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Tchibo - Jede Woche eine neue Welt!


Professionelle Hilfe für Menschen in Not

Martini

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1

Tuesday, October 6th 2009, 12:34am

VERBRECHEN in Heimen „im Namen des Herrn“ eindeutig belegt ! – aber in den staatlichen Heimen in der frühen Bundesrepublik war es auch nicht anders ! --- Was gibt es da also noch viel zu „forschen“ ?

.
[ „ehemaliges Heimkind“ ( Jg. 1946 ) Martin Mitchell - "MM" - berichtet ]

Eingeständnis der ‚Christen‘, der von ihnen begangenen VERBRECHEN in Heimenim Namen des Herrn“ als „Mission-Gottes“, die sie der „Bibel“ und aus von ihnen selbst veröffentlichtenLehrbüchern“ entnahmen und was sie überall predigten – und die daher „systemimmanent“ waren.

Abuse was not the failure of the system, abuse was the system !”

»Endstation Freistatt
Fürsorgeerziehung in den v. Bodelschwinghschen Anstalten Bethel bis in die 1970er Jahre«

Herausgegeben von Benad, Matthias / Schmuhl, Hans-Walter / Stockhecke, Kerstin
Verlag : Verlag für Regionalgeschichte – Bethel-Verlag – Bielefeld 2009 !

Siehe @ http://www.buchhandel.de/detailansicht.aspx?isbn=978-3-89534-676-7

ISBN : 978-3-89534-676-7
Einband : gebunden
Preisinfo : 24,00 Euro[D] / 24,00 Euro[A]
Seiten/Umfang : 376 Seiten - 25 x 17 cm
Erschienen : 1. Auflage 15.05.2009
Aus der Reihe : Schriften des Instituts für Diakonie- und Sozialgeschichte an der Kirchlichen Hochschule Bethel 16

Medien :
Inhaltsverzeichnis (PDF) @ http://www.buchhandel.de/WebApi1/GetMmo.asp?MmoId=5163435&mmoType=PDF
Sonstige Informationen (PDF) @ http://www.buchhandel.de/WebApi1/GetMmo.asp?MmoId=5163437&mmoType=PDF
Annotation (PDF) @ http://www.buchhandel.de/WebApi1/GetMmo.asp?MmoId=5163437&mmoType=PDF
Annotation (PDF) @ http://www.buchhandel.de/WebApi1/GetMmo.asp?MmoId=5325408&mmoType=PDF

[ in dem Kapitel von RAINER NUSSBINDER
»Freistatt, Heimerziehung und die Westfälische Diakonissenanstalt Nazareth« [ d.h. zu Bethel gehörend [ "MM" ] ]

[ ERSTE TEIL ]

[ Seite 374: Rainer Nußbicker M.A. ist Diakon und Regionalleiter im Stiftungsbereich Behindertenhilfe der v. Bodelschwinghschen Anstalten Bethel; und ihm sei mein großer Dank und meine Hochachtung ! [ "MM" ] ]

[ Dieses Kapitel umfaßt 38 Seiten : 217-254 ]

»»»[ Seite 225 ]

Offensichtlich bestand das Problem der christlichen Legitimation [ "MM" ] der Fürsorgeerziehung nicht nur in Bethel und Nazareth. 1922 gab die Konferenz der Vorsteher der deutschen evangelischen Diakonenanstalt ein Lehrbuch für Anstaltserziehung heraus [ "MM" ],

[ Seite 226 ]

[ 15 »Die evangelische Anstaltserziehung mit besonderer Berücksichtigung der Fürsorgeerziehung : Leitfaden zur Ausbildung von Erziehern in Anstalten für männliche Zöglinge«, Hannover ( 1922 ! ) ]
verfasst von den Pastoren Johannes Steinwachs ( Direktor der Neinstedter Anstalten in Neinstedt am Harz ), Wilhelm Backhausen ( Vorsteher der Erziehungsanstalt Kronberg vor Hannover ) und Johannes Voigt ( Vorsteher der Schleswig-Holsteinischen Diakonenanstalt zu Rickling in Holstein ), es sollte „eine Lücke in der pädogigischen Literatur ausfüllen“15 [ ... ]

„Über Anstaltserziehung gibt es auf evangelischer Seite [ "MM" ] noch kein zusammenfassendes Lehrbuch. Dieser Mangel wird nicht nur von denen empfunden, welche Erziehungsanstalten zu leiten haben, sondern auch von denen, die Anstaltserzieher vorzubilden haben, vor allen von den Lehrern der Diakonenanstalten. So hat denn die Brüderhausvorsteherkonferenz der Unterzeichnenden [ "MM" ] beauftragt, ein Lehrbuch für Anstaltserziehung [ "MM" ] zu verfassen und zwar mit der Beschränkung auf männliche Zöglinge [ gewöhnlich im Alter von 14 bis 21 Jahren [ "MM" ] ]. [ ... ]. Dabei sind sie sich voll bewusst, dass pädagogische Anleitung und Unterweisung den Erzieher noch nicht machen. Der Erzieher [ "MM" ] wirkt durch das, was er als christliche Persönlichkeit [ "MM" ] geworden ist, weit mehr als durch pädagogische Kenntnisse und Technik, die er sich angeeignet hat.“16

Das Buch [ »Die evangelische Anstaltserziehung...« [ "MM" ] ] lässt keine Zweifel zu: Das Erziehungsziel und „Endzweck der Erziehung“ ist die Erweckung des Glaubens ( S. 97 ):

„Fassen wir die Aufgabe der evangelischen Erziehung [ "MM" ] zusammen: Sie will den Zögling zur christlichen Persönlichkeit bilden [ "MM" ], indem sie ihn zum Glauben erzieht und den ganzen Menschen mit seinen natürlichen Anlagen für den Dienst der Liebe, der Auswirkung des Glaubens ist, emporbildet. So ist die evangelische Pädagogik grundsätzlich Religionspädagogik [ "MM" ], d.h. Religion ist Weg und Ziel für ihr gesamtes Wirken.“ ( S. 101 )

[ Seite 227 ]

Auch wenn Religion als Weg und Ziel benannt wurden, war man in der Wahl der Mittel äußerst weltlich:

„§ 58. Der Befehl.
Der Befehl muss erfolgen, wo die Aufmerksamkeit des Zöglings auf die Befolgung der Ordnung oder des unausgesprochenen Willens des Erziehers nachlässt oder die veränderten Umstände eine besondere Willensäußerung nötig machen. Er verlangt nicht Gesinnung, sondern ein Tun oder ein Lassen, ist demnach Gebot oder Verbot. Der Befehl kann ausgedrückt werden durch Blick, Zeichen, Laut oder Wort. [ ... ] Wodurch bewirkt der Befehl den Gehorsam? Nicht durch Angabe von Gründen. ‚Gründe angeben heißt, Gegengründen Berechtigung einräumen und den Gehorsam erlassen.‘ Gründe werden auch am wenigsten begriffen, wenn eine Lust oder Begierde das Nachdenken hindert. Es genügt, wenn der Erzieher von der Richtigkeit seines Befehls überzeugt ist und ihn mit Festigkeit und Kürze ausspricht. [ ... ] Befehle sollen sparsam sein. Die Lust zum Kommandieren reizt zum Widerstand, und viele Befehle auf einmal schwächen sich gegenseitig.“ ( S. 117 )

„§ 62. Die Strafe.
Die Erziehungsstrafe besteht ihrem Wesen nach darin, dass dem Zögling, weil er nicht gehorchen will oder weil er sich eines Verstoßes gegen die Ordnung, Sitte oder Strafgesetz schuldig gemacht hat, ein seelischer oder körperlicher Schmerz oder beides zugefügt wird. Wir treten trotz moderner Bedenken gegen ihre Zulässigkeit für die Berechtigung der Strafe ein. Kleine Kinder [ gemeint sind, es wird angenommen, „Kinder“ im Alter von 4 bis 13 Jahren [ "MM" ] ] können oft auf keine andere Weise bewogen werden, üble Gewohnheiten abzulegen und böse Neigungen zu unterdrücken. Wachsen sie heran, ist ihr Verstand soweit entwickelt, dass sie sittliche Belehrungen verstehen und dennoch wider besseres Wissen Sittengebote übertreten, müssen sie dafür verantwortlich gemacht werden. Die Strafe soll ihnen diese Verantwortlichkeit einschärfen. Die Lehre von der Vererbung [ d.h. „Eugenik[ "MM" ] ] und vermehrte Kenntnis krankhafter Seelenzustände [ "MM" ] verstärkte jene Bedenken. Hinzu kam die weibische Verehrung der ‚kindlichen Majestät‘ ( Ellen Key ). Der Ernst der Sünde [ "MM" ] wurde verkannt und und die sittliche Energie verweichlichte. Dagegen ist zu sagen, dass wir die Würde des Menschen erst dann recht anerkennen, wenn wir ihn verantwortlich machen, und dass eine angemessene Strafe auf psychopatisch Minderwertige [ "MM" ] nicht selten heilpädagogisch einwirkt.“ ( S. 123f )«««

[ wird fortgesetzt ]
Signature from »Martini« Eine Verhandlung oder ein Verfahren ohne QUALIFIZIERTEN juristischen Rechtsbeistand, Recht und Gesetz ist wie ein Gebäude ohne Fundament – ein Kartenhaus, und ein Armutszeugnis für jede "Demokratie" und angeblichen "Rechtsstaat", wo versucht wird dies einzuschränken.

