KINOFILM ausschließlich über ev. Erziehungsanstalt FREISTATT

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      zeit.de/politik/2014-08/kirche-austritte-kirchensteuer


      Bei den Meldedaten wird ein Missbrauch durch die katholische Kirche befürchtet
      Und die Frage, wie mit sehr persönlichen Daten umgegangen wird,
      bleibt: Zum Beispiel haben die Kirchen zu Steuerzwecken Zugriff auf
      Meldedaten, aus denen sich erkennen lässt, wer ein zweites Mal
      verheiratet ist oder in einer gleichgeschlechtlichen Lebenspartnerschaft
      lebt. Nach dem Arbeitsrecht der katholischen Kirche ist dies ein
      Kündigungsgrund.

      Bank für Kirche und Caritas bank für kirche und caritas.jpg2.jpg
      Es weht der Wind ein Blatt vom Baum, von vielen Blättern eines. Das eine Blatt, man merkt es kaum, denn eines ist ja keines. Doch dieses eine Blatt allein, war Teil von unserem Leben. Darum wird dieses Blatt allein uns immer wieder fehlen.
      Eric

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      KINOFILM ausschließlich über ev. Erziehungsanstalt FREISTATT

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      Martini schrieb:

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      FREISTATT (TRAILER OFFICIAL) YouTube
      Hochgeladen von EditionSalzgeber




      https://www.youtube.com/watch?v=b72pSA7aGyY (Länge 2 Min. und 27 Sek.)

      Der damit in Zusammenhang stehende Kommentar der Person/Organisation, die es hochgeladen hat:

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      Published on Apr 29, 2015

      FREISTATT
      ein Film von Marc Brummund

      Deutscher Kinostart: 25. Juni 2015
      mit Louis Hofmann, Alexander Held, Max Riemelt, Katharina Lorenz, Stephan Grossmann, Uwe Bohm u.a.
      D 2015, 104 Minuten, deutsche Originalfassung
      UA: Max Ophüls Preis Saarbrücken, Wettbewerb

      KURZINHALT

      Sommer 1968. Der Wind der Veränderung ist in den norddeutschen Kleinstädten allerhöchstens als Brise zu spüren. Mit selbstverständlicher Aufmüpfigkeit begegnet der 14-jährige Wolfgang seinem Alltag, seiner Mutter und vor allem seinem Stiefvater. Als er von seiner Familie in die abgelegene, kirchliche Fürsorgenanstalt FREISTATT abgeschoben wird, findet er sich in einer Welt wieder, der er nur mit noch unbändigerem Freiheitsdrang begegnen kann: Verschlossene Türen, vergitterte Fenster, militärischer Drill während der als Erziehung verbrämten täglichen Arbeitseinsätze in den Mooren der Umgebung. Doch für Wolfgang ist eins klar: Seine Sehnsucht nach Freiheit wird er so schnell nicht im Moor begraben.

      Category
      Film & Animation

      License
      Standard YouTube License

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      Ein eigener Thread für diesen wichtigen KINOFILM / SPIELFILM, einfach betitelt "FREISTATT", jetzt hier von mir ganz absichtlich auch in die Forumsrubrik »Sonstiges (öffentlich)« gestellt, wo nicht nur registrierte und angemeldete Boardnutzer lesen können, aber auch unregistrierte und unangemeldete Gäste Zugang haben.

      Beschlagwortet mit TAGS / LABELS: Haus Gottes, Bethel, Hölle, FREISTATT, Kinofilm, ev. Erziehungsanstalt FREISTATT, Erziehungsanstalt, Salzgeber, FREISTATT YouTube, YouTube FREISTATT, Marc Brummund, ein Film von Marc Brummund, Louis Hofmann, Alexander Held, Max Riemelt, Katharina Lorenz, Stephan Grossmann, Uwe Bohm, Max Ophüls Preis Saarbrücken, Publikumspreis, Preis der Jugendjury, kirchliche, Fürsorgenanstalt, kirchliche Fürsorgenanstalt, Fürsorgenanstalt FREISTATT, abgeschoben, Freiheitsdrang, verschlossene Türen, vergitterte Fenster, militärischer Drill, Erziehung, Arbeitseinsätze in den Mooren, Moor, Torf, Torf stechen, Torfgewinnung, Sehnsucht nach Freiheit, Freiheit, Keine Freiheit in FREISTATT, Beklemmendes Jugenddrama, grausame Praktiken, Grausamkeiten, Gewaltanwendung, Brutalität, 1960er Jahre, wahren Begebenheit, grausamen Geschehnisse, Kindesmissbrauch, Kindesmissbrauch in kirchlichen Einrichtungen, kirchlichen Einrichtungen, Forderungen der Opfer auf Entschädigung, Forderungen der Opfer, Entschädigung, dunkelsten Kapitel in der modernen Geschichte deutscher Erziehungsmethodik, Erziehungsmethodik, Fürsorgeheim, Fürsorgeheim für Schwererziehbare, Schwererziehbare, geballten Härte schwarzer Pädagogik, schwarzer Pädagogik, Pädagogik, sexueller Missbrauch, körperliche Züchtigung, knochenharte Zwangsarbeit im Moor, knochenharte Zwangsarbeit, Zwangsarbeit, despotische Anstaltsleiter, Anstaltsleiter, diabolischen Helfer, Diakone, Brüder, Diakonschüler, Willen brechen, anvertrauten Schützlinge, anvertrauten, Schützlinge, Regisseur Marc Brummund, norddeutsche Moorlandschaft, Moorlandschaft, Kamerafrau Judith Kaufmann, Judith Kaufmann, Hausvater, Schutzbefohlenen, Jugendlichen, eingekerkerten Jugendlichen, die Hölle auf Erden, Hölle auf Erden, Gefangenschaft,

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      Subject: KINOFILM ausschließlich über ev. Erziehungsanstalt FREISTATT
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      Eine Verhandlung oder ein Verfahren ohne QUALIFIZIERTEN juristischen Rechtsbeistand, Recht und Gesetz ist wie ein Gebäude ohne Fundament – ein Kartenhaus.

      Heimkinder appellieren an VATER STAAT und MUTTER KIRCHE Sühne zu tun:
      Ein Denkmal in Musik gesetzt

      Freiheit ist keine Selbstverständlichkeit; sie bedarf ständiger Wachsamkeit.

      KINOFILM ausschließlich über ev. Erziehungsanstalt FREISTATT

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      DEUTSCHLANDRADIO KULTUR

      VOLLBILD | Beitrag vom 20.06.2015

      @ http://www.deutschlandradiokultur.de/film-freistatt-von-marc-brummund-das-heim-wird-zur-hoelle.2168.de.html?dram:article_id=323191

      FILM "FREISTATT" VON MARC BRUMMUND

      Das Heim wird zur Hölle

      Marc Brummund im Gespräch mit Susanne Burg und Patrick Wellinski

      Ein 14-Jähriger kommt in eine Anstalt für schwer erziehbare Jungs − dort erlebt er Sadismus, Zwangsarbeit, Prügel, sexuellen Missbrauch.
      "FREISTATT" heißt der Film von Marc Brummund, der für die reale Geschichte aus seiner Heimatstadt Diepholz eine Genreverpackung nach US-Vorbild wählte.

      SUSANNE BURG: Am Donnerstag kommt
      "FREISTATT" ins Kino, ein Spielfilm von Marc Brummund. Ein beeindruckend-bedrückendes Drama mit großen Bildern, das im Sommer 1968 einsetzt, als auch in der norddeutschen Provinz ein Hauch von Sex, Drugs and Rock'n'Roll ankommt. Im Zentrum steht der 14-jährige Wolfgang. Er ist seinen Eltern zu aufmüpfig und wird in die Diakonie Freistatt abgeschoben, ein Heim für schwer erziehbare Jungs. Hier findet er sich hinter vergitterten Fenster wider, tagsüber muss er im Moor Torf stechen, es gibt sexuellen Missbrauch, Prügelstrafe – und einen sadistischen Anstaltsleiter, der ständig versucht, den Willen der Kinder zu brechen.

