Heimkinder. - Wer bekam damals welche Gelder für was? - Dies bezieht sich nur auf die damalige Heimerziehung im WESTEN!

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      Heimkinder. - Wer bekam damals welche Gelder für was? - Dies bezieht sich nur auf die damalige Heimerziehung im WESTEN!

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      HEIMKINDER-ZWANGSARBEIT: systematische freiheitsentziehende Unterbringung flächendeckend im ganzen Lande: Arbeitsstelle: Einkommen, Lohn, Verdienst, Bezahlung, „Taschengeld“; Einbehaltung des Einkommens; Vorenthaltung des Lohns; Nichtabführen von Sozialabgaben.

      Welche #Gelder durften #Heimkinder in der bundesrepublikanischen #Heimerziehung ( d.h. in #Westdeutschland ) damals persönlich besitzen ? – Und was wurde ihnen damals tatsächlich als #Lohn für ihre #Arbeit ( „an einer gewöhnlichen #Arbeitsstelle“ ) #gezahlt und auch tatsächlich an sie #ausgezahlt, d.h. ihnen auch tatsächlich in die Hand gegeben als Etwas über das sie selbst ohne #Bevormundung #verfügen durften ?

      Wer bestimmte diesbezüglich was ? – Und von wem wurden die jeweiligen #Lohngelder der männlichen und weiblichen #Zöglinge / #Heimbewohner / #Arbeitnehmer / #Lehrlinge, jeweils, #verwaltet und für wessen #Nutzen und auf welche Weise für wen #angelegt, #verwendet und #ausgegeben ?

      ( HINWEIS: Bis zum 01.01.1975 erreichte man seine #Volljährigigkeit in #Westdeutschland erst mit #Vollendung des 21. Lebensjahrs; erst vom 01.01.1975 an mit Vollendung des 18. Lebensjahrs. )


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      DER DIREKTOR DES #LANDSCHAFTSVERBANDES RHEINLAND

      #Landesjugendamt
      Köln-Deutz, Landeshaus
      Constantinstr. 2
      den 20.2.1962
      Fernruf: Zentrale 8991
      Bearbeiter unmittelbar: 899 573 Hei.
      Fernschreiber: 8 873 335
      Zeichen: 41.0 - 437 -12/33-


      An die
      mit schulentlassenen #Minderjährigen
      der öffentlichen #Erziehung belegten #Heime
      im Bereich des #Landschaftsverbandes Rheinland


      Betr.:
      #Verwendung und #Verrechnung des #Arbeitsverdienstes oder der #Erziehungsbeihilfe (#Lehrlingsvergütung) der #Minderjährigen der öffentlichen #Erziehung die in #Heimen oder #Fremdfamilien untergebracht sind

      Nachstehende #Regelung gilt mit Wirkung vom 1.4.1962 für diejenigen #Minderjährigen der öffentlichen #Erziehung, die

      - von einem #Heim aus ohne Leitung eines Erziehers in einer außerhalb des #Heimbereichs gelegenen #Arbeitsstelle (#Lehrstelle) mit Ziel einer auf die Dauer angelegten #Beschäftigung tätig sind

      - gegen #Pflegegeld in einer #Fremdfamilie #untergebracht sind und von da aus eine #Arbeitstelle oder #Lehrstelle besuchen.

      1) #Minderjährigen, die einen monatlichen Netto-#Arbeitsverdienst oder als #Lehrling eine #Erziehungshilfe bis DM 140,-- beziehen, wird ein #Freibetrag belassen in Höhe der aus der Anlage ersichtlichen Sätze für
      a) ein #Taschengeld zur Bestreitung kleinerer persönlicher #Bedürfnisse des täglichen Lebens,
      b) #Instandhaltung und kleinere #Ergänzungen der #Bekleidung,
      c) #Fahrgeld von und zur #Berufsschule oder #Arbeitsstelle.
      d) #Lernmittel.

      Für Mütter in öffentlicher #Erziehung kommt als #Sonderbetrag der unter e) in der Anlage genannte Anteil vom #Lohn oder der #Lehrlingsvergütung hinzu.

      2) Liegt der #Arbeitsverdienst oder die #Erziehungsbeihilfe unter der #Summe der #Beträge von a) bis e) der Anlage, so ist der ungedeckte #Betrag dem #Landesjugendamt in #Rechnung zu stellen.

      3) Übersteigt das #Nettoeinkommen des #Minderjährigen den #Betrag von DM 140,--, so wird

      a) bei einem #Verdienst bis zu DM 200,-- die Hälfte des übersteigenden Betrages dem #Minderjährigen zusätzlich zu dem #Freibetrag nach Ziff. 1) belassen; die andere Hälfte wird zusätzlich auf die #Unterbringungskosten #verrechnet,

      b) bei einem #Verdienst von über DM 200,--
      - vorab ein #Freibetrag gemäß Ziff. 1) belassen, von der #Einnahme zwischen diesem #Betrag und DM 140,-- die Hälfte dem #Minderjährigen belassen; die andere Hälfte auf die #Unterbringungskosten verrechnet,

      - von dem weiteren die DM 200,-- Grenze übersteigenden #Einkommen bis zur Deckung der vollen #Unterbringungskosten 2/3 #verrechnet und 1/3 dem #Minderjährigen belassen.

      4) Die vereinnahmten #Beträge werden bei der #Heranziehung der #Unterhaltenspflichtigen zu den #Kosten der öffentlichen #Erziehung zugunsten des #Zahlungspflichtigen berücksichtigt.

      5) Die mit einzelnen #Heimen auf Widerruf getroffenen #Einzelregelungen werden mit dieser #Verfügung aufgehoben.

      6) Für die in der #Meisterfamlie wohnenden #Lehrlinge ergeht eine besondere #Regelung.

      7) Die bisherigen #Einzelregelungen über die #Verrechnung des #Arbeitsverdienstes oder der #Erziehungshilfe (#Lehrlingsvergütung) treten mit Wirksamwerden dieser #Regelung außer Kraft.

      In Vertretung

      [ Landesrat ] Dr. [ Karl-Wilhelm ] #Jans


      Anlage zu dem Rundschreiben vom 20.2.1962
      41.0 - 437 -12/33-


      Betr.:
      Verwendung und #Verrechnung des #Arbeitsverdienstes oder der #Erziehungsbeihilfe (#Lehrlingsvergütung) der #Minderjährigen der öffentlichen #Erziehung die in #Heimen oder #Fremdfamilien untergebracht sind

      1) Für #Minderjährige der öffentlichen #Erziehung, die von einem #Heim oder einer #Fremdfamilie aus in Arbeits- oder #Lehrstellen tätig sind, werden neben den für diese #Minderjährigen jeweils gültigen #Pflegesätzen folgende #Beträge gezahlt für

      a) #Taschengeld:
      1. #Lehrjahr bzw. für #Jugendliche bis zu 16 Jahren … DM 15,--

      2. #Lehrjahr bzw. für #Jugendliche bis zu 18 Jahren … DM 22,--

      3. #Lehrjahr bzw. für #Jugendliche über 18 Jahren ……DM 30,--
      monatlich

      b) #Instandhaltung und kleinere #Ergänzungen der #Bekleidung 25,-- DM monatlich; sofern #Schuhreparaturen aus dem #Pflegesatz oder als #Nebenkosten gezahlt werden, 15,-- DM [ monatlich ]

      c) #Fahrgeld von und zur #Berufsschule bzw. #Arbeitsstelle in tatsächlich entstehender Höhe,

      d) #Lernmittel 5,--- DM monatlich,

      e) Müttern in öffentlicher #Erziehung wird vorweg aus ihrem #Verdienst oder der #Lehrlingsvergütung ein Betrag von DM 20,-- monatlich belassen.

