Ein eigener Thread für DDR-Zwangsarbeit von der West-Firmen profitiert haben.

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      Ein eigener Thread für DDR-Zwangsarbeit von der West-Firmen profitiert haben.

      Ich erlaube mir jetzt mal hier aus einem von „Forenfreak“ »Ines« von ihr selbst am So. 21.06.2009, um 00:52 Uhr in ihrem eigenen Forum, dem EHEMALIGE HUMMELSHEIMER.DE-Forum, abgegebenen Beitrag zu zitieren:

      @
      ehemaligehummelshainer.de/boar…2-so-gro%DF-war-der-hass/


      So groß war der Hass

      Mitte der 60er Jahre sorgt der Name eines Ortes für Unruhe und Angst unter den meist langhaarigen Jugendlichen am Alexanderplatz, in Lichtenberg und anderswo im Osten: Rüdersdorf. Die dort waren, kommen mit Glatze wieder und erzählen von harter Zwangsarbeit, Drill und Drangsalierungen.

      Rainer Buchwald, genannt Buchi, lebt in Berlin (Ost) und ist 1967 gerade mal 16. An einem Samstag im Februar sagt er seiner Mutter Bescheid, dass er noch zu einem Kumpel wolle, um weiter an der Modelleisenbahn zu bauen. Es könne spät werden und er wolle bei seinem Freund übernachten. Die Mutter ist wenig begeistert, lässt den Sohn aber ziehen. Sie ahnt noch nicht, dass sie lange nichts mehr von ihm hören wird.

      Das Familienleben ist alles andere als entspannt. Der Stiefvater ist Alkoholiker; mit dem Stiefsohn, den er immer abgelehnt hat, liegt er im Streit. Ist der Stiefvater in jener Nacht zur Polizei gegangen, um den Stiefsohn loszuwerden?

      Fakt ist, dass Rainer am nächsten Morgen um 5.30 Uhr von Uniformierten aus dem Bett geholt wird. Er solle sich sofort anziehen. Mit einer Knebelkette gefesselt, wird er in die Polizeiwache in Berlin-Friedrichshain gebracht. Von dort aus mit dem Streifenwagen in das Durchgangsheim Alt-Stralau. Da muss er eine Nacht bleiben. Was hat er verbrochen?

      Erst kurz zuvor wurde das Lehrlingskollektiv, in dem Rainer Buchwald für den VEB Hochbau ausgebildet wird, von einem neuen Lehrfacharbeiter übernommen. In einem Gespräch mit dem Jungen hat der Ausbilder versucht, ihn für die Staatssicherheit anzuwerben.

      Rainer jedoch lehnte die Spitzeltätigkeit ab. Nicht nur das. Er erzählt den anderen von dem Anwerbeversuch der Lehrkraft. Folgt nun die Strafe? Im Durchgangsheim hofft er immer noch auf eine kurze Episode, hofft darauf, nach Hause entlassen zu werden. Stattdessen wird er morgens auf einen LKW des Typs S 4000 verfrachtet. Zusammen mit anderen Jugendlichen wird er in das - Erziehungs- und Arbeitslager - Rüdersdorf verschleppt.

      Die Ankunft dort hat er nie vergessen. Bewaffnete Polizisten empfangen die Jungen, die einer nach dem anderen vom LKW springen. Befehle werden gebrüllt. "Im Laufschritt!", heißt es.

      Rainer blickt sich verwirrt um. Wo ist er hier? Und wohin soll er laufen? Da spürt er eine Berührung auf seinem Rücken, hört, wie das Gewehr durchgeladen und entsichert wird. Das Klicken kennt er. Vor der Lehre musste er eine vormilitärische Ausbildung absolvieren. Da haben sie gelernt, die Kalaschnikow zu entsichern.

      Rainer steht da wie erstarrt. Spürt das Drücken der Maschinenpistole auf seiner Wirbelsäule. Er hat höllische Angst. Angst, sich zu bewegen. Angst, sich nicht zu bewegen.

      Der Polizist wird schließlich von einem anderen Mann entwaffnet. Der bedrohte Junge bekommt einen Schubs, läuft automatisch wie die anderen zu den Baracken.

      In einem Waschraum werden die Ankömmlinge desinfiziert, ihnen werden die Haare abgeschnitten und Glatzen geschoren. Viele der Jungen tragen lange Haare, wie es gerade Mode ist und von der Staatsmacht verpönt. Nackt und kahlköpfig stehen sie nun da. Was sie hier erwartet, wissen sie noch nicht.

      Clemens Lindenau, den alle nur Cleo nennen, ist 17, trägt die Haare lang, ist in der achten Klasse von der Schule geflogen und auch aus der Lehre zum "Tiefbaufacharbeiter" warf man ihn. Er ist "politisch nicht tragbar", heißt es, die DDR und ihre Politik lehnt er offen ab. Bis 1961 war die Welt noch in Ordnung, aber mit dem Mauerbau kommt die Empörung. "Wir kannten den Westen, uns konnten die nichts vormachen."

      Auch er wird eines Morgens aus dem Bett gezerrt. "Anziehen, mitkommen!"

      In einem Barkas der Polizei, eingesperrt in einer Zelle, fährt er quer durch Berlin. Wo man ihn hinbringt, weiß auch er nicht. Als er aus dem Wagen gelassen wird, läuft er los, wie befohlen, aber auch das ist nicht richtig. "Zurück! Marsch, Marsch! Zum Tor!"

      "Zögling Lindenau meldet sich zur Stelle!", soll er rufen. Er sagt: "Ich bin nicht freiwillig hier."

      Zur Kleiderkammer lässt man ihn auf dem Boden kriechend robben, dann nackt zum Waschraum. Polizisten in Uniform richten Schläuche auf ihn, duschen ihn mit kaltem Wasser ab. Er darf sich nicht abtrocknen, steigt nass in die Anstaltskleidung. Der Kopf wird ihm geschoren; anschließend muss er seine Haare zusammenfegen und in den Ofen schmeißen.

      Haare sind nicht einfach Haare in dieser Zeit, sie sind ein Statussymbol, ein Teil des Ich. Die Glatze ist die Rache des Staates an der Rebellion der langhaarigen Jugend. Aber das ist erst der Anfang der Strafaktion. SED-Bezirksleitung, Staatsanwalt, Volksbildung, Staatssicherheit und Volkspolizei sind sich einig: Es sollen Exempel statuiert werden zur Abschreckung.

      Diese "Gammler, Schmarotzer, Parasiten" der sozialistischen Gesellschaft, die an den Ecken herumstehen und ihre Kofferradios zu laut aufdrehen, müssen eben zu ihrem Glück gezwungen werden. Dieses "Glück" bedeutet für Cleo erstmal: Arbeit im Steinbruch.

