Neues aus Presse zum Thema ehemalige Heimkinder

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      Neues aus Presse zum Thema ehemalige Heimkinder

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      Danke für diesen weiteren Thread zum Thema »Brüdergemeinde Korntal« !!

      Dies ist jetzt ein vierter Thread zu dieser evangelischen Einrichtung "Korntal"+"Wilhelmshof"+"Hoffmannhaus" hier in unserem
      HEIMKINDER-FORUM.DE !!

      Und Danke auch für diese Neuesten Nachrichten zu »Korntal« vom
      6. August 2015“, die uns allen jetzt hier ( @ http://www.lkz.de/home_artikel,-Heimopfer-Spaltung-vermeiden-Bruedergemeinde-attackieren-_arid,306834.html ) zur Verfügung gestellt wird, im ersten Beitrag, in Eröffnung dieses neuen Threads !!

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      Eine Verhandlung oder ein Verfahren ohne QUALIFIZIERTEN juristischen Rechtsbeistand, Recht und Gesetz ist wie ein Gebäude ohne Fundament – ein Kartenhaus.

      Heimkinder appellieren an VATER STAAT und MUTTER KIRCHE Sühne zu tun:
      Ein Denkmal in Musik gesetzt

      Freiheit ist keine Selbstverständlichkeit; sie bedarf ständiger Wachsamkeit.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Martini“ ()

      Martini schrieb:

      in Eröffnung dieses neuen Threads


      Hallo Martin, der Thread ist vom 7. August 2015.
      Warum bist Du so ärgerlich auf den Andreas?
      Du weißt das ich Dich und Dein Engagement sehr schätze
      und Du erinnerst Dich auch sicher daran,
      dass Du auch sehr viel Unverständnis erfahren hast.
      Deshalb solltest Du Andreas Art etwas zu tun einfach akzeptieren.

      Neues aus Presse zum Thema ehemalige Heimkinder

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      Meine Stellungnahme zum dritten Beitrag, hier in diesem Thread

      Bezüglich meinem Beitrag vom Montag, 29. Februar 2016, um 22:04 Uhr (MEZ/CET)

      Ich entschuldige mich uneingeschränkt für
      meine inkorrekte Annahme, dass Andreas Freund gerade wieder einen weiteren Thread zu einem Medienartikel die evangelische »Brüdergemeinde Korntal« betreffend eröffnet hatte.

      Der hier eröffnete Thread wurde tatsächlich von Andreas
      schon am Freitag, 7. August 2015, um 17:56 Uhr eröffnet. Dies war mir wohl bei der kleinen grauen Schrift oben links unter der Threadüberschrift (bei mir hier in Australien angezeigt in abgekürzter Form im amerikanschen Stil) völlig entgagen. Ich hatte nur einen kurzen Blick auf den ersten Beitrag geworfen und dann den darin enthaltenen Link angeklickt, der auf einen Medienartikel vom 06.08.2015 verweist ( ein Medienartikel, der natürlich am 07.08.2015 auch ganz aktuell war !! ).

      Ich hatte einfach sofort angenommen, dass der Thread gerade erst eröffnet wurde, und dass Boardnutzer »
      Typotypen1« dann gerade seinen Einzeiler (im zweiten Beitrag in diesem Thread --- angezeigt als abgegeben am Mo. 29.02.2016, um 20:56 Uhr) darunter gesetzt hatte.

      Ich hatte genauer hinschauen müssen.

      Hätte ich genauer hingeschaut und mir alles etwas genauer angesehen, wäre mir dieser Fehler nicht unterlaufen. Sorry. Meine Schuld. Asche auf mein Haupt.

      Ich bedanke mich natürlich auch für den hilfreichen Hinweis von Boardnutzer »
      ohnesorg« im vierten Beitrag in diesem Thread.

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      Neues aus Presse zum Thema ehemalige Heimkinder [ hier jetzt, in diesem meinerseitigen Beitrag, spezifisch zu »Korntal« ]

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      Für alle die es interessiert.

      Die Neuesten Nachrichten zu »Korntal« ( vom 25. Februar 2016“ ) sind hier zu finden @ http://www.lkz.de/home_artikel,-Fiasko-mit-Ansage-Korntal-braucht-einen-glaubwuerdigen-Neubeginn-_arid,345922.html

      Aber noch wichtiger ist, m.E., diese Pressemitteilung vom 23. Februar 2016von den Betroffenen selbst @ http://heimopfer-korntal.de/
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      HEIMKINDER-FORUM.DE : »Pressetips zu Thema Heimkinder« ( Dieser Thread besteht schon seit dem 08.04.2009, um 21:48 Uhr ) ERSTE SEITE @ http://heimkinder-forum.de/v4x/index.php/Thread/7114-Pressetips-zum-Thema-Heimkinder/

      HEIMKINDER-FORUM. DE : »Pressetips zu Thema Heimkinder« ( letzter dort getätigter Beitrag: Di. 01.03.2016, um 10:09 Uhr ) EINUNDZWANZIGSTE SEITE @ http://heimkinder-forum.de/v4x/index.php/Thread/7114-Pressetips-zum-Thema-Heimkinder/?pageNo=21

      Direkter Link zum momentanletzten Beitrag“ in diesem EINUNDZWANZIG SEITEN umfassenden Thread »Pressetips zu Thema Heimkinder«, vom Di. 01.03.2016, um 10:09 Uhr: http://heimkinder-forum.de/v4x/index.php/Thread/7114-Pressetips-zum-Thema-Heimkinder/?postID=494951#post494951

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      Neues aus Presse zum Thema ehemalige Heimkinder [ und hier jetzt auch noch einmal für alle DIE GEGRAUCHSANWEISUNG wie man die Suchfunktion betätigt um alles was man sucht sofort zu finden ]

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      Martini schrieb:

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      xyz1 schrieb:

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      [ ... ] bei der fülle der Beiträge nicht so schnell finde.

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      ANWEISUNG WIE MAN SOFORT ETWAS – ZU WELCHEM THEMA AUCH IMMER – JEDERZEIT IM HEIMKINDERFORUM.DE FINDET:

      A. Man muß sich erst einmal auf der PORTAL-Seite des Forums befinden.

      B. Ganz oben, RECHTS auf der PORTAL-Seite des Forums ist eine kleine SUCH-Box, die in ENGLISCH "
      Search all Forums" markiert ist und warscheinlich in DEUTSCH "Durchsuche alle Foren" markiert ist. (In Australien, USA, Kanada und England wird es in ENGLISCH angezeigt. In Deutschland, Österreich und in der Schweiz wird es in DEUTSCH angezeigt; in Spanien warscheinlich in SPANISH; in Frankreich warscheinlich in FRANZÖSISCH; und in Russland warscheinlich in RUSSISCH – "damit es niemand übersehen kann).