      2) Der für diese #Minderjährigen gezahlte Heim-#Pflegesatz ermäßigt sich

      a) wenn der #Jugendliche in der Arbeits- oder Lehrstelle volle #Beköstigung erhält, um täglich 2,40 DM,

      b) bei nur teilweiser #Beköstigung in der Arbeits- oder #Lehrstelle für

      2. Frühstück um …… DM 0,30
      Mittagessen …………… DM 1,--
      Nachmittagskaffee … DM 0,20
      Abendessen …………… DM 0,60

      c) Wird dem in einer #Fremdfamilie #untergebrachten #Minderjährigen in seiner Arbeits- oder #Lehrstelle #Verpflegung gegen #Bezahlung gewährt, so ist dies aus dem #Pflegegeld zu bestreiten.

      .

      QUELLE des Ganzen: Photokopie einer mit der Schreibmaschine geschriebenen Durchschrift dieses offiziellen Dokuments aus dem Jahre 1962 öffentlich online gestellt ( am So. 04.01.2015, um 15:28 Uhr (MEZ) ) für alle damaligen #Fürsorgezöglinge und/oder sich anderweitig in der damaligen #Heimerziehung in #Westdeutschland befindenden Personen, die es heute noch interessiert @ http://heimkinder-forum.de/v4x/index.php/Attachment/21724-Arbeitsverdienst-pdf/
      Erreichbar über diesen Beitrag vom So. 04.01.2015, um 15:28 Uhr von Boardnutzerin »kliv« @ http://heimkinder-forum.de/v4x/index.php/Thread/17728-Beweise-gegen-Heimkinder-Zwangsarbeit-Firmen-festmachen/?postID=449769#post449769.
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      Eine Verhandlung oder ein Verfahren ohne QUALIFIZIERTEN juristischen Rechtsbeistand, Recht und Gesetz ist wie ein Gebäude ohne Fundament – ein Kartenhaus.

      Heimkinder appellieren an VATER STAAT und MUTTER KIRCHE Sühne zu tun:
      Ein Denkmal in Musik gesetzt

      Freiheit ist keine Selbstverständlichkeit; sie bedarf ständiger Wachsamkeit.

      Dieser Beitrag wurde bereits 11 mal editiert, zuletzt von „Martini“ ()

      Heimkinder. - Wer bekam damals welche Gelder für was? - Dies bezieht sich nur auf die damalige Heimerziehung im WESTEN!

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      Ich stelle den gleichen Beitrag jetzt auch noch einmal für alle in einer vereinfachten, leichter lesbaren und leichter kopierbaren plain text Version ein.

      HEIMKINDER-ZWANGSARBEIT: systematische freiheitsentziehende Unterbringung flächendeckend im ganzen Lande: Arbeitsstelle: Einkommen, Lohn, Verdienst, Bezahlung, „Taschengeld“; Einbehaltung des Einkommens; Vorenthaltung des Lohns; Nichtabführen von Sozialabgaben.

      Welche Gelder durften Heimkinder in der bundesrepublikanischen Heimerziehung ( d.h. in Westdeutschland ) damals persönlich besitzen ? – Und was wurde ihnen damals tatsächlich als Lohn für ihre Arbeit ( „an einer gewöhnlichen Arbeitsstelle“ ) gezahlt und auch tatsächlich an sie ausgezahlt, d.h. ihnen auch tatsächlich in die Hand gegeben als Etwas über das sie selbst ohne Bevormundung verfügen durften ?

      Wer bestimmte diesbezüglich was ? – Und von wem wurden die jeweiligen Lohngelder der männlichen und weiblichen Zöglinge / Heimbewohner / Arbeitnehmer / Lehrlinge, jeweils, verwaltet und für wessen Nutzen und auf welche Weise für wen angelegt, verwendet und ausgegeben ?

      ( HINWEIS: Bis zum 01.01.1975 erreichte man seine Volljährigigkeit in Westdeutschland erst mit Vollendung des 21. Lebensjahrs; erst vom 01.01.1975 an mit Vollendung des 18. Lebensjahrs. )


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      DER DIREKTOR DES LANDSCHAFTSVERBANDES RHEINLAND

      Landesjugendamt
      Köln-Deutz, Landeshaus
      Constantinstr. 2
      den 20.2.1962
      Fernruf: Zentrale 8991
      Bearbeiter unmittelbar: 899 573 Hei.
      Fernschreiber: 8 873 335
      Zeichen: 41.0 - 437 -12/33-


      An die
      mit schulentlassenen Minderjährigen
      der öffentlichen Erziehung belegten Heime
      im Bereich des Landschaftsverbandes Rheinland


      Betr.:
      Verwendung und Verrechnung des Arbeitsverdienstes oder der Erziehungsbeihilfe (Lehrlingsvergütung) der Minderjährigen der öffentlichen Erziehung die in Heimen oder Fremdfamilien untergebracht sind

      Nachstehende Regelung gilt mit Wirkung vom 1.4.1962 für diejenigen Minderjährigen der öffentlichen Erziehung, die

      - von einem Heim aus ohne Leitung eines Erziehers in einer außerhalb des Heimbereichs gelegenen Arbeitsstelle (Lehrstelle) mit Ziel einer auf die Dauer angelegten Beschäftigung tätig sind

      - gegen Pflegegeld in einer Fremdfamilie untergebracht sind und von da aus eine Arbeitstelle oder Lehrstelle besuchen.

      1) Minderjährigen, die einen monatlichen Netto-Arbeitsverdienst oder als Lehrling eine Erziehungshilfe bis DM 140,-- beziehen, wird ein Freibetrag belassen in Höhe der aus der Anlage ersichtlichen Sätze für
      a) ein Taschengeld zur Bestreitung kleinerer persönlicher Bedürfnisse des täglichen Lebens,
      b) Instandhaltung und kleinere Ergänzungen der Bekleidung,
      c) Fahrgeld von und zur Berufsschule oder Arbeitsstelle.
      d) Lernmittel.

      Für Mütter in öffentlicher Erziehung kommt als Sonderbetrag der unter e) in der Anlage genannte Anteil vom Lohn oder der Lehrlingsvergütung hinzu.

      2) Liegt der Arbeitsverdienst oder die Erziehungsbeihilfe unter der Summe der Beträge von a) bis e) der Anlage, so ist der ungedeckte Betrag dem Landesjugendamt in Rechnung zu stellen.

      3) Übersteigt das Nettoeinkommen des Minderjährigen den Betrag von DM 140,--, so wird

      a) bei einem Verdienst bis zu DM 200,-- die Hälfte des übersteigenden Betrages dem Minderjährigen zusätzlich zu dem Freibetrag nach Ziff. 1) belassen; die andere Hälfte wird zusätzlich auf die Unterbringungskosten verrechnet,

      b) bei einem Verdienst von über DM 200,--
      - vorab ein Freibetrag gemäß Ziff. 1) belassen, von der Einnahme zwischen diesem Betrag und DM 140,-- die Hälfte dem Minderjährigen belassen; die andere Hälfte auf die Unterbringungskosten verrechnet,

      - von dem weiteren die DM 200,-- Grenze übersteigenden Einkommen bis zur Deckung der vollen Unterbringungskosten 2/3 verrechnet und 1/3 dem Minderjährigen belassen.

      4) Die vereinnahmten Beträge werden bei der Heranziehung der Unterhaltenspflichtigen zu den Kosten der öffentlichen Erziehung zugunsten des Zahlungspflichtigen berücksichtigt.

      5) Die mit einzelnen Heimen auf Widerruf getroffenen Einzelregelungen werden mit dieser Verfügung aufgehoben.

      6) Für die in der Meisterfamlie wohnenden Lehrlinge ergeht eine besondere Regelung.

      7) Die bisherigen Einzelregelungen über die Verrechnung des Arbeitsverdienstes oder der Erziehungshilfe (Lehrlingsvergütung) treten mit Wirksamwerden dieser Regelung außer Kraft.

