ehemalige Schweizer Heimkinder wollen sich nicht über den "Runden Tisch" ziehen lassen

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      ehemalige Schweizer Heimkinder wollen sich nicht über den "Runden Tisch" ziehen lassen.

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      SCHWEIZER KINDERHEIMHÖLLEN- UND LEIBEIGENSCHAFTSOPFER

      Die Opfer von fürsorgerischen Zwangsmassnahmen erteilen dem Dialog mit dem Bundesrat eine Absage. Sie fürchten, wie die Heimkinder in Deutschland über den Tisch gezogen zu werden. ( @ http://bazonline.ch/schweiz/standard/Verdingkinder-beharren-auf-Entschaedigung/story/11455862 )

      SCHWEIZER TÄTER ( wie auch in Deutschland ) : «Verdingkinder wurden ja von den Behörden platziert und zwar nicht nur in der Landwirtschaft, sondern auch in anderen Gewerbebetrieben und sonstigen Familien»

      SCHWEIZER OPFER: «Wer den Schaden anrichtet, muss ihn auch wieder gut machen» – «Eine Entschuldigung reicht nicht, es braucht Entschädigungen.» – «Wir setzen uns nicht an den Runden Tisch» … ein … «untaugliches, parteipolitisch inspiriertes Konstrukt» … Es braucht … «eine Expertenrunde statt reaktionäre, ewig gestrige Kräfte, Bremser und Profiteure


      In Deutschland, hingegen, wollen die Opfer ja nicht entschädigt werden, wie daraus hervorgeht, dass die meisten ja noch nicht einmal eine schon lange online stehende PETITION FÜR EINE GERECHTE ENTSCHÄDIGUNG mitzuunterzeichnen bereit sind ( und die Täter- und Mittäter-Organsationen [ und jeder weiß wer all diese sind ! ] reiben sich die Hände und lachen sich ins Fäustchen ).
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      Eine Verhandlung oder ein Verfahren ohne QUALIFIZIERTEN juristischen Rechtsbeistand, Recht und Gesetz ist wie ein Gebäude ohne Fundament – ein Kartenhaus.

      Heimkinder appellieren an VATER STAAT und MUTTER KIRCHE Sühne zu tun:
      Ein Denkmal in Musik gesetzt

      Freiheit ist keine Selbstverständlichkeit; sie bedarf ständiger Wachsamkeit.

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      ehemalige Schweizer Heimkinder wollen sich nicht über den "Runden Tisch" ziehen lassen

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      WIKIPEDIA @ http://de.wikipedia.org/wiki/Verdingung

      Kinderzwangsarbeiter und Kinderzwangsarbeiterinnen der westlichen deutschsprachigen Demokratien - jeweils in ihrem eigenen Lande

      Verdingung / Leibeigenschaft / Zwangsarbeit ohne Lohn

      Verdingung bezeichnet in der neueren Schweizer Geschichte die Fremdplatzierung von Kindern zur Lebenshaltung und Erziehung. Oft wurden die (faktisch schon durch die Behörden entrechteten) Kinder an Bauern vermittelt, von denen sie als günstige Arbeitskraft meist ausgenutzt, misshandelt und missbraucht wurden.

      Ähnlich wurden in Deutschland vom 19. Jahrhundert bis etwa 1921 Bergbauernkinder, die sogenannten Schwabenkinder aus Vorarlberg, Tirol, Südtirol und auch der Schweiz, die alljährlich im Frühjahr durch die Alpen zu den Kindermärkten hauptsächlich nach Oberschwaben zogen, zur Kinderarbeit vermittelt.

      Verdingkinder, meistens Waisen- und Scheidungskinder, wurden zwischen 1800 und 1960[1] von den Behörden den Eltern weggenommen und Interessierten öffentlich feilgeboten. Bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts wurden die Kinder oft auf einem Verdingmarkt versteigert. Den Zuspruch bekam jene Familie, welche am wenigsten Kostgeld verlangte. Betroffene beschreiben, dass sie auf solchen Märkten "wie Vieh abgetastet wurden". In anderen Gemeinden wurden sie wohlhabenderen Familien durch Losentscheid zugeteilt. Zugeloste Familien wurden gezwungen, solche Kinder aufzunehmen, auch wenn sie eigentlich gar keine wollten.

      Sie wurden meistens auf Bauernhöfen wie Leibeigene für Zwangsarbeit eingesetzt, meist ohne Lohn und Taschengeld. Nach Augenzeugenberichten von Verdingkindern wurden sie häufig ausgebeutet, erniedrigt oder gar vergewaltigt. Einige fanden dabei den Tod.

      Hört sich das nicht bekannt an ?

