Medikamententests an Heimkindern in WESTDEUTSCHLAND

      du weist ja auch was DRK bedeutet nix anderes als Die Räuber Kommen
      hast du denn mal bei frau Wagner nach gefragt ob über deine einrichtung was gefunden wurde ein kolege von mir war auch beim drk in bremerhafen wurde damals sexuel missbraucht und auch ruhig gestellt
      und bei den medis machen sie auch noch unterschiede einmal test zwecke und dann noch die vergabe um
      ruhig zu stellen gefügig machen willen los denn die sogenanten kotz spritzen
      mir haben 2 erzieher bestätigt was gemacht wurde in der einrichtung wo ich war aber sie wollen nichts damit mehr zu tun haben ich glaube sie wollten ihr gewissen nur rein machen deswegen der kontakt zu
      mir mir wäre es lieber das die erzieher sagen was gemacht wurde und nicht wie immer nur nicken und nichts sagen ich habe den beiden versprochen sie nicht in der öffentlichkeit zu erwähnen sollen sie selbst machen leider haben die wenigsten eier in der hose

      M FRANZ WAGLE schrieb:

      hast du denn mal bei frau Wagner nach gefragt ob über deine einrichtung was gefunden wurde


      Ich bin leider noch nicht ganz so weit - aber es wäre sicherlich auch ne Maßnahme, über das DRK-Säuglingsheim etwas mehr erfahren zu können.

      Die bei mir stattgefundenen erinnerlichen Medi-Gaben waren allerdings in einer Einrichtung der Diakonie - aber auch da ist es im Moment noch schwierig, mehr Anhaltspunkte für die Anfrage bei Frau Wagner zusammenzusuchen.

      Eine Ehemalige aus meiner Zeit muss ich erst wieder kontaktieren - das ist schwierig, weil sie selten in D ist und der mail-Verkehr nicht so einwandfrei funktioniert (von ihrer Seite aus). Ich kann mich auch nicht erinnern, dass sie seinerzeit schon dort gewesen ist - aber fragen kost' ja nix.

      Ansonsten bleib ich da auf jeden Fall am Ball.
      Sich selbst zu überraschen ist, was das Leben lebenswert macht. Oskar Wilde

      xyz1 schrieb:

      ich halte es für zwingend erforderlich, dass diese gruppe betroffener unterstützung erfährt und dass wir wachsam genug sind, nicht alles hinzunehmen, was uns als "gute tat" verkauft werden soll.


      Ach Buchstäbelchen, ich verstehe dich nur allzu gut. In unserer Kindergruppe waren Shaddie und ich die einzigen mit einer Behinderung. Shaddie hatte wohl einen Vormund, der ihr die Realschullaufbahn ermöglicht hat - ich nicht. Mich sollte wohl auch das Schicksal ereilen, mein Leben als billige Arbeitskraft in unserem Vorhof zur Hölle zu fristen.

      Über meinen Start ins Leben (Obdachlosenunterkunft) bis heute zu meinem Abi habe ich ja schon lang und breit geschrieben.

      Und natürlich darf Kirchens mal zahlen. Die Leute haben schließlich einen Kopf auf ihren Schultern und waren nicht immer Nonne oder Bruder. Auch sie sollten über Recht oder Unrecht entscheiden können. Die Frage ist, was machen wir? Was meinst du wohl, warum ich bei meinem letzten Antrag so frech aufgetreten bin? Wenn man von Anfang an Grenzen setzt, kommt man weiter.

      louise laaser schrieb:

      Das ist wohl sehr richtig - nur wenn keine Heimakten mehr existieren (bspw. Kindbezogen angeblich sowieso nicht mehr) wo willste da anfangen, Belege für einen möglichen Medi-Missbrauch zu finden?


      Akten gibt es ganz sicher noch - nur nicht für uns, das ist der feine Unterschied. Was glaubst du wohl, warum ich die Gesundheitsministerin genau danach gefragt habe?
      Tapferkeit ist das Vermögen und der überlegte Vorsatz,
      einen starken aber ungerechten Gegner Widerstand zu leisten.
      (Immanuel Kant)

      Der Ziellose erleidet sein Schicksal, der Zielbewusste gestaltet es.
      (Immanuel Kant)

      xyz1 schrieb:

      gibt's eine idee, wie unabhängige wissenschaftliche aufarbeitung passieren kann? ich bin mir nicht sicher. es sei denn, die finanzierung übernimmt eine völlig unabhängige stelle.
      +

      M FRANZ WAGLE schrieb:

      die finazierung können die tätergemeinschaften ja wohl über nehmen und dann kann mit betroffenen
      entschieden werden wer oder was aufarbeitung mitmachen darf


      Ich habe dazu seit einiger Zeit eine grobe Idee.
      Crowdfunding in eine eigene Aufarbeitungsstiftung
      Dann wäre mit der unparteiischen Aufarbeitung ein von den ehemaligen Heim-/Psychiatriekindern betrauter Historiker (oder mehrere) beschäftigt.
      Ich weiss nur nicht, ob es Normen/Best-Praktise-Systeme gibt, die die Forscher zu reproduzierbaren und dokumentierten Forschen anhält.


      louise laaser schrieb:

      xyz1 schrieb:

      aufarbeitung ist erforderlich, zwingend notwendig und zwar auf ALLE einrichtungen bezogen.


      Das ist wohl sehr richtig - nur wenn keine Heimakten mehr existieren (bspw. Kindbezogen angeblich sowieso nicht mehr) wo willste da anfangen, Belege für einen möglichen Medi-Missbrauch zu finden?