      In Vertretung

      [ Landesrat ] Dr. [ Karl-Wilhelm ] Jans


      Anlage zu dem Rundschreiben vom 20.2.1962
      41.0 - 437 -12/33-


      Betr.:
      Verwendung und Verrechnung des Arbeitsverdienstes oder der Erziehungsbeihilfe (Lehrlingsvergütung) der Minderjährigen der öffentlichen Erziehung die in Heimen oder Fremdfamilien untergebracht sind

      1) Für Minderjährige der öffentlichen Erziehung, die von einem Heim oder einer Fremdfamilie aus in Arbeits- oder Lehrstellen tätig sind, werden neben den für diese Minderjährigen jeweils gültigen Pflegesätzen folgende Beträge gezahlt für

      a) Taschengeld:
      1. Lehrjahr bzw. für Jugendliche bis zu 16 Jahren … DM 15,--

      2. Lehrjahr bzw. für Jugendliche bis zu 18 Jahren … DM 22,--

      3. Lehrjahr bzw. für Jugendliche über 18 Jahren ……DM 30,--
      monatlich

      b) Instandhaltung und kleinere Ergänzungen der Bekleidung 25,-- DM monatlich; sofern Schuhreparaturen aus dem Pflegesatz oder als Nebenkosten gezahlt werden, 15,-- DM [ monatlich ]

      c) Fahrgeld von und zur Berufsschule bzw. Arbeitsstelle in tatsächlich entstehender Höhe,

      d) Lernmittel 5,--- DM monatlich,

      e) Müttern in öffentlicher Erziehung wird vorweg aus ihrem Verdienst oder der Lehrlingsvergütung ein Betrag von DM 20,-- monatlich belassen.

      2) Der für diese Minderjährigen gezahlte Heim-Pflegesatz ermäßigt sich

      a) wenn der Jugendliche in der Arbeits- oder Lehrstelle volle Beköstigung erhält, um täglich 2,40 DM,

      b) bei nur teilweiser Beköstigung in der Arbeits- oder Lehrstelle für

      2. Frühstück um …… DM 0,30
      Mittagessen …………… DM 1,--
      Nachmittagskaffee … DM 0,20
      Abendessen …………… DM 0,60

      c) Wird dem in einer Fremdfamilie untergebrachten Minderjährigen in seiner Arbeits- oder Lehrstelle Verpflegung gegen Bezahlung gewährt, so ist dies aus dem Pflegegeld zu bestreiten.

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      QUELLE des Ganzen: Photokopie einer mit der Schreibmaschine geschriebenen Durchschrift dieses offiziellen Dokuments aus dem Jahre 1962 öffentlich online gestellt ( am So. 04.01.2015, um 15:28 Uhr (MEZ) ) für alle damaligen Fürsorgezöglinge und/oder sich anderweitig in der damaligen Heimerziehung in Westdeutschland befindenden Personen, die es heute noch interessiert @ http://heimkinder-forum.de/v4x/index.php/Attachment/21724-Arbeitsverdienst-pdf/
      Erreichbar über diesen Beitrag vom So. 04.01.2015, um 15:28 Uhr von Boardnutzerin »kliv« @ http://heimkinder-forum.de/v4x/index.php/Thread/17728-Beweise-gegen-Heimkinder-Zwangsarbeit-Firmen-festmachen/?postID=449769#post449769.
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      ––––––––––––––––––––
      Eine Verhandlung oder ein Verfahren ohne QUALIFIZIERTEN juristischen Rechtsbeistand, Recht und Gesetz ist wie ein Gebäude ohne Fundament – ein Kartenhaus.

      Heimkinder appellieren an VATER STAAT und MUTTER KIRCHE Sühne zu tun:
      Ein Denkmal in Musik gesetzt

      Freiheit ist keine Selbstverständlichkeit; sie bedarf ständiger Wachsamkeit.

      Dieser Beitrag wurde bereits 9 mal editiert, zuletzt von „Martini“ ()

      Natürlich habe ich nach diesen über 50 Jahren nicht mehr so
      die Erinnerung an alle Abläufe. Aber ich erinnere mich daran, daß ich
      monatlich am Heimkiosk gegen Pappkarten mit Wertaufdruck für etwa
      12 bis 15 Mark Tabak, Blockschokolade und Zigarettenpapier kaufen konnte.
      Und ich erinnere mich noch an die Preise. Aber das war`s dann auch schon.
      Das Leben ist eine kurze Unterbrechung immerwährendem Fortseins
      Ich erinnere mich an einen sehr heftigen Streit mit unserer damaligen Schwester Oberin. Die stürzte sich seinerzeit keifend auf mich und verlangte 2.000,- DM von mir zurück, die ich ihrer Meinung nach zu Unrecht erhalten hätte. Ihr könnt euch sicher denken, das Geld habe ich nie bekommen. Trotzdem blieb sie bei ihrer Forderung.

      So blieb mir seinerzeit nichts anderes übrig, als mich danach zu erkundigen, wie es überhaupt zu dieser Rückforderung kommen konnte. Mein einziger Anhaltspunkt war, dass diese Forderung von der Stadt Essen erhoben worden war. Also habe ich mich dort hin gewendet und nachgefragt. Herausgekommen ist dabei folgendes.

      Diese Rückforderung gab es tatsächlich, jedoch wurde sie nicht an mich persönlich, sondern an das Kinderheim gerichtet. Grund für diese Maßnahme war, dass Heimkosten in Rechnung gestellt und auch gezahlt wurden, obwohl ich meine Sommerferien bei meiner späteren Pflegefamilie verbracht hatte. Ich habe keine Ahnung, wie hoch die monatlichen Kosten für die Heimunterbringung waren, aber 2.000,- DM sind auch nicht ohne. Klar war aber auch, die Forderung wurde nicht von mir erhoben.

      Also nahm ich meinen Mut zusammen und machte deutlich, diese 2.000,- DM nicht zu erstatten, da dieser Fehlbetrag nicht durch mich verursacht worden war. Dabei stand ich vier Erwachsenen gegenüber, die beinahe zeitgleich "explodiert" sind. Es wurden wüste Berechnungen angestellt, die belegen sollten, wie großzügig doch dieses ach so menschenliebende Kinderheim mir gegenüber sei. Trotzdem - die Kohle haben die bis heute nicht von mir bekommen.

      Weiter erinnere ich mich an die Buchführung unserer Erzieherin. Danach stand uns ein monatliches Taschengeld von 52,- DM zu, von denen und 10,- DM ausgezahlt wurden. Von diesen 10,- DM hatten wir Schulsachen ebenso zu bezahlen, wie diverse Kleinigkeiten des täglichen Bedarfs. Tabak und Zigaretten hätten wir nicht kaufen können.

      Der Rest (42,- DM) wurde einbehalten und gespart - sagte man uns - für Weihnachten. 42 X 12 macht für mich 504 - also hätte mir im Dezember des jeweiligen Jahres dieser Betrag zur Verfügung stehen müssen. Tat er aber nicht, mitunter waren nicht einmal mehr 100,- DM übrig, sodass man mit größeren Wünschen erst gar nicht kommen brauchte.

      Darauf habe ich damals mal aufmerksam gemacht und eine Riesenrevolte losgetreten, als ich meine 52,- DM komplett ausgezahlt haben wollte. Da war dann plötzlich von Kleidung, Schulsachen, Fahrgeld usw. die Rede. Das war aber Blödsinn, denn wir haben Altkleider getragen, Schulsachen mussten wir von den 10,- DM kaufen und den Schulbus für meinen Weg zur Schule hat das Heim nicht bezahlen müssen.

      Erstaunlicherweise gab es aber drei Lieblinge unserer Erzieherin, denen mitunter sogar deutlich mehr Geld für ihre Weihnachtswünsche zur Verfügung stand. Rechne ich mal für mich nur grob zusammen, so komme ich nur beim Taschengeld auf etwa 3.000,- DM - meine tägliche Arbeitszeit nicht mit eingerechnet. Die Rechnung ist natürlich nicht genau, sie dient mir nur als ungefähre Richtung.