      So kann man zum Beispiel auch nach folgenden Dingen im Forum suchen und diese auch jederzeit sofort finden:

      1. Pressetips
      2. "Pressetips zum Thema Heimkinder"
      3. Freistatt
      4. "Freistatt im Wietingsmoor"
      5. "Marc Brummund"
      6. "Nicole Armbruster"
      7. Korntal
      8. "Brüdergemeinde Kortal"
      9. Menschenrechtsgerichtshof
      10. EGMR
      11. ECHR
      12. Strassburg
      13. Straßburg
      14. Strasbourg
      15. Typotypen1
      16. Andreas_Freund
      17. "Andreas Freund"
      18. martini
      19. Lenkungsausschuss
      20. "Fonds Heimerziehung"
      21. "Antje Vollmer"
      22. "Marlene Rupprecht"
      23. "Und alle haben geschwiegen"

      Wenn man bei seiner Suche mehrere Worte benutzen möchte – SUCHSTRANG – steckt man mit Anführungsstrichen FORNE und HINTEN die Grenzen seiner Suche ab.

      Bei jeder jeweiligen Suche bekommt man dann ein Index aller Beiträge vorgelegt in dem der BEGRIFF oder der SUCHSTRANG den man in der SUCH-Box eingegeben hat erscheint.

      So einfach ist das !!

      WARUM NICHT GLEICH MAL AUSPROBIEREN UND ÜBEN ??


      Wie man nach seinen eigenen je im Forum verfassten Beiträgen sucht, weiß doch jeder, oder nicht ??

      Wie man nach allen Beiträgen eines bestimmten Boardnutzers im Forum sucht, weiß doch jeder, oder nicht ??

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      Heimkinder appellieren an VATER STAAT und MUTTER KIRCHE Sühne zu tun:
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      Wie die ehem. Heimkinder des "Haus Marienfrieden" ...
      Neheim-Hüsten Marienfrieden
      ... gehen nun wohl auch ehem. Korntaler Heimkinder den Rechtsweg.
      Brüdergemeinde in Korntal-Münchingen
      Ex-Heimkinder stellen Strafanzeige wegen Missbrauchs
      Von Berkan Çakır 25. März 2017 - 16:00 Uhr

      Insgesamt gehen 15 Anzeigen gegen die Brüdergemeinde bei der Polizeidiensstelle ein. Die Staatsanwaltschaft muss nun prüfen, ob die Fälle verjährt sind.

      Korntal-Münchingen - Die Opfer des Missbrauchsskandals der Brüdergemeinde Korntal haben Anzeige gegen die mutmaßlichen Täter erstattet. Laut Andreas Rehman von der Kriminalpolizei Ludwigsburg wurden sieben Anzeigen wegen schwerem sexuellen Missbrauch an Schutzbefohlenen sowie wegen der Verletzung der Fürsorgepflicht bei der Polizeidienststelle in Korntal-Münchingen aufgenommen.

      Alfred Wieland, einer der Betroffenen, die am Freitagnachmittag Anzeige erstatteten, sagte: „Unser Ziel ist, dass der Missbrauch endlich anerkannt wird.“ Wieland besuchte das Hoffmannhaus. Er sei in den Jahren 1960 bis 1965 mehrmals von Mitgliedern der Brüdergemeinde missbraucht worden. Er gehört somit zu den älteren Betroffenen, die an ihm verübten Taten sind bereits verjährt. Dennoch seien die Anzeigen ein wichtiges Signal: „Bei der großen Anzahl an Anzeigen muss sich die Staatsanwaltschaft mit den Fällen beschäftigen.“

      Die Staatsanwaltschaft will auf die Betroffenen zugehen

      Zudem seien auch im Namen von acht weiteren Betroffenen Anzeigen erstattet worden, deren Fälle noch nicht verjährt sein könnten. „Wir verschaffen uns momentan einen Überblick“, bestätigte Andreas Rehman, „in den nächsten Tagen werden wir in enger Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft Stuttgart auf die weiteren Betroffenen zugehen.“

      Laut Detlef Zander, dem Sprecher des Vereins Netzwerk Betroffenenforum und selbst Betroffener sexuellen Missbrauchs in einer Einrichtung der Brüdergemeinde, könnte in einigen Fällen auch eine sogenannte Verjährungsunterbrechung greifen. Viele Betroffene würden ihren Missbrauch verdrängen. Erst im Alter trete das Trauma wieder hervor. Viele würden krank oder litten unter Depressionen, die im Zusammenhang mit dem Missbrauch stünden. „Bei mir trat alles vor fünf Jahren wieder zu Tage“, sagt Zander. Könne ein Betroffener die verzögerten Auswirkungen nachweisen, gelte für die Verjährungsfrist der Moment, in dem das Trauma wieder Besitz von ihm ergreift.

      Zander begründet den für die Opfer nicht leichten Schritt, sich mit dem selbst Erlittenen zu offenbaren, als längst überfällig: „Seit zwei Jahren bemühen wir uns in Kooperation mit der Brüdergemeinde um eine unabhängige, betroffenenorientierte Aufklärung und Aufarbeitung. Wir wollten im Guten mit ihnen verhandeln.“ Dieser Weg sei aber von der Brüdergemeinde verlassen worden, sie sei nicht an einer Zusammenarbeit interessiert gewesen.

      Der Sprecher der Brüdergemeinde begrüßt jeden Hinweis

      Zander kritisiert, dass die Brüdergemeinde eine „Aufklärung im Schnellwaschgang“ favorisiere, die ausschließlich von Personen aus dem Netzwerk der Brüdergemeinde geleistet werden solle. Diese einseitige Vorgehensweise berge das Risiko, die Vergehen zu vertuschen. „Die Betroffenen müssen entscheiden, denn sie sind es, die mit den Aufklärern zu recht kommen müssen.“ Außerdem solle man „endlich Ross und Reiter benennen“, so Zander. Bevor viele Fälle verjähren, sei eine zeitnahe Ermittlung durch die staatlichen Strafverfolgungsbehörden nötig.

