Medikamententests an Heimkindern in WESTDEUTSCHLAND

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      mbugu schrieb:

      ziviler Ungehorsam
      Pappalapuup ... es herrschen hier noch keine Zustände, die man diktatorisch nennen kann.
      Etwas rechtsbeugerisch, etwas kriminell ... aber nicht diktatorisch.

      Was nötig ist, sind Recherchen, "kleine Anfragen", Demos ... und Strafanzeigen gegen jeden der Mittäter und der Vertuscher, dass die Schwarte kracht.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Widerstand“ ()

      Medikamententests an Heimkindern in WESTDEUTSCHLAND

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      Pressemeldung ausgehend vom Landschaftsverband Rheinland (LVR - Hauptsitz Köln):

      QUELLE: http://www.lvr.de/de/nav_main/derlvr/presse_1/pressemeldungen/press_report_137158.jsp :

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      Pressemeldung

      „Schluck das oder ich hole die Frau Doktor!“

      14. Mai 2018 | Jugend

      Petra Alice Berg war Psychiatriepatientin in den 1970er Jahren / Sie leidet noch heute unter den Folgen von Medikamentenmissbrauch und vorenthaltener Schulbildung / Die Anlauf- und Beratungsstelle beim LVR bietet Betroffenen Unterstützung und Leistungen der Stiftung Anerkennung und Hilfe an [ aber keine wirkliche Entschädigung ist vorgesehen ]

      Köln. 14. Mai 2018. Petra Alice Berg war zwölf Jahre alt, als sie im Juli 1968 in ein Kindersanatorium eingewiesen wurde. In ihrer Jugend war sie in zwei Heimen und immer wieder in der Psychiatrie. Heute ist die Wuppertalerin 62, kann sich aber noch gut an das erinnern, was ihr vor fünfzig Jahren widerfuhr: „Im Kindersanatorium probierte man ohne Einwilligung meiner Mutter Medikamente an mir aus, die noch nicht im Handel erhältlich waren oder noch nicht an Kindern erprobt wurden – vor allem Neuroleptika aber auch Schlafmittel.“

      Nachdem man ihr die ersten Medikamente verabreichte, bekam Petra Alice Berg Tobsuchtsanfälle und hörte Stimmen. Von dem Saft, den sie nehmen musste, wurde ihr immer schlecht. Wenn sie sich wehrte, bekam sie zu hören: „Schluck das oder ich hole die Frau Doktor, dann kriegst du es gespritzt“. Die Tobsuchtsanfälle sind auch nach dem Absetzen der Medikamente geblieben und haben Petra Alice Berg noch viele Jahre belastet. Sie vermutet, dass aus einem seelischen Trauma aufgrund von Kindheitserlebnissen eine echte Schizophrenie wurde – durch die Medikamente.

      „Trotz eines überdurchschnittlich hohen Intelligenzquotienten und einer außergewöhnlichen Sprachbegabung konnte ich nur einen Schulabschluss auf einer heimeigenen Sonderschule machen. Gerne wäre ich Übersetzerin oder Lektorin geworden“, sagt sie. Am Ende der Schulzeit hatte sie jedoch nur knapp drei Jahre Englischunterricht gehabt und konnte diesen Wunsch nicht verwirklichen.

      Ihr Leben lang hatte sie nur Hilfsarbeitsstellen, ging stundenweise putzen. Aufgrund vieler körperlicher und seelischer Leiden galt sie schon immer als schwer oder gar nicht vermittelbar. Seit 2006 ist sie erwerbsunfähig. Sie ist auf betreutes Wohnen und eine Haushaltshilfe angewiesen. Insgesamt sechs Mal hat sie über die Jahre versucht, sich das Leben zu nehmen. „Mittlerweile bewahrt mich mein Glaube davor“, sagt Berg heute.