      Wir waren 18 Kinder, 3.000 X 18 sind 54.000. Nur mal so eine Überlegung - ich rede hier nur vom Taschengeld für etwa 6 Jahre.
      Tapferkeit ist das Vermögen und der überlegte Vorsatz,
      einen starken aber ungerechten Gegner Widerstand zu leisten.
      (Immanuel Kant)

      Der Ziellose erleidet sein Schicksal, der Zielbewusste gestaltet es.
      (Immanuel Kant)

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „kliv“ ()

      Ich müßte mal Brötchen fragen, wie viel Jungen in Klausheide
      -gleichzeitig-waren. Im nachhinein kommt es mir vor, als wären es hunderte
      gewesen(war wohl auch so). Wenn man da mal die Arbeitseinkommen
      der Jungens schätzen würde und die Zuschüsse durch den Landschafts-
      verband, die Eltern u n d die Jugendfürsorgeämter, dann käme man
      auf schwindelerregende Summen.
      Bei meiner Entlassung nach fast 7 Jahren bekam ich einen nagelneuen
      Anzug, neue Schuhe, eine Fahrkarte nach Gladbeck und 60 Mark. Daran
      erinnere ich mich- und das für lange und harte Arbeitsjahre bei Schlafglück,
      Hella und Gärtnerei und Landwirtschaft.
      Das Leben ist eine kurze Unterbrechung immerwährendem Fortseins
      Meine Aufrechnung bezieht sich nur auf meine Kindergruppe. Bei uns gab es zwei Gruppen, die Stärke der anderen Gruppe kenne ich nicht. Später wurden die Plätze stark dezimiert.
      Tapferkeit ist das Vermögen und der überlegte Vorsatz,
      einen starken aber ungerechten Gegner Widerstand zu leisten.
      (Immanuel Kant)

      Der Ziellose erleidet sein Schicksal, der Zielbewusste gestaltet es.
      (Immanuel Kant)

      Ralph, es waren etwa 200 Jungens in Klausheide, davon etwa 45 auf den 3 Schülergruppen. Wir als Schüler erhielten für unsere Arbeit: Kartoffelschälen, putzen, Socken stopfen, etc. nichts. Keine Bonbons, keine Schokolade, keine extra-Portion Nachtisch und natürlich auch kein Geld.
      In Appelhülsen gab es ab 1961 sogar eigens gestanzetes "Sifts-Geld". Das wurde nach Gutsherrenart dem Volke, also uns, vorgeworfen und zwar nach einem bestimmten Schlüssel um unsre ganze Ohnmacht dem Pfaffenpack gegenüber noch besser zur Schau zu stellen. Ausbezahlt in diesen "Stifts-Dollars" wurde nur ein Teil des "Verdienstes", weil der nämlich aufgeteilt war in Führungsnoten und Arbeitsnoten. Zusammen betrug der höchstmögliche Verdienst 6 Mark die Woche, davon entfielen auf die Führungsnoten bis zu 2,50 und auf die Arbeitsnoten bis zu 3,50. Ausbezahlt wurden Sonntags in der Runde der Gruppe von dem dort paffenden Präses als wichtigtuerischem Vorsitzenden nur die Führungsnoten, aber nur an die, die sich wirklich sehr gut geführt hatten...nach Ansicht der Heimleitung. Man konnte also Sonntags damit rechnen, sich 1 Päckchen Tabak, ein Heft Zigarettenpapier und etwas Schokolade kaufen zu können, aber sicher war das nie. Auch die 3,50 für die Arbeitsnoten waren nicht sicher. und, man musste genau mitrechnen. Das Geld wurde nämlich nicht ausbezahlt, sondern von der Heimleitung gespart um es dann am Tage der Entlassung (falls der Heimi volljährig war) dem Heimkind auszubezahlen. Auf diese Weise hat allein das Martinistift Appelhülsen, nach schriftlichen Aussagen von Direktor Berhard Wiggenhorn von 1969 allein in den Jahren von Kriegsende bis 1967 ca. 237 Millionen Deutsche Mark gespart, alles auf Kosten der Heimkinder...das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. In Wirklichkeit müssen es viel mehr gewesen sein, da viele Bauern das Geld direkt und ohne Quittung beim priesterlichen Heim-Oberhirten ablieferten, der sich davon feine Zigarren, Maßanzüge und einen fürstlichen Bungalow mit Dachrinnen aus feinstem Kupfer genehmigte. Elendes Pfaffenferkel!
      God forbid that I should go to any Heaven in which there are no horses
      237 Millionen DM? Und ich dachte schon, ich hätte mit meiner Rechnung zu hoch gelegen...

      Wir brauchen sofort einen Smiley, der blass wird!
      Tapferkeit ist das Vermögen und der überlegte Vorsatz,
      einen starken aber ungerechten Gegner Widerstand zu leisten.
      (Immanuel Kant)

      Der Ziellose erleidet sein Schicksal, der Zielbewusste gestaltet es.
      (Immanuel Kant)

      Das Geld wurde nämlich nicht ausbezahlt, sondern von der Heimleitung gespart um es dann am Tage der Entlassung (falls der Heimi volljährig war) dem Heimkind auszubezahlen. Auf diese Weise hat allein das Martinistift Appelhülsen, nach schriftlichen Aussagen von Direktor.....

      ​Bei meinem Abgang zur Erholung nach Herford habe ich von meinen angesparten Talers keinen Pfennig gesehen,noch nicht einmal eine Zigarette habe ich mitbekommen. Das hat sogar unseren Bruder Berthold so weh-getan, das er mir in Dortmund eine Schachtel Zigaretten gekauft hat,ach ja und eine Cola. Wenn ich heute über das Drecks-pack von Pfaffen so nachdenke muss ich Kotzen. Dem Tröhstrum wünsche ich für alle Ewigkeit die Hölle, der nur 156 cm große Kerl (dafür aber eine Schnauze,wie ein ganzes Bataillon) hat mir nur geschadet.
      Ganz Ehrlich Gesagt, darüber habe ich all die Jahre gar nicht Nachgedacht. Aber nun, wo hier so einiges an die Öffentlichkeit kommt, spekuliere ich ein wenig, ob bei mir doch nicht alles so Ehrlich verlaufen ist, wie man mir immer Gesagt hat. Bei mir war es ja so, das ich in dem Kinderheim niemals an eine Fremdfirma Ausgeliehen worden bin, sondern habe im Heim Direkt Arbeiten Ausführen müssen, die normaler Weise ein Hausmeister mit "Allround-Eigenschaften" hätte machen müssen. Es gab da zwar so einen Hausmeister, der aber war sehr alt und Ausserdem mit den anfallenden Arbeiten auch mit Sicherheit überfordert. Ich selbst war ja zur Adoption Freigegeben, aber so, wie es aussieht, war ich wohl ein Kind, das keiner wollte (oder keiner haben sollte). Während meiner Zeit im Heim, hatte ich einen Vormund, der, wie könnte es auch anders sein, der Heimleiter selbst war.

      Während meiner gesamten Heimzeit, habe ich für die verschiedenen Arbeiten, die ich ausführte, vom Autowaschen bis Kies zu Transportieren, niemals nach einer Regel ein Entgeld bekommen, sondern war auf die Laune des Heimleiters angewiesen. War er in "guten Humor", bekam ich 50 Pfennig für ein Gewaschenes Auto. Da er immer loses Kleingeld in der Manteltasche hatte, Griff er dort hinein, geb mir die 50 Pfennige, oder manchmal auch ne Mark und damit war für ihn das Thema Vergessen. Für all die anderen arbeiten, die wesentlich mehr Körperliche Anstrengungen beinhalteten, habe ich niemals einen Pfennig bekommen.

      Genau so verhielt es sich auch an dem Tag, als ich aus dem Heim Entlassen wurde. Meine paar Habseligkeiten, die lagen in einem schäbigen Koffer und ich ging ohne Begleitung zum Bahnhof, löste dort eine Fahrkarte (Das Fahrgeld wurde mir im Heim auf den Pfennig genau mitgegeben), fuhr bis zum Hamburger Hauptbahnhof, von dort mit der "S-Bahn" nach HH-Bergedorf und dann mit dem Postbus in Richtung Geestacht, wo dann an der Haltestelle ein gerade Ausgelernter Schlosser meiner Lehrstelle mich abholte. Im Koffer lagen mein Zivilzeug, und 2 Arbeitsanzüge, die ich von meinem Konfirmationsgeld Gekauft hatte. Das Konfirmationsgeld hat nicht das Kinderheim Bezahlt, sondern das Jugendamt. So hat auch das Jugendamt das Lehrmaterial, welches für die Berufschule Notwendig war, ebenfalls Bezahlt. Vom Heim habe ich keine Gelder in Form von "Aufgesparten" bekommen, dafür aber jede Menge von "gut gemeinten Ratschlägen" auf den Weg mitbekommen.

