Ein Leben

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      Unehelich geboren, nach der Geburt ins Säuglingsheim Schloss Allner. Nach zwei Jahren heirateten meine Eltern und holten mich. Erinnerungsfetzen erzählen von sexuellen Übergriffen. Mit sechs Jahren nocheinmal ein Heimaufenthalt in Loheland bei Fulda. Hier erinnere ich mich deutlich an Prügel und sexuelle Gewalt.Wieder zu Hause begannen Prügel, Gehirnwäsche und sexuelle Übergriffe, die Prügel diente meinen Eltern als erotische Stimulanz. Da meine Mutter eine Persönlichkeitsstörung hatte, wuchs ich in so einer Art Irrenhaus auf, das ich aber für normal hielt. Die Kinder und Erwachsenen ausserhalb der Familie verstand ich nicht.Mit 13/14 hatte ich weder einen eigenen Gedanken, noch authentische Gefühle. Ich dachte und fùhlte, was grad erlaubt war.Ich hatte epileptische Anfälle (Stressreaktion) und galt als geistig minderbemittelt, war Schulversagerin und schliddertecknapp an der Sonderschule vorbei. Mit 15 kam ich wieder in Heime bis ich 19 war. Dann begann ich tmal, dieses Leben zu erlernen. Mit 20 hatte ich meine erste Freundin......soweit erstmal in Kùrze
      Manche von uns sind in einer kranken Umgebung "aufgewachsen" und
      ganz knapp dem Wahnsinn entkommen. Egal ob das Glück war oder Gnade,
      wieder da hinein zu rutschen, dürfte nur geschehen, wenn man die Dinge mitschleift,
      statt sie abzustreifen.
      Besser wäre es, sie vergessen zu dürfen. Geht aber nicht so einfach. Ich glaube man kann diese
      Erinnerungen nur durch Glücklich sein ersetzen. Das heißt; ich weiß es.
      Das Leben ist eine kurze Unterbrechung immerwährendem Fortseins

      Bons schrieb:

      Und: man hat sich selbst n i c h t s zu verzeihen. Manche fühlen sich schuldig, aber das
      ist wohl nur ein verzerrtes Echo aus der Vergangenheit
      Die Frage nach der Schuld stelle ich mir nicht, wohl aber die nach Verantwortlichkeit. Was andere zu verantworten haben, geht mich nichts an, wohl aber meine Verantwortung für mich, mein Denken und Handeln . Die sich daraus ergebenden Konsequenzen werden mein Leben mehr prägen als alles andere.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Lily de Lil“ ()

      Hallo Lily,
      danke für deinen "Seelenstriptease".
      Wie ich die Sache sehe, hast Du ganz ähnlich, wie viele andere hier, meiner einer eingeschlossen, eine ziemlich ätzende Kindheit hinter dich bringen müssen.
      Deine heutige Einstellung finde ich super, ich lebe in etwa auch danach. Was hinter mir liegt kann ich inzwischen eh nicht mehr ändern, jedoch das was vor mir liegt, darauf kann ich noch Einfluss nehmen, was ich auch versuche/mache.
      Ich glaube das Schlimmste, was mir heute noch passieren könnte wäre, dass ich auf Grund meiner Erkrankungen vielleicht mal keinen Einfluss mehr auf mein Leben nehmen könnte und wieder auf andere angewiesen sein müsste. Mir meine Selbstbestimmung entzieht.
      Ich hoffe, dass ich da genügend für vorgesorgt habe, dass dann alles nur mein Mann und mein Sohn in meinem Sinne für mich erledigen werden.
      Wie gesagt ich hoffe es, denn niemand weiß, was in der Zukunft alles passieren wird. Oberste Priorität für meine Lieben muss ihr Eigenschutz sein, falls...
      Sie sollen sich nicht für mich selbst zerstören und ich erwarte einfach von ihnen, dass sie für sich und für mich loslassen können, wenn...
      Bis dahin versuche ich so zu leben, dass jeder Tag etwas ganz besonderes ist/wird! Ich mache das, was mir Spaß macht, aber achte darauf, dass möglichst niemand durch mein Handeln Schaden nimmt.
      LG Mandy =)


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      Liebe Mandy,
      es war kein Seelenstriptease - für mich bedeutet Intimität etwas anderes, ist nicht an den Körper, oder was ihm zugestossen ist, gebunden.
      Dein Post hat mich sehr berührt und nachdenklich gemacht. Du musst schlimm krank sein, dass Du solche Gedanken hast und diese Art von Vorkehrungen getroffen hast.
      Ich bin sehr froh, dass ich niemanden habe, der mir so nahesteht - meine Beeinträchtigungen wären eine zu grosse Belastung.
      Meine Freunde gehen sehr gut damit um - die es nicht konnten, habe ich (oder sie haben sich) verabschiedet.......
      Liebe Grüsse!

