Medikamententests an Heimkindern in WESTDEUTSCHLAND

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      Kein Wunder bei der ´Verquickung von Pharma-Industrie und Landesregierung. Die Fa. Merck beruft sich ja noch heute auf ihre "Mitwirkung" bei der Aufklärunf solcher Vorgänge gegenüber der Landesregierung. Mit den Betroffenen auseinandersetzen will sie sich allerdings nicht. Typisch Verschleierungstaktik und billig dazu! Zum Kotzen!!!!!


      Martini schrieb:

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      Martini schrieb:

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      Ein ungefähr gleichlautender (aber von mir speziell etwas kürzer gefasster) Beitrag wie der hier unmittelbar vorhergehende Beitrag @ http://heimkinder-forum.de/v4x/index.php/Thread/18400-Medikamententests-an-Heimkindern-in-WESTDEUTSCHLAND/?postID=571389#post571389, zu den Vorgängen im Bayerischen Landtag, wurde gestern (05.02.2018) im POLITIK-FORUM.EU auf Nimmerwiedersehen in die Ablage befördert:
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      Stern schrieb:

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      Hi Martini. Das ist witzig. In dem Forum, in welchem ich seit Jahren poste und diskutiere, wurde mir neulich von einem User empfohlen, mich als allgem. an Polit. u. A. Interessierter einbringe, in dem Forum zu registrieren, das du erwähnst. Wenn die Moderation so gehandhabt wird, dann sollte ich mir das wohl doch ersparen? Es sieht tatsächlich nach Willkür aus.
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      DAS LÖSCHEN VON RELEVANTEN BEITRÄGEN zum Thema »Werden EHEMALIGE HEIMKINDER wirklich entschädigt?«, mit Subheading »Medikamentetests an Heimkindern in WESTDEUTSCHLAND«.

      Um noch einmal auf die Moderation – sprich „Beförderung in die Ablage“ „als SPAM bestimmter unangenehmer innenpolitischer Beiträge (bezüglich deutscher Innenpolitik!) – im POLITIK-FORUM.EU zurückzukommen:

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      POLITIK-FORUM.EU
      Verein zur Förderung der politischen Diskussion e.V.

      Eleonorenstraße 19
      30449 Hannover,
      Niedersachsen,
      Deutschland.

      Kurzbeschreibung:

      Verein zur Förderung der politischen Diskussion e.V. mit Sitz in Hannover ist im Vereinsregister mit der Rechtsform Verein eingetragen. Das Unternehmen wird beim Amtsgericht 30175 Hannover unter der Vereinsregister-Nummer VerR 200802 geführt. Das Unternehmen ist wirtschaftsaktiv. Die letzte Änderung im Vereinsregister wurde am 01.10.2008 vorgenommen.
      Das Unternehmen wird derzeit von 4 Managern (4 x Vorstand) geführt. Das Unternehmen verfügt über einen Standort.

      Geschäftsbereich:

      Gegenstand des Unternehmens:

      Zweck des Vereins ist es im Internet die freie Diskussion zu aktuellen Themen aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaften und Gesellschaft zu ermöglichen.

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      QUELLE: https://www.firmenwissen.de/az/firmeneintrag/30449/2190550209/VEREIN_ZUR_FOERDERUNG_DER_POLITISCHEN_DISKUSSION_E_V.html (wann diese Details dort eingetragen wurden ist nicht gewiß)

      RELEVANTE DETAILS ZUSAMMENGEFASST:
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      Gründer der Internetplattform POLITIK-FORUM.EU (gegründet 2009): André Prätorius (Jurist), Oberbürgermeisterkandidat für Bitterfeld-Wolfen, in Sachsen-Anhalt, der Partei der freien Demokraten (er selbst FDP-Mitglied seit 2005) [Anscheinend jedoch hat er, möglicherweise in 2014, zur Partei DIE LINKE gewechselt und hat seither auch nichts mehr zu Tun mit den heutigen Betreibern des POLITIK-FORUM.EU; das ist durchaus möglich.].
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      QUELLE: https://www.mz-web.de/7983090 (erwähnt am Ende dieses Artikels von CHRISTINE KRÜGER in Mitteldeutsche-Zeitung vom 28.10.2009, um 18:27 Uhr).

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      OBERBÜRGERMEISTERWAHL 2009

      Kandidat der FDP


      Auf der Mitgliederversammlung vom 18. Juni 2009 hat der FDP-Ortsverband André Prätorius zum Kandidaten für die Wahl zum Oberbürgermeister der Stadt Bitterfeld-Wolfen gewählt.

      Kurzvita

      1977 geboren in Wolfen, aufgewachsen in Bitterfeld

      1996 Abitur

      1996-1997 Bundeswehr

      1998-2003 Jurastudium in Halle/Saale an der MLU (1. Staatsexamen/Diplomjurist)

      2003-2005 Referendariat in LSA (2. Staatsexamen/Volljurist)

      Seit 2003 in diversen Kanzleien beschäftigt

      Kontakt
      Email
      andre.praetorius@fdp-bitterfeld.de
      Telefon: 03494/826910

      Die Kraft der Freiheit - FDP ----- Die Zukunft der Freiheit - FDP

      [Zum Oberbürgermeister ist André Prätorius jedoch nicht gewählt worden.]

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      QUELLE: http://www.fdp-bitterfeld.de/obwahl09.html

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      Impressum:

      Verein zur Förderung der politischen Diskussion e.V.
      (Registerblatt VR 200802, Vereinsregister Hannover)

      Altvaterstraße. 1
      85221 Dachau,
      Bayern (Oberbayern),
      Deutschland

      Vertretungsberechtigter: Bernd Fitzthum

      E-Mail bei Beanstandungen den Inhalt betreffend:
      vorstand@politik-forum.eu
      E-Mail bei technischen Problemen: admin@politik-forum.eu
      Website: politik-forum.eu

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      QUELLE: http://www.politik-forum.eu/app.php/page/impressum?sid=96cbd631137380786d685b746822b23f (wann diese Details dort eingetragen wurden ist nicht gewiß)

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      Registrant: NOT DISCLOSED! [ = NICHT BEKANNT GEGEBEN! ]

      [Für das POLTIK-FORUM.EU sind also keine Realnamen irgendwo ausfindig zu machen!]
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      QUELLE: https://www.whois.com/whois/politik-forum.eu
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      Wie haben sich die Verantwortlichen und ihre Rechtsnachfolger nach der Aufdeckung der Verbrechen begangen an damaligen Heimkindern überall in der Welt gegenüber ihren Opfern verhalten?

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      Manndick schrieb:

      Martini schrieb:

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      Sie kündigten an, von Juli an im Einzelfall umgerechnet bis zu 94.000 Euro.
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      Und was haben wir bekommen vom Staat und Kirche, Appel und Ei.
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      Wo in der Welt wurden Heimkinder entschädigt? - Umfang der Entschädigung?

      In welchen Ländern der Welt wurden Heimkinder entschädigt und in welchem Umfang?

      Detaillierte Auskunft darüber ist seit dem 17.03.2018 hier zu finden: @ http://heimkinder-forum.de/v4x/blog/index.php/Entry/137-In-welchen-Ländern-der-Welt-wurden-Heimkinder-entschädigt-und-in-welchem-Umfang/
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      Eine Verhandlung oder ein Verfahren ohne QUALIFIZIERTEN juristischen Rechtsbeistand, Recht und Gesetz ist wie ein Gebäude ohne Fundament – ein Kartenhaus.

      Heimkinder appellieren an VATER STAAT und MUTTER KIRCHE Sühne zu tun:
      Ein Denkmal in Musik gesetzt

      Freiheit ist keine Selbstverständlichkeit; sie bedarf ständiger Wachsamkeit.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Martini“ ()

      Wie haben sich die Verantwortlichen und ihre Rechtsnachfolger nach der Aufdeckung der Verbrechen begangen an damaligen Heimkindern in Deutschland verhalten?

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      Ein Betroffener namens Ertko schrieb als Stelllungnahme zu einem diesbezüglichen Artikel im WESTFALEN-BLATT vom 23.12.2017 betitlelt

      Sa., 23.12.2017

      »2600 Westfalen erhalten Fondszahlungen«

      »Streit um Entschädigung ehemaliger Heimkinder«

      QUELLE: http://www.westfalen-blatt.de/Ueberregional/Nachrichten/Politik/3099897-2600-Westfalen-erhalten-Fondszahlungen-Streit-um-Entschaedigung-ehemaliger-Heimkinder (Bitte dort runterscrollen: siehe den zweiten Kommentar von nur zwei dortigen Kommentaren)

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      Ertko schrieb:

      23.12.2017 11:13

      Entschädigung??

      Entschädigung??

      Dieses Wort bzw. dieser Begriff scheint mir im Kontext der Zahlungen für ehemalige Heimkinder [in Deutschland] unangemessen.

      Der Fonds [Heimerziehung-WEST] mag für die Verantwortungskette also Kirche und Staat zufriedenstellend sein, haben sie sich doch der ehemaligen Heimkinder „angenommen“. Aber es ging darum so wenig wie möglich zu zahlen und lediglich zu zeigen, dass dieses Land [die Bundesrepublik Deutschland] sich um die Vergangenheit kümmert um den Anschein zu wahren.

      So hat man dann zunächst am Runden Tisch [Heimerziehung (2009/2010)] versucht diese Vergangenheit aufzuarbeiten und schon im Vorfeld äußerte Frau Vollmer, dass es um die „kleine Wahrheit“ geht, so wurden gleich mal die Grenzen abgesteckt.

      Diese Wahrheit musste klein gehalten werden, weil man befürchtete, dass der Preis der Entschädigung sonst in die Höhe getrieben wird und so wurden dann auch die Behindertenheime und Psychiatrien ausgeklammert; und obwohl bekannt war, dass ehemalige Heimkinder oft in Heimen mit Tabletten ruhig gestellt wurden war das auch kein Thema.

      Dann kam der Einheitsbrei heraus, bei Nachweis einen Betrag von 10'000 Euro aber auch diesen gab es nicht in Form von Geld sondern in Form von Sachleistungen. Eine Erschwernis, weil die gewünschten Sachleistungen im Kontext des Traumata der Heimerziehung stehen musste, also eine Hürde die darauf abzielte es den Ehemaligen nicht leicht machen zu wollen.

      Ehemalige in den Erziehungsheimen haben für die Zwangsarbeit einen finanziellen Ausgleich bekommen, aber jene Ehemalige die in den Kinderheimen auch schon schwer arbeiten mussten gingen dabei leer aus, weil es keine Kinderarbeit zu geben hatte, war ja verboten und was nicht sein darf dann auch nicht ist.

      Da braucht man auch gar nicht so zu tun, als wenn diese Anlaufstellen den Ehemaligen eine Hilfe sind, die dann bundesweit entstanden sind. Sicherlich gab es dort auch Mitarbeiter die Ehemalige unterstützten, aber das war eher individuell zu sehen, es gab auch Mitarbeiter bei den Anlaufstellen die Anträge ablehnten und sich lediglich formalistisch mit der Thematik beschäftigten.

      Wie dem auch sei, was ich besonders schlimm fand, dass ein finanzieller Ausgleich in Form dieser Sachleistung nicht wirklich dem Leid der durchgemachten Heimerziehung entsprach, was sicherlich auch nicht geht, aber alles wiederholt sich im Leben. So wie es im Heim keine Individualität gab so wurde dann auch mit der Aufarbeitung bzw. mit der Ausgleichszahlung umgegangen; Alle bekamen das Gleiche ungeachtet dessen, wie lange sie im Heim waren, oder welche Art des Heimes es war. Also Kinderheim oder Erziehungsheim, alles als Einheitsbrei gewertet.
      Dabei sollte auch einem Laien klar sein, dass es schon ein Unterschied gibt, ob man seine Kindheit in einem Heim verbracht hat und damit verbunden nicht einmal eine Kindheit hatte; Entwicklungen gehemmt waren und vieles mehr.

