Wanderheimkinderausstellung eröffnet!

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      Wanderheimkinderausstellung eröffnet!

      Unter dem Titel "Verwahrlost und gefährdet" bietet diese Ausstellung einen Einblick in den Alltag von Zeitzeugen in diversen Heimen in Baden-Württemberg.

      Initiiert von einem Beiratsmitglied und in Zusammenarbeit mit dem Landesarchiv Baden-Württemberg entstand so ein Dokument von bewegender Tragweite.

      Die Wanderausstellung thematisiert die oft täglichen Gewalterfahrungen. Sie vermittelt den aktuellen Erkenntnisstand bei den Bemühungen um Aufklärung der Geschehnisse in baden-württembergischen Heimen für Kinder- und Jugendlichen in den Nachkriegsjahren. Zusätzlich hat das Landesarchiv noch eine Begleitpublikation mit dem gleichen Titel wie die Ausstellung veröffentlicht. Sie ist über den Buchhandel erhältlich!

      Die Wanderausstellung kann bei folgenden Standorte Eintrittsfrei besucht werden.

      Hauptstaatsarchiv Stuttgart: 24.9. bis 30.10.2015

      Katholische Hochschule Freiburg: 02.11 bis 13.01.2016

      KVJS Bildungszentrum Schloss Flehingen: 15.01. bis 12.02.2016

      KBJS Tageszentrum Gültstein: 15.02 bis 18.03.2016

      Bildungshaus der Barmherzigen Schwestern Untermarchtal: 23.03 bis 04.04.2016

      Weitere Ausstellungstermine sind in Vorbereitung. Der Eintritt ist immer frei!

      typotypen1 schrieb:

      Zur Wanderausstellung gehört auch ein Film "Weichenstellung-Lebensprägung Heim", der die Leiden der Zeitzeugen eindrucksvoll wiedergibt. Mehrere Ehemalige erzählen ihre Erlebnisse die sie im Heim gemacht haben persönlich.


      gibt es einen link zu dem film?
      Man muss die Welt nicht verstehen, man muss sich darin zurecht finden.

      (Albert Einstein)

      Wanderheimkinderausstellung eröffnet!

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      "Heimkinder"+"Wanderausstellung"+"BADEN-WÜRTTHEMBERG"

      ERSTER THREAD ZUM THEMA @
      http://heimkinder-forum.de/v4x/index.php/Thread/18024-Wanderausstellung-ueber-missbrauchte-Heimkinder-eroeffnet/ ( Thread eröffnet 09.07.2015, 09:59 )

      ZWEITER THREAD ZUM THEMA @
      http://heimkinder-forum.de/v4x/index.php/Thread/18063-Wanderheimkinderausstellung-eröffnet/ ( Thread eröffnet 08.08.2015, 09:32 )

      HIER IST ALLES GENAU ERKLÄRT:

      KVJSKommunalverband für Jugend und Soziales Baden-Württemberg - »Heimalltag zwischen 1949 und 1975. Eine Ausstellung gegen das Vergessen« @
      http://www.kvjs.de/meta/startseite/ausstellung-gegen-das-vergessen.html

      Eine Wanderausstellung des Landesarchivs Baden-Württemberg - »Ausstellung: Verwahrlost und gefährdet? Heimerziehung in Baden-Württemberg 1949-1975« @ http://www.landesarchiv-bw.de/web/58511

      Ministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie, Frauen und Senioren Baden Württhemberg - »Eröffnung der Wanderausstellung „Verwahrlost und gefährdet? Heimerziehung in Baden-Württemberg 1949-1975“« @ https://sozialministerium.baden-wuerttemberg.de/de/service/presse/pressemitteilung/pid/eroeffnung-der-wanderausstellung-verwahrlost-und-gefaehrdetheimerziehung-in-baden-wuerttemberg/

      Einen Link zu dem Film »Weichenstellung-Lebensprägung Heim« gibt es bisher weder im GOOGLE-Index noch im YAHOO-Index !!