      Ich habe in meinem Fall alle möglichen und unmöglichen Stellen angefragt wg. persönlicher Akte - es gibt sie nicht mehr. Es gibt für meine ehem. Einrichtungen noch nicht mal mehr ein Bestandliste von ehemaligen MA, noch nicht einmal Baupläne (nach einem Neubau Anfang der 1960er Jahre. Nur das Staatsarchiv der Stadt hatte eine sog. Anwesenheitsbestätigung für den Aufenthalt, bzw. das EMA.

      Keine ärztlichen Unterlagen mehr auffindbar - alles nach Recht und Gesetzt nach 30 Jahren spätestens vernichtet. ?(

      Ob das für alle damaligen Kinder und auch MA stimmt, habe ich natürlich nicht erfragt - aber auch derzeitige MA in den etwas umgemodelten Einrichtungen konnten nix herausfinden.

      Bei Kirchens eben besonders sorgfältig vernichtet oder zumindest besonders tief vergraben. :/

      Die Akten existieren !
      Oder sie sind vernichtet worden, was in den Bestandsdokumentationen dokumentiert sein muss.
      So viele Lagerraumbrände und Hochwasserkatastrophen wirds nicht gegeben haben. Ansonsten ist das doch verdächtig.
      Einfach mein o.a. Schreiben zum Informationsfreiheitsgesetz per Post rausschicken, denn darauf müssen sie wahrheitsgemäß ohne "ich glaube"/"da sollte"/"man könnte noch" am Telefon reagieren.
      Und nicht vergessen: Ihr müsst auf schriftliche Antworten bestehen !!!!
      So Leute, ich habe via Mail Antwort bekommen. Sie schreiben:

      Sehr geehrte Frau ...,

      hiermit bestätigen wir den Eingang Ihres Schreibens vom 8. Januar 2017.

      Die gegebenenfalls notwendige Bearbeitung Ihres Anliegens wird noch etwas Zeit in Anspruch nehmen.

      Wir bitten Sie daher um etwas Geduld. Bis dahin verbleiben wir

      mit freundlichen Grüßen
      Ihr Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter
      des Landes Nordrhein-Westfalen
      Tapferkeit ist das Vermögen und der überlegte Vorsatz,
      einen starken aber ungerechten Gegner Widerstand zu leisten.
      (Immanuel Kant)

      Der Ziellose erleidet sein Schicksal, der Zielbewusste gestaltet es.
      (Immanuel Kant)

      kliv schrieb:

      So Leute, ich habe via Mail Antwort bekommen. Sie schreiben:

      Sehr geehrte Frau ...,

      hiermit bestätigen wir den Eingang Ihres Schreibens vom 8. Januar 2017.

      Die gegebenenfalls notwendige Bearbeitung Ihres Anliegens wird noch etwas Zeit in Anspruch nehmen.

      Wir bitten Sie daher um etwas Geduld. Bis dahin verbleiben wir

      mit freundlichen Grüßen
      Ihr Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter
      des Landes Nordrhein-Westfalen



      hm, so schnell eine antwort zu bekommen und sei es "nur" eine vermutlich standartisierte Eingangsbestätigung. aber...immerhin.

      zu denken gibt mir die formulierung..."Die gegebenenfalls notwendige bearbeitung ihres anliegens wird noch etwas zeit in anspruch nehmen", hat mich eher nachdenklich gestimmt. was heißt...gegebenenfalls notwendige...? m. e. liest sich das wie...wir prüfen das erfordernis einer antwort.
      wahrscheinlich sehen wir in einigen wochen klarer.
      hälst du uns auf dem laufenden - büdde. ich bin sehr gespannt.
      Man muss die Welt nicht verstehen, man muss sich darin zurecht finden.

      (Albert Einstein)
      Natürlich tue ich das, sonst hätte ich doch damit nicht angefangen. :thumbsup: Mich interessiert persönlich, was draus wird und wenn die mir blöd kommen, erfahrt nicht nur ihr das, auch die Köllnische Rundschau.
      Tapferkeit ist das Vermögen und der überlegte Vorsatz,
      einen starken aber ungerechten Gegner Widerstand zu leisten.
      (Immanuel Kant)

      Der Ziellose erleidet sein Schicksal, der Zielbewusste gestaltet es.
      (Immanuel Kant)

      kliv schrieb:

      So Leute, ich habe via Mail Antwort bekommen. Sie schreiben:

      Sehr geehrte Frau ...,

      hiermit bestätigen wir den Eingang Ihres Schreibens vom 8. Januar 2017.

      Schon was passiert?
      LG Mandy

      Seelenhunde hat sie jemand genannt - jene Hunde, die es nur einmal gibt im Leben,
      die man begleiten durfte und die einen geführt haben auf andere Wege.
      Die wie ein Schatten waren und wie die Luft zum Atmen.

      Danke, meine liebe Tessamaus... für 13,5 wunderschöne Jahre!!!

      Nein, aber wenn sich jemand rührt, lasse ich euch das wissen. Zudem liegt das Ding bei mir auf Wiedervorlage - will sagen, ich behalte die im Auge.
      Tapferkeit ist das Vermögen und der überlegte Vorsatz,
      einen starken aber ungerechten Gegner Widerstand zu leisten.
      (Immanuel Kant)

      Der Ziellose erleidet sein Schicksal, der Zielbewusste gestaltet es.
      (Immanuel Kant)

      Medikamententests an Heimkindern in WESTDEUTSCHLAND

      .
      QUELLE: »Verein ehemaliger Heimkinder e.V« VEH e.V.«) auf der Vereinswebseite @ http://www.veh-ev.eu/home/vehevinf/public_html/?p=1977

      .
      Veröffentlicht am 4. Februar 2017

      In eigener Sache

      Heute war ein ereignisreicher Tag der eine Menge Kraft und Konzentration gekostet hat!