      Die Forderungen der ehemaligen Heimkinder doch zumindest eine Rente von monatlich 300 Euro zu zahlen wurde gleich vom Runden Tisch [Heimerziehung (2009/2010)] weggefegt und so waren die drei ehemaligen Heimkinder die mit am Runden Tisch waren wohl eher als Alibi zu sehen und nicht als ernst gemeinte Gesprächspartner.

      Dieses Land [die Bundesrepublik Deutschland] hat einmal mehr gezeigt wie es mit seiner Vergangenheit umgeht, unter dem Motto „so viel wie nötig so wenig wie möglich“ und so kann man nicht mit der Vergangenheit umgehen, die sich letztlich nur darauf beschränkte den „Schaden“ so klein wie möglich zu halten.

      Auch das OEG [ = Opferentschädigungsgesetz ] ist wenig tauglich, denn auch dort haben es einige Ehemalige versucht und kaum einer ist damit durchgekommen.

      Dieses Land [die Bundesrepublik Deutschland] versteht nicht wie es mit seiner Vergangenheit umgehen sollte oder anders herum: sie tun so als ob, um nach außen den Eindruck zu erwecken sich der Vergangenheit anzunehmen; eine Verlogenheit die unerträglich ist.

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      Heimkinder appellieren an VATER STAAT und MUTTER KIRCHE Sühne zu tun:
      Ein Denkmal in Musik gesetzt

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      Medikamententests an Heimkindern in WESTDEUTSCHLAND

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      Wie haben sich die Verantwortlichen und ihre Rechtsnachfolger nach der Aufdeckung der Verbrechen begangen an damaligen Heimkindern in Deutschland verhalten ?

      "Fragwürdiger Umgang mit Opfern der Heimerziehung"

      Meiner Meinung nach trifft all das Folgende nicht nur auf Opfer Sexueller Gewalt zu, sondern gleichermaßen auch auf Opfer aller anderen Misshandlungen seien diese nun physischer oder psychischer Natur oder durch unfreiwillige Medikamentenversuche an ihnen begangen, besonders wenn dies in der Obhut des Staates geschehen ist, in ihren eigenen Institutionen oder in kirchlichen Institutionen in die die Kinder und Jugendlichen staatlicherseits damals vorwiegend gegeben wurden und wo sie zum Zweck des Missbrauchs und der Ausbeutung eingesperrt gehalten wurden !!

      Deutschlandfunk Kultur

      QUELLE: http://www.deutschlandfunkkultur.de/sexueller-missbrauch-die-opfer-verdienen-respekt-und.1005.de.html?dram:article_id=414273 :

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      Deutschlandfunk Kultur

      POLITISCHES FEUILLETON | Beitrag vom 29.03.2018

      Sexueller Missbrauch

      Die Opfer verdienen Respekt und Entschädigung

      Von Christoph Fleischmann

      Inzwischen ist die deutsche Gesellschaft sensibilisiert für die Leiden von Überlebenden sexuellen Missbrauchs. Was aber noch aussteht, ist eine angemessene und zeitgemäße Reform des Opferentschädigungsgesetzes, meint der Theologe Christoph Fleischmann.

      Ein Satz, den fast jeder Mensch gehört hat, der als Kind sexuellen Missbrauch erlitten hat, ist: "Du darfst es niemandem erzählen!" So hat es der Täter eingeschärft, und die Angst und die Scham sitzen danach tief. Und wenn die Kinder doch reden, erste zarte Andeutungen, dann machen sie nicht selten die Erfahrung, dass die Hinweise nicht wahrgenommen werden und ihnen nicht geglaubt wird.

      Das Verbrechen des Missbrauchs scheint zu monströs, als dass die anderen es fassen könnten. Und so wird geschwiegen, oft Jahre und Jahrzehnte lang. Das wurde auch im Jahr 2010 deutlich durch die massenhafte Aufdeckung von Missbrauch in Kirchen und Schulen; Taten, die zum Teil schon lange zurücklagen. Damals rückte das Thema in die Schlagzeilen und auf die politische Agenda.


      Staat muss Bürger vor Gewalt schützen

      Wer in Deutschland Opfer einer Gewalttat wird, hat ein Recht auf Entschädigung. Sie kann nicht nur in einem Zivilprozess vom Täter eingeklagt werden; es entsteht auch ein Anspruch gegenüber dem Staat. Den regelt das Opferentschädigungsgesetz. Der Leitgedanke dahinter ist, dass der Staat eine Verantwortung hat, seine Bürger vor Gewalt zu schützen. Ein Verbrechen ist so gesehen auch ein Staatsversagen – oder anders gesagt: ein Versagen der menschlichen Gemeinschaft. Bei einem sexuellen Missbrauch hat meist irgendjemand weggesehen – manchmal Privatpersonen, manchmal Vertreter staatlicher Einrichtungen.

      Für viele Überlebende sexuellen Missbrauchs ist eine juristische Aufarbeitung nicht mehr möglich, weil verjährt. Für sie bleibt nur das Opferentschädigungsgesetz. Dort aber sind die Hürden hoch. Die Antragsteller müssen nachweisen, dass eine Straftat an ihnen begangen wurde, und ihre physischen oder psychischen Beeinträchtigungen von dem Missbrauch herrühren. Wer will das feststellen?


      "Die glauben mir nicht"

      Es schlägt die Stunde der Gutachter, die in Ermangelung von Zeugen die Glaubhaftigkeit der Antragsteller bescheinigen sollen. Am Ende sagen sie nicht selten: Die Schilderung der Antragstellerin kann nicht verifiziert werden. Für die Überlebenden des Missbrauchs übersetzt sich das dann in: Die glauben mir nicht – wie mir schon früher nicht geglaubt wurde.

      Und dann ist noch wichtig, zu wieviel Prozent der Antragsteller durch die Tat geschädigt ist: 20, 40 oder gar 60 Prozent? Das Leid muss exakt vermessen sein, damit es entschädigt werden kann. Aber nicht jedes Leid ist gleich viel wert: Wer vor 1976 im Westen und vor 1990 im Osten Missbrauch erlitten hat, muss höhere Anforderungen erfüllen, mindestens zu 50 Prozent geschädigt sein. Warum gelten für diese sogenannten "Altfälle" andere Regeln? Es soll wohl Geld gespart werden. Für die Überlebenden sexueller Gewalt übersetzt sich das in: Mein Leid wird nicht anerkannt. Mir wird nicht geglaubt.


      Kein Fortschritt beim Entschädigungsgesetz

      Nach der medialen Erregung 2010 kam das Thema in den Koalitionsvertrag der Bundesregierung von 2013; dort wurde vereinbart, das Opferentschädigungsgesetz in einem "zeitgemäßen Regelwerk" neu zu ordnen. Die Aufgabe fiel in das Ressort von Andrea Nahles, damals Arbeits- und Sozialministerin. Aber über vier Jahre kam man nicht über einen ersten Arbeitsentwurf hinaus. So taucht das Thema im aktuellen Koalitionsvertrag mit ähnlichen Worten wieder auf.

      Schlimmer aber noch: die oben beschriebenen Hürden wurden in dem Arbeitsentwurf nicht abgebaut. Zwar betont man im Ministerium, dass noch nichts entschieden sei, aber der Beauftragte der Bundesregierung für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs, Johannes-Wilhelm Rörig, hat wohl schon keine ganz großen Hoffnungen mehr in die Reform. Er hat einen Plan B in der Tasche: Eine Bundesstiftung, die Missbrauchsüberlebenden unabhängig von Stichtagen schneller und unbürokratischer helfen soll – und dann wahrscheinlich weniger Geld bewilligen kann.

      Es ist beschämend, denn es ist ein Versagen der Gemeinschaft, die nicht hören will, was Menschen Schlimmes erlebt haben, und die dem lebenslangen Leid, das aus der bösen Tat folgt, die Anerkennung verweigert.

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      Der Theologe und Journalist Christoph Fleischmann (Foto: privat)
      Christoph Fleischmann, studierter Theologe, arbeitet seit 2003 als freischaffender Journalist und Moderator vor allem für den WDR-Hörfunk und andere ARD-Sender. 2010 erschien sein Buch "Gewinn in alle Ewigkeit. Kapitalismus als Religion" im Rotpunktverlag. Weitere Informationen auf seiner
      Website.


      MEHR ZUM THEMA:

      Skandal bei Regensburger Domspatzen - "Missbrauch ist immer noch ein großes Tabu"
      (Deutschlandfunk Kultur, Interview, 18.7.2017)

      Sexueller Kindesmissbrauch - "Seine Verurteilung war für mich ein Freispruch"
      (Deutschlandfunk Kultur, Studio 9, 31.1.2017)

      Sexueller Missbrauch - Sieben bis acht Millionen Betroffene in Deutschland
      (Deutschlandfunk Kultur, Interview, 27.9.2016)

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      Eine Verhandlung oder ein Verfahren ohne QUALIFIZIERTEN juristischen Rechtsbeistand, Recht und Gesetz ist wie ein Gebäude ohne Fundament – ein Kartenhaus.

      Heimkinder appellieren an VATER STAAT und MUTTER KIRCHE Sühne zu tun:
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      "Fragwürdiger Umgang mit Opfern der Heimerziehung"

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      "Fragwürdiger Umgang mit Opfern der Heimerziehung"

      Wie haben sich die Verantwortlichen und ihre Rechtsnachfolger nach der Aufdeckung der Verbrechen begangen an damaligen Heimkindern verhalten ?

      In Österreich bemüht man sich jetzt zumindest – in Deutschland weiterhin kaum.

      QUELLE: https://derstandard.at/2000077182214/Zu-spaete-Gerechtigkeit-fuer-Heimopfer

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      Zu späte Gerechtigkeit für Heimopfer

      KOMMENTAR

      STEFFEN ARORA

      2. April 2018, 12:40

      Ein bahnbrechendes Urteil des Landesgerichts Innsbruck lässt hoffen, dass der Verantwortungsföderalismus gegenüber Missbrauchsopfern von einst endlich ein Ende hat.

      Das Landesgericht Innsbruck hat einer Frau, die in ihrer Kindheit Opfer von Medikamentenversuchen auf der Kinderpsychiatrie wurde,
      Anspruch auf die Heimopferrente zuerkannt. Ein überraschendes Urteil, denn noch immer warten hunderte ehemalige Opfer aus Krankenanstalten oder privaten Kinderheimen auf diese späte Gerechtigkeit. Sie wurden nämlich vergessen.

      Der Grund für die verschleppte Aufarbeitung des sogenannten Heimkinderskandals liegt in der jahrelangen Weigerung des Bundes, Verantwortung zu übernehmen. Anstatt eine zentrale Anlaufstelle und Kommission für alle Opfer zu schaffen, wurde ein unwürdiger Verantwortungsföderalismus betrieben. Man schuf zahlreiche Kommissionen – auf Gemeinde- und Landesebene – und der Kirche, die eine der Haupttäterinnen in diesem grausamen Kapitel Zeitgeschichte ist, überließ man es mit der Klasnic-Kommission überhaupt selbst, die eigene Vergangenheit aufzuarbeiten.

      Zu Bittstellern degradiert

      Für die Betroffenen bedeutet dies beschwerliche Bürokratie statt Gerechtigkeit. Sie wurden zu Bittstellern degradiert, statt dass ihnen endlich zu ihrem Recht verholfen worden wäre. Erst 2017, fast zehn Jahre, nachdem der Skandal publik wurde, rang sich der Bund endlich dazu durch, zumindest eine pauschale Rente für alle Opfer zu schaffen.