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Martini

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Tuesday, October 6th 2009, 1:00am

VERBRECHEN in Heimen „im Namen des Herrn“ belegt ! – aber in den staatlichen Heimen in der frühen Bundesrepublik war es auch nicht anders ! --- Was gibt es da also noch viel zu „forschen“ ?

.
[ „ehemaliges Heimkind“ ( Jg. 1946 ) Martin Mitchell - "MM" - berichtet ]

Eingeständnis der ‚Christen‘, der von ihnen begangenen VERBRECHEN in Heimenim Namen des Herrn“ als „Mission-Gottes“, die sie der „Bibel“ und aus von ihnen selbst veröffentlichtenLehrbüchern“ entnahmen und was sie überall predigten – und die daher „systemimmanent“ waren.

Abuse was not the failure of the system, abuse was the system !”

»Endstation Freistatt
Fürsorgeerziehung in den v. Bodelschwinghschen Anstalten Bethel bis in die 1970er Jahre«

Herausgegeben von Benad, Matthias / Schmuhl, Hans-Walter / Stockhecke, Kerstin
Verlag : Verlag für Regionalgeschichte – Bethel-Verlag – Bielefeld 2009 !

Siehe @ http://www.buchhandel.de/detailansicht.a…8-3-89534-676-7

[ .......... ]

[ Dieses Kapitel umfaßt 38 Seiten : 217-254 ]

[ Seite 374: Rainer Nußbicker M.A. ist Diakon und Regionalleiter im Stiftungsbereich Behindertenhilfe der v. Bodelschwinghschen Anstalten Bethel; und ihm sei mein großer Dank und meine Hochachtung ! [ "MM" ] ]

[ ZWEITE TEIL ]

»»»[ Seite 228 ]

„Trotz moderner Bedenken“ hielt man am Strafsystem fest. Zeitgleich mit dem Erscheinen dieses Buches [ »Die evangelische Anstaltserziehung...« [ "MM" ] ] [ im Jahre 1922 ! [ "MM" ] ] gab es reformpädagogische Ansätze,

[ Seite 228 ]

denen mit „Die evangelische Anstaltserziehung“ ein Kontrapunkt gesetz wurde. Die Strafe wird zu einem bedeutsamen Erlebnis für Zögling und Erzieher stilisiert [ "MM" ]:

„Mit einem Wort: der Zweck [ der Strafe ] ist die Besserung des Täters. Die als gerecht empfundene Strafe empfindet der Zögling zugleich als Sühne seiner Schuld und als Befreiung seines Gewissens. Nun kann der Erzieher ihm, herzlich vergeben, und die Gemeinschaft zwischen beiden wird inniger; denn beide haben etwas Bedeutendes erlebt. Der Erzieher tat, wie sonst selten, einen Blick in das Herz des Zöglings; und der Knabe lernte den Erzieher als den, der seine Seele liebt, in eindrucksvoller Weise kennen.“ ( S. 124 )

„Gegen die Anwendung der körperlichen Züchtigung und den Einschluss in die Isolierzelle sind wegen beklagenswerter Missbräuche oder auch aus grundsätzlichen Erwägungen Bedenken erhoben. Wir lassen sie uns zur ernsten Prüfung dienen, sind aber der Ansicht, dass die Betonung der ‚Würde‘ der Kinder [ gemeint sind, es wird angenommen, „Kinder“ im Alter von 4 bis 13 Jahren [ "MM" ] ] und Jugendlichen [ gemeint sind, es wird angenommen, „Jugendliche“ im Alter von 14 bis 21 Jahren [ "MM" ] ] nicht übertrieben werden darf und Gefahren der Züchtigung sich vermeiden lassen, wenn man das Recht dazu nur dem Lehrer und dem Hausvater überträgt. Das Recht zur Züchtigung muss durch väterliche Liebe erworben werden, und die schöne Vorschrift der Württhemberger Schulordnung von 1730 soll uns mahnen: ,Man umbinde die Rute mit Seufzen zu Gott!‘ Der bloße physische Schmerz, den lieblose Hand zufügt, richtet Zorn an oder erzeugt knechtliche Furcht.“ ( S. 125 )

„Trotz erhobener Bedenken“ wurde die Züchtigung [ "MM" ] unter Rückgriff auf eine fast 200 Jahre alte Schulordnung gar zu einem religiösen Akt [ "MM" ], zu einer gottesdienlichen Handlung [ "MM" ], weil sie aus Liebe geschehe [ "MM" ] und sich somit absolut vom bloßen Schmerz, den die lieblose Hand zufügt, unterscheide. Ähnliches galt dann auch an anderer Stelle:

„Verbündet sich die Seelsorge [ "MM" ] innig mit der Arbeitserziehung [ "MM" ], so kann ihr die höchste Freude [ "MM" ] beschieden werden, dass ihr Zögling unter ihrer Zucht heranwächst zum Ebenbild Gottes, der in schaffender Liebe wirksam ist von Anfang bis jetzt. In diesem Sinne darf die Arbeitserziehung die Pfahlwurzel der gesamten Erziehung [ "MM" ] genannt werden. „ ( S. 149 )
„Unter Umständen müssen wir gegen ihn den Stock gebrauchen; aber er soll nie sagen dürfen, dass wir ihn wie ein Stück Vieh behandelt haben. Was wir ihm antun, muss jeder gebildete Mensch hören und sehen dürfen, ohne an unserer Herzensbildung irre zu werden; ja gerade an dem, was wir in erregten Augenblicken tun, muss er erkennen, dass Christus uns in seiner Gewalt hat.“ ( S. 166 )

[ Seite 229 ]

Die Autoren [ dieses Buches »Die evangelische Anstaltserziehung...« [ "MM" ] ] scheinen eine Ahnung davon gehabt zu haben, dass „jeder gebildete Mensch“ an so begründetem Handeln durchaus hatte Irre werden können.

Die Umdeutung des Eintrittsmotivs [ in die Brüdernschaft der „Diakone“ oder die Schwesternschaft der „Diakonissen[ "MM" ] ]17 und die „christliche“ Legitimation der Fürsorgeerziehungspraxis [ "MM" ] erreichten in diesem Lehrbuch nicht nur unter heutigen Gesichtspunkten fragwürdige Höhen, zumal nicht vom Evangelium ausgehend nach geeigneten Formen der Erziehung gefragt, sondern umgekehrt die bestehende Realität mit „passenden“ Bibelstellen untermauert wurde. Mit dieser unzulässigen Methode [ "MM" ], die die geschichtliche Dimension biblischer Texte und ihre theologischen Zusammenhänge ignoriert, konnte bekanntlich ZU ALLEN ZEITEN alles Mögliche und Unmögliche „biblisch begründet“ [ "MM" ] werden.18 Man brauchte ein Gesetz, keine Frohe Botschaft. Vor diesem Hintergrund soll die konkrte Praxis Nazareths [ bzw. Bethels ( „Haus Gottes“ ) über die nächsten 25 Seiten hinweg: Seite 230 bis Seite 254 [ "MM" ] ] näher dargestelt werden.«««
___________________________

17 Die [ drei ] Autoren [ dieses Buches »Die evangelische Anstaltserziehung...«, die Pastoren Johannes Steinwachs, Wilhelm Backhausen und Johannes Voigt beziehen sich ausdrücklich auf den oben schon zitierten Diakonenspiegel: Der Diakonenspiegel, den [ Wilhelm ] Löhe [ *1808 - †1872 ] [ Wikipedia @ http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_L%C3%B6he ] [Innere Mission“, Vorgänger-Institution der „Diakonie] den Diakonission vorhält, gilt auch den Diakonen und Erziehern. Er lautet: Was will ich? Dienen will ich ... [ ... ]“ [ "MM" ].
18 Vgl. Annette Gohres / Stefan Linck / Joachim Lis-Walter ( Hgg. ), »Als Jesus „arisch“ wurde. Kirche, Christen, Juden in Nordelbien« 1933-1945, Bremen 2003 [ "MM" ].


BEEKING, JOSEPH
»Grundriss der Kinder- und Jugendfürsorge. Mit einem Anhang der wichtigsten einschlägigen Gesetzestexte.«
Herder & Co., Freiburg im Breisgau [ katholisch ! ]
[ im Auftrage des Erzbischöflichen Ordinariats der Erzdiözese Freiburg ?! ]
1. Auflage ( 1. Januar 1929 ! )
Hardcover / Leineneinband mit illustriertem Originalschutzumschlag
333 Seiten

[ Seite 74 ]

"Dazu kommt noch das besondere Recht der Kirche, als selbständiger, natürlich gegebener Wohlfahrtsverband den ihr gestellten Helferaufgaben entsprechen zu können. Als von Christus gegründete Heilanstalt ist sie eine auf Grund göttlicher Anordnung bestehende vollkommene Gesellschaft und hat als solche das natürliche, nicht erst vom Staat verliehene Recht, das zum Heile ihrer Untergebenen Erforderliche anzuordnen und die hierzu erforderlichen Einrichtungen und Maßnahmen zu veranlassen."