      MEHR IM ORIGINAL ( QUELLE: ) @ http://de.wikipedia.org/wiki/Verdingung
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      Die Verantwortlichen und Mitverantwortlichen für »Kinderverdingung« / »Leibeigenschaft von Kinder« / »Leibeigenschaft von Jugendlichen« / »Kinderzwangsarbeit« / »fürsorgerischen Zwangsmassnahmen zum Zweck der Arbeitsausbeutung« / »Internierung in geschlossenen Anstalten« / »Heimerziehung« in der Schweiz ( im Zeitraum von 1921-1981 minimum ) wollen die Deutsche Regierung / die deutschen Behörden / die deutschen Kirchen nachamen, und anscheinend ebenso mit „Anlaufstellen“ die Opfer ruhigstellen und sie mit „Almosen“ abspeisen. Siehe @ http://www.fszm.ch/ .
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      Ein weiterer Blick über den Tellerrand:


      Unter dem Titel "administrative" oder "fürsorgerische Zwangsmassnahmen" wurde in der Schweiz z.T. bis in die 1980er Jahre eine Vielzahl gravierender Menschenrechtsverletzungen an Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen gerechtfertigt, darunter Kindeswegnahme, Einweisung in Heime und Gefängnisse, das Verdingkindwesen (weggenommene Kinder und Waisen wurden als billige Arbeitskräfte an Bauern versteigert), sowie eugenische Abtreibungen, Zwangsserilisierungen und Zwangskastrationen, aber auch Pharma-Experimente.

      Laut einem >>> Artikel im Tages-Anzeiger vom 24.1.13 fordern die SP-Kantonsräte Susanna Rusca Speck, Rolf Steiner und Ursina Egli eine Aufarbeitung über "Missstände" in Kinderheimen, der Kantonsrat soll dazu eine Studie in Auftrag geben. Bereits letztes Jahr wurde im Kanton Luzern eine Studie über die Situation in Kinderheimen zwischen 1930 ud 1970 publiziert, die (einmal mehr) >>> "Gewaltexzesse und sexuellen Missbrauch" bestätigte. In Zürich hat sich der Kanton bis heute nie bei den Betroffenen entschuldigt. Auf Gemeindeebene gab es zwar in Zürich und Winterthur individuelle "symbolische Wiedergutmachungen", doch das war's dann.

      Laut dem Artikel ist aktuell auch im Kanton Schwyz ist ein Vorstoß zur Aufarbeitung der Geschichte von Heim- und Verdingkindern hängig, und auf Bundesebene soll ein Ende letztes Jahr ernannter "Delegierter für Opfer fürsorgerischer Maßnahmen" ebenfalls die Aufarbeitung vorantreiben.Im Artikel kommt auch der Betroffene Armin Meier zu Wort, dessen einziges "Verbrechen" es war, als uneheliches Kind geboren zu sein:

      «Viele Opfer sind inzwischen alt, schaffen es nicht mehr, über das Unrecht zu sprechen.» Er hofft, dass die Anfrage im Kantonsrat verhindert, dass in den Heimen Akten verschwinden. «Sie sind der einzige Beweis für das, was sich abgespielt hat.»

      Der Historiker Thomas Huonker verweist auf mehrere «Fälle, in denen rücksichtslose Täter als große Erzieher gefeiert wurden», und konstatiert: «Alle haben sich gegenseitig gedeckt, die Jugendanwaltschaft, der Justizapparat, Ärzte, Pfarrer und Psychiater.»

      Interessant weiter die >>> Kommentarseite mit mehreren Wortmeldungen Betroffener, z.B. diese (25.01.2013, 09:29):

      "Wir 4 Mischler-Buben waren alle in der selben Situation. Nur 2 von uns haben die Kraft sich damit auseinander zu setzen."



      Heimkinder als Versuchskaninchen für Pharmaexperimente

      Ende 2012 wurde zudem die Anschuldigungen des Betroffenen Peter Nowak bestätigt, dass er und viele andere im Kinderheim Fischingen eingesperrte in der Psychiatrischen Klinik Münsterlingen über Jahrzehnte als Versuchskaninchen für Psychopharmaka missbraucht wurde. Ein Nachfolgeartikel vom 18.1.13weist anhand noch vorhandener Akten nach, dass Betroffene seit 1950 in Münsterlingen für Experimente herhalten mussten, wofür die Klinik von den betreffenden Pharmaunternehmen großzügige Spenden erhielt.

      Diese Woche hat sich nun eine Vertreterin der Bundesregierung offiziell bei den Betroffenen entschuldigt – das Thema "Entschädigung" wurde dabei allerdings höchstens indirekt angesprochen, wie Betroffene zu Recht kritisieren.

      Siehe auch:

      Betroffene ebenfalls zu Recht empört konstatieren. Sie fordern, die offizielle Entschuldigung dürfe "nur ein Anfang sein".

      Auch die Deutsche Apothekerzeitung berichtete über die offizielle Regierungs-Verlautbarung vom "dunklen Kapitel in der Geschichte unseres Landes" (jedoch ohne Erwähnung der Entschädigungsforderung der Betroffenen).

      Und:

      Sehr guter Artikel von Fredi Lerch

      netzwerk-verdingt.ch

      www.kinderheime-schweiz.ch

      verdingkinderreden.ch
      "Wenn das so weitergeht, (nicht brav genug bist), werden wir dich in ein Kinderheim geben müssen!" (...) "Du endest mal im Zuchthaus!"

      ehemalige Schweizer Heimkinder wollen sich nicht über den "Runden Tisch" ziehen lassen.