      Vor ein paar Tagen noch hat er seinen ersten Kuss erlebt, den ersten Sex, das "erste Mal".

      Jetzt muss er mit einem 20 Pfund schweren Hammer "Steine kloppen". Auch Buchi schuftet da schon. So muss er mit anderen die Schienen einer Kleinbahn demontieren und abtransportieren. Es ist körperliche Schwerstarbeit für unerfahrene junge Menschen.

      Erst als einer der Jugendlichen abstürzt im Steinbruch, wird das Experiment mit den Minderjährigen abgebrochen. Nun müssen sie im Zementwerk Rüdersdorf malochen und die Drehöfen entschlacken. Das bedeutet, dass sie in die Öfen hineinkriechen und sie reinigen, auch dann wenn sie noch heiß sind. Aber nicht nur die Arbeit ist unerträglich.

      Um fünf Uhr werden sie per Trillerpfeife aus dem Schlaf gerissen. Der "Verwahrraum" ist wie eine Zelle eingerichtet. Die Doppelstockbetten stehen dicht an dicht. Für die Notdurft gibt es einen Eimer. Nach dem Durchzählen und Waschen folgt der Bettenbau nach militärischer Vorschrift, das karierte Bettzeug muss nach Muster zusammengelegt werden, zeigt sich noch eine Falte, wird es wieder heruntergerissen. Es folgen Stubenreinigung, Morgenappell und Frühsport. Dann werden die Jungen in Arbeitskommandos aufgeteilt und mit dem LKW in die Zementwerke transportiert. Alles unter Bewachung: schwerbewaffnete Volkspolizisten aus dem Strafvollzug und einige sogenannte Erzieher. Bei Fluchtversuch wird geschossen, wird den Zöglingen gedroht.

      Einen Tag vor seinem 18. Geburtstag beschließt Cleo sich ein besonderes Geschenk zu machen: "Wir hauen hier ab!"

      In dieser Nacht sorgt er dafür, dass die Fensterläden seines "Verwahrraumes" nur zugezogen werden, statt verschlossen. Er organisiert sich ein Messer, doch er benutzt es nicht als Waffe, sondern als Werkzeug. Die Glühbirne wird herausgeschraubt, das Messer in die Fassung hineingestochen. Das Licht geht aus. Überall. Die Jungen klettern aus der Baracke, hängen auch noch weitere Fensterläden aus. Einige schließen sich Cleo an, andere nicht.

      Die Fensterläden vor Buchis Zimmer lassen sich auf die Schnelle nicht lösen. "Haut ab! Macht, dass ihr wegkommt! Soweit weg wie möglich!", ruft er den Ausbrechern noch zu.

      Die Jungen lassen sich das nicht zweimal sagen. Doch bevor sie fliehen, kommen sie noch auf die Idee sich zu bewaffnen. Aber die Waffenkammer ist zugeschlossen. "Zum Glück", sagt Cleo heute. "Das hätte Tote gegeben." So groß war der Hass.

      Der erste Zaun ist drei Meter hoch; die Jungen klettern hinüber. Den zweiten Zaun werfen sie um. Erstaunlicherweise wird das Objekt in dieser Nacht nicht von Hunden bewacht, wie sonst. Ein kleines Wunder. Aber es hält nicht an. Eine Polizeikolonne kommt ihnen auf der Landstraße schon entgegen. Bremsen quietschen. Kommandos werden gebrüllt. Hunde auf die Flüchtenden gehetzt.

      Die Jungen rennen in panischer Angst über die Felder. Verfolgt von den Hunden. Erst als sie in ein Rieselfeld hineinlaufen, bleiben die Tiere zurück. Die Jugendlichen sinken bis zur Brust in der Gülle ein. Sie sind klitschnass, es ist eisig kalt, der Vollmond scheint. Sie schlagen sich durch bis zu einer Scheune, verkriechen sich im Stroh. Sie stinken ganz furchtbar.

      Mittlerweile ist es 23 Uhr. Buchi und die anderen im Lager gebliebenen Jugendlichen werden aus ihren Betten gescheucht und auf den Appellplatz vor der Baracke getrieben. Da müssen sie stehen, stundenlang, in Nachthemd oder Unterwäsche, werden immer wieder befragt, wo die Flüchtlinge hin wollten. Niemand sagt etwas, weiß etwas. Sie dürfen nicht zurück in ihre Betten. Einige brechen zusammen in dieser Nacht, bleiben auf dem kalten Boden liegen. Um sechs Uhr stehen die übrigen immer noch. Da werden die ersten Ausreißer zurückgebracht. Gegen acht Uhr ist auch der letzte von ihnen wieder im Lager.

      Cleo und zwei weitere Jugendliche werden sofort in den Arrest gesteckt. Wie die anderen musste er zuvor durch ein Polizeispalier laufen, es hagelte Schläge mit dem Gummiknüppel.

      Er ahnt noch nicht, dass ihm für die Organisation des Ausbruchs eine Haftstrafe bevorsteht. Heute ist sein 18. Geburtstag.

      Die Recherche über Jugendwerkhöfe in der DDR diente der Potsdamer Schriftstellerin Grit Poppe als Vorarbeit für den Roman "Weggesperrt", der im August im Dressler-Verlag erscheinen wird. (Von Grit Poppe)

      QUELLE: Märkische Allgemeine [ 20.06.2009 ] @ maz-online.de/cms/beitrag/1153…o-gross-war-der-Hass.html
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      Eine Verhandlung oder ein Verfahren ohne QUALIFIZIERTEN juristischen Rechtsbeistand, Recht und Gesetz ist wie ein Gebäude ohne Fundament – ein Kartenhaus.

      Heimkinder appellieren an VATER STAAT und MUTTER KIRCHE Sühne zu tun:
      Ein Denkmal in Musik gesetzt

      Freiheit ist keine Selbstverständlichkeit; sie bedarf ständiger Wachsamkeit.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Martini“ ()

      Ach das ist aber schön, dass Du Reklame für meine Seite machst

      nur zur Info:
      die Seite ist für Neuregistrierungen nicht mehr gedacht, daher nur lesbar .......
      und die eigentlichen Hummelshainer (ich bin ja keiner) haben sich eine eigene Seite gemacht.

      LG Ines
      Die mich kennen mögen mich - die mich nicht mögen können mich

      Was nicht umstritten ist - ist nicht sonderlich interessant

      :D :D :D
      Weißt was buchi? Lass doch dem Martini, sein Hobby altes wieder hervorzukramen. Letztlich ist es ja auch nur ein Zeichen, daß er seine Zeit dort nicht vergessen kann, und was tun will. Nicht jeder kann Bücher schreiben gegen das Vergessen, das ist eben seine nervige Art! Vieleicht sollten wir einfach wegsehen, wenn die 111.te Kopie reinflattert.