      Mein Vollbild-Kollege Patrick Wellsinki und ich haben den Regisseur Marc Brummund bei der Premiere des Films gesprochen, und ich habe ihn erst mal darauf angesprochen, dass er 1969 in Diepholz in Niedersachsen geboren wurde, ganz in der Nähe von Freistatt, wo Jungs bis Anfang der 70er-Jahre regelrecht geknechtet wurden. Ich wollte wissen, wann ihm das erste Mal bewusst geworden, was da so vor sich ging?

      MARC BRUMMUND: Ich hab einen Fernsehbericht irgendwann 2009, Anfang 2009 gesehen, wo es eben um diese schwarze Pädagogik ging. Ich hab mir dann ein Buch besorgt, so ein initiierendes Buch eines "Spiegel"-Autors, das hieß "Schläge im Namen des Herrn". Da hab ich gelesen von Freistatt, plötzlich las ich meine Geburtsstadt Diepholz, ganz in der Nähe, sah da Fotos, wie die Jungs da am Moor schuften mussten, erinnerte mich selber, dass ich in der Grundschule auch Ausflüge ans Moor gemacht hab, natürlich in einem viel glücklicheren Rahmen. Und diese Vorstellung, dass vielleicht im Nachbarmoor diese Jungs geknechtet wurden, die hat mich sehr, sehr berührt. Und daraufhin bin ich dann nach Freistatt zur Diakonie, weil ich gesehen hab, die existiert noch und die hat noch ein Buch rausgebracht, eine eigene Dokumentation selber, die hieß "Endstation Freistatt". Und als ich da war und gemerkt hab, die kriegen wir mit ins Boot, die unterstützen uns, dann wurde da so langsam ein Schuh draus.

      Ein Held, ein Ziel, ein Hindernis

      WELLINSKI: Sie erzählen die Geschichte des 14-jährigen Wolfgang, und Sie bleiben auch immer ganz bei ihm, den gesellschaftlichen Kontext, den reflektieren Sie ganz nebenbei. Also Sie zeigen, dass die Mutter ihn eigentlich gar nicht weggeben möchte, das ist eher der strenge Stiefvater, der ihn nicht dahaben will. Warum wählen Sie die Perspektive von Wolfgang?

      BRUMMUND: Na ja, der Film funktioniert wirklich nach dem klassischen Dramenprinzip: ein Held, ein Ziel, ein Hindernis. Es war völlig naheliegend, die Erlebnisse aus Sicht eines Jungen zu erzählen, der in diese Hölle gerät, und das fand ich spannend – und diese Peripherie, diese Zeit draußen. Ich fand besonders interessant bei dem Stoff, dass das ja noch gar nicht so lange her ist, also das draußen eben, wie Sie schon sagten, ein Umbruch stattfand – sexuelle Befreiung, Liberalisierung –, also dieses "außen hui und innen pfui" haben die Nazis quasi weitergemacht. Das fand ich gerade wahnsinnig spannend, und da wollte ich mit diesem Wolfgang, dieser Figur, auf die Reise gehen.

      BURG: Und Sie zeigen dann auch wirklich, wie hart dieses System der Unterdrückung war, fast Foltermethoden, Peitschenhiebe sieht man auf dem Rücken der Jugendlichen, die Jugendlichen untereinander quälen sich ziemlich. Für den Zuschauer ist es manchmal hart, Sie schonen den Zuschauer nicht – wie viel wollten Sie ihm zumuten?

      BRUMMUND: Ich wollte bewusst nicht das irgendwie abmildern, das, was da passiert ist. Ich kann guten Gewissens sagen, das haben wir alles gründlich recherchiert. Mit einem Zeitzeugen aus der Zeit – der eben auch Wolfgang Rosenkötter heißt und nicht umsonst heißt unsere Hauptfigur Wolfgang – hab ich das alles besprochen. Das ist alles wahr, was wir da schildern. Und ich hab sozusagen den Zuschauer abgefedert oder hab es zumindest versucht, indem ich sozusagen eine Genreverpackung gewählt hab, also eine etwas amerikanischere Art, die Geschichte zu erzählen und eben auch diesen Zeitgeist, dieses Flower-Power drumherum, eben auch diesem Look entsprechend zu machen – hier und da gibt es ja schöne Momente, wenn auch nur wenige –, um ihn ein bisschen abzufedern und das nicht so ganz so drückend zu machen und trotzdem aber auch nicht zu schonen.

      Das Vorbild der Sklaverei-Filme

      BURG: Weil Sie eben sagten amerikanische Art – mich hat der Film auch manchmal an Dramen über die Sklaverei in den Südstaaten erinnert, zuletzt zum Beispiel "Twelve Years a Slave" von einem Briten, aber amerikanische Gelder, Steve McQueen. Haben Sie diese Assoziation bewusst so angelegt?

      BRUMMUND: Sagen wir mal so: Den Film habe ich später gesehen, der kam ja auch später, also da waren wir schon fertig oder in der Mache ...

      BURG: Ich könnte aber auch jetzt andere nennen.

      BRUMMMUND: Absolut, aber diese klassischen Filme – Paul Newman in "Cool Hand Luke", "Die Verurteilten" – das sind alles Filme, die mich natürlich geprägt haben und wo wir natürlich beim Schreiben des Buches auch uns dran orientiert haben, definitiv.

      WELLINSKI: Max Riemelt spielt auch in dem Film, er spielt einen der Aufpasser, die meisten anderen Darsteller, die kennen wir jetzt noch nicht so, die die Jugendlichen spielen, und trotzdem ist da eine Atmosphäre, die Sie mit diesen jungen Darstellern geschaffen haben, das stelle ich mir am Set sehr intensiv vor. Wie haben Sie mit ihnen zusammengearbeitet, um diese Atmosphäre – und die müssen Sie auch lenken, diese jungen Darsteller?

      BRUMMUND: Ich hatte erst mal ja ein tolles Team drumherum. Ich hatte, glaube ich, drei Regieassistenzen, teilweise vier, weil das eben doch ein ziemliches Schiff war, was wir da so durchs Wasser lenken mussten, wenn ich dieses Bild bemühen darf. Letztendlich ist es so gewesen: Wir haben auch als Gegenentwurf, damit man das einfach ertragen konnte. Wir haben ja in dem Originalhaus gedreht, und es gab auch viel Witz, wir haben viel gelacht, das ist ja mitunter eine Methode, wenn man mit ein bisschen Ironie darangeht, dass man irgendwo sich so einen Ausgleich schafft. Und das war eigentlich ein bisschen auch wie so ein Schulausflug, also gerade, weil die sich so gut verstanden haben, die Jungs, und auch mit dem Mädchen, der Tochter vom Hausvater. Und das ist nicht so drückend gewesen, wie man vermutet, die Dreharbeiten. Wir haben auch viel gelacht, das hat auch Spaß gemacht, und gesungen und alles Mögliche.

      Äußerungen unserer Gesprächspartner geben deren eigene Auffassungen wieder. Deutschlandradio Kultur macht sich Äußerungen seiner Gesprächspartner in Interviews und Diskussionen nicht zu eigen.


      Filmhomepage


      MEHR ZUM THEMA

      Kinofilm über Heimerziehung - "Mir war es wichtig, dass es ein Zeitporträt wird" [ @ http://www.deutschlandradiokultur.de/kinofilm-ueber-heimerziehung-mir-war-es-wichtig-dass-es-ein.2168.de.html?dram:article_id=313609 ] [ bezüglich dem anderen KINOSPIELFILM "VON JETZT AN KEIN ZURÜCK" von dem Drehbuchautor und Filmregisseur Christian Frosch ] (Deutschlandradio Kultur, Vollbild, 07.03.2015)
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      Siehe auch @ http://www.ndr.de/kultur/film/Drama-von-Marc-Brummund-,freistatt128.html sowohl wie auch die dortigen Leserkommentare dazu.