      Klaus Andersen, Sprecher der Brüdergemeinde, sagte: „Wir befürworten jeden Hinweis, welcher der Aufklärung und Aufarbeitung dienlich ist. Sollten polizeiliche Ermittlungen dies unterstützen, so werden wir uns auch damit auseinandersetzen.“ Den Unmut des Betroffenennetzwerks könne man insoweit nachvollziehen, als dass es den Betroffenen zuletzt mit der gemeinsamen Aufarbeitung nicht schnell genug vorwärts gegangen sei. „Den Vorwurf jedoch, die Brüdergemeinde hätte den Weg einer unabhängigen, betroffenenorientierten Aufklärung und Aufarbeitung verlassen, müssen wir mit Nachdruck zurückweisen, das Gegenteil ist der Fall.“
      und wenn man bedenkt das die kirchen seit über 200 jahren wiedergutmachung bekommen und nichts verjährt werden wir betroffenen mit der verjährung weg geschickt was ist daran denn
      noch gerecht wenn diese vereine machen können wie sie wollen
      und ihre eigenen täter schützen und die opfer verhöhnen und
      das ganze noch mal durch zu erleben das intressiert die nicht
      sie kümmern sich lieber um opfer wo dran sie selbst nicht beteiligt waren und stellen sich hin und sagen allen wie toll sie doch sind und was sie alles machen im namen des herren
      wenn die kirchen richtigerweise an den pranger gestellt werden, darf nicht vergessen werden, dass die staationären einrichtungen für kinder der jugendpsychiatrie und behindertenhilfe auch in staatlicher trägerschaft waren. das sollte bei aller berechtigter wut und den protesten nicht vergessen werden. der staat trägt nehmen seiner missachtung der kontrollaufsicht auch schuld an den verbrechen an den betroffenen kindern.
      Man muss die Welt nicht verstehen, man muss sich darin zurecht finden.

      (Albert Einstein)
      Neues zu Korntal (nach den Strafanzeigen).

      swr.de/swraktuell/bw/korntal-m…d=1622/14fne2f/index.html
      Nach massiven Vorwürfen gegen Brüdergemeinde Korntal
      Aufklärer-Duo soll Missbrauchsfälle aufarbeiten

      Für die Aufarbeitung von Missbrauchsfällen in der Evangelischen Brüdergemeinde Korntal (Kreis Ludwigsburg) ist ein Aufklärer-Duo gefunden. Für die beiden stimmten auch Vertreter der Opfer, aber nicht alle haben mitentschieden.

      Vertreter der Opfer und der Brüdergemeinde haben sich auf die frühere Richterin Brigitte Baums-Stammberger und den Erziehungswissenschaftler Benno Hafeneger geeinigt. Die Aufklärung könne nun beginnen, teilten die Mediatoren Elisabeth Rohr und Gerd Bauz am späten Dienstagabend mit. Baums-Stammberger war zuletzt am Amtsgericht in Frankfurt am Main als Richterin tätig - vor allem im Bereich von Jugendschutzangelegenheiten. Sie werde den juristischen Teil der Aufklärung, insbesondere die Befragung der ehemaligen Heimkinder und Betroffenen übernehmen. Hafeneger wird für den wissenschaftlichen Teil verantwortlich sein. Für die wissenschaftlich-statistische Auswertung werde eine spezielle Software eingesetzt.

      Das Netzwerk Betroffenenforum, das nach eigenen Angaben einen großen Teil der Opfer vertritt, hat nicht mitentschieden. Die Gruppe um Sprecher Detlev Zander hatte sich vom Mediationsprozess distanziert, nachdem der von ihnen gewünschte Aufklärer aus Regensburg seine Bereitschaft im Februar zurückgezogen hatte. Die Auftraggebergruppe fühle sich dennoch für alle ehemaligen Heimkinder verantwortlich, so die Mediatoren. Nach Angaben der Betroffenen werfen mehr als 300 ehemalige Heimkinder der Brüdergemeinde vor, in den 1950er bis 1980er Jahren in deren Kinderheimen sexuell missbraucht, misshandelt und gedemütigt worden zu sein.

      Aufarbeitung stockt seit Jahren

      Der Streit um die Aufklärung schwelt schon lange - seit Zander vor einigen Jahren mit Missbrauchsvorwürfen gegen die Brüdergemeinde an die Öffentlichkeit gegangen ist. Seitdem stockt der Aufarbeitungsprozess, beziehungsweise ist bisher nie richtig angelaufen. Derweil fordern mutmaßliche Missbrauchsopfer eine finanzielle Entschädigung. Manche Opfer wünschen sich Unterstützung durch die Evangelische Landeskirche, die sich in dem Missbrauchsskandal bisher öffentlich zurückgehalten hat.


      http://www.stuttgarter-zeitung…50-b679-53805f093fd2.html
      http://www.stuttgarter-zeitung…50-b679-53805f093fd2.html

      Missbrauchsskandal in Korntal-Münchingen
      Weiterhin Uneinigkeit über Aufklärer
      Von Berkan Çakır 29. März 2017 - 13:54 Uhr

      Eine Richterin und ein Erziehungswissenschaftler sollen den Missbrauchskandal der Brüdergemeinde aufklären. Doch nicht alle sind damit einverstanden.

      Korntal-Münchingen - Für die Aufarbeitung von Missbrauchsfällen in der Evangelischen Brüdergemeinde Korntal ist ein Aufklärer-Duo gefunden. Vertreter der Opfer und der Brüdergemeinde haben sich auf die frühere Richterin Brigitte Baums-Stammberger und den Erziehungswissenschaftler Benno Hafeneger geeinigt. Die Aufklärung könne nun beginnen, teilten die Mediatoren Elisabeth Rohr und Gerd Bauz am späten Dienstagabend mit.

      Baums-Stammberger werde den juristischen Teil der Aufklärung, insbesondere die Befragung der ehemaligen Heimkinder und Betroffenen übernehmen. Hafeneger werde für den wissenschaftlichen Teil verantwortlich sein. Die Gespräche mit der Auftraggebergruppe und mit den Aufklärern seien so weit vorangeschritten, dass die Aufklärung beginnen könne. Die Entscheidung wurde zusammen mit einem Teil der ehemaligen Heimkinder getroffen, die sich in der AG Heimopfer versammeln.

      Zander zeigt sich unzufrieden

      Das Netzwerk Betroffenenforum hingegen, das nach eigenen Angaben einen Großteil der Opfer vertritt, hat bei der Wahl nicht mitentschieden. Die Gruppe um ihren Sprecher Detlev Zander, selbst Betroffener des Missbrauchsskandals, hatte sich vom Mediationsprozess distanziert, nachdem der von ihnen gewünschte Aufklärer, Ulrich Weber, seine Bereitschaft im Februar zurückgezogen hatte.

      Zander zeigt sich nach der Bekanntgabe der neuen Aufklärer unzufrieden. Er spricht „von einem weiteren ungeheuerlichen, nicht hinzunehmenden Verhalten der Täterorganisation.“ Die Aufklärer seien dem Betroffenenforum bewusst nicht vorgestellt worden.