      Fisch schrieb:

      Vieleicht sollten wir einfach wegsehen, wenn die 111.te Kopie reinflattert.


      Ab und an ist ja auch mal was interessantes und vor allem aktuelles dabei. Mich stören allerdings immer noch die etlichen Doppelposts und auch, das keiner was dagegen unternimmt. Aber seihs drum, mir darüber tiefgehende Gedanken zu machen, habe ich mir abgewöhnt.



      Bräunsdorf -Treffen 2019
      24. - 26. Mai 2019









      Ein eigener Thread für DDR-Zwangsarbeit von der West-Firmen profitiert haben.

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      »Fragebogen des BM für Arbeit & Soziales [sic] bezüglich Arbeit in den Heimen«

      Martini schrieb:

      .

      Ulli schrieb:

      .
      [ bezüglich diesem Zeitzeugenaufruf wiedergegeben @ http://dih.berlin/arbeit.php ]

      [ ......... ]


      Bei mir endet dieser Fragebogen mit dem Satz „nächste Seite Normalkinderheim“. Klicke ich darauf, kommt immer nur die gleiche Seite mit dem gleichen Satz am Ende.

      [ ......... ]
      .

      DARUM VERBREITE ICH JETZT – DIESBEZÜGLICH – GLEICHERMAßEN, NICHT NUR HIER, ABER AUCH IN ALLEN ANDEREN MIR ZUGÄNGLICHEN FOREN:

      Bundesregierung gibt DDR-Heimkinder-Zwangsarbeit-Studie in Auftrag.

      Auch auf der Vereinswebseite des Vereins ehemaliger Heimkinder e.V. ( VEH e.V. ) @ http://www.veh-ev.eu/home/vehevinf/public_html/zwangsarbeit/keine-zwangsarbeit/ wird jetzt wie folgt darauf hingewiesen und berichtet:

      .
      Veröffentlicht am 20. November. 2015

      KEINE ZWANGSARBEIT…?

      Es gibt mal wieder ein neues Forschungsvorhaben, eine neue Erhebung, neue Fragen. Diesmal zur

      Arbeitsverpflichtungen von Kindern und Jugendlichen in den Jugendhilfeeinrichtungen der DDR

      Auffällig ist bei der Beschreibung des Projektes, dass das Wort ZWANGSARBEIT wieder einmal vorsichtig vermieden wird. Gefragt wird vielmehr ob und in welcher Form es in Einrichtungen der Jugendhilfe der DDR zu unverhältnismäßigen Arbeitsverpflichtungen gekommen ist.

      Die Ostbeauftragte Gleicke jedenfalls ruft zur Teilnahme auf.

      Wer gewinnt bei einer solchen Erhebung? Schwer zu sagen… Spötter meinen: auf jeden Fall die, die sich hier einen Posten verschafft haben. Ob Ehemalige von diesem Projekt profitieren, bleibt abzuwarten.

      Wir veröffentlichen hier mal den kompletten Fragebogen in einzelnen PDF-Dateien.

      [ Auf der Vereinswebseite werden diese PDF-Dateien dann in folgender Reihenfolge unter folgenden
      URLs arrangiert. ]

      [ Zeitzeugenaufruf / Einleitung / Allgemeine Angaben ]

      [ 1. Seite ] - Allgemeine Angaben-Fragebogen


      http://www.veh-ev.eu/home/vehevinf/public_html/wp-content/uploads/2015/11/Fragebogen_Allgemeine-Angaben.pdf

      [ 2. Seite ] - Durchgangseinrichtung [ bzw. „Durchgangsheim] -Fragebogen

      http://www.veh-ev.eu/home/vehevinf/public_html/wp-content/uploads/2015/11/Fragebogen_Durchgangsheim.pdf

      [ 3. Seite ] - Jugendwerkhof-Fragebogen

      http://www.veh-ev.eu/home/vehevinf/public_html/wp-content/uploads/2015/11/Fragebogen_Jugendwerkhof.pdf

      [ 4. Seite ] - Normalkinderheim-Fragebogen

      http://www.veh-ev.eu/home/vehevinf/public_html/wp-content/uploads/2015/11/Fragebogen_Normalkinderheim.pdf

      [ 5. Seite ] - Spezialkinderheim-Fragebogen

      http://www.veh-ev.eu/home/vehevinf/public_html/wp-content/uploads/2015/11/Fragebogen_Spezialkinderheim.pdf

      [ Wie schon gesagt, diese Studie wird gemeinsam von dem DIH - Deutsches Institut für Heimerziehungsforschung gGmbH und der Evangelischen Fachhochschule Berlin durchgeführt. ]

      Wer sich über das Institut schlau machen will, kann dies
      hier tun.

      [ Abbildung
      Deutschlandkarte der Neuen Bundesländer und eine Aufführung der damaligen Heime in der DDR ]

      Auf jeden Fall interessant ist der
      Heimatlas der DDR, in dem man wahrscheinlich alle Heime finden kann. Er ist gut aufgearbeitet und sehr intuitiv gestaltet

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      Eine Verhandlung oder ein Verfahren ohne QUALIFIZIERTEN juristischen Rechtsbeistand, Recht und Gesetz ist wie ein Gebäude ohne Fundament – ein Kartenhaus.

      Heimkinder appellieren an VATER STAAT und MUTTER KIRCHE Sühne zu tun:
      Ein Denkmal in Musik gesetzt

      Freiheit ist keine Selbstverständlichkeit; sie bedarf ständiger Wachsamkeit.

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      SUCHSTRANG: "Das System der Zwangsarbeit in der SED-Diktatur"+"Christian Sachse"

      Erhältlich im Buchhandel, u.a., bei
      AMAZON

      Siehe @ http://www.amazon.de/Das-System-Zwangsarbeit-SED-Diktatur-wirtschaftliche/dp/3865838847

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      Das System der Zwangsarbeit in der SED-Diktatur: Die wirtschaftliche und politische Dimension Broschiert – 16. Juni 2014

      von Christian Sachse (Autor)

      Der Autor enthüllt auf der Grundlage von hunderten Dokumenten, dass die Zwangsarbeit in der DDR von Anfang an als zentral gesteuertes System der wirtschaftlichen Ausbeutung von Strafgefangenen angelegt war. Geringfügige „Arbeitsbelohnungen“, schwerste Bestrafungen bei Verweigerung der Arbeit, eine hohe Unfallquote und schlechte Ernährung dienten nur einem Ziel: ein Maximum an Profit aus den Strafgefangenen herauszuholen. Besonders hart traf dies die politischen Gefangenen, welche erfahren mussten, dass auch der Westen von der Zwangsarbeit ostdeutscher politischer Gefangener profitierte.