      Subject: KINOFILM ausschließlich über ev. Erziehungsanstalt FREISTATT
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      Eine Verhandlung oder ein Verfahren ohne QUALIFIZIERTEN juristischen Rechtsbeistand, Recht und Gesetz ist wie ein Gebäude ohne Fundament – ein Kartenhaus.

      Heimkinder appellieren an VATER STAAT und MUTTER KIRCHE Sühne zu tun:
      Ein Denkmal in Musik gesetzt

      Freiheit ist keine Selbstverständlichkeit; sie bedarf ständiger Wachsamkeit.

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von „Martini“ ()

      KINOFILM ausschließlich über ev. Erziehungsanstalt FREISTATT

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      Auch die niedersächsische Presse interviewt Filmregisseur MARC BRUMMUND und das ehemalige Heimkind / den ex-Freistätter WOLFGANG ROSENKÖTTER zum HEIMERZIEHUNG-FILM "FREISTATT"

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      WESER-KURIER Mediengruppe - Bremer Tageszeitungen AG - Bremen @ http://www.weser-kurier.de/bremen/bremen-kultur-freizeit_artikel,-Das-mit-der-Einweisung-ging-sehr-schnell-_arid,1151159.html

      HEIMERZIEHUNG-FILM "FREISTATT"

      "Das mit der Einweisung ging sehr schnell"

      - 23.06.2015

      Während die Hippies von Frieden und Liebe singen, herrscht in der sogenannten Fürsorgeeinrichtung Freistatt in der Nähe von Diepholz Ende der 1960er-Jahre ein strenges Regiment: Die jugendlichen Zöglinge werden physisch und psychisch unter Druck gesetzt, ausgebeutet und gequält. Über dieses Kapitel der „schwarzen Pädagogik“ in der Heimerziehung hat der Regisseur Marc Brummund einen packenden Film gedreht, den er am Sonntagabend im Cinema Ostertor gemeinsam mit dem Zeitzeugen Wolfgang Rosenkötter vorgestellt hat. Iris Hetscher hat mit beiden gesprochen.

      Herr Brummund, was hat Sie an dem Thema „schwarze Pädagogik“ so fasziniert, dass Sie einen Film daraus machen wollten?

      MARC BRUMMUND: Das ist ja mein erster Kinofilm, und da habe ich nach etwas gesucht, was eine thematische Relevanz hat. Ich habe vorher Werbung gemacht, und ich wollte bei einem derart langfristig angelegten Projekt einfach spüren, dass es da um etwas geht. Ich bin dann bei der Themensuche auf ein Buch über die Diakonie Freistatt gestoßen, die in der Nähe meines Geburtsortes Diepholz liegt – nur fünf Kilometer entfernt. Und ich wusste davon gar nichts. Gleichzeitig habe ich auch die Schauwerte gesehen: Die Jungen, die auf den Loren ins Moor fahren. Das Thema und die Kinotauglichkeit dieser Bilder war eine Kombination, die mich interessiert hat.

      Der Film wirkt unter anderem so beklemmend, weil Sie in der Einrichtung drehen konnten. Wie ist es dazu gekommen?

      BRUMMUND: Es gibt ein dickes Buch des Dachverbands, der Bodelschwinghschen Anstalten Bethel, über Freistatt. Da setzt sich die Diakonie selber mit dieser Geschichte auseinander. Ich bin da hingefahren und habe so unter anderem Wolfgang Rosenkötter kennengelernt, der dort in den 1960er-Jahren als sogenannter Zögling gelebt hat und heute dort Ombudsmann ist. Er hat mir viel Persönliches erzählt, das aber exemplarisch ist für die Vorgänge. Das alles ist in die Hauptfigur des von Louis Hofmann gespielten Wolfgang eingeflossen – der Junge heißt nicht zufällig so.

      Im Film zeigen Sie die Erziehung im Heim als perfide abgestuftes Machtgefüge, vom „Hausvater“ bis zu den Jungen selbst. Das erinnert stark an die Hierarchien, die der Nationalsozialismus etabliert hat. Ist das zugespitzt oder war das tatsächlich so?

      WOLFGANG ROSENKÖTTER: Das ist alles so belegt. Und vor allem die „Hausväter“ standen in der Tradition des Nationalsozialismus, ähnlich wie die Strukturen der damaligen Diakonie noch aus diesen Zeiten herrührten. Freistatt war zuvor ein Arbeitslager, da hatte sich nicht viel geändert.

      Besonders infam ist es, dass die Jungen dazu gebracht werden, sich gegenseitig zu drangsalieren.

      BRUMMUND: Das manifestiert sich vor allem in dem einen Jungen, der eine Art Vertrauensmann ist. . .

      ROSENKÖTTER: Ich würde ihn Kapo nennen. . .

      BRUMMUND: . . .der steht der Leitung näher und genießt gewisse Privilegien, muss aber auch dafür sorgen, dass die Jungs spuren.

      Außerhalb dieser Einrichtung machte sich in den späten 1960er-Jahren die Studentenbewegung auf, für eine ganz andere Pädagogik zu streiten. Dieser Widerspruch hat Sie sicher auch gereizt, oder?

      BRUMMUND: Ich nenne das „außen hui, innen pfui“. Draußen gab es Flower-Power, sexuelle Befreiung, Liberalisierung aller Lebensbereiche, innen haben die Nazis einfach weiter gemacht. Diesen Kontrast zu erzählen, hat mich gereizt. Und es ging ja weiter: Selbst als die entsprechenden Gesetze geändert wurden, als zum Beispiel nicht mehr geschlagen werden durfte in Einrichtungen, kam das in Freistatt erst Jahre später an. Das historische Vorbild dieses „Hausvaters“ hat noch bis Mitte der 1970er-Jahre so weiter regiert wie vorher.

      Die Hauptfigur Wolfgang hat nicht wirklich etwas verbrochen. Wolfgangs einziges Vergehen ist es, dass sein Stiefvater nicht mit ihm klarkommt. Das reichte damals tatsächlich, um in eine Jugendfürsorgeeinrichtung eingewiesen zu werden?

      BRUMMUND: Es war ein klassischer Grund, dass Stiefmutter oder -vater nicht klarkamen mit den leiblichen Kindern ihrer Vorgänger. Wolfgangs Mutter konnte damals froh sein, wieder einen Partner zu haben und das Stigma der allein erziehenden Mutter hinter sich lassen zu können. Das hat natürlich eine große Hörigkeit geschaffen. Und der Stiefvater sieht in dem heranwachsenden Jungen seinen Vorgänger und gleichzeitig Konkurrenten um die Gunst der Mutter.

      ROSENKÖTTER: Wenn man damals den gängigen Normvorstellungen nicht entsprach, ging das sehr schnell mit der Einweisung ins Heim. Wenn man die Schule schwänzte, sich mit Freunden herumtrieb, bei der Arbeit rumbummelte, wie das hieß. Das war bei mir auch so. Bei mir war es die Mutter, die weggegangen ist. Mein Vater war überfordert und hat mich ins Heim gegeben, damit ich mit Strukturen vertraut gemacht werde.

      Die Figuren in dem Film sind alle sehr ambivalent angelegt. Wollten Sie so der Gefahr entgehen, einen Thesenfilm zu drehen?