      Ein ZDF-Kamerateam der Sendung “mona lisa” zeichnete bei mir Zuhause auf. Das Thema war der Skandal um die Menschenrechtsverletzungen durch Medikamententests und der Missbrauch von Psychopharmaka in der Behindertenhilfe, wie auch in den Einrichtungen der Psychiatrien und der “normalen” Kinderheimen. Die sträfliche Ignoranz des RUNDEN TISCH-HEIMERZIEHUNG unter Frau Vollmer, der diese Verbrechen an der Menschenwürde großzügig unter den RT kehrte. Die Ergebnisse der Aufzeichnungen werden demnächst in einer Sendung von “mona lisa” öffentlich.

      Ich kann nur hoffen, das diese Sendung den betroffenen Ehemaligen, ein wenig Genugtuung bringen wird!

      Das wir, der VEH, am Thema bleiben und unser möglichstes tun, um Licht in diese Verbrechen zu bringen, steht außer Zweifel. Wir wollen Ergebnisse sehen!

      Tatsächlich, dessen sollte man sich aber bewusst sein, stehen wir erst am Anfang der Aufklärung und Aufarbeitung. Viele Unterlagen sind noch nicht gesichtet und eingeordnet.

      Die Pharmaindustrie, die Nachfolger der Organisationen und Heiminstitutionen sind aufgefordert die Verantwortung für diese Verbrechen zu übernehmen! Noch wird “verniedlicht” und “klein gehalten”. Doch damit werden wir uns nicht zufrieden geben!

      Das schlimme Kapitel, das ungebremst aus der verbrecherischen Nazizeit in den damaligen Neuanfang der entstehenden Bundesrepublik übernommen wurde, muss von allen Seiten beleuchtet werden. Zu fragen ist, wie es möglich war, das keine Kontrolle und/oder Heimaufsicht tätig geworden ist. Das noch Jahrzehnte nach dem Naziregime die Pharmaindustrie und die verantwortlichen Ärzte und Heimleitungen diese Verbrechen an wehrlosen Babys, Kleinkindern und Heranwachsenden verüben durften. – Punktum! – Wir bleiben am Thema!

      Dirk Friedrich – VEH-Vorsitzender

      .

      .
      ––––––––––––––––––––
      Eine Verhandlung oder ein Verfahren ohne QUALIFIZIERTEN juristischen Rechtsbeistand, Recht und Gesetz ist wie ein Gebäude ohne Fundament – ein Kartenhaus.

      Heimkinder appellieren an VATER STAAT und MUTTER KIRCHE Sühne zu tun:
      Ein Denkmal in Musik gesetzt

      Freiheit ist keine Selbstverständlichkeit; sie bedarf ständiger Wachsamkeit.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Martini“ ()

      Medikamententests an Heimkindern in WESTDEUTSCHLAND

      .
      ZDF - 2DF

      MLmonalisa

      Medikamentenversuche an Heimkindern

      QUELLE: https://www.zdf.de/gesellschaft/ml-mona-lisa/videos/medikamentenversuche-an-heimkindern-100.html

      .
      Gesellschaft | ML mona lisa

      Medikamentenversuche an Heimkindern

      Heidelore Rampp gehörte in den 60er Jahren zu den Kindern, die in deutschen Heimen Medikamente erhielten. Sie ist überzeugt, dass an ihnen Medikamente ohne ihr Wissen getestet wurden.

      VIDEO - Beitragslänge: 5 min

      aus: ML mona lisa vom 11. Februar 2017

      Verfügbarkeit: Video verfügbar bis 11.02.2018, 18:00 Uhr

      Datum: 11.02.2017

      Laut Studien waren hunderte Heimkinder Opfer von Medikamentenmissbrauch in ganz Deutschland. Ein dunkles Kapitel der deutschen Nachkriegszeit. Sie wurden betäubt, ruhig gestellt, weggesperrt, in den meisten Fällen ohne Einwilligung der Betroffenen oder ihrer Familien. Ob Impfungen oder Medikamente zur Beruhigung oder Unterdrückung sexueller Bedürfnisse, die Bandbreite war groß. ML mona lisa sprach mit Professor Gerd Glaeske über die Auswirkungen solcher Medikamentenversuche.

      ZDF: Herr Professor Glaeske, können Sie sich erinnern, wann Sie das erste Mal mit dem Thema Medikamentenversuche bei Heimkindern konfrontiert wurden?

      Prof. Gerd Glaeske: Das war eigentlich erst 2016, als uns jemand eine Dokumentation vorlegte. Unterlagen, die zeigten, dass bestimmte Arzneimittel aus einem sehr starken Psychopharmaka-Bereich Kindern im Alter von sechs bis acht Jahren in Dosierungen verordnet wurden, jenseits dessen, was man medizinisch oder pharmakologisch verantworten kann. Insofern musste man den Eindruck gewinnen, dass es nicht um Therapie ging, sondern es war chemische Gewalt an Kindern.

      ZDF: Sylvia Wagner konnte in ihrer pharmazeutischen Doktorarbeit nachweisen, dass es keine Einzelfälle sind, sie spricht von fünfzig bis sechzig Studien. Sehen Sie da eine Systematik?

