Fonds-Auszahlungen

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      Nein, ich finde keinen Grund dafür. Wenn ich das richtig verstanden habe, gibts sowas ja nur für nachweislich durch den Heimaufenthalt geistig oder/und körperlich schwer Geschädigte. Mich hat nur immer sehr belastet, dass meine Eltern mich dort rein gesteckt haben, die Prügel die ich schon als Kleinkind zu Unrecht mit einem Feuerhaken, Kleiderbügel usw. bezogen habe interessier(t)en ja auch keinen, obwohl die Nachbarn und später die Schule meine aufgeplatzte Haut an den Oberschenkeln alle gesehen haben. Da ich nach langen Jahren Heimaufenthalt in einem der strengsten Heime Deutschlands (West) im Arrest durchgedreht bin und einen Erzieher niedergeschlagen habe (den Fiesesten) bin ich direkt vom Heim in den Jugendknast gegangen (1 Jahr Strafe als Erste Verfehlung überhaupt, m. E. weil das Heim ein uraltes, sehr negatives Psycho-Gutachten vorgelegt hat (es gab ein 3 Jahre Jüngeres, von einem Fachinstitut welches ganz anders aussah (Pubertätsprobleme), die Vorlage vor Gericht wurde vom Heim verweigert). Damals war der Knast auch kein Zuckerschlecken, aber wenigstens wurde man dort nicht gequält. Dort habe ich natürlich auch wieder arbeiten müssen, dafür gibts keine Unterlagen mehr (laut Knast vernichtet), das habe ich versucht darin unterzubringen weil das ja eine direkte Folge war. Passt aber nicht rein. Arschkarte gezogen.
      Darüber zu diskutieren bringt nichts, aber evtl. hat jemand ja einen Tip wie man die Daten anderweitig bekommt. Es ist in meinen Augen für viele die gleiche Situation, Jugendliche mußten im Knast im Accord arbeiten und kriegen praktisch nichts dafür (bezogen auf die Rente). Auch damals wurde oft verurteilt um die Leute von der Strasse zu kriegen. Ist auch noch ne offene Baustelle des "Sozialstaates".

      @Kongo. Das große Bild in Deiner Antwort sieht so aus wie ich mich fühle. Das "Gehacke" ums Geld hat viele alte und verdrängte Wunden wieder aufgerissen.

      aEgon. Du kannst als ehemaliger Heimimsasse nat. besonders stolz darauf sein etwas erreicht zu haben. Das gilt natürlich für alle Anderen denen es so geht auch (ich schließe mich ein, allerdings ist "Erreicht" nicht für jeden das Gleiche (Geld, Gold, Familie, glücklich oder alles zusammen, die Grenzen sind fließend, hast Du denn inzwischen ein paar Millionen?, dann hättest Du für die Anderen in der gleichen Liga was erreicht.) Als Heiminsasse ist das "nicht mit dem Gesetz in Konflikt gekommen" aber keine Leistung. Um das bewerten zu können, muß man den Lebens/Leidensweg kennen. Das könnte man auch als "kuschen" bewerten. Kommt halt immer darauf an. Ich hab nicht gekuscht und trotzdem gehts mir ganz gut. Hatte die letzten 10-20 Jahre Glück, einfach nur Glück das richtige zu tun und Spass zu haben. Damit kam auch ein bisschen Kohle (ich meine nicht die Entschädigung). Ohne GLÜCK im Job, ginge es mir heute sehr schlecht. Das Richtige? zu tun ist nicht immer Leistung, ohne Glück bringt die stärkste Leistung nur Peanuts.

      Dieser Beitrag wurde bereits 4 mal editiert, zuletzt von „Udo“ ()

      Da muss ich egon recht geben,warum darf er denn nicht sagen das er sich bis heute nichts zuschulden kommen lassen hat?Das finde ich gut das er seinen weg gefunden hat,deshalb nicht gleich draufhauen nur weil man einen user nicht mag,kongo wenn du ihn nicht magst dann lass egon doch einfach links liegen.Ich glaube das egon das auch wünscht oder habe ich was falsch verstanden.
      Gegen die todestrafe ( Facebook :blme: :blme:

      In gedenken an meinen verstorbenen Brieffreund Cedric
      Fair Play Liebe grüsse kruemel1 :hipp: :hipp:
      Da müßtest du eher versuchen, eine Reha in Bezug auf das Knasturteil zu bekommen, indem du den Anschlag auf deinen Erzieher als Notwehrhandlung siehst oder als Affekthandlung. Dann ist aber auch nicht der Heimkinderfonds zuständig, weil der eben tatsächlich nur für Schäden zuständig ist, die direkt auf die Heimerziehung zurückzuführen sind.

      Mit den Schäden aus dem Elternhaus ist das immer so und wirds immer so bleiben...wer die erlebt hat, schaut in den Mond. Es sei denn, man käme auf die Idee, die Eltern nachträglich zu verklagen, wegen Körperverletzung. Aber bei denen is meistens eh nix zu holen.

      Das ist aber das, warum ich sage, die Geschichte mit dem Fonds ist so schwierig...weil die Alternativen zur Heimerziehung meistens eher noch schlimmer waren. Ich finde es trotzdem einen Fortschritt, dass eine greifbare Entschädigung symbolisch dafür steht, dass man Kindern nicht schaden darf. Ich finde es einfach deshalb wichtig, weil es ein Signal an Menschen, die mit Kindern zu tun haben, dass sie es nicht mit hilflosen Menschen zu tun haben, sondern dass sie immer damit rechnen müssen, von den Kindern später oder aber von der Gesellschaft zur Rechenschaft gezogen zu werden.

      Das hilft den Ehemaligen vielleicht nur wenig, aber wenigstens den zukünftigen Heimkindern.
      Das ist sicher nicht falsch.
      Aber bei denen is meistens eh nix zu holen.

      Das wäre schon gegangen, aber Körperverletzung verjährt sehr schnell. Als Jugendlicher sieht man vieles anders. Geschlagene Kinder hängen oft am Meisten an den Eltern. (dazu gehöre ich allerdings nicht). Dafür habe ich dann wenigstens nichts geerbt. Das Heim hatte uns total entfremdet. (1 x Besuch in 3 Jahren und mit gebracht hat man mir den gebratenen Oberschenkel meines Kaninchens).

      PS. Mein Gott geht das hier wild zu. Da berichtigt man gerade eine Antwort und schon stehen 2 dahinter. Ich bin in meinem Alter nicht mehr schnell.
      PS.
      dass eine greifbare Entschädigung symbolisch dafür steht, dass man Kindern nicht schaden darf

      Für Symbolik kann man sich nichts kaufen. Das hängt alles mit dem damaligen Zeitgeist zusammen. Wir haben da wohl wieder GLÜCK gehabt, oder glaubst Du wirklich Hitlers Opfer sind alle für Zwangsarbeit entschädigt worden. Es gibt heute noch welche die darum kämpfen.
      Was Deine Knastzeit angeht, könntest Du es beim Gericht versuchen, welches Dich verdonnert hat. Da die Gefängnisse auch regelmäßig Berichte an die Gerichte geschickt haben, könnte da noch was zu finden sein.
      Hallo ihr lieben,ich möchte was Kongo und mich anbelangt hierzu nichts mehr sagen bzw. schreiben. Die Angelegenheit hat sich erledigt und man braucht darüber auch keine Wörter mehr zu verlieren.(Ich hatte meine Meinung geändert, was die Renten-Ausgleichszahlung betrifft und bin auch froh darüber, das ich es gemacht habe,so bin auch ich mit 6000 Euro Entschädigt worden) Wie man auch in anderen Threads lesen kann, bin ich nicht der einzige, der sich um-entschieden hat.


      @Hallo Udo, ich freue mich, das Du nun Deine Entschädigung bekommen hast,(Renten-Ausgleichszahlung) ich habe meine Ansprüche was Renten-Ausgleichszahlung betrifft auch bekommen. Wie Du es schon beschrieben hast,das sehe ich genau so, das man 300 Euro pro Monat Heimaufenthalt bekommt, also mehr was eine Rentenleistung erbracht hätte. Was ich in einem anderen Thread geschrieben habe, zwecks Entschädigung für meinen Aufenthalt in Herford(Jugendstrafe) sollte als scherz verstanden werden.Mit Sicherheit wird keinem eine Entschädigung für einen Kuraufenthalt im Jugendgefängnis erstattet.
      Gruß Egon

      Egon schrieb:

      Mit Sicherheit wird keinem eine Entschädigung für einen Kuraufenthalt im Jugendgefängnis erstattet.



      das ist wohl richtig, Egon.
      Aber, so ein Aufenthalt hat Folgen, kommt auf die Zeit an, die man da verbracht hat. Und da es, wenn auch indirekt, etwas mit der Heimzeit zu tun hat, könnte man da schon einiges ableiten.

      Mandolinchen schrieb:

      das ist wohl richtig, Egon.
      Aber, so ein Aufenthalt hat Folgen, kommt auf die Zeit an, die man da verbracht hat. Und da es, wenn auch indirekt, etwas mit der Heimzeit zu tun hat, könnte man da schon einiges ableiten.
      Hallo Mandolinchen, man könnte es ja versuchen, vielleicht hat Udo Glück und bekommt für seinen Kuraufenthalt auch eine Entschädigung. Bei mir lag es daran, das ich mich mit meinen Bewährungshelfer nicht verstanden habe und er mir somit zu meiner Jugendstrafe verholfen hat. Er war gleichzeitig auch mein Gruppen-Erzieher, was ja schon einiges aussagt.
      Gruß Egon
      Dem stimme ich zu 100% zu. Zusammen mit Heim und Knast war/bin ich in der Entwicklung spürbar einige Jahre zurück geblieben. Allerdings hatte das für mich nicht nur Nachteile, in einer für mich wichtigen Zeit konnte ich Entscheidungen treffen die normalerweise nur Jüngere getroffen hätten und im Knast gabs gute Bücher (eigene, erbettelt oder vom Taschengeld gekauft). Das hat mich, zu meinem Vorteil, ganz schön positiv aus der Masse hervor gehoben. Damit stieg auch der Verdienst entsprechend und damit nat. wieder die Rente. Ohne das, müßte ich Harz 4 beantragen, jetzt gehts gerade so, denn man holt nur sehr schwer auf was man vorher versäumt hat. Fazit: es hat nicht immer alles NUR Nachteile. Man darf das eben nicht pessimistisch sehen.

      könntest Du es beim Gericht versuchen, welches Dich verdonnert hat

      Das könnte ein guter Tip sein. Danke. Ich weiß nur nicht welches Gericht das war. Hab ja jahrelang im Heim keine Freiheit gehabt und bin vom Heim ins Gericht durch die Hintertür verfrachtet worden. Unterlagen, Urteil hab ich nie gesehen. Aber ich hab da so eine Idee. Eine Entschädigung bekomme ich sicher nicht, aber Rentenzeit, kriegt heute jeder Häftling der arbeitet. Das genügt mir schon, denn Accordarbeit ist Accordarbeit, so wie in Benninghausen am Fliessband. Für den Heimaufenthalt gabs ja auch keine Entschädigung, nur für die entgangene Rente und nur für die Zeit in der gearbeitet wurde.

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von „Udo“ ()

      daß es der Dramatik unserer Heimaufenthalte nicht angemessen ist

      Ich kapier nicht wie Du das meinst. Es gibt ja mindestens 2 Auslegungen für den Satz. "Dramatik" könnte ironisch oder erst gemeint sein. Ich bin der Meinung, dass das alles nicht mehr zu ändern ist und jeder das Beste draus machen muß. Beine, Kopf und Arme sind noch dran. KZ`s waren die Heime im Westen ja doch nicht. Für den Osten, obwohl ich schon viele Jahre da wohne, kann ich diesbezüglich natürlich nicht sprechen. Da ich Leute kenne/kannte die mit mir zusammen im gleichen Heim waren, und die heute noch sehnsüchtig und stahlend von der Zeit sprechen obwohl das "Heim" eines der Schlimmsten war (die fühlten sich nach der Entlassung allein gelassen. Nicht zu Unrecht), sieht das wohl jeder wirklich total anders. Selbst wenn im gleichem Heim zu selben Zeit. Da spielen andere Dinge noch eine wichtigere Rolle. Nur wenige sind damals ins Heim gekommen weil das Jugendamt Langeweile hatte. Ich glaube, dass das Elternhaus und das damalige Umfeld die größte Rolle dabei spielt. Auch wenns jetzt verklärt gesehen wird. Ich war vor ca. 35 Jahren, es ging mir ziemlich dreckig, mal bei einer jungen Therapeutin. Die hat mir innerhalb 3 Sitzungen (dann brauchte ich sie nicht mehr) den Kopf gewaschen und mir klar gemacht, dass ich mich viel zu wichtig nehme. Anderen ginge es viel schlechter. Sie hatte nat. Recht. Also bitte nicht weinen (schlechte Kindheit), auch wenns stimmt, und alles dramatisieren. Das macht abhängig aber ändert nichts. Übersteigertes Selbstmitleid ist eine schlimme Krankheit. Nach vorn schauen, hinten ist alles vorbei und erledigt. Das Schöne genauso wie das Schlechte. Vorn spielt die Musik.

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von „Udo“ ()

      hat keine Unterlagen dazu?

      Nein, angeblich alles längst geschreddert. da ich über 40 Jahre sauber bin, wirds mit den Registern auch so eine Sache sein. Da gibts ja Fristen bei denen auch ohne Antrag geschreddert wird, ich weis aber nicht wie weitgehend das in der Praxis wirklich ist. Führungszeugnisse jeglicher Art, auch die für Behörden und mit Sicherheitsrelevanz sind sauber. Dazu kommt, sowas interessiert die Rentenstellen nicht. Aber der Tip mit dem Gericht könnte was bringen. Die Frage ist nur noch wie das damals mit der Arbeit in den JVA`s und der Rente gehandhabt wurde. Ich weis nur sicher, dass das ein paar Jahre später funktionierte. Evtl. lief es ja wie in den Heimen. Eine Riesenaktion wie die mit den Heimkindern kriege ich nicht hin. Zu alt und zu lethargisch für das was dabei bei mir herraus käme. Für die Zeiten mit nachweislicher Arbeit in denen 2 meiner damaligen Arbeitgeber (Steuerflüchtlinge, haben sich nach Israel abgesetzt) zwar die Papiere ausgefüllt aber nichts eingezahlt haben, kriege ich ja auch nix. Mit dem Gericht kriege ich sicher was raus. Braucht halt seine Zeit das zu vervollständigen.

      Udo schrieb:

      Ich kapier nicht wie Du das meinst


      Ich meine das so Udo:
      Viele von uns wurden aus einem Leben rausgerissen in dem
      es Freunde gab und eine vertraute Umgebung in der man
      sich sicher fühlte und beschützt. Jedenfalls war das m e i n
      Leben bevor ich nach Klausheide kam.
      Danach kamen sieben Jahre Arbeit, Prügel, Mißbrauch, Fremdsein,
      Alleinsein. Wenn das nicht dramatisch ist-was dann?

      Ralph

      Udo schrieb:

      Übersteigertes Selbstmitleid ist eine schlimme Krankheit.


      An der ich nicht leide.Trotzdem sind diese sieben Jahre
      ein Teil meines Lebens, ungeplant, unerwünscht.
      Aber es ist ja heute kein Drama mehr, nur ändert das Heute
      nicht die erlebte Angst von Gestern.
      Das ich heute ein glücklicher Mensch bin, ist mein Verdienst
      und nicht das irgendwelcher Erziehungsmaßnahmen und auch nicht
      das Ergebnis von Therapien. Aber ich sagte ja: Schön das Du auch
      auf diese Art abschließen konntest-mehr nicht.

      Ralph
      rausgerissen in dem es Freunde gab und eine vertraute Umgebung in der man sich sicher fühlte und beschützt

      Da fehlt aber was. Natürlich ist bei Einigen was total daneben gegangen. Das gibt es imme und hat was mit Glück und/oder Pech zu tun. Einige beissen halt die Hunde. Nicht zu ändern. Auf und ab im Leben gilt nicht für alle, aber für viele, ist normalität. Wenn man aber mal in andere Länder sieht, und es Dir heute gut geht, dan scheint mir für Dich doch eher alles sehr gut gelaufen zu sein. Aber erzähl doch mal was (ehrlich sonst sinnlos) über die Gründe. Aus der von Dir geschilderten Umgebung wird man doch normalerweise nicht grundlos rausgerissen. Leider merkt man ja als Kind nicht immer dass um einen herum nicht alles in Ordnung ist. Wenn man dann in ein Heim kommt (bei Dir war es ja wohl ein Kinderheim und kein Erziehungsheim, ich schätze das muß man unterscheiden), in dem es wie Sodom und Gomorra zu geht, dann ist das einfach nur ganz fieses Pech. Das trifft viele, sicher geht das mindestens in die Millonen die das trifft. In fast jedem unterentwickeltem Land gibts entsetzlich viele Menschen denen es nach einer viel schlimmeren Kindheit nie gut gehen wird. Jedenfalls nicht so gut wie Dir. Ich kannte mal jemandem dem sind bei einem Selbsmordversuch beide Unterschenkel abgefroren, auf den Protesen lief der damals so gut, dass man das nur beim Treppensteigen merkte. Der hatte dann doch wieder Lebensmut ohne Ende. Weil er in der Reha Leute kennengelernt hatte denen beide Beine komplett und mehr fehlen. "Schlechte Kindheit" wird heutzutage gern für jammern auf sehr hohem Niveau genutzt. Dabei gehts Dir doch laut eigener Aussage sehr gut. Scheint aber nicht zu stimmen, weil Du immer noch über die Zeit haderst. Da kann nur ein Therapeut helfen, Dein "mir gehts gut" klingt überhaupt nicht gesund. Was auch immer passiert ist, es ist vorbei!! Wenn man heute liest was sich z. B. in Sachen Sexualität und Gewalt so abspielt, können doch alle die sowas überlebt haben nur über ihr Glück jubeln. Sie leben noch, andere wurden im Wald verscharrt, im Fluß ertränkt usw. Evtl. gehts Dir ja jetzt nur gut wegen Deinen schlechten Erfahrungen. Andersrum gibts genügend Leute mit einer guten Kindheit die heute Alkoholkrank und/oder Rauschgiftsüchtig und was es sonst noch alles gibt und irgenwann hinter einem Busch im Park verrecken. Freu Dich des Lebens wenns Dir gut geht. Du mußt verdrängen können. Allerdings muß ich ehrlich sagen, dabei ist so ein Forum nicht gerade hilfreich, denn es reißt oft alte, längst vergessene Wunden wieder auf. Ist nix für dünne Haut. Mein Leben hat sich ab dem Zeitpunkt geändert als ich mir bewußt einen Freundeskreis gesucht habe der mit dem was hier so durchs geschriebene geistert absolut nix zu tun hat. Da blieb dann zig Jahre keine Zeit, (Karriere, Familie usw., ich mußte ja alles selbst und neu lernen, Hilfe gabs nicht) um Vergangenem nach zu trauern. Bis zu dem Zeitpunkt durfte ich in jede Scheiße treten die das Leben so liefern kann, aber wirklich jede. Trau ich mich nicht zu erzählen, niemandem). Erst als ich Kohlegeil wurde (Entschädigung) und für das Amt den ganzen Schmutz wieder zusammen klamüstern mußte, kam das wieder ein wenig hoch.

      Also Kopf hoch, hier wird man ja richtig runter gezogen. Ich bin sehr fröhlich. Mit der Summe die ich bekommen habe, kann man schon einiges an Extras anstellen. Schönes Geschenk zum Geburstag. Mein Dank nochmal an die, die das durchgesetzt haben. Ich hätte niemals gedacht, dass das von Erfolg gekrönt sein würde.
      Hallo Udo,
      ich hoffe doch, dass wir uns auch in dieses Thema einklinken dürfen und so möchte ich auch meine Gedanken zu Deinem posting mitteilen. Wenn Du schreibst: „Aus der von Dir geschilderten Umgebung wird man doch normalerweise nicht grundlos rausgerissen.“

      wird nachfolgend nicht so ganz deutlich wie Du das meinst und es ist ja auch seit einiger Zeit hier in diesem Forum Thema, so beispielsweise was die Gründe einer Heimeinweisung waren. Sie waren sicherlich sehr individuell und müssen auch differenziert zu Säuglings-Kinder-und Erziehungsheim betrachtet werden. Bei den Säuglings-und Kinderheimen wird man nicht davon ausgehen, dass diese Ehemaligen irgendetwas angestellt haben und da wird es leichter die Heimeinweisung auf das soziale Umfeld, Probleme der Eltern etc. zu beziehen.

      Bei den Erziehungsheimen wird es schwieriger, denn da kommen dann schon oftmals Fragen nach der Heimeinweisung die dann die betroffenen Personen vorverurteilen, in dem Sinne: „was hast Du denn angestellt um in ein Erziehungsheim gekommen zu sein?“

      Solange die Frage so gestellt wird ist die Aufarbeitung und auch die Aufklärungsarbeit über jene Zeit nicht abgeschlossen, denn dann hat sich die letzten Jahre nichts verändert und auch der Runde Tisch hat dann eine sinnlose Arbeit gemacht. Ich denke kaum, dass sich jene Ehemaligen, die „nichts angestellt“ haben so vorverurteilen lassen müssen und eine differenzierte Sichtweise ich ein Anrecht für die Betroffenen. Hierzu ist es notwendig die Sichtweise auf die Erziehungsheime zu lenken und sie als das zu betrachten was sie waren, nämlich Fürsorgehöllen in dem Jugendliche ohne Rechte zu jeder Zeit eingewiesen werden konnte, ohne eine professionelle Arbeit vom Jugendamt und ohne Anhörung vor einem Richter. D.h., die Gründe einer Heimeinweisung waren sehr unterschiedlich und der biografische Hintergrund spielte letztlich keine Rolle, weil Jeder der als Jugendlicher Probleme hatte in ein Erziehungsheim kam, es sei denn die Familie hatte Geld, dann kam man ins Internat.

      Also es ist schon ein Unterschied, ob es ein Jugendlicher wegen extremer häuslicher Gewalt Zuhause nicht mehr aushielt, abhaute, aufgegriffen wurde und dann ins Heim kam, oder wenn ein Jugendlicher selber Gewalt ausübte. Solange das nicht differenziert wahrgenommen wird, gibt es kein Verstehen der damaligen Zeit geschweige denn eine angemessene Aufarbeitung. Ich kann eines versichern, bis zu meinem 18. Lebensjahr bestand mein Leben aus Arbeit und häuslicher Gewalt. An einem Samstag verließ ich mein Elternhaus, ging zu meiner Tante und bin am Montag zum Jugendamt gegangen. Ich habe dieser Fürsorgerin alles erzählt und hätte auch Zeugen benennen können, für das was mir bis dahin angetan wurde. Diese Frau war nicht daran interessiert, ich sollte zurück nach Hause gehen oder ich käme in ein Heim. Blöderweise habe ich angenommen das sei ein Mädchenwohnheim und fragte auch nach, ob ich weiter bei Siemens arbeiten könnte, was die Fürsorgerin bejahte.
      Als Übergang kam ich in ein katholisches Kinderheim….und das betone ich einmal….ich war nicht eingesperrt und ging auch weiter arbeiten. Nach einigen Wochen kam dann die Fürsorgerin und ich landete in einem Erziehungsheim. Ja das waren also die Gründe meiner Heimeinweisung und ich denke doch dass es wie für Viele andere ähnlich war und so auch nachvollziehbar ist eine Frage wie: „was hast Du denn angestellt“? nicht einmal im Ansatz gerechtfertigt war und sehr verletze.

      Aber auch jene Jugendliche, die etwas angestellt haben, hätten doch ein Anrecht auf eine angemessenen pädagogische Begleitung in einem Heim gehabt oder? Ich kann nicht akzeptieren, diese schwarze Pädagogik auf die Zeit zu schieben, denn tatsächlich gab es damals einige wenige Heime die anders konzipiert waren, auch wenn das Kinderheime waren.

      Solange dies nicht wissenschaftlich umfangreich analysiert wird besteht die Gefahr einer Wiederholung und das bedeutet, dass Jugendliche in der Gegenwart und Zukunft gleiches Schicksal ereilen wird, weil nichts aber auch gar nicht aus der Vergangenheit gelernt wird. Ich sehe das nicht als Jammern auf hohem Niveau, sondern halte es für unsere Pflicht das damalige systematische Unrecht, an uns begangen öffentlich zu machen. Jeder Mensch der aus beruflichen Gründen mit Kindern/Jugendlichen arbeitet sollte in seiner Ausbildung dieses Wissen der damaligen Zustände in den Heimen gelehrt bekommen. Wird das verstanden, wäre es ein Baustein präventiver Maßnahmen zukünftiger Erzieher, also Menschen die mit Kindern/Jugendliche arbeiten erreicht. Es ist dann eine Art Mahnmal (und dassind wir!) und das ist notwendig um die Wachsamkeit gegen einer schwarzen Pädagogik zu erhöhen und sinnvolle Konzepte für Kinder/Jugendliche zu entwickeln, damit nie wieder so etwas passieren kann!

      Gruß Oerni
      wird nachfolgend nicht so ganz deutlich wie Du das meinst

      Genau deshalb habe ich gefragt. Ohne Differenzierung geht garnichts. "Ich war im Heim" genügt nicht. Trotz- oder gerade deswegen, trifft das von mir ansonsten Gesagte meiner Meinung nach fast immer zu. Sich hinter Selbstmitleid verkriechen, egal was einem widerfahren ist, bringt überhaupt nichts. Es geht nur mit Verdrängung (vergessen) oder anständige Aufarbeitung. Bei Ersterem sollte man jeden Kontakt zu Ehemaligen oder diesbezüglichen Foren vermeiden, dann vergisst man schnell, bei Letzterem bedarf es meiner Meinung nach kompetenter Hilfe. Die Wenigsten der Alten gestehen sich die Notwendigkeit Hilfe zu benötigen leider nicht ein. Ungeschehen machen geht nicht, es hilft aber wirklich prima sich an den "Lebenden" denen es viel schlechter geht zu orientieren. Ich galube z. B. das für eine Frau eine Vergewaltigung im Kindesalter leichter zu ertragen/verdrängen ist, wenn sie daran denkt, dass andere Vergewaltigungsopfer ermordet wurden und/oder, dass es Länder gibt wo sowas an der Tagesordnung und fast normal ist. Ich bin zwar ein Mann, aber ich weis trotzdem wie es ist vergewaltigt zu werden, von beiderlei Geschlechtern.