      Andreas Naylor leitet die Anlauf- und Beratungsstelle für ehemalige Heimkinder beim Landschaftsverband Rheinland (LVR). „Bei unserer Arbeit mit den Betroffenen hören wir oft von ähnlichen Erlebnissen. Das erfahrene Leid ist für die Menschen kein singuläres Ereignis. Es ist für sie traumatisch und prägt in vielen Fällen ihren ganzen Lebensverlauf“, sagt er. Aufgabe der Anlauf- und Beratungsstelle ist es, Menschen beim Beantragen von finanziellen Leistungen aus der Stiftung Anerkennung und Hilfe zu unterstützen, die von Bund, Ländern und Kirchen ins Leben gerufen wurde. Die Stiftung richtet sich an Menschen, die als Kinder oder Jugendliche in der Zeit von 1949 bis 1975, wie Petra Alice Berg, schlimme Erfahrungen in Einrichtungen der Behindertenhilfe oder in stationären psychiatrischen Einrichtungen gemacht haben.

      Betroffene erhalten eine pauschale Geldleistung in Höhe von 9.000 Euro zur Anerkennung von erlittenem Unrecht und zur Linderung der Folgewirkungen. Wer in den Einrichtungen sozialversicherungspflichtig gearbeitet hat, ohne dass Sozialversicherungsbeiträge gezahlt wurden, erhält darüber hinaus eine einmalige Rentenersatzleistung von bis zu 5.000 Euro.

      Auch Petra Alice Berg hat sich entschieden, mit einer Beraterin der Anlauf- und Beratungsstelle Kontakt aufzunehmen. Die hat sie zu Hause besucht und mit ihr besprochen, was die nächsten Schritte sind. Schließlich erhielt Petra Alice Berg sowohl die Anerkennungsleistungen als auch die Rentenersatzleistung. „Ich möchte anderen Betroffenen Mut machen, sich auch bei der Anlauf- und Beratungsstelle des LVR zu melden“, sagt sie rückblickend. Von dem Geld will sie ihre Autobiographie veröffentlichen. Der Titel lautet „Es ist nicht leicht, verrückt zu sein“.

      „Insgesamt haben sich leider noch zu wenig Menschen bei uns gemeldet“, sagt Andreas Naylor. Die Stiftung Anerkennung und Hilfe schätzt, dass rund 3.300 Menschen in NRW Leistungen erhalten können. Gemeldet haben sich beim LVR bisher 704 Menschen aus dem rheinischen Landesteil von NRW, von denen 306 bereits Geld aus der Stiftung erhalten haben. Bis Ende 2019 können sich Betroffene aus dem Rheinland noch anmelden (Tel.: 0221 809-5001).

      Ansprechpartner für redaktionelle Fragen:

      Till Döring
      LVR-Fachbereich Kommunikation
      Tel 0221 809-7737
      Mail
      till.doering@lvr.de



      Weiterführende Links

      Internetseite der Anlauf- und Beratungsstelle beim LVR [ Siehe @ http://www.lvr.de/de/nav_main/derlvr/organisation/anlauf__und_beratungsstelle_fuer_ehemalige_heimkinder/anlauf__und_beratungsstelle_fuer_ehemalige_heimkinder.jsp ]

      ● Pressemitteilung vom 18. April 2018 zur Veröffentlichung der LVR-Studie "Gestörte Kindheiten. Lebensverhältnisse von Kindern und Jugendlichen in psychiatrischen Einrichtungen des Landschaftsverbandes Rheinland (1945–1975)" [ Siehe @
      http://www.lvr.de/de/nav_main/derlvr/presse_1/pressemeldungen/press_report_133249.jsp ]

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      Eine Verhandlung oder ein Verfahren ohne QUALIFIZIERTEN juristischen Rechtsbeistand, Recht und Gesetz ist wie ein Gebäude ohne Fundament – ein Kartenhaus.