      „Diese erneute vorschnelle und beschämende Aktion ist wohl dem massiven Druck geschuldet, der durch die Strafanzeigen der Opfer gegen die Brüdergemeinde Korntal entstanden ist“, so Zander. Vergangenen Freitag hatten acht Missbrauchsopfer bei der Polizeidienststelle in Korntal-Münchingen Strafanzeige wegen sexuellen Missbrauchs gegen die Brüdergemeinde gestellt. Auch am Mittwoch hätten laut Zander weitere Opfer eine Anzeige beim Landeskriminalamt erstattet.

      Die Aufklärer seien ohne die Zustimmung der Betroffenen gewählt worden

      Das Betroffenenforum werde die neuen Aufklärer Baums-Stammberger und Hafeneger nicht unterstützen. Sie seien ohne die Zustimmung der Betroffenen gewählt worden, so Zander. Sein Verein hätte seit dem Ausstieg aus dem Mediationsprozess keinerlei Informationen mehr über dessen Fortgang erhalten.

      Nach Angaben der Betroffenen werfen mehr als 300 ehemalige Heimkinder der Brüdergemeinde vor, in den 1950er- bis 1980er-Jahren in deren Kinderheimen sexuell missbraucht, misshandelt und gedemütigt worden zu sein.
      diepresse.com/home/panorama/oe…legekinder-gequaelt-haben
      Verurteilte Straftäterin soll Pflegekinder gequält haben

      In der Steiermark waren Kinder bei einer Pflegemutter untergebracht, die eine verurteile Kindesmörderin[Anm.: Gefängnis von 1957 bis 1963] gewesen sein soll. Das Land Steiermark bemüht sich in dem rund 35 Jahre alten Fall nun um eine Lösung.

      02.06.2017 um 12:01

      In der Steiermark soll in den 1970ern und 1980ern eine Straftäterin als Pflegemutter Kinder gequält haben. Das berichtete das Ö1-Morgenjournal am Freitag. Eines der Kinder habe sich nach 2013 an das Land gewendet. Da war die Tätigkeit der Opferschutzkommission aber schon beendet. Auf Anfrage der Austria Presseagentur hieß es, dass sich das Land um eine Lösung bemühe. Die Volksanwaltschaft will als Kontaktstelle helfen.

      Der heute 51 Jahre alte Mann war laut ORF 15 Jahre lang - bis in die 80er-Jahre - bei der Pflegemutter untergebracht, obwohl sie eine verurteile Kindesmörderin gewesen sei und auch das Jugendamt im südsteirischen Leibnitz davon gewusst haben soll. Dies berichtete der Mann dem ORF, ein dem Sender vorliegender Jugendamtsakt soll dies auch belegen. Der Mann soll als Kind von der Frau geschlagen worden sein, außerdem habe er auf Holzscheiten knien müssen. Wenn er sich heimlich Lebensmittel aus dem Kühlschrank geholt habe, sei er mit den Füßen ans Gitterbett angebunden worden. Zwei andere Pflegekinder hatten den Pflegeplatz damals verlassen dürfen.

      Sonderschule, Gefängnis

      Der Steirer sei damals - vermutlich als Folge der Misshandlungen, wie es laut ORF hieß - als Bub in der Schule als aggressiv und zerstörerisch aufgefallen. Er wurde in eine Sonderschule geschickt und so, wie er heute sagt, seiner Bildungschancen beraubt. Später geriet er auf die schiefe Bahn und war sogar im Gefängnis.

      Vermutlich 2012 oder 2013 habe er versucht, beim Land Steiermark um eine Entschädigung anzusuchen. Man teilte ihm mit, die Opferschutzkommission für ehemalige Heim- und Pflegekinder habe mittlerweile ihre Tätigkeit eingestellt. Diese war ursprünglich zeitlich befristet bis Ende 2012, ist aber dann noch einmal um ein halbes Jahr verlängert worden. Rund 60 ehemalige Heim- und Pflegekinder hätten sich nach Ablauf der Frist noch gemeldet.

      Aus dem Büro von Soziallandesrätin Doris Kampus (SPÖ) - 2012/2013 war noch Siegfried Schrittwieser (ebenfalls SPÖ) zuständig - hieß es am Freitag, der Fall sei wegen der Ablauf der Frist nicht mehr geprüft worden. Derzeit seien auch "keine budgetären Maßnahmen" für solche Fälle getroffen, sagte ein Sprecher. Man bemühe sich aber um eine Lösung und gehe auch davon aus, dass sich noch weitere ehemalige Pflege- und Heimkinder melden könnten.

      Volksanwaltschaft will als Kontaktstelle fungieren

      Volksanwalt Günter Kräuter erklärte am Freitag anlässlich des Bekanntwerdens des Falles, die Volksanwaltschaft werde künftig als Dachorganisation fungieren, wenn es um Renten für Personen gehe, die als Kinder und Jugendliche Opfer von Missbrauch und Gewalt in Einrichtungen oder bei Pflegeeltern wurden. Gemäß den neuen Bestimmungen entscheiden Pensionsversicherungsträger oder das Sozialministeriumsservice ab 1. Juli 2017 über die Zuerkennung von zusätzlichen Renten in Höhe von 300 Euro monatlich für Personen, die als Kinder und Jugendliche in Heimen, Internaten oder bei Pflegefamilien misshandelt wurden. Grundlage für diese Entscheidungen sind Belege über Entschädigungen durch Opferschutzstellen oder eine begründete Empfehlung des Kollegiums der Volksanwaltschaft.

      Wie der steirische Fall verdeutliche, dürften auch die Länder nicht aus der Verantwortung entlassen werden, sagte Kräuter. Die Befristung der Tätigkeit der steirischen Opferschutzkommission sei schon 2012 von der Volksanwaltschaft kritisiert worden. "Dem Betroffenen empfehle ich die Kontaktaufnahme mit der Volksanwaltschaft hinsichtlich einer Heimopferrente. Ich appelliere jedoch auch an das Land Steiermark, die rund 60 unbehandelten Fälle menschlich zu lösen und für erlittenes Leid zu entschädigen", sagte Kräuter. Eine Wiedergutmachung sei ohnehin nicht möglich, eine Geste der Verantwortung dagegen Pflicht.

      Strafanzeigen in Rumänien möglich und hier nicht ?

      tt.com/home/13051646-91/anzeig…indern-im-kommunismus.csp

      Anzeige in Rumänien wegen Misshandlung von Heimkindern im Kommunismus

      Bukarest (APA/dpa) - Über ein Vierteljahrhundert nach der Wende in Rumänien werden die massiven Misshandlungen in Kinderheimen während des Kommunismus ein Fall für die Justiz. Das Bukarester Historiker-Institut (IICCMER) erstattete nach eigenen Angaben vom Donnerstag bei der Generalstaatsanwaltschaft Strafanzeige rund um den Tod von insgesamt 771 Kindern, die von 1966 bis 1991 in drei rumänischen Heimen starben.