Siehe auch:

»Christliche Bildung und Erziehung« : Vorlesungen und Vorträge / der Professoren Beeking, Lehrl, Meister, Pfliegler. - Basel : Hess ( 1945 ! ) - 108 Seiten

»Katholische Kinder- und Jugendfürsorge : Festschrift zum Ersten Gesamtkongress der katholischen Kinder- und Jugendfürsorge Deutschlands«, München, 17. - 19. Oktober 1927 / herausgegeben von Josef Beeking. - München : Eder ( 1927 ! ) - 136 Seiten

»Vertiefung der Jugendhilfe« / hrsg. von J. Beeking. - Freiburg i. Br. : Caritasverlag ( 1928 ! ) - VIII, 208 Seiten - Reihe: ( Schriften zur Jugendwohlfahrt; 10 )

»Caritas und Jugendamt : ein Führer in Frage und Antwort« / von J. Beeking. - 2. Auflage - Freiburg im Breisgau : Caritasverlag ( 1928 ! )

»Grundfragen der erzieherischen Führung« / Josef Beeking. - Einsiedeln : Benziger, ( 1940 ! ) - 94 Seiten - Reihe: ( Werkbücher für Glauben und Leben : Pädagogische Reihe; 2 )


Ist DAMIT nicht ALLES belegt ? – Oder streiten die beiden Amtskirchen auch ALL DIES einfach ab, wenn sie heutzutage gerne von „Einzelfällen“ reden und schwadronieren wollen um ihr damaliges Handeln zu relativieren und ALL DIESE IHRE UNTATEN, die sie selbst – WIE GEHABT – festgeschrieben haben, zu bagatellisieren ?

Was gibt es da also noch viel zu „forschen“ ?


QUERVERWEIS: Hier in unserem Forum @ http://heimkinder-forum.de/v2/heim-talk/…ene/#post128585
Signature from »Martini« Eine Verhandlung oder ein Verfahren ohne QUALIFIZIERTEN juristischen Rechtsbeistand, Recht und Gesetz ist wie ein Gebäude ohne Fundament – ein Kartenhaus, und ein Armutszeugnis für jede "Demokratie" und angeblichen "Rechtsstaat", wo versucht wird dies einzuschränken.

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Kupfer

Seelenklempner in Spe

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Wednesday, October 14th 2009, 7:53am

Gemeinsame Erklärung
der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers und
des Diakonischen Werkes der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers e.V.
zu der Situation in Heimen der Jugendfürsorge in den 50er und 60er Jahren.

Mit Trauer stellen wir fest, dass in unseren Einrichtungen der Jugendfürsorge in den 50er und 60er Jahren schlimmes Unrecht geschehen ist.

1. Uns beschämt, dass in den 50er und 60er Jahren unser christlicher Anspruch von der Wirklichkeit oft nicht gedeckt wurde. Insbesondere sehen wir, dass es häufig zu Gewaltanwendungen kam, ein oft massiver psychischer Druck herrschte und in den Heimen nicht individuell fördernd auf die Kinder und Jugendlichen eingegangen worden ist. Dadurch ist die Würde der uns anvertrauten Kinder und Jugendlichen oft nachhaltig verletzt und ihr Leben beschädigt worden.
Wir setzen uns dafür ein, dass in unseren Einrichtungen ohne Gewalt, in einer Atmosphäre des Respekts, einfühlsam und achtsam miteinander umgegangen wird. Wir wollen die Fähigkeiten und Entwicklungspotentiale des Einzelnen fördern.

2. Uns beschämt, dass die bedrückenden Einzelschicksale über lange Jahre verschwiegen und weder aufgearbeitet noch öffentlich gemacht wurden. Die ersten Veröffentlichungen in der Mitte der 60er Jahre wurden nur wenig beachtet. Sie trugen jedoch dazu bei, dass unsere Einrichtungen sich damals pädagogisch neu orientierten. Es sind aber fast vierzig Jahre verstrichen, bis die Betroffenen in einer breiten Öffentlichkeit Gehör gefunden haben.
Wir setzen uns zusammen mit unseren Einrichtungen dafür ein, dass die Betroffenen therapeutisch und seelsorgerlich begleitet werden. Außerdem lassen wir eine wissenschaftliche Dokumentation über die damalige Situation in den Heimen erstellen, auch um weitere Konsequenzen aus den Versäumnissen der Vergangenheit zu ziehen.

3. Uns beschämt, dass Mitarbeitende in den Einrichtungen für ihre verantwortungsvolle Aufgabe oft unzureichend qualifiziert waren, ihre Einbindung in ein streng hierarchisches System oft demütigend und die personelle Besetzung unzureichend war. Wir achten die Mitarbeitenden, die unter schwierigen Bedingungen Gutes wollten und dies auch erreicht haben. Wir wissen, dass viele ehemalige Mitarbeitende bis heute unter Schuldgefühlen leiden.
Wir setzen uns gemeinsam mit unseren Einrichtungen dafür ein, dass unsere Mitarbeitenden qualifi-ziert ausgebildet sind und ständig entsprechend dem aktuellen Bedarf fortgebildet werden. Dazu brauchen die Teams und die Leitungen der Einrichtungen eine permanente Supervision und ein ständiges Beratungsangebot. Grundvoraussetzung ist, dass unsere Einrichtungen die Besetzung haben, die den berechtigten Ansprüchen der Jugendlichen und Kinder gerecht wird.

4. Uns beschämt, dass die Heime der Jugendfürsorge oft nicht auskömmlich finanziert waren. Deshalb erhielten die dort untergebrachten Kinder und Jugendlichen keine adäquate Ausbildung, sondern mussten für ihre tägliche Versorgung oft hart arbeiten.
Wir setzen uns dafür ein, dass Kinder und Jugendliche in Einrichtungen der Jugendhilfe eine qualifizierende Ausbildung erhalten und alle Kosten ihres Aufenthaltes durch die Solidargemeinschaft gedeckt sind.

5. Uns beschämt, dass die staatliche Einweisungspraxis oft leichtfertig war, dass es an einer kompetenten Heimaufsicht gefehlt hat und das Miteinander von Jugendämtern und Fürsorgeeinrichtungen meist unreflektiert und unkritisch gestaltet wurde.
Wir setzen uns gemeinsam mit dem Gesetzgeber dafür ein, dass die Lebenssituation der Betroffenen und die Arbeitssituation der Mitarbeitenden sowohl durch die staatliche Heimaufsicht als auch durch eine kritische Begleitung und Beratung ständig verbessert werden.

Wir, die kirchlichen und diakonischen Einrichtungen wissen heute, dass bei der Erziehung und Förderung vieler Kinder und Jugendlicher, die uns in den Erziehungseinrichtungen anvertraut waren, vielfach versagt wurde. Wir bitten bei den betroffenen ehemaligen Bewohnerinnen und Bewohnern um Entschuldigung und Vergebung.
Wir haben aus der Vergangenheit gelernt. Deshalb setzen wir uns in unseren Einrichtungen konsequent für eine Pädagogik ein, die erfahrbar von der bedingungslosen Annahme jedes Menschen durch die Liebe Christi geprägt ist.

Für die Evangelisch-lutherische Landeskirche Hannovers
Dr. Margot Käßmann, Landesbischöfin

Für das Diakonische Werk der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers e.V.
Dr. Christoph Künkel, Direktor

Hannover, 7.Oktober 2009

Quelle:
http://www.jugendhilfeportal.de/wai1/sho…id=DE0010006499
Signature from »Kupfer«
Egal wie tief man die Messlatte für den menschlichen Verstand auch ansetzt,
jeden Tag kommt jemand und marschiert AUFRECHT drunter durch...


Martini

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Wednesday, October 14th 2009, 11:19pm

Nur die „Evangelisch-lutherische Landeskirche Hannovers“ entschuldigt sich bei „ehemaligen Heimkindern“ ( bzw. bei den „Bewohnern“ und „Bewohnerinnen“ ihrer „Einrichtungen“ ) !

.
Der „
Verein ehemaliger Heimkinder e.V.
“ möchte darauf hinweisen:

Nur die „
Evangelisch-lutherische Landeskirche Hannovers
“ entschuldigt sich bei „ehemaligen Heimkindern“ ( bzw. bei den „Bewohnern“ und „BewohnerinnenihrerEinrichtungen“ ) !

Folgende „Erklärung“ ( vom 07.10.2009 ) bezieht sich NUR auf „
Einrichtungen der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers und des Diakonischen Werkes der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers“ ( die ungefähr drei Viertel Niedersachsen umfaßt ! ) und sich, anscheinend, NUR auf den Zeitraum von 1950 bis 1969 beschränkt !nicht aber auf die „Evangelisch-lutherische Kirche“ oder „Kirchen“ und „Diakonischen Werke“ in den anderen Bundesländern und nicht auf unabhängige Kreisstädte und Landkreise oder unabhängige Großstädte [ d.h. nicht auf die gesamte „Kirche“: „Evangelische Kirche in Deutschland“ ( „EKD“ ) ]
!!!

Für eine Idee was zum Gebiet der „
Evangelisch-lutherische Landeskirche Hannovers“ gehört und was nicht, siehe Wikipedia @
http://de.wikipedia.org/wiki/Evangelisch-lutherische_Landeskirche_Hannovers


[ Europe, Germany, Hannover: Erklärung vom 7. Oktober 2009 ]

Gemeinsame Erklärung der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers und des Diakonischen Werkes der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers e.V. zu der Situation in Heimen der Jugendfürsorge in den 50er und 60er Jahren

Mit Trauer stellen wir fest, dass in unseren Einrichtungen der Jugendfürsorge in den 50er und 60er Jahren schlimmes Unrecht geschehen ist.

