Eilenburg, Spezialkinderheim ab 1969

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      mengel schrieb:

      Ich bin auf der Suche nach Leuten, die ab 1969 in Eilenburg waren.


      Hallo U willkommen! Auch ich kam 1969, kenne aber keinen Martin von damals, oder habe es vergessen. In welcher Altersstufe U Jahrgang warst du? In welchem Haus? Das grenzt die suche etwas ein. Viel glueck bei deiner Suche!

      Axel

      Eilenburg 1969

      Hallo Axel,

      ich bin ein 62-iger Baujahr, mit so gut wie garkeinen Erinnerungen an damals. Bin sozusagen gerade dabei, die olle eingestaubte Schublade erstmal ein kleines Stück zu öffnen. Tatsächlich weiß ich aber, dass ich vom Eingang aus, auf der linken Seite im letzten Haus erzogen wurde! Kannst Du Dich vielleicht noch an irgendwelche Namen erinnern,...z.B. von Erziehern oder so? Ich hoffe, Du kannst mir da weiterhelfen!

      lg...Martin :)

      mengel schrieb:

      hoffe, Du kannst mir da weiterhelfen!


      Soll ich oder soll ich nicht? Weil du so freundlich fragtest, will ich in aller Kürze :rolley: antworten. Frau Micky war so freundlich, vorwegzugreifen, danke schön! ;) Anmerken möchte ich, dass so viele, die gleichzeitig in dem Heim waren, es düften bis 150 gewesen sein, sich alle unmöglich die Namen der Erzieher/innen von dort gemerkt haben können, denn, wie du weißt, gab es verschiedenste Häuser, die heute noch immer da stehen, und in jedem Haus waren die einzelnen Gruppen untergebracht. Rechnet man nach, warst du 1969 erst 7 Jahre alt, als du dort eintrafst. Ich war bereits 11 und ging zu dem Zeitpunkt in die 5. Klasse. Also schon daher hatten wir ganz bestimmt unterschiedliche Bezugspersonen.

      Es trifft zu, dass in dem von dir beschrieben Haus, ganz hinten am Ende des Geländes gelegen, die "Kleinen" untergebracht waren. Das muss meiner Erinnerung zufolge Haus 5 gewesen sein. Dort müßte auch die Heimärztin, bei der ich einmal antrat, ihr Quartier gehabt haben. Betrat man das weitläufige Heimgelände und hielt sich zunächst links, fand man zuerst das alte Schuldgebäude, dann das Haus 1, 2, 3, in welchem ich war, danach das Haus 4, in dem zu "meiner zeit" die Größeren lebten, also diejenigen, die dort etwa in der 8. Klasse waren. Im Haus 3 waren wir 1969 bis 1971 insgesamt 2 Gruppen à 16 Jungen, also 32 insgesamt im Alter von 11 bis 14 Jahren etwa. Nun hatten wir ganz bestimmt andere Erzieher/innen, als du/ihr, obwohl wir ja zur gleichen Zeit dort waren.

      Wegen der Gleichberechtigung, im Haus 2 waren die Mädchen. Micky müßte das wissen. Andere, die mit ihnen Kontakt hatten, auch, aber eines kann ich dir versichern, auf dem Schulhof dürften sich täglich alle begegnet sein. Vielleicht erinnerst du dich auch nicht nur an das alte Schulgebäude und an die Schulbarracke?