      Über den Autor und weitere Mitwirkende

      Der Politikwissenschaftler und Theologe Christian Sachse war bis 1990 als Jugendpfarrer in Torgau tätig. Auf eine anschließende Promotion über Wehrerziehung in der DDR folgten zahlreiche Forschungsprojekte zur Geschichte der DDR. Der Experte für DDR-Heimerziehung ist Mitglied im Wissenschaftlichen Beirat der Gedenkstätte Geschlossener Jugendwerkhof Torgau.

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      SUCHSTRANG: "Knastware für den Klassenfeind"+"Tobias Wunschik"

      Erhältlich im Buchhandel, u.a., bei
      AMAZON

      Siehe @ http://www.amazon.de/Knastware-Klassenfeind-H%C3%A4ftlingsarbeit-Ost-West-Handel-Staatssicherheit/dp/3525350805


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      "Knastware für den Klassenfeind" gebundene Ausgabe – 22. Januar 2014

      von Tobias Wunschik (Autor)

      Ikea, Quelle, Aldi viele westliche Firmen ließen in der DDR produzieren. 250 ostdeutsche Betriebe beschäftigten neben »freien« Arbeitern aber auch Häftlinge, darunter politische Gefangene. Diese verdienten daran kaum den Profit machten die Westkonzerne sowie SED-Firmen als Zwischenhändler. Möbel, Strumpfhosen, Schreibmaschinen, Fotokameras, Werkzeugkästen und Motorradteile stammten ganz oder teilweise aus Haftanstalten wie Halle oder Hoheneck, Bautzen oder Brandenburg. Das Versandhaus Neckermann etwa bezog Fernseher, der Stahlkonzern Mannesmann Eisenwaren und die Drogeriekette Schlecker Haushaltskerzen, die von Gefangenen gefertigt worden waren. Zumindest der Konzernleitung von Quelle war bekannt, dass Häftlingsarbeiterinnen die von ihr vertriebene Bettwäsche genäht hatten. Die preisgünstige Ware wurde ebenso nach Westeuropa wie in den Nahen Osten verkauft. Industrie und Handel sahen angesichts niedriger Produktionskosten in der DDR über die Arbeitsbedingungen hinweg. Die Bundesregierung wollte in den achtziger Jahren zwar die DDR-Importe von Möbeln und Strumpfhosen drosseln, doch nur zum Schutz der heimischen Wirtschaft. Dabei war längst bekannt, dass Gefangene diese Waren fertigen mussten. Charakteristisch für die Arbeit von politischen Häftlingen in DDR-Gefängnissen war, dass sie zusammen mit Kriminellen arbeiten mussten. Sie hatten mehr als »freie« Beschäftige zu leisten, verdienten aber wesentlich weniger als diese. Vielfach brachten veraltete Maschinen sie dabei in Lebensgefahr oder ruinierten ihre Gesundheit. Tobias Wunschik belegt mit neuen Aktenfunden, wie die Gefangenen ausgebeutet wurden und welche Firmen davon profitierten. Er beschreibt das Geschäft mit der Ware aus den DDR-Haftanstalten als Teil des innerdeutschen Handels.

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      Tobias Wunschik, geboren 1967, studierte Politikwissenschaft und Soziologie in München und Berlin, promovierte 1995 an der LMU. Seit 1993 ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter bei der Stasiunterlagen-Behörde.
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      QUELLE: https://www.perlentaucher.de/autor/tobias-wunschik.html
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      Eine Verhandlung oder ein Verfahren ohne QUALIFIZIERTEN juristischen Rechtsbeistand, Recht und Gesetz ist wie ein Gebäude ohne Fundament – ein Kartenhaus.

      Heimkinder appellieren an VATER STAAT und MUTTER KIRCHE Sühne zu tun:
      Ein Denkmal in Musik gesetzt

      Freiheit ist keine Selbstverständlichkeit; sie bedarf ständiger Wachsamkeit.

      Ein eigener Thread für DDR-Zwangsarbeit von der West-Firmen profitiert haben.

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      Da der neue, von Boardnutzer »Kupfer« am Sa. 10.12.2016, um 16:51 Uhr eröffnete Thread »… Zwangsarbeit im jwh« kaum jemanden hier im HEIMKINDER-FORUM.DE zu interessieren scheint, setze ich meinen gestern (Mo. 12.12.2016, um 01:18 Uhr) dort abgegebenen Beitrag jetzt auch noch einmal hier in diesen Thread.

      Übrigens, für all diejenigen, die nicht auf Anhieb wissen und verstehen für was die von »
      Kupfer« in seiner Threadüberschrift verwendete Abkürzung „jwh“ steht, sie steht für „Jugendwerkhof“ / „Jugendwerkhöfe


      Martini schrieb:

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      Das Leben der Heimkinder in der Deutschen Demokratischen Republik

      QUELLE: Berliner Morgenpost @ http://www.morgenpost.de/politik/article208927127/Zwangsarbeit-im-Kinderheim.html

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      BERLIN

      Zwangsarbeit im Kinderheim

      Eine neue Studie der Bundesregierung zeigt, wie die DDR Kinder und Jugendliche ausbeuten ließ

      Von Christian Kerl

      09.12.2016, 03:00

      Berlin. Sie wurden schikaniert, geschlagen, eingesperrt und gedemütigt: Hunderttausende Heimkinder in der DDR haben zum Teil gravierendes Unrecht erlebt. Vor allem in Einrichtungen der Jugendhilfe zur "sozialistischen Umerziehung" herrschten rabiate Methoden, unter denen viele Opfer bis heute leiden. Jetzt belegt eine neue Studie im Auftrag der Bundesregierung besonders schlimme Auswüchse: In den Heimen wurden Kinder und Jugendliche teilweise systematisch zur Zwangsarbeit herangezogen – unter Strafandrohung und ohne ausreichende Rücksicht auf Alter und Gesundheit.

      Sogar als Leiharbeiter in der Industrie wurden Heimkinder eingesetzt: Wenn Betriebe die Leistungen des Fünfjahresplans nicht erfüllen konnten oder für den Westexport produzierten, "wurden Jugendliche von ihren Heimeinrichtungen regelrecht verliehen". Den erschütternden Bericht hat das Deutsche Institut für Heimerziehungsforschung erarbeitet, er wird am Sonnabend bei einer Fachtagung in Berlin vorgestellt. Dieser Zeitung liegt die Studie "Zwangsarbeit/erzwungene Arbeit in den Einrichtungen der DDR-Jugendhilfe" in Auszügen bereits vor. Auftraggeber sind das Bundeswirtschaftsministerium und die dort angesiedelte Ostbeauftragte der Bundesregierung, Iris Gleicke. Die Thüringer SPD-Bundestagsabgeordnete sagt: "Die Studie zeigt ganz deutlich: Die DDR hat es zugelassen, dass Kinder und Jugendliche ausgebeutet wurden."