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      [ Ehemalige Heimkinder / Kindersklaven / leibeigene Minderjährige / Kleinkinder / Schulkinder / Jugendliche / schutzbefohlene Kinder in Knechtschaft / unentlohnte minderjährige Landarbeiter und Industriearbeiter / ein Geschäftsmodel betrieben von Kirche und Staat und voll und ganz unterstützt von der damaligen schweizer Zivilgesellschaft insgesamt. ]

      Verdingkinder beharren auf Entschädigung

      [ Artikel vom 05.05.2015 ]

      [ mit Bilderstreifen; 8 Bilder insgesamt ]

      @
      http://bazonline.ch/schweiz/standard/Verdingkinder-beharren-auf-Entschaedigung/story/11455862 , oder auch, gleichlautend @ http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/Verdingkinder-boykottieren-den-runden-Tisch-des-Bundesrates/story/11455862?cache=9efAwefu ( plus, bisher, 173 Kommentare )


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      Verdingkinder beharren auf Entschädigung

      Aktualisiert am 05.05.2015 - 173 Kommentare

      Die Opfer von fürsorgerischen Zwangsmassnahmen erteilen dem Dialog mit dem Bundesrat eine Absage. Sie fürchten, wie die Heimkinder in Deutschland über den Tisch gezogen zu werden.

      Am 11. April entschuldigte sich Bundesrätin Simonetta Sommargua im Namen des Bundesrates bei den zwangsplatzierten Verdingkindern. Gleichzeitig lancierte sie einen Runden Tisch, an dem über alle Aspekte gesprochen werden soll, juristische, historische und «auch finanzielle», wie sie sagt. Der Tisch wird geleitet von alt CVP-Ständerat Hansruedi Stadler.

      Die Verdingkinder boykottieren aber den Tisch. «Wir setzen uns nicht an den Runden Tisch», sagt der Präsident des Vereins «netzwerk-verdingt», Walter Zwahlen,
      im «SonntagsBlick» [ längerer, sehr detaillierter Artikel gleichen Datums ] Er nennt sie ein «untaugliches, parteipolitisch inspiriertes Konstrukt». Es brauche «eine Expertenrunde statt reaktionäre, ewig gestrige Kräfte, Bremser und Profiteure.»

      Zwahlen befürchtet ein ähnliches Szenario wie beim Runden Tisch für Heimkinder in Deutschland: «Dort wurden die Betroffenen über den Tisch gezogen und mit kläglichen 190 Millionen Euro abgespiesen.»

      «Sommaruga überzeugte mich nicht»

      Zwei ehemalige Verdingkinder zeigen sich im «SonntagsBlick» enttäuscht vom Gedenkanlass des Bundes – und fordern finanzielle Wiedergutmachung. «Sommarugas Rede überzeugte mich nicht», sagt Charles Probst (83). Er kam mit sechs auf einen Hof im Oberaargau, arbeitete zehn Jahre lang ohne Lohn. «Eine Entschuldigung reicht nicht, es braucht Entschädigungen.»

      Hugo Zingg (76) kam mit sechs auf einen Bauernhof ins Gürbetal BE. Der Gedenkanlass enttäuschte ihn. «Niemand hat ein Dankeschön für die geleistete Arbeit über die Lippen gebracht.» Zingg verlangt, dass für Leistungen auf Bauernhöfen und in Heimen endlich Geld bezahlt werden muss.

      Insgesamt fordert Zingg vier Milliarden Franken für die noch lebenden 10'000 einstigen Verdingkinder. «Wer den Schaden anrichtet, muss ihn auch wieder gut machen», so Zingg. Rasch soll Geld fliessen, sagt Vereinspräsident Zwahlen. «Zahlungen müssen erfolgen, so lange die Opfer noch leben.»

      Bauernpräsident schiebt Verantwortung auf Behörden

      Vorerst nichts von Zahlungen wissen will Markus Ritter, der neue Präsident des Schweizerischen Bauernverbandes. «Weil wir für die Beurteilung nicht über die nötigen Grundlagen verfügen», sagt CVP-Nationalrat Ritter im «SonntagsBlick». Weder sei bekannt, «wie viele Verdingkinder in der Landwirtschaft platziert wurden noch in wie vielen Fällen von Seiten der Bauernfamilien unrechtes Verhalten oder unrechter wirtschaftlicher Gewinn im Spiel war.»

      Die Verantwortung schiebt er weiter. «Verdingkinder wurden ja von den Behörden platziert und zwar nicht nur in der Landwirtschaft, sondern auch in anderen Gewerbebetrieben und sonstigen Familien», so Ritter.

      (rub)

      Erstellt: 05.05.2015, 09:25 Uhr

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      Heimkinder appellieren an VATER STAAT und MUTTER KIRCHE Sühne zu tun:
      Ein Denkmal in Musik gesetzt

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      ehemalige Schweizer Heimkinder wollen sich nicht über den "Runden Tisch" ziehen lassen --- sie wollen auch dort die Kirchen und den Staat in die Pflicht nehmen.

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      ERSTENS

      Katholische „Heime“ und „Waisenhäuser“ in der Schweiz.