      BRUMMUND: Mir war es wichtig, dass der Zuschauer die Motivation aller Figuren nachvollziehen kann, auch, wenn das innerhalb dieser verdrehten Welt in dem Heim manchmal schwer auszuhalten ist. Das sieht man beispielsweise an der Geschichte des pädophilen Erziehers, der der einzige ist, bei dem einer der Jungen so etwas wie Wärme gespürt hat. Und zwar in einem ganz klaren sexuellen Übergriff, das ist das Schreckliche und Perverse daran.

      Wolfgang leistet lange und heftig Widerstand gegen das System. Was macht ihn so besonders?

      BRUMMUND: Er will einfach nach Hause, und er hat ein sehr stark ausgeprägtes Unrechtsbewusstsein.

      Er ist erst dann gebrochen, als seine Mutter ihn endgültig zurückweist und ihn im Stich lässt.

      Sie erzählen eine sehr dichte Geschichte, haben sich dafür oft auch schöne Bilder gegönnt. Es gibt beispielsweise ausgedehnte Kamerafahrten über die idyllisch anmutende Moorlandschaft. Haben Sie nicht Angst, dass Ihnen das als Ästhetisierung vorgeworfen wird?

      BRUMMUND: Klar, aber ich wollte das von vorneherein so machen. Der Inhalt des Films ist schwer verdaulich, dafür wollte ich eine flamboyante Verpackung finden. Deshalb habe ich das Ganze mit Mitteln des Genrekinos erzählt, wie das im US-amerikanischen Kino gang und gäbe ist. Ich möchte ja, dass möglichst viele Menschen den Film sehen, und die sollen auf allen Ebenen etwas geboten bekommen und hineingerissen werden in eine spannende Geschichte, über die man hinterher nachdenken kann.


      "FREISTATT" ist ab dem kommenden Donnerstag, 25. Juni, um 19 Uhr (Sonntag: 18.30 Uhr) im Cinema Ostertor zu sehen.
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      QUELLE: WESER-KURIER Mediengruppe - Bremer Tageszeitungen AG - Bremen @ http://www.weser-kurier.de/bremen/bremen-kultur-freizeit_artikel,-Das-mit-der-Einweisung-ging-sehr-schnell-_arid,1151159.html

      Eine Kommentarmöglichkeit besteht dort beim WESER-KURIER ebenso.

      Subject: KINOFILM ausschließlich über ev. Erziehungsanstalt FREISTATT
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      Heimkinder appellieren an VATER STAAT und MUTTER KIRCHE Sühne zu tun:
      Ein Denkmal in Musik gesetzt

      Freiheit ist keine Selbstverständlichkeit; sie bedarf ständiger Wachsamkeit.

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      BR - Bayrischer Rundfunk - Kultur

      @ br.de/radio/bayern2/kultur/kul…tt-marc-brummund-102.html

      Heimerziehung

      Regisseur Marc Brummund über "FREISTATT"

      Marc Brummunds Film "FREISTATT" spielt in einem Jugendheim im niedersächsischen Moor, in dem in den 60er-Jahren Jugendliche Demütigung und Gewalt ausgesetzt waren. Der Regisseur im kulturWelt-Gespräch mit Barbara Knopf.

      Von: BARBARA KNOPF

      Stand: 24.06.2015

      Der Film "
      FREISTATT" handelt von einer Jugendfürsorgeeinrichtung, die wie ca. 3000 andere in den 1950er und 60er Jahren in der Bunderepublik so etwas wie die Hölle im Leben von mehr als einer halben Million Kinder und Jugendlicher war.

      Freistatt im niedersächsischen Diepholz lag weit abgeschieden im Moor und der Name führt in die Irre, denn frei konnte hier keiner leben, nicht nur weil die Heimjugendlichen hier Zwangsarbeit verrichteten und jeden Morgen zum Torfstechen ins Moor zogen. In Freistatt wurden christliche Werte gepredigt, aber jede Menschlichkeit wurde aus den Kindern und Jugendlichen herausgeprügelt, zumindest wurde es versucht. Ein System aus Gewalt und Abhängigkeiten, das jetzt exemplarisch für viele andere Heime in dem gleichnamigen Film "
      FREISTATT" von Regisseur Marc Brummund gezeigt wird.

      KNOPF: Herr Brummund, der Film spielt im Jahr 1968, die Hauptfigur Wolfgang ist selbstbewusst und aufmüpfig, er hat ein enges, aber vielleicht etwas zu liebesvolles Verhältnis zu seiner Mutter und massive Probleme mit seinem Stiefvater und aus dieser miefig riechenden Kombination aus Eifersucht und patriarchaler Gewalt heraus wird er ins Heim gesteckt und erlebt am eigene Leib, wie ein junger Mensch seelisch gebrochen werden soll. Ging es Ihnen darum zu hinterfragen wie und warum so ein System aus Gewalt entstehen kann und auch von Teilen der Gesellschaft gewollt war vielleicht?

      BRUMMUND: Ich fand es spannend, dass so eine geschlossene Gesellschaft, so ein geschlossenes System in einer Zeit, in der draußen die 68er aufbegehrten, Flower Power und die Hippie-Bewegung begann, so ein repressives System noch möglich war. Dass das auch letztendlich von allen von Eltern, vom Staat, von der Kirche gebilligt wurde und dass alle letztendlich auch mitgemacht haben und wenn sie eben nur weggeschaut haben oder in der Obrigkeitshörigkeit, in der die meisten sich befanden, dann gesagt haben: „… naja was der Staat oder die Kirche da mit den Jugendlichen machen, das wird schon seine Richtigkeit haben.“

      Foltermethoden wie in der Nazizeit

      KNOPF: Die Gesellschaft war ja auch noch stark militarisiert. Es war ja etwas mehr als 20 Jahre nach Kriegsende. Sie haben so Szenen, die wirklich die Nazizeit auch zitieren, also dieser Hausvater, der von perfider Grausamkeit ist, ist immer mit diesen Stiefeln auf einem Pferd zu sehen, aufgenommen aus der Untersicht der arbeitenden Heimkinder.

      BRUMMUND: Ja, während der Nazizeit war das ein Arbeitslager in Freistatt und die haben da einfach so weitergemacht, und wenn die Leute da nicht ausgewechselt wurden, dann sind diese Anleihen nicht von mir angedichtet, sondern es war tatsächlich auch alles so. Alles was wir da schildern ist so recherchiert und ist so gewesen.

      KNOPF: Also auch die Szenen die an Folterszenen aus dem Krieg erinnern? Also nackt an einem Seil aufgehängt zu werden oder ein Scheinbegräbnis zum Beispiel.

      BRUMMUND: Ja, das Scheinbegräbnis ist etwas, dass so in einem anderen Heim passiert ist. Eine Erzieherin, eine Nonne, hat einem Mädchen, der sie nicht mehr Herr geworden ist gezwungen, ihr eigenes Grab zu schaufeln. Da ist genau das vorgefallen.

      KNOPF: Wie schwierig waren denn die Recherchen?

      BRUMMUND: Sie waren zum Glück nicht so schwierig wie man es vermuten möchte. Ich bin durch dieses Sachbuch "Schläge im Namen des Herrn" auf diese Thema schwarze Pädagogik gestoßen und dann habe ich von dieser Endstation der sogenannten, der sehr heftigen Fürsorgeheim Freistatt gelesen, das eben nur fünf Kilometer von meinem Geburtsort Diepholz entfernt ist. Ich wusste da nichts von. Ich habe da aber auch als Kind gelebt, das heißt ich habe da eine sehr glückliche Kindheit gehabt in der Grundschule und erinnere mich an Ausflüge ins Moor, und mich hat sehr bewegt dass wenige Jahre zuvor in demselben Moor Kinder so gelitten haben. Und dann habe mich damit befasst und bin dann auf ein Buch gestoßen, das hieß "Endstation Freistatt", das die Diakonie selber herausgegeben hat und das ist toll, dass die zu ihrer dunklen Vergangenheit stehen. Das ist ja jetzt eine moderne Einrichtung dort und was ganz anderes und die finden das Ergebnis auch toll und die fanden das sehr richtig, was wir da gemacht haben.