      Kurz nach dem Fall des Kommunismus‘ waren Bilder und Berichte über unmenschliche Zustände in Waisenhäusern um die Welt gegangen. Besonders in Behindertenheimen seien Kinder, die als „nicht heilbar“ eingestuft worden seien, durch Nahrungsentzug, Schläge und mangelnde hygienische Fürsorge misshandelt worden, bestätigte das Institut. Behinderte Menschen hätten im Weltbild der rumänischen Kommunisten als nicht schützenswert gegolten.

      Nach Recherchen des Instituts waren die Todesursachen in den meisten der untersuchten 771 Fälle auf Lungenentzündungen, Kopfverletzungen oder Epilepsie zurückzuführen. Insgesamt schätzt IICCMER die Zahl der Todesopfer in den Kinderheimen auf 10.000. Verantwortlich dafür seine „mehrere hundert“ Pfleger und Ärzte, die das Institut aber nicht benannte.

      Das IICCMER forscht seit Jahren zu Fällen von politisch motivierter staatlicher Repression während des Kommunismus. Ziel ist es, mutmaßliche Folterer vor Gericht zu bringen. Bisher erreichte das Institut die rechtskräftige Verurteilung von zwei Gefängnisdirektoren aus jener Zeit zu langen Haftstrafen. Das Gericht befand sie für den Tod von Gefangenen infolge von Misshandlungen für verantwortlich.

      Und passend dazu, ein Bericht über die Verurteilung eines der rot-faschistischen Folterer (obwohl ja angeblich die Fristen abgelaufen sind :aetsch: ).

      spiegel.de/politik/ausland/rum…-visinescu-a-1076719.html

      Historisches Urteil in Rumänien Erstmals muss kommunistischer Folterer ins Gefängnis

      Mehr als 25 Jahre sind seit dem Sturz des kommunistischen Regimes in Rumänien vergangen. Nun muss erstmals ein früherer Verantwortlicher wegen Folter ins Gefängnis.

      Mittwoch, 10.02.2016 16:33 Uhr

      Alexandru Visinescu ist 90 Jahre alt. Den Rest seines Lebens muss er im Gefängnis verbringen, denn Rumäniens Oberster Gerichtshof hat den Mann wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu 20 Jahren Haft verurteilt.

      Visinescu hatte von 1956 bis 1963 die gefürchtete Haftanstalt Ramnicu Sarat im Osten des Landes geleitet. Die Richter sahen es als erwiesen an, dass er dort ein "Vernichtungsregime" führte. Politische Häftlinge wurden systematisch misshandelt und bestraft: Sie saßen in Einzelhaft, hungerten und wurden geschlagen. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft kamen mindestens 14 Gefangene unter der Aufsicht von Visinescu ums Leben.

      Die Verteidigung hatte argumentiert, es gebe "keine Beweise" dafür, dass Visinescu die Absicht gehabt habe, Menschen über das geltende Recht hinaus Schaden zuzufügen. Auch der Angeklagte selbst hatte stets beteuert, lediglich "Befehle ausgeführt" zu haben. Bedauern oder Reue äußerte er nicht.

      Wegen ähnlicher Vorwürfe steht auch der 87-jährige Ion Ficior vor Gericht, ehemals Kommandant des Straflagers Periprava. Die Prozesse stützen sich auf Recherchen des Bukarester Instituts zur Erforschung der Verbrechen des Kommunismus (IICCMER). Das Institut will mehr als 30 weitere mutmaßliche kommunistische Folterer vor Gericht bringen.

      Während der kommunistischen Herrschaft in Rumänien wurden zwischen 1947 und 1989 Schätzungen zufolge mehr als 600.000 Menschen aus politischen Gründen inhaftiert. Der Diktator Nicolae Ceausescu, der das Land von 1965 bis zu seinem Tod führte, und seine Frau Elena wurden nach dem Umsturz 1989 hingerichtet.

      syd/AFP/dpa
      torgauerzeitung.com/Artikel/de…?t=NewsDetailModus(89461)

      Donnerstag, 1. Juni 2017
      TORGAU
      "Dazu braucht es Mut"

      PI/cw

      Torgau. Die ehemalige Bundesfamilienministerin (1998-2002) Dr. Christine Bergmann, stattete der Gedenkstätte Geschlossener Jugendwerkhof Torgau in dieser Woche einen Besuch ab.

      Grund ihres zweitägigen Aufenthalts waren vertrauliche Anhörungen mit neun von sexuellem Missbrauch betroffenen Opfern in DDR-Heimen. Die Kommission, der neben Bergmann auch Prof. Dr. Barbara Kavemann und Prof. Dr. Jens Brachmann angehören, habe damit dem Wunsch Betroffener entsprochen, die intensiven persönlichen Gespräche in einer ihnen vertrauten Umgebung zu führen, hieß es hierzu in einer Pressemitteilung. „Wir müssen für die Bereitschaft der Betroffenen, ihre Geschichten zu erzählen, äußerst dankbar sein.

      Das klingt zwar einfach, bedeutet aber für jeden Einzelnen, noch einmal Unrecht, Leid und Missbrauch zu durchleben“, sagte Gabriele Beyler, Vorstandsvorsitzende des Trägervereins der Gedenkstätte. Dazu brauche es Mut. Eine Aufarbeitung sei ohne die Betroffenen kaum möglich, da Missbrauch nicht in Akten dokumentiert sei. Zudem verwies Beyler auf das zweite öffentliche Hearing „Sexueller Kindesmissbrauch in der DDR“ der Aufarbeitungskommission am 11. Oktober 2017 in Leipzig. In diesem Rahmen sprechen Betroffene und Experten erstmals öffentlich auch über Missbrauch in DDR-Heimen.

      Die Unabhängige Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs hatte im Mai 2016 ihre Arbeit aufgenommen. Sie will Ausmaß, Art und Folgen sexueller Gewalt gegen Kinder und Jugendliche in der Vergangenheit aufzeigen, eine breite öffentliche Debatte anstoßen und zur Anerkennung der Opfer beitragen. Hierzu ermöglicht die Kommission bundesweit Betroffenen das Sprechen in vertraulichen und öffentlichen Anhörungen.

      Mit der Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs in der DDR und damit auch in den dortigen Heimen setzt die Kommission einen weiteren Schwerpunkt innerhalb ihrer Arbeit. Das 14. Heimkindertreffen im September des vergangenen Jahres in Torgau signalisierte mit der Vorstellung und Teilnahme der Aufarbeitungskommission den Beginn der Aufarbeitung. Seitdem wurden zahlreiche vertrauliche Anhörungen durchgeführt.