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      Eine Verhandlung oder ein Verfahren ohne QUALIFIZIERTEN juristischen Rechtsbeistand, Recht und Gesetz ist wie ein Gebäude ohne Fundament – ein Kartenhaus.

      Heimkinder appellieren an VATER STAAT und MUTTER KIRCHE Sühne zu tun:
      Ein Denkmal in Musik gesetzt

      Freiheit ist keine Selbstverständlichkeit; sie bedarf ständiger Wachsamkeit.

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von „Martini“ ()

      Der Film selber ist noch in der Mache, sprich Schneidetisch. Er wird kurz vor der ersten Öffnung der Ausstellung in Stuttgart im Hauptstadtarchiv fertig sein.
      Er wird nicht im Internet veröffentlicht, weil er Teil der Wanderausstellung ist und jeder der ihn sehen will muss zur Ausstellung gehen.

      Bereits einen Tag vor der öffentlichen Ausstellung am 23.9.2015 gibt es die Möglichkeit für ehemalige Heimkinder in Stuttgart und Umgebung sich für den offiziellen Empfang anzumelden und um eine Einladung zu bitten. Diese findet um 18 Uhr statt.
      Informationen und Anmeldung zu diesem Event sind nur nach Kontaktaufnahme unter der Email: hstastuttgart@la-bw.de oder Tel. 0711/212-4335 erhältlich. Ohne eine Einladung gibt es keinen Zutritt an diesem Tag.

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von „typotypen1“ ()

      Leider ist dieser Film kein eigenständischer Film, sondern nur in Verbindung mit der Wanderausstellung. Sonst wäre er vielleicht für viele langweilig, weil die Protagonisten und die Handlung auf das Thema der Ausstellung konzipiert ist.
      Aber ich bin mir sicher, dass du auch das Ganze sehen kannst, denn wir im Beirat werden versuchen, später die Ausstellung im gesamten Bundesgebiet zu zeigen.

      xyz1 schrieb:

      sehr bedauerlich, dass der film quasi nur denjenigen zugänglich ist, die zur ausstellung fahren können. Ca. 700 km sind mir leider zu viel.


      typotypen1 schrieb:

      Weitere Ausstellungstermine sind in Vorbereitung. Der Eintritt ist immer frei!


      typotypen1 schrieb:

      Aber ich bin mir sicher, dass du auch das Ganze sehen kannst, denn wir im Beirat werden versuchen, später die Ausstellung im gesamten Bundesgebiet zu zeigen.

      Wie Du siehst xyz, es wird daran gearbeitet und es ist ja eine Wanderausstellung, also kann es gut möglich sein, dass es irgendwann ganz in deiner Nähe sein wird.
      Also einfach etwas Geduld... ^^


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      STUTTGARTER ZEITUNG.DE

      @ http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.ausstellung-zur-heimerziehung-in-stuttgart-geschlagen-und-gedemuetigt.13fb2bdd-1b43-4551-8fb3-11653ecfe18c.html

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      Ausstellung zur Heimerziehung in Stuttgart

      Geschlagen und gedemütigt

      Von Thomas Faltin

      25. September 2015 - 16:00 Uhr

      Eine neue Ausstellung im Stuttgarter Hauptstaatsarchiv beschreibt die teils schrecklichen Vorgänge in württembergischen Kinderheimen. Sie ist das Ergebnis der historischen Aufarbeitung durch das Landesarchiv [ Baden-Württhemberg ].

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      Lesenwerter detaillierter Artikel über die nachkriegsdeutsche Heimerziehung in 650 Heimen in Baden-Württhemberg allein.

      Ehemaliges Heimkind Helmut Klotzbücher, der viele Jahre im katholischen Schelklinger St. Konradihaus verbrachte, kommt in diesem Artikel ebenso zu Wort.