1. Uns beschämt, dass in den 50er und 60er Jahren unser christlicher Anspruch von der Wirklichkeit oft nicht gedeckt wurde. Insbesondere sehen wir, dass es häufig zu Gewaltanwendungen kam, ein oft massiver psychischer Druck herrschte und in den Heimen nicht individuell fördernd auf die Kinder und Jugendlichen eingegangen worden ist. Dadurch ist die Würde der uns anvertrauten Kinder und Jugendlichen oft nachhaltig verletzt und ihr Leben beschädigt worden.
Wir setzen uns dafür ein, dass in unseren Einrichtungen ohne Gewalt, in einer Atmosphäre des Respekts, einfühlsam und achtsam miteinander umgegangen wird. Wir wollen die Fähigkeiten und Entwicklungspotentiale des Einzelnen fördern.

2. Uns beschämt, dass die bedrückenden Einzelschicksale über lange Jahre verschwiegen und weder aufgearbeitet noch öffentlich gemacht wurden. Die ersten Veröffentlichungen in der Mitte der 60er Jahre wurden nur wenig beachtet. Sie trugen jedoch dazu bei, dass unsere Einrichtungen sich damals pädagogisch neu orientierten. Es sind aber fast vierzig Jahre verstrichen, bis die Betroffenen in einer breiten Öffentlichkeit Gehör gefunden haben.
Wir setzen uns zusammen mit unseren Einrichtungen dafür ein, dass die Betroffenen therapeutisch und seelsorgerlich begleitet werden. Außerdem lassen wir eine wissenschaftliche Dokumentation über die damalige Situation in den Heimen erstellen, auch um weitere Konsequenzen aus den Versäumnissen der Vergangenheit zu ziehen.

3. Uns beschämt, dass Mitarbeitende in den Einrichtungen für ihre verantwortungsvolle Aufgabe oft unzureichend qualifiziert waren, ihre Einbindung in ein streng hierarchisches System oft demütigend und die personelle Besetzung unzureichend war. Wir achten die Mitarbeitenden, die unter schwierigen Bedingungen Gutes wollten und dies auch erreicht haben. Wir wissen, dass viele ehemalige Mitarbeitende bis heute unter Schuldgefühlen leiden.
Wir setzen uns gemeinsam mit unseren Einrichtungen dafür ein, dass unsere Mitarbeitenden qualifiziert ausgebildet sind und ständig entsprechend dem aktuellen Bedarf fortgebildet werden. Dazu brauchen die Teams und die Leitungen der Einrichtungen eine permanente Supervision und ein ständiges Beratungsangebot. Grundvoraussetzung ist, dass unsere Einrichtungen die Besetzung haben, die den berechtigten Ansprüchen der Jugendlichen und Kinder gerecht wird.

4. Uns beschämt, dass die Heime der Jugendfürsorge oft nicht auskömmlich finanziert waren. Deshalb erhielten die dort untergebrachten Kinder und Jugendlichen keine adäquate Ausbildung, sondern mussten für ihre tägliche Versorgung oft hart arbeiten.
Wir setzen uns dafür ein, dass Kinder und Jugendliche in Einrichtungen der Jugendhilfe eine qualifizierende Ausbildung erhalten und alle Kosten ihres Aufenthaltes durch die Solidargemeinschaft gedeckt sind.

5. Uns beschämt, dass die staatliche Einweisungspraxis oft leichtfertig war, dass es an einer kompetenten Heimaufsicht gefehlt hat und das Miteinander von Jugendämtern und Fürsorgeeinrichtungen meist unreflektiert und unkritisch gestaltet wurde.
Wir setzen uns gemeinsam mit dem Gesetzgeber dafür ein, dass die Lebenssituation der Betroffenen und die Arbeitssituation der Mitarbeitenden sowohl durch die staatliche Heimaufsicht als auch durch eine kritische Begleitung und Beratung ständig verbessert werden.

Wir, die kirchlichen und diakonischen Einrichtungen wissen HEUTE, dass bei der Erziehung und Förderung vieler Kinder und Jugendlicher, die uns in den Erziehungseinrichtungen anvertraut waren, vielfach versagt wurde. Wir bitten bei den betroffenen ehemaligen Bewohnerinnen und Bewohnen um Entschuldigung und Vergebung.

Wir haben aus der Vergangenheit gelernt. Deshalb setzen wir uns in unseren Einrichtungen konsequent für eine Pädagogik ein, die erfahrbar von der bedingungslosen Annahme jedes Menschen durch die Liebe Christi geprägt ist.

Landesbischöfin Dr. Margot Käßmann
Diakonie-Direktor Dr. Christoph Künkel

Hannover, 7.Oktober 2009

QUELLE:
EVLKA @ http://www.evlka.de/content.php?contentTypeID=4&id=11463 ( untere Hälfte ), wo auch über die Tagung derEvangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers und des Diakonischen Werkes der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers“ am 7. Oktober 2009 in Hannover berichtet wird ( obere Hälfte ).


Und ich möchte, und ein paar andere von
UNS möchten, zusätzlich auch noch mal ganz besonders darauf hinweisen ( und wir haben dies schon getan am 7. Oktober 2009, um ungefähr 20:30 Uhr MEZ am 7. Oktober 2009 ! ) :

Der entscheidende von der „Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers“ nicht verlesene Absatz ihrer „Erklärung vom 7. Oktober 2009“

»»»2a. Uns beschämt, dass wir Heimkinder in unserer Obhut jahrelang betrogen haben: Um ihre Kindheit und Jugend, um Liebe und Geborgenheit, um Gesundheit und körperliche Unversehrtheit, um sexuelle Selbstbestimmung und ein erfülltes Leben, um einen Lohn für die Schwerstarbeit, zu der wir sie gezwungen haben, um die Abgaben an die sozialen Kassen, die ihnen heute in ihren Renten fehlen.
Wir setzen uns mit unseren Einrichtungen dafür ein, dass die derart Betrogenen in angemessener Form und Höhe finanziell enschädigt werden. Wir wollen und wir werden diese Entschädigung leisten ohne Ansehen der Person und ohne eine Einzelfallprüfung vorzunehmen. Des weiteren setzen wir uns ein für einen in ausreichender Höhe ausgestatteten Fonds, aus dem Trauma- und andere Therapien in erforderlichem Ausmaß und benötigter Länge finanziert werden. Für den Fall dass ehemalige Heimkinder seelsorgerischen Beistand von uns erbitten, werden wir diesen leisten.«««
Signature from »Martini« Eine Verhandlung oder ein Verfahren ohne QUALIFIZIERTEN juristischen Rechtsbeistand, Recht und Gesetz ist wie ein Gebäude ohne Fundament – ein Kartenhaus, und ein Armutszeugnis für jede "Demokratie" und angeblichen "Rechtsstaat", wo versucht wird dies einzuschränken.

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5

Thursday, October 15th 2009, 7:43am

M, warum machst du hier immer wieder werbung für einen kleinen verein? die vorsitzende hat an dem tag, als die erklärung veröffentlicht wurde, die entschuldigung angenommen. eine inhaltliche auseinandersetzung hat ja gar nicht stattgefunden. das ist mehr als fahrlässig.

kupfer hat die erklärung hier eingestellt. danke kupfer!

aber M fügt hier noch 2a ein, ein ganz wesentlicher punkt, wie ich meine. aber der ist leider nicht bestandteil dieser erklärung, den hätte der veh fordern müssen, bevor er daran denkt, eine entschuldigung anzunehmen. nein, es war blupp,der diesen punkt im diakonieforum (heimkinder brauchen die unterstützung der diakonie, beitrag nr. 4209) eingebracht hat.

deshalb, M, schmück dich nicht mit fremden federn :thumb_down:

6

Thursday, October 15th 2009, 7:58am

:8): martini, du stellt immer wieder die frage, was gibt es noch zu forschen? klar, eigentlich ist alles belegt, aber leider nicht so einfach wenn es um fragen der schuld geht. da tun sich kirche und staat ganz schwer. und wenn du wissen willst,warum so lange geforscht wird, musst du mal die geschäftsstelle des runden tisches in berlin anrufen, kriegst bestimmt ein antwort.

7

Thursday, October 15th 2009, 8:53am

ausserdem darf man auch einmal anerkennen, dass sich menschen entschuldigen, für unrecht, das nicht unter ihrer federführung passiert ist.
scheinbar ist aber ständiges draufhauen einfacher und ertragreicher, als auch einmal gesten anzuerkennen.
daraus kann !!! man schließen, daß es vielen eigentlich garnicht um eine entschuldigung geht und vermeidung von fehlern, sondern nur um´s geld.
ich wäre schon zufrieden, wenn durch die berichte der ehemaligen heimkinder, die heutigen kids in heimen, rundum besser versorgt werden. dafür verzichte ich gerne auf eine imaginäre enschädigung. unsere zukunft (kinder) haben es nötiger, als menschen, die schon 40 jahre aus dem heim sind und eigentlich ein leben aufgebaut haben, mit dem sie fertig werden können.(ausnahmen bestätigen die regel)
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was deine stimme so flach macht,
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8

Thursday, October 15th 2009, 9:51am

ninguno, ich bin der meinung, diese entschuldigung der ev. kirche trifft nicht den kern. man muss sich diese mal genau betrachten. es wird das geschehene beschrieben, im selben atemzug dem gegenüber gestellt, was heute alles so viel besser gemacht wird. eine betrachtung der grausamkeiten, ein innehalten findet eigentlich nicht statt. der blick soll gleich wieder auf das, "was wir, die diakonie alles heute viel besser machen, was wir alles aus der vergangenheit gelernt haben" (vermeintlich), gelenkt werden. das geht mir zu schnell, dieBrücke zum heute wird zu schnell hergestellt. eine entschuldigung sieht anders aus, spricht den geschädigten direkt an, so wie blupp aus dem diakonieforum es unter 2a seines beitrages, martini bezieht sich darauf, formuliert.

mir geht es auch darum, dass aus der vergangenheit lehren gezogen werden, dazu bedarf es auch der wissenschaftlichen betrachtung. eine finanzielle entschädigung kann das leid nicht mildern, das uns zugefügt worden ist. andere hilfsangebote sehe ich viel dringlicher.