      Ich weiss aber nicht, inwie weit das Jugendamt noch seine "Hände im Spiel" hatte. Ich erinnere mich nur zu gut an den "Lehrlingslohn", den ich bei meiner Lehrstelle (Familienbetrieb) Wöchentlich bekam. Im 1ten Lehrjahr die Woche ganze 3,- DM, im 2ten Lehrjahr die Woche, ganze 4,-Mark und im 3ten lehrjahr 5,-Mark. Nach meiner Bestadenen Gesellenprüfung bekam ich dann pro Woche 75.-DM. Allerdings war die Möglichkeit, sich einen Nebenjob in der Erntezeit zu Beschaffen, sehr Gross, so das ich doch etwas mehr "Flüssig" war, was aber eben über meine Freizeit ging. Was mich auch Stutzig machte, wenn wir am Samstag bis Mittag Gearbeitet hatten, gab es nur für diese 4,5 Std. 20,-Mark. Um dies Verständlicher zu machen, ich habe dort aber auch Kost und Logi gehabt.

      Egon schrieb:

      Bei meinem Abgang zur Erholung nach Herford habe ich von meinen angesparten Talers keinen Pfennig gesehen,noch nicht einmal eine Zigarette habe ich mitbekommen. Das hat sogar unseren Bruder Berthold so weh-getan, das er mir in Dortmund eine Schachtel Zigaretten gekauft hat,ach ja und eine Cola.


      Egon schrieb:


      Zitat Brötchen
      Das Geld wurde nämlich nicht ausbezahlt, sondern von der Heimleitung gespart um es dann am Tage der Entlassung (falls der Heimi volljährig war) dem Heimkind auszubezahlen. Auf diese Weise hat allein das Martinistift Appelhülsen, nach schriftlichen Aussagen von Direktor.....


      Bei meinem Abgang zur Erholung nach Herford habe ich von meinen angesparten Talers keinen Pfennig gesehen,noch nicht einmal eine Zigarette habe ich mitbekommen. Das hat sogar unseren Bruder Berthold so weh-getan, das er mir in Dortmund eine Schachtel Zigaretten gekauft


      Also ich bin mit nicht ganz 19 Jahren nach Düsseldorf ins Don Bosco-Haus entlassen worden,
      in meiner Erinnerung habe ich ein paar DM bekommen,
      ob ich die jetzt auf die Hand bekommen habe,
      oder ob die nach Anton Krämer ins Don Bosco -Haus
      gegangen sind weiß ich jetzt nich mehr.
      Ach ja und in der Kleider-Kammer wurde ich neu eingekleidet.
      *Das Gute - dieser Satz steht fest -ist stets das Böse, was man läßt!*
      Wilhelm Busch

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „henry g“ ()

      vor meiner entlassung wurde ich auch neu eingekleidet und bekam sogar noch neue unterwäsche. das war das erste mal, dass ich ein textilgeschäft von innen gesehen habe. muss ich nund davon ausgehen, dass das sauer verdiente geld meiner kinderarbeit so "verprasst" wurde?
      aber, mit neuer kleidung das heim verlassen zu können, das war schon was besonderes. waren wir es doch gewohnt, nur gebrauchte kleidung, die ein mal im jahr von den schülern der gegenüberliegenden schule ins heim gebracht wurde, zu tragen.
      man muss sich das mal vor augen führen: die abgelegte kleidung unserer klassenkameraden haben wir weiter tragen müssen.
      Man muss die Welt nicht verstehen, man muss sich darin zurecht finden.

      (Albert Einstein)

      Heimkinder. - Wer bekam damals welche Gelder für was? - Dies bezieht sich nur auf die damalige Heimerziehung im WESTEN!

      .
      HEIMKINDER-ZWANGSARBEIT: systematische freiheitsentziehende Unterbringung flächendeckend im ganzen Lande: Arbeitsstelle: Einkommen, Lohn, Verdienst, Bezahlung, „Taschengeld“; Einbehaltung des Einkommens; Vorenthaltung des Lohns; Nichtabführen von Sozialabgaben.

      .

      Martini schrieb:

      .
      Eine weitere Tatsache muß bei der HEIMKINDER-ZWANGSARBEIT IM WESTEN, ebenso, noch unbedingt in Betracht gezogen werden !!

      Volljährigkeit im WESTEN trat erst mit Vollendung des 21. Lebensjahrs ein !!

      Wer, z.B., im WESTEN, in den 1960er Jahren geboren ist, kann sich so etwas wohl kaum vorstellen.

      Und wer, z.B., im OSTEN, in den 1940er Jahren oder 1950er Jahren geboren ist, kann sich so etwas erst schon garnnicht vorstellen.

      Im OSTEN trat schon seit dem 17.05.1950 Volljährigkeit mit Vollendung des 18. Lebensjahrs ein !!

      Die DDR war dem WESTEN, diesbezüglich, also um 25 Jahre voraus !!

      Im WESTEN durften die Jugendämter / Jugendwohlfahrtsverbände und Betreiber der Heime (zu 80% in Händen der Kirchen), die Jugendlichen – bis zu 1,000,000 Jugendliche – über einen Zeitraum von 25 Jahren, drei weitere Jahre länger als im OSTEN, in ihren Einrichtungen festhalten, und, zusammen mit ihren verbündeten Haushalten der Reichen, Geschäftsleuten, Fabrikanten und Bauern, NACH BELIEBEN AUSBEUTEN;

      und diejenigen im WESTEN, die im Zeitraum von Mitte Juni 1962 bis Mitte Juli 1967 – auch wenn sie in der Zwischenzeit ihre Volljährigkeit erreicht hatten – nach ihrer „Fürsorgeerziehung“ dem derzeit über mehr als 5 Jahre hinweg gültigen »
      Bewahrungsgesetz« unterstanden, sogar bis zur Vollendung ihres 35. Lebensjahrs (glaube ich mich erinnern zu können, war vorgesehen), NACH BELIEBEN AUSBEUTEN.

      Das WESTDEUTSCHE »
      Bewahrungsgesetz« wurde aber dann am 18.07.1967 vom Bundesverfassungsgericht als verfassungswiedrig deklariert.

      So viel nur zumRechtsstaat“ „Bundesrepublik Deutschlandim Umgang mit Kindern und Jugendlichen und jungen Erwachsenen in der »Totalen Institution« Nachkriegsdeutschland-WEST.

      .

      .
      ––––––––––––––––––––
      Eine Verhandlung oder ein Verfahren ohne QUALIFIZIERTEN juristischen Rechtsbeistand, Recht und Gesetz ist wie ein Gebäude ohne Fundament – ein Kartenhaus.

      Heimkinder appellieren an VATER STAAT und MUTTER KIRCHE Sühne zu tun:
      Ein Denkmal in Musik gesetzt

      Freiheit ist keine Selbstverständlichkeit; sie bedarf ständiger Wachsamkeit.

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      Heimkinder. - Wer bekam damals welche Gelder für was? - Dies bezieht sich nur auf die damalige Heimerziehung im WESTEN!

      .
      HEIMKINDER-ZWANGSARBEIT: systematische freiheitsentziehende Unterbringung flächendeckend im ganzen Lande: Arbeitsstelle: Einkommen, Lohn, Verdienst, Bezahlung, „Taschengeld“; Einbehaltung des Einkommens; Vorenthaltung des Lohns; Nichtabführen von Sozialabgaben.