      Lily de Lil schrieb:

      Liebe Mandy,
      es war kein Seelenstriptease - für mich bedeutet Intimität etwas anderes, ist nicht an den Körper, oder was ihm zugestossen ist, gebunden.

      Also ich empfinde es schon als sehr intim, wenn man von sexuellen Übergriffen an sich schreibt. Ich habe das sehr sehr viele Jahre nicht gekonnt, hab es totgeschwiegen. Erst, als ich krank wurde und an meinem vergangenen Leben quasi zu ersticken drohte, holte ich mir Hilfe. Tja und kurz danach landete ich in dem damaligen ursprünglichen Heimiforum. Nach längerem Selbstmitleid und vieler Heulerei und fehlender Unterstützung begann ich mein Leben grundlegend zu ändern.

      Lily de Lil schrieb:

      Dein Post hat mich sehr berührt und nachdenklich gemacht. Du musst schlimm krank sein, dass Du solche Gedanken hast und diese Art von Vorkehrungen getroffen hast.


      Keine Sorge, ich bin nicht schlechter dran, als andere hier. Nur weiß ich, seit meiner letzten Erkrankung, dass mein Leben endlich ist und das ziemlich ungewiss bleibt.
      Sprüche, wie "man könnte jeden Tag auch von einem Auto erwischt werden", kann ich nicht mehr hören - will ich nicht mehr, denn es ist schon ein Unterschied, wenn man etwas genaueres weiß, dass etwas sehr wahrscheinlich ist, mit den Begleiterscheinungen tgl. lebt oder wenn man kerngesund ist.
      Sei nicht betroffen, denn Du ahnst nicht einmal, wie viele es hier im Forum gibt, die ihren Tod ebenfalls fast täglich vor Augen haben und wieviele leider schon (sehr viel jünger als ich) bereits gehen mussten. So etwas berührt mich sehr. Gemessen daran, bin ich fit. ^^
      Also ich bin hier nur eine von Vielen, "en kleenet Licht".
      ...und ich habe nicht vor, vorzeitig abzutreten.
      Ich werde euch schon noch eine ganze Weile aufn Geist gehen. :P
      Außerdem scheinst Du auch nicht gerade vor Gesundheit zu strotzen.
      so hat wohl jeder sein Päckchen zu tragen.

      PS: Heute, als unsere Postfrau mit ihrem T5 vorm Haus hielt, las ich die Aufschrift "Ich nehme ihre frankierten Pakete mit". Mir stellt sich jetzt die Frage, ob sie wohl "mein Päckchen" mitnehmen wolle. :rofl3d:


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      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Mandy“ ()

      "Kleine Lichter" gibt es nicht. Jedes grössere Licht besteht aus vielen Einzelnen, mögen sie gross oder klein sein. Jede Flamme ist Teil eines grossen Leuchtens....
      Ja, das Leben ist endlich - für einige schon nach wenigen Jahren, für andere nach vielen, vielen Jahrzehnten. Jeder Augenblick ist kostbar - und der Einzige seiner Art.

