Todtmoos-Weg (Schwarzwald), DAK-Kinderkurheim Luginsland

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      Todtmos Luginsland - war leider auch dort...

      Hallo,

      ich war ca. 1984/85 in dem Heim, damals war ich acht oder neun Jahre alt. Das genaue Datum weiß ich nicht mehr. Vielleicht hat meine Mutter noch Unterlagen. Zu dieser Zeit war es auch nicht besser.
      Meine Mutter hatte nicht sehr viel Geld und dachte es würde meinem Bruder und mir Spaß machen und wäre so eine Art Urlaubsersatz. Vor Kurantritt hat meine Mutter eine Liste bekommen, was sie alles für uns einpacken soll. Alles war vorgeschrieben, Kleidung, Hygieneartikel, Geld usw.
      Als wird im Heim ankamen, wurde uns erstmal alles abgenommen. Wir bekamen Kleidung zugeteilt und immer wenn es in die Stadt ging bekam jeder zwei Mark. Duschgel, Cremes usw. haben wir nie wieder gesehen. In den Duschen gab es ein Duschgel für alle; wahrscheinlich von irgendeinem armen Kind, das vor ins dort war.
      Mein Bruder war zum zunehmen dort und ich zum abnehmen und wir haben das selbe Essen bekommen und wurden gezwungen alles aufzuessen.
      Wenn Kinder nicht "brav" waren, wurden sie im Schlafanzug auf den Dachboden gesperrt und mussten dort die Nacht verbringen. Das Schwimmbad war eine braune Brühe mit Algen und Fischen. Wir wurden gezwungen dort drinn zu schwimmen obwohl einige Kinder regelrechte Panik hatten.
      Als ich dort war, war das Heim überbelegt, vielleicht aber auch nur ein Vorwand um widerspenstige Kinder nachts ruhig zu stellen!? Ich musste mit zwei Kindern in einem Anbau auf Camping-Liegen schlafen. In dem Anbau haben immer die zwei Chou-Cous von Frau Augustinzki geschlafen. Und dass haben Sie auch getan, als wir dort schlafen mussten. Uns wurde gesagt, die Hunde würden uns nichts tun, wenn wir ganhz lieb auf den Liegen warten nach dem Aufwachen, bis uns jemand abholt. Waren echt tolle Nächte. Aber die Erzieher und Frau A. hatten ihr Ziel erreicht, wir waren ruhig.
      Die Briefe und Packete von unserer Mutter wurden geöffnet. Wenn jemand nicht brav war, hat er die Briefe und Päckchen nicht bekommen. Auch die Briefe und Telefonate von uns wurden überwacht, damit wir ja nichts falsches schreiben oder sagen.
      Andere Dinge, wie Schläge oder Missbrauch sind mir nicht passiert, aber ich war schon immer sehr kräftig und konnte mich wehren, außerdem war mein älterer Bruder dabei. Zu zweit waren wir vor anderen Kindern oder Erziehern relativ sicher. Auch wenns Sanktionen gehagelt hat (Schlafen auf dem Dachboden, Ausschluss von Ausflügen, Schlafen bei den Hunden war vielleicht auch so was...). Mein Bruder musste Behinderte Kinder beim Mittagessen füttern. Die Erzieher haben sich um fast nichts gekümmert. Sie waren alle noch recht jung und wohl überfordert.
      Auch jetzt muss ich immer noch an die Zeit im Kinderheim denken. Das war in meinen Leben die schlimmste Erfahrung. Ich werde mein Kind nie, nie in ein Kurheim schicken.
      Wenn ich Frau A. heute mal treffen würde, ich würde ihr die Meinung sagen und vielleicht mal eine Nacht zu bissigen Hunden sperren.... Die Frau ruft einfach nur Ekel in mir hervor. Und so was gibt noch vor, sich für Kinder einzusetzen!? Igitt!!

      erfahrungen im kurheim luginsland

      Hallo,
      wer war ca 1973 in Luginsland zur Kur?
      Hab dort den wahrgewordenen Horor erlebt.
      Als mein Bruder und ich zurück waren, glaubte man uns die ganzen Geschichten nicht.
      Bis heute sind diese Erinnerungen da, von denen ich langsam selbst glaubte, dass das alles so richtig war oder die Ungerechtigkeit einfach nur eingebildet ist.
      Würde mich über einen Austausch freuen.
      Lg
      Wolke

      :)
      Hallo
      Ich war 1985 dort heute weiss ich nun endlich das ich es mir nicht eingebildet habe.... Ich zitter innerlich und immer mehr Bilder kommen hoch...
      Graupensuppe Milchsuppe⛔️
      Bis vor 10 Minuten war es mir egal, warum ich das nicht mag.... Tomaten. Käse....

      Nivea Bodylotion ..... Postkarten päckchen nie bekommen . Angst Heimweh habe mich so allein verlassen und gebrochen gefühlt.... Bis heute quälen mich unerklärliche ekel und gefühle.... Ängste... War 99 in einer Klinik und verstehe nicht, warum ich nicht dort bereits auf diese Erinnerungen zurückgreifen konnte und zu recherchieren ...
      Bitte, wenn hier jemand weiss wovon ich spreche, melde dich bei mir!

      Danke
      ID
      Schön, ein paar alte "Mitinsassen" zu finden!

      Zunächst, was wurde aus dem Haus und der Frau Augustinski? Das Haus wurde nach einigen Besitzerwechseln kürzlich wohl mal wieder verkauft. Frau Hildegard Augustinski lebt in München und arbeitet sich heute an Tschernobyl-Kindern ab, dafür hat sie einen Verein Hartheim gegründet.

      Ja, ein "Hartheim" war es in Todtmoos wohl auch. Im Google findet man einiges über Gewalt und auch sexuellen Mißbrauch.

      Wobei man auch sagen muß, daß es dort schöne Ausflüge und lustige Spiele und Aktivitäten gegeben hat. Ich würde sogar sagen, daß dieser Rahmen überwiegend ganz positiv war. Ich selbst habe auch weder Essenszwang noch Gewalt durch die jugendlichen Erzieherinnen erfahren. Das Problem war eigentlich ein anderes:

      Einmal, daß man so lange von zuhause weg war, wenn man dafür noch nicht robust genug war. Es kann ja sein, daß andere das toll fanden, ich jedenfalls nicht. Zweitens gab es ein erhebliches Maß an Gewalt der Kinder untereinander, die von den ... naja, eigentlich "Betreuerinnen", mehr war es ja nicht, nicht unterbunden wurde, weil sie für sie nicht sichtbar war. Drittens die ausgesprochen unangenehme und abstoßende Art der qualligen, selbstbezogenen und arroganten Heimbesitzerin, für die das alles ganz klar ein Renditeobjekt war. Sie ist auch im SPD-Ortsverein aktiv. Auf Facebook turnt sie mit diesem Account herum: hildegard.augustinski

      Ich könnte einiges an Geschichten erzählen, wie dort Kinder von anderen gequält wurden, immer mehrere gegen einen einzelnen, teilweise mit Brennesseln. Es gab auch unbeaufsichtigte "Ecken", die besonders gestörten, wahrscheinlich selber schon mißbrauchten Exemplaren die Gelegenheit boten, sich mal ein anderes Kind vorzunehmen.

      Tja, wer ist schuld? Niemand, das ist das Drama an der Sache. Kinder können nicht als Täter qualifiziert werden, und doch sind sie grausam, wenn man ihnen die Gelegenheit dazu läßt. Unsere Eltern waren auch nicht schuld, daß wir in so ein Scheiß-Heim mußten, das hatten sie zwar eingefädelt und uns Kindern aufgezwungen, aber sie taten es nicht, um uns Quälereien auszusetzen. Ich sehe eher Schuld, wenn sie hinterher ihre Ohren auf Durchzug gestellt haben, wie in meinem Fall, wo ich mich ganz eindeutig ausgedrückt habe.

      Wer heute an Frau Augustinski schreiben will, der kann das gut machen und muß auch keine Angst vor ihren blöden Kötern haben. Ansonsten bleibt uns noch die Möglichkeit, unseren eigenen Kindern niemals so eine Auslieferung in fremde Hände anzutun. Ich käme übrigens auch ohne diese Erfahrungen nie im Leben auf eine so bescheuerte Idee, ein kleines Kind immer wieder für sechs Wochen in irgend so ein Kinderkurheim zu verschicken.

      Wer mir schreiben will, PM, gerne.
      Hallo zusammen hier im Forum, hallo Schwarzwald,
      ich war um 1973 im Winter zusammen mit meiner Schwester in einem Kinderheim in Ober Ibach im Schwarzwald. Die Erinnerungen daran sind nicht so toll...
      Es gab Zimmer mit 3 bis 5 Doppelbetten - d. h. man lag teilweise mit 8 - 10 Kindern auf einem Zimmer. Ich war im Winter dort und erinnere mich an einen Ski und Schlittenkeller, der über einen schmalen Treppenhals aus Beton ins Freie führte.
      Ich habe das Haus sehr groß in Erinnerung und weiß, dass es an einer sich schlängelnden Straße etwas höher gelegen stand. Das Haus war weiß und es könnte - falls zutreffend - sogar das auf Deinem Profilbild sein, Schwarzwald. Es gab einen unheimlich langen Berg am Haus, der nach einigen hundert Metern über einen schmalen Bach führte, den man jedoch unter dem Schnee nicht erkennen konnte. Wenn man dort hinein fiel, dann musste man zur Strafe in seinen nassen Sachen sitzen bleiben. Es wurde aber auch nicht wirklich darauf geachtet... Letztendlich merkte man ja auch erst, dass man zu weit gefahren war, wenn der Schnee unter einem zusammenbrach. In der Nähe gab es einen Weiher. Es war ein nicht unerheblicher Fußmarsch dorthin, der bestimmt 2 - 3 Stunden dauerte. Der Weiher, wie man ihn nannte entpuppte sich als kleiner See, der gute 15 - 20 cm zugefroren war, so dass man ihn unbedenklich betreten konnte. Der See lief an einer Stelle zusammen und ging dann mit einem kleinen Wasserfall in einen Bach über.
      Mein schlimmstes Erlebnis war eine Nacht, die ich an den Heizkörper angekettet im Bad verbrachte. Die Schwester kam immer wieder in unser Zimmer, weil einige nicht schlafen wollten und rumalberten. Als sie beim zweiten Mal die Tür aufriss' drohte sie: " Wenn ich jetzt noch einmal reinkommen muss, dann kommt einer mit mir. " Ich drehte mich zur Wand und zog die Bettdecke über den Kopf, da ich müde war und auch schlafen wollte. Doch daran war nicht zu denken... Etwa drei der ingesamt 7 weiteren Jungen auf meinem Zimmer machten munter weiter. Als die Tür ein weiteres Mal aufgerissen wurde, erschrak' ich, da ich schon fast eingeschlafen war. Ich wollte mich gerade wieder umdrehen, da rief' die Schwester zu mir rüber: " Du, da oben - Du brauchst jetzt gar nicht so unschuldig zu tun...! " Mitkommen! Sie führte mich runter in den Gemeinschaftswaschraum, der einen langen Keramikwaschtisch mit ganz vielen Wasserhähnen hatte. Am Ende des Raumes befand sich ein Fenster. Unter diesem ein großer Rippen Heizkörper. Meine Hände wurden mit einem Strick am Handgelenk zusammengebunden und ich musste mich vor den Heizkörper setzen. Dann wurde das Seil um den Heizkörper gelegt und auch dort festgemacht. Aufstehen ging' nicht, da das Seil zu kurz war. Ich weiß' noch, dass mir ständig die Beine eingeschlafen sind und ich immer versucht habe, irgendwie meine Position zu wechseln. Und es war kalt, da das Fenster über mir auf Kippe stand. Vielleicht hat sie mich ja auch deshalb vor den Heizkörper gesetzt - damit ich nicht erfriere. Es muss so gegen 23.30 Uhr - 0.00 Uhr gewesen sein, da ich die Glocken der Kirche gehört habe. Gegen Schichtende um 6.30 Uhr kam die Nachtschwester und meinte: " Ich hoffe, dass Dir das eine Lehre war! Du kannst Dich jetzt waschen und dann zum Frühstück gehen. " Der Knaller kommt aber noch. Weil so viele von uns Kindern immer in nassen Sachen sitzen mussten, sind einige von uns richtig krank geworden und hatten hohes Fieber. Das war plötzlich wie eine Epidemie. Erst hatten 10 Kinder Fieber, den nächsten Tag waren es schon 15 Kinder. Das Fieber schwankte bei einigen Kindern zwischen 39 und 40 °! Auf einmal hieß ' es, alle Kinder müssen zur weiteren Beobachtung in ein nahegelegenes Krankenhaus, da einige mittlerweile auch mit Durchfall zu kämpfen hatten. Dann wurden wir etappenweise mitten im Winter mit Krankenwagen in ein Krankenhaus gefahren. Dort verbrachte ich mit meiner Schwester noch gut eine Woche, bevor uns unsere Eltern mit dem Auto von dort abholten, damit wir Weihnachten zuhause sein konnten. Vielleicht war jemand von Euch ebenfalls in diesem Winter dort und kann noch Einiges aus dem Kinderheim berichten. Ich weiß' nur, dass alle Kinderlandverschickungen, wie man sie damals nannte über die Caritas oder direkt über Rheinelbe / Gelsenkirchen - eine Tochtergesellschaft der RAG ( Ruhrkohle AG ) stattfanden. Meine Tochter musste nie in eine solche Einrichtung. Viel zu groß' war meine Angst, dass ihr möglicherweise Ähnliches widerfährt, obwohl sich der Umgang mit Kindern heute doch um ein Vielfaches verbessert hat.
      Beste Grüße an alle Kurgeschädigten, Euer Mike.