      Allein: Wer das Pech hatte, in einer Krankenanstalt oder einem privat geführten Heim misshandelt oder missbraucht zu werden, ging erneut leer aus. Denn Krankenanstalten und private Heime sind im Heimopferrentengesetz nicht erwähnt. Die Volksanwaltschaft, welche die neue Rentenkommission leitet, weist seit einem Jahr auf diesen Fehler hin.

      Dringend gebraucht

      Er muss umgehend behoben werden, denn die Zeit spielt gegen die ehemaligen Heimkinder. Viele Betroffene haben sich zeitlebens nicht von den schrecklichen Erfahrungen ihrer Kindheit erholt. Auf die Jahre im Heim folgte nicht selten der soziale Absturz. Sie brauchen diese kleine finanzielle Unterstützung daher dringend zum Überleben. Die Kraft und die Mittel, um gegen einen abgelehnten Rentenbescheid gerichtlich vorzugehen, haben nur die wenigsten.

      Zumindest wird das Gesetz nun "evaluiert", so steht es im neuen Regierungsprogramm. Um eine Verjährung von Rentenansprüchen zu verhindern, muss das [Österreichische] Parlament noch vor der Sommerpause über eine Reform entscheiden. Bleibt zu hoffen, dass das Vergessen nun endlich ein Ende hat.

      (Steffen Arora, 2.4.2018)

      .

      Und siehe unbedingt auch folgenden vorhergehenden Kommentar von Steffen Arora vom 2.11.2017 betitlet »Umgang mit Heimopfern: Aus Fehlern nichts gelernt« @ https://derstandard.at/2000067069096/Umgang-mit-Heimopfern-Aus-Fehlern-nichts-gelernt?_blogGroup=1
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      Eine Verhandlung oder ein Verfahren ohne QUALIFIZIERTEN juristischen Rechtsbeistand, Recht und Gesetz ist wie ein Gebäude ohne Fundament – ein Kartenhaus.

      Heimkinder appellieren an VATER STAAT und MUTTER KIRCHE Sühne zu tun:
      Ein Denkmal in Musik gesetzt

      Freiheit ist keine Selbstverständlichkeit; sie bedarf ständiger Wachsamkeit.

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      Medikamententests an Heimkindern in WESTDEUTSCHLAND

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      Neues Ruhr Wort
      Unabhängige katholische Wochenzeitung

      QUELLE: http://neuesruhrwort.de/2018/04/04/nrw-will-aufklaerung-wegen-medikamentenversuchen-in-kinderheimen/

      Jetzt hier in Bezug auf Nordrhein-Westfalen!

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      NRW will Aufklärung wegen Medikamentenversuchen in Kinderheimen

      Von: rwm 4. April 2018

      Die nordrhein-westfälische Landesregierung verlangt weitergehende Aufklärung über den Verdacht von Medikamentenversuchen an Kindern in Einrichtungen der Jugend- und Behindertenhilfe zwischen 1950 und 1975. Die Pharmaunternehmen, die über Dokumente und spezielle Erkenntnisse von „über individuelle Heilbehandlungen hinausgehende Medikamenteneinsätze bei Kindern und Jugendlichen“ verfügten, hätten zwischenzeitlich Kooperationsbereitschaft signalisiert, teilte NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) am Mittwoch [4. April 2018] im Düsseldorfer Landtag mit.

      Die Rückmeldungen der Krankenhäuser, in denen im fraglichen Zeitraum Medikamentenversuche an Kinder und Jugendlichen vermutet würden, ergäben „ein sehr heterogenes Bild“, erklärte Laumann. Hier seien gegenwärtig noch nicht alle Überprüfungen abgeschlossen. Die Landesregierung erwarte weitere Rückmeldungen und dränge auf Aufklärung. Vor der Veröffentlichung von Ergebnissen wolle er laufende wissenschaftliche Aufarbeitungen in den unter Verdacht stehenden Einrichtungen in NRW abwarten, so der Minister. Die Krefelder Pharmazie-Doktorandin Sylvia Wagner hatte vor zwei Jahren aufgedeckt, dass es zwischen 1950 und 1975 mindestens 50 Medikamentenversuchsreihen in NRW-Kinderheimen gegeben hatte.

      Hierbei soll es vor allem um die Erprobung von Psychopharmaka und Impfstoffen gegangen sein. In mindestens einem Fall gab es Hinweise darauf, dass ein Neuroleptikum auf ausdrücklichen Wunsch der Jugendhilfe eingesetzt wurde, um Kinder ruhiger und lernfähiger zu machen. Neben einem Düsseldorfer Kinderheim werden in der Doktorarbeit konkrete Vorwürfe gegen das katholische Kinderheim Franz-Sales in Essen, die Bodelschwinghschen Anstalten in Bielefeld-Bethel und die Rheinische Landesklinik für Jugendpsychiatrie in Viersen-Süchteln erhoben. Laumann erklärte, die Einrichtungen arbeiteten die Vorwürfe derzeit wissenschaftlich auf. Aufgrund der Vielzahl der Akten und Dokumente sei mit erhöhtem Zeitaufwand zu rechnen. Falls bis Ende 2018 nicht alle Rückmeldungen vorlägen, werde das Gesundheitsministerium bei den betreffenden Einrichtungen den Stand der Aufarbeitung erfragen. Danach werde das Landesparlament umgehend über das Ergebnis [informieren].

      Wagner war im Archiv der Firma Merck Dokumente aus dem Jahr 1958 gestoßen, die Auskunft geben über eine Anwendungsbeobachtung des Medikaments Decentan, das 1957 auf den Markt kam und – laut Merck – erst 2014 durch ein Nachfolgepräparat abgelöst wurde. Das Dokument trägt den Stempel von Dr. Waldemar Strehl, der zur betreffenden Zeit Anstaltsarzt im Franz Sales Haus war. „Den Vorwurf, dass Medikamente an Kindern aus dem Franz Sales Haus getestet worden sein sollen, nehmen wir sehr ernst und werden die Sachlage gründlich und mit Hilfe von externen Experten untersuchen“, hatte der Leiter der Einrichtung, Günter Oelscher, im Oktober 2016 erklärt. „Aus der Anwendungsbeobachtung geht hervor, dass Dr. Strehl 29 Patienten im Alter von 5-46 Jahren mit dem neuen Präparat behandelt hat. Gemäß unserer Bewohnerakten fielen diese Personen in ihren Gruppen durch große Bewegungsunruhe auf. Laut Anwendungsbeobachtung verabreichte Dr. Strehl einigen Kindern sehr hohe Dosen des neuartigen Medikaments, die zu starken Nebenwirkungen führte“, so Oelscher, der im vorigen Jahr in den Ruhestand getreten ist.

      Strehl bei Kindern gefürchtet

      Dr. Strehl habe die Nebenwirkungen in der Anwendungsbeobachtung festgehalten und sei abschließend zu dem Urteil gekommen, dass er Decentan für seine Praxis für ungeeignet halte, da es nur bei einigen Bewohnern wie gewünscht zu einer Ruhigstellung und zur Herstellung der Schulfähigkeit geführt habe. Während er die Behandlung bei acht Kindern nach zwei bis vier Tagen einstellte, verabreichte Dr. Strehl den Angaben zufolge das neue Medikament vier Kindern in niedrigeren Dosen über einen längeren Zeitraum. Bei den übrigen Personen bleibe die Dauer der Behandlung mit Decentan unklar. „Im Archiv des Franz Sales Hauses finden sich lediglich in zwei der Bewohnerakten ordnungsgemäße Eintragungen der Medikamentengabe. Die Aufzeichnungen belegen, dass die beiden Patienten gut auf Decentan angesprochen haben und das Mittel mehrere Monate erhielten. Dies geht auch aus einem ärztlichen Bericht an die Mutter hervor“, so Oelscher.

      Über Waldemar Strehl ist wenig bekannt. 1940 promovierte er beim dem NS-Rassenhygieniker Friedrich Erhard Haag und erhielt nach Kriegsende in der Entnazifizierung einen „Persilschein“. Mitter der 1950er-Jahre fing er als Arzt im Frans- Sales-Haus an. Dort sei er bei den Kindern gefürchtet gewesen. So schilderte Bernhard Frings bereits 2012 in seiner Studie neben der Verordnung von Medikameten zur Ruhigstellung auch die Verabreichung sogenannter „Kotz-“ und „Betonspritzen“ durch Strehl, die zu Erbrechen beziehungsweise vorübergehender Bewegungsunfähigkeit führten und offenbar der Bestrafung dienten.

      Forscher der RUB beauftragt

      Forscher der Ruhr-Universität Bochum werden sich ab April 2018 in einer Studie „Zur Frage des Medikamentenmissbrauchs an Heimkindern im Franz Sales Haus (1945-1975). Historische Klärungen – ethische Perspektiven“ die Vorwürfe aufarbeiten. Die von einem Historiker zu erstellende „institutionen- und sozialgeschichtliche Studie auf der Basis verschiedener Quellen der Einrichtung wie auch regionaler und nationaler Archive“ gelte es „in ethischer Perspektive sowohl zeitgeschichtlich zu kontextualisieren als auch vor dem Hintergrund heutiger ethischer Debatten einzuordnen und zu bewerten“, heißt es dazu bei der Katholischen Fakultät der RUB. „Dabei werden unterschiedliche Facetten von Arzneimittelmissbrauch im Kontext der Heimerziehung berücksichtigt und einer differenzierten Analyse unterzogen. Hierbei spielen Fragen nach dem ärztlichen und pädagogischen Fürsorgeethos in der Heimerziehung ebenso eine wichtige Rolle wie auch die noch herauszuarbeitende gesamtgesellschaftliche Akzeptanzbereitschaft unterschiedlicher Formen potentiell missbräuchlichen Umgangs mit Medikamenten.“ Entsprechend sollen Impulse für einen ethisch verantwortlichen Arzneimitteleinsatz in der gegenwärtigen und künftigen Behindertenarbeit unter Berücksichtigung christlicher Wertvorstellungen erarbeitet werden.

      Das Projekt wird vom
      Lehrstuhl für Theologische Ethik in Kooperation mit dem Lehrstuhl für Christliche Gesellschaftslehre der Evangelisch-Theologischen Fakultät Bochum durchgeführt. Es ist nicht das erste Forschungsprojekt, dass sich mit der Geschichte des Franz-Sales-Hauses beschäftigt: 2010 hatten ehemalige Heimkinder schwere Anschuldigungen gegen ihre damaligen Betreuer wegen Misshandlungen und Missbrauchs in den 1950er- und 1960er-Jahren erhoben, woraufhin die Unternehmensführung eine grundlegende Aufarbeitung beschloss und einen „Runden Tisch“ einrichtete. Mit den ehemaligen Heimbewohnern seien persönliche Gespräche geführt worden. Sie hätten glaubhaft über Gewaltanwendungen, Isolation, missbräuchliche Medikamentengabe und vereinzelten sexuellen Missbrauch berichtet. Oelscher entschuldigte sich damals im Namen aller ehemaligen Mitarbeiter und zeigte sich tief erschüttert. Als Studien liegen vor: Bernhard Frings: Heimerziehung im Essener Franz Sales Haus.1945-1970, Münster 2012. Ders, Die (fast) vergessenen Heimkinder – Aufarbeitung und Hilfen im Franz Sales Haus, Essen 2012.

      rwm/kna
      Redaktion Neues Ruhrwort
      Ludgeristraße 1, 45897 Gelsenkirchen

      redaktion@neuesruhrwort.de

      02 09-405 2 01 93

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      Eine Verhandlung oder ein Verfahren ohne QUALIFIZIERTEN juristischen Rechtsbeistand, Recht und Gesetz ist wie ein Gebäude ohne Fundament – ein Kartenhaus.

      Heimkinder appellieren an VATER STAAT und MUTTER KIRCHE Sühne zu tun:
      Ein Denkmal in Musik gesetzt

      Freiheit ist keine Selbstverständlichkeit; sie bedarf ständiger Wachsamkeit.
      Hach da wird schon rauskommen "Wir haben es nicht ahnen können" und "Kriminelle Absichten sind nicht nachweisbar".