      Intim ist für mich, was ich liebe, woran mein Herz hängt, wonach ich mich sehne. Das sind alles Dinge, die den Körper überstrahlen.......(das war jetzt eine intime Aussage ;) )
      Liebe Lily,
      ich danke Dir für Deine Fähigkeit über Deine grausame Kindheit und Jugend schreiben zu können und ich gehe klar davon aus, dass Du mit dem was Du geschrieben hast auch Anderen hilfst. Ihnen das Gefühl zu geben, nicht alleine zu stehen mit dem was sie früher erlebt haben und mir geht es auf jeden Fall so, dass es zwischen uns sehr viele Parallelen gibt und was mir sehr wichtig ist, Dein Umgang mit der Vergangenheit. Ich sehe es absolut auch so, dass es letztlich darum geht seine eigene Verantwortlichkeit in den Vordergrund zu setzen, weil es die Chance bietet im Hier und Jetzt und auch der Zukunft für sich das Beste herauszuholen. So habe ich es gemacht und es hat mich zu dem gemacht was ich heute bin und ich bin damit zufrieden. Ich halte mich nicht damit auf zurück im Zorn/Hass zu blicken, weil es mir nichts bringt und ich auch weiß, dass ich Menschen aus meiner Vergangenheit weder zur Einsicht noch zur Änderung bringen kann. Sie sind mir nicht mehr wichtig und so kann ich mehr die Gegenwart erleben.
      Alles Liebe für Dich
      Eigentlich Lily, merkt man in diesem Forum, daß nichts ohne Emotionen abläuft. Weder Streit, noch Versöhnung, keine Plauderei und schon garnicht Gespräche aus dem Bauch heraus.
      Und immer sind viele von uns an allem beteiligt. Aus meiner Sicht zeichnet uns das aus. Schweigen können wir noch alle früh genug - und müssen das sogar.
      Aber bis dahin ist es gut die Geschichte anderer Heimkinder mit durchleben zu dürfen. Das macht es dann auch leichter die eigene mit den Menschen hier zu teilen.
      Wir haben uns schon alles mögliche um die Ohren gehauen , aber noch nie unsere Erlebnisse als Kinder und junge Burschen und Mädchen. Dazu sind wir wohl alle zu sensibel um uns an dieser Stelle verletzen zu wollen.
      Das schafft Vertrauen _auch in diejenigen die man n i c h t mag. Das gibt es ja auch, obwohl dieses "nichtmögen " meist auch nicht lange anhält. Ich mag diesen virtuellen Platz - er ist oft so real.
      Das Leben ist eine kurze Unterbrechung immerwährendem Fortseins
      Ja Bons da sprichst Du etwas Wichtiges an, das Schweigen über unsere Vergangenheit, die Sensibilität die sich in der Verletzbarkeit zeigt oder auch die Angst verletzt zu werden. Ein Spagat
      den man machen muss, sich einerseits in anderen Diskussionen stark (argumentativ) zu zeigen und die Angst/Unsicherheit sich in dem Erzählen über die Vergangenheit schwach zu fühlen. Deswegen habe ich bewusst in meinem vorherigen posting zu Lily geschrieben, dass es eine Fähigkeit ist über ihre grausame Kindheit zu schreiben.

      Es ist aber auch nicht nur so eine Unsicherheit/Angst da über seine eigenen Erlebnisse zu schreiben, ich denke solche Foren gibt es schon zig Jahre und viele haben schon über ihre Vergangenheit geschrieben. Hier oder früher in anderen Foren und man mag es nicht immer wieder tun. Das bedeutet aber noch lange nicht, dass jene Ehemaligen, die jetzt hier“Neu“ sind und nun über ihre Vergangenheit schreiben das nicht als sinnvoll betrachtet wird. Ganz im Gegenteil mir z.B. tut es gut, wenn das ein Mensch ist der viele Parallelen zu meiner Vergangenheit hat, da fühlt man sich nicht so alleine und es schafft wie Du Bons treffend schreibst Vertrauen.
      Ich hoffe sehr, in kein Fettnäpfchen getreten zu sein - ich kam nicht auf die Idee, dass in einem solchen Forum geschwiegen wird; der Gedanke wäre mir wie ein Paradoxon vorgekommen: denn wenn Menschen, die annhähernd durch dieselbe Hölle gegngen sind, sich nicht einander anvertrauen können - wem denn dann?

      Ich rede aus bestimmten Gründen auch relativ offen über das Geschehene: Ich will aufzeigen, was alles mit welchen Facetten möglich ist, damit andere, denen ähnliches passiert, sich wieder erkennen können, damit sie sagen können "Ah - ja, genau, DAS kenne ich, nur hatte ich bislang keinen Namen dafür", damit sie einordnen können, was ihnen angetan wird. Nichts, was ich erlebt habe, hat irgendeine Bedeutung, wenn andere es nicht für sich nutzbar machen können.

