Ehemaliges Landesfürsorgeheim Glückstadt, Schleswig-Holstein. --- Anbringen und Einweihung einer „Heimkinder-Gedenktafel“ am 22. Mai 2011 um 13:00 Uhr.

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      Ehemaliges Landesfürsorgeheim Glückstadt, Schleswig-Holstein. --- Anbringen und Einweihung einer „Heimkinder-Gedenktafel“ am 22. Mai 2011 um 13:00 Uhr.

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      Folgende Bekanntgebung kursiert momentan im Internet und ich kann diese Bekanntgebung AUF DIESE FAKTEN BESCHRÄNKT als den Tatsachen entsprechend bestätigen.

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      http://www.top-medien-berlin.de/content/view/1000/1/ und @ http://www.top-medien-berlin.de/content/view/1000/56/

      [ hier ein klein wenig modifiziert ]

      »»» Geschrieben von Redaktion

      Donnerstag, 21. April 2011

      Am 22. Mai 2011, um 13:00 Uhr, findet in Glückstadt, Jungfernstieg 1 (Wohnanlage), die Enthüllung einer Gedenktafel zur Erinnerung an die Heiminsassen des Landesfürsorgeheimes Glückstadt statt. Roland Scheuring und Rolf Breitfeld, ehemalige Zöglinge des Landesfürsorgeheimes: "Wir gedenken der getöteten und in den Tod getriebenen Heimkinder. Wir gedenken den Jugendlichen, die die Hölle von Glückstadt überlebt haben. Diese Mahntafel soll an alle Heimkinder erinnern, denen in Deutschland bitteres Unrecht widerfahren ist oder vielleicht noch widerfährt. Wir bedanken uns bei Allen, die uns unterstützt und dazu beigetragen haben, einen Ort der Erinnerung zu schaffen".

      Gäste:
      Gitta Trauernicht MdL, Landtagsvizepräsidentin, Schleswig-Holstein
      Gerhard Blasberg, Bürgermeister, Glückstadt
      Dr. Catharina Berents, Leiterin Detlefsen-Museum
      Eleonore Fleth
      Prof. Dr. Christian Schrapper

      Ehemalige Insassen:
      Rolf Breitfeld mit Gattin
      Roland Scheuring mit Partnerin Nelly Bildstein
      Alfred Madsen
      Otto Behnk
      Gerd Lemke
      Jonny Richters

      Ehemaliger Erzieher:
      Walter Protz
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      Aus erster und direkter Hand muß ich Martin Mitchell aber dann noch unbedingt hinzufügen und Euch berichten:

      Der eigentliche Hersteller dieser „Glückstadt-Heimkinder-Gedenktafel“ und Anbringen und Einweihung derselben am 22. Mai 2011, und Organisator der ganzen Sache überhaupt, und dies auf seine eigene Initiative hin, ist der ehemalige Erziehungszögling-Häftling ex-Glückstädter Rolf Breitfeld, und ich berichte dies hier und ich nenne seinen Namen jetzt hier mit seiner vollen Zustimmung – mit der Bitte, dass mein Beitrag jetzt hier nicht auf irgendeine Weise „editiert“ wird.

      Ich kenne den Berliner Rolf Breitfeld ( Berliner seit 1973 ) jetzt schon seit vielen Jahren und stehe in persönlichem täglichem Kontakt mit ihm ( und dies nicht über Dritte ).
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      Eine Verhandlung oder ein Verfahren ohne QUALIFIZIERTEN juristischen Rechtsbeistand, Recht und Gesetz ist wie ein Gebäude ohne Fundament – ein Kartenhaus.

      Heimkinder appellieren an VATER STAAT und MUTTER KIRCHE Sühne zu tun:
      Ein Denkmal in Musik gesetzt

      Freiheit ist keine Selbstverständlichkeit; sie bedarf ständiger Wachsamkeit.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Martini“ ()

      Ehemaliges Landesfürsorgeheim Glückstadt, Schleswig-Holstein. --- Anbringen und Einweihung einer „Heimkinder-Gedenktafel“ am 22. Mai 2011 um 13:00 Uhr

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      Eine Gedenktafel an der ehemaligen „Fürsorgeanstalt“ in Glückstadt

      Das ehemalige Marinegebäude wurde 1874 als Anstalt eingerichtet, in welcher hauptsächlich „Landstreicher“ und „Dirnen“ eine auf unbestimme Zeit verhängte „korrektionelle Arbeitshaft“ absitzen sollten. 1925 wurde das Haus umbenannt in „Landesarbeitsanstalt“ und von 1933 bis 1934 wurde es von den Nationalsozialisten als „Wildes KZ“ genutzt. Ab 1943 begann man hier jugendliche Fürsorgezöglinge zur „Arbeitserziehung“ einzuweisen.
      Von 1943 bis zur Schließung 1974 war Glückstadt ein Synonym für den härtesten Umgang mit Jugendlichen, die Unglaubliches dort erlitten: Isolationfolter, Zwangsarbeit, Essensentzug, Schläge und sexuellen Missbrauch. Immer und immer wieder wurde von den Landesparlamentariern nach Besichtigung der Anstalt beschlossen, diese umgehend zu schließen, da die Zustände im Hause unhaltbar seien – immer wieder wurde es hinausgezögert und der „Betrieb“ lief ein weiteres Jahr „störungsfrei“ ab. Und die Jugendlichen wurden ein weiteres Jahr gequält, ausgebeutet, unterernährt und brutalisiert – und in den Suizid getrieben.

      Nun soll – auf Anregung des ehemaligen Zöglinges Rolf Breitfeld – am 22.05.2011 um 13:00 Uhre eine Messingtafel am Jungfernstieg 1 in Glückstadt, der Stelle, an der sich das ehemalige Landsesfürsorgeheim befand, angebracht werden:




      IM GEDENKEN AN DIE FÜRSORGEZÖGLINGE
      DIE IN DEN JAHREN 1943 – 1974IN DIESER ANSTALT UNTERGEBRACHT WAREN:
      DIE KORREKTIONSANSTALT WURDE SCHON 1925 IN
      LANDESARBEITSANSTALT UMBENANNT UND WAR EIN ARBEITSHAUS.
      1933 – 1934 WAR HIER EIN SOGENANNTES „WILDES KZ“: NACH DESSEN
      SCHLIEßUNG WURDEN DIE KZ-WÄRTER; ALLES SA-MÄNNER;
      VON DER LANDESARBEITSANSTALT ALS WACHTMEISTER ÜBERNOMMEN:
      AB 1943 WURDEN HIER FÜRSORGEZÖGLINGE IN DAS
      ARBEITSERZIEHUNGSLAGER GLÜCKSTADT/ELBE EINGEWIESEN.
      1949 ERFOLGTE DIE UMBENUNNUNG IN LANDESFÜRSORGEHEIM.
      DIE KZ-WÄRTER UND WACHTMEISTER WURDEN ALS „ERZIEHER“
      ÜBERNOMMEN. DIESES HAUS WURDE BIS ZUM 31.12.1974
      WIE EIN KZ UND ARBEITSHAUS WEITERBETRIEBEN.
      IM KZ GLÜCKSTADT GAB ES NACHWEISLICH KEINE TOTEN.
      IM LANDESFÜRSORGEHEIM WURDEN 6 MENSCHEN
      IN DEN SUIZID GETRIEBEN UND EINER [
      AM 17.02.1966 ] AUF DER FLUCHT ERSCHOSSEN.


      In einer feierlichen Gedenkstunde wird die Tafel der Öffentlichkeit übergeben.
      Anwesend sein werden:

      · Rolf Breitfeld, Initiator der Gedenktafel

      · Gerhard Blasberg, Bürgermeister von Glückstadt

      · Prof. Christian Schrapper von der Universität Koblenz und Frau

      · Frau Dr. Gitta Trauernicht, Vizepräsidentin des Schleswig-Holsteinischen Landtages

      · Katharina Behrents vom Detlefsen Museum in Glückstadt

      · Ehemalige aus Glückstadt und anderen Heimen


      [ Das Original dieser offiziellen Bekanntgebung ist hier zu finden: auf der Home-Page des „Verein ehemaliger Heimkinder e.V.“ ( „VEH e.V.“ ) @ http://veh-ev.info/ ]
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      Heimkinder appellieren an VATER STAAT und MUTTER KIRCHE Sühne zu tun:
      Ein Denkmal in Musik gesetzt

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      Wer von den in Hamburg und Umgebung ansässigen „ehemaligen Heimkindern“ wird am 22. Mai 2011 mit dabei sein wenn die Enthülling dieser Gedenkplakette am damaligen Standort des »Landesfürsorgeheim Glückstatt« ( Glückstatt an der Elbe in Schleswig-Holstein – unmittelbar ausserhalb Hamburg ! ) stattfindet ?
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      Ehemaliges Landesfürsorgeheim Glückstadt, Schleswig-Holstein. --- Anbringen und Einweihung einer „Heimkinder-Gedenktafel“ am 22. Mai 2011 um 13:00 Uhr.

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      Wenn dem so ist, wäre es schön wenn Werner nicht nur alleine kommen würde, sondern mindestens ein Zehntel seiner Mitglieder mitbringen würde.
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      Um dem in meinem Beitrag vom 3. Mai 2011, um 00:57 Uhr angesagten GEDENKEN - Beitrag 2 ( oben ) - und dem Anbringen dieser Gedenktafel am 22 Mai 2011 in Glückstadt noch mehr Nachdruck zu verleihen verweise ich auf die von Helmut Jacob zusammengestellte Zusammenfassung der Geschehen in der nachkriegsdeutschenHeimerziehung“, besonders auch was das »Landesfürsorgeheim Glückstadt« in Schleswig-Holstein betrifft: »Glückstadt: Gedenken der Verbrechen an jungen Menschen in den Nachkriegsjahrzehnten« @ http://helmutjacob.over-blog.de/article-gluckstadt-gedenken-der-verbrechen-an-jungen-menschen-in-den-nachkriegsjahrzehnten-73544043.html
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      Eine Verhandlung oder ein Verfahren ohne QUALIFIZIERTEN juristischen Rechtsbeistand, Recht und Gesetz ist wie ein Gebäude ohne Fundament – ein Kartenhaus.

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      Ein Denkmal in Musik gesetzt

      Freiheit ist keine Selbstverständlichkeit; sie bedarf ständiger Wachsamkeit.

      Ehemaliges Landesfürsorgeheim Glückstadt, Schleswig-Holstein. --- Anbringen und Einweihung einer „Heimkinder-Gedenktafel“ am 22. Mai 2011 um 13:00 Uhr.

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      ♦♦♦ Ehemalige Heimkinder. - Einweihung einer Gedenktafel re Fürsorgehölle. ♦♦♦


      shz.de - Schleswig-Holsteiner Zeitungsverlag
      WILSTERSCHE ZEITUNG
      @
      http://www.shz.de/nachrichten/lokales/wilstersche-zeitung/artikeldetails/article/787/stadt-stellt-sich-duesterer-geschichte.html

      [
      Glückstadt ]
      Stadt stellt sich düsterer Geschichte
      [ P H O T O ]

      Weihen die Gedenktafel ein: (von links) Prof. Dr. Christian Schrapper, Dr. Gitta Trauernicht, Otto Behnck und Rolf Breitfeld. Im Hintergrund Gerhard Blasberg. Foto: Reimers


      Gedenktafel für Landesfürsorgeheim eingeweiht

      Im KZ Glückstadt gab es nachweislich keine Toten. Im Landesfürsorgeheim wurden sechs Menschen in den Suizid getrieben und einer auf der Flucht erschossen
      - ein Auszug auf der Gedenktafel für die Fürsorgezöglinge. Ein Text, den Bürgermeister Gerhard Blasberg gestern als "nicht weichgespült" bezeichnete. "Er stößt auf, soll er aber auch."

      Unter anderem heißt es auf der Tafel, dass nach Schließung des KZs dessen Wärter - "alles SA-Männer" - von der Landesarbeitsanstalt als Wachtmeister übernommen wurden. Und weiter, dass ab 1943 Fürsorgezöglinge in das Arbeitserziehungslager eingewiesen wurden. "Dieses Haus wurde bis zum 31.12.1974 wie ein KZ und Arbeitshaus weiterbetrieben."

      "Wir sind denjenigen etwas schuldig, die gelitten haben", sagte Vize-Landtagspräsidentin Dr. Gitta Trauernicht vor den Anwesenden. Unter ihnen ehemalige Heimzöglinge, aber auch die Ortspolitiker Dr. Hans-Georg Helm (CDU) und Stefan Goronczy (FDP) sowie Museumsdirektorin Dr. Catharina Berents. "Die Tafel ist ein wichtiger Meilenstein in der Geschichte des Landesfürsorgeheims. Sie mahnt, dass noch einiges zu tun ist", sagte Dr. Gitta Trauernicht. Damit meinte sie unter anderem die offizielle Anerkennung des Unrechts durch das Land als ehemaligen Träger des Heimes. Sie sagte aber auch: "Wir sind ein ganzes Stück in der Aufarbeitung weitergekommen." Gitta Trauernicht weihte gestern die Tafel zum Gedenken an die Fürsorgezöglinge des Landesfürsorgeheimes (1943-1974) mit ein. Was geschehen sei, dürfe nie wieder passieren. "Es ist ein Verbrechen an jungen Menschen." Sie versprach auch den Initiatoren der Gedenktafel, Rolf Breitfeld und Otto Behnck: "Wir werden weiter Seite an Seite für das Thema streiten."

      Das Thema Landesfürsorgeheim hatte Prof. Dr. Christian Schrapper im Auftrag der Landesregierung aufgearbeitet. "Ich bewundere diejenigen, die den Mut gehabt haben, dass es soweit kommen konnte", sagte er in Bezug auf die Tafel. Diese sei ein symbolischer Akt - "so war es", sagte er zum Text.

      Rolf Breitfeld hatte den Text entworfen. "Ehemalige Fürsorgezöglinge können nicht vergessen, was ihnen in Glückstadt angetan wurde", erklärte er und dankte dem anwesenden Erich Koch, der den Zugang zu den Akten möglich machte, sowie Dr. Trauernicht und Prof. Schrapper für ihr Engagement. "Bürgermeister Blasberg hat unser Anliegen ernst genommen, dadurch habe ich meinen Frieden mit Glückstadt geschlossen."

      Bürgermeister Gerhard Blasberg erklärte, dass sich die Stadt ihrer düsteren Geschichte betreff des Landesfürsorgeheimes stelle. "Den Mut haben wir."


      Es besteht die Möglichkeit DORT bei shz.de ( nach Anmeldung ) auch einen Leserkommentar abzugeben.



      Neues Deutschland
      @
      http://www.neues-deutschland.de/artikel/198272.eine-gedenktafel-fuer-heimkinder.html

      Von Dieter Hanisch, Glückstadt ---
      24.05.2011 / Inland

      Eine Gedenktafel für Heimkinder

      Offizielle Präsentation in Glückstadt


      Seit dem Wochenende gibt es an der Fassade des ehemaligen Landesfürsorgeheimes in Glückstadt (Schleswig-Holstein) eine zweite Gedenktafel. Sie erinnert an die unwürdige Behandlung von Heimkindern bis in die siebziger Jahre hinein.


      Die erste Mahntafel an der Fassade der jetzigen Wohnanlage in Glückstadt soll die Erinnerung an die frühere »Korrektionsanstalt« und das Arbeitslager während der NS-Zeit wach halten, die zweite Tafel ist seit dem Wochenende dem dunklen Kapitel der Heimerziehung in der Bundesrepublik gewidmet. Die damalige Einrichtung des Landes Schleswig-Holstein, in der Jugendliche aus ganz Westdeutschland per Jugendamtsverfügung eingewiesen wurden, schloss am 31. Dezember 1974 ihre Türen. Doch erst seit wenigen Jahren stellen sich die Verantwortlichen der Diskussion zu den straflagerähnlichen Zuständen dort.

      Klare Worte

      Auf der Tafel heißt es unter anderem, dass nach Schließung eines »wilden« KZ 1934 das Aufsichtspersonal – »alles SA-Männer« – in die Nachfolgeeinrichtung der Nazis übernommen wurde. Todesfälle hat es in dieser Zeit dort laut historischer Forschung wohl nicht gegeben. Ganz anders dagegen im Landesfürsorgeheim. Dort »wurden sechs Menschen in den Suizid getrieben und einer auf der Flucht erschossen«, so die Inschrift.

      Man hätte das alles auch »gefälliger formulieren« können, stellte Glückstadts parteiloser Bürgermeister Gerhard Blasberg bei der Präsentation fest. Doch es sei angemessen und verständlich, dass die Betroffenen ihren Tafeltext »nicht weich und zahm, sondern hart und schroff« verfasst hätten, auch wenn dies nicht allen gefalle. Und er fügte im Beisein von Stadtverordneten von CDU und FDP hinzu: »Was drauf steht, ist nachweisbar!«

      Von 1967 bis 1969 war Uwe Krüger in Glückstadt untergebracht war. Er lebt inzwischen in Frankreich und ist extra für die Tafelenthüllung angereist. Über das Internet war er auf einige engagierte frühere Heimkinder gestoßen, die das verdrängte Thema wieder so weit ins Gedächtnis heutiger verantwortlicher Politiker holten, dass dazu sogar auf Bundesebene ein »Runder Tisch« einberufen wurde.

      Keine Entschädigungen

      Dort hat man sich dann allerdings um ein Eingeständnis, dass es sich bei den Arbeitsleistungen im Rahmen des Heimaufenthaltes um Zwangsarbeit gehandelt habe, herumgedrückt. Beim Streit um Entschädigungszahlungen mauern verantwortliche Stellen bei Bund, Ländern und Kirchen. Nun ist von einem Rechtsstreit beim Europäischen Gerichtshof die Rede.

      »Wir sind denjenigen etwas schuldig, die gelitten haben«, sagte Gitta Trauernicht (SPD), bis 2009 Sozialministerin in Kiel, die die Aufklärung zu den Vorgängen in Glückstadt vorangetrieben hat, während das Thema im jetzigen Sozialministerium kaum auf Interesse stößt. Trotz Einladung durch den früheren Heimzögling und Aufarbeitungsinitiator Rolf Breitfeld blieb man der Präsentation der Gedenktafel fern. Breitfeld: »Mit dieser Tafel habe ich jetzt meinen Frieden mit Glückstadt gefunden.«


      Es besteht die Möglichkeit DORT bei Neues Deutschland ( nach Anmeldung ) auch einen Leserkommentar abzugeben.



      Und hier noch einmal der vollständige Text der Gedenktafel selbst:


      IM GEDENKEN AN DIE FÜRSORGEZÖGLINGEDIE IN DEN JAHREN 1943 – 1974IN DIESER ANSTALT UNTERGEBRACHT WAREN:DIE KORREKTIONSANSTALT WURDE SCHON 1925 INLANDESARBEITSANSTALT UMBENANNT UND WAR EIN ARBEITSHAUS.1933 – 1934 WAR HIER EIN SOGENANNTES „WILDES KZ“: NACH DESSENSCHLIEßUNG WURDEN DIE KZ-WÄRTER; ALLES SA-MÄNNER;VON DER LANDESARBEITSANSTALT ALS WACHTMEISTER ÜBERNOMMEN:AB 1943 WURDEN HIER FÜRSORGEZÖGLINGE IN DASARBEITSERZIEHUNGSLAGER GLÜCKSTADT/ELBE EINGEWIESEN.1949 ERFOLGTE DIE UMBENUNNUNG IN LANDESFÜRSORGEHEIM.DIE KZ-WÄRTER UND WACHTMEISTER WURDEN ALS „ERZIEHER“ÜBERNOMMEN. DIESES HAUS WURDE BIS ZUM 31.12.1974WIE EIN KZ UND ARBEITSHAUS WEITERBETRIEBEN.IM KZ GLÜCKSTADT GAB ES NACHWEISLICH KEINE TOTEN.IM LANDESFÜRSORGEHEIM WURDEN 6 MENSCHENIN DEN SUIZID GETRIEBEN UND EINER [ AM 17.07.1966 ] AUF DER FLUCHT ERSCHOSSEN.
      ––––––––––––––––––––
      Eine Verhandlung oder ein Verfahren ohne QUALIFIZIERTEN juristischen Rechtsbeistand, Recht und Gesetz ist wie ein Gebäude ohne Fundament – ein Kartenhaus.

      Heimkinder appellieren an VATER STAAT und MUTTER KIRCHE Sühne zu tun:
      Ein Denkmal in Musik gesetzt

      Freiheit ist keine Selbstverständlichkeit; sie bedarf ständiger Wachsamkeit.

      Dieser Beitrag wurde bereits 7 mal editiert, zuletzt von „Martini“ ()

      ...und wann kommt endlich die Tafel für das Salvator-Kolleg Klausheide/Hövelhof?

      Wer weiss schon, wieviel Heimkinder dort in den 50er und Anfang der 60er Jahre aus Scham wg. des sexuellen Missbrauchs, Prügel und unwürdigen Arbeitsbedingungen den Freitod wählten?

      Dort wurden viele unschuldige Kinderseelen verbrannt! Ihr einziges Vergehen war, zur falschen Zeit am falschen Ort gewesen zu sein!
      God forbid that I should go to any Heaven in which there are no horses