht zutiefst", sagt die Geschäftsführerin der Rotenburger Werke, Jutta Wendland-Park, über die dunkle Vergangenheit in einer der größten niedersächsischen Heil- und Pflegeeinrichtungen. "Dennoch bin ich froh, dass die betroffenen Menschen durch die Aufarbeitung eine Stimme bekommen haben. Lange Zeit schenkte man ihren Berichten keinen Glauben."

      Das Bundessozialministerium, Bundesländer und Kirchen wollen die Vergangenheit aufarbeiten und Betroffenen helfen. Im vergangenen Jahr startete die Stiftung Anerkennung und Hilfe - bis Ende 2019 können sich Leidtragende in Beratungsstellen melden und Unterstützung beantragen.

      Berechtigt sind Frauen und Männer, die als Kinder oder Jugendliche nach 1949 Unrecht in stationären Einrichtungen der Behindertenhilfe oder Psychiatrie erfahren haben.

      Neben einer Anerkennung des Erlebten können Betroffene, die heute noch unter Folgen leiden, 9.000 Euro zur selbstbestimmten Verwendung erhalten.

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      ZWEI WEITERE QUELLEN FÜR DIESEN ARTIKEL: https://www.weser-kurier.de/region/niedersachsen_artikel,-gewalt-und-medizintests-was-behinderte-kinder-in-heimen-erlebten-_arid,1748084.html (dpa) und auch https://www.gmx.at/magazine/panorama/gewalt-medizintests-behinderte-kinder-heimen-erlebten-33066540 (dpa)
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      Eine Verhandlung oder ein Verfahren ohne QUALIFIZIERTEN juristischen Rechtsbeistand, Recht und Gesetz ist wie ein Gebäude ohne Fundament – ein Kartenhaus.

      Heimkinder appellieren an VATER STAAT und MUTTER KIRCHE Sühne zu tun:
      Ein Denkmal in Musik gesetzt

      Freiheit ist keine Selbstverständlichkeit; sie bedarf ständiger Wachsamkeit.
      Hoffentlich sind die Zeiten für immer vorbei.

      Jedenfalls, seit ich mich genötigterweise seit 2014 mit dem ******-Thema beschäftigen muss, ist mir für das ganze Elend ein ganz gut passender Begriff untergekommen - MINGI (en.wikipedia.org/wiki/Mingi).
      Wenn man alles bedenkt, was Mingi mit der Heimkindersituation seit anno dazumal verbindet, kann man - auf den Punkt gebracht - "froh sein" nicht erschlagen worden zu sein.
      Schon bedauerlich, wieviel Tier noch im Mensch hängengeblieben war.
      Bin kein Fake, wie diese drei Neubrandenburger Komparsen.
      (;*)

      Medikamententests an Heimkindern in WESTDEUTSCHLAND (klassifiziert als "Menschenrechtsverletzungen")

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      QUELLE: RTL - RTL interactive GmbH, Köln @ https://www.rtl.de/cms/medizintests-im-heim-rotenburg-arbeitet-vergangenheit-auf-4206831.html :

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      Medizintests im Heim: Rotenburg arbeitet Vergangenheit auf

      16.08.2018 | 02:50

      [ FOTO Das sogenannte "Stammhaus" aus dem Jahr 1880 ist das älteste Haus der Rotenburger Werke. Foto: Carmen Jaspersen/Archiv © deutsche presse agentur ]

      Heimkinder haben in den Nachkriegsjahrzehnten vielrorts Leid erlebt. Welche Menschenrechtsverletzungen es in einer Einrichtung der Behinderung im niedersachsischen Rotenburg an der Wümme gab, hat jüngst das Buch "Hinter dem Grünen Tor. Die Rotenburger Anstalten der Inneren Mission 1945-1975" aufgedeckt.
      Demnach wurden dort noch nicht zugelassene Medikamente an Kindern und Jugendlichen gestestet, der Alltag war bestimmt von Fremdbestimmung, Arzneimitteln und Gewalt. Die Studie entstand im Auftrag der kirchlichen Einrichtung, die heute Rotenburger Werke heißt. Sie möchte die Vergangenheit aufarbeiten und lädt Interessierte heute [Donnerstag, 16. August 2018] zu einer öffentlichen Podiumsdiskussion ein. Neben dem Autorenteam des Buchs werden Vertreter der Einrichtung und des niedersächsischen Sozialministeriums erwartet.

      Quelle: DPA
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      Und auch die Lokalpresse berichtet darüber:

      QUELLE: MK - Kreiszeitung.de @ https://www.kreiszeitung.de/lokales/rotenburg/rotenburg-ort120515/rotenburg-diskussionsabend-rotenburger-werken-ueber-fehler-vergangenheit-10128024.html :

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      Diskussionsbeitrag macht fassungslos

      „Jede Lebensregung war eine Störung des Ablaufs“ - Betroffener schildert Zeit in Rotenburger Werken

      17.08.2018

      [ FOTO: „Uwe Seebode (M.) erlebte Anfang der 70er-Jahre Gewalt in den Rotenburger Anstalten und spricht darüber mit Moderatorin Antje Diller-Wolf und Professor Hans-Walter Schmuhl.]