      Die Micky hatte Namen genannt. An den noch recht jungen und sportlichen Rennert erinnere ich mich auch, obwohl der nicht in meinem Haus als Erz. tätig war. Namentlich hier noch Ergänzungen. Du wirst dich kaum an sie erinnern. Eine hieß Frau Itter, eine kleine drahtige, seinerzeit noch jüngere Erzieherin, damals recht zugeknöpft und streng, aber aus den Schilderungen Anderer und meiner als gerecht empfunden. Dann hatten wir bei uns im Haus 3 eine Frau Matschewski. Da die meines Wissens Mitte der 90-iger Jahre verstorben sein soll, sie muß die Wende nicht verkraftet haben, kann ich den Namen ruhig aussprechen, eine unmögliche Person, empfand ich, ungerecht und auch nicht beliebt. Dafür verstanden es welche immer mal wieder, sich bei ihr beliebt zu machen, um vllt. irgendwelche Vergünstigungen zu bekommen. Das war so mein Empfinden. An diese Unperson erinnerte ich mich wirklich nur ungern. Die war streng und auch ungerecht, bestrafte auch schnell mal die ganze Gruppe, wenn sie ihre Tage oder was weiß ich, hatte. Dann gab es noch eine Frau mittleren Jahrgangs, sie hieß Frau Freund. Ich lernte sie nur mal kurz im Haus 4 kennen, in dem ich eine Woche gleich nach der Ankunft verbrachte. Danach siedelte man uns auf veschiedene Häuser um, weil die Schule begann und wir dementsprechend altersgemäß aufgeteilt wurden. Darauf landeten dann welche wie ich im Haus 3.

      Vor Jahren ließ ich mich in dem Vorgängerforum deutlich über das damals Geschehene aus. Eigentlich will ich das gar nicht noch einmal tun. Jedenfalls hatte diese Unperson Matsch. einen Gatten, der auch Erzieher war. Dieses Paar lebte dort auf dem Gelände und diesen damals ebenfalls noch jungen Erzieher, vllt. um die 30, könntest du gekannt haben. Ich meine mich daran zu erinnern, dass der die Jüngeren in einem anderen Haus hauptsächlich betreute. Bei uns half er selten einmal aus, wenn seine Frau ihre Tage.... oder so. :rolley: Diese beiden, also Fr. I. und Fr. M. waren unsere Hauptbezugspersonen, während die andere Gruppe in unserem Haus 3 von einem Hr. Zänker betreut wurde. Über ihn schreibe ich besser gar nicht erst. Auch so einer, den Manche vielleicht in besserer also meiner Erinnerung haben werden.

      Ergänzend noch eine, die uns auch immer mal wieder gelegentlich unter ihre Fittiche nahm, eine Frau Pelzer. Sie war Ende 20 vielleicht und war meines Wissens als Springerin tätig, hatte auch immer mal wieder Nachtwache und wenn die also herumgesprungen ist, könnte sie auch in eurem Haus gesprungen sein. Schwarzer Bubikopfschnitt, schlank, kühl und streng. Die ließ uns nachts immer hübsch auf dem Flur 1, 2 Stunden stehen, wenn sie mal wieder jemanden erwischte, nach Ausrufen der Nachruhe in den Zimmern noch gequatscht zu haben. Die ließ uns stehen und stehen.

      Was man im Laufe der Jahre hier zusammentragen konnte, teils auch "wissenschaftlich" aufgearbeitet wurde, das Ernst Schneller Heim in Eilenburg galt als berüchtigt, weil es ein Heim mit einer der höchsten Fluktuationsraten von Erzieher/innen in der ehemaligen DDR war. So habe ich es durch einen ehemaligen Erzieher gehört, der noch bis in die frühen 90-ier dort tätig war und den Beruf von der Picke auf erlernte. Seminaristen sollen sich nicht darum gerissen haben, zukünftig dort zu arbeiten. Das Heim galt auch als besonders sytemtreu, d. h., sie wurden vermutlich besonders darauf geeicht, aus uns was Besonderes zu machen. :rolley:

      Das war alles, was ich dir anbieten könnte. Die Namen der Lehrer, die Micky erwähnte, müßtest du später, so du länger dort warst, auch kennen. Ich lernte 1969 in der 5. Klasse im Russisch Unterricht einen seinerzeit schon recht älteren und gutmütigen Lehrer kennen. Er gab auch Werkunterricht unten im Keller des alten Schulgebäudes, das du kennen dürftest.

      Ansonsten waren das bei mir eher alles gemischte Gefühle. Vor 8 Jahren schrieb ich, dass es eine harte Schule, fast eine Vorstufe einer Kadettenanstalt war. Ich kenne welche, die dort ganz gern waren, aber das mag daran gelegen haben, dass deren Leben vor der Einweisung die Hölle war. Ich habe daheim auch manches Böse erlebt, aber gesehnt hatte ich mich nach dem Heime bestimmt nicht. Schwamm drüber.