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      STUTTGARTER ZEITUNG.DE

      @ http://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.wanderausstellung-mal-schikanen-mal-glueckmomente.111244a7-9789-4d4d-87de-7b879ced94bd.html

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      Wanderausstellung

      Mal Schikanen, mal Glückmomente

      Katja Welte, 04.10.2015 10:00 Uhr

      Einmal Heimkind, immer Heimkind? Dieser und weiteren Fragen zum Thema Heimerziehung soll eine tagesaktuelle Ausstellung im Hauptstaatsarchiv auf den Grund gehen. Noch bis 30. Oktober können bewegende Einblicke in den Alltag der Stuttgarter Heimkinder gewonnen werden.

      Stuttgart - Schätzungen zufolge wuchsen zwischen 1949 und 1975 etwa 800 000 Kinder und Jugendliche bundesweit in Heimen auf – allein in Baden-Württemberg in 650 Einrichtungen. Diese Kinder sind es auch, die sich heute als Erwachsene mehr und mehr zu Wort melden. Fälle wie die Brüdergemeinde Korntal, gegen die im vergangenen Jahr schwere Anschuldigungen über Misshandlungen erhoben wurden, sind kein Einzelfall. Denn fanden „verwahrloste und gefährdete“ Kinder in Heimen vermeintlich Zuflucht aus unsteten Familienverhältnissen, so scheint dies oftmals ein Schritt vom Regen in die Traufe gewesen zu sein.

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      Film „Weichenstellung – Lebensprägung Heim“ erstmals zu sehen

      Teil dieses Ganzen ist auch der Film „Weichenstellung – Lebensprägung Heim“, der zur Eröffnung im Hauptstaatsarchiv erstmalig vor Publikum ausgestrahlt wurde. Unter der Regie von Markus Ziegler entstand ein 30-minütiger, einfühlsamer und teils verstörender Film, in dem fünf ehemalige Heimkinder ihre Kindheitserinnerungen offen und schonungslos wiedergeben – teilweise erstmals in der Öffentlichkeit. Den Auszügen der Originalakten werden die Aussagen der Betroffenen in teils intimen Details gegenübergestellt, was die verzweifelte Situation der Kinder, die oft isoliert und ohne jeden Rückhalt ihren Platz in der Gemeinschaft suchten, zeigt.

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      SELBST DEN GANZEN ARTIKEL LESEN IM ORIGINAL @ http://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.wanderausstellung-mal-schikanen-mal-glueckmomente.111244a7-9789-4d4d-87de-7b879ced94bd.html
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      Eine Verhandlung oder ein Verfahren ohne QUALIFIZIERTEN juristischen Rechtsbeistand, Recht und Gesetz ist wie ein Gebäude ohne Fundament – ein Kartenhaus.

      Heimkinder appellieren an VATER STAAT und MUTTER KIRCHE Sühne zu tun:
      Ein Denkmal in Musik gesetzt

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      swp.de - NPG Digital GmbH, Ulm

      QUELLE: https://www.swp.de/suedwesten/staedte/crailsheim/die-ausstellung-zur-heimerziehung-in-crailsheim-ist-extrem-gut-besucht-24820568.html (17.02.2018)

      Damalige Baden-Württembergische Heimerziehung

      Bezüglich der in diesem Artikel erwähnten Stadt "Crailsheim":
      »Crailsheim ist eine Stadt im Nordosten des Landes Baden-Württemberg etwa 32 km östlich von Schwäbisch Hall und 40 km südwestlich von Ansbach. Sie ist nach Schwäbisch Hall die zweitgrößte Stadt des Landkreises Schwäbisch Hall und die drittgrößte der Region Heilbronn-Franken.
      Seit dem 1. Januar 1972 ist Crailsheim eine Große Kreisstadt. Mit den Gemeinden Frankenhardt, Satteldorf und Stimpfach ist die Stadt Crailsheim eine Vereinbarte Verwaltungsgemeinschaft eingegangen.«

      QUELLE: https://de.wikipedia.org/wiki/Crailsheim

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      AUSSTELLUNG

      Die Ausstellung zur Heimerziehung in Crailsheim ist extrem gut besucht

      Crailsheim / Helga Steiger 16.02.2018

      Viele Besucher kommen in die Schau über Heimerziehung ins Forum in den Arkaden. Viele davon sind ehemalige Heimkinder, die immer wieder mit ihren Berichten das Gezeigte ergänzen.