9

Thursday, October 15th 2009, 10:13am

mir geht es auch darum, dass aus der vergangenheit lehren gezogen werden, dazu bedarf es auch der wissenschaftlichen betrachtung. eine finanzielle entschädigung kann das leid nicht mildern, das uns zugefügt worden ist. andere hilfsangebote sehe ich viel dringlicher


das wird tausendfach in den heutigen heimen erlebt. alleine der vergleich von heute und damals zeigt doch, dass die menschen gelernt haben. d.h. nicht, dass sie ein perfektes system gefunden haben. das wird es NIE geben. dafür sind die menschen, betreuer und betreute, zu unterschiedlich. auch fortschritt kann es nur in kleinen schritten geben und jeder schritt in die richtige richtung, hat anerkennung verdient.

und betrachtungen der grausamkeiten? wem sollen die helfen? betroffene kennen sie. nichtbetroffene glauben sie z.t. nicht und wenn, gibt es morgen schon eine andere schlagzeile. dito, gibt es zu den vorgängen, schon genug literatur, auch von betroffenen, so daß sich menschen, die es genau wissen wollen, über bestimmte fälle informieren können, (incl. internet).
die betrachtung der GENAUEN tatsachen wird es wahrscheinlich erst dann geben können, wenn wirklich die zustände zu der damaligen zeit, von unabhängigen wissenschaftler untersucht und überprüft wurde, denn es gab ja nicht nur ein zustand, sondern sehr viele negative aber auch positive ereignisse und erlebtem. und , ich denke mal, aus diesem ganzen, die wahrheit und tatsachen rauszu klauben, braucht es schon zeit. und die sollte man den menschen gewähren. es wurde 40 oder 50 jahre NICHTS getan. nun kommt langsam alles in´s rollen. und das ist für MICH ein riesen fortschritt.


übrigens, sagen wir nicht auch, wenn wir uns entschuldigen, dass wir nächstens "das" besser machen?
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Martini

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Thursday, October 15th 2009, 3:05pm

Stellungnahme eines Opfers der damaligen „Heimerziehung“, „Heimerziehung“ in einem evangelischen „Heim“ für „Behinderte“ im „Wirtschaftswunderland Westdeutschland“

.
Beitrag von »Jacob« - Helmut Jacob - im Diakonie-Forum vom Dienstag, 13. Oktober 2009, um 00:27 Uhr MEZ

im Thread »Heimkinder brauchen die Unterstützung der Diakonie !«

@ http://www.diakonie-forum.de/themen-und-arbeitsfelder-der-diakonie/heimkinder/573-heimkinder-brauchen-die-unterst-tzung-der-diakonie/index420.html

Stellungnahme zu: „Gemeinsame Erklärung der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers und des Diakonischen Werkes der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers e.V. zu der Situation in Heimen der Jugendfürsorge in den 50er und 60er Jahren“

Eine frohe Botschaft
vorweg: Die Unterzeichner der Erklärung haben den Heimopfern einen Neuaufguss des „Stuttgarter Schuldbekenntnisses“ erspart. Vor etwa 64 Jahren formulierten evangelische Kirchenmänner folgendes Entschuldigunggestammel für ihr Versagen in der NS-Zeit: „Wohl haben wir lange Jahre hindurch im Namen Jesu Christi gegen den Geist gekämpft, der im nationalsozialistischen Gewaltregiment seinen furchtbaren Ausdruck gefunden hat; aber wir klagen uns an, daß wir nicht mutiger bekannt, nicht treuer gebetet, nicht fröhlicher geglaubt und nicht brennender geliebt haben.“
Allerdings klingt das Gestammel heute ähnlich. Zunächst ist 5 mal festzustellen, dass es die Unterzeichner beschämt, was sie zwei, drei Sätze weiter wieder beschönigen.

Zuvor herrscht
kollektive Trauer über die Feststellung, dass in kirchlichen Heimen „schlimmes Unrecht geschehen ist“. Hier wird nicht etwa darüber getrauert, dass in vielen kirchlich geführten Heimen schlimmste, justitiable Verbrechen zwischen ungesetzlichen Prügelorgien und ungesetzlichen sexuellen Verbrechen stattgefunden haben. Einzig und allein der Grund, dass die Opfer sich 40 bis 60 Jahre geschämt haben, über diese Verbrechen, selbst im engsten Familienkreise, zu sprechen, bewahrte tausende Folterknechte unter der Schirmherrschaft der Kirche vor der Anklagebank und erheblichen Strafen. So ist diese Trauer keine ernstzunehmende Gefühlsregung, weil sie den Grund der Trauer unanständig verharmlost.

In PUNKT 1
jammern die Unterzeichner, „dass in den 50er und 60er Jahren unser christlicher Anspruch von der Wirklichkeit oft nicht gedeckt wurde.“ Dazu ist festzustellen: Die evangelische Kirche hat mit jedem Heimopfer einmal mehr Jesus Christus ans Kreuz genagelt. Sie hat die Bergpredigt in den Dreck gezogen, das Gebot christlicher Nächstenliebe täglich in irgendwelchen ihrer Heime mit Füßen getreten, gegen die meisten der Zehn Gebote verstoßen, - und es bis heute nicht geschafft, gemäß dem Gebet Jesu, das er seinen Jüngern lehrte, dem „Vater unser“, aufrichtig um Entschuldigung zu bitten.

Noch im selben PUNKT 1
schwadronieren die Unterzeichner über häufige Gewaltanwendungen, massiven psychischen Druck und, dass „in den Heimen nicht individuell fördernd auf die Kinder und Jugendlichen eingegangen worden ist.“ Ehrlich hätte es heissen müssen: „Oft wurden Kinder und Jugendliche bis zur Besinnungslosigkeit zusammengeschlagen, man hat sie permanent bedroht und geängstigt und darum keine Zeit gefunden, sie schulisch und beruflich zu fördern.“

Danach wieder eine
Verharmlosung der Folgen der kirchlich übersehenen Schäden an den Jugendlichen: „Dadurch ist die Würde der uns anvertrauten Kinder und Jugendlichen oft nachhaltig verletzt und ihr Leben beschädigt worden.“ Aufrichtig hätte es heißen müssen: „Wir haben die uns Anvertrauten gebrochen, wir haben ihren Willen gebrochen, wir haben ihre natürliche Wehrhaftigkeit gebrochen und sie aller Chancen für ein würdiges soziales, berufliches und gesundes Leben in der Gesellschaft beraubt. Wir haben sie dazu gedrillt, dass sie heute oft über ihre Mitopfer herfallen und sich gegenseitigzerfleischen, statt sich mit ihren Peinigern auseinander zu setzen.“

Unter PUNKT 2
schämen sich die Unterzeichner, dass sie Jahrzehnte Einzelschicksale verschwiegen haben. Wahr ist aber auch, dass Opfer, die sich endlich trauten, ihre Peiniger und Gefängnisse namentlich zu nennen, mit Verleumdungsklagen eingedeckt wurden, dass man versuchte, sie mundtot zu machen. Fast wäre es ihnen gelungen.
Stiller Helfer der Opfer war und ist das Internet. Heute geraten Verbrechen an Kindern und Jugendlichen nicht darum so schnell in Vergessenheit, weil Buchauflagen in den 60er Jahren ausliefen und die Erinnerung löschten. Zur Wahrheit gehört auch: Die Kirchen geben nur zu, was nicht mehr zu leugnen ist.
Selbst dann noch verharmlosen sie, relativieren sie und verniedlichen sie. Aber sie tragen in jeder Stellungnahme die heutige Situation wie eine Monstranz vor sich her, nach der jetzt alles besser sein soll. Schön wäre es. Auch hier belehren uns die Meldungen im Internet eines Besseren.

In PUNKT 3 bejammern
die Unterzeichner mit der geschwollenen Formulierung „dass Mitarbeitende in den Einrichtungen für ihre verantwortungsvolle Aufgabe oft unzureichend qualifiziert waren“, dass sie Nieten auf hilflose Kinder und Schlägertrupps auf junge Männer und Frauen losgelassen haben. Sie verschweigen ebenso, dass in den Heimen ein Klima geschaffen und permanent gepflegt wurde, welches die Selbstjustiz und willkürliche Bestrafung der Opfer untereinander förderte, damit sich die angeblich im Dienste Jesu Stehenden nicht immer selbst die Hände schmutzig machen mussten. Fast weinerlich schieben sie hinterher: „Wir achten die Mitarbeitenden, die unter schwierigen Bedingungen Gutes wollten und dies auch erreicht haben. Wir wissen, dass viele ehemalige Mitarbeitende bis heute unter Schuldgefühlen leiden.“ Für die Heimopfer bedeuten diese Sätze: Thema verfehlt!
Anständiger hätte es wie folgt heissen müssen: „Wir achten die Heimopfer, die unter schwierigen Bedingungen Gutes wollten und dies auch erreicht haben. Wir wissen, dass viele ehemalige Heimkinder und -Jugendliche bis heute unter Schuldgefühlen leiden.“

Unter PUNKT 4
sind natürlich wieder andere Schuld. Staat und Gesellschaft haben die Betriebe der Kirche zu schlecht finanziert. Fakt ist: Die Kirchen reißen sich stets Aufgabengebiete unter die Nägel, mit denen sie nicht fertig werden. Dabei machen sie von ihrer Macht dem Staat und der Regierung gegenüber keinen Gebrauch; sie fordern nicht die Gelder, die notwendig sind, um ihnen anvertraute Kinder und Jugendliche unter Berücksichtigung der Menschenwürde zu erziehen und sie auf ein Leben in der Gesellschaft vorzubereiten. Eine Verhöhnung ist die mit dem fehlenden Geld gekoppelte Rechtfertigung für Kinderarbeit, für Sklavenarbeit, für Zwangsarbeit. Völlig außer acht gelassen werden die damit verbundenen ständigen Repressalien und Misshandlungen, die in der Konsequenz zu schweren körperlichen und seelischen Behinderungen geführt haben, - für einige bis zu ihrem Lebensende.