      Rotenburg - Von Michael Krüger. Uwe Seebode blickt zu Boden, schluckt, und spricht dann doch so schonungslos offen weiter, dass viele im Saal fassungslos den Kopf schütteln. Was der heute 57-Jährige zwischen 1970 und 1975 in den Rotenburger Anstalten erlebt hat, ist Teil der Vergangenheitsbewältigung der heutigen Rotenburger Werke – und Eröffnung einer gut zweistündigen Diskussionsrunde in der Cafeteria der Werke am Donnerstagabend [16. August 2018].

      Gerade ist die zweite Auflage des Buches „Hinter dem Grünen Tor. Die Rotenburger Anstalten der Inneren Mission, 1945-1975" aufgelegt worden [ Siehe @ https://www.kreiszeitung.de/lokales/rotenburg/rotenburg-ort120515/lernen-unrecht-9926476.html ], eine wissenschaftliche Auseinandersetzung mit den Nachkriegsjahrzehnten in der Einrichtung, die geprägt waren von Gewalt und Missbrauch gegenüber den behinderten Bewohnern und Patienten. „Es war ein Gesamtsystem, das Unrecht zugelassen hat für ganz viele Menschen“, bringt es Werke-Pressesprecher Rüdiger Wollschlaeger im Laufe des Abends vor mehr als 100 Zuhörern auf den Punkt.

      Eingeladen sind die Buchautoren, die zwei Jahre lang in den Archiven der Werke und des Diakonissen-Mutterhauses gewühlt, Material im Stadtarchiv gesichtet und Einblicke in die Archive von Pharmaunternehmen bekommen haben, dazu Zeitzeugen. Nach zwei Arbeiten über die Ereignisse in Rotenburg im ehemaligen „Asyl für Epileptische und Idioten“ und den späteren Anstalten vor allem zur Zeit des Nationalsozialismus wird nun die jüngere Vergangenheit beleuchtet.

      In der ging es bis zum Paradigmenwechsel Mitte der 70er-Jahre darum, „eine möglichst große Zahl von Menschen mit geringen Mitteln auch gegen ihren Willen zu verwahren“, so Historiker Professor Hans-Walter Schmuhl. „Jede individuelle Lebensregung war eine Störung des Arbeitsablaufs.“ Und die wurde oft genug bestraft.


      Von Pflegern „da unten“ angefasst

      Davon berichtet auch Uwe Seebode an diesem Donnerstagabend, wie einige andere Betroffene. Er lebt seit 30 Jahren allein in Bremen, führt ein selbstbestimmtes Leben, von dem Anfang der 1970er-Jahren keine Rede sein konnte. In der Jugendabteilung der Anstalten herrscht ein strenges Regiment, und „vieles war falsch“, sagt Seebode.

      Er berichtet von Prügel, die es für Bettnässer gab, wie er von Pflegern „da unten“ angefasst wurde, dass die Nachtwache grundsätzlich mit auf die Toilette gegangen sei. „Jedes Kind und jeder Mensch hat ein Recht darauf, vernünftig behandelt zu werden, ob behindert oder nicht“, sagt er. „Das sollte sich jeder hinter die Ohren schreiben – damit es nie wieder passiert.“

      Die Rotenburger Werke haben nach der Veröffentlichung der Studie, die Missbrauch bis hin zu stereotaktischen Operationen, bei denen Bewohner ohne Einwilligung von Eltern oder Betreuern am Gehirn operiert wurden, um von ihrem Behinderungen geheilt zu werden, aufdeckt, bundesweit viel Lob erhalten.


      „Aufarbeitung nicht selbstverständlich“

      Das betont an diesem Abend auch Claudia Schröder, Abteilungsleiterin im niedersächsischen Sozialministerium: „Es ist nach wie vor nicht selbstverständlich, dass sich Einrichtungen so intensiv ihrer Vergangenheit stellen.“ Und Werke-Geschäftsführer Thorsten Tillner fügt an: „Wir hoffen, dass andere Einrichtungen den Mut finden, auch darüber zu sprechen.“ Es gebe einige Kollegen, „die sich der Frage des Medikamentenmissbrauchs noch nicht stellen“.

      Die Studie und dass nun darüber gesprochen wird, das betonen Wissenschaftler wie Betroffene, soll keine Abrechnung mit den Verfehlungen einzelner sein. Es ist die „Einlösung eines Versprechens“, wie es von der Werke-Spitze heute heißt: Die damaligen Fehler im System benennen und daraus für die Zukunft lernen.


      MEHR ZUM THEMA: Rotenburger Werke: Über die Aufarbeitung der eigenen dunklen Vergangenheit [ Siehe @
      https://www.kreiszeitung.de/lokales/rotenburg/rotenburg-ort120515/geschaeftsfuehrung-rotenburger-werke-ueber-aufarbeitung-eigenen-dunklen-vergangenheit-9938343.html ]

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      Heimkinder appellieren an VATER STAAT und MUTTER KIRCHE Sühne zu tun:
      Ein Denkmal in Musik gesetzt

      Freiheit ist keine Selbstverständlichkeit; sie bedarf ständiger Wachsamkeit.

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