      Die Wanderausstellung „Verwahrlost und gefährdet? Heimerziehung in Baden-Württemberg 1949–1975“ ist äußerst gut besucht: Rund 300 Besucher kommen pro Woche ins Forum, wie Archivar Folker Förtsch bei einer Führung berichtet. „Das ist eine der am besten besuchten Ausstellungen hier. Auffällig ist die lange Aufenthaltsdauer, das heißt, dass sich viele sehr intensiv mit den Texten und dem Film auseinandersetzen. Auffällig ist auch, dass viele Besucher anschließend an die Tür des Stadtarchivs klopfen, hereinkommen und fragen: ‚Darf ich Ihnen mal was erzählen?‘ – Das haben wir sonst bei keiner Ausstellung.“


      Erfahrungen fallen auseinander

      Förtsch bemerkt in den Berichten ehemaliger Heimkinder, dass die persönlichen Erinnerungen und Erfahrungen komplett auseinanderfallen können: „Es gibt extrem positive und extrem negative Schilderungen – und dazwischen alles an Schattierungen.“ So bestätigten ehemalige Heimkinder oft in drastischer Weise, was auf den Informationstafeln dargestellt ist: Willkürliches Getrenntwerden von den Eltern, Lieblosigkeit im täglichen Heim­alltag, fehlende Intimsphäre wegen beengter Raumverhältnisse und ständige Überwachung durch das Aufsichtspersonal, Essensentzug und Essenszwang, sadistische Erziehungsmethoden, Gewalt und Missbrauch.

      Viele andere dagegen betonten, so Förtsch, dass es ihnen im Heim sehr gut gegangen sei – vor allem, wenn sie als Kind aus schwierigen familiären Verhältnissen kamen. Eine Frau habe geschwärmt, für sie sei der Heimaufenthalt das Paradies gewesen. Ein Mann habe dagegen nur stockend sagen können, dass er mehrfach vor dem Suizid gestanden sei. Und beide seien im gleichen Heim, in Mistlau, gewesen.

      Die negativen Erscheinungsformen der Heimerziehung hätten ihre Ursache einerseits in individuellen Mängeln in der Nachkriegszeit, andererseits auch in der strukturellen Form, erläutert Förtsch. Heime waren sozial abgeschlossene Einheiten ohne Kontrollinstanzen. Dazu komme, dass viele Heime selbstversorgend waren. Bereits kleine Kinder mussten zur Existenz des Heims beitragen. Förtsch nennt das Beispiel Tempelhof: „Vor allem von dort berichten uns viele ehemalige Heimkinder, dass der Hunger zum Alltag gehörte. Die Betroffenen erzählen, wie sie in der Landwirtschaft geschuftet haben – und wie der Anstaltsleiter dann den Schinken und die Eier eingesackt hat und sie nichts davon bekommen haben.“

      Manchmal werde im Stadtarchiv auch Kritik geäußert, dass das Gesamtbild der Wanderausstellung zu negativ gezeichnet sei. Förtsch erklärt: „Das eher negative Bild der Ausstellung kommt daher, weil aus den Akten der Personen gearbeitet wurde, die eine Sachentschädigung aus dem Fonds Heimerziehung beantragt haben. Und um diese Entschädigung haben sich eben überwiegend Personen bemüht, die schlecht behandelt wurden.“