      Essensentzug, wenn der Akkord nicht geschafft wurde

      Dass in DDR-Kinderheimen gravierende Missstände herrschten, ist nicht neu. Die Bundesregierung hat deshalb einen "
      Heimkinderfonds Ost" für die Opfer aufgelegt, 27.500 Betroffene haben Hilfen beantragt. Parallel wurde ein "Heimkinderfonds West" geschaffen, weil auch in der alten Bundesrepublik bis in die 70er-Jahre Kinder in manchen Heimen traumatisierende Erfahrungen von Gewalt, Missbrauch und Demütigung machen mussten.

      Doch bei der Aufarbeitung des rigiden DDR-Heimsystems gibt es noch "blinde Flecken", wie die Ostbeauftragte Gleicke sagt. Unklar war bisher, wie massiv die Arbeitsverpflichtungen waren. Schon frühere Zeitzeugenberichte etwa aus dem Durchgangsheim Bad Freienwalde geben einen Eindruck: "Im Hof war eine Baracke, die vergittert war. Dort stellten wir von Montag bis Samstag Lampenfassungen im Akkord her. Wurde unser Soll nicht geschafft, hieß es für alle Sport oder Bestrafung durch Essensentzug."

      Aber ob man deshalb von verbreiteter Zwangsarbeit in Kinderheimen reden kann, war unter Experten umstritten – schließlich ist der Begriff Zwangsarbeit durch die Gräueltaten des NS-Regimes vorbelastet. Doch der Abschlussbericht der Forscher lässt jetzt keinen Zweifel: Zum Teil habe es sich sehr wohl um Zwangsarbeit gehandelt – erzwungene Ausbeutung ohne belastbare pädagogische Begründung. Besonders betroffen waren demnach Durchgangseinrichtungen, in denen Kinder vorübergehend untergebracht wurden, aber auch die Jugendwerkhöfe, in die angeblich Schwererziehbare oder "Staatsverleumder" eingewiesen wurden. Dass in den Heimen Arbeit üblich war, sei dabei nicht durchweg problematisch, heißt es in dem Bericht; verwiesen wird etwa auf einfache Tätigkeiten im Heimalltag.

      Zu den Methoden gehörten aber auch Strafarbeiten wie das Bodenschrubben mit der Zahnbürste oder eben erzwungene Einsätze in Betrieben. Kinder und Jugendliche seien als "Arbeitsreserve" angesehen worden, dienten in der Industrie zur Erfüllung staatlicher Planvorgaben. "Man baute Jugendwerkhöfe in der Nähe von Industrieanlagen und ließ die Jugendlichen dort arbeiten." Die Studie verweist etwa auf das Volltuchwerk im sächsischen Crimmitschau, in dem Jugendliche Sonderschichten leisten mussten. Brisant: Das Werk lieferte Stoffe an große Handelsketten in Westdeutschland – die profitierten, offiziell ahnungslos, von der Zwangsarbeit.

      Die Arbeitsbedingungen waren dabei zum Teil hart. Der Bericht nennt Einsätze im Dreischichtsystem oder auf dem Jugendwerkhof Freital, wo Jugendliche Gefahr liefen, "mit radioaktivem Material in Berührung zu kommen". Die erzwungene Arbeit habe auch gravierende psychische Folgen für die Betroffenen, erklären die Forscher. Sie plädieren daher dafür, statt von Zwangsarbeit allgemein von Missbrauch zu sprechen. Das schließt spezielle Auswüchse ein: Kinder mussten auch für Privatpersonen arbeiten, heißt es in dem Report. Und: "In einem Fall sind Mädchen als Tanzpartnerinnen an NVA-Kasernen ausgeliehen worden."

      .

      Dazu kommentierte der zweite Vorsitzende des »Vereins ehemaliger Heimkinder e.V.« (»VeH e.V.«), Dirk Friedrich, am 09.12.2016, 05:25 auf der Facebook-Seite des Vereins:

      .
      Die Bundesregierung sollte mal eine Studie der Zwangsarbeit in WEST-Heimen auflegen und die entsprechenden Profiteure - Heimträger, Firmen und Landwirte benennen. - Einen Teufel wird sie tun!
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      Dem kann ich mich nur anschließen!

      Beim MITTELDEUTSCHEN RUNDFUNK @ http://www.mdr.de/nachrichten/politik/inland/ddr-heimerziehung-zwangsarbeit-100.html kann man zu diesem Thema – d.h. der »DDR-Heimkinder-Zwangsarbeit« – einen Leserkommentar abgeben.
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      Heimkinder appellieren an VATER STAAT und MUTTER KIRCHE Sühne zu tun:
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      Ein eigener Thread für DDR-Zwangsarbeit von der West-Firmen profitiert haben.

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      ERSTE TEIL VON ZWEI TEILEN.

      Im Original umfasst diese hier wiedergegebene Zusammenfassung einer von Bundesregierung in Auftrag gegebenen Studie insgesamt 8 digitale Seiten.

      QUELLE: http://www.bmwi.de/BMWi/Redaktion/PDF/Publikationen/Studien/zwangsarbeit-erzwungene-arbeit-in-den-einrichtungen-der-ddr-jugendhilfe,property=pdf,bereich=bmwi2012,sprache=de,rwb=true.pdf


      .
      Zwangsarbeit / erzwungene Arbeit in den Einrichtungen der DDR Jugendhilfe.

      Auszüge und Zusammenfassungen aus dem Abschlussbericht des DIH- Deutsches Institut für Heimerziehungsforschung GmbH
      - eingereicht von Anke Dreier-Horning und Karsten Laudien -

      Studie im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi)
      der Beauftragten für die Neuen Bundesländer Iris Gleicke

      Projektnummer 30-15

      Berlin, September 2016


      [DIH -] DEUTSCHES INSTITUT
      FÜR HEIMERZIEHUNGSFORSCHUNG

      gGmbH



      Zum Forschungsauftrag

      Titel des Forschungsauftrages: „Zwangsarbeit / erzwungene Arbeit in den Einrichtungen der DDR Jugendhilfe.“

      Projektzeitraum: Juli 2015 - Sptember 2016

      Ziel des Forschungsauftrages:

      Mit dem o.a. Auftrag sollen im Rahmen einer wissenschaftlichen Untersuchungen die Hintergründe, die Praxis und die Folgen der Zwangsarbeit / erzwungenen Arbeit
      für die Betroffenen geklärt und eine gesellschaftliche Diskussion über diese besondere Form des Unrechts [in der DDR!] ermöglicht werden. Dabei soll eine umfassende Recherche auf der Grundlage vorhandener Akten, eine Auswertung von Berichten der Betroffenen sowie eine ergänzende Befragung der Betroffenen durchgeführt werden. Die Ergebnisse sollen so aufbereitet werden, dass sie einer gesellschaftlichen Debatte zugänglich sind.