Unter PUNKT 5
des Jammerns zeigen die kirchlichen Finger anklagend auf die oft leichtfertige staatliche Einweisungspraxis. Weitere Finger auf andere Schuldige richten sich gezielt auf die fehlende Heimaufsicht. Ehrlicher wäre es gewesen, sich dafür zu schämen, „dass wir die staatliche Einweisungspraxis nie kritisch hinterfragt, kritische Einweisungen nicht kritisiert und es Unterlassen haben, Einweisungen überhaupt auf den Sinn dieser Einweisung zu überprüfen. Wir haben alles gefressen, was uns vor die Zähne geschmissen wurde. Wir selbst haben unsere Aufsichtspflicht nicht wahrgenommen.“

Unter jedem Punkt
finden sich Versprechen darüber, was die Kirche zukünftig alles besser machen will. Das frechste Versprechen ist die Einladung, die Opfer therapeutisch und seelsorgerlich zu begleiten. Genauso kann man ein Lamm in den Löwenkäfig schmeissen, damit es dort eine Angsttherapie erfährt. Was in dieser Erklärung völlig fehlt: Die Reue, die Buße, auch nur geringste Anzeichen eines Willens zur Wiedergutmachung.

Bischöfin Margot Käßmann
hätte den Mitunterzeichner Christoph Künkel am Schlafittchen nehmen, ihn mit zur Regierungschefin schleifen und dort vortragen sollen: „Wir haben Mist gebaut, ihr aber auch. Lasst uns den Dreck gemeinsam zusammenkehren. Wir, die Kirche, verkaufen unsere Grundstücke; ihr greift den Wohlstandsbürgern in die Tasche, damit den Opfern ein menschenwürdiges Altern finanziert wird.“

Statt dessen haben Käßmann und Künkel nur geschwätziges Papier produziert.

Helmut Jacob
12. Oktober 2009
Signature from »Martini« Eine Verhandlung oder ein Verfahren ohne QUALIFIZIERTEN juristischen Rechtsbeistand, Recht und Gesetz ist wie ein Gebäude ohne Fundament – ein Kartenhaus, und ein Armutszeugnis für jede "Demokratie" und angeblichen "Rechtsstaat", wo versucht wird dies einzuschränken.

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Christel

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Thursday, October 15th 2009, 3:54pm

Ich denke wir ehemaligen Heimkinder sollten nicht alles schlecht reden, was von der kirchlichen Seite bis jetzt gekommen ist. Wir sollten auch die kleinen Schritte anerkennen und nicht immer sofort ein "aber....." dran setzen.

Erst mal zeigt mir die Formulierung der Entschuldigung, dass eine wirkliche Betroffenheit, aber auch eine Art von Ohnmacht seitens der Kirchen da ist, die man nicht einfach wegschieben kann. Frau Käsmann nehme ich diese Betroffenheit ab. Ich glaube, wenn sie könnte, würde sie das Geschehene sicher rückgängig machen. Das bin ich mir sicher.
Sie kann es aber nicht rückgängig machen und es bleibt ihr daher nur die Möglichkeit sich erst mal schriftlich bei den Betroffenen im Namen ihrer Organisation Kirche zu entschuldigen.

Wenn ich mir vorstelle, dass ich mich als kirchlicher Mitarbeiter,bei Menschen entschuldigen soll, denen ich persönlich nie Leid angetan habe, dann hat das eine andere Qualität, als wenn ich der Täter von damals selber war, der durch Androhung von Strafe dazu gezwungen wird. Ob die Peiniger von damals die Größe gehabt hätten das zu tun,wenn sie noch leben würden, bezweifel ich erst einmal.

Ich habe lange in kirchlichen Einrichtungen gearbeitet um bestätigen zu können, dass sich beide Kirchen heut zu Tage sehr um die ihnen unterstellten Einrichtungen kümmern und viel für die qualifizierte Fortbildung der Mitarbeiter tun. Die Erzieherausbildung ist von hoher Qualität und die meisten Mitarbeiter in den verschiedenen Einrichtungen machen ihre Arbeit mit viel Engagement und Überzeugung.

Ich denke schon, dass es in bestimmten Fällen richtig wäre, wenn die ehemaligen Ausgebeuteten und misshandelten Heimkinder möglichst unbürokratische Unterstützung in bestimmten Lebenslagen erhalten könnten, aber manchmal bezweifel ich, dass eine finanzielle Entschädigung alleine und eine verbale Entschuldigung von Seiten der Träger, dafür sorgen kann, dass sie ihren inneren Frieden finden können. Ein paar Prozentpunkte mehr bei der Rente wird die innere Einstellung oder die inneren Bilder zu dem Erlebten nicht ändern. Das Gefühl der Ungerechtigkeit für verpasste Lebenschancen wird wahrscheinlich trotzdem bleiben. Damit kann man sich letztendlich nur arrangieren und versuchen es sich selbst noch ein bisschen schön zu machen im Leben.
Die Angst, sich im Alter dann wieder einer ähnlichen Institution anvertrauen zu müssen, könnte den Betroffenen vielleicht genommen werden, wenn ihnen von kirchlicher Seite zugesichert werden könnte, dass sie dann zuvorkommend behandelt werden, ob sie den Geldbeutel dafür haben oder nicht.
Vielleicht wäre das die wahre Entschädigung oder späte Entschuldigung für das Leid, dass ihnen in ihrer Kindheit angetan wurde.
Signature from »Christel« gemeinsam sind wir stark :thumbsup::

12

Thursday, October 15th 2009, 7:09pm

liebe christel;

leider geht es nicht um deinen unten stehenden satz. denn das wird ja leider nicht anerkannt. obwohl, es würde mich interessieren, wie dann so eine "genehme" entschuldigung auszusehen hat. vielleicht erfahren wir ja hier einmal so einen wortlaut. aber bei den vielen exheiminsassen, braucht es wahrscheinlich sehr viele formulierungen, damit alle zufrieden sind.


Ich denke wir ehemaligen Heimkinder sollten nicht alles schlecht reden, was von der kirchlichen Seite bis jetzt gekommen ist. Wir sollten auch die kleinen Schritte anerkennen und nicht immer sofort ein "aber....." dran setzen.


leider geht es in wirklichkeit doch gar nicht um eine entschuldigung , sondern um den inhalt des nachfolgenden zitat´s. und dies zieht sich durch alle beiträge, egal in welchen foren oder blogs, wo angeblich eine entschuldigung gefordert wird. und dadurch ist es nicht verwunderlich, dass vieles unglaubwürdig erscheint und auch so herüber kommt. ist es zu verdenken?



Wir haben Mist gebaut, ihr aber auch. Lasst uns den Dreck gemeinsam zusammenkehren. Wir, die Kirche, verkaufen unsere Grundstücke; ihr greift den Wohlstandsbürgern in die Tasche, damit den Opfern ein menschenwürdiges Altern finanziert wird.“


Bischöfin Margot Käßmann
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Martini

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13

Friday, October 16th 2009, 4:43am

VERBRECHEN in Heimen „im Namen des Herrn“ eindeutig belegt ! – aber in den staatlichen Heimen in der frühen Bundesrepublik war es auch nicht anders ! --- Was gibt es da also noch viel zu „forschen“ ?

.
Mein innigster und größter Wunsch wäre es, daß dieses Buch und die darin enthaltenden genauen Anweisungen, mit Beispielen zu Entschuldigung und Entschuldigungen in unserem globalen Miteinander ins Deutsche übersetzt werden würde...

My greatest and most heartfelt wish would be that this book containing instructions on apology, with examples on how to apologies, in our global community would be translated into German…

AARON LAZARE, »On Apology«

ISBN 13: 978-0-19-518911-7 und auch ISBN 10: 0-19-518911-6
( schon mehrfach zuvor von mir erwähnt und drauf hingewiesen, u.a. auch hier @
http://heimkinderopfer.blogspot.com/2009/08/die-mit-der-evangelischen-kirche-und.html )

…dass es in ALLE SPRACHEN DER ERDE übersetzt werden würde…

...denn das ist was die Welt, meines Erachtens, ganz dringen benötigt... aber, meines Erachtens, die deutsche Gesellschaft noch dringender benötigt...

...und es ist dringend nötig, daß diese Übersetzung dieses Buches ins Deutsche so schnell wie möglich stattfindet, denn die deutschen Kirchenoberen und Politiker und viele in unserer Gesellschaft die diese dort in ihren Machtposition installiert haben ( all die, die mitgeholfen haben, daß diese sich in ihren Machtpositionen festgesetzt haben und die diese dort dulden ), haben es, meines Erachtens, am nötigsten sich anhand dieses Buches zu informieren.