      Die katholischenHeimeundWaisenhäuserin der Schweiz waren damals vorwiegend unter den folgenden Beschreibungen bekannt:

      Erziehungsanstalt für katholische Mädchen

      Erziehungsanstalt für katholische Knaben

      katholische Erziehungsanstalt für stumpfsinnige Kinder

      Wie viele einer bestimmten Sorte es jeweils zu einem bestimmten Zeitpunkt in der Schweiz gab, wie sie jeweilig damals alle benannt waren, und wo in der Schweiz sie sich damals alle befanden, habe ich persönlich bisher noch nicht feststellen können.

      Mann kann vielleicht aber auch hier mal versuchen und dieses E-Book erwerben: »Das Kinderheim-Verzeichnis Schweiz« @
      https://www.neobooks.com/ebooks/eva-siebenherz-das-kinderheim-verzeichnis-schweiz-ebook-neobooks-41444 .

      Andernfalls, vielleicht reicht einem auch erst einmal dieses Beispiel, denn auch hier wird über diese katholischenHeimeundWaisenhäuser“ berichtet:
      »Kloster entschuldigt sich für Übergriffe« (5. Mai 2014, 12:49 Uhr) @
      http://www.20min.ch/schweiz/ostschweiz/story/Kloster-Fischingen-gibt--bergriffe-auf-Kinder-zu-19418202


      Siehe hierzu auch »Jedem Kinderheim seinen Kindsmissbrauch: Das Folterkloster Fischingen nimmt Stellung« (umschrieben von Von Benjamin von Wyl am 6. Mai 2014) @ http://www.vice.com/alps/read/jedem-kinderheim-seinen-kindsmissbrauch-das-kloster-fischingen-seine-vergangenheit


      ZWEITENS

      Eine diesbezügliche Veröffentlichung der Katholischen Kirche in der Schweiz:


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      Markus Ries, Valentin Beck (Hg.)

      Hinter Mauern
      Fürsorge und Gewalt in kirchlich geführten Erziehungsanstalten im Kanton Luzern


      ISBN: 978-3-290-20088-6

      Markus Ries, Valentin Beck (Hg.)

      Hinter Mauern

      Theologischer Verlag Zürich
      Markus Ries, Valentin Beck (Hg.)


      Hinter Mauern
      Fürsorge und Gewalt in kirchlich geführten Erziehungsanstalten im Kanton Luzern

      Die Deutsche Bibliothek – Bibliografische Einheitsaufnahme
      Die Deutsche Bibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://www.dnb.de abrufbar.

      Umschlaggestaltung: Simone Ackermann, Zürich
      Druck: ROSCH-BUCH GmbH, Scheßlitz
      ISBN: 978-3-290-20088-6
      © 2013 Theologischer Verlag Zürich

      http://www.edition-nzn.ch

      Alle Rechte vorbehalten

      Wir danken den folgenden Personen und Institutionen für die Unterstützung zur Erstellung der Studie:
      Dr. Dr. Felix Gmür, Bischof von Basel, Solothurn
      Katholische Landeskirche des Kantons Thurgau
      Katholische Kirche im Kanton Zürich
      Katholischer Konfessionsteil des Kantons St. Gallen
      Katholische Kirche Stadt Luzern
      Römisch-Katholische Zentralkonferenz der Schweiz (RKZ)
      SWISSLOS Lotteriefonds Kanton Luzern
      Vereinigung der Katholischen Kirchgemeinden des Kantons Zug (VKKZ)

      Geleitwort der Auftraggeber

      Als die katholische Kirche im Kanton Luzern die Studie Hinter Mauern in Auftrag gab, wussten wir, dass es in Heimen im Kanton Luzern zu Gewalt und Übergriffen gekommen war. Die Ergebnisse zeigen nun auf, dass dies in weit höherem Mass geschah, als wir uns vorgestellt hatten. Dokumentiert sind mehrfache sexuelle Übergriffe in einigen und ein sehr häufiges Fehlverhalten im Bereich der Strafe in allen untersuchten Heimen. Diese Tatsachen zur Kenntnis nehmen zu müssen schmerzt. Wir drücken unser tiefes Bedauern über die Missstände aus und wiederholen die Bitte vom November 2008: Wir bitten alle, die Unrecht erlitten haben, stellvertretend um Entschuldigung. Wir werden das in unseren Kräften Stehende tun, damit sich solches nicht wiederholt.

      [ @
      http://www.lukath.ch/dl.php/de/5152cbf2e2a55/130327_buch_hinter-mauern.pdf (6.20 MB – 380 Seiten) ]

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      Siehe auch @ https://ottohostettler.wordpress.com/2010/07/06/gewalt-in-kinderheimen-die-liste-wird-langer/
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      Bisher konnte meinerseits nur die damalige Existenz der folgenden evangelischenErziehungsanstalten“ / „Arbeitszwangsanstalten“ / „geschlossenen Fürsorgeanstaltenin der deutschsprachigen Schweiz festgestellt werden:

      Abtwil, Evangelische Erziehungsanstalt Langhald

      Brütten, evangelische Erziehungsanstalt Sonnenbühl

      Rorbas, evangelische Erziehungsanstalt auf dem Freienstein

      Auch kleinere religiöse Gemeinschaften, so etwa die Heilsarmee, gründeten und betreiben zahlreiche Kinderheime

      Verschiedene schweizer „Heimeder »evangelischen Stiftung „Gott hilft“«.