      Gründe für die Einweisung in ein Heim gab es nach dem Krieg viele: Manche Kinder waren Kriegswaisen, manche kamen aus zerrütteten Familien, waren Scheidungskinder. Auch uneheliche Kinder – teilweise von amerikanischen Vätern – oder verhaltensauffällige Kinder wurden in Heime gebracht. In Baden-Württemberg gab es nach dem Krieg etwa 600 Kinder- und Jugendheime. Rund um Crailsheim gab es mehrere kleine und zwei große Heime: Im Heim in Mistlau (Kirchberg) lebten bis zu 120 Kinder in fünf Familien mit sogenannten „Mütterchen“ als Leiterinnen, auf dem Tempelhof (Kreßberg) waren es bis zu 150 Kinder in zwölf Familien.


      Auf Spurensuche

      Das Stadtarchiv Crailsheim hat die Ausstellung um Infotafeln ergänzt mit den wichtigsten Infos zu den ehemaligen Kinderheimen in Mistlau, das 1946 von schlesischen Diakonissen in einem leerstehenden Gebäude eingerichtet wurde, und auf dem Tempelhof, das schon 1843 als „Rettungsanstalt für arme, verwahrloste Kinder“ gegründet wurde. Förtsch: „Wir wollten beide Einrichtungen kurz vorstellen. Wir wollten und konnten aber nicht die einzelnen Zustände darstellen und bewerten. Das wäre tatsächlich eine Forschungsarbeit gewesen, die wir nicht leisten konnten.“

      Im Stadtarchiv gab es bereits Material zu den beiden Heimen, und mit der Lebensgemeinschaft auf dem Tempelhof gab es eine Kooperation. Das große Interesse am Thema zeigte sich schon im Vorfeld, sagt Förtsch: „Als bekannt wurde, dass wir diese Ausstellung zeigen, kamen viele ehemalige Heimkinder auf uns zu und haben uns Fotos gebracht und uns berichtet.“

      Umgekehrt werden Besucher der Ausstellung nun fündig: Mit einem Blick hat Hildegard Müller ihren Mann Jürgen und seinen Zwillingsbruder auf einem Gruppenfoto der Heimkinder auf dem Tempelhof erkannt. Sie ist mit ihrem Sohn und den beiden Enkeln aus der Nähe von Nürnberg angereist. Die Familie hat die frühen Lebensstationen des bereits verstorbenen Vaters nachvollzogen: den Tempelhof, wo Jürgen Müller neun Jahre gelebt hat, und Dinkelsbühl, wo seine Großeltern wohnten und er nach der Zeit im Heim eine Berufsausbildung zum Maurer machte. Hildegard Müller sagt beim Besuch der Ausstellung: „Mein Mann hat kaum etwas vom Tempelhof erzählt.“

      Auch sie sucht das Gespräch mit dem Stadtarchivar, erzählt vom Leben ihres Manns, stellt Fragen zur Geschichte des Tempelhofs. „Diese Ausstellung berührt die Betroffenen zutiefst“, resümiert Förtsch. Aber auch, wenn man kein ehemaliges Heimkind ist, kann man nicht emotionslos durchgehen. Die Ausstellung regt zur Diskussion an und fordert zur Stellungnahme auf.“


      AUSTELLUNG LÄUFT NOCH EINE WOCHE

      Bis zum 25. Februar ist die Ausstellung „Verwahrlost und gefährdet? Heimerziehung in Baden-Württemberg 1949–1975“ in Crailsheim zu sehen – Montag bis Freitag von 8 bis 16.30 Uhr und am Sonntag, 25. Februar, von 11 bis 18 Uhr. An diesem Tag gibt es um 11 Uhr eine weitere Führung mit Stadtarchivar Folker Förtsch.
      Der Katalog zur Ausstellung zeigt in Beiträgen mehrerer Autoren die verschiedenen Aspekte der Heimerziehung auf. Er ist im Stadtarchiv zum Preis von 15 Euro erhältlich. hst

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