      Glaeske: Es war einerseits vielleicht ein systematisches Fortführen bestimmter Ärzte, die möglicherweise auch in der Zeit des Faschismus medizinisch tätig waren und das Empfinden hatten, weiterhin Versuche durchführen zu können. Es war damals auch eine schlecht regulierte Zeit, noch vor dem ersten Arzneimittelgesetz in Deutschland, das erst 1961 in Kraft trat. Und die pharmazeutischen Hersteller wussten Bescheid darüber, welche Mittel in welcher Dosierung eingesetzt wurden und waren selber ganz erschrocken darüber, dass Ärzte auch in viel zu hoher Dosierung solche Neuroleptika bei Kindern eingesetzt haben. Sie hatten aber nichts unternommen.

      ZDF: Wo bleibt dabei die Ethik der Ärzte?

      Glaeske: Die Ethik ist überhaupt nicht zu erkennen. Es ging, wenn ich das wirklich drastisch interpretiere, um die Lust daran, zu erkennen, wie ein Mensch auf hohe Dosierungen eines sehr stark wirkenden Arzneimittels reagiert. Die Kommentare in den Unterlagen zeigen, dass die Kinder schrien, starrten, in einer ganz bestimmten Weise schauten, die jenseits alle Natürlichkeit war. Man hatte das Gefühl, es war eine Beschreibung von Situationen, in die man Kinder hineingetrieben hat. Man konnte gar keine Beziehung mehr dazu ziehen, was man medizinisch wissen wollte, sondern im Vordergrund stand, wie ein menschlicher Organismus auf diese Arzneimittel reagiert. Man im Grunde genommen die Unterlagen der Kinder gesammelt. Man hätte die Unterlagen auch auswerten können, aber es hat sich niemand darum gekümmert, weder die Pharmaindustrie noch die jeweiligen Hersteller.

      ZDF: Also waren diese Säuglinge menschliche Versuchskaninchen?

      Glaeske: Sie waren Versuchskaninchen und sie wurden im Prinzip durch diese Arzneimittel zu Monstern gemacht. Es ging aus meiner Sicht darum, dass man in einem geschützten Raum alles mit den Kindern machen konnte, was man wollte. Man gab hohe Dosierungen, man gab bestimmte Arzneimittel, die damals für Kinder nicht zugelassen waren, man hatte überhaupt keine Erfahrungen damit, welche Dosierung man bei Kindern verwenden sollte. Man hat einfach herumprobiert und letzten Endes Grenzen überschritten, die aus meiner Sicht die Ethik geboten hätte.

      ZDF: Wenn man mit betroffenen Heimkindern spricht, stellen diese sich häufig die Frage, was die Arzneimittel mit ihnen gemacht haben. Auch an Säuglingen wurden ja zum Beispiel Impfstoffe ausprobiert. Welche Auswirkungen kann das haben?

      Glaeske: Es kann natürlich ganz unterschiedliche Auswirkungen haben, wenn ich einem Kind ein Arzneimittel in viel zu hohen Dosierungen gebe oder gar nicht darauf achte, ob das Kind solche Arzneimittel verträgt. Es gab bislang offensichtlich zu wenige Studien an Kindern. Man hatte den Kindern die drei-, vier-, fünffache Dosierung eines Erwachsenen gegeben. Natürlich hat das unerwünschte Auswirkungen und Spätfolgen. Was Psychopharmaka oder Neuroleptika betrifft, wissen wir, dass auch in normalen Dosierungen schon Bewegungsstörungen vorkommen, die auch bleiben können. Selbst wenn ich die Arzneimittel absetzte, bleiben diese Bewegungsstörungen. Man weiß auch, dass die Mittel auf bestimmte Herz- Kreislauf- Systeme wirken oder es kommt zu Spätfolgen in bestimmten Organen, etwa Schädigungen von Leber oder Niere. Und bei Kindern, bei denen sich gerade alles erst entwickelt, betrifft es insbesondere das zentrale Nervensystem, das Gehirn. Das ist mit fünf Jahren einfach nicht fertig und das heranwachsende Kind mit seinem heranwachsenden Gehirn kann auf Dauer geschädigt werden.

      ZDF: Was würden Sie den Betroffenen raten?

      Glaeske: würde den Betroffenen auf alle Fälle raten, einerseits ihren Fällen nachzugehen, welche Dokumente es gibt. Und zum zweiten auch zu prüfen, ob man nicht tatsächlich auch mit den Pharmaunternehmen, die ja solche Tests letztendlich bewilligt oder zumindest geduldet haben, eine Diskussion führt. Diese Pharmaunternehmen haben, wie man an den Darstellungen von Frau Wagner erkennen kann, auch noch die Archive, in denen man das nachlesen kann. Ich glaube, dass man hier auch die Pharmafirmen zur Verantwortung ziehen sollte. Eine Form von Entschuldigung wäre das mindeste, aber möglicherweise sollte es auch einen Schmerzensgeldausgleich für diese Zeit geben. Denn ich bin überzeugt, dass viele dieser Menschen auch derzeit noch die Folgen dieser frühen Arzneimittelversuche zu spüren bekommen.

      ZDF: Herzlichen Dank für das Gespräch.


      Zur Person Gerd Gaeske

      Prof. Dr. Gerd Glaeske ist Pharmakologe und Professor für Arzneimittelanwendungsforschung am Zentrum für Sozialpolitik der Universität Bremen und Leiter der Forschungseinheit "Arzneimittelberatung und Arzneimittelinformation".

      .