Wer nicht weiß wer Helmut Jacob ist ( und meint, daß auch er „nur geldgierig“ sei ), könnte vielleicht hier eines besseren belehrt werden:
http://www.gewalt-im-jhh.de/Bericht_der_Historiker_Prof__S/bericht_der_historiker_prof__s.html
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14

Friday, October 16th 2009, 10:20am

Gemeinsame Erklärung der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers vom 7. Oktober 2009 noch mal genau unter die Lupe genommen. - Was sagt uns dies ?

.
Beitrag von »commont« - Dr. Carlo J. Burschel - im Diakonie-Forum vom Montag, 12. Oktober 2009, um 15.43 Uhr MEZ

Im Thread »Heimkinder brauchen die Unterstützung der Diakonie !«

@ http://www.diakonie-forum.de/themen-und-arbeitsfelder-der-diakonie/heimkinder/573-heimkinder-brauchen-die-unterst-tzung-der-diakonie/index420.html

All,
ein wenig später will ich noch mal die Erklärung der evangelischen Kirche von Hannover kommentieren, manches muss sich halt auch erst mal setzen.
c.
[ »commont« - Dr. Carlo J. Burschel ( Jg. 1962 ) ]

Gemeinsame Erklärung der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers und des Diakonischen Werkes der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers e.V. zu der Situation in Heimen der Jugendfürsorge in den 50er und 60er Jahren

Mit Trauer ( kein guter Begriff, „Verschiedene werden betrauert“, Trauer impliziert, dass „es vorbei ist“ ) stellen wir fest, dass in unseren Einrichtungen der Jugendfürsorge ( ungenau: KINDER- und Jugendfürsorge, es wurden KINDER und Jugendliche „schlecht behandelt“, aufschlussreich man vermeidet den Begriff "Kinder" ) in den 50er und 60er Jahren schlimmes Unrecht geschehen ist.

1. Uns beschämt, dass in den 50er und 60er Jahren unser christlicher Anspruch von der Wirklichkeit oft nicht gedeckt wurde. ( das ist viel zu passiv, konkrete Personen haben AKTIV wiederholt Unrecht an schwachen und macht- und hilflosen Anvertrauten begangen ) Insbesondere sehen wir, dass es häufig zu Gewaltanwendungen kam, ein oft massiver psychischer Druck herrschte und in den Heimen nicht individuell fördernd auf die Kinder und Jugendlichen eingegangen worden ist. Dadurch ist die Würde der uns anvertrauten Kinder und Jugendlichen oft nachhaltig verletzt und ihr Leben beschädigt ( „nicht ihr Leben ist beschädigt worden“, die Menschen selbst wurden für ihr Leben „beschädigt“ bis ZERSTÖRT, ihrer Chancen beraubt ) worden.
Wir setzen uns dafür ein, dass in unseren Einrichtungen ohne Gewalt, in einer Atmosphäre des Respekts, einfühlsam und achtsam miteinander umgegangen wird. Wir wollen die Fähigkeiten und Entwicklungspotentiale des Einzelnen fördern. ( soviel zu „heute“, Problem nur: genau das hat man auch „damals“ glauben gemacht )

2. Uns beschämt, dass die bedrückenden Einzelschicksale über lange Jahre verschwiegen und weder aufgearbeitet noch öffentlich gemacht wurden. ( von wem? es wurde auch ignoriert und „nicht geglaubt“ ) Die ersten Veröffentlichungen in der Mitte der 60er Jahre wurden nur wenig beachtet. Sie trugen jedoch dazu bei, dass unsere Einrichtungen sich damals pädagogisch neu orientierten. ( so einfach ist das nicht und die Resultate der sogenannten „Heimkampagne“ ( 68er; vgl. Kappeler ) sind durchaus ambivalent ) Es sind aber fast vierzig Jahre verstrichen, bis die Betroffenen in einer breiten Öffentlichkeit Gehör gefunden haben.
Wir setzen uns zusammen mit unseren Einrichtungen dafür ein, dass die Betroffenen therapeutisch und seelsorgerlich begleitet werden. ( das ist der kritischste Punkt: seine „Seelsorge- und Betreuungsmonopol will man nicht aufgeben, welches Opfer will vom „Täter“ ( oder dessen direkten Nachfolgern ) „betreut“ werden? ) Außerdem lassen wir eine wissenschaftliche Dokumentation über die damalige Situation in den Heimen erstellen, auch um weitere Konsequenzen aus den Versäumnissen der Vergangenheit zu ziehen ( das suggeriert dass „eine“ wissenschaftliche Dokumentation ausreichen könnte, wichtig wäre hier auch: von UNABHÄNGIGEN Wissenschaftlern, die die Äußerungen der Betroffenen, ja die Betroffenen selbst einbinden ).

3. Uns beschämt, dass Mitarbeitende in den Einrichtungen für ihre verantwortungsvolle Aufgabe oft unzureichend qualifiziert waren, ihre Einbindung in ein streng hierarchisches System oft demütigend und die personelle Besetzung unzureichend war. Wir achten die Mitarbeitenden, die unter schwierigen Bedingungen Gutes wollten und dies auch erreicht haben. ( die ehemals Betroffenen auch ) Wir wissen, dass viele ehemalige Mitarbeitende bis heute unter Schuldgefühlen leiden. ( ehrlich ?: deren Schuldgefühle, wenn überhaupt vorhanden, sind NICHT DAS THEMA )
Wir setzen uns gemeinsam mit unseren Einrichtungen dafür ein, dass unsere Mitarbeitenden qualifiziert ausgebildet sind und ständig entsprechend dem aktuellen Bedarf fortgebildet werden. Dazu brauchen die Teams und die Leitungen der Einrichtungen eine permanente Supervision und ein ständiges Beratungsangebot. Grundvoraussetzung ist, dass unsere Einrichtungen die Besetzung haben, die den berechtigten Ansprüchen der Jugendlichen und Kinder gerecht wird.

4. Uns beschämt, dass die Heime der Jugendfürsorge oft nicht auskömmlich finanziert waren. ( „Finanziert“ ist ja nun ein „doller Euphemismus“, sobald betriebswirtschaftlich nicht mehr auskömmlich genug, wurden schlicht „Kosten“ gespart oder die Betroffenen mussten es anderweitig irgendwie ausbaden, heute veröffentlichte Rechnungen sind einseitig, auch waren diese Einrichtungen – bis heute – PROFITCENTER ) Deshalb erhielten die dort untergebrachten Kinder und Jugendlichen keine adäquate Ausbildung, sondern mussten für ihre tägliche Versorgung oft hart arbeiten ( das ist mir viel zu schlicht, Ursache war das schlichte Menschenbild, das in christlichen Einrichtungen herrschte: „Kinder der Sünde“ oder „Grobzeug kommt von Grobzeug, bleibt Grobzeug und bringt Grobzeug hervor“ ) Wir setzen uns dafür ein, dass Kinder und Jugendliche in Einrichtungen der Jugendhilfe eine qualifizierende Ausbildung erhalten und alle Kosten ihres Aufenthaltes durch die Solidargemeinschaft [ sic ! ] gedeckt sind.

5. Uns beschämt, dass die staatliche Einweisungspraxis oft leichtfertig war, dass es an einer kompetenten Heimaufsicht gefehlt hat und das Miteinander von Jugendämtern und Fürsorgeeinrichtungen meist unreflektiert und unkritisch gestaltet wurde. ( auch hier „gestaltet“, klingt mir viel zu „nett“, das war ein „sozialer Sumpf“ ) Wir setzen uns gemeinsam mit dem Gesetzgeber dafür ein, dass die Lebenssituation der Betroffenen und die Arbeitssituation der Mitarbeitenden sowohl durch die staatliche Heimaufsicht als auch durch eine kritische Begleitung und Beratung ständig verbessert werden. ( man kann doch nicht so tun, wenn man Heime betreibt, das man nur „Intermediär“, „Katalysator“ wäre und ist, man hat personale Verantwortung für jeden einzelnen der anvertrauten Menschen, die Welt als „Aquarium in dem man selbst nicht schwimmt? von dem man selbst nicht profitiert? Liebe Leute, die Gehälter der Kirchenoberen stammen letztlich alle aus der gesellschaflicher Wertschöpfung, an der sie direkt NICHT teilnimmt )

Wir, die kirchlichen und diakonischen Einrichtungen wissen HEUTE, dass bei der Erziehung und Förderung vieler Kinder und Jugendlicher, die uns in den Erziehungseinrichtungen anvertraut waren, vielfach versagt wurde. Wir bitten bei den betroffenen ehemaligen Bewohnerinnen und Bewohnen um Entschuldigung und Vergebung.