      Nun wurde es mehr, als ich schreiben wollte, aber vllt. habe ich dir etwas auf die Sprünge geholfen? Zum Schluß noch. Vor 8 Jahren gelang es uns, mal ein Treffen zu organisieren und sich dort mit ca. 10 Leuten zu treffen. Leider war damals niemand unter denen, die in meiner Gruppe waren. In Foren fand ich am Ende dann doch wenige. Was dann folgte, Telefonate, Mailverkehr und das war es dann. Mehr konntest du in 2006 nach 35 Jahren Entlassung damals nicht erwarten. Es hat sich gelohnt und man hat viele Türen aufgestoßen, viel dazugelernt, manches wäre aber auch besser gar nicht erst wieder ans Licht gekommen.

      Vielleicht noch der Hinweis, lasse dir Zeit und habe Geduld, falls du dir mehr erhoffst, nimm in Kauf, dass Enttäuschungen nicht ausbleiben können. Viel Glück bei der Suche und gehe mal in die Forensuchhilfe mit dem Stichwort Eilenburg. Auch da wirst du etwa fündig. Es schrieben schon sehr viele vor einigen Jahren. Vielleicht hilft dir auch das. :)

      vg Axel

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      Vielen Dank ansteb.Von Frau Rennert habe ich noch ein Bild vom Sportplatz,von hinten.Würde gerne kommen und euch verschiedene Bilder zeigen.Habe es schon mal geschrieben,das Frau Rennert in Ordnung war, :) im Gegensatz zu den Erziehern Frau Gerlach und Frau Altmann.Mit der Altmann kam vor etwa 2 Jahren ein Telefongespräch unter uns zusammen,leider ohne Erfolg. :( Liebe Grüße Micky
      Hallo zusammen,hier sind Bilder von Frau Rennert,Frau Gerlach,Frau Altmann sowie von mir vor unserem Eingang.Liebe Grüße Micky
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      Micky schrieb:

      Hallo zusammen,hier sind Bilder von Frau Rennert,Frau Gerlach,Frau Altmann sowie von mir vor unserem Eingang.Liebe Grüße Micky

      Schön mal Bilder von damals zu sehen.Frau Rennert Ihr Mann war von 73 bis 75 mein Erzieher gemeinsam mit Frau Altmann.Frau Gerlach hatte ein Zimmer bei uns im Haus 5 bis 74 glaub ich dann zog dort der Herr Seidemann ein.

      mengel schrieb:

      Hallo Axel, hoffe, Du kannst mir da weiterhelfen!


      Martin, hoffe dir weitergeholfen zu haben doch jetzt beschleicht mich ein ganz dummes Gefühl, das immer dann kommt, wenn ich denke, etwas falsch gemacht zu haben. Es muss von damals noch etwas hängengeblieben sein. Habe ich dich etwa mit meinem längeren Text verprellt? ?(: Du hast dich seit dem nicht mehr gemeldet und fast glaube ich nun, dass es an mir liegt, weswegen du nicht mehr hineinschaust.

      Diese Frau Rennert, Micky, ich habe dir dazu ein paar Sätzchen geschrieben, kenne ich kaum, weil, bei uns Jungen hatte sie wirklich nichts zu suchen. :D

      Das dritte Bild von dir weiter oben vor der Hauseingangstür ist irgendwie lustig. Du stehst da so lässig leicht verloren an der Tür, so als wenn du Langeweile gehabt hättest, lümmelst du an der Tür herum.

      Und überhaupt, die Bilder scheinen im letzten Jahrtausend aufgenommen worden zu sein. Wie alt bist du denn? :D Wenn ich mir die bröckelige Haustürfassade anschaue, denke ich daran, dass damals viele Gebäude in dem/unserem Heim so aussahen. Grau und recht farbleer. Hätte man da nicht Depressionen bekommen müssen in dieser Umgebung? Können sie in so einer Umgebung entstehen? Fast glaube ich, ja.

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