      .
      ––––––––––––––––––––
      Eine Verhandlung oder ein Verfahren ohne QUALIFIZIERTEN juristischen Rechtsbeistand, Recht und Gesetz ist wie ein Gebäude ohne Fundament – ein Kartenhaus.

      Heimkinder appellieren an VATER STAAT und MUTTER KIRCHE Sühne zu tun:
      Ein Denkmal in Musik gesetzt

      Freiheit ist keine Selbstverständlichkeit; sie bedarf ständiger Wachsamkeit.
      Wer glaubt das es zu einer ordentlichen Aufarbeitung der Vorkomnisse kommt, befindet sich wohl auf dem Holzweg.
      Bund und Länder haben sich längst darüber verständigt was wie wo und wann gemacht wird.
      Für die Betroffenen bleibt allenfalls ein Platz im "Beirat" übrig. Diese werden wohl mit "zuverlässigen" sprich steuerbaren Ehemaligen besetzt werden.
      Bewegen oder gestalten werden die Ehemaligen in diesem Beirat mal rein gar nichts, sie unterliegen dem Diktat der "Aufklärer"^^
      Alleine der Aufarbeitungstopf von 1 Mio für das gesamte Bundesgebiet sollte doch mal zum nachdenken anregen. Wer rechnen kann weis Bescheid, für die die es nicht können:
      1 Mio:16Bundesländer= 62.500 Euro pro Bundesland für die Aufarbeitung.
      Die Nordkirche hier in SH, hat der Aufarbeitung eine Absage erteilt und die Angelegenheit an die Diakonie SH abgegeben.
      :mumie:

      Medikamententests an Heimkindern in WESTDEUTSCHLAND

      Der Landschaftverband Rheinland in Köln und sein Vorgehen.

      Martini schrieb:

      .
      Textauszug aus einem sehr langen Bericht aus der Wochenzeitung NRhZ-OnlineNeue Rheinische Zeitung vom 13.07.2011 mit der Überschrift

      »
      Landschaftsverband Rheinland muss seine Nachkriegsgeschichte aufarbeiten«
      »
      1954 bis 1975 Nazi-Psychiatrie«

      QUELLE: http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=16721


      .
      Landschaftsverband Rheinland muss seine Nachkriegsgeschichte aufarbeiten
      1954 bis 1975 Nazi-Psychiatrie


      Von Lothar Gothe

      [ ……… ]

      [] Der LVR [Landschaftsverband Rheinland (Köln)] stand als (Unrechts-) Staat im Staate da.

      Über die Jahre jagte ein Skandal den nächsten: Brauweiler, Düren, Bonn usw. Keiner wurde vom LVR selbst oder der Landschaftsversammlung aufgedeckt. Im Gegenteil: Verdunkeln, Vertuschen, Hausverbote, Strafanzeigen gegen uns statt gegen seine eigenen Täter waren die üblichen Reaktionen. Mitte der 70er Jahre wurden uns 12 Doktorarbeiten der Universität Düsseldorf zugespielt: Die Doktoren hatten im LKH Grafenberg für eine Düsseldorfer Pharmafirma an Patienten, auch Zwangsuntergebrachten, eine Studie mit nicht zugelassenen Medikamenten durchgeführt und akribisch die qualvollen, teils lebensbedrohlichen Nebenwirkungen notiert. Die Herren wurden nicht zur Verantwortung gezogen, wohingegen in den Nürnberger Prozessen Ärzte verurteilt worden waren, weil sie ähnlich quälerische Versuche mit Meerwasser an KZ-Häftlingen durchgeführt hatten.

      Der Stern veröffentliche Berichte von russischen Dissidenten über deren Mißhandlungen in den psychiatrischen Anstalten. Das Schlimmste sei, so hieß es dort, das "Medikament" Haldol, und sie beschrieben dessen schwere Nebenwirkungen. Was der KGB als Foltermittel importierte und einsetzte, war in den hiesigen Psychiatrien ein medizinischer Renner. Weil es geschmack- und geruchlos ist, ließ es sich unbemerkt in Getränken verabreichen. An Wochenenden war es Usus, daß Pfleger per "Bedarfsverordnung“ die Insassen mit einer Zusatzdosis "pflegeleicht“ machten. Während diese mit Blickstarre und aus dem Mundwinkel tropfenden Speichel im chemischen Nebel dahindämmerten, konnten jene in Ruhe Skat kloppen.

      Ende der 70er Jahre rügte Amnesty International in seinem Jahresbericht die Bundesrepublik wegen Menschenrechtsverletzungen in den psychiatrischen Einrichtungen. Das zugrunde liegende Beweismaterial stammte überwiegend vom SSK [Sozialistischen Selbsthilfe Köln], es betraf also in der Hauptsache die Anstalten des LVR. Spätestens da wäre es für den LVR angebracht gewesen, eine scharfe Zäsur durchzuführen, Ursachen für die katastrophalen Tatbestände zu erforschen und die Fehlentwicklungen offen zu legen. Unweigerlich wäre aber so das braune Netzwerk ans Tageslicht befördert worden. Man saß das aus, beließ die Leichen im Keller und die Kulenkampff-Epigonen wie Kukla und Köster arbeiteten weiter an der Psychiatrie-Reform, ohne den eigenmächtigen unkontrollierbaren Verwaltungsapparat anzugreifen und zu entmachten, an dem ihr Mentor ja nach eigener Auskunft gescheitert war. So aber stehen die Reformen auch heute auf tönernen Füßen, und es ist zu befürchten, daß sie nach und nach wieder einkassiert werden, wenn die Zeiten härter werden und es opportun erscheint, "Ballastexistenzen" wieder kürzer zu halten.