      „Es ist schon sehr beeindruckend mit welcher Intensität sich die Kommission dieser Aufgabe widmet. Bedenkt man, dass es fünf Jahre brauchte, bis der Bundestag nach der Missbrauchsdebatte 2010/2011 die Einrichtung einer unabhängigen Aufarbeitungskommission beschloss, kann man vor dem Engagement der Kommissionsmitglieder, die alle ehrenamtlich tätig sind, nur den Hut ziehen“, bemerkt Gabriele Beyler. Gegenüber der Torgauer Zeitung machte sie deutlich, dass die Aufarbeitung nicht in Zusammenhang mit der Zahlung möglicher Entschädigungsleistungen steht.
      Hier zwei Artikel aus der Schweiz.

      nzz.ch/schweiz/bundesgericht-d…es-mittel-sein-ld.1292766

      Bundesgericht
      Dublin-Haft für Familien darf nur letztes Mittel sein
      von Katharina Fontana 16.5.2017, 12:00 Uhr
      Das Bundesgericht gibt einem afghanischen Ehepaar recht, das in Ausschaffungshaft genommen und damit von seinen kleinen Kindern getrennt wurde: Das Recht der Ehegatten auf Familienleben [Anm.: EMRK Artikel 8 ]sei verletzt worden.

      Im Mai 2016 reiste eine hochschwangere Afghanin mit ihrem Ehemann und drei Kindern im Alter von drei, sechs und acht Jahren von Norwegen über Deutschland illegal in die Schweiz ein. Die Familie stellte ein Asylgesuch, das im August 2016 rechtskräftig abgewiesen wurde. Wenige Wochen später teilten die zuständigen Zuger Behörden dem Ehepaar mit, dass es mit den Kindern nach Norwegen ausreisen müsse. Anfang Oktober wurde eine erste Rückführung nach Oslo wegen Widerstands der Afghanen abgebrochen (gemäss eigenen Angaben waren ihnen die Identitätspapiere nicht ausgehändigt worden), worauf die Mutter mit ihrem vier Monate alten Baby im Flughafengefängnis Zürich untergebracht wurde. Der Mann wurde in Zug in Ausschaffungshaft gesetzt, die drei älteren Kinder kamen durch Beschluss der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde in ein Kinderheim. Zwanzig Tage später wurde die Familie in Begleitung von Polizisten, medizinischem Personal und einem Mitglied der Anti-Folter-Kommission mit einem eigens dafür gecharterten Sonderflug nach Norwegen zurückgeführt.

      Behörden machten es sich zu einfach

      Das Bundesgericht hat kein Verständnis dafür, wie die Zuger Behörden mit der Familie umgegangen sind. Es heisst die Beschwerde, die das Ehepaar nach seiner Rückführung nach Norwegen in Lausanne eingereicht hat, gut und stellt fest, dass die Ehegatten durch die separate Inhaftierung und die Trennung von ihren Kindern in ihrem von der Europäischen Menschenrechtskonvention garantierten Recht auf Familienleben verletzt worden seien.

      Dieses Recht schliesse die sogenannte Dublin-Haft, mit der die Rückschaffung sichergestellt werden soll, für Familien zwar nicht absolut aus, sagt die Lausanner Instanz. Doch da unter 15-jährige Kinder und Jugendliche laut Ausländergesetz nicht in Ausschaffungshaft genommen werden dürften und eine Inhaftierung der Eltern folglich eine Trennung der Familie und eine Fremdplacierung ihrer Kinder bewirke, sei die Haft in solchen Fällen nur als letztes Mittel zulässig. Vorliegend haben es sich die Zuger Behörden nach Ansicht des Bundesgerichts zu einfach gemacht. Sie hätten zuerst nach weniger einschneidenden Massnahmen suchen und die Familie beispielsweise in einer kantonseigenen Unterkunft oder in einem Durchgangsheim placieren müssen, heisst es im Urteil.

      Knapp noch nicht unmenschlich


      Die afghanische Mutter hatte zudem geltend gemacht, sie sei mit der erzwungenen Trennung von ihren grösseren Kindern traumatisiert und unmenschlich behandelt, ja psychisch gefoltert worden. Das Bundesgericht geht nicht ganz so weit und sieht die erlittene Behandlung als «knapp noch nicht» unmenschlich an. Die Trennung vom Rest der Familie sei aber ausserordentlich schwerwiegend gewesen, zumal die Ehegatten zu Beginn wegen mutmasslicher Fluchtgefahr weder miteinander noch mit den Kindern hätten telefonieren dürfen.

      Das höchstrichterliche Urteil hat zwar keine Auswirkungen mehr auf die nach Norwegen zurückgeführten Afghanen. Es macht den Behörden aber Vorgaben, wie sie künftig in Dublin-Fällen mit Familien umgehen müssen, die nicht ausreisen wollen.

      Fehlende Räumlichkeiten

      Die Zuger Sicherheitsdirektion hält in einer Stellungnahme fest, dass das höchste Gericht wichtige Aspekte des Falles - etwa die Gefahr, dass die Familie untertauchen werde - nicht berücksichtigt habe. In einem Durchgangsheim könne keine Bewachung oder Begleitung rund um die Uhr sichergestellt werden. Das Urteil bedeute in letzter Konsequenz, dass es in der Praxis kaum mehr möglich sein werde, Familien zurückzuführen, die nicht freiwillig ausreisen wollten. Weiter weist der Kanton Zug darauf hin, dass in der Schweiz derzeit keine familiengerechten Unterbringungsmöglichkeiten bei Administrativhaft existierten.

      2C_1052/2016, 2C_1053/2016 vom 26. 4. 17 – BGE-Publikation.

      Und

      srf.ch/news/schweiz/zuger-migr…iess-gegen-menschenrechte

      Wegweisendes Urteil Zuger Migrationsamt verstiess gegen Menschenrechte

      Dienstag, 16. Mai 2017, 12:00 Uhr, aktualisiert um 21:22 Uhr

      Das Bundesgericht hat eine Beschwerde eines ausgeschafften afghanischen Ehepaars gegen den Kanton Zug gutgeheissen.
      Das Amt für Migration des Kantons Zug hatte die drei Kinder des Ehepaars während des Asylverfahrens in einem Kinderheim fremdplatzieren lassen und den direkten telefonischen Kontakt mit den Eltern untersagt.
      Diese Massnahme sei «unverhältnismässig» gewesen, wie das Bundesgericht mitteilt. Es stützt sich bei der Urteilsbegründung auf die Europäische Menschenrechtskonvention (EMRK).

      Demnach garantiere die Europäische Menschenrechtskonvention (EMRK) den Asylbewerbern das Recht auf die Achtung des Privat- und Familienlebens. Die drei Kinder im Alter von drei, sechs und acht Jahren wurden jedoch auf Verfügung der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) hin in einem Kinderheim untergebracht. Zudem wurde den Eltern während des vorinstanzlichen Verfahrens der telefonische Kontakt mit den Kindern verweigert.