      QUELLE: »Zur Geschichte fremdplatzierter Kinder in der Schweiz(Synthese deutschsprachige Schweiz)« @
      http://www.thata.ch/rapportofes2004teilethomashuonker.html

      WEITERE QUELLE: »Heimerziehung in der Schweiz« @ https://de.wikipedia.org/wiki/Heimerziehung_in_der_Schweiz

      UND NOCH EINE QUELLE: http://www.srf.ch/kultur/gesellschaft-religion/gewalt-gegen-kinder-gab-es-auch-in-evangelischen-heimen

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      Damalige staatlicheHeimeundWaisenhäuserin der Schweiz … (?)

      ERSTENS

      Offizielle Veröffentlichung


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      Schweizerische Eidgenossenschaft
      Confédération Suisse
      Confederazione Svizzera
      Confederazium swizra
      Eidgenossisches Justiz- und Polizeidepartement EJPD
      Bundesamt für Justiz

      Bestandaufnahme der bestehenden Forschungsprojekte in Sachen Verding- und HeimkinderBericht zuhanden des Bundesamts für Justiz EJPD (Basel, 2. April 2013) @
      http://www.fuersorgerischezwangsmassnahmen.ch/pdf/Bericht_Lengwiler_de.pdf (insgesamt 67 Seiten)

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      ZWEITENS

      Und irgenwo in diesbezüglichen Fachveröffentlichungen von Sabine Jenze – möglicherweise in ihrem Werk »Die "Dirne", der Bürger und der Saat. Private Erziehungsheime für junge Frauen und die Anfänge des Sozialstaates in der Deutschschweiz, 1870er bis 1940er Jahre« – kommt auch folgender Satz vor:
      So entstanden in der deutschsprachigen Schweiz in meinem Untersuchungszeitraum
      lediglich vier staatliche Heime spezifisch für nachschulpflichtige weibliche [Zöglinge]“
      Wie lange solche „
      staatlichen schweizer Heime “ bestanden, ist jedoch momentan nicht mit Gewissheit festzustellen.

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      Heimkinder appellieren an VATER STAAT und MUTTER KIRCHE Sühne zu tun:
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      Schweizer Heimerziehung --- genauso wie in Deutschland.

      Heimerziehung in der Schweiz --- genauso wie in Deutschland und wie in Österreich auch.

      In der Neue Züricher Zeitung @ http://www.nzz.ch/schweiz/politische-literatur/bete-und-arbeite-1.18669351 wird zum Ende des Jahres 2015 wie folgt berichtet:

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      Kinder im Klosterheim

      Bete und arbeite!

      Im Kinderheim des Klosters Fischingen herrschte ein unmenschliches Regime, wie eine neue Studie zeigt. Die Gesellschaft kümmerte sich kaum um das Schicksal von Kindern aus ärmlichen Verhältnissen.

      • von Urs Hafner
      • 29.12.2015, 05:30 Uhr

      Öffentlicher Druck war der Auslöser. Weil sich in den Medien ehemalige Heimkinder zu Wort meldeten und berichteten, sie seien sexuell missbraucht worden, beschloss der Verein Kloster Fischingen, die Geschichte der Anstalt von Historikern aufarbeiten zu lassen. Von 1879 bis 1978 war im Thurgauer Kloster das von Geistlichen geführte Kinderheim St. Iddazell untergebracht. Es diente als Waisenhaus und Erziehungsheim. Heute besteht ausserhalb der Mauern das Sonderschulheim Chilberg weiter. Im Kloster wohnen wieder Benediktiner.

      Opfer von Gewalt

      Das schön gestaltete Buch der Beratungsstelle für Landesgeschichte bestätigt wenig überraschend die Vermutung, dass es in der abgelegenen Anlage St. Iddazell – wie in vielen anderen Kinderheimen – kalt war, und zwar auch im Sommer. Die überwiegend aus ärmlichen Verhältnissen stammenden Kinder und Jugendlichen, die von Vormündern, Armenpflegen, Waisenämtern und auf Antrag ihrer Eltern interniert wurden, verbrachten die Tage mit Arbeiten, Beten, Schweigen und dem Erdulden von Strafen. Sie lebten in bitterer Armut.

      Die von den Behörden mangelhaft überwachte, strikt hierarchisch geführte und bestens in das katholische Netzwerk eingebettete Anstalt – damals eine der grössten der Schweiz – war auf Spenden und die Erzeugnisse des von den Kindern bebauten Gartens angewiesen. Sie wurden Opfer sexueller, physischer und seelischer Gewalt, die das Personal ausübte, die Menzinger Schwestern, Lehrer und geistlichen Leiter. An diesem düsteren Gesamtbild ändern auch die positiven Erinnerungen nicht, auf welche die Historikerinnen und Historiker, die sich auf Interviews mit ehemaligen Zöglingen und Erziehern und schriftliche Quellen stützen, gestossen sind.

      Jeder kämpfte gegen jeden

      Die sorgfältig und überlegt vorgehenden Autoren betonen, dass sich widersprechende Erinnerungen nicht «falsch» sein müssen. Erinnerung ist immer selektiv und durch die Gegenwart geprägt. Zudem wurden manche Insassen privilegiert, und das chronisch überforderte Personal zeigte oft zwei Gesichter: Sadistische Exzesse wurden überraschend durch überschwängliche Sympathiebekundungen abgelöst.