      Dazu passt das Interview von Jens Spahn (Bundesgesundheitsminister) mit der „Neuen Zürcher Zeitung“:
      „Schauen Sie sich doch Arbeiterviertel in Essen, Duisburg oder Berlin an. Da entsteht der Eindruck, dass der Staat gar nicht mehr willens oder in der Lage sei, Recht durchzusetzen.
      Er bezieht sich zwar auf die "Ohnmacht" gegenüber den gewöhnlichen Drogendealern, aber vllt. ist das ja auch nur eine Ablenkung von dem nachsichtigen Umgang mit den ehem. Herren "Drogendealern" in den Ministerien und Kliniken - immerhin ist das jetzt sein Sauhaufen.


      LG
      Bin kein Fake, wie diese drei Neubrandenburger Komparsen.
      (;*)
      Trotzdem würde ich ihm schon gern die notwendige Zeit zugestehen wollen, sich in das Gebiet einzuarbeiten und nicht mit Behauptungen aufzuwarten, die der Sache nicht gerecht werden. Die Sicherheit ist hier und dort tatsächlich in Gefahr und in dem Zusammenhang hat er das mit seiner fulminant gelungenen Aussage durchaus auch gespiegelt. Es macht jetzt aber auch keinen Sinn, das zu beklagen, denn die letzten Regierungskoalitionen haben doch erst dafür gesorgt. Der ganze Parteienklüngel untereinander, dazu die verschiedenen Regierungskoalitionen in den einzelnen Bundesländern sind die Hauptursache für dieses gewachsene Unsicherheitsgefühl. Es ist zwar jetzt nicht sein Sachgebiet, aber er darf eine Meinung dazu vertreten.

      Was "nachsichtiger Umgang" mit ehem. Herren "Drogendealern" in Ministerien und Kliniken auf sich hat, ist es ganz gut umschrieben, aber wer mag, kann ja nun der neuen Regierung mit Forderungen auf die Füße treten. Sein Ministerium ist sicherlich dafür zuständig aber es pauschal als "Sauhaufen" zu betrachten, hilft ganz bestimmt niemandem. ;)

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von „Stern“ ()

      Stern schrieb:

      Sein Ministerium ist sicherlich dafür zuständig aber es pauschal als "Sauhaufen" zu betrachten, hilft ganz bestimmt niemandem.

      Aus der Sicht als externer Beobachter kann jedermann - auch ich - jederzeit von einem "Sauhaufen" sprechen, wenn er an eine Behörde denkt, die sich nicht gerade damit hervortut, ihre Verantwortlichkeiten der letzten Jahrzehnte aktiv zu klären.
      Wie das Gesundheitsministerium Schleswig-Holstein (m.M.n.) sinngemäß sagte "Wir haben hier keine Erkenntnisse von Versuchsreihen!" während die "Erkenntnisse" in wissenschaftlichen (besser: Leiden-schaft-lichen) Aufsätzen in den Archiven standen.
      Wenn du mal darüber nachdenkst, werden dir bestimmt noch andere "Sauhaufen" einfallen, die einfach weiterwurscheln und sich ihre Kellerleichen nur in Salamischeibengröße und mit Druck aus der Nase ziehen lassen.

      Aber natürlich hast du recht, er soll sich erstmal einarbeiten.

      mfg
      Bin kein Fake, wie diese drei Neubrandenburger Komparsen.
      (;*)

      Medikamententests an Heimkindern in WESTDEUTSCHLAND

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      Die Bundesrepublik Deutschland hat ein großes Problem – und wie es dieses Problem lößt:

      QUELLE: DIE TAGESZEITUNG junge Welt @ https://www.jungewelt.de/artikel/331509.bund-stellt-sich-dumm.html :

      .
      Aus: Ausgabe vom 27.04.2018, Seite 3 / Schwerpunkt

      Bund stellt sich dumm

      Arzneimittelversuche an Heimkindern in der BRD: Regierung weiß nichts darüber und sieht keine Verpflichtung, zur Aufklärung beizutragen

      Von Jana Frielinghaus

      [ FOTO: Der Essener Ralf Aust, hier 1965 als Kind im Franz-Sales-Haus, berichtete Ende 2016 gegenüber dem Stern, dass alle Kinder dort täglich Tabletten einnehmen mussten. --- Foto: Aust/dpa ]

      Hintergrund: Konzerne profitieren

      Die Pharmakologin Sylvia Wagner befasst sich seit drei Jahren im Rahmen ihrer Dissertation mit Arzneimittelstudien an Heimkindern in der BRD der 50er bis 70er Jahre. Die aufwendige Forschungsarbeit finanziert sie allein. Im September 2016 veröffentlichte sie erste Ergebnisse in der Publikation Sozial.Geschichte Online (Heft 19/2016) der Universität Duisburg-Essen. Wagner durchforstete für ihre Studie viele Jahrgänge von Fachjournalen. Sie war überrascht, mit welcher Offenheit die Verfasser von Forschungsberichten über ihre Versuchsanordnungen mit Heimkindern berichteten. An keiner Stelle fand sie Angaben dazu, ob die Einwilligung von Angehörigen eingeholt worden war. Ebensowenig fand sie kritische Reaktionen auf die Veröffentlichungen.

      Die meisten der von Wagner ermittelten Testreihen fanden in Säuglingsheimen statt, in 33 von 50 Berichten ging es um die Erprobung von Impfstoffen, in den anderen überwiegend um Psychopharmaka. Im Forschungsbericht über einen Test des Neuroleptikums Decentan an Kindern im Essener Franz-Sales-Haus ist von »plötzlichen Schreikrämpfen«, »Bewegungsarmut« und »psychisch starker Veränderung« die Rede.

      An den Erkenntnissen aus den Versuchen waren vor allem die Pharmafirmen interessiert: Kooperationspartner der Kliniken in Schleswig waren laut NDR beispielsweise die Unternehmen Bayer, Merck, Janssen und UCB. Bayer teilte dem Sender auf Anfrage mit, man sehe keine Veranlassung für Wiedergutmachungsleistungen, da nicht rechtswidrig gehandelt worden sei. Das stimmt insofern, als es vor 1978 keine in einem Bundesgesetz formulierten Vorschriften für Unternehmen hinsichtlich der Erprobung und Zulassung von Arzneimitteln gab. Man habe für die Zeit vor 1978 zudem »keine Dokumente gefunden, die auf eine Verbindung unseres Unternehmens mit der Durchführung von Prüfungen mit diesen Präparaten in Kinderheimen« hinweisen, teilte der Konzern mit.

      Nach Ansicht von Christian Schrapper, Pädagogikprofessor an der Universität Koblenz-Landau, zeigt sich im Umgang mit den Heimkindern der in der BRD noch lange nachwirkende Geist der Nazizeit. In den Einrichtungen der Jugendfürsorge sei er bis in die 60er Jahre von Vorstellungen über die Minderwertigkeit zum Beispiel von Kindern aus schwierigen familiären Verhältnissen geprägt gewesen. Daraus ergebe sich das Verständnis von Heimkindern als »Menschenmaterial, das für medizinische Versuche genutzt werden kann«, zitierte ihn die Ärztezeitung nach Wagners Veröffentlichung im November 2016. (jf)


      kurzlink.de/studie_wagner

      [ u.a. ] kurzlink.de/Schleswig

      [ Siehe diesbezüglich desweiteren auch: »Medikamententests an Heimkindern in WESTDEUTSCHLAND« @ http://www.ehemalige-heimkinder-tatsachen.com/viewtopic.php?f=30&t=151 ]

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      Seit etwa zwölf Jahren sind die Grausamkeiten, die Hunderttausende Kinder in Einrichtungen der Jugendfürsorge der alten Bundesrepublik erlitten haben, ein öffentliches Thema. Anfang 2009 wurde auf Druck ehemaliger Insassen von der damaligen Bundesregierung von CDU, CSU und SPD der »Runde Tisch Heimerziehung« (RTH) eingerichtet. Ende 2010 veröffentlichte das Gremium einen Abschlussbericht, zudem wurde der Hilfsfonds »Heimerziehung in der Bundesrepublik Deutschland 1949 bis 1975« eingerichtet. Zahlungen daraus erhielten jedoch nur Menschen, die Folgeschäden und materielle Bedürftigkeit nachweisen konnten. Vom RTH angehörte ehemalige Heimkinder berichteten über fortgesetzte psychische und körperliche Misshandlungen, vorenthaltene Löhne – und darüber, dass sie dauerhaft zur Einnahme von Medikamenten gezwungen worden sind. Vielfach handelte es sich dabei um Psychopharmaka zur Ruhigstellung. Oft wussten die Betroffenen gar nicht, was ihnen da teilweise gewaltsam verabreicht worden war. Gerade das letztgenannte Thema wurde vom RTH jedoch nur am Rande abgehandelt. In seinem Abschlussbericht heißt es dazu, wenn es zu »generellen und kollektiven Behandlungen bzw. Sedierungen gekommen« sei, die »weniger den Kindern und Jugendlichen als der Disziplin im Heimalltag oder gar der Erforschung von Medikamenten zuträglich waren, ist dies als Missbrauch zu beurteilen und erfüllt ggf. den Tatbestand der (schweren) Körperverletzung – auch nach damaligen Maßstäben«. Ob und in welchem Umfang so etwas vorgekommen sei, könne »so viele Jahre später schwer beurteilt werden«.

      Kann es doch. Gezeigt hat das zunächst die Pharmakologin Sylvia Wagner mit ihrem Forschungsprojekt zu Arzneimitteltests an Heimkindern in der BRD (siehe Spalte). Sie hat in 50 Fällen belegen können, dass es in staatlichen und kirchlichen Fürsorgeeinrichtungen Versuchsreihen an Minderjährigen gab, die zudem oft unter der Regie von Ärzten mit Nazivergangenheit stattfanden. In der Folge recherchierten Medien weiter, mehrere Landesparlamente und -regierungen befassten sich mit dem Thema.

      Die Bundesregierung allerdings sieht sich nicht in der Pflicht, zur Aufklärung beizutragen, Behörden und Unternehmen zur Öffnung ihrer Archive zu veranlassen oder über einen weiteren Entschädigungsfonds nachzudenken. Das macht ihre Antwort auf eine Anfrage der Linksfraktion im Bundestag vom 18. April deutlich, die jW vorliegt. In ihrer Vorbemerkung verweist Sabine Weiss (CDU), Staatssekretärin im Bundesgesundheitsministerium, auf die Arbeit des RTH und die Einrichtung des erwähnten Fonds sowie die Einrichtung der Stiftung »Anerkennung und Hilfe« von Bund, Ländern und Kirchen für ehemalige Insassen von Psychiatrien und Behindertenheimen Ende 2016. Damit sieht das Ministerium die Arbeit der Bundesregierung als erledigt an. Zudem wird darauf verwiesen, dass aufgrund des bis 1978 kaum gesetzlich regulierten Arzneimittelmarktes strafrechtliche Konsequenzen für damalige Akteure auszuschließen seien. Weiter schreibt Weiss u. a.: »Der Bundesregierung liegen keine Kenntnisse zu ›Arzneimitteltests‹ an Heimkindern vor.«

      Sylvia Gabelmann, Sprecherin der Linksfraktion für Arzneimittelpolitik und Patientenrechte, die die Fragen zusammen mit Kollegen eingereicht hatte, ist empört: »Die Bundesregierung stellt sich hier dümmer, als sie ist«, sagte sie am Donnerstag gegenüber jW. Schon mittels einer kleinen Internetrecherche könne jeder Laie innerhalb kürzester Frist umfangreiche Informationen darüber erhalten, dass es Medikamentenstudien an Kindern in den 50er und 60er Jahren mindestens in Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Hessen gegeben hat.