      Diese von der Familie erfahrene Behandlung erreicht gemäss Bundesgericht beinahe die Schwelle des in Artikel 3 der EMRK festgehaltenen Verbots der Folter oder der unmenschlichen oder erniedrigenden Behandlung.

      Ausserdem führt das Bundesgericht in seinem Urteil aus, dass das Migrationsamt andere Evaluationsmöglichkeiten nicht geprüft habe – wie beispielsweise die Unterbringung der gesamten Familie in einer kantonseigene Liegenschaft oder in einem Durchgangsheim. Deshalb sei die Inhaftierung der Eltern und die Fremdplatzierung der minderjährigen Kindern in einem Kinderheim unverhältnismässig gewesen.

      Hoffnung auf Familienanschluss

      Hintergrund des Falls: Das afghanische Elternpaar reiste im Mai 2016 von Norwegen über Deutschland mit seinen drei Kindern im Alter von drei, sechs und acht Jahren illegal in die Schweiz ein. Die Ehefrau war zum Zeitpunkt der Einreise mit dem vierten Kind schwanger. Die Afghanen stellten daraufhin einen Asylantrag und hofften auf Familienanschluss: Die Mutter und zwei Geschwister der Ehefrau lebten in der Schweiz und waren zum Teil bereits im Besitz der Schweizer Staatsbürgerschaft.

      Das Asylverfahren wurde jedoch abgelehnt und es wurde die Wegweisung verfügt. Danach wurde die Familie vergangenen Herbst festgenommen und zum Flughafen Zürich gebracht. Dort weigerten sich die Eltern, das Flugzeug nach Norwegen zu besteigen, bevor sie nicht die Ausweise ihrer Kinder zurückerhielten. Die Zuger Behörden sahen in dieser Forderung ein «renitentes Verhalten».

      Telefonischer Kontakt wurde untersagt

      Die Mutter wurde deshalb mit dem inzwischen vier Monate alten Baby im Flughafengefängnis Zürich untergebracht. Der Vater kam in Ausschaffungshaft in Zug. Die drei Kinder wurden in ein Kinderheim gebracht. Darüber hinaus wurde zu Beginn der Inhaftierung der telefonische Kontakt zwischen den Eltern und den Kindern untersagt. Die Begründung: Es soll Fluchtgefahr bestanden haben.

      Drei Wochen dauerte die Haft der Eltern, danach wurde die Familie mit einem Charterflug ausgeschafft. Mittlerweile haben die afghanischen Eltern gegen die Dublin-Haft Beschwerde eingereicht — und das Bundesgericht hiess die Beschwerde jetzt gut.

      Zuger Migrationsamt wehrt sich

      Die Sicherheitsdirektion des Kantons Zug schreibt in einer Mitteilung, dass das Wohlergehen der Kinder immer Priorität gehabt habe. Aufgrund des Verhaltens der afghanischen Familie und ihrer in der Schweiz wohnhaften Verwandtschaft, habe gemäss Direktion aber das Risiko des Untertauchens bestanden. Diesen Aspekt beleuchte das Bundesgericht in seinem Urteil nicht. In der Schweiz existierten überdies keine Möglichkeiten für eine familiengerechte Unterbringung für den Fall einer Administrativhaft.

      Denise Graf, Asylrechtsexpertin bei Amnesty International, bezeichnet das Urteil des Bundesgerichts derweil als wegweisend. Die Menschenrechtsorganisation ruft in einer Mitteilung am Dienstag dazu auf, die Dublin-Verordnung in der Schweiz grosszügig zu handhaben. In Härtefällen oder aus humanitären Gründen solle die Schweiz vermehrt selbst auf Asylgesuche eintreten.
      Kinderschändung
      "Die Scham schleppt man ein Leben lang mit sich herum"

      Von Alexander U. Mathé

      Alexandra Salvenmoser, die als Kind sexuell missbraucht wurde, spricht über die Folgen und Defizite in der Justiz.

      Wien. Das Urteil des Obersten Gerichtshofs im Fall der Vergewaltigung eines zehnjährigen Buben im Theresienbad in Meidling hat diese Woche die Gemüter erhitzt. Die Höchstrichter hatten das Strafmaß von sieben auf vier Jahre Haft reduziert, dies unter anderem mit der Begründung, dass es sein könne, dass es zukünftige Folgen für das Opfer "überhaupt nicht gibt". Ebenso sorgte der Fall sexueller Übergriffe im Kinderheim am Wilhelminenberg für Empörung. Ehemalige Heimkinder hatten prozessiert und verloren, weil die Vorfälle bereits verjährt sind. Zudem wurde vor kurzem bekannt, dass die Stadt Wien in dem Fall 90.000 Euro an Prozesskosten zugesprochen bekommen hat, die die damaligen Opfer und nunmehrigen Kläger zu zahlen haben. Ist die österreichische Justiz auf dem Gebiet des Kindesmissbrauchs falsch aufgestellt? Die "Wiener Zeitung" sprach mit Alexandra Salvenmoser - als Kind selbst Opfer sexueller Gewalt - über die Folgen von Kinderschändung und Mängel im (Rechts-)System.

      "Wiener Zeitung":Das Ermittlungsverfahren wegen der Vorfälle im Kinderheim am Wilhelminenberg wurde eingestellt. Wie schwer ist es für Betroffene, einen Missbrauch zu verarbeiten, wenn der Täter nie verurteilt wird?

      Alexandra Salvenmoser: Es ist grundsätzlich schon schwierig genug, dass es überhaupt so weit kommt. Es gibt da eine sehr hohe Dunkelziffer von Opfern, die ihren Fall nie zur Anzeige bringen. Aber selbst wenn, werden die Fälle teilweise gar nicht weiterverfolgt. Wenn es schließlich doch zum Prozess kommt, dann ist dieser extrem belastend. Einerseits wird das Opfer dort noch mehr als Opfer dargestellt und erneut in diese Rolle gedrängt, andererseits kommt es dann teilweise zu unfassbaren Vorwürfen: Man hätte dieses und jenes anders machen können, dann wäre es vielleicht gar nicht zu dem Missbrauch gekommen. Es findet nicht selten eine Opfer-Täter-Umkehr statt.

      Was könnte man an dem System ändern?