      Ein ehemaliges Heimkind, Michael Jahnke-Fox, berichtet aus eigener Erfahrung bezüglich der Einbehaltung von Arbeits- bzw. Lehrlingsgeldern in der westdeutschen Heimerziehung, am 07.01.2015, um 14:23 Uhr, im Dierk Schaefers Blog

      @
      https://dierkschaefer.wordpress.com/2015/01/07/der-amtliche-umgang-mit-den-von-armut-betroffenen/#comment-6506

      wie folgt:


      .
      [ in dem von Dierk Schäfer angegebenen und von ihm designierten Thread-Thema »Der amtliche Umgang mit den von Armut Betroffenen« ]

      Dem Beitrag des Herrn Martin Mitchell, Australien, bezüglich der Einbehaltung von Arbeits- bzw. Lehrlingsgeldern kann ich mit ruhigen Gewissen bezeugen!
      Ich selbst habe noch in der Zeit 1966 bis 1968 im Evangelischen Johannesstift in Berlin-Spandau von meinem Lehrlingsgeld bis auf den amtlichen Taschengeldsatz nichts davon zu sehen bekommen.
      Der damalige Taschengeldsatz im Evangelischen Johannesstift betrug 25 DM. Erst durch diesen Hinweis wurde mir deutlich, dass ich während dieser Zeit durch Einbehaltung/ Einzug meiner Lehrvergütung meine Unterbringungskosten selbst zahlen musste.
      Lehrlingsgelder und Arbeitseinkommen wurden während dieser Zeit immer noch vom Arbeitgeber bzw. ausbildenden Betrieb direkt an die Heimeinrichtung gezahlt oder überwiesen, sodass ich als damaliger Lehrling dieses Geld erst garnicht in die Hände bekam.
      Das Heranführen zur Eigenverantwortung mit diesem Geld gab es im Ev. Johannesstift in Berlin-Spandau nicht. [ und auch in anderen 'Heimen' nicht! – M.M. ]
      Ich will damit sagen, dass es nicht nur in den alten Bundesländern so gewesen war, sondern auch im damaligen Berlin-West.

      Wie hoch meine damalige Lehrlingsvergütung gewesen war kann ich heute nicht mehr mit an Sicherheit grenzender Genauigkeit sagen, aber es muss so um die 400 DM monatlich gewesen sein. Ich belegte damals eine Lehre zum Elektriker.
      Meine Erkenntnis aus diesem Vorgang bezeugt mir erneut, dass [ es ] nur durch derartige Machenschaften seitens der Behörden wie Jugend- und Sozialämter möglich gewesen war uns ehemalige Kinder und Jugendliche von einer Einrichtung in die nächste verschleppen zu können. Und wir ehemalige Heimkinder hatten derartiges durch unser selbst verdientes Geld den Behörden und Einrichtungen ermöglicht.
      Alles Geld was ein damaliges Mündel welches sich unter der Fuchtel eines Jugendamts [ befand ] oder [ unter ] Amtsvormundschaft stand wurde rücksichtslos von diesen für Heimkosten mit herangezogen! Auch [ für ]zweckgebundene Rücklagen.
      Skrupel kannten diese Behörden und Einrichtungen nicht.
      Warum also sollen wir ehemalige Heimkinder Skrupel gegenüber den Behörden heute aufbringen?
      Welche Berechtigung gibt es seitens dieser Behörden und Einrichtungen derartiges von uns ehemalige Heimkinder einzufordern?

      Spricht man diese Behörden nebst Einrichtungen auf jene Machenschaften an, so erhält man heute immer noch ein Achselzucken und die Aussage “Es war eben so damals gewesen!” und damit hat sich die Sache für diese Leute [ erledigt ]. Kein Bedauern oder Entschuldigen dafür, sondern nur ein leeres Kopf nickendes Lippenbekenntnis wie überall öffentlich bekannt.

      Berücksichtigt man die zuvor erfolgte Kinderarbeit sowie das Einbehalten der Lehr- bzw. Arbeitslöhne der ehemaligen Heimkinder, so kommt man zu der Erkenntnis dass die Öffentlichkeit – damit sind Jugendämter, Vormundschaften sowie die staatlichen wie auch kirchlichen Heimeinrichtungen gemeint – ein sehr gutes und gewinnbringendes Geschäft mit dem Leid der Heimkinder gemacht hatten. Und dass in Milliardenhöhe!
      Und ich wundere mich heute noch wie das sogenannte Wirtschaftswunder der 50er und 60er Jahre an uns ehemalige Heimkinder auf so wundersamer Weise dabei so vorbei gehen konnte?

      mjf

      .

      Textformatierung, zur leichteren Lesbarkeit in den vielen verschiedenen Foren wo es hiernach ebenso veröffentlicht wird, etwas anders als im Original. - M.M.
      .
      ––––––––––––––––––––
      Eine Verhandlung oder ein Verfahren ohne QUALIFIZIERTEN juristischen Rechtsbeistand, Recht und Gesetz ist wie ein Gebäude ohne Fundament – ein Kartenhaus.

      Heimkinder appellieren an VATER STAAT und MUTTER KIRCHE Sühne zu tun:
      Ein Denkmal in Musik gesetzt

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      Heimkinder. - Wer bekam damals welche Gelder für was? - Dies bezieht sich nur auf die damalige Heimerziehung im WESTEN!

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      .
      Projekt Fürsorgeerziehung der 1950er und 60er Jahre

      Universität Koblenz
      Dipl. Päd. Melanie Mangold
      Leitung: Prof. Dr. Christian Schrapper
      Expertise, November 2010
      »
      Zeitgenössische Positionen des AFET - Allgemeiner Fürsorgeerziehungstag e.V. (bis 1971) und seiner Nachfolger: Arbeitsgemeinschaft für Erziehungshilfe (AFET) sowie AFET - Bundesverband für Erziehungshilfe e.V. zur Heimerziehung im Zeitraum 1945 bis 1970«

      @
      http://www.afet-ev.de/aktuell/AFET_intern/2011/00.AFET-Heimerziehung1950er-60er.pdf ( Umfang: 86 Seiten )

      [ Auszüge von Seite 50, Seite 51 und Seite 52 (bzw. digital Seite 53, Seite 54 und Seite 55 ) ]

      Arbeitserziehung und Berufsausbildung der Zöglinge in der Fürsorgeerziehung

      [ präsentiert hier als: ERSTE TEIL VON ZWEI TEILEN ]

      In den 1950er Jahren gab es in Fachkreisen eine Debatte über die Arbeit und Berufsausbildung der Zöglinge in Erziehungsheimen. Im Hinblick auf diese Diskussion druckte der AFET Beiträge der Direktoren zweier Erziehungsheime ab, die einen exemplarischen Einblick in die aktuelle Situation der Arbeit und Berufsausbildung der Zöglinge in der Fürsorgeerziehung lieferten.
      115

      Im ersten Beitrag stellte Oberin Herrmann, Leiterin des Ev. Mädchenheims Bretten, die Möglichkeiten der Berufsausbildung in ihrem Heim vor:
      Demnach seien in Bretten eine hauswirtschaftliche sowie eine handwerkliche Ausbildung in einer Schneiderei und einer Gärtnerei möglich. An der handwerklichen Ausbildung bestehe jedoch von Seiten der Mädchen nur wenig Interesse.
      23 % aller Mädchen legten eine Hauswerkprüfung ab. Es wurde der Vorwurf gemacht, diese hauswirtschaftliche Ausbildung habe nur einen ideellen Wert und die Mädchen hätten nach ihrer Entlassung aus dem Heim keine weiteren beruflichen Aufstiegschancen. Oberin Hermann merkte dazu an, diese Mädchen hätten durch ihre Ausbildung sehr gute Kenntnisse im hauswirtschaftlichen Bereich erworben, die ihnen im Hinblick auf ihre spätere Rolle als Hausfrau und Mutter sehr wertvoll sein könne. Daher sei diese Ausbildung von enormer volkswirtschaftlicher Bedeutung.
      116

      An diesem Beitrag wird deutlich, dass eine Berufsausbildung für Mädchen 1956 noch fast ausschließlich auf den hauswirtschaftlichen Bereich beschränkt war. Die Mädchen sollten später die Rolle der Ehefrau, Hausfrau und Mutter übernehmen. Daher wurde eine hauswirtschaftliche Ausbildung als sinnvoll und erstrebenswert betrachtet. Einen gewerblichen Beruf zu ergreifen war für Frauen (wieder) die völlige Ausnahme geworden und wurde daher bei der Berufsausbildung in der Heimerziehung nicht berücksichtigt. Es gab zwar seltene Angebote einer Handwerksausbildung, jedoch nutzten auch die Mädchen diese Möglichkeit seltener.