      Pharmakologin Wagner sieht sowohl die Länder als auch den Bund in der Pflicht. Auf allen Ebenen müssten diesbezüglich umfangreiche Forschungsaufträge vergeben werden, sagte sie am Mittwoch im Gespräch mit jW und erinnerte daran, dass an Tests von Impfstoffen auch Bundesbehörden beteiligt waren. Die »Stiftung Anerkennung und Hilfe« sei zudem nur für Menschen geschaffen worden, die in Behindertenheimen und Psychiatrien gelitten haben. Nachträglich sei gesagt worden, dass auch Opfer von Arzneimitteltests dort Anträge auf Unterstützung stellen könnten. Doch solche Versuche habe es auch in »normalen« Kinderheimen gegeben. Die Bundesregierung teilte der Linksfraktion mit, sie beabsichtige nicht, den Auftrag der Stiftung zu erweitern.

      Von vielen Untersuchungsreihen dürften Landesbehörden mindestens Kenntnis gehabt haben. So fand Wagner in Fachzeitschriften zwei Untersuchungsberichte aus der Kinderpsychiatrie des Landesklinikums in Schleswig-Hesterberg. Ein NDR-Team stieß bei Recherchen auf sechs weitere Aufsätze über Tests in derselben Einrichtung – und auf mehr als 30 Schilderungen von Versuchen in der Erwachsenenpsychiatrie in Schleswig-Stadtfeld. Nach Berechnung der Journalisten wurden an den beiden Landeskliniken von 1953 bis 1978 Medikamente an rund 3.500 Probanden getestet, darunter etwa 1.000 Kinder. Der neue Gesundheitsminister von Schleswig-Holstein, Heinrich Garg (FDP), kündigte im Oktober an, er wolle die beteiligten Pharmafirmen »ansprechen«. Ob das Land mutmaßlich Betroffenen Entschädigungen zukommen lässt, macht Garg vom Ergebnis einer Studie abhängig, für die sein Haus 100.000 Euro bereitstellen will.

      Für Niedersachsen hat Wagner u. a. nachgewiesen, dass an der früher landeseigenen psychiatrischen Klinik in Wunstorf bei Hannover noch in den 70er Jahren an mehreren hundert Kindern Medikamente erprobt wurden.

      Mehr aus: Schwerpunkt


      Zweierlei Maß bei Medikamententests

      Nur für angebliches DDR-Unrecht fühlt sich der Bund in jedem Fall zuständig.


      Jana Frielinghaus
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      Heimkinder appellieren an VATER STAAT und MUTTER KIRCHE Sühne zu tun:
      Ein Denkmal in Musik gesetzt

      Freiheit ist keine Selbstverständlichkeit; sie bedarf ständiger Wachsamkeit.

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      Medikamententests an Heimkindern in WESTDEUTSCHLAND

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      FR - Frankfurter Rundschau, FREITAG, 27. APRIL 2018

      QUELLE: http://www.fr.de/rhein-main/heimkinder-in-hessen-im-heim-war-das-leben-zu-ende-a-1494914

      Jetzt hier in Bezug auf das Bundesland Hessen und insbesondere in Bezug auf Heime auf dem Gebiet der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau.

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      [ Freitag, 27. April 2018, um ca 16:00 Uhr ]

      Heimkinder in Hessen [ Zum Profil des Autors @ http://www.fr.de/autor.=pgh/ ]

      „Im Heim war das Leben zu Ende“

      Die Evangelische Kirche legt einen Bericht über das Leid der Heimkinder in Hessen und Nassau vor. Danach hat es keine medizinischen Versuche gegeben. Auch so sind die Ergebnisse erschreckend genug.

      Von Peter Hanack

      [ FOTO: LUFTBILD: Von oben eine Idylle mit viel Grün, in der Geschichte aber auch ein Platz mit schrecklichen Seiten: der Hephata-Komplex in Schwalmstadt-Treysa. Foto: Hephata-Diakonie ]

      Schreckliche medizinische Versuche an Heimkindern wie in der Hephata-Einrichtung im nordhessischen Treysa hat es in den Heimen auf dem Gebiet der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) wahrscheinlich nicht gegeben.

      Die Historikerin Anette Neff hat im Auftrag der EKHN die Geschichte der Heime und Heimkinder von 1945 bis 1975 zu ergründen versucht. „Ich bin bei meinen Recherchen auf keinen Fall gestoßen, bei dem es im Bereich der EKHN den massenhaften Einsatz von Medikamenten oder missbräuchliche Medikamententests an Kindern oder Jugendlichen gegeben hätte“, sagte Neff am Donnerstag [ 26.04.2018 ] in Frankfurt. Ausschließen aber könne sie solchen Missbrauch nicht, wie ihn die Wiesbadener Filmemacherin Sonja Toepfer bei Recherchen in Hephata entdeckt hatte.

      Neff hat der noch bis Samstag tagenden Synode der evangelischen Kirche den Projektbericht zur Situation der Heimkinder vorgestellt. Die Ergebnisse sind auch ohne Erkenntnisse über medizinische Versuche erschreckend genug.

      Mindestens 43 Heime in evangelischer Trägerschaft hat Neff gefunden. Ob es den Kindern und Jugendlichen dort gut oder schlecht ging, das sei dem Zufall überlassen gewesen, sagt sie. „Über Wohl und Wehe entschied der Geist, der in einem Haus herrschte.“ Wie die Insassen behandelt wurden, hin häufig von einzelnen Mitarbeitern ab. Diese waren, so Neff, in aller Regel nicht für einen pädagogisch sinnvollen Umgang mit Kinder und Jugendlichen qualifiziert, die dort oft Jahre verbringen mussten.

      Die Gründe, ins Heim zu kommen, waren vielfältig und oft lapidar. Schwierige familiäre Verhältnisse, Schwierigkeiten in er Schule, ein kleiner Diebstahl genügten zur Einweisung durch Richter oder Jugendämter. Die Folgen für die Betroffenen waren gravierend. Körperliche Misshandlungen bis hin zur Vergewaltigung, Schweigegebote, Isolierung, Demütigungen etwa durch das Verbot, die Toilette aufzusuchen – all das musste Heimkinder in den Nachkriegsjahren durchmachen.

      „Ich kam in ein Heim und mein Leben war zu Ende“, zitiert Neff eine Betroffene. „Das Gefühl, 24 Stunden am Tag eingeschlossen zu sein, das ist wie Zuchthaus.“ Und in der Tat sei es zumeist darum gegangen, Kinder und Jugendliche zu disziplinieren, eine strenge Ordnung im Heim aufrecht zu erhalten. Hilfen für den Einzelnen habe es nur selten gegeben.

      Die EKHN bemüht sich seit Jahren um Aufklärung über das Schicksal der Heimkinder. Mit der Vorstellung des Films ist die vor sechs Jahren begonnene Aufarbeitung nun abgeschlossen.

      Aus dem Projekt sind neben einem Dokumentarfilm pädagogisches Material und eine Ausstellung hervorgegangen. Ehemalige Heimkinder, Mitarbeiter und Ärzte berichten dort von ihren Erlebnissen und Beobachtungen. Kurze Ausschnitte des Films der Filmemacherin Toepfer bekamen die Mitglieder der Synode am Donnerstag [ 26.04.2018 ] zu sehen.

      Der gesamte Film soll im Juni [ 2018 ] in einem geschlossenen Rahmen unter Anwesenheit von Betroffenen gezeigt werden, bevor ihn am 25. Juni [ 2018 ] eine breitere Öffentlichkeit vorgestellt bekommt. Film und Ausstellung sollen dann an Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe ausgeliehen oder in Bildungseinrichtungen gezeigt werden.


      Mehr zum Thema

      ● Fotostrecke: Heilanstalt Mammolshöhe [ Siehe @ http://www.fr.de/fotostrecken/cme27003,1061373 ]
      ● Euthanasie: Furchtbares Kapitel [ Siehe @
      http://www.fr.de/rhein-main/landespolitik/heilanstalt-mammolshain-furchtbares-kapitel-a-1452281 ]
      ● Heimkinder: Kritischer Hirneingriff [ Siehe @
      http://www.fr.de/rhein-main/landespolitik/hessen-aerztekammer-sieht-hirneingriff-kritisch-a-1449021 ]
      ● Interview: „Jeder wurde mit dem Zeug abgefüllt“ [ Siehe @
      http://www.fr.de/rhein-main/hephata-in-treysa-jeder-wurde-mit-diesem-zeug-abgefuellt-a-1449687 ]

      Peter Hanack

      Redakteur, Frankfurt & Rhein-Main
      Zum Profil des Autors [ @ http://www.fr.de/autor.=pgh/ ]

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      Zur Sache

      Aufarbeitung

      Im Dezember 2006 gab es im Deutschen Bundestag eine Anhörung von ehemaligen Heimkindern. Sie berichteten von den schlimmen Verhältnissen in den Heimen der Nachkriegszeit, die von Kirche, Staat oder freien Trägern unterhalten wurden.

      2009 lud der Hessische Landtag 50 Heimkinder zur Anhörung ein. Es folgte eine Entschuldigung des Landtags für das Leid. 2013 brachte die EKHN ihre Aufarbeitung auf den Weg. Pgh

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      Medikamententests an Heimkindern in WESTDEUTSCHLAND

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      QUELLE: Ärzte Zeitung @ https://www.aerztezeitung.de/politik_gesellschaft/medizinethik/article/962895/medikamentenversuche-informationen-tests-heimkindern.html

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      Ärzte Zeitung online, 02.05.2018

      Medikamentenversuche

      Wenig Informationen über Tests an Heimkindern

      BERLIN. Die Gesundheitsbehörden können offenbar nur wenig zur Aufklärung von Medikamentenversuchen an Heimkindern in den Jahren von 1949 und 1975 beitragen. Dies geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine parlamentarische Anfrage der Links-Fraktion im Bundestag hervor.

      Demnach verfügen sie "über relativ wenige Informationen" dazu. Die Linke hat unter anderem wissen wollen, welche Angaben das Bundesgesundheitsamt (BGA) oder Nachfolgebehörden zu Arzneimittelstudien innerhalb dieses Zeitraums in Heimen machen könnten.

      Die Bundesregierung verweist darauf, dass das erst 1961 eingeführte Arzneimittelgesetz wie auch andere frühere gesetzliche Vorschriften weder Regelungen für die Zulassung von Arzneimitteln noch für klinische Prüfungen vorgesehen hätten.

      Dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte sowie dem Paul-Ehrlich-Institut seien keine Unterlagen zu solchen Studien zu Zeiten des BGA (1952-1994) bekannt. Das gelte auch für das Robert Koch-Institut.

      Es sei erschreckend, dass sich die Bundesregierung komplett unwillig zeige, "an der Aufdeckung der Verstrickung von Bundesbehörden in die
      grauenvollen Arzneimitteltests an Heimkindern in den 50er und 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts mitzuwirken", kommentierte Sylvia Gabelmann, Sprecherin für Arzneimittelpolitik der Links-Fraktion.

      Wenn man den Antworten der Bundesregierung glaube, hätten die Bundesbehörden offensichtlich alle Unterlagen zu etwaigen Verwicklungen des damaligen Bundesgesundheitsamtes mit Arzneimittelstudien an Heimkindern verloren, versteckt oder vernichtet, so Gabelmann.

      Im Abschlussbericht des von der Bundesregierung einberufenen Runden Tischs "Heimerziehung in den 50er und 60er Jahren" hieß es, sollte es in Heimen zu kollektiven Behandlungen oder Sedierungen gekommen sein, die der Erforschung von Medikamenten gedient hätten, sei dies als Missbrauch zu beurteilen und erfülle den Tatbestand der schweren Körperverletzung. (bar)

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      Heimkinder appellieren an VATER STAAT und MUTTER KIRCHE Sühne zu tun:
      Ein Denkmal in Musik gesetzt

      Freiheit ist keine Selbstverständlichkeit; sie bedarf ständiger Wachsamkeit.