      [ ……… ]

      .

      Dieser Bericht umfasst insgesamt ungefähr 26000 Zeichen, einschließlich Leerzeichen (in HTML-Quelltext womöglich sogar mehr als 30000 Zeichen).

      WEITERE QUELLE: http://www.forschung-bw.de/VersFHist/Mahnmal/Standorte/NRhZ-Online_2011_07_13.pdf

      .

      kliv schrieb:

      .
      Lt. Herrn Gothe ist man auch den Lehrer, Herrn Tanzmann, übelst angegangen. Alleine das zeigt doch schon, dass die Verantwortlichen überhaupt nicht an einer Aufarbeitung interessiert sind.

      Klar verkündet der LVR, Aufarbeitung betreiben zu wollen, aber wo bleiben die Ergebnisse, die auch gerichtsverwertbar sind. Aufarbeitung bedeutet nämlich auch, dass man auf die Leute zugeht und diese entschädigt - und zwar lebenslang.

      .

      QUELLE: RP ONLINE - Rheinische Post - RP Digital GmbH - Düsseldorf (09.02.2017): http://www.rp-online.de/nrw/staedte/viersen/lvr-studie-zu-medizintests-an-heimkindern-aid-1.6597184 :

      .
      10. Februar 2017 | 00.00 Uhr

      Viersen


      LVR-Studie zu Medizintests an Heimkindern

      Viersen. Noch bis in die 1970er-Jahre hinein wurden Heimkinder in der Süchtelner Psychiatrie für Medikamententests missbraucht. Eine wissenschaftliche Studie soll jetzt Licht in das dunkle Kapitel bringen.

      Von Martin Röse

      Der Landschaftsverband Rheinland (LVR) lässt den Umgang mit Medikamenten in seinen kinder- und jugendpsychiatrischen Einrichtungen zwischen 1945 und 1975 wissenschaftlich aufarbeiten. Wegen ihres Vorzeige- und Modellcharakters in den 1960er und 1970er-Jahren soll exemplarisch die Kinder- und Jugendpsychiatrie der LVR-Klinik Süchteln untersucht werden. Das beschloss jetzt der Landschaftsausschuss der Landschaftsversammlung Rheinland. Im Fokus der Untersuchung werden Medikamentenversuche an Kindern und Jugendlichen sowie die Vergabepraxis stehen. Für das Forschungsprojekt stehen im LVR-Haushalt für die nächsten zwei Jahre insgesamt 100.000 Euro zur Verfügung. Die Federführung hat das Kulturdezernat des LVR mit seinem Archivberatungs- und Fortbildungszentrum übernommen.

      In der Süchtelner Einrichtung sollen etwa 30 Kinder im Alter von zwölf und 13 Jahren das Neuroleptikum "Dipiperon" als Saft verabreicht bekommen haben - offenbar um erhöhte Aggressivität aufgrund von Hirnschädigungen zu behandeln. Den größten Anteil stellten dabei mit 62 Prozent die "milieugeschädigten Kinder, die aus sehr ungünstigen sozialen Verhältnissen kommen". Die Krefelder Pharmazeutin Sylvia Wagner war bei Recherchen zu ihrer Doktorarbeit auf die Vorfälle gestoßen: Bundesweit sollen Pharmafirmen in rund 50 Kliniken, meist Kinder- und Jugendpsychiatrien, bis weit in die 1970er-Jahre hinein Medikamente an Heimkindern getestet haben. Wagner schätzt, dass bundesweit Tausende Kinder und Jugendliche in Heimen und Psychiatrien zwischen 1950 und 1975 Opfer von solchen Medikamententests geworden sind. "Es kam unter anderem zur Prüfung von Impfstoffen, Psychopharmaka und die Libido hemmenden Präparaten", sagt Wagner.

      Im Oktober hatte der LVR nach dem Bekanntwerden der Vorwürfen über Medikamentenversuche und den missbräuchlichen Einsatz von Arzneimitteln eine konsequente Aufarbeitung für seinen Verantwortungsbereich angekündigt. "Unabhängig davon, ob Psychopharmaka zur regelmäßigen Sedierung von Kindern und Jugendlichen eingesetzt wurden, oder ob Pharmakonzerne mit Unterstützung unserer Einrichtungen Testreihen durchgeführt haben: Wir wollen diese Fakten erfahren. Nur so können wir Schlüsse für die heutige Zeit ziehen", erklärt Jürgen Wilhelm, Vorsitzender des Landschaftsausschusses. Der LVR ließ bereits prüfen, welche Aktenbestände in seinen Kliniken noch vorhanden sind. Hierbei stießen LVR-Mitarbeiter auf rund 3000 Einzelfallakten sowie Arznei- und Medikamentenverordnungsbücher in der Kinder- und Jugendpsychiatrie der LVR-Klinik Viersen, die noch nie Gegenstand einer wissenschaftlichen Untersuchung waren. Diese Dokumente sollen nun im Rahmen der beschlossenen Studie untersucht werden. "Die Untersuchung des Umgangs mit Medikamenten in unseren Einrichtungen reiht sich ein in eine Serie von wissenschaftlichen Studien, mit denen der LVR seine Verbandsgeschichte beleuchtet hat. Hierzu gehören ausdrücklich auch unangenehme Wahrheiten, wie die NS-Vergangenheit des ersten LVR-Direktors Udo Klausa oder der unmenschliche Umgang mit Heimkindern in den Nachkriegsjahrzehnten", betont LVR-Direktorin Ulrike Lubek.