      Im zweiten Beitrag gab Dr. Schaubert, Leiter des Ev. Jugendheims Rummelsberg, einen Einblick in den Umgang mit der Berufsausbildung der männlichen Zöglinge in seinem Heim:
      Dort stehe die Erlernung eines Berufes im Mittelpunkt des Erziehungsprogramms, da der Heimaufenthalt für die Jungen durch eine Berufsausbildung einen Sinn erhalte und somit eine positive Einstellung zum Heim und eine aktive Mitarbeit der Jungen aufgebaut werden könne. Schaubert betonte, die Erlernung eines Berufes sei die beste Voraussetzung für die spätere soziale Bewährung der Jungen nach ihrer Entlassung. Im Jugendheim Rummelsberg befanden sich im Jahre 1956 85,1 % der Zöglinge in einem Lehr- bzw. Anlernverhältnis in einer der insgesamt elf Heimwerkstätten.

      Laut Schaubert wurden dem Jugendheim Rummelsberg von den Jugendämtern besonders gern solche Jugendlichen zugewiesen, die für eine handwerkliche Ausbildung in Frage kommen, da das Heim über elf verschiedene handwerkliche Werkstätten verfügte.
      Diejenigen Jugendlichen, die nicht für eine Lehrausbildung in Frage kamen, arbeiteten in der heimeigenen Landwirtschaft. Den pädagogischen Wert sah Schaubert darin, dass man die Zöglinge durch die Landarbeit zu einer brauchbaren Arbeitseinstellung erziehen kann.
      Gleichzeitig diene diese Arbeit auch der Bewährung der Zöglinge: Man erkenne, wenn ein Junge arbeiten könne und wolle und ggf. könne dieser dann auch in ein Ausbildungsverhältnis in eine der Heimwerkstätten vermittelt werden.

      Anhand der verschiedenen Ausbildungsmöglichkeiten des Jugendheims Rummelsberg (Schlosserei, Flaschnerei, Schreinerei, Baubetrieb, Malerwerkstatt, Schneiderei, Polsterei, Bäckerei, Metzgerei, Gärtnerei und Landwirtschaft), lässt sich der Schwerpunkt der Berufsausbildung der männlichen Zöglinge in der Heimerziehung im handwerklichen und landwirtschaftlichen Fach festlegen.

      Notwendige Anpassung an die sich verändernde Wirtschaftsstruktur

      In den 1950er Jahren deutete sich eine Veränderung der Wirtschaftsstruktur an, die eine Anpassung der Berufsausbildung der Jugendlichen in den Heimen erforderte. Die traditionell handwerklichen Berufe waren immer weniger gefragt, Stellenangebote in der industriellen Arbeit nahmen immer mehr zu.

      Der AFET reagierte in der April-Ausgabe 1958 des Mitglieder-Rundbriefes darauf, in dem die Frage der Notwendigkeit eines Strukturwandels der Heimerziehung in beruflicher und pädagogischer Hinsicht erörtert wurde. Um den aktuellen Stand der Berufsausbildung in der Heimerziehung festzustellen, wurden 200 Heime angeschrieben und nach der Ausbildungssituation in ihrem Heim befragt. [ Es ist durchaus möglich, dass derzeit nur ein Bruchteil der in Westdeutschland und in Berlin-West existierenden Heime befragt wurden. – M.M. ] 132 Heime mit insgesamt 10.612 schulentlassenen Zöglingen (5.297 Jungen und 5.315 Mädchen) hatten darauf geantwortet.

      Die Befragung ergab, dass sich von den 5.297 männlichen Jugendlichen
      4.742 in einer Berufsausbildung befinden,
      davon 1.970 in Volllehre
      468 in einem Anlernverhältnis
      und 2.304 ohne anerkanntes Ausbildungsziel.

      4.742 Jungen befanden sich in einer Ausbildung innerhalb des Heims, 555 außerhalb des Heims. Der Schwerpunkt der männlichen Ausbildungsberufe lag dabei im Bereich des Handwerks.

      Von den 5.315 Mädchen befanden sich insgesamt
      5.297 in einer Berufsausbildung,
      davon 455 in Volllehre
      634 in einem Anlernverhältnis
      und 4.208 ohne anerkanntes Ausbildungsziel.

      Auch bei den Mädchen stand der Großteil (5.297) in einem meist hauswirtschaftlichen Ausbildungsverhältnis innerhalb des Heims und 18 außerhalb.

      Die Mehrheit der männlichen und weiblichen Heimzöglinge (6.512) befand sich in einem Arbeitsverhältnis ohne anerkanntes Ausbildungsziel.

      Davon wurden bereits 333 Jungen und 337 Mädchen auf die industrielle Fertigung vorbereitet. Die Jungen arbeiten z.B. in der Torfwirtschaft (180), im Bergbau (50) oder in der Holzindustrie (18). Der Einsatz der Mädchen erstreckt sich z.B. auf die Textilindustrie (25), Bügelanstalten (43) oder Nähereien (96).

      Anschließend stellte der AFET Überlegungen an, wie man die Heimerziehung dem Strukturwandel in der Arbeits- und Berufswelt anpassen kann.

      So wollte man prüfen, ob eine Handwerkslehre überhaupt noch sinnvoll ist oder ob ein Anlernverhältnis mit einer Grundausbildung im industriellen Bereich ausreicht. Die Wirtschaft stelle immer mehr auf industrielle Fertigung um, welche auch bessere Verdienstmöglichkeiten als das Handwerk für die Arbeitnehmer biete.

      Auch in der Ausbildung der Mädchen nahm die Bedeutung einer Spezialisierung der Berufe im Gegensatz zu einer allgemein-hauswirtschaftlichen Ausbildung zu. Es bestand die Tendenz zur Doppelrolle der Frau, zum Einen als Hausfrau und Mutter, zum Anderen als Arbeitnehmerin. Daher sei auch in diesem Fall die Vorbereitung auf industrielle Arbeit, z.B. in Bügelanstalten oder in der Textilindustrie, notwendig.

      Die dafür nötigen Ausbildungsbetriebe sollten nach Möglichkeit Produktionsbetriebe sein, um die Zöglinge auf die Arbeitsanforderungen der freien Wirtschaft vorzubereiten.
      117

      Arbeitserziehung und Berufsausbildung in den 1960er Jahren

      Diese in den 1950er Jahren geforderte Anpassung der Berufsausbildung der Zöglinge an die sich wandelnde Wirtschaftsstruktur schien sich bis in die 1960er Jahre vollzogen zu haben.

      .

      Für die Fußnoten dieser Textpassagen, konsultieren Sie bitte das Original dieser erstmalig Ende des Jahres 2010 veröffentlichten Erpertise der Universität Koblenz; Expertise unter Leitung von Prof. Dr. Christan Schrapper.

      Wird fortgesetzt im näachstfolgenden Beitrag.
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      Eine Verhandlung oder ein Verfahren ohne QUALIFIZIERTEN juristischen Rechtsbeistand, Recht und Gesetz ist wie ein Gebäude ohne Fundament – ein Kartenhaus.

      Heimkinder appellieren an VATER STAAT und MUTTER KIRCHE Sühne zu tun:
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      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von „Martini“ ()

      Heimkinder. - Wer bekam damals welche Gelder für was? - Dies bezieht sich nur auf die damalige Heimerziehung im WESTEN!

      .
      Fortgesetzt vom vorhergehenden Beitrag.