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von „Martini“ ()

      Martini schrieb:

      verloren, versteckt oder vernichtet
      :D

      Oder die Behörden haben die Anfrage falsch verstanden.

      Als ich die existierenden Heimunterlagen aus M.-V. haben wollte, haben die unteren Ränge erstmal 2 Jahre lang so getan, als ob von ~ 200 Ordnern nichts da ist.
      Und als das nicht mehr klappte, wurde von x Stellen meine ganz klare Anfrage falsch interpretiert - kann ja mal monatelang passieren.
      Bin kein Fake, wie diese drei Neubrandenburger Komparsen.
      (;*)

      Medikamententests an Heimkindern in WESTDEUTSCHLAND

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      DEUTSCHLANDFUNK

      QUELLE: http://www.deutschlandfunk.de/medikamententests-gottlose-pillen.886.de.html?dram:article_id=415680 :

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      01.05.2018

      Medikamententests

      Gottlose Pillen

      Medikamente wurden in den 50er- und 60er-Jahren an Menschen mit Behinderung getestet, auch in kirchlichen Einrichtungen. Wie war es möglich angesichts des christlichen Leitbilds? Die Rotenburger Werke und die Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel lassen nun dieses Kapitel ihrer Geschichte untersuchen.

      Von Charly Kowalczyk

      [ FOTO: Die Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel in Bielefeld stehen wegen heimlicher Medikamententests an Kindern in den 1950er-Jahren in der Kritik (dpa/ picture-alliance/ Wolfgang Moucha) ]

      "Jeder Mensch ist ein Geschöpf Gottes. Er hat eine unverlierbare Würde und einen unschätzbaren Wert. (Leitbild, Rotenburger Werke)

      "Und natürlich war ich auch erschrocken, als ich feststellen musste, dass vieles dafür spricht, dass es eben auch Medikamentenversuche in den Rotenburger Werken gegeben hat und dass Psychopharmaka zum Teil in großen Mengen verabreicht wurden und dass wir aus jetziger Sicht auch nicht immer Einwilligungserklärungen vorliegen hatten", sagt Jutta Wendland-Park.

      "Ich glaube, das nützt auch keiner Einrichtung, wenn sie versucht, das zu vertuschen, oder versucht, das auszusitzen. Das hilft auf Dauer nicht. Man muss dazu stehen, dass auch Menschen da waren, die Fehler gemacht haben, dass auch Menschen da waren, die ihre Macht missbraucht haben", sagt Ulrich Pohl.

      2014 begann die Pharmazeutin Sylvia Wagner mit ihren Forschungen über Medikamentenversuche an Heimkindern. Sie erzählt:

      "Mir haben viele ehemalige Heimkinder, die ich so im privaten Umfeld eben kenne, berichtet, dass sie in den Einrichtungen Medikamente bekommen haben. Deswegen hatte ich ursprünglich geplant, zu dem Thema allgemein der medikamentösen Sedierung, also Ruhigstellung durch Medikamente in den Heimen zu recherchieren und dazu meine Doktorarbeit zu machen. Im Rahmen dieser Recherchen bin ich eben darauf gestoßen, dass da tatsächlich auch Versuche gemacht worden sind. Das war, ja, fast zufällig."

      Gut 60 Hinweise auf Arzneimitteltests an Heimkindern oder an Menschen mit Behinderung fand die Apothekerin in medizinischen Fachzeitschriften sowie in Archiven der Pharmafirma Merck und den Behringwerken. Auch eine Reihe anderer Pharmaunternehmen haben an besonders verletzlichen Gruppen Neuroleptika, Psychopharmaka, Impfstoffe oder triebhemmende Arzneimittel getestet. Die langfristigen gesundheitlichen Folgen für die Betroffenen sind ungewiss.


      Medikamentenversuche in den 50er- und 60er-Jahren

      "Mein Name ist Jutta Wendland-Park. Ich bin Vorstandsvorsitzende der Rotenburger Werke seit 2006." [ vormalig „Rotenburger Anstalten“ genannt ]

      In dem kleinen Städtchen Rotenburg zwischen Hamburg und Bremen sollen in den 50er- und 60er-Jahren Psychopharmaka an Menschen mit Behinderung getestet worden sein. Heute leben in der 1880 gegründeten Einrichtung über 1100 Menschen, die auf Betreuung angewiesen sind. Das christliche Menschenbild spielt eine große Rolle im Selbstbild des Unternehmens.

      Jutta Wendland-Park sagt:"Für mich persönlich schon, weil ich als Pastorin, die ich bin, bewusst hierher gekommen bin, weil es eine diakonische Einrichtung ist und für mich Verkündigung von Wort und Tat eng zusammengehören. Also es gibt eine Loyalitätsrichtlinie und die besagt natürlich, dass Menschen, die hier arbeiten, einer Kirche angehören sollten. Wir sehen natürlich, dass im Zuge der säkularen Gesellschaft auch dies immer herausfordernder wird und es ist ja auch jetzt schon zu einer, ich sag mal, zu einer Öffnung gekommen. Aber für alle Führenden und Leitenden ist das ganz wichtig, und die sind Mitglied der Kirche."

      Ehemalige Bewohnerinnen und Bewohner der Rotenburger Werke berichten, Beschäftigte der diakonischen Einrichtung in den 50er- und 60er-Jahren hätten gegen sie Gewalt angewendet. Auch der Vorwurf sexueller Übergriffe steht im Raum. Nun ist auch noch der Verdacht aufgekommen, dass im Unternehmen Medikamentenversuche an Menschen mit Behinderung stattgefunden haben.

      Jutta Wendland-Park dazu:"Und dieses hat uns dann veranlasst, zu sagen: Wir sollten dieses Thema Gewalt – und als ein spezielles Thema eben auch die Vergabe von Medikamenten – noch einmal von einem neutralen Historiker-Team erforschen lassen und das haben wir gemacht."

      "Als diakonisches Unternehmen ist der Mensch für uns Maßstab unseres Handelns." (Leitbild, Rotenburger Werke)

      "Ich bin davon überzeugt, dass es zu allen Zeiten viele Menschen gegeben hat, die wirklich alles Bestmögliche getan haben, die sehr engagiert waren und die das auch mit einem christlichen Hintergrund getan haben", sagt Wendland-Park. "Nichtsdestotrotz, wenn wir auf die Geschichte gucken, müssen wir auch feststellen, dass tatsächlich Anspruch und Wirklichkeit auch auseinander geklafft haben an vielen Punkten und wir dem nicht gerecht geworden sind, was wir uns eigentlich auch wünschen für die Menschen, die hier leben. Das ist schmerzlich und es bedarf auch der Fragen, woran liegt das, dass manchmal die diakonische Ausrichtung so was nicht verhindert hat."


      Behinderteneinrichtungen als Verwahranstalten

      Die Vorstandsvorsitzende der Rotenburger Werke will dem Abschlussbericht der Historikerkommission in diesem Frühjahr nicht vorgreifen. Sie möchte auch nichts Falsches sagen. Also ringt Jutta Wendland-Park nach Worten, sucht nach Erklärungen, warum damals dieser Missbrauch nicht verhindert werden konnte.

      "Es gab keine qualifizierten pädagogischen Mitarbeiter, zumindest nicht in den 50er-, 60er-Jahren, das kam später erst", so die Vorstandschefin. "Es gab eigentlich eine Annäherung an das, was wir so totale Institution nennen: Also es gab schon eine sehr ausgeprägte Machthierarchie und demgegenüber stand aber kein unabhängiges Kontrollsystem, was sehr wichtig ist. Und man muss auch, denke ich, sagen, dass die Stellung von Menschen mit Behinderung in der Gesellschaft noch eine andere war. Sie wurden leider mit ihren Bedarfen, ihren Bedürfnissen, nicht so wahrgenommen und ernst genommen, wie wir es Gottseidank heute tun."

      In den 50er-, 60er-Jahren waren Behinderteneinrichtungen in der alten Bundesrepublik und der ehemaligen DDR meist überbelegte Verwahranstalten. Keine sichere Heimstatt für Menschen mit Behinderung: der Ton der Pflegekräfte rau, der Umgang hart, da blieb wenig Raum für Nächstenliebe. Die Zöglinge untergebracht in Mehrbettzimmern, ohne Recht auf Intimität und schon gar nicht auf Sexualität. Ausgeliefert den Ärzten und Heimleitungen. Heute sei vieles anders, erzählt Jutta Wendland-Park. Fast alle hätten Einzelzimmer, Ärzte seien nicht mehr allmächtig, und es gebe interdisziplinäre Teams, die sich um die Menschen kümmern, die auf Betreuung angewiesen sind.

      "Wir sind der Überzeugung, dass man aus dem Vergangenen lernen kann und lernen muss. Wir können nicht ungeschehen machen, was an Unrecht passiert ist, aber was wir tun können ist Verantwortung zu übernehmen, indem wir aus den Fehlern der Vergangenheit lernen und uns die Gegenwart angucken und Systeme schaffen, die solches in Zukunft verhindern."


      "Ich glaube nicht, dass das christliche Weltbild das verhindern kann"

      Luminal, G 34276, Chlorprothixen, Ketotofranil, Haloperidol, Dipiperon, G 35259, Tegretal, H 502, Tofranil.

      "Jeder hat vor Gott einzigartigen Wert; darum schützen wir das Lebensrecht der Schwächeren vor den Stärkeren." (Grundsätze: v. Bodelschwinghsche Stiftungen Bethel)

      "Bethel ist eine Einrichtung, die 1867 gegründet wurde, hat begonnen mit der Behandlung von epilepsiekranken, jungen Männern, das waren damals drei oder vier, heute begleiten wir etwa 230.000 Patienten im Jahr", sagt Ulrich Pohl.

      Die Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel in Bielefeld [ vormalig die „von Bodelschwinghschen Anstalten Bethel“ genannt (zu welchen auch „Anstalt Freistatt im Wietingsmoorin Niedersachsen gehört) ] sind das größte Sozialunternehmen in Europa. Vorstandsvorsitzender ist seit 2008 Pastor Pohl.

      Er sagt:"Dabei steht dann immer in der Mitte der behinderte Mensch, aber es steht auch im Mittelpunkt unser christliches Miteinander."

      In der Epilepsieklinik Mara, die zu Bethel gehört, soll im Januar 1961 das Arzneimittel Encephabol eingesetzt worden sein, das sich auf das zentrale Nervensystem auswirkt. Offiziell brachte die Darmstädter Firma Merck das Mittel erst 1963 auf den Markt. Ein Oberarzt des evangelischen Krankenhauses soll damals 17.000 Dragees zu Testzwecken erhalten haben.

      Ulrich Pohl dazu: "Ich glaube nicht, dass das christliche Weltbild das wirklich verhindern kann. Ich glaube, da braucht es genauso Kontrolle wie in allen anderen Einrichtungen auch."

      Der Vorstand reagierte sofort, als die Vorwürfe bekannt wurden. Die diakonische Einrichtung in Bethel musste sich auch schon in der Vergangenheit mit Missbrauchsfällen auseinandersetzen. Nun wurde eine unabhängige Kommission von Expertinnen und Experten eingesetzt. Auch wenn sich mancher Vorwurf im Nachhinein vielleicht nicht bestätigen lasse, müsse man aufklären, meint Ulrich Pohl.

      "Wir haben dabei festgestellt, dass wir an vielen Stellen der damaligen Rechtslage entsprechend nicht mit Angehörigen oder Betreuern oder so vorher gesprochen haben, sondern Medikamente eingesetzt worden sind. Wir haben Historiker daran gesetzt, aber auch Mediziner, die Akten durchsehen und die dann nach der Durchsicht der Akten dann uns allen einen Bericht anfertigen, den wir dann auswerten müssen. Nach dem jetzigen Eindruck sieht es so aus, als wenn wir davon nur sehr wenig betroffen wären."