      Die Autoren schwingen sich nicht zu Richtern auf. Sie entwerfen ein differenziertes, den damaligen Mentalitäten Rechnung tragendes Gesamtbild, das vor allem mit der Schilderung des Alltags der Kinder und der unheilvollen inneren Dynamik der «totalen Institution» überzeugt. Man gewinnt den Eindruck, dass oft jeder gegen jeden kämpfte, auch unter den Kindern. Weiterer Erforschung bedürfen die Hinweise, dass das Heim in Zusammenarbeit mit der Psychiatrischen Klinik Münsterlingen Zöglinge für Medikamentenversuche missbrauchte.

      Nur einen Mangel weist die weitgehend klar formulierte Studie auf: die Darstellung. Zu kleinteilig ist das Inhaltsverzeichnis, zu offensichtlich hat man, der Vorgabe des Untersuchungsberichts gehorchend, einzelne Punkte abgearbeitet und Ergebnisse aufgelistet, die nur für den Auftraggeber von Interesse sind. Es wäre erfreulich, wenn die zu erwartenden weiteren derartigen Studien (etwa der Unabhängigen Expertenkommission Administrative Versorgungen) historiografisch ansprechendere Lösungen fänden.

      Sabine Jenzer, Thomas Meier et al.: Kinder im Klosterheim. Die Anstalt St. Iddazell Fischingen 1879–1978 Verlag des Historischen Vereins des Kantons Thurgau, Frauenfeld 2015. 244 S., Fr. 48.–.

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      QUELLE: Neue Züricher Zeitung @ http://www.nzz.ch/schweiz/politische-literatur/bete-und-arbeite-1.18669351
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      Ein Verdingkind aus der Schweiz

      Vico Torriani (* 21. September 1920 in Genf als Ludovico Oxens Torriani;
      † 25. Februar 1998 in Agno)
      war ein Schweizer Schlagersänger, Schauspieler, Showmaster und Kochbuchautor.


      Wie erst 2017 bekannt wurde, lebte Vico Torriani gemäss amtlichen
      Unterlagen zwischen 1929 und 1933 zusammen mit seiner Schwester Sonia
      als Verdingkind auf einem Bauernhof in Oberrüti.
      Über die schwierigen Jahre seiner
      Kindheit sprach er weder mit seiner Frau noch mit seinen Kindern.
      Dies mag auch der Grund dafür sein, dass Vico Torriani sämtliche Anfragen für
      eine Biografie abblockte.

      Quelle: de.wikipedia.org/wiki/Vico_Torriani


      Dunkles Kapitel der Schweiz
      Verdingkinder gab es von circa 1850 bis in die 1970er-Jahre.
      Nach Schätzungen wurden weit über 100 000 Kinder armer Eltern an Bauernfamilien
      gegen Kostgeld abgeschoben.
      Reto Brand, Leiter des «Fachbereiches fürsorgerische
      Zwangsmassnahmen vor 1981» vom Bundesamt für Justiz:
      «Dass jemand die teils grässlichen Umstände als Verdingkind verdrängt,
      ist nicht ungewöhnlich.
      Die körperlichen und seelischen Verletzungen waren teils
      derart gravierend, dass die Betroffenen ihr Leben lang traumatisiert
      waren und ihre Geschichten und Erlebnisse wie einen Fremdkörper in ihrem
      Inneren einkapselten.»





      Vico Torriani (†)Seine traurigen Jahre als Verdingbub
      Er nahm das dunkle Geheimnis mit ins Grab.
      Der weltbekannte Entertainer
      betörte einst mit seiner Stimme die Menschen, machte sie glücklich.
      Dabei waren seine Jugendjahre eine einzige Tragödie. Er wurde als
      Verdingbub in den Aargau geschickt und erlebte Schlimmes.

      8. März 2017
      Von: H. Elias Fröhlich
      Foto: RDB / ZVG Thema: Vico Torriani

      Es ist ein typisches Klassenfoto aus dem 1930er-Jahren. Die Mädchen tragen
      Schürzen, die Buben sitzen diszipliniert in den Schulbänken. Der Bub in
      der ersten Reihe im gestreiften Hemd mit den verschränkten Armen blickt
      neckisch lächelnd in die Kamera. Dessen Schwester im gestreiften Hemd
      mit dem Stift trägt keine Schürze. Die
      beiden heissen Torriani, Vico und Sonia. Das Foto der 1. Klasse der
      Bezirksschule Sins AG unter Lehrer Franz Rohner stammt aus dem Schuljahr
      1932/33. Viktor (Vico) und Sonia Torriani waren damals Verdingkinder,
      untergebracht bei der Witwe von Sigfried Krummenacher auf der
      Liegenschaft Hohensteg in Oberrüti.