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      Ordensschwestern seien morgens mit Medikamenten ins Zimmer gekommen, die von Anstaltsarzt Dr. Waldemar Strehl verordnet wurden. "Einige Kinder, wie ich, mussten das täglich schlucken", sagt Karl-Werner Krüll. In seiner Krankenakte ist mehrmals das Psychopharmakon Esucos vermerkt: Einnahme bis zu dreimal täglich. Eine sehr hohe Dosis für ein Kind. "Mir wurde das Zeug gewaltsam reingezwungen. Jahrelang.



      Also doch immer wieder - Kinder als Versuchsobjekte, denn weshalb probiert man Medikamente aus, an Wehrlosen, ohne Zustimmung derer, die hätten zustimmen müssen?

      Sylvia Wagner / Pharmakologin, Krefeld

      Es gab keine medizinische Indikation für Esucos. Es ging nicht um Therapie, sondern um soziale Anpassung.



      Gehört auch dieses Kapitel etwa nur zur sprichwörtlichen Spitze eines Eisberges? Wann taut der endlich ab und wenn ja, erreicht es die noch, die ein Leben lang unter den Folgen litten? :S

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      Zitat von Wiederstand.

      Ehem. Ärzte, Archive, Ministerien, Firmen etc. arbeiten intensiv an einer Lösung ... einer biologischen Lösung.
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      Wiederstand.
      Wer Glaubt da noch am Weihnachtsmann? Es wird doch alles Vertuscht und klein Geredet.Die,die das alles Verschuldet,alle,die an das Beteiligt gewesen sind und sich Strafbar gemacht haben,leiden heute schon an Gedächtnisschwund.Diese Verbrecherische Farmaindustrie mit den Ordenschwestern in den Heimen dehnen das Verbrecherische tun,an den Wehrlosen Kindern Bekannt war,müssen auch heute noch,zur Rechenschaft gezogen werden.Die Worte (wir Mussten oder wir haben die Folgen nicht Abschätzen können)darf nicht zur standard Ausrede herhalten.Ich hoffe,das die Gebete der Opfer Erhört werden.

      Medikamententests an Heimkindern in WESTDEUTSCHLAND

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      WDR - Westdeutscher Rundfunk Köln - Anstalt des öffentlichen Rechts

      QUELLE: https://www1.wdr.de/nachrichten/ruhrgebiet/medikamente-in-essener-kinderheim-100.html :

      Der Vollständigkeit halber gebe ich jetzt auch hier noch einmal folgenden von Boardnutzer »henry g« zuvor erwähnten WDR-Nachrichten-Bericht im genauen Wortlaut in diesem Thread wieder:

      Jetzt hier in Bezug auf das Bundesland Nordrhein-Westfalen und insbesondere in Bezug auf das katholische Franz-Sales-Haus in Essen

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      > WDR > Nachrichten > Ruhrgebiet ----- Stand: 23.05.2018, 10:47

      Medikamentenmissbrauch: Vorwürfe gegen Essener Kinderheim

      Von Carmen Krafft

      ● Ex-Heimkind erhebt Vorwürfe gegen Franz-Sales-Haus
      ● Ständige Betäubung durch Psychopharmaka in den 1960ern
      ● Aufsätze belegen Medikamentenstudie an Heimkindern

      Karl-Werner Krüll (63) hat einen Mini-Job als Hausmeister. Dass er sich mit Hilfsjobs durchschlagen musste, führt er auf seine Kindheit im Essener Franz-Sales-Haus zurück. Im Heim wurde er 1962 mit acht Jahren aufgenommen. Er sagt: "Ich habe dort nicht Lesen und Schreiben gelernt, weil ich mit Medikamenten zugedröhnt wurde."

      Ordensschwestern seien morgens mit Medikamenten ins Zimmer gekommen, die von Anstaltsarzt Dr. Waldemar Strehl verordnet wurden. "Einige Kinder, wie ich, mussten das täglich schlucken", sagt Karl-Werner Krüll. In seiner Krankenakte ist mehrmals das Psychopharmakon Esucos vermerkt: Einnahme bis zu dreimal täglich. Eine sehr hohe Dosis für ein Kind. "Mir wurde das Zeug gewaltsam reingezwungen. Jahrelang."