      KNOPF: Und Sie haben ja auch mit einem wie man früher sagte ehemaligen "Zögling" gesprochen.

      BRUMMUND: Richtig, der kam dann auch als ich mich dort vorgestellt habe in der Diakonie. Wolfgang Rosenkötter, der da jetzt als Ombudsmann quasi u.a. Führungen macht, und die sehr intensiven und auch tagelangen Gespräche mit dem Wolfgang Rosenkötter, die sind sehr stark in unsere Figur Wolfgang eingeflossen.

      KNOPF: Obwohl die Figuren in eine zunehmende Gewaltspirale hineingeraten, sind sie doch sehr differenziert gezeigt, aber man merkt, dass die Hauptfigur Wolfgang der lange Zeit versucht seine Wahrheit, und Ehrlichkeit und Mut aufrechtzuerhalten letztlich auch das Gute in sich verlieren würde.

      "Der größte Teufel glaubt, dass er das Richtige tut"

      BRUMMUND: Das Ziel, das diese Institution hatte, nämlich aus vermeintlich krummen Jungs gerade Burschen zu machen, ist ja gründlich misslungen. Sie haben aus eigentlich geraden Jungs krumme Burschen gemacht und das soll der Film eigentlich vermitteln, dass da im großen Stil ein großer Fehler passiert ist.

      KNOPF: Aber haben Sie das Gefühl, das wurde systematisch absichtlich gemacht oder aus einer vollkommen gescheiterten Pädagogik heraus?

      BRUMMUND: Das zweite. Der größte Teufel glaubt, dass er das Richtige tut. Der Hausvater, gespielt von Alexander Held, ist davon überzeugt, dass seine Maßnahmen und seine Fürsorge, die er aus seiner Sicht dem Jungen beikommen lässt, vollkommen richtig ist und dabei hilft, sie auf den richtigen Weg zu setzen. Der Oberbruder Wilde, dieser sadistische Bruder, ist letztendlich auch nur ein getriebener muss die Auflagen des Hausvaters erfüllen. Er ist ja selber nur gelernter Schweißer und hat überhaupt keine pädagogischen oder erzieherischen Fähigkeiten, der ist völlig überfordert.

      KNOPF: Sie haben ja an Originalschauplätzen drehen können und es gibt diesen beklemmenden Kontrast zwischen Drinnen und Draußen, zwischen Freiheit und dem Gefangenenlager?

      BRUMMUND: Ja, das Kontrollsystem untereinander, diese Kollektivstrafen, d.h. wenn ein Junge in der Gruppe Unsinn gemacht hat, dass gleich alle darunter leiden mussten, also Rauchverbot oder Essensentzug bekamen, das war natürlich wichtig darzustellen. Warum von diesem Ort auch niemand fliehen konnte, weil die alle aufeinander aufgepasst haben. Zusätzlich ist es eine Art Alcatraz gewesen, mitten im Moor, drumherum war nichts. Das war wirklich schwer da rauszukommen. Gleichzeitig wollte ich im Kontrast diese eigentlich sehr schöne Landschaft darstellen, in der das Ganze stattgefunden hat.

      Symbolische Bildersprache

      KNOPF: Sie scheuen sich auch nicht, symbolische Bilder einzusetzen, also es gibt immer wieder diese auffliegenden Vögel, die sehr deutlich den Wunsch nach Freiheit verkörpern. Wie entgeht man denn da der Gefahr von Kitsch?

      BRUMMUND: Ich glaube das ist eine Geschmackssache letztendlich. Als wir anfingen diesen Film zu finanzieren, und bei den Förderern damit vorstellig wurden, da hieß es ganz schnell, da gibt es doch nur physisch und psychisch auf die Mütze, wer will denn das sehen. Und ich hab immer gesagt, die Geschichte hat auch große Schauwerte, da geht es um Abenteuerlichkeit, um verhinderte erste Liebe, da geht es um Erzählelemente aus dem amerikanischen Knastfilm und solche Dinge und solche Symbolbilder gehen da durchaus mit einher. Und ich habe eben die Genrebilder gewählt, wenn man so möchte die amerikanische Sichtweise, um diesen Film überhaupt goutierbar, ich sage jetzt mal spannend unterhaltend zu machen, damit man überhaupt da durchkommt und sich diesem Thema widmen kann.

      KNOPF: Es hat ja Jahrzehnte gedauert bis diese Zustände, die an vielen Heimen herrschten überhaupt veröffentlicht wurden und aufgearbeitet werden konnten ähnlich wie bei dem sexuellen Missbrauch in Klöstern und Internaten. Erst 2010 hat der Deutsche Bundestag eine Entschädigung beschlossen.

      BRUMMUND: Auf jeden Fall will der Film etwas bewirken. Dass das so lange gedauert hat, hat auch was damit zu tun, dass die ehemaligen Heimkinder mit diesem Stigma sehr alleine waren und das auch verschwiegen haben. Ich weiß von den meisten, dass sie das selbst ihren späteren Ehepartnern, wenn sie denn überhaupt Bindungen eingehen konnten, ihren Kindern und Freunden verschwiegen haben. Das ging erst 2006/2007 mit diesem Buch "Schläge im Namen des Herrn" los, dass es plötzlich so eine Öffentlichkeit dafür gab und dass sich immer mehr ehemalige Heimkinder getraut haben zu sagen, ich war da auch. Ich hoffe, dass der Film dazu beiträgt, dass es noch bekannter wird, was da damals passiert ist.

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      Wolfgang Rosenkötter hat aber auch gesagt das einiges aus
      Dramaturgischen gründen überspitzt dargestellt wurde.
      Als M.Lanz fragte ob das mit der Schaufel wirklich so war,
      die der Erzieher dem" Zögling "an den Kopf geschlagen hatte.

      Aber einiges andere war so wie in dem Film dargestellt,
      z.b.s.《Schlappenparade》
      Wenn man nach der** Walze von der Zelle wieder auf die Gruppe kam.
      *Das Gute - dieser Satz steht fest -ist stets das Böse, was man läßt!*
      Wilhelm Busch
      Naja, da ist man vermutlich auf einer Gratwanderung...einerseits will man ja, dass der Film auch angeguckt wird, andererseits soll es authentisch sein, damit er informativ bleibt.

      Ich hab den Film bei Max Ophüls gesehen und irgendwie hat er für sich gewirkt, ich könnte garnichts dazu sagen. Wolfgang Rosenkötter kam mir etwas verloren vor in der ganzen Geschichte, das hat mich fast mehr beeindruckt.

      Sowieso hat sicher jeder "sein" Freistatt aus einer anderen subjektiven Sicht erlebt, aber letztendlich fand ich, dass der Film recht deutlich gemacht hat, wie schwierig die gesamte Thematik war.

      Die Mutter, die nicht so ohne weiteres die Möglichkeit hatte, hinter ihrem Sohn zu stehen, die Erzieher, die eine Horde Jungs in Schach halten sollten, das System, dass eben nun mal an schwarze Pädagogik glaubte und dazwischen diejenigen, die, wie es bei Minderjährigen eben so ist, nichts weiter als erdulden konnten.

      Ich erinnere mich noch gut an die Skepsis meiner eigenen Mutter gegenüber den modernen Erziehungsmethoden. Da konnten ihrer Ansicht nach nur "Anspruchsdenker und Krawallbrüder" draus werden, (Originalzitat)

      Und heute? Heute ruft man wieder nach den schnellen Lösungen, Sailor hat die schnellste von allen, man wird wieder pragmatischer und sparsamer.
      Als Nicht - Freitstätter bin ich jetzt gar nicht sicher, ob man in so einem Thema dazu auch seine Meinung kundtun darf.