      «Das Foto ist authentisch», staunt Vico-Tochter Nicole Kündig Torriani (64)
      ein bisschen schockiert, als die GlücksPost sie mit der Tatsache
      konfrontiert, dass ihr Vater einst Verdingkind war. «Ich glaube, auch
      die Zwillingsschwester meines Vaters in der vorderen Reihe links zu
      erkennen.» Falsch; es ist Vicos zwei Jahre jüngere Schwester Sonia.
      Vicos Tochter: «Nach meinen Angaben hat mein Vater die Primarschule am
      Plazza da Scoul in St. Moritz besucht, dann eine Bäckerlehre und eine
      Kochlehre absolviert und als Liftboy im Palace Hotel zusätzlich etwas
      verdient.» An die Verdingkind-Theorie könne sie nicht glauben.
      «Jedenfalls hat mir mein Vater nie etwas davon erzählt.»

      Vielleicht hatte Vico Torriani gute Gründe, das unbekannte Kapitel seines jungen
      Lebens zu verheimlichen. Wie man nicht nur aus dem Film «Der Verdingbub»
      weiss, sondern auch von Tatsachenberichten ehemaliger Verdingkinder:
      Viele hatten es bei ihren Kosteltern nicht gut, wurden ausgenützt,
      geschlagen und auch sexuell missbraucht. Dass Vico Torriani dieses
      dunkle Geheimnis seiner Kindheit vielleicht lieber mit ins Grab nahm und
      nicht einmal seine Familie einweihte – wer kann es ihm verdenken.
      Vielleicht gibt es deshalb auch kein Buch über sein Leben. Anfragen,
      seine Biografie zu schreiben, blockte er immer gleich ab.

      Trotzdem
      erzählte er einst, dass er sicher kein Wunschkind gewesen sei. Sein
      Vater war Stallbursche, die Mutter Zimmermädchen und bei der Geburt der
      Zwillinge Vico und Claire in Genf 19 Jahre jung. Dass da die
      finanziellen Möglichkeiten beschränkt waren, versteht sich. Also gab man
      die Kinder als Kostkinder, wie man die Verdingkinder damals nannte, zu
      Pflegefamilien, die dafür Geld erhielten.

      Eine aktenkundige Station war das «Kinderheim Nazareth» in Kronbühl SG, wo
      Vico Torriani vom 17. Mai bis 9. September 1929 zusammen mit seiner
      Zwillingsschwester Claire einquartiert war. Im September verliess Claire
      Kronbühl und zog zum Vater nach St. Moritz. Anschliessend wurden die
      Geschwister Vico und Sonia nach Oberrüti AG verdingt, was in der
      Gemeindeverwaltung registriert ist. In den Büchern verzeichnet sind
      sogar die Schulleistungen des jungen Vico in der 3. Primarklasse:
      «Fleiss: 1, Leistungen: 2, Betragen: 1–2», heisst es. Der gute Schüler
      Vico schaffte es bis in die Oberstufe der Bezirksschule Sins. Dort trat
      er laut der Gemeinde-Akten am 23. März 1933 aus und zog zu seinem Vater
      nach St. Moritz. «An die Zeit in Sins kann ich mich überhaupt nicht mehr
      erinnern», behauptete er später. «Ich weiss nur noch, dass der Schulweg
      nach Oberrüti immer sehr lang war und ich es nicht wagte, ein Auto
      anzuhalten. Mein verrostetes Fahrrad war meistens kaputt, und ich musste
      zu Fuss gehen.»

      Ein Zeitzeuge
      erinnert sich gut an Vico Torriani und dessen Jahre in Oberrüti.
      «Er kam 1929 hierher. Sein Vater war damals in Luzern Stadtrosspfleger,
      Mutter Claire Werbefrau für Steinfels Seifen. Die Witwe Krummenacher war
      eine Marktfrau, die in Luzern ihr selbst gezogenes Gemüse verkaufte.»
      Da sie den ganzen Tag weg war, blieben die Kinder alleine in Oberrüti
      zurück . «Weil es zu Hause nichts gab, mussten sie für ihr Essen in der
      Nachbarschaft betteln gehen.» Sie seien von der Witwe nicht geschlagen
      worden. «Aber von einigen Mitschülern und den Dorfrüpeln wurden sie
      geplagt und ausgegrenzt.»


      Quelle: glueckspost.ch/leute/vico-torr…-als-verdingbub-gequaelt/


      So wurde er als Verdingbub gequält
      Niemand sollte von seinen Leidensjahren erfahren. Vergangene Woche
      berichtete die GlücksPost über die traurige Jugend des Stars und sein
      eisernes Schweigen. Nun redet ein Zeitzeuge.


      15. März 2017
      Von: H. Elias Fröhlich
      Foto: RDB / Alberto Venzago Thema: Vico Torriani

      Franz Stöckli (87) aus Oberrüti im Kanton Aargau ist als Bauernbub auf dem
      Grundstück unterhalb des Hauses Krummenacher im Freiamt aufgewachsen.
      Dort, wo Vico Torriani und seine Schwester Sonia seit September 1929 als
      Verdingkinder lebten.

      Die Witwe Krummenacher hatte die Kinder aufgenommen,
      damit sie für diese Kostgeld bekam.
      Denn sie hatte selber nichts. Das wenige Geld, das sie
      auf dem Luzerner Markt mit ihrem Gemüse verdiente, war zu wenig zum
      Leben und zu viel zum Sterben. Oft kam es vor, dass die zwei Kinder bei
      den Nachbarn um Essen betteln mussten, um ihre hungrigen Mägen zu
      füllen, weil es zu Hause schlicht nichts gab für sie.