      [ (FARBFOTO) VIDEO: „Medikamentenmissbrauch 1: Die Geschichte von Karl-Werner-Krüll | 03:22 Min. | Verfügbar bis 22.05.2019“ ]


      "Alle haben davon gewusst – keiner hat geholfen"

      Laut Akte galt Karl-Werner Krüll als "aggressiv". Durch die Medikamente stellte man ihn ruhig: "Ich war kaum in der Lage, irgendwas zu denken." Am normalen Unterricht konnte er deshalb nicht teilnehmen, er landete in einer "Bastelklasse". Lesen und Schreiben hat er dort nicht gelernt. Von dem Medikamenten-Missbrauch hätten "alle" gewusst, sagt Krüll: "Die Nonnen haben mitgemacht, aber auch die Betreuer und die Verwaltung wussten, was der Arzt mit uns gemacht hat."

      Belege für Medikamentenstudie

      Tatsächlich gibt es Belege über Medikamentenversuche durch den Anstaltsarzt Dr. Waldemar Strehl. In einem wissenschaftlichen Aufsatz Anfang der 1960er stellt der ehemalige Arzt des Franz-Sales-Hauses seine Versuche mit dem Psychopharmakon Esucos vor. Strehl hat, so schreibt er damals, 96 Kinder zwischen sechs und 14 Jahren ausgewählt, die durch störendes Verhalten auffielen.

      Keine Therapie, sondern Experiment

      [ KLEINES SCHWARZ-WEIß FOTO: „Nonnen im Franz-Sales-Haus in den 1960ern“ ]

      Die Krefelder Pharmakologin Sylvia Wagner hat sich mit den Medikamententests befasst. Nach Ansicht der Wissenschaftlerin missbrauchte Strehl Medikamente, machte medizinische Versuche. "Es gab keine medizinische Indikation für Esucos. Es ging nicht um Therapie, sondern um soziale Anpassung." Bei einigen Kindern ordnete er viermal täglich 25 Milligramm Esucos an – deutlich mehr als die Maximal-Dosis für Erwachsene.

      Mögliche Folgen des Medikamentenmissbrauchs hat der Bochumer Neurowissenschaftler Burkhard Wiebel erforscht. Er untersuchte ehemalige Heimkinder aus dem Franz-Sales-Haus. Ihnen wurden laut Akte mindestens über mehrere Monate Psychopharmaka verabreicht. Burkhard Wiebel: "Ich konnte nachweisen, dass geistige Fähigkeiten, die sonst bei ihnen vorhanden sind, deutlich eingeschränkt sind."


      Franz-Sales-Haus will Geschichte aufarbeiten

      Das Essener Franz-Sales-Haus verweist auf eine neue Studie. Bochumer Historiker und Ethiker untersuchen zurzeit den Umgang mit Medikamenten im Heim. Bis Ende 2019 will man durch Aktenstudium und Interviews herausfinden, ob in der Nachkriegszeit Medikamente an Kindern missbräuchlich eingesetzt wurden.

      Untersuchungen im Esserner Franz-Sales-Haus starten im April MEHR [ Siehe @ https://www1.wdr.de/nachrichten/ruhrgebiet/untersuchungen-franz-sales-beginnt-im-april-100.html ]

      [ (HISTORISCHES SCHWARZ-WEIß FOTO) VIDEO: „Medikamentenmissbrauch 2: Belege und Folgen | 02:36 Min. | Verfügbar bis 30.05.2018“ ]

      Bethel lässt Medikamenten-Versuche untersuchen | MEHR [ Siehe @ https://www1.wdr.de/nachrichten/westfalen-lippe/bethel-medikamententest-untersuchung-100.htm ]
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