      Jedenfalls kehre ich gerade aus dem Kino zurück und gestern verfolgte ich natürlich das Thema bei MARKUS LANZ im ZDF auch, der den Herrn Rosenkötter zu Gast hatte. Ich erinnere mich auch daran, als er es sagte, dass die "Spatenszene" im Torf bewußt "überhöht" dargestellt wurde, alles andere jedoch sehr autentisch gewesen sein soll.

      Der Film ist nichts für schwache Nerven und mich wunderte, dass unter dem Publikum auch eine Familie war, die ihre Kinder dabei hatte. Der Ältere der Beiden dürfte 15, der Jüngere erst 12 gewesen sein. Die Mutter ganz kurz vor Beginn des Filmes im Saal eine Frage in den nicht großen Zuschauerraum mit max. 20 Anwesenden stellend, ab wann denn der Film zugelassen wäre. Ich dachte mir, das kam ja reichlich spät. Mehrere Leute antworteten darauf fast gleichzeitig und ich sagte noch laut und deutlich, dass der Film "knallhart" werden wird, völlig ungeeignet für so junges Publikum. Es war die Entscheidung der Eltern, ihre Kinder mit hineinzunehmen. Sie schienen sich überhaupt nicht im Klaren gewesen zu sein, welche Folgen er für Kinder haben kann. Es lag allein in ihrer Verantwortung.

      Ich muss gestehen, dass der Film auch mich berührte und dennoch kam er mir gerade so vor, als wenn ich ihn durch eine gefilterte Scheibe wahrgenommen habe. Brutale Handlungsabläufe und bemerkenswert, zu sehen, wie sehr sich Schicksale so Vieler geglichen haben müssen, was die Gründe des Hineinkommens in Heime oder gar solche schlimmen Einrichtungen wie die in Freistatt anbetrifft.

      Zum Schluß, wenn ich darf. Der Film beginnt im Jahre 1968 und nur ein Jahr später war das Jahr meiner Heimeinweisung. Die Zeit hatte sich also überschnitten mit meiner eigenen.

      Nochmal zurückblickend auf das Elternhaus, auch hier kam mir manches sehr ähnlich vor, denn wie im Film war das auch bei mir nicht anders - nach der Scheidung das Auftauchen eines Stiefvaters, die Schwäche der Mutter, wenngleich es sich nicht ganz so abspielte, wie es der Hauptdarsteller im Film erlebte, dennoch ein ähnlicher Weg, der dorthin führte, wohin er so viele von uns hinführte.

      Trotz allem kein Vergleich mit den Zuständen, wie sie der Film in Freistatt zeigt, wenngleich es auch Szenen gab, die einen erinnerten, dass sich manche Abläufe ganz ähnlich gestaltet haben, wenngleich auch der Grad ein anderer war.

      Im Flyer heißt es übrigens, der Film ist "eine aufwühlende Story um den Kampf eines Jungen gegen Gewalt und Unterdrückung, Herzzerreißend." Ich kann es nur bestätigen und danke Martini, dass er im Vorfeld die Ankündigung einstellte!

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      Zum Nachschlagen für alle, auch für Wolfgang Rosenkötter !

      Für alle die zweifeln dass auch mit Spaten und Schaufeln auf Schutzbefohlene / Zöglinge / Heiminsassen / Kinder / Jugendliche / „Schwererziehbare“ / „Schwachsinnige“ / „Aufmüpfige“ zugeschlagen wurde !

      http://www.heimkinder-ueberlebende.org/Heimkinder-Schicksale_-_Wie_gepruegelte_Hunde_-_Panorama_-_SPIEGEL-ONLINE_-_11-02-06.html

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      Den Film habe ich noch nicht gesehen, aber das Interview bei Lanz. Neben der harten Arbeit und der Gewalt -ob mit oder ohne Spaten- hätte ich schon ganz gerne gewusst, was das mit Rosenkötter gemacht hat, wenn er nach einem misslungenen Fluchtversuch wieder nach Freistatt kam und dann bestraft wurde. Wie es so in einer Isolierzelle war kann ich noch nachvollziehen. Aber was hat es mit ihm gemacht, wenn die Gruppe ihn verprügelt hat...verprügeln müssen?? Gab es da beispielsweise Jungens die sich bei dieser Bestrafung geweigert haben? Waren die anderen Jungens wüten auf einen der geflüchtet ist und haben mit Überzeugung kollektiv bestraft? Wie war dann das Verhältnis untereinander, denn so etwas war doch sicherlich vor so einem Fluchtversuch bekannt gewesen und was für eine Beziehung kann man untereinander haben, wenn man weiß, dass jener Junge mit dem man heute noch kommuniziert einen irgendwann verprügelt wenn man die Düse macht? Wie kam man damit klar? Ich würde das nicht auf die Reihe bekommen und das stelle ich mir schrecklich vor, nach so einem Fluchtversuch weiter in so einer Gruppe sein zu müssen. Was für ein perverses System, dass es auch schafft die Jungens gegeneinander aufeinander zu hetzen. Klar lag darin auch eine Absicht, weil es einfacher ist sich untereinander nicht einig zu sein und somit wird jedes soziale Gefüge auch gleich im Keim erstickt. Nicht einmal im Ansatz lag hier eine sinnvolle Begründung und an dieser Form der schwarzen Pädagogik wird deutlich wie perfide das System war, dass Jugendliche zu Handlager der eigenen Perversion machte und es doch mehr war als nur die schwarze Pädagogik beinhaltete und nicht der damaligen Zeit geschuldet war.
      Prügel zählt zu der schwarzen Pädagogik, aber nicht die Art der Kollektivstrafe!

      ahu schrieb:

      Bei der Premiere dieses Jahr auf dem Max-Ophüls-Festival war er auch dabei.
      Und sagte, er halte den Film für authentisch...


      ich halte es authentisch oder war es so ???
      na und bei lanz spricht er von überspitzt....
      mal zum film, wenn ich authentisch sein will und der stoff ist schon brisant genug ist, warum muss ich dann auch noch zusätzlich überspitzen????
      auf das, was dann auf der leinwand läuft, setzt sich des betrachters meinung und die ist dann wirklich überspitzt ...... weil sie dahin manipuliert wurde .....

      was denn nun???

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      Für all diejenigen, die diese relevante Talkshow nicht gesehen haben und selbige nicht auf Mediathek abrufen können:

      Das Ehemaliges Heimkind, der Ex-Freistätter Wolfgang Rosenkötter wird interviewt als Gast auf der MARKUS LANZ Talkshow am 24.06.2015 bezüglich dem KINOSPIELFILM "FREISTATT", diesem Debüt-Kinospielfilm von Filmregisseur Marc Brummund.