      Quelle: RP


      INFO

      In einem Jahr sollen Ergebnisse vorliegen

      Ansatz Die Forscher sollen nicht nur die Akten der LVR-Klinik Süchteln durcharbeiten, sondern auch in Firmenarchiven von Pharmaunternehmen Hinweise auf Medikamentenversuche an Kindern und Jugendlichen finden.

      Ergebnis Das Forschungsprojekt soll nach einem Jahr mit einem Forschungsbericht abschließen, der zu einer Buchpublikation ausgebaut werden kann.

      .
      ––––––––––––––––––––
      Eine Verhandlung oder ein Verfahren ohne QUALIFIZIERTEN juristischen Rechtsbeistand, Recht und Gesetz ist wie ein Gebäude ohne Fundament – ein Kartenhaus.

      Heimkinder appellieren an VATER STAAT und MUTTER KIRCHE Sühne zu tun:
      Ein Denkmal in Musik gesetzt

      Freiheit ist keine Selbstverständlichkeit; sie bedarf ständiger Wachsamkeit.

      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von „Martini“ ()

      Medikamententests an Heimkindern in WESTDEUTSCHLAND

      .
      In Bezug auf den von mir im unmittelbar vorhergehenden Beitrag wiedergebenen Bericht aus der Rheinischen Post vom Fr. 10.02.2017 betitelt »LVR-Studie zu Medizintests an Heimkindern«

      ( @
      http://www.rp-online.de/nrw/staedte/viersen/lvr-studie-zu-medizintests-an-heimkindern-aid-1.6597184 )

      gibt es auch schon zwei relevante Leserkommentare von Ehemaligen Heimkindern:


      .
      Vivien

      10.02.2017, 13:46 Uhr

      nicht nur in den LVR Kliniken sonder auch in anderen Heimen wie z. B das Kinderheim Dr. Dawo in Rheinbach.

      Das weiss ich deswegen da ich selbst eines von diesen Versuchskindern war. Damals wurde an mir nämlich Haloperidol und auch Aiolept ausprobiert.

      .

      .
      Jlbeckers

      10.02.2017, 12:29 Uhr

      Was wurde den Kindern wegen Bettnässen in den 60ziger Jahren in Königswinter in den Rücken gespritzt? Der LVR hatte auch über diese Einrichtung die Aufsichtskontrolle.

      Das Haus "Villa Hugo Hüser" in Königswinter/Oberkassel 53227, Bernhardstr. 25 war im Besitz von Dr. med. Egil Brinch-Toft, Kinderärztin aus Oslo, die das Kindersanatorium bis 1976 unter dem Namen „Haus Bernward“ leitete, zusammen mit Dr. Müller.

      Viele Opfer klagen bis heute über die Kur in Oberkassel. Was war da los?

      .

      .
      ––––––––––––––––––––
      Eine Verhandlung oder ein Verfahren ohne QUALIFIZIERTEN juristischen Rechtsbeistand, Recht und Gesetz ist wie ein Gebäude ohne Fundament – ein Kartenhaus.

      Heimkinder appellieren an VATER STAAT und MUTTER KIRCHE Sühne zu tun:
      Ein Denkmal in Musik gesetzt

      Freiheit ist keine Selbstverständlichkeit; sie bedarf ständiger Wachsamkeit.
      Martini, nicht nur in den Einrichtungen der Behindertenhilfe, auch in ganz gewöhnlichen Kinderheimen wurden Medikamente verabreicht.

      Ob es sich hierbei um eine Studie handelt, keine Ahnung. Ich gehe aber mal davon aus, dass wir ruhiggestellt wurden. Ich hab z. B. Lexotanil 6 bekommen und das ist nicht ohne.
      Tapferkeit ist das Vermögen und der überlegte Vorsatz,
      einen starken aber ungerechten Gegner Widerstand zu leisten.
      (Immanuel Kant)

      Der Ziellose erleidet sein Schicksal, der Zielbewusste gestaltet es.
      (Immanuel Kant)

      Neu

      Es gibt eine Zeugenaussage und ich selbst habe mitbekommen, dass solche Medikamente bei uns ausgegeben wurden.

      Auf unserer Kinderstation wurden die Medikamente (auch die harten) unverschlossen und für jeden zugänglich in einem Küchenschrank aufbewahrt.

      Im Franz-Sales-Haus bin ich nicht untergebracht gewesen, jedoch wurde nicht nur mir, sondern allen anderen auch, immer wieder mit einer dortigen Unterbringung gedroht.
      Tapferkeit ist das Vermögen und der überlegte Vorsatz,
      einen starken aber ungerechten Gegner Widerstand zu leisten.
      (Immanuel Kant)

      Der Ziellose erleidet sein Schicksal, der Zielbewusste gestaltet es.
      (Immanuel Kant)

      Medikamententests an Heimkindern in WESTDEUTSCHLAND

      Neu

      .
      Frankfurter Rundschau

      Rhein-Main und Hessen
      Hessische Landespolitik und Berichte aus dem Rhein-Main Gebiet


      QUELLE: http://www.fr-online.de/medikamententests/universitaet-giessen-belege-fuer-medikamentenversuche-entdeckt,34956678,35162832.html :


      .
      Medikamententests an Kindern

      FR-Recherche über geheime Versuche von Pharmafirmen

      FRANKFURTER RUNDSCHAU » RHEIN-MAIN » DOSSIER » MEDIKAMENTENTESTS


      15. Februar 2017

      UNIVERSITÄT GIEßEN


      Belege für Medikamentenversuche entdeckt

      Von PITT VON BEBENBURG

      [ Foto mit Bildunterschrift: „An der Universität Gießen hat es in der Nachkriegszeit Tests mit nicht registrierten Medikamenten gegeben.“ ]

      Die Universität Gießen stößt auf Belege für Medikamentenversuche in den 50er und 60er Jahren.