      .
      Projekt Fürsorgeerziehung der 1950er und 60er Jahre

      Universität Koblenz
      Dipl. Päd. Melanie Mangold
      Leitung: Prof. Dr. Christian Schrapper
      Expertise, November 2010
      »
      Zeitgenössische Positionen des AFET - Allgemeiner Fürsorgeerziehungstag e.V. (bis 1971) und seiner Nachfolger: Arbeitsgemeinschaft für Erziehungshilfe (AFET) sowie AFET - Bundesverband für Erziehungshilfe e.V. zur Heimerziehung im Zeitraum 1945 bis 1970«

      @
      http://www.afet-ev.de/aktuell/AFET_intern/2011/00.AFET-Heimerziehung1950er-60er.pdf ( Umfang: 86 Seiten )

      [ Auszüge von Seite 52, Seite 53 und Seite 54, (bzw. digital Seite 55, Seite 56 und Seite 57 ) ]

      Arbeitserziehung und Berufsausbildung der Zöglinge in der Fürsorgeerziehung

      [ präsentiert hier als: ZWEITE TEIL VON ZWEI TEILEN ]

      Der Aufsatz Gertrud Sauerborns „Das Arbeitsverhältnis des Jugendlichen im FE-Heim“.
      118 von 1965 gibt einen Überblick über die Berufs- und Arbeitssituation der Zöglinge in den 1960er Jahren. Sauerborn berichtet, die Lehrbetriebe und Arbeitsstätten in den Heimen seien technisiert und automatisiert worden. Für die Zöglinge bestände, neben der hauswirtschaftlichen Beschäftigung der Mädchen und den handwerklichen bzw. landwirtschaftlichen Ausbildungsmöglichkeiten der Jungen, die Möglichkeit, die Jugendlichen in Arbeitseinsätze in Betrieben außerhalb des Heims zu vermitteln. Darüber hinaus befänden sich häufig Werkshallen auf dem Heimgelände, in denen die Jugendlichen Arbeiten im Auftrag von Großbetrieben durchführen konnten:


      .
      „Zu diesem Zweck vermieten sie Räume, im Heim oder auf dem Heimgelände, die der Auftraggeber selbst – nicht das Heim – nach den geltenden gesetzlichen Bedingungen einrichtet. Die jungen Menschen werden nach dem Arbeitsschutzgesetz erst nach ärztlicher Untersuchung in Zusammenarbeit mit der Berufsberatung und nach Überprüfung der Arbeitsstätte durch das Gewerbeaufsichtsamt ihrem Arbeitsplatz innerhalb oder außerhalb des Heimes zugeführt.“119
      .

      Zu den rechtlichen Bestimmungen dieser Arbeitsverhältnisse der Jugendlichen innerhalb und außerhalb des Heims schrieb der Jurist Dr. [Manfred] Rehbinder:

      .
      „So sind bei Beurteilung der Rechtslage die Anstalten nicht berechtigt, Dienstverschaffungsverträge mit Dritten abzuschließen und in Erfüllung dieser Verträge eine bestimmte Anzahl ihrer Zöglinge dem Vertragspartner zur Arbeit zu schicken. Das gleiche gilt, wenn sich Werkstätten privater Firmen auf dem Anstaltsgelände befinden. Die Anstalt muss also, gem. § 69 Abs. 4 JWG, mit den betreffenden Firmen Arbeitsverträge im Namen bestimmter Zöglinge abschließen.“120
      .

      Auch der AFET bekräftigte in seiner Ausschusssitzung 1963 in Kassel:

      .
      „Ausbildungs- und Beschäftigungsverhältnisse des Jugendlichen außerhalb des
      Heimes sind grundsätzlich Arbeitsverhältnisse im arbeitsrechtlichen Sinn.
      Beschäftigung in gewerblichen Betrieben innerhalb des Heimes begründet in jedem
      Fall ein Arbeitsverhältnis im Rechtssinn.“
      121

      .

      Demnach hatten diese Jugendlichen, die in einem solchen Beschäftigungsverhältnis standen, Anspruch auf geregelte Arbeitszeiten, Sozialversicherung und Tariflohn.

      Kritik an den Regelungen der Arbeitserziehung und Berufsausbildung

      Ende der 1960er Jahre geriet jedoch das Arbeitsprämiensystem [ d.h. die Zahlung anZöglingevon nurTaschengeld“ und das auch noch nur nach „Strafabzügen von diesem Taschengeld“ – M.M. ] als Bezahlung der während der Heimerziehung tätigen Zöglinge in Kritik. Der AFET schrieb:


      .
      „Der Jugendliche selbst fühlt sich in seiner Arbeit nicht ernst genommen. Er hat das Gefühl, ungerecht behandelt und ausgenutzt zu werden, da ihm bei dem bisherigen Prämien-System [ d.h. „Taschengeld-System“ – M.M. ] nicht deutlich wird, daß und in welchem Umfange er mit seiner Arbeit zur Deckung der Heimkosten beiträgt.“122
      .

      Der AFET forderte eine Anpassung der arbeitsrechtlichen Verhältnisse im Heim an die Regelungen in der freien Wirtschaft und macht im August 1970 einen Vorschlag zur Abänderung des bisherigen Prämiensystems [ d.h. „Taschengeldsystems“ – M.M. ] in eine Arbeitsvergütung122:

      Diejenigen Jugendlichen, die eine regelmäßige Arbeit im Heim verrichteten, sollten eine Arbeitsvergütung erhalten. Diese sollte sich in drei Leistungsgruppen staffeln: Spitzen-, Durchschnitts- und Minderleistung. Der Durchschnittsleistende sollte eine angemessene Arbeitsvergütung von ca. 2 DM / Stunde erhalten; die beiden anderen Leistungsgruppen je nachdem einen Zuschlag bzw. Abzug von 0,50 DM. Vom erwirtschafteten Lohn sollten die Zöglinge einen Beitrag zu den Heimkosten leisten.

      Ebenfalls setzte sich der AFET für die Verbesserung der sozialrechtlichen Stellung der Heimzöglinge ein. Um festzustellen, wie viele Zöglinge sozialrechtlich versichert waren, sollten alle Heime in Deutschland einen Fragebogen vom 1. Juni 1969 zur Erfassung beantworten.

      Die Befragung ergab, dass 1969 insgesamt 7.109 Mädchen und 9.049 Jungen in Heimen untergebracht waren.

      12.411 Jugendliche waren innerhalb des Heims beschäftigt,
      davon waren 3.343 sozialversichert
      und 9.068 nicht sozialversichert.

      3.275 Jugendliche waren außerhalb des Heims beschäftigt,
      davon waren 2.972 sozialversichert
      und 303 nicht sozialversichert.

      Dabei ist aufgefallen, dass die 303 Zöglinge, die außerhalb beschäftigt, aber nicht sozialversichert waren, eigentlich hätten versichert sein müssen. Der AFET setzte sich für alle nicht versicherten Zöglinge ein, die im oder außerhalb des Heimes beschäftigt waren.

      Dazu machte der AFET einen Vorschlag zur Ergänzung der Reichsversicherungsordnung §1227, Abs. 1 zur Regelung der Rentenversicherung der Arbeitnehmer. Nach dieser Ergänzung sollten nun auch „Zeiten einer nach Vollendung des 16. Lebensjahres liegenden Heimunterbringung im Rahmen der Freiwilligen Erziehungshilfe, der Fürsorgeerziehung oder der Hilfe zur Erziehung nach §§ 5, 6 JWG, soweit nicht eine versicherungspflichtige Beschäftigung oder Tätigkeit ausgeübt wurde“124 sozialversicherungsrechtlich anerkannt werden.

      .

      Für die Fußnoten dieser Textpassagen, konsultieren Sie bitte das Original dieser erstmalig Ende des Jahres 2010 veröffentlichten Erpertise der Universität Koblenz; Expertise unter Leitung von Prof. Dr. Christan Schrapper.
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      ––––––––––––––––––––
      Eine Verhandlung oder ein Verfahren ohne QUALIFIZIERTEN juristischen Rechtsbeistand, Recht und Gesetz ist wie ein Gebäude ohne Fundament – ein Kartenhaus.

      Heimkinder appellieren an VATER STAAT und MUTTER KIRCHE Sühne zu tun:
      Ein Denkmal in Musik gesetzt

      Freiheit ist keine Selbstverständlichkeit; sie bedarf ständiger Wachsamkeit.

      Dieser Beitrag wurde bereits 4 mal editiert, zuletzt von „Martini“ ()