      "Bis 1978 war dafür keine Genehmigung notwendig"

      Angestoßen durch Arzneimittelskandale wie den um das Beruhigungsmittel Contergan, das schwangeren Frauen empfohlen wurde und zu Tausenden missgebildeten Kindern führte, wurden die Regeln bei medizinischen Tests verschärft - 1978 trat ein neues Arzneimittelgesetz in Kraft. Zuvor konnten Pharmaindustrie und Ärzte fast ohne Kontrolle testen, an wem und wann immer sie wollten. So sehen es einige Wissenschaftler. Andere gehen davon aus, dass man auch damals schon bei klinischen Prüfungen das Einverständnis der Testpersonen oder ihrer gesetzlichen Betreuer einholen musste.

      "Richtig ist: Bis 1978 war dafür keine Genehmigung notwendig. Insofern sehe ich auch nicht, dass ein Arzt sich jetzt irgendwo juristisch falsch verhalten hätte", sagt Pohl.

      Gesetzlich war es vielleicht möglich – aber müssten kirchliche Einrichtungen, in denen die christlichen Werte hochgehalten werden, nicht besonders verantwortungsvoll agieren?

      "Natürlich spüre ich das Dilemma", gibt Pohl zu. "Und das ist natürlich bei jedem Patienten auch die Frage: Welche Folgeschäden hat er erlitten, wenn er welches Medikament genommen hat. Jedenfalls dann, wenn der Patient oder sein Betreuer oder sein näherer Verwandter nicht informiert worden ist, halte ich das ethisch für nicht zu rechtfertigen, selbst wenn es juristisch noch im grünen Bereich ist. Das ist meine Position an dieser Stelle."

      "Wir rechnen mit unserer Schuldverflochtenheit und unserem Versagen; darum sind wir bereit mit Konflikten zu leben, Fehler einzugestehen, Gewalt zu vermeiden und Schuld zu vergeben." (Grundsätze: v. Bodelschwinghsche Stiftungen, Bethel)

      "Ich glaube nicht, dass wir Christen perfekt sein müssen", sagt Pohl. "Ich glaube, wir sind das nie gewesen und wir feiern ja auch das Reformationsjubiläum und Luther, der selbst Fehler genug gemacht hat, war aber ein Mensch, der uns darauf sehr hingewiesen hat, dass wir sündige Menschen sind, Fehler machen, vor Gott und vor unseren Mitmenschen. Das ist auch der einzige Weg, um auch auf Dauer in unserer offenen und freien Gesellschaft zu bestehen. Wenn wir behaupten würden, wir sind fehlerfrei, dann ist jede Aufdeckung eines Fehlers ein Skandal, das halte ich für den falschen Weg."

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      Eine Verhandlung oder ein Verfahren ohne QUALIFIZIERTEN juristischen Rechtsbeistand, Recht und Gesetz ist wie ein Gebäude ohne Fundament – ein Kartenhaus.

      Heimkinder appellieren an VATER STAAT und MUTTER KIRCHE Sühne zu tun:
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      Medikamententests an Heimkindern in WESTDEUTSCHLAND

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      Die Tablettenkinder

      Wie Heimkinder zu Versuchsobjekten wurden

      Jetzt hier in Bezug auf das Bundesland Bayern.

      QUELLE: BR.de - Bayerischer Rundfunk @ https://www.br.de/nachrichten/wie-heimkinder-zu-versuchsobjekten-wurden-100.html :

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      Die Tablettenkinder

      Wie Heimkinder zu Versuchsobjekten wurden

      Pharmafirmen haben an Heimkindern Medikamente getestet - ohne Einverständnis, bis in die 1970er Jahre hinein. Die Aufarbeitung dieses Unrechts geht in Bayern schleppend voran. Offiziell ist dem Freistaat nur ein einziger Fall bekannt. Nachforschungen von BR Recherche zeigen: Es gibt Hinweise auf mehr Testreihen.

      Von: Christiane Hawranek, Pia Dangelmayer

      Stand: 09.05.2018 | Bildnachweis


      BR Recherche: Heimkinder für Medikamententests missbraucht

      Im mittelfränkischen Hilpoltstein wurde ein zehnjähriges Heimkind im Jahr 1975 zum medizinischen Versuchsobjekt - ohne sein Einverständnis. Das geht aus Dokumenten hervor, die BR Recherche vorliegen. Demnach musste der Junge damals ein Präparat schlucken, das noch nicht auf dem Markt war. Im Rahmen einer Arzneimittelprüfung. Heute ist Martin Hackl Mitte 50, schwer lungenkrank und kann sich kaum bewegen. Erst vor anderthalb Jahren ist er durch Zufall auf die Dokumente in seiner Heimakte gestoßen. Dem BR sagte er, er fühle sich betrogen und wolle mehr über das Ausmaß des Tests erfahren.

      Nebenwirkungen und Todesfälle

      Als Kind galt Martin Hackl als "umtriebig" und "schwachsinnig". Damals konnte er laufen und sprechen. Aus den Unterlagen geht auch hervor: Der sechswöchige Test verändert das Wesen des Jungen, irgendwann wehrt er sich dagegen, die Tabletten zu nehmen. Eine Einverständniserklärung liegt seiner Akte nicht bei. Ein Auszug aus den Aufzeichnungen des Heimarztes vom Februar 1975:

      "Von Martin wird berichtet, er bekomme laufend Wutanfälle, einen nach dem anderen, er lasse sich nicht anfassen, schreie und höre gar nicht mehr auf damit. Alles was man bisher mit ihm habe machen können sei unmöglich."
      Heimakte von Martin Hackl

      Das Präparat wurde ein Jahr nach dem Test, ab 1976, als Antidepressivum unter dem Namen Alival verkauft. Zehn Jahre später musste es die Pharmafirma Hoechst vom Markt nehmen - wegen Todesfällen und gravierender Nebenwirkungen an Leber, Niere und Lunge. Ob auch Martin Hackl Spätfolgen erlitten hat? Nachweisen lässt sich das jetzt, 40 Jahre nach dem Test, nicht mehr. Der Hersteller gehört heute zu Sanofi. Auf Nachfrage von BR Recherche schreibt die Pressestelle, man habe "keine Hinweise" auf Tests mit Heimkindern.

      Heimleitung entschuldigt sich nach BR-Recherche

      Und das Heim? Die Rummelsberger Diakonie hat sich bei Martin Hackl für das Experiment inzwischen entschuldigt. Ein Wissenschaftler soll nun im Auftrag des Heims herausfinden, wie viele Kinder in der Einrichtung für Menschen mit Behinderung zu Versuchsobjekten wurden.

      "Hauptsache, es kommt raus, dass wir wirklich willig sind, das aufzuarbeiten und dass wir uns eigentlich auch schämen für das, was da passiert ist."

      Georg Borngässer, Pressesprecher der Rummelsberger Diakonie

      Bundesweit 50 Testreihen

      Deutschlandweit haben Wissenschaftler etwa 50 Testreihen an Heimkindern in den 1950er bis 1970er Jahren nachgewiesen – darunter auch Tests mit Impfstoffen und mit Psychopharmaka in Bayern [ Siehe @ https://www.br.de/nachrichten/verdraengtes-leid-medikamententests-an-heimkindern-100.html ]. Auch in der ehemaligen Heil- und Pflegeanstalt in Kaufbeuren haben Ärzte das Präparat "T57" der Pharma-Firma Merck an Kindern getestet. Das belegen Unterlagen, die BR Recherche im Merck-Archiv einsehen konnte. Das Prüfpräparat wurde im Herbst 1957 an den Leiter der Kinderabteilung geschickt, mit dem Ziel, mehr über die Dosierung bei Kindern herauszufinden. Für einen Bericht über mögliche positive Ergebnisse würde sich Merck "selbstverständlich gerne erkenntlich zeigen".

      Tests auch in Kaufbeuren

      Auf die BR-Recherchen hin hat das Bezirkskrankenhaus Kaufbeuren den Düsseldorfer Medizinhistoriker Professor Heiner Fangerau damit beauftragt, den Test im Jahr 1957 zu untersuchen. Er arbeitet auch an einer bundesweiten Studie zum Thema und sagt, die Tests in den Einrichtungen hätten schon damals gegen medizinethische Standards verstoßen. Denn bisher konnte er keinerlei Einverständniserklärung zu den Versuchen finden.

      "Mit diesem Blick von heute auf diese Kinder und diese Zeit finde ich es nicht in Ordnung, weil wir zum Beispiel im Moment noch nicht wirklich finden, ob die Kinder und ihre Eltern aufgeklärt worden sind über mögliche Nebenwirkungen."

      Heiner Fangerau, Medizinhistoriker

      Offiziell nur ein Fall in Bayern

      Das Bayerische Sozialministerium schreibt auf BR-Nachfrage, es gebe bayernweit nur einen einzigen belegten Fall eines Medikamententests im Heim, nämlich den von Martin Hackl. Und weiter: Medizinische Versuche ohne Einwilligung seien heute und auch damals Unrecht. Welche Dimension dieses Unrecht hatte, ist noch nicht klar. Bei dessen Aufarbeitung steht Bayern noch ganz am Anfang.

      Die Stiftung Anerkennung und Hilfe von Bund, Ländern und Kirchen zahlt noch bis Ende 2019 Geld aus einem Fonds an ehemalige Heimkinder aus Psychiatrien und Einrichtungen für Menschen mit Behinderung. Voraussetzung ist, dass sie zwischen 1949 und 1975 dort Leid und Unrecht erlebt haben. Informationen gibt es hier:

      http://www.stiftung-anerkennung-und-hilfe.de


      Aufgedeckt - der investigative Podcast: Gewalt, Missbrauch, Zwang: Viele Heimkinder mussten das in den Nachkriegsjahrzehnten erleiden. Allmählich kommt ans Licht, dass Heimkinder bis in die 70er-Jahre zudem Opfer von Medizinversuchen wurden. Und erst jetzt, auch durch BR-Recherchen, beginnt in Bayern die Aufklärung. Den Bayern 2-Podcast zum Thema finden Sie hier [ Siehe @ https://www.br.de/mediathek/podcast/aufgedeckt-der-investigative-podcast/653 ].
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      Heimkinder appellieren an VATER STAAT und MUTTER KIRCHE Sühne zu tun:
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      Medikamententests an Heimkindern in WESTDEUTSCHLAND

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      QUELLE: BIZEPS - Zentrum für Selbstbestimmtes Leben (Schönngasse 15-17/4, 1020 Wien, Österreich) @ https://www.bizeps.or.at/entsetzen-ueber-medikamentenversuche-in-deutschland/

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      Entsetzen über Medikamentenversuche in Deutschland

      12.05.2018, 8:55 Uhr --- kobinet-nachrichten

      Der am 9. Mai 2018 ausgestrahlte und mittlerweile auch ins Internet eingestellte Bericht des Magazins Kontrovers im Bayerischen Fernsehen über Medikamentenversuche an behinderten Menschen, die in Behinderteneinrichtungen lebten, hat viele berührt und Entsetzen ausgelöst.

      Während das bayerische Sozialministerium von einem bekannten Fall spricht, haben die RedakteurInnen des
      Bayerischen Rundfunks aufgezeigt, [ Siehe Video @ https://www.br.de/mediathek/video/br-recherche-heimkinder-fuer-medikamententests-missbraucht-av:5af19def7ff4600018413824 ] dass die damalige Nutzung von behinderten HeimbewohnerInnen alles andere als ein Einzelfall ist.
      U.a. wurde in der Reportage die Geschichte des
      Inklusionsbotschafters Martin Hackl aufgezeigt [ Siehe @ http://www.isl-ev.de/index.php/aktuelles/projekte/inklusionsbotschafterinnen/die-inklusionsbotschafterinnen/1999-martin-hackl ], der in den 70er Jahren als Kind massiven Medikamentenversuchen ausgesetzt war und erhebliche Schäden davon getragen hat.