      An der Gießener Universität wurden zwischen 1957 und 1963 nicht zugelassene Medikamente an Patienten der Nervenklinik getestet. Vermutlich geschah dies ohne das Einverständnis der Betroffenen. Jedenfalls sind keine Einwilligungserklärungen zu finden.

      Das hat der Gießener Professor Volker Roelcke vom Institut für Geschichte der Medizin bei seinen Nachforschungen herausgefunden, wie die Universität am Mittwoch [15.02.2017] mitteilte. Die Frage, ob neue Medikamente auch an Heimkindern erprobt wurden, sei bisher ungeklärt. Ihr werde weiter nachgegangen.

      Im November war durch einen Bericht der Frankfurter Rundschau bekannt geworden, dass Ärzte in den 50er und 60er Jahren nicht zugelassene Medikamente und neue Impfstoffe an hessischen Heimkindern erprobt hatten – in Zusammenarbeit mit Pharmafirmen. Die FR stützte sich auf die Forschungsarbeit der Doktorandin Sylvia Wagner, die solche Tests auch in anderen Bundesländern nachgewiesen hatte.

      Die Politik reagierte. Die hessische Landesregierung nannte Medikamententests an Kindern ohne Einwilligung „verwerflich“. Der Landtag lud zu einer Expertenanhörung ein, die im März [2017] geplant ist. Träger von Heimen und die Gießener Universität begannen mit Recherchen.

      Dabei ging es in Gießen zunächst um ein Präparat mit dem Kürzel „H 502“, das ausweislich einer Notiz in den Akten der Firma Merck im Jahr 1959 für den Gießener Psychiater Hans Heinze junior bestellt worden war. Der Medizinhistoriker [Professor] Roelcke fand nun durch eine Nachfrage bei dem Unternehmen heraus, dass das Versuchspräparat auch geliefert wurde. Ob und an wen es verabreicht wurde, konnte [Professor] Roelcke aber bisher noch nicht ermitteln.

      Feststellen konnte er jedoch, dass im Zeitraum von 1957 bis 1963 mindestens 15 nicht registrierte Präparate an Patienten der Universitätsnervenklinik Gießen erprobt wurden. Die meisten dieser Medikamente würden in den Akten nur mit den firmeninternen Buchstaben-Zahlen-Kürzeln benannt, im Gegensatz zu den offiziell für den Markt registrierten Arzneimitteln.

      „Alle Medikamente wurden nur für Indikationen verabreicht, die im Zusammenhang mit der jeweiligen Erkrankung standen“, heißt es weiter in der Mitteilung der Gießener Uni. Daher habe „zumindest ein potenzieller Nutzen für die Betroffenen“ bestanden.

      Da das Merck-Präparat H 502 in den Gießener Akten nicht zu finden ist, geht Forscher [Professor] Roelcke davon aus, dass es neben den 15 entdeckten Versuchsreihen noch weitere gegeben haben dürfte.

      In den Krankenakten fanden die Medizinhistoriker jedoch keine einzige Einwilligungserklärung zu den Medikamententests. Das sei „ungewöhnlich“, stellt die Hochschule fest. „Auch damals hätte für die Medikamentenerprobungen eine informierte Zustimmung der Probanden vorliegen müssen.“ Schließlich seien auch Einwilligungserklärungen für andere Behandlungen, etwa für eine Elektro-Krampftherapie, in den Akten enthalten.

      Zuvor hatte bereits die Hephata-Diakonie im nordhessischen Treysa bestätigt, dass eine Ärztin im Dezember 1957 bei der Firma Merck das umstrittene Medikament Decentan bestellt hatte. Bisher seien aber keine Beweise dafür gefunden worden, dass es für Versuche benutzt worden sei. Das Präparat wurde in mehreren deutschen Kinderheimen bei Medikamententests eingesetzt – mit schwerwiegenden gesundheitlichen Folgen für die jungen Probanden.

      Anhörung
      Am 9. März [2017] ist im [Hessischen] Landtag eine Anhörung zu Medikamententests geplant, die ohne Einwilligung der oft jungen Patienten vorgenommen wurden. Gehört werden Vertreter von Forschung, Unternehmen, Heimträgern, Ärzten, Jugendämtern sowie von Betroffenengruppen.

      Der Sozialausschuss des Parlaments hat die Fachleute eingeladen. Dazu zählt auch Professor Volker Roelcke. Der Medizinhistoriker ist von seiner Gießener Universität beauftragt, in dieser Frage zu recherchieren. (pit)

      –––––––––––––––––––––––––––––––––––––

      AUTOR - Pitt von Bebenburg
      Landtags-Korrepondent, Wiesbaden

      .

      .
      ––––––––––––––––––––
      Eine Verhandlung oder ein Verfahren ohne QUALIFIZIERTEN juristischen Rechtsbeistand, Recht und Gesetz ist wie ein Gebäude ohne Fundament – ein Kartenhaus.

      Heimkinder appellieren an VATER STAAT und MUTTER KIRCHE Sühne zu tun:
      Ein Denkmal in Musik gesetzt

      Freiheit ist keine Selbstverständlichkeit; sie bedarf ständiger Wachsamkeit.

      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von „Martini“ ()