      Wir alle müssen mit etwas umgehen, was wie ein Tornado über uns hereingebrochen ist (der Vergleich hinkt garantiert - mir fällt nur grad kein anderes Wort ein, mit dem ich alle in ein- und dasselbe Boot holen könnte). Wir mussten lernen, mit etwas umzugehen, das wie eine Naturgewalt war/ist - sich aber Naturgewalten gewachsen zu zeigen (und das haben alle, die überlebt haben), zeigt, welchen Mut und welche Kraft wir haben. Wir sind nicht nur nicht untergegangen - wir haben standgehalten und gesiegt. Und einer Naturgewalt standhalten zu können, das sagt etwas über uns aus. Also - warum schweigen? Ich glaube, jeder muss wählen, worauf er sein Augenmerk richtes ist wichtig, worauf wir das Augenmerk richten will: auf die Verwundungen, die zugefügt wurden, oder auf die Kraft, die jeder bewiesen hat. Wer einmal so eine Hölle durchwandert hat, der kann sich überall hin wagen, der schafft alles. Jeder von uns kann hocherhobenen Hauptes anderen begegnen, denn jeder hat fast Übermenschliches geleistet (und tut es noch).
      Wie es Euch geht, weiss ich nicht - aber ich bin kein Opfer mehr, ich bin nur noch ich selber.
      So, ich hoffe, dass ich nun keinem zu nahe getreten bin oder einen Streit jetzt vom Zaum gebrochen habe, denn ich kann Streit gar nicht leiden.

      burkhard1 schrieb:

      Würde mich freuen Lily, wenn Du irgend wann einmal schreibst, wie Dein Leben nach der Heimzeit weiter ging. Liebe Grüße


      Das fällt mir schwer, weil es so durcheinander alles war - ich bekomme kaum einen zeitlichen Ablauf rein.
      Meine Heimaufenthalte endeten, als ich 19 war.
      Und danach musste ich erst mal das Leben "draussen" lernen.
      Erst ab diesem Zeitpunkt auch hatte ich die ersten Freunde - vorher hatte ich keine. Ich habe diverse Ausbildungen zu machen versucht, sie alle scheiterten daran, dass ich dann letztlich kein Praktikum oder so etwas machen konnte, weil einfach das Geld fehlte (ich musste mich ja selber unterhalten).
      Ich habe geputzt, und ich war Hausdame bei Bankers. Ich habe alte Leute gepflegt, und ich habe bei British Airways gearbeitet. Ich habe Möbel verkauft, eine Filiale geleitet, und ich war arbeitslos.
      Ich habe im Abendgynasium mein Vollabitur auf dem naturwissenschaftlichen Zweig gemacht.
      Ich habe alleine gelebt und in einer Kommune, ich war verheiratet und habe mit einer Frau zusammen gelebt. Ich habe in die "untersten" und die "obersten" Gesellschaftsschichten reingeschnuppert.
      Ich habe geklaut - und irgendwann Gewissensbisse bekommen, und die Dinge wieder zurückgegeben. Ich war sehr fromm,ich war Atheistin, ich habe mich mit Schamanismus befasst, habe Tarotkarten gelegt und bin dem wieder entwachsen..
      Ich war zu dick und ich war zu dünn.
      Ich habe viel Geld verdient, und ich hatte kaum zu essen.
      Ich habe in Großstädten und in der Waldeinsamkeit gelebt.
      Ich habe nach allgemeingültigen Wahrheiten gesucht - und mich entspannt, als ich damit aufgehört habe.

      Ich schreibe Geschichten, spiele Flöte, singe in zwei Chören, arbeite mit Ton - und lege auf Perfektion keinen Wert.
      So, das ist so in etwa, was ich über mein Leben erzählen könnte.......
      wow ein bewegtes Leben,
      damit Du nicht meinst, Du schreibst nur über Dich schreibe ich auch einmal eine Kurzform meines Lebens danach...also nach dem Heim, ich kam mit 20 Jahren raus.
      Ausbildung zur Krankenschwester, Abendgymnasium gemacht, später sehr lange in der Pschychiatrie gerabeitet, Psychologie studiert, nie geheiratet, keine Kinder und vor einem Jahr bin ich in Rente gegangen, Rente mit 63 ohne Abschlag, was ja ab letztes Jahr möglich war.
      Hobbys Musik ohne Ende: spiele Gitarre, Akkordeon und habe jetzt gerade mit Keyboard angefangen.
      Nur das mal, weil ich noch einmal auf etwas anderes eingehen wollte, im nächsten posting mache ich das einmal.