Wir haben aus der Vergangenheit gelernt. Deshalb setzen wir uns in unseren Einrichtungen konsequent für eine Pädagogik ein, die erfahrbar von der bedingungslosen Annahme jedes Menschen durch die Liebe Christi geprägt ist. ( dieser Satz liegt allein im Interesse der Kirchenleitung und deren Zukunft )

Landesbischöfin Dr. Margot Käßmann
Diakonie-Direktor Dr. Christoph Künkel

Hannover, 7.Oktober 2009

ALL,

ja, der zweite Blick lohnt wirklich. Was da auf den ersten Blick als „Fortschritt“ für die Betroffenen daher kommt weckt den Verdacht „feiner Kirchendiplomatie“.Konkret bedeutet das, dass die Kirchen „unabhängige“ Köpfe in ihrem Fürsorgesumpf nachschauen lassen müssen. Denn: Wer die „Musik bestellt, sagt auch, wo es lang geht“.Die Prolongierung eines „Seelsorgemonopols“ ist eine offene Beleidigung für die Opfer. Auch hier: unabhängige Therapeuten und Einrichtungen bei Bedarf. Es wäre eine Schande, wenn die ehemaligen „Fürsorgezöglinge“ ein zweites Mal einen Beitrag zum „Deckungsbeitrag“ der Kirchen erbringen sollen, indem sie die bei ihnen angerichteten Schäden dann auch noch bei der Kirche versuchen „reparieren“ zu lassen.

Der letzte Satz ist mit der aufschlussreichste. Persönliches Leid, Schuld und Versagen ist kein Imageproblem. Dieser Verdacht darf erst gar nicht entstehen.

c.
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Friday, October 16th 2009, 11:51pm

Hingegen dem Umgang mit deutschen Kinderheim-Opfern : »Verbrechen im Kinderheim – Die Schotten sparen nicht«

.
Der evangelisch-lutherische Pfarrer Dierk Schäfer ( Diplom-Pädagoge und Diplom-Psychologe ) im Ruhestand, in seinem Blog »Dierk Schaefers Blog« am 2. Oktober 2009 äußert sich wie folgt:

»Verbrechen im Kinderheim –
Die Schotten sparen nicht
«


@ http://dierkschaefer.wordpress.com/2009/10/02/verbrechen-im-kinderheim-%e2%80%93-die-schotten-sparen-nicht/

»»» Verbrechen im Kinderheim – Die Schotten sparen nicht

http://news.bbc.co.uk/2/hi/uk_news/scotland/south_of_scotland/8284419.stm

Die Kinder seien durch sexuellen Mißbrauch „irreparabel“ in ihren Lebensläufen beschädigt. Der Rat ( Dumfries and Galloway Council ) in Südschottland, beschloß, allen überlebenden und nun erwachsenen geschädigten ehemaligen Heimkindern des „Merkland Children’s Home in Moffat“ eine Entschädigung von jeweils £20000 zu zahlen.

abuse victim
[
http://dierkschaefer.files.wordpress.com/2009/10/abuse-victim.pdf ]

Wer mit deutschen ehemaligen Heimkindern zu tun hat, merkt sehr schnell, daß viele „irreparabel“ in ihrem Lebenslauf beschädigt sind, selbst die, bei denen man zunächst meint, sie hätten es „gepackt“. Die Berichte solcher Heimkinder liegen in großer Anzahl vor, Betroffenheitsbekundungen auch, allerdings kamen die recht schleppend. Das ist immer noch besser, als die Versuche mancher Einrichtungen, gerichtlich gegen „Verleumdungen“ vorzugehen.

Was fehlt ist jedoch ein Entschädigungsplan, und zwar einer, der die ehemaligen Heimkinder noch zu Lebzeiten erreicht.

Wo bleibt die Einberufung einer „Geber-Konferenz“ ?

Teilnehmen sollten die staatlichen Stellen, die ihrer Aufsichtspflicht nicht nachgekommen sind, dann die staatlichen und kirchlichen Heime bzw. ihre Rechtsnachfolger, dazu die Firmen, die von der Zwangsarbeit in den Heimen profitiert haben.

Der Verantwortungsbereich muß nach meiner Meinung jedoch noch weiter gezogen werden. Was war mit der damaligen Gesellschaft? Man sagt, Gewalt gegen Kinder sei damals eher normal gewesen. Das sagen meist die, die hinzufügen: „Mir hat es nicht geschadet“. Wo die elterliche Erziehungsgewalt verpuffte, wurde unverhohlen gedroht: „Wenn Du nicht brav bist, kommst Du ins Heim!“ Offensichtlich standen dahinter doch die Erwartungen von noch mehr Erziehungsgewalt. Die Gewalt im Heim hat aber vielen geschadet. Doch wen wundert es, daß man sich um die Erziehungsmethoden – und die Exzesse – in den Heimen nicht weiter kümmerte. Dies ist die Mitschuld der damaligen Gesellschaft. Die heutige trägt zwar keine Schuld, aber die Mitverantwortung für die Schulden, die aus den Hilfen für lebensbeschädigte Heimkinder erwachsen. An den Tisch der Geberkonferenz gehören also auch unsere Parlamentsabgeordneten, damit Steuergelder gegeben werden können. Doch bitteschön in dieser Reihenfolge der Verantwortung. Es wäre fatal, wenn sich die Behörden mit ihrer Aufsichtspflichtverletzung und die Heimeinrichtungen, vorweg die kirchlichen, mit ihrer ganz direkten Schuld vornehm zurückhalten würden, um dem Steuerzahler alles aufzubürden. Das klappt nur für die Banken und die Autoindustrie.

Beschlagwortet mit:
Entschädigung, Geberkonferenz, Heimkinder «««


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Signature from »Martini« Eine Verhandlung oder ein Verfahren ohne QUALIFIZIERTEN juristischen Rechtsbeistand, Recht und Gesetz ist wie ein Gebäude ohne Fundament – ein Kartenhaus, und ein Armutszeugnis für jede "Demokratie" und angeblichen "Rechtsstaat", wo versucht wird dies einzuschränken.

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Martini

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Sunday, October 18th 2009, 12:13am

Entschädigung oder Entschuldigung, das eine oder das andere, oder beides – was ist wichtig für die Betroffenen ?

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Entschädigung oder Entschuldigung, das eine oder das andere – oder beides, oder einfach nur die „Misshandler“, „Missbraucher“ und „Ausbeuter“ „verstehen“ „lernen“, was ist wichtig für die Betroffenen ?

Heidi Dettinger [ am 30. Mai 2009 von der Mitgliederversammlung des „Vereins“ einstimmig zur Schriftführerin des „Verein ehemaliger Heimkinder e.V.“ gewählt, und als solche eine der mehreren Vorstandsmitglieder des „Vereins! ] schrieb am 19.02.2009, um 16:18 Uhr MEZ, folgenden Leserbrief auf der Webseite von KOBINET NACHRICHTEN @ http://www.kobinet-nachrichten.org/cipp/kobinet/custom/pub/content,lang,1/oid,20215/ticket,g_a_s_t/print,1

»»» Entschädigung oder Entschuldigung ?

"Mein Ziel ist ehrgeiziger. Es sollte am Ende auch die Zeit und das Handeln der Beteiligten in dieser Zeit verstanden werden", so Antje Vollmer... [ Berliner Zeitung ( 14.02.2009 ) @ http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2009/0214/politik/0024/index.html ]

Das Verstehen der Zeit und das Verstehen der Misshandler, Missbraucher, der ewig höhnischen ErzieherInnen, derjenigen, die uns in den Heimen gedemütigt und geschädigt haben mag für Frau Vollmer ein ehrgeiziges Ziel sein.

Mein – höchst ehrgeiziges Ziel – ist es, wieder leben zu können, wieder "gut" zu sein, die Scham loszuwerden, eine "schwer Erziehbare" zu sein ( von gewesen sein kann leider keine Rede sein – das Gefühl bleibt nämlich ! ). Mein Ziel ist es auch, meine mickrige Rente vielleicht ein wenig aufzubessern ( zum leben wird sie auch dann noch nicht reichen ! ), meinen mir illegaler Weise nicht ausgezahlten Lohn nachgezahlt zu bekommen...

Ich verstehe, dass Frau Vollmer ihre eigenen Ziele als "ehrgeiziger" empfindet – sie wird sich nie mit meinen/unseren Problemen herumgeplagt haben müssen: Ich wette, sie hatte weder jemals Albträume, durch die sich der Stacheldraht zieht; noch wurde sie gedemütigt, verhöhnt, geschlagen, vergewaltigt; ihre Arbeit wurde sicher immer mehr oder weniger gut bezahlt, sie hat ihr Studium frei wählen können, keiner wird ihr eingebläut haben, dass sie eh auf dem Strich oder im Knast enden wird. Sicher bin ich auch, dass sie nicht an oder unter der Armutsgrenze leben muss, noch wird sie sich um die Höhe ihrer Rente Sorgen machen müssen !

Aber vielleicht wäre es nicht verkehrt, wenn sie sich mal überlegt, dass es für uns kaum ein sinnvolleres und ehrgeizigeres Ziel geben kann, als in Würde die letzten Jahre leben zu können – auch in finanzieller Hinsicht. Und dass es uns ( oder wenigstens mich ! ) wirklich nicht sonderlich interessiert, unsere ( meine ) Misshandler auch noch verstehen zu lernen ! Ich habe sie nämlich hautnah erlebt und verstanden. Jedes schreckliche Wort habe ich verstanden ! Jeden höhnischen Blick habe ich verstanden ! Jede Ohrfeige habe ich verstanden ! Jede Medikamentengabe habe ich verstanden ! Jeden Tag in Einzelhaft habe ich verstanden !

Jetzt brauch ich kein weiteres Verständnis für "die" – ich brauche Geld ! Ich brauche meine Würde ! Ich brauche mein eigenes Leben !

Mit freundlichem Gruß

H. Dettinger «««


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Christel

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Sunday, October 18th 2009, 12:31am

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Martini

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Monday, October 19th 2009, 2:41am

Zur „Heimkinderproblematik“ ----- Re Kirchen-„ERKLÄRUNG“ – „Lippendienst“ auf „geschwