Informationen zu Unterbringungsbedingungen im JWH Eckartsberga in den 1980er Jahren

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

      Informationen zu Unterbringungsbedingungen im JWH Eckartsberga in den 1980er Jahren

      GAST: Planer-Friedrich schrieb am 13.01., 12:16 Uhr:

      Hallo,

      Ich bin bezüglich einer Rehabilitierungsangelegenheit auf der Suche nach Informationen zum JWH Eckartsberga. In erster Linie interessieren mich Details zu den Unterbringungsbedingungen in den 1980er Jahren: Gab es Gitter an den Fenstern? Gab es Arrestzellen? War den Jugendlichen Ausgang gestattet?

      Für knappe und baldige Nachrichten wäre ich sehr dankbar.

      i.A. Jens Planer-Friedrich
      ---
      Landesbeauftragter für die Unterlagen
      des Staatssicherheitsdienstes
      der ehemaligen DDR
      Scharrenstr. 17
      10178 Berlin

      Telefon: (030) 24 07 92 - 41
      Telefax: (030) 24 07 92 - 99
      Mail: pf.lstu-berlin@t-online.de
      berlin.de/stasi-landesbeauftragter
      "Genau die Kraft, die gefehlt hat, um einen Sieg zu erringen braucht man, um eine Niederlage zu verkraften."
      Ernst R. Hauschka

      betreff jwh rudolf breitscheid eckartsberga .

      angel76 schrieb:

      GAST: Planer-Friedrich schrieb am 13.01., 12:16 Uhr:

      Hallo,

      Ich bin bezüglich einer Rehabilitierungsangelegenheit auf der Suche nach Informationen zum JWH Eckartsberga. In erster Linie interessieren mich Details zu den Unterbringungsbedingungen in den 1980er Jahren: Gab es Gitter an den Fenstern? Gab es Arrestzellen? War den Jugendlichen Ausgang gestattet?

      Für knappe und baldige Nachrichten wäre ich sehr dankbar.

      i.A. Jens Planer-Friedrich
      ---
      Landesbeauftragter für die Unterlagen
      des Staatssicherheitsdienstes
      der ehemaligen DDR
      Scharrenstr. 17
      10178 Berlin

      Telefon: (030) 24 07 92 - 41
      Telefax: (030) 24 07 92 - 99
      Mail: pf.lstu-berlin@t-online.de
      www.berlin.de/stasi-landesbeauftragter

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „oranjesupporter“ ()

      JWH Eckartsberga

      Hallo Freunde

      Bin erst seit heute in euren Forum.

      Und würde den Herrn Friedrich helfen.

      War aber bereits in den 70. Jahren dort.

      Da gab es keine Gitter, und Arrestzellen.

      Und Ausgang gab es jeden Sonntag.

      Suche hier auch Freunde die mit mir in der Maurergruppe waren.

      Von 19.70-72 Jürgen Schmalfuß, Norbert Blass und einige andere.

      Würde mich freuen wenn sich jemand meldet ?

      Tschau euer Jacky

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von „Jacky2012“ ()

      Mönsch Sonja altes Madel ........ was machste denn für Gesicht 8o
      Der Herr über Dir weiss eben nicht, dass in Eckardsberga Zellen und Gitter vor den Fenstern gab, dass manche Jugendliche Tage in den Zellen verbringen mussten, dass es eben in den 80- igern nicht wie selbstverständlich jeden Sonntag Ausgang gab und dass mancher Erzieher ne recht lockere Hand hatten......
      Gerade Anke und Du könnt doch davon ein Lied singen.

      Aber er war auch ein knappes Jahrzehnt vor Euch dort und nicht selten hat man in Einrichtungen immer mal die Zügel gelockert, um sie dann umso fester wieder anzuziehen.

      Ich hoffe, dass bei Dir alles im Lot ist.

      Sei lieb gegrüsst Ines
      Die mich kennen mögen mich - die mich nicht mögen können mich

      Was nicht umstritten ist - ist nicht sonderlich interessant

      :D :D :D
      Eckartsberga verbinde ich oft mit Eilenburg und Torgau, denn nicht wenige kamen von Hohenleuben in diese Einrichtungen...

      So ist Torgau für mich kein Einzelfall, sondern in der Summe mit das Schlimmste, was man erleiden konnte...

      René
      Hallo,
      Ich war, im Jahre 1986/87, für 3 Monate dort gewesen. Meine Erinnerungen daran sind nicht so doll. Ich wurde mit einem Barkas B 1000 von Alt Strahlau direkt dort hingekarrt. Zwei Männer begleiteten mich. Das Gelände war leicht ausserhalb des Ortes gewesen, direkt an einer Straße. Links war das kleine Verwaltungsgebäude gewesen. In den anderen Gebäuden waren immer 2 Gruppen untergebracht. Du kamst unten rein,wo links der Waschraum und dahinter gleich das Kloh war. Zwei Klohs mit nur einer einfachen Holztrennwand. Gitter gab es keine. Alles offen. Vom Eingang geradezu war der Gruppenraum gewesen. Ich war in Gruppe 4. das waren die Maurer. Da ich aber schon eine abgeschlossene Ausbildung hatte, war ich nachher beim Hausmeister angestellt. Dann ging es die Treppe nach oben. Gerade zu war das Erzieherzimmer, wo links an der Wand die Aufbewahrungsfächer für die Jugendlichen waren. Rechts und Links von diesem Raum lagen die Schlafsäle für jeweils 8 Personen. Einige Meter vor unserem Haus waren die Duschen gewesen, wo auch die Zellen waren. Es waren 2 Stück. Einmal durfte ich miterleben, wie ein Junge nach Torgau abgefahren wurde. Dazu gab es einen Fahnenapell mit einer kleinen Ansprache. Danach musste der jenige in den Barkas B 1000 einsteigen und wurde direkt nach Torgau eingeliefert. Der Typ war ziehmlich runter mit den Nerven. Einer aus unserer Gruppe wäre auch beinahe dorthin verfrachtet worden, weil er ein Klohbecken in die Luft sprengte. Keine Ahnung, wo er den Sprengstoff her hatte. Der kam nach einer Aufstellung aller anschließend erstmal in eine der Zellen. Ich bin dort drei mal abgehauen. Glücklicherweise kam ich nach drei Monaten in die Nähe von Berlin, was mir sehr gelegen kam. Bevor ich aber nach Eckersberga kam, war ich 4 Wochen im D - Heim Am Goldberg und davor 4 Wochen in Alt - Strahlau. In den Durchgangsheimen war es immer sehr straff gewesen.Wenn man von der Flucht wieder zurück gebracht wurde, musste man einen gesamten Tag unten im Raum stehen. Die konnten dann mit uns machen was sie wollten. Das war die Strafe gewesen. Ich war heilfroh, als ich da wieder weg war. Unten gab es auch noch die Kleiderkammer, wo sich meist die Starken aufhielten, um zu trainieren. Wenn es mal eine Auseinandersetzung gab, wurde sie dort ausgetragen. Schlägereien waren dort an der Tagesordnung. Man musste sich da schon durchsetzen. Einer der Erzieher, so ein schlanker mit Schnauzbart, war ein Guter und ein anderer ein Idiot. Einmal, als ich aufs Kloh musste, wurden mir gerade mal 20 cm Klohpapier zugeteilt. Ja, das Klohpapier wurde eine Zeit lang zugeteilt. So war das damals dort gewesen. Nun gut, genug geschrieben von damals. Endlich konnte ich das mal los werde. Achso, Ausgang erlebte ich dort nie.

      Grüße aus Berlin
      Dirk

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von „Waldarmeise“ ()