      Veröffentlichung:
      Prof. Dr. Karsten Laudien ist Inhaber des Ethiklehrstuhls an der Evangelischen Hochschule Berlin. Er war/ist 2010 und 2017 Gastprofessor an der Toulouser Universität Jaen Jaurѐs und Erasme, ist Leiter des DIH, Vorstandsmitglied des Bundesverbandes Vormundschaftstag e.V. und Mitglied im Bundesforum Vormundschaft. Er arbeitet als Mitglied im Fachbeirat der Berliner Anlauf- und Beratungsstelle [der Hilfsfonds Heimerziehung] und ist Autor zahlreicher wissenschaftlicher Beiträge zur Ethik und Jugendhilfe.

      Anke Dreier-Horning ist Leiterin des DIH, promoviert an der Universität Rostock im Bereich der Erziehungswissenschaft über die Arbeitserziehung Makarenkos, veröffentlichte in den letzten Jahren Publikationen zur Sozialpädagogik der DDR und arbeitet alsLehrbeauftragte u.a. für Ethik an der Evangelischen Hochschule Berlin.


      Der Untersuchungsgegenstand "Zwangsarbeit im Kontext der DDR-Heimerziehung"
      (Auszug aus dem Forschungsbericht ohne Quellenangaben, S. 17 - 23)


      Die Diskussion, ob der Terminus "Zwangsarbeit" auch auf Bereiche außerhalb der NS-Zeit angewendet werden kann, bildet in gewisser Weise den „Historikerstreit“ von 1986/87 ab. Ohne diesen hier interpretieren zu wollen oder eine Stellungnahme dazu abzugeben, ging es damals darum, ob die Naziverbrechen als in ihrer Grausamkeit so einmalig aufgefasst werden sollten, das jeder Vergleich, jede Relativierung, und jede Analogisierung abgelehnt werden muss. Jürgen Habermass verurteilte damals den Versuch Ernst Noltes, die sowjetischen Gulags mit den Konzentrationslagern des Dritten Reiches zu vergleichen mit dem 68er Terminus „revisionistisch“.

      Ähnliches kann am Gebrauch des Terminus „Zwangsarbeit“ für die Heimeinrichtungen beobachtet werden. Während vor allem die Betroffenen den Terminus wegen seiner unzweideutigen Wertung verwenden, gibt es z.B. unter Historikern starke Einwände gegen die Wortverwendung. Der Begriff "Zwangsarbeit" ist auf Grund der Gräultaten der Nationalsozialisten ein vorbelasteter Begriff. Innerhalb der Aufarbeitung der DDR-Heimerziehung im Besonderen und der Bundesrepublik insgesamt ist die Verwendung daher äußerst umstritten.

      "Zwangsarbeit" ist nach der heutigen Definition des DUDENs im deutschen Sprachgebrauch eine "mit schwerer körperlicher Arbeit verbundene Freiheitsstrafe" oder "Arbeit, zu der jemand (widerrechtlich) zwangsverpflichtet, gezwungen wird". Eine ausschließliche Verwendung für die nationalsozialistische Zeit ist nicht im Begriff angelegt. Das liegt daran, dass das Wort "Zwangsarbeit" nicht aus dieser Zeit stammt, sondern eine nachträgliche Begriffszuweisung erfahren hat.

      Im Jahre 2000 began eine Bemühung einer in den USA lebenden Opfergruppe, für ihre erzungene Tätigkeit unter dem NS-Regime, entschädigt zu werden. Als Gruppen, die Zwangsarbeit leisten mussten, werden fortan Häftlingsarbeiter, Kriegsgefangene und Fremdarbeiter aufgezählt. So wurde der Begriff immer ausdrücklicher mit NS-Zeit verbunden und seine heutige Verwendung verdankt sich dem Resultat der poltischen Aktivität einer Opfergruppe.

      Dieser Befund bedeutet für die Aufarbeitung der Heimerziehung der DDR, dass die Verwendung des Begriffs "Zwangsarbeit" aus historischer Perspektive nicht Gefahr läuft, NS-Unrecht zu relativieren. Der Begriff hat vor der NS-Zeit und auch nach ihr eine Vielzahl von weiteren unrechtmäßigen Arbeitsphänomenen bezeichnet. Unbeschadet der Tasachen, dass die NS-Zwangsarbeiter im gesellschaftlichen Gedächnis einen herausragenden Platz genießen, ist der Terminus Zwangsarbeit nicht exklusiv zu verstehen. Dies bedeutet aber nicht, dass automatisch der Umkehrschluss gilt, dass Arbeitsphänomene in DDR-Kinderheimen, die erzwungen waren, als „Zwangsarbeit“ bezeichnet werden sollten.


      Zusammenfassung einiger Ergebnisse

      Arbeit war in DDR-Kinderheimen üblich. Sie reichte von einfachen Tätigkeiten zur Bewältigung des Heimaltages bis hin zu tatsächlich unter Strafandrohung und unter Arbeitsausbeutungsaspekten erzwungener Arbeit. Wir haben diese Tätigkeiten einerseits aus der Sicht der ehemaligen Heimkinder und heutigen Zeitzeugen dargestellt. Andererseits haben wir diese Phänomene in den zeitlichen und „pädagogischen“ Kontext eingebettet.

      Nicht alle Arbeitsformen waren problematisch. Im folgenden Fall soll nur ein Bruchteil der in den Kinderheimen erzwungenen Arbeitsleistungen vorgestellt werden. Es ist auffallend, dass der Übergang von an sich unproblematischen Arbeiten („Tisch abräumen“) zu prekären Arbeiten sich fließend gestaltete.

      Erstens. „Gesellschaftlich nützliche Arbeit“. Die unter „gesellschaftlich nützliche Arbeit“ aufgezählten Aktivitäten sind von den Zeitzeugen als unbezahlte Arbeitseinsätze aufgefasst worden. Diese Arbeitseinsätze sind zeitlich (sowohl was die Dauer als auch den Zeitpunkt betrifft) unregelmäßig erfolgt. Die Jugendlichen mussten sie zusätzlich zu ihrer „Selbstbedienung“ also über ihre „Ämterdienste“ hinaus in ihrer Freizeit leisten. Dabei kam es in den 1950er und 1960er Jahren vorrangig zu Arbeiten in der Region, z.B. der Mithilfe bei dem Bau von Spielplätzen, Straßen etc. In den 1970er und 1980er Jahren lassen sich vermehrt Einsätze in der Industrie nachweisen. Sie dienen dort als Hilfe zur Erfüllung der staatlichen Planvorgaben. Die Jugendlichen leisteten Sonderschichten in den Betrieben und wurden zu Feuerwehreinsätzen herangezogen.