      MARKUS LANZ vom 24.06.2015




      YouTube @ https://www.youtube.com/watch?v=w0gBMe9QwN8 ( ZDF-Video-Länge: 74 Min. und 27 Sek; das Interview mit Wolfgang Rosenkötter beginnt so ungefähr ab der 56. Minute )


      Und wenn man dann dort bezüglich den Kommentaren "SHOW MORE" anklickt findet man jetzt auch folgenden KOMMENTAR:

      .
      Heidi Dettinger [ Do. 25.06.2015, ca. 23:59 Uhr (MEZ/CET) ]

      [ dort auch "read more" anklicken ]

      Rosenkötter ab ca. 56. Minute. Hier mein Kommentar dazu:

      Wolfgang Rosenkötter, ehemaliges Heimkind und Insasse von Freistatt, hat sicher schreckliches erlebt. Wie andere Heimkinder auch. Prügel, Vergewaltigungen, Zwangsarbeit waren an der Tagesordnung.
      Aber!
      Herr Rosenkötter hat dem Verein ehemaliger Heimkinder e.V., einem Zusammenschluss von Menschen, die ähnliches oder schlimmeres wie er erlebt haben, um 4.000 Euro geprellt. Abgezockt. Und trotz Gerichtsurteil, trotz Titel gegen ihn bislang noch keinen Cent davon zurück gezahlt.
      Vielleicht hilft der Film [ "
      FREISTATT" von Regisseur Marc Brummund ] und die neue Popularität des Herrn Rosenkötter ja, dass er sich auf die besinnt, die er betrogen hat... Zu wünschen wäre es, denn das Geld fehlt dem Verein für die tägliche Arbeit!
      http://veh-ev.eu
      oder auch hier:
      http://www.ehemalige-heimkinder-tatsachen.com/phpBB3/viewtopic.php?p=936#p936

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      Das Gleiche wurde dann gleichzeitig auch auf Facebook @ https://de-de.facebook.com/VEHeV angeführt.
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      burkhard1 schrieb:

      Den Film habe ich noch nicht gesehen..


      Er wird in Kinos auch nicht lange zu sehen sein und daher sollte man sich beeilen. Das Kino, in dem ich gestern den Film sah, hat lt. Programmankündigung sage und schreibe nur 2 Ausstrahlungen geplant. Die nächste wird am WE sein und dann ist er schon wieder aus der Programmliste.

      Im Abspann war jedoch zu sehen, dass der WDR, der Saarländische und der Südwestrundfunk sowie ARTE als Co-Produzenten aufgeführt sind, so dass man sicher sein darf, dass er früher oder später auch im öffentlich rechtlichen Fernsehen zu sehen sein wird.

      Dem Regisseur ist etwas gelungen, was nicht so oft vorkommt - ein Bild zu zeichnen, in dem sich zumindest viele wiederfinden dürften.

      Im Übrigen - so meine Einschätzung - bekommt der Film durch herausragende schauspielerischen Leistungen der Akteure eine "ganz besondere Note" und liest man sich die weiter oben eingestellten Interviews mit dem Regisseur durch, hat man schon eine Ahnung, was einen beim Sehen des Filmes erwartet. Ich war zumindest "vorbereitet", wenn man das so sagen darf.

      Ich halte den Film auch für autentisch, wenn man sich über Jahre mit der Thematik auseinandersetzt, kann man sicherlich auch Zweifel hegen, doch zweifelsohne sind das alles keine Einzelfälle mehr. Das hat die jüngste Geschichte der Enthüllungen über das finsterste Kapitel der deutschen Nachkriegsgeschichte gezeigt.

      Im Film mehr als deutlich zu sehen, finden sich all die sadistisch-faschistoiden Ausprägungen einer unmenschlichen Erziehung wider, die ich noch vor 15 oder auch nur 10 Jahren kaum für möglich gehalten hatte.

      Den Willen eines Menschen brechen wollen zählt für mich zu dem schlimmsten Verbrechen, das man jemandem antun kann und hier muss man wohl in der Summe von mehreren Hunderttausenden ehemaligen Heimkindern ausgehen, bei denen man es mindestens versucht hat. Die Folgen dieser schwarzen Pädagogik lassen sich noch bis heute zurückverfolgen.

      Ich schreibe das öfter so, dass wir heute keine Schuld daran tragen, was der Faschismus angerichtet hat und dass das endlich einmal aufhören muss, doch diejenigen, die heute leben, werden auf irgendeine Weise immer wieder mit diesem Kapitel konfrontiert, eben, weil man auch das nie vergessen darf, was im "Namen des Herrn" geschehen ist.

      Im Film kommt nicht nur deutlich der physische sondern auch der seelische und perfide emotionale Mißbrauch zur Geltung, den Kirche zu verantworten hatte. Heute stellt sie sich immerhin teils und beachtlich, dass der Film auf dem Gelände der ehemaligen Diakonie Freistatt, also an Originalschauplätzen gedreht werden konnte. Das ist ein kleiner Fortschritt, denn ohne Schuldeinsicht, dass das Kapitel aufgearbeitet werden muss, wäre dieser Film dort nicht gedreht worden.

      Neben dem schauspielerischen Können auch der jungen Darsteller sieht man vor allem düstere in Szene gesetzte Bilder einer Landschaft, die ihresgleichen sucht. Das Moor zieht einen förmlich an.

      Beeindruckend auch die Schlußszene aus dem fahrenden Zug sind die Blicke Wolfgangs nach der Entlassung in die Freiheit und dennoch in eine ungewisse Zukunft.

      Ein gelungener Film, der sich einreiht in eine Kette zuvor gedrehter, doch dieser hier dürfte der so ziemlich härteste sein, den man zu sehen bekommt.


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      Der Film wurde gestern abend auch beim WDR (Kultur West) vorgestellt. Ich selbst bin nicht in der Lage, die Hürde zu überwinden und mir den Film anzusehen. Der Opppa war bei dem gestrigen Trailer still - damals bei "Und alle haben geschwiegen" auch.
      Tapferkeit ist das Vermögen und der überlegte Vorsatz,
      einen starken aber ungerechten Gegner Widerstand zu leisten.
      (Immanuel Kant)

      Der Ziellose erleidet sein Schicksal, der Zielbewusste gestaltet es.
      (Immanuel Kant)

      KINOFILM ausschließlich über ev. Erziehungsanstalt FREISTATT

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      Am 25.06.2015 berichtete auch DW - DEUTSCHE WELLE zum KINOSPIELFILM "FREISTATT" von Filmregisseur Marc Brummund.

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      DW @ http://www.dw.com/de/bete-und-arbeite-das-ersch%C3%BCtternde-filmdeb%C3%BCt-freistatt/a-18524691

      FILM


      "Bete und Arbeite": das erschütternde Filmdebüt "FREISTATT"

      Bis in die 1970er Jahre wurden in der Bundesrepublik Heimkinder zur Arbeit gezwungen. Seit ein paar Jahren wird das von Wissenschaft und Politik aufgearbeitet. Der Film "
      FREISTATT" liefert die emotionalen Bilder dazu.

      Dieser Film ist eine Wucht. Aus zweierlei Gründen. Zum einen, weil er ein düsteres und lange verdrängtes Kapitel aus der jüngeren deutschen Zeitgeschichte behandelt. Zum anderen, weil es das ungemein eindrucksvolle Kinodebüt eines jungen Filmregisseurs ist, von dem in Zukunft sicher noch zu hören sein wird.

      "
      FREISTATT" ist der erste lange Spielfilm von Marc Brummund. Der ist allerdings kein Unbekannter. Immerhin wurde er schon auf Festivals in Cannes und Lissabon, in Riga und Kiew ausgezeichnet - um nur die internationalen Erfolge aufzuzählen. Und bereits 2007 wurde einer seiner Filme für einen Oscar nominiert. Und doch dürften Brummund in seiner Heimat nur Eingeweihte kennen. Kein Wunder: Die Preise und Ehrungen bekam der Regisseur ausschließlich für Werbe- und Kurzfilme.

      Begeistertes Publikum in Saarbrücken

      Dass sein erster Spielfilm nun Aufsehen erregt, damit war also zu rechnen. Bei seiner Premiere beim "Max Ophüls Preis" in Saarbrücken begeisterte er im Januar bereits die Zuschauer und eroberte den Publikumspreis. Völlig zu Recht. Denn der Film schafft etwas, das nicht vielen Debüts gelingt. Er erzählt eine Geschichte, die packend und ungeheuer ergreifend ist - fernab jeglicher Beliebig- und Harmlosigkeit, die so manche erste Filmversuche kennzeichnet. Und: "
      FREISTATT" ist von einer ungeheuren dramaturgischen Dichte, er ist perfekt inszeniert, handwerklich vollendet, wirkt in kaum einer Szene wie ein Debütfilm.