      „Im mittelfränkischen Hilpoltstein wurde ein zehnjähriges Heimkind im Jahr 1975 zum medizinischen Versuchsobjekt – ohne sein Einverständnis. Das geht aus Dokumenten hervor, die BR Recherche vorliegen. Demnach musste der Junge damals ein Präparat schlucken, das noch nicht auf dem Markt war. Im Rahmen einer Arzneimittelprüfung. Heute ist Martin Hackl Mitte 50, schwer lungenkrank und kann sich kaum bewegen. Erst vor anderthalb Jahren ist er durch Zufall auf die Dokumente in seiner Heimakte gestoßen. Dem BR sagte er, er fühle sich betrogen und wolle mehr über das Ausmaß des Tests erfahren“, heißt es auf der Internetseite des Fernsehmagazins Kontrovers.


      Die Sendung

      [ Video-Zugang hier ]


      BR24 [ = https://twitter.com/BR24 ]

      Pharmafirmen haben bis in die 1979er Jahre an
      #Heimkindern Medikamente getestet. Ohne Einverständnis. Offiziell ist in Bayern nur ein Fall bekannt. Nachforschungen von @hawrankowa & @piarennt für BR_Recherche zeigen: Es gibt Hinweise auf mehr. #Medikamententests, #Tabelettenkinder
      14:54 9. Mai 2018
      LIKES:
      49 | KOMMENTARE: 99 Nutzter sprechen darüber

      [ #Heimkinder = https://twitter.com/hashtag/Heimkinder?src=hash

      @hawrankowa = https://twitter.com/hawrankowa

      @piarennt = https://twitter.com/piarennt

      BR_Recherch = https://twitter.com/BR_Recherche

      #Medikamententests = https://twitter.com/hashtag/Medikamententests?src=hash

      #Tabelettenkinder = https://twitter.com/hashtag/Tablettenkinder?src=hash ]


      „Als Kind galt Martin Hackl als ‚umtriebig‘ und ‚schwachsinnig‘. Damals konnte er laufen und sprechen. Aus den Unterlagen geht auch hervor: Der sechswöchige Test verändert das Wesen des Jungen, irgendwann wehrt er sich dagegen, die Tabletten zu nehmen. Eine Einverständniserklärung liegt seiner Akte nicht bei. Ein Auszug aus den Aufzeichnungen des Heimarztes vom Februar 1975: ‚Von Martin wird berichtet, er bekomme laufend Wutanfälle, einen nach dem anderen, er lasse sich nicht anfassen, schreie und höre gar nicht mehr auf damit. Alles was man bisher mit ihm habe machen können sei unmöglich.‘“

      Das Präparat wurde dem Bericht zufolge ein Jahr nach dem Test, ab 1976, als Antidepressivum unter dem Namen Alival verkauft. Zehn Jahre später musste es die Pharmafirma Hoechst vom Markt nehmen – wegen Todesfällen und gravierender Nebenwirkungen an Leber, Niere und Lunge.


      Link zum Fernsehbericht und zu den Recherchen des Magazins Kontrovers des Bayerischen Rundfunks [ Siehe @ https://www.br.de/nachrichten/wie-heimkinder-zu-versuchsobjekten-wurden-100.html ]

      Neben dem Fernsehbericht wurde auch in Bayern 2 eine dreiteilige Podcast-Reihe ausgestrahlt, die über die Mediathek verfügbar ist.

      „Aufgedeckt – der investigative Podcast“ lautet der Titel mit folgender Ankündigung: „Gewalt, Missbrauch, Zwang: Viele Heimkinder mussten das in den Nachkriegsjahrzehnten erleiden. Allmählich kommt ans Licht, dass Heimkinder bis in die 70er-Jahre zudem Opfer von Medizinversuchen wurden. Und erst jetzt, auch durch BR-Recherchen, beginnt in Bayern die Aufklärung.“

      Den Bayern 2-Podcast zum Thema gibt es unter:

      https://www.br.de/mediathek/podcast/aufgedeckt-der-investigative-podcast/653

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      Eine Verhandlung oder ein Verfahren ohne QUALIFIZIERTEN juristischen Rechtsbeistand, Recht und Gesetz ist wie ein Gebäude ohne Fundament – ein Kartenhaus.

      Heimkinder appellieren an VATER STAAT und MUTTER KIRCHE Sühne zu tun:
      Ein Denkmal in Musik gesetzt

      Freiheit ist keine Selbstverständlichkeit; sie bedarf ständiger Wachsamkeit.

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      Selbstverständlich müssen diese Machenschaften aufgedeckt werden.
      Das ist aber das einzige wozu Ehemalige beitragen können.
      Daran zu glauben man könne etwas in diesem System ändern, scheint mehr als nur naiv zu sein.
      An den Runden, eckigen oder was weiß ich für Tische sitzen keine /Verhandlungs) Partner; nein es sind Gegner die NUR ihre eigenen Ziele verfolgen.

      Dieses System ist nicht darauf ausgelegt zu entschädigen oder wieder "gutzumachen". Es hinterläßt zahlreiche Opfer, Betroffene oder wie auch immer sie genannt werden wollen.

      Kann man hier etwas mit reden erreichen? Wohl eher nicht, da dass System Schutzmechanismen hat.

      Um tatsächlich etwas erreichen zu können, muss ziviler Ungehorsam her.
      Das System ist erst bereit sich zu ändern wenn es Geld verliert.
      :mumie: Auf dieser Welt erreichst Du nicht das was Du willst; Du erreichst nur das was Du musst. R. B.

      Gefährlich sind Weltanschauungen von Menschen die die Welt nicht angeschaut haben.

      Medikamententests an Heimkindern in WESTDEUTSCHLAND

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      Jetzt hier in Bezug auf das Bundesland Nordrhein-Westfalen, insbesondere mit Blick auf den Landschaftsverband Rheinland (LVR), Hauptsitz in Köln.

      QUELLE: NRZ - Neue Ruhr Zeitung (Regionalzeitung) - FUNKE MEDIEN NRW GmbH @ https://www.nrz.de/politik/pruegel-und-medikamentenmissbrauch-in-der-lvr-klinik-bonn-id214010023.html :

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      MISSBRAUCH
      Prügel und Medikamentenmissbrauch in der LVR-Klinik Bonn

      Stephan Hermsen
      13.04.2018 - 18:42 Uhr


      [ ARCHIVFOTO: „Der Schein trügt: Besuche gab es in den Kliniken in speziellen Räumen und nach Voranmeldung. Ansonsten wurden die von Krieg, Gewalt und Missbrauch geprägten Kinder eher versteckt.“ --- „Foto: Psychiatriemuseum Verrückte Zeiten Bonn“ ]

      AN RHEIN UND RUHR. Landschaftsverband stellt Studie über die Bonner Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie in Bonn vor. Verstöße bis in die 70er-Jahre hinein.

      Der Landschaftsverband Rheinland (LVR) hat bis in die 70er-Jahre hinein Kinder und Jugendliche mit Medikamenten ruhiggestellt und bei Prügeleien zwischen den Kindern und Jugendlichen in den großen Schlafsälen nicht eingegriffen, so dass dort das Recht des Stärkeren galt.

      Das geht aus der Studie Gestörte Kindheiten – Lebensverhältnisse von Kindern und Jugendlichen in psychiatrischen Einrichtungen des LVR 1945 bis 1975 hervor, die Frank Sparing vom
      Institut für Geschichte der Medizin der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf und Silke Fehlemann (Uni Dresden) im Auftrag des LVR erstellten. Dafür haben sie 400 der rund 15 000 Patientenakten ausgewertet.


      Mit Medikamenten ruhig gestellt

      Wandten sich die verprügelten Kinder hilfesuchend an die Pfleger, wurde ihnen vom oftmals überforderten Personal „verweichlichtes“ Verhalten vorgeworfen. Als Strafen wurde unter anderem mehrtägiges „Im-Bett-bleiben“ verordnet.

      Um dies durchzusetzen, wurden die Kinder und Jugendlichen mit Medikamenten ruhiggestellt. Frank Sparing sprach angesichts des Medikamenteneinsatzes von „in Teilen kollektiver Vergiftung“, von der man bei der stark überdosierten Gabe von Psychopharmaka sprechen müsse.

      Bei der Präsentation der Studie sagte Ulrike Lubek, Direktorin des LVR, mit Blick auf die Betroffenen: „Sie haben in unseren Einrichtungen dieses Leid erfahren. Das verschweigen wir nicht, und wir bekennen uns zu der Verantwortung. Aus tiefster Seele entschuldigen wir uns bei all jenen, die dieses Unrecht erlitten haben.“

      Bereits seit einigen Jahren hat sich der LVR die Aufarbeitung auch der Nachkriegsgeschichte zu eigen gemacht – mit zum Teil erschütternden Erkenntnissen. So spricht Frank Sparing von einer „verspäteten Modernisierung“ beim LVR, dessen Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie in Bonn damals bundesweit Lenkungsfunktion für psychisch kranke und behinderte Kinder und Jugendliche hatte.


      Weitere Studien zu dem Thema sollen folgen

      Hinzu kamen für die Kinder extrem schmerzhafte diagnostische Verfahren mit zweifelhafter Aussagekraft wie die Pneumenzephalographie, bei der die Kinder unter schweren Kopfschmerzen litten. Vor der Untersuchung bekamen die Kinder beruhigende Medikamente, dennoch versuchten Kinder aus Angst vor der Untersuchung zu fliehen.

      Die abwertenden Diagnosen – so wurden missbrauchte Mädchen als „unsittlich“ abqualifiziert – und Medikamentenpläne wurden von den Heimen, die die Kinder und Jugendlichen übernahmen, selten infrage gestellt. Zu den größeren aufnehmenden Einrichtungen gehörte das Essener Franz-Sales-Haus, das sich bereits vor einigen Jahren mit der eigenen Geschichte von Misshandlungen auseinandergesetzt hat. Auch der LVR kündigte weitere Studien an, die sich den im gleichen Zeitraum behandelten Erwachsenen mit Behinderungen und psychischen Erkrankungen widmen will.


      >>>MEHR INFORMATIONEN UND HILFEN:

      Die Studie Gestörte Kindheiten – Lebensverhältnisse von Kindern und Jugendlichen in psychiatrischen Einrichtungen des LVR 1945 bis 1975 umfasst rund 220 Seiten und kostet 19 Euro. Sie ist im Metropolverlag erschienen. ISBN: 978-3 86331-371-5 .

      Der LVR bietet Hilfe, Beratung und ggf. auch Entschädigungen für Opfer von Misshandlungen an. Anträge müssen allerdings nach derzeitiger Rechtslage bis Ende 2019 gestellt werden. Kontakt zur Anlauf und Beratungsstelle gibt es unter 0221/809 5001,
      www.bit.ly/2JHUfD2 .

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      Alle Betroffenen, bundesweit, sollten sich absolut darüber bewusst sein, dass dies natürlich keineswegs eine „Entschädigung“ darstellt und dass der Begriff und die immer wieder wiederholte Nutzung des Begriffs „Entschädigung“ kirchlicherseits und staatlicherseits (und in allen Medien einfach so wiederholt und nachgeplappert), in diesem Zusammenhang, völlig unangebracht ist. Es wird bisher von niemanden der Verursacher in Deutschland – was damalige Medikamententests und den damaligen Medikamentenmissbrauch betrifft – den Opfern und Geschädigten eine diesbezügliche Entschädigung in Aussicht gestellt !!
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