      Das beginnt schon bei der Anzeige. Das ist ein erster Schritt, der sehr viel Kraft fordert. Da braucht man dann wirklich gut geschultes Personal, Beamte, die mit viel Feingefühl an die Sache herangehen, auch wenn die Tat schon 30 Jahre zurückliegt. Ich kenne Betroffene, die gar nicht ernst genommen worden sind. Für Frauen und Mädchen ist es speziell wichtig, weibliche Ansprechpartner zu haben. Es wäre auch längst fällig, dass der Staat die Strafen erhöht. Was bei den meisten Verhandlungen herauskommt, ist ja ein Witz - wenn überhaupt etwas herauskommt. Die Täter haben ja eigentlich nichts zu befürchten. Wenn so einer zwei Jahre Haft ausfasst, ist das ja nichts im Verhältnis zu dem, womit das Opfer ein Leben lang zu kämpfen hat.

      Woran liegt das, wenn eine Anzeige erst nach Jahrzehnten eingebracht wird?

      Kinder stehen oft sehr alleine da; sie haben teilweise keine Unterstützung und verdrängen das Geschehene vorerst. Erst im Erwachsenenalter bricht das dann irgendwann wieder auf. Dann beginnen die Opfer das Geschehene zu verarbeiten. Im Zuge dessen sagen sie sich dann: "OK, ich bringe das jetzt doch zur Anzeige." Vor allem wenn der Fall noch nicht verjährt ist, ist man als Betroffener fast gezwungen eine Anzeige zu machen, sonst erhält man vom Bundesministerium keine finanzielle Unterstützung für die ganzen Psychotherapien. Die kann man sich im Regelfall ja privat gar nicht leisten.

      Das Finanzielle ist sicher nicht der einzige Grund für eine Anzeige?

      Na, wieso sollte man den Täter frei herumlaufen lassen? Durch die Anzeige kann man zudem auch andere schützen. Wenn sich der Fall - wie so oft - in der eigenen Familie abgespielt hat, weiß man ja nicht, ob nach einem selbst nicht noch die Schwester oder die Cousine dran sind.

      Ist dieser Schritt nicht auch für das Opfer wichtig, um mit dem Geschehenen ins Reine zu kommen?

      Für das Opfer selbst bringt eine Anzeige meistens nicht mehr als zusätzliche Scherereien, verbunden mit einem großen Kraftaufwand und viel Mut. Wo es schon hilft, ist die Glaubwürdigkeit bei der Verwandtschaft zu stärken. Nach vielen Jahren und wenn sich der Missbrauch nicht mehr beweisen lässt, scheiden sich die Geister innerhalb der Verwandtschaft: Die eine Hälfte glaubt dir, die andere Hälfte lieber dem Täter.

      Wie war das bei Ihnen?

      Für mich war das alles überhaupt kein Aspekt, eine Anzeige zu erstatten. Ich habe bei der Aufarbeitung einen anderen Weg beschritten. Ich bin den Weg der Vergebung gegangen.

      Sie haben dem Täter einen Brief geschrieben, in dem Sie ihm vergeben. War das der Weg zu einem befreiteren Leben?

      Der Brief selbst nicht. Ich habe von dem Täter ja nie eine Antwort erhalten. Die Befreiung geschah eigentlich viel früher, der Hass verschwand irgendwann, ich kam zu einem inneren Frieden. Aber es ist ein langer Prozess, bis man so weit ist, dass man sagt: "Ich kann wirklich vergeben." Dazu gehört viel Arbeit an einem selbst sowie eine selbstkritische Betrachtung und das Erlangen der Erkenntnis, dass man selbst in anderen Bereichen ebenso auf Vergebung der Mitmenschen angewiesen ist.
      Für die, die Zeit haben nach Schwerin zu fahren.


      schwerin-news.de/streckenlaeuf…r-und-durch-arbeit/49293/

      Filmaufführung, Buchvorstellung und Gespräch zu DDR-Spezialheimen

      Von der Arbeit in Jugendwerkhöfen berichten Betroffene in der Beratung bei der Landesbeauftragten und für den Fonds Heimerziehung seit vielen Jahren und sehr eindrücklich. Zu diesen erschütternden Zeitzeugenberichten gehört auch das titelgebende Beispiel des Streckenläufers, der als Lotse für ein Agrarflugzeug mutmaßlich mit Pflanzenschutzmitteln kontaminiert wird. Diese Arbeit wurde und wird von den meisten der ehemaligen Insassen als wesentlich und prägend in ihrer Unrechtserfahrung als Zwangsarbeit, Ausbeutung und Disziplinierungsinstrument wahrgenommen und benannt.

      Vorgestellt wird die neue Studie aus der Schriftenreihe der Landesbeauftragten zur Arbeit in den Jugendwerkhöfen der ehemaligen DDR-Nordbezirke. Die Autorin Anke Dreier-Horning wird das Konzept der „Arbeitserziehung“ in den historischen Kontext des DDR-Heimsystems einordnen. Daneben wird der in der DDR verbotene Dokumentarfilm „Jugendwerkhof“ von Regisseur Roland Steiner über den Jugendwerkhof Hummelshain von 1982 gezeigt.

      Ein Ergebnis der Debatte über Menschenrechtsverletzungen in Heimen für Kinder und Jugendliche in Ost und West ist seit 2012 die Einrichtung des Fonds Heimerziehung. Nahezu 28.000 ehemalige Kinder und Jugendliche haben sich innerhalb der Meldefrist bis 30. September 2014 für den Fonds „Heimerziehung in der DDR“ gemeldet, darunter fast 4.000 bei der Anlauf- und Beratungsstelle für MV bei der Landesbeauftragten. Betroffene, die in Heimen der DDR Leid und Unrecht erfahren haben und heute noch unter den Folgen leiden, können bei fristgerechter Meldung in einem Beratungsgespräch Leistungen des Fonds vereinbaren. Insgesamt waren zwischen 1949 und 1990 etwa 500.000 Kinder und Jugendliche in der DDR in Heimen der Jugendhilfe untergebracht, darunter 135.000 in den Spezialheimen. In MV waren es 60.000 Kinder und Jugendliche, davon 16.000 in Spezialheimen.

      VERANSTALTUNG:
      Streckenläufer. „Erziehung zur und durch Arbeit“
      Filmaufführung mit Buchvorstellung und Gespräch
      Mittwoch, 21. Juni 2017, 18.00 Uhr
      in der Geschäftsstelle der Landesbeauftragten
      Bleicherufer 7, 19053 Schwerin
      (Eingang links neben dem Kino)
      Der Eintritt ist frei.

      BUCH:
      Anke Dreier-Horning
      Streckenläufer. „Erziehung zur und durch Arbeit“ in den Jugendwerkhöfen der ehemaligen Nordbezirke der DDR.
      Schwerin 2016.
      ISBN 9783933255501.
      Schutzgebühr 6 Euro.
      Erhältlich unter: landesbeauftragter.de/publikationen/aktuelle-publikationen/