      Worum geht es? In den 1950er und 1960er Jahren wurden in der Bundesrepublik eine halbe Millionen Kinder und Jugendliche in kirchlichen und staatlichen Heimen seelisch und körperlich misshandelt. Diese Tatsache ist seit einigen Jahren bekannt. Politik und Wissenschaft haben sich dem Thema zugewandt. Vor allem die sexuellen Übergriffe in kirchlichen und reformpädagogischen Einrichtungen haben das Thema in das Bewusstsein der Öffentlichkeit gehoben.

      Systematisch eingesetzte Quälerei

      Und doch dürfte das, was Brummund in "
      FREISTATT" erzählt, verblüffen. Denn die Brutalität und systematisch eingesetzte Disziplinierung der Kinder und Jugendlichen erscheinen heute kaum noch vorstellbar. Und auch die Tatsache, dass es vereinzelt noch bis Mitte der 70er Jahre zu solch entsetzlichen Praktiken in West-Deutschland gekommen ist, erschreckt noch im Nachhinein. Schließlich war jene Zeit vom Umbruchjahr 1968 und seinen Folgen geprägt.

      "Uns hat diese unerhörte Gleichzeitigkeit fasziniert", erzählt Marc Brummund: "Auf der einen Seite eine Gesellschaft, die zwischen Rock'n'Roll und Studentenrevolte schier unbändig nach Freiheit zu streben schien, auf der anderen Seite die Fortschreibung eines institutionalisierten und in seiner Dimension kaum vorstellbaren Missbrauchs in Erziehungsheimen und Institutionen."

      Brummund erzählt in "Freistatt" die Erlebnisse des 14-jährigen Wolfgang (überragend: Louis Hofmann), der von seiner überforderten Mutter und seinem Stiefvater in die Fürsorgeanstalt "Freistatt" abgeschoben wird. Die befindet sich in der tiefsten Provinz in Norddeutschland, in einer Region, die dünn besiedelt und von großen Waldgebieten und Moorlandschaften geprägt ist.

      Kinder und Jugendliche ausgebeutet

      In dieses Moor müssen die Jugendlichen tagtäglich mit einer mittelalterlich wirkenden Draisine einfahren, um Torf zu stechen. Den verkauft die Heimleitung an örtliche Bauern. Ein Knochenjob, an dem viele Heimkinder zerbrechen. Und auch der Alltag der Jugendlichen außerhalb der Arbeit im Moor gleicht eher dem eines Zuchthauses als einer pädagogischen Heimstätte für Heranwachsende.

      Hat sich Marc Brummund bei dem Thema Kinokonventionen angepasst? Hat er der Dramatik der Story zu viel Gewicht eingeräumt? Liest man die Aufzeichnungen von Wolfgang Rosenkötter, der all das selbst erlebt hat und dem Regisseur beim Drehbuch Rede und Antwort stand, muss die Antwort "Nein" heißen. Empfangen habe man ihn damals mit den Worten: "Du wirst arbeiten bis zum Umfallen und jeglichen Gedanken an Flucht kannst Du Dir aus dem Kopf schlagen", hat Rosenkötter zu Protokoll gegeben. "Bete und Arbeite", habe es geheißen, dann käme man schon zu Recht. Dies habe sich aber als Trugschluss erwiesen: Für ihn sei Freistatt der "Vorhof der Hölle" gewesen, sagt Rosenkötter.

      Erste Hinweise von Ulrike Meinhof

      Der Alltag und die Praxis in den bundesdeutschen Erziehungsanstalten der Nachkriegszeit waren nicht völlig unbekannt. Die spätere Terroristin Ulrike Meinhof hat sich in ihrer Zeit als Journalistin intensiv mit dem Thema beschäftigt, den Film "Bambule" gedreht. Für Meinhof waren die Zustände in den BRD-Heimen damals ein Auslöser für ihre spätere Radikalisierung. "Heimerziehung, das ist der Büttel des Systems, der Rohrstock, mit dem den proletarischen Jugendlichen eingebläut wird, dass es keinen Zweck hat, etwas anders zu wollen, als lebenslänglich am Fließband zu stehen, an untergeordneter Stelle zu arbeiten, Befehlsempfänger zu sein und zu bleiben, das Maul zu halten", so Meinhof damals. Dabei sei die "Gewaltanwendung eher die Regel als die Ausnahme gewesen."

      Bei all den Kenntnissen, die man heute von den Zuständen in den Erziehungsheimen der Bundesrepublik hat - Marc Brummund ist es hoch anzurechnen, dass er das Sujet nicht zu einem pädagogischen Themenfilm mit erhobenem Zeigefinger hat werden lassen. Der Regisseur spricht auch ganz offen über seine filmischen Vorbilder wie den Hollywood-Film "Flucht in Ketten" oder François Truffauts Debüt "Sie küßten und sie schlugen ihn". Man sieht "
      FREISTATT" diese Vorbilder an. Doch Marc Brummund ist das cineastische Kunststück gelungen, sich an diesen Vorbildern zu orientieren und doch eine eigenständige Handschrift zu entwickeln. Es dürfte kaum ein anderes deutsches Filmdebüt in diesem Jahr geben, das an "FREISTATT" heranreicht.

      Marc Brummunds Film "FREISTATT" startet nach mehreren Festivaleinsätzen (Cannes, Shanghai) im In- und Ausland an diesem Donnerstag in den deutschen Kinos. Außerdem ist er demnächst auf Festivals in Armenien, Italien, Belgien, Tschechien und in Frankreich zu sehen.

      DIE REDAKTION EMPFIEHLT

      Datum 25.06.2015
      Autorin/Autor Jochen Kürten

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      QUELLE: DW @ http://www.dw.com/de/bete-und-arbeite-das-ersch%C3%BCtternde-filmdeb%C3%BCt-freistatt/a-18524691

      Subject: KINOFILM ausschließlich über ev. Erziehungsanstalt FREISTATT
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      Das ist die Frage, lieber Martini. Wladimir Iljitsch Lenin soll das einmal geschrieben haben - Hammer oder Amboß sein. In dem Sinne funktionierte ja leider noch in jeder Diktatur die Unterdrückung, Menschen unter der Knute halten und ihnen zu zeigen, wer das Sagen hat. Wer etwas sagt/e, dem wurde das dann immer wieder auf vielerlei Umwegen eingehämmert, dass man nicht am System zweifeln sollte, oder sich gar dagegen auflehnen! All das wurde wie auch immer sanktioniert und im schlimmsten Falle so, wie es viele haben kennenlernen und spüren mußten. Der Film zeigt das mehr als klar und deutlich, wie man mit Aufmüpfigen umsprang. Wie sehr man Willen brechen wollte und es auch vermochte.

      zeit.de/kultur/film/2015-06/freistatt-film-marc-brummund

      Weiter oben steht in deinem Link etwas von einem sich begeistert habenden Publikum in Saarbrücken. Ich weiß nicht, wie begeistert man dort sonst noch ist. In der Stadt, in der ich den Film sah, spürte ich es nicht. Eher ein paar in sich gekehrte Blicke waren vernehmlich, aber vielleicht ist man im einst früheren Preußen nicht so sehr begeistert, wie man das andernorts ist.

      Was gibt es sonst noch zu sagen, außer dass ich soeben ein Telefoninterview auf RADIOEINS mit dem Regisseur Marc Brummund hörte? In öffentl-rechtl. Medien interviewt man den Regisseur also und das war auch gut so, denn damt trägt man die Botschaft jahrzehntelanger Unterdrückung und Erniedrigung weiter unter die Menschen, die sich kaum vorgestellt haben mögen, dass der Faschismus bei denen, die im Namen des Herrn prügelten, noch immer in vielen Köpfen spukte. :huh:

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