      Zweitens. Arbeit als Strafe. Die Formen der Strafarbeiten unterschieden sich in den verschiedenen Heimeinrichtungen kaum. Die Arbeiten sollten unangenehm (Toiletten putzen), zeitaufwändig (Aufräumarbeiten), körperlich schwer sein (Flure reinigen und bohnern mit schweren Geräten) und enthielten nicht selten repressive Elemente, die dazu dienten, das Machtverhältnis zu demonstrieren (Auto waschen vom Erzieher, Böden säubern mit der Zahnbürste). Sie wurden von den Betroffenen oftmals als Schikane erlebt, da sie in einem Missverhältnis zu der [zu] bestrafenden Handlung
      en standen.
      Dabei ist davon auszugehen, dass sich diese Strafarbeiten chronologisch nicht spezifizieren lassen, sondern sich über den gesamten Zeitraum der DDR spannen und dass dies auch unabhängig von den Heimarten gilt.

      Drittens. Berufliche Qualifizierung. Die berufliche Qualifizierung gehörte – dem Anspruch nach – zum Konzept der DDR-Heimeinrichtungen. Trotz anfänglicher Bemühnungen ist es jedoch nicht gelungen in allen Jugendwerkhöfen den Jugendlichen eine Ausbildung zukommen zu lassen. Bei der Bewertung der Arbeit ist es nicht unerheblich, ob die abverlangte Arbeit Teil einer Ausbildung war, oder ob sie ohne jeden Vorteil für das Kind/den Jugendlichen ausgeführt werden musste. Man muss feststellen, dass die Ausbildung der Jugendlichen häufig nur ein Alibi darstellte.
      Insbesondere in den Durchgangseinrichtungen mussten nicht nur Jugendliche, sondern auch Kinder ohne jeden Ausbildungsaspekt zum Teil stumpfsinnige und schwere Arbeiten durchführen. Diese Kinder sind ohne jeden pädagogischen, schulischen oder Ausbildungsgesichtspunkt zu Tätigkeiten gezwungen worden.

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      Eine Verhandlung oder ein Verfahren ohne QUALIFIZIERTEN juristischen Rechtsbeistand, Recht und Gesetz ist wie ein Gebäude ohne Fundament – ein Kartenhaus.

      Heimkinder appellieren an VATER STAAT und MUTTER KIRCHE Sühne zu tun:
      Ein Denkmal in Musik gesetzt

      Freiheit ist keine Selbstverständlichkeit; sie bedarf ständiger Wachsamkeit.

      Ein eigener Thread für DDR-Zwangsarbeit von der West-Firmen profitiert haben.

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      ZWEITE TEIL VON ZWEI TEILEN.

      Im Original umfasst diese hier wiedergegebene Zusammenfassung einer von Bundesregierung in Auftrag gegebenen Studie insgesamt 8 digitale Seiten.

      QUELLE: http://www.bmwi.de/BMWi/Redaktion/PDF/Publikationen/Studien/zwangsarbeit-erzwungene-arbeit-in-den-einrichtungen-der-ddr-jugendhilfe,property=pdf,bereich=bmwi2012,sprache=de,rwb=true.pdf


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      Zwangsarbeit / erzwungene Arbeit in den Einrichtungen der DDR Jugendhilfe.

      Auszüge und Zusammenfassungen aus dem Abschlussbericht des DIH- Deutsches Institut für Heimerziehungsforschung GmbH
      - eingereicht von Anke Dreier-Horning und Karsten Laudien -

      Studie im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi)
      der Beauftragten für die Neuen Bundesländer Iris Gleicke

      Projektnummer 30-15

      Berlin, September 2016


      f o r t g e s e t z t

      Viertens. Arbeiten in der sozialistischen Produktion. Insbesondere die Jugendwerkhöfe wurden ab 1956 den Anforderungen der DDR-Planwirtschaft angepasst. D.h. man baute Werkhöfe in der Nähe von Industrieanlagen und ließ die Jugendlichen dort arbeiten. Aus ehemaligen „Lehrwerkstätten“ wurden allmählig „Produktionswerkstätten“. Es gab Jugenwerkhöfe, deren Standortwahl vom Votum des betreffenden Betriebes abhängig gemacht wurde.

      Fünftens. Entlohnung. Zumeist sind die Arbeiten entlohnt worden. Das bedeutet aber nicht, dass die Kinder und Jugendlichen ihren Lohn auch erhielten. Einerseits wurde dieser Lohn mit den Aufenthaltskosten der Einrichtung verrechnet. Andererseits erhielten die Werkhöfe den vom Betrieb gezahlten Lohn, den Kindern und Jugendlichen aber wurde nicht dieser Lohn ausgezahlt oder angerechnet, sondern sie erhielten nur einen Teil davon in Form eines Werkhoftarifes, der bei Disziplinverstößen auch gemindert werden konnte. Der einbehaltene Verdienst kam indirekt dem Staatshaushalt zugute. Bei diesem System kam es zu Veruntreuungen.

      Sechstens. Leiharbeit. Jugendliche sind an Betriebe, die die Leistungen des Fünfjahresplanes nicht erfüllen konnten oder für den West-Export produzierten von ihrer Heimeinrichtung regelrecht „verliehen“ worden. Jugendliche wurden für Kommunen, Kreise und Betriebe als Arbeitsreserve angesehen und verwendet. Es gab Betriebe, die aus ökonomischen Gründen in Heimeinrichtungen investierten. In einem Fall sind Mädchen als Tanzpartnerinnen an NVA-Kasernen ausgeliehen worden. Kinder mussten für Privatpersonen arbeiten.

      Siebtens. Arbeitsbedingungen. Jugendliche sind zu Arbeitsleistungen gezwungen worden, die keine genügenden Rücksichten auf Alter und Gesundheit der Kinder und Jugendlichen kannten. Kinder und Jugendliche mussten bei Produktionsengpässen unvorhergesehen Sonderschichten durchführen. Sie mussten im Dreischichtsystem arbeiten. Sie waren im Jugendwerkhof Freital der Gefahr ausgesetzt mit radioaktiven Material in Berührung zu kommen.

      Achtens. Die rechtliche Stellung der Kinder und Jugendlichen. Es bestanden für die Insassen keine realen Möglichkeiten, dem Zwang zur Arbeit rechtlich entgegenzuwirken. Arbeitsverweigerung war derart stark sanktioniert, dass sie keine Option für die Kinder und Jugendlichen darstellte.

      Neuntens. Zwangsbiografien. Die Arbeit war für die Betroffenen häufig in ein allgemeines Zwangssystem eingebunden und hat bei ihnen Schaden hinterlassen, unter denen sie noch heute leiden. Sie hat dazu geführt, dass die Schulbildung abgebrochen werden musste, dass berufsausbildungen nicht stattfanden, dass keine Wahl zu bestimmten Berufen möglich war und dass die zwangsweise erlernten Berufe (zumeist „Teilfacharbeiter“ oder „Anlernberufe“) ungeeignet waren die spätere ökonomische Selbständigkeit zu fördern.

      Zehntens. Zwangsarbeit. Es gibt Fälle bei denen von "Zwangsarbeit" gesprochen werden kann. D.h. es lässt sich hier keinerlei Bezug zu irgendeinem sinnvollen oder reflektierten pädagogischen System erkennen. Dazu zählen viele Durchgangseinrichtungen. Dazu zählte das Arbeitslager Rüdersdorf und der Geschlossene
      n Jugendwerkhof Torgau. Diese Einrichtungen dienten der Disziplinierung und das Hauptmittel dazu war Strafe und Arbeit.

      Fazit
      (Auszug aus dem Forschungsbericht ohne Quellenangaben, S. 199 - 201)


      Wir haben versucht den Kontext zu entwerfen der den Charakter der Arbeit in den Jugendhilfeeinrichtungen [der DDR!] bestimmt hat und der zugleich auch den Bewertungen der Zeitzeugen gerecht wird.

      Das Phänomen der "Arbeit" in den Jugendhilfeeinrichtungen der DDR ist immense vielfältig da es unterschiedliche Dimensionen (von Arbeitserziehung bis zur wirtschaftlichen Ausbeutung) und unterschiedliche Formen (Selbstbedienung, Strafarbeit, Berufsausbildung, Leiharbeit, gesellschaftlich nützliche Arbeit etc.) in unterschiedlichen Zeitperioden (als Kontrast die idealistischen frühen 1950er und die wirtschaftsorientierten 1960er Jahre) in unterschiedlichen Heimarten (Normalkinderheime bis zum Jugendwerkhof Torgau) betrifft. Die isolierte Betrachtung des Phänomens „Arbeit“ ohne Berücksichtigung dessen vereinseitigt das Problem.

      Die Voraussetzungen zur Verwendung des Terminus "Zwangsarbeit" der ausführlich dargestellten Begriffshistorie und der erläuterten ethischen Maßstäbe, die an das Phänomen angelehnt werden, erscheinen im Hinblick auf folgende Formen von Arbeitsverpflichtungen in den Jugenhilfeeinrichtungen von 1949 bis 1989 erfüllt:

      ● die Insassen der Jugendwerkhöfe des Typs I,
      ● die Gruppen von Jugendlichen ab dem 17. Lebensjahr [ * ],
      ● die lediglich für die Erfüllung von Wirtschaft- und Exportplänen gegründeten Gruppen innerhalb von Jugenhilfeeinrichtungen wie z.B. die Mädchengruppe des Knäckewerkes im Jugenwerkhof Burg (siehe Kapitel 6.8),
      ● die Verpflichtung der Jugendlichen zu Sonderschichten innerhalb der Produktion neben der regulären beruflichen Qualifizierung z.B. in den Volltuchwerken Crimmitschau (siehe Kapitel 6.11.6).

      Diese hier genannten Formen von Arbeitsverpflichtungen erfüllten keine pädagogische Absicht, sondern ziehlten auf die wirtschaftliche Ausnutzung der Arbeitskraft der Kinder und Jugendlichen [ab]. Sie verstießen damit gegen das Verbot der Instrumentalisierung und gingen auch in Hinblick auf die dadurch entstandenen sozialen und psychischen Folgen mit einer Demütigung der Personen einher. Die Betroffenen sahen keine Widerstandsmöglichkeiten und haben sich in diesem Abhängigkeitsverhältnis nicht mehr als Subjekt, sondern als Mittel für fremde Zwecke instrumentalisiert gefühlt. Die geringe Subjektstellung innerhalb der DDR-Pädagogik war – wenn auch nicht die Ursache – so doch zumindest der Närboden für die Entwicklung von Formen wirtschaftlichen Missbrauchs.

      Diese Formen können daher auch als "Zwangsarbeit" bezeichnet werden. Die Auflistung beansprucht keine Vollständigkeit. Weitere Formen von Arbeitsverpflichtungen, die die genannten Kriterien erfüllen, sind nicht auszuschließen und sollten einer Einzelfallprüfung unterzogen werden.

      Eine Reduzierung des gesamten Phänomens der Arbeit in den Jugendhilfeeinrichtungen [
      in der DDR!] auf den Begriff der "Zwangsarbeit" wäre jedoch unzureichend. Die Strukturen der DDR-Jugendhilfe waren mit einem politischen System verschränkt, in dem so wohl dem Erziehungsgedanken wie auch der dazugehörigen Arbeit eine menschheits-konstituierende Funktion zukam. Die komplexe Realität der Gestaltung dieser Idee in den Erziehungseinrichtungen der DDR hatte mit weniger abstrakten Problemen zu tun. Hier gerieten die auch von der Verfassung der DDR formulierten Ansprüche in dem Moment ins Hintertreffen, als die Jugendlichen zum Teil einer nach planwirtschaftlichen Gesichspunkten organisierten Wirtschaft wurden, deren Zugriff sie sich aufgrund der Rechtsunsicherheit ihrer Situation nicht entziehen konnten. Die psychische Wirkung dieser Vereinnahmung auf die Entwicklung der Persönlichkeit der Heranwachsenden ist im Begriff der "Zwangsarbeit" nicht enthalten. Er erscheint daher zwar für die Charakterisierung bestimmter Formen der Arbeitsverpflichtungen anwendbar, kann jedoch dem Erleben, mit seinen bis heute andauernden Folgen, nicht genügend Rechnung tragen. Der Terminus "Missbrauch", für dessen Verwendung in den hier geschilderten Zusammenhängen plädiert wird, umfasst nicht nur den Zwangscharakter der Arbeit, sondern inkludiert die psychischen und sozialen Folgeerscheinungen, die im Leben der Betroffenen bis heute sichtbar sind.

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      * Volljährigkeit in der DDR lag damals, ab dem 17.05.1950, bei Vollendung des 17. Lebensjahrs.
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      Eine Verhandlung oder ein Verfahren ohne QUALIFIZIERTEN juristischen Rechtsbeistand, Recht und Gesetz ist wie ein Gebäude ohne Fundament – ein Kartenhaus.

      Heimkinder appellieren an VATER STAAT und MUTTER KIRCHE Sühne zu tun:
      Ein Denkmal in Musik gesetzt

      Freiheit ist keine Selbstverständlichkeit; sie bedarf ständiger Wachsamkeit.