      «Die Kinder wuchsen asozial auf», weiss Franz Stöckli. «Dass Vico Koch und
      Bäcker gelernt haben soll, wie er es seiner Familie erzählte, stimmt
      nicht. Aber er war ein aufgeweckter Cheib.» Ein vifer, sprachgewandter
      Junge sei er gewesen und seinen Kollegen in fast allem voraus und
      überlegen. «Vico lernte Handorgel spielen und trat damit in den
      Restaurants auf. Schon damals war er ein Charmeur, der mit seiner Art
      den Menschen an den Tischen Trinkgeld abluchste. Deshalb hatte er immer
      etwas Geld im Sack.» Franz Stöckli erinnert sich, als er ein kleiner Bub
      war, dass Vico an der Fasnacht jeweils auf dem Sodbrunnen des Dorfes
      sass und die Oberütener mit seiner Handorgel unterhielt. Das reizte die
      eingesessene Dorfjugend im Freiamt. Für sie war er nur das Verdingkind,
      ein «fremder Fötzel». Erst recht hassten sie, dass sie von diesem
      Aussenseiter ausgespielt wurden.

      Eines Mittwochnachmittags, man hatte schulfrei und musste um 14 Uhr zum
      Religionsunterricht, schlugen die Bauernrüpel zu. «Es schlug zwei»,
      erzählt Franz Stöckli. «Der Pfarrer bemerkte, dass einer fehlte: Vico.
      Er fragte, wo dieser denn sei. Stille! Da lachte der Anführer: ‹Der
      hängt draussen.› Dessen Kollegen in der Kirche johlten und grölten. Der
      Pfarrer schaute nach. Und da draussen hing tatsächlich Vico, an den
      Füssen aufgehängt, am Reck. Es war pure Eifersucht, weil er talentierter
      und charmanter war als die männliche Dorfjugend.»

      Am
      23. März 1933 musste Vico Oberrüti verlassen. Schwester Sonia kam zu
      Verwandten nach Zürich. «Begleitet von einem Mitglied der Gemeinde
      Oberrüti, reiste er zu seinem Vater, der zu dieser Zeit als
      Pferdepfleger, Reit- und Skilehrer in Davos stationiert war», erinnert
      sich Franz Stöckli. «Und weil er Vico nicht bei sich behalten konnte,
      schickte ihn der Vater, der ein grosses
      Alkoholproblem hatte, als Abwaschbueb – heute nennt man das Casserolier
      – in ein Hotel nach Lausanne.» In der Hotelküche merkten die Köche
      bald, dass der Handlanger viel Talent fürs Kochen hatte. Deshalb durfte
      er in der Küche mithelfen und manchmal auch mitkochen, wenn er seine
      andere Arbeit erledigt hatte.

      In der Zwischenzeit sah Franz Stöckli Vico einmal in Arosa. Seine
      Erinnerung daran: «Von seinem traurigen Aufwachsen mit Hunger und
      Ausgrenzung trug er schon früher schwarze Augenränder und hatte
      Tuberkulose bekommen. Zweimal musste er zur Kur ins Sanatorium. Mit der
      Militärmusik, die ich dirigierte, spielten wir im WK für die TB-Kranken
      ein Ständchen, die im ‹Hotel Altein›, dem Lungensanatorium der Stadt
      Zürich, auf Balkons an der frischen Luft lagen. Einer dieser Kranken im
      dritten Stock war Vico. Wir sprachen aber nicht miteinander.»

      Zurück nach Oberrüti sei Torriani nur einmal gekommen.
      «Er erinnerte sich an die grosse Linde auf dem Dorfplatz,
      die heute leider nicht mehr steht.»
      1955 sagte er eine Klassenzusammenkunft ab mit der Begründung, er
      erinnere sich nicht an die Namen der Mitschüler. Zudem sei er für
      Plattenaufnahmen mit Mantovanis Orchester in London. Jahre später, er
      war längst ein Superstar, gab die Dorfmusik Oberrüti, die Franz Stöckli
      als Dirigent leitete, bei einer Reise ins Tessin in Agno vor Vicos Haus
      ein Ständchen. «Wir wollten ihm Fotos von damals zeigen. Ich läutete an
      der Haustüre. Heraus kam seine Frau Evelyne, die behauptete, er sei
      nicht zu Hause. Wir sollten die Bilder in den Briefkasten legen. Wir
      spürten, dass er doch da war, und sagten uns, wenn er uns schon nicht
      sehen will, dann nehmen wir die Fotos wieder mit zurück.»




      Quelle: glueckspost.ch/leute/vico-torr…-als-verdingbub-gequaelt/


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      Bin heute mehr zufällig beim stöbern im Internet darauf aufmerksam geworden.

      VG Hewago
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      Für die Jugend: - EHRET DAS ALTER, DENN ES IST EURE ZUKUNFT
      Für die Alten: - ACHTET DIE JUGEND, DENN ES WAR EURE VERGANGENHEIT