Fonds-Auszahlungen

      Martini schrieb!
      Und all diejenigen – wer auch immer „diejenigen“ sein mögen und wer auch
      immer auch nur am Rande zu „diesen“ gehören mögen – die von der
      Existenz eines von der »Geschäftsstelle Fonds Heimerziehung«
      herausgegebenen, 54-Seiten umfassenden, »Handbuch über die geltenden
      Verfahrensregelungen« (auf das ich selbst auch erst gestern [Di.
      07.04.2015] während meiner Recherchen gestoßen bin) wußten, hätten uns –
      d.h. ALLE EHEMALIGEN HEIMKINDER IN OST UND WEST – darauf aufmerksam
      machen können, sollen und müssen. – Warum sie das nicht getan haben wird
      mir für immer ein Rätsel bleiben. – Es ist einfach nicht
      nachvollziehbar.

      Dieses Handbuch war nur für die Mitarbeiter der Anlaufstellen erstellt worden damit nicht jede Anlaufstellen schalten und walten konnte wie sie wollte. Das Handbuch war explizit nicht für die Heimkinder.
      Nachdem die Zahlen der gemeldeten ehemaligen Heimkinder feststehen ergibt sich für den Fond West ein Mehrbedarf von 184 Millionen Euro. Damit die laufenden Abmachungen nicht ins Stocken kommen wurden 60 Millionen vorab eingezahlt. Die Auszahlungen von Köln haben im Moment eine Wartezeit von 7 bis 12 Monaten. Die Kirchen haben signalisiert, dass sie bereit sind Ihren Anteil einzuzahlen, knüpfen aber diese Zusage an eine Bedingung, dass ein Gesamtpaket geschnürt werden sollte wo auch Behinderte und Psychiatrie Heimkinder mit entschädigt werden sollten.
      Am 5. Mai treffen sich die Staatssekretäre der Länder um die Aufstockung zu besprechen.
      Warum eigentlich nicht? Warum musste es erst ein Hin und Her geben, ehe die Richtlinien klar und vernünftig formuliert wurden? Dass Martini das Handbuch veröffentlicht hat, finde ich gar nicht mal so schlecht, denn das kommt UNS zugute. Wer sollten wir denn sein, dass wir nicht wissen sollen und dürfen, wie sich die Abläufe im Hintergrund des Fonds gestalten? Schließlich waren es ehemalige Heimkinder, die die Petition eingereicht haben, die zu dem Heimkinderfonds geführt hat. Diese ganze Geheimniskrämerei schafft doch nur Misstrauen - was soll denn der Unsinn? Wir sind erwachsene Menschen.

      Ist ja auch mal schön, dass sich dann auch die Kirchen zu Wort melden - und sogar einzahlen wollen - Wahnsinn!. Wenn sie nun auch eine Lösung für die schwerbehinderten Menschen fordern, sollte die Kirchenzahlung auch mal entsprechend hoch ausfallen. Wenn nicht, sollten die ihren Mund mal nicht so weit aufreißen.
      Tapferkeit ist das Vermögen und der überlegte Vorsatz,
      einem starken, aber ungerechten Gegner Widerstand zu leisten.
      (Immanuel Kant)
      Die Errichtung des Fonds musste schnell gehen und es waren noch keine Erfahrungswerte für diesen Fall vorhanden. Heute wissen auch die Verantwortlichen dass viele Fehler damals passiert sind. Am Anfang dachten die meisten Sozialministerien dass sich nur wenige Heimkinder melden würden und sind dann eines Besseren belehrt worden. Zudem wurden die Mitarbeiter an den Anlaufstelle quasi ins kalte Wasser geworfen worden, denn mit dieser Thematik war keiner aus der Vergangenheit vertraut. Aus heutiger Sicht würde man sicher anders verfahren. Im übrigen kann man die Verfahrensregelungen auch bei den Anlaufstellen mitnehmen weil sie teilweise überholt sind. Es ist also nicht mehr so wie Martini schreibt. Dass er diese ins Internet stellt nützt meiner Meinung nach zu dieser Zeit niemand mehr.

      typotypen wrote:

      Es ist also nicht mehr so wie Martini schreibt. Dass er diese ins Internet stellt nützt meiner Meinung nach zu dieser Zeit niemand mehr.


      Dabei hatte der Fond noch Glück, das sich, wenn man die Angegebenen Zahlen der Heimkinder insgesamt Betrachtet, sich doch nur ein Prozentteil Gemeldet hat.

      Auch wenn diese Vorschriften an einigen Stellen wohl Überholt und Umgearbeitet sind, werden mit Sicherheit aber noch Absätze darin enthalten sein, die immer noch Gültigkeit haben. Ich finde es jedenfalls von Martini sehr gut, das er seine Freizeit Opfert und uns doch sehr gut Unterrichtet hält. Im übrigen sind deine Beiträge auch sehr gut und auch verständlich :thumbsup:
      Es ist schon Erstaunlich, wie der Mensch an sein Leben hängt, obwohl er es so hasst
      Na Alter dann kann ich ja nur hoffen, dass Du schlauer bist, wenn Du das Handbuch gelesen hast.

      Ich habe es ausführlich gelesen und bin nicht der Meinung, dass da was steht was ich vorher nicht wußte. Ich bin auch nicht der Meinung, dass jene Ehemaligen die Anträge gestellt haben bzw. alles hinter sich haben nun einen Nachteil hatten, weil das Handbuch nicht zur Verfügung stand.

      Ich bin der Meinung, dass man den Mitarbeitern der Anlaufstelle zugestehen sollte dieses Handbuch zu nutzen und sich selber die Chance geben auch einmal positiv bzw. mit weniger Misstrauen an das Verfahren heranzugehen.

      Ausserdem ist es doch generell so bei Behörden und überhaupt, dass man nicht Einsicht hat in denen ihr Verfahren und ich bin da nicht der Meinung, dass wir nun eine Sonderstellung haben. Das ist genau etwas, dass ich nicht möchte, sondern ich möchte behandelt werden, wie alle anderen Menschen auch und ich will: NORMALITÄT!

      typotypen wrote:

      Die Errichtung des Fonds musste schnell gehen und es waren noch keine Erfahrungswerte für diesen Fall vorhanden. Heute wissen auch die Verantwortlichen dass viele Fehler damals passiert sind. Am Anfang dachten die meisten Sozialministerien dass sich nur wenige Heimkinder melden würden und sind dann eines Besseren belehrt worden. Zudem wurden die Mitarbeiter an den Anlaufstelle quasi ins kalte Wasser geworfen worden, denn mit dieser Thematik war keiner aus der Vergangenheit vertraut. Aus heutiger Sicht würde man sicher anders verfahren. Im übrigen kann man die Verfahrensregelungen auch bei den Anlaufstellen mitnehmen weil sie teilweise überholt sind. Es ist also nicht mehr so wie Martini schreibt. Dass er diese ins Internet stellt nützt meiner Meinung nach zu dieser Zeit niemand mehr.


      Da wäre ich etwas vorsichtiger, denn ich wage heute mal die Prognose, dass in etwa 50 Jahren erneut ein solcher Fonds aufgelegt werden muss, denn mit dem OEG kann man sich auf gut deutsch "den Hintern abwischen". Glaubt wirklich jemand, dass es den Heimkindern heute sooo viel besser geht? Dann darf ich mal an die Haasenburg erinnern - verzweifelte Jugendliche, die Hilfe gesucht haben, gewalttätige, brutale Erziehungsmethoden, Behörden die den Kindern nicht geglaubt haben. Es musste erst ein Mädchen STERBEN. Und warum musste sie sterben? Weil sich mehrere Erwachsene dahingehend gegen ein Kind durchgesetzt um ihr so einen bescheuerten Helm aufzuzwingen, den sie nicht tragen wollte.

      Noch ein Beispiel? Gerne. Gegen einen Kindergarten läuft zur Zeit eine Anzeige, weil eine Erzieherin ein Kind bei winterlichen Temperaturen ohne Jacke zum Zwecke der Erziehung ausgesperrt hat. Noch Fragen?

      Aus meiner Sicht war es auch nicht so, dass der Fonds schnell errichtet werden musste. Vier Jahre vor dessen Arbeitsaufnahme war die Heimkindszene bereits aktiv. Ich denke ehr, dass es an der Augenhöhe lag, mit der man sich begegnet ist. Es war kein Glück, dass sich nur ein Prozentsatz der Heimkinder gemeldet hat. Glaubst du wirklich, die wissen nicht, wo jeder einzelne von uns war? Auch hier ist ganz klar auf Unwissenheit abgezielt worden und das ist gemein.

      Sollte tatsächlich noch einmal ein Fonds aufgelegt werden müssen, werden wir wohl nicht mehr erleben, ob man aus den heutigen Fehlern gelernt hat. Ich denke mal - nein, denn die auch heute schon angewandte Methode (Unwissenheit) hat sich bestens bewährt.
      Tapferkeit ist das Vermögen und der überlegte Vorsatz,
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      (Immanuel Kant)
      Ein Heim ist ein Ort, der sicherlich und grundsätzlich nicht unbedingt für Kinder/Jugendliche sinnvoll ist. Allerdings sollte man schon kritisch hinterfragen, wieso noch heute Kinder in Heimen aufwachsen müssen, da sind doch wohl die Eltern gefragt oder etwa nicht?

      Von der Haasenburg nun zu verallgemeinern halte ich für sehr unsachlich und macht nun wirklich keinen Sinn und eine Vergleichbarkeit zu unserer Zeit macht ebenso keinen Sinn.
      Burghard
      Ihr sprecht Beide etwas entscheidendes an.
      Lustig, erst letzten Freitag habe ich mit meinem Psychiater das besprochen, da mir mal wieder aufgefallen ist, dass unsere Familie nicht die einzige ist, bei der schon min. ein Elternteil im Heim war.
      Ich weiß von mir selbst, dass es sehr schwer ist und teilweise sogar unmöglich, die eigenen Kinder in andere Bahnen zu lenken als die eigenen.
      Man gibt vieles unbewusst weiter. Ein Beispiel : ich hab meinen Sohn verhätschelt und geliebt.
      Als er dann so etwa 5 wurde, ging es los, dass er sich nicht mehr drücken/knuddeln lassen wollte. Das war der Beginn des "Kampfes, den ich verloren habe. Warum?
      Es ging bei uns in unserer Kindheit ja auch in etwa da los, wo uns eben jene, die wir liebten, so missbraucht und benutzt haben.
      Heute weiß ich, dass ich diesen unkontrollierbaren Schuzinstinkt an meinen Sohn vererbt habe.

      Was will ich damit sagen?
      Ich bin wie kliv der Meinung, dass solche Klagen wie der heutige FOND sicher auch in 50 Jahren noch aktuell ist. Gleiches meint auch mein Therapeut, der viele Jahre Jugendliche Heimkinder betreut hat.
      Jeden Tag passiert ungerechtes und so wird es immer bleiben.
      :gkr:

      Sei du selbst! Alle anderen Rollen sind schon besetzt.

      mein Beitrag fürs Forum
      Nun Uschi da haben wir etwas gemeinsames, in meiner Familie waren auch so Einige im Heim auch meine Mutter. Es darf auch nicht übersehen werden, dass heute wie Damals Kinder Gewalt im Elternhaus erlebt haben. Sicherlich gab es früher sehr viel andere Gründe, da war das Jugendamt schnell damit Kinder ins Heim zu stecken, aber ich bin schon der Meinung man sollte genau hinschauen, so auch bei Eltern.

      Wenn Dein Psychiater Ahnung hat dann frage ihn doch einmal, ob man die heutige Heime so verallgemeinern darf, dass dort so viel Gewalt...also jene unheilvolle Pädagogik herrscht...wie sie früher bei uns geherrscht hat. In unserer Zeit kann man durchaus behaupten, dass die Mehrheit der Heime jene Gewaltstätten waren, die ja letztlich dazu geführt haben, dass eine Aufarbeitung stattgefunden hat. Man kann sich darüber streiten, ob diese Form der Aufarbeitung in allen Facetten gelungen ist, aber darum geht es mir im Moment nicht. Ich habe nur etwas dagegen, wenn Einzelfälle heute verallgemeinert werden, denn ganz sicher ist es heute nicht mehr möglich Heime so zu führen, wie es in unserer Zeit der Fall war.

      Natürlich sind Kinder/Jugendliche nicht unbedingt zufrieden in einem Heim zu sein, keine Frage Jeder wünscht sich doch ein gutes Elternhaus und braucht es auch, aber ich bin ganz sicher nicht der Meinung, dass später einmal ein neuer Fonds gegründet wird. Heute wird nichts mehr im Verborgenen geschehen und deshalb kann auch eher reagiert werden.

      Ich finde man sollte da schon differenzieren, denn Ungerechtigkeit gibt es schon, aber ich finde es auch ungerecht die heutigen Heime im Kontext unserer Heime zu sehen und damit die heutigen Pädagogen in der Ecke der schwarzen Pädagogik bringen zu wollen. Da kommt man für sich persönlich auch nicht weiter, wenn man seine eigenen Erfahrungen immer der Gegenwart auf diktiert. Man sollte auch offen sein für positive Erfahrungen, weniger misstrauisch sein, was noch lange nicht bedeutet naiv durch die Welt zu spazieren.
      Ja, dahingehend gibt es schon Veränderungen. die großen Gruppen z.B. gibt es nicht mehr, heute bevorzugt man wenn möglich Wohngruppen, so dass kein Kind mehr "unter" geht.
      Aber der "Kampf" untereinander ist doch nach wie vor wie früher. Nicht immer können die Erzieher bei Fuß stehen.

      Wie mir scheint, wird auch öfter Therapie angeboten als früher durch Außenstehende , und das finde ich entscheidend. Gibt es das aber auch flächendeckend?
      :gkr:

      Sei du selbst! Alle anderen Rollen sind schon besetzt.

      mein Beitrag fürs Forum

      burkhard1 wrote:

      Na Alter dann kann ich ja nur hoffen, dass Du schlauer bist, wenn Du das Handbuch gelesen hast.

      Burkhard: Ich Glaube nicht, das ich da irgendwie einmal "Finger" in dieses Handbuch bekomme :( .
      Das es für Dich wohl weniger Interessant ist, liegt aber wohl auch daran, das Du ja "Vorbelastet" bist, und somit weit mehr "Durchblick" hast wie wir :thumbsup:
      Es ist schon Erstaunlich, wie der Mensch an sein Leben hängt, obwohl er es so hasst
      das handbuch ist die grundlage der arbeit für die mitarbeiter der anlauf- und beratungsstellen.
      jede verwaltung, behörde arbeitet mit handbüchern und nach bestimmten verwaltungsvorschriften. und diese sind nicht für den kunden gedacht.
      mit welcher begründung sollte für uns eine andere regelung gelten?
      Man muss die Welt nicht verstehen, man muss sich darin zurecht finden.

      (Albert Einstein)

      der alte wrote:

      Ich Glaube nicht, das ich da irgendwie einmal "Finger" in dieses Handbuch bekomme


      Du brauchst auch keine Finger in das Buch bekommen.
      Wenn Du mit der Computermaus scrollen kannst, und aufmerksam -also etwas entschleunigt
      *- durchs Netz stiefelst, findest Du das Handbuch und kannst Dich so vorbelastet schlau machen, wie burkhard1 es nach Deiner Meinung ist.

      * ich bau Dir freundlicherweise mal nen Haltepunkt ein:
      Guggst Du:

      http://www.veh-ev.eu/home/vehevinf/public_html/wp-content/uploads/2015/04
      /handbuch_heimkinderhilfsfonds_ost_-und-west-2014.pdf


      Ich glaube den Link hatte Martini ins Forum gestellt. Möchte ich nur erwähnen, nicht das es heißt ich schmücke mich mit fremden Federn.
      Für Infos & zur Anmeldung klick: Heimtreffen SKH M.-A.-Nexö Bräunsdorf/bei Freiberg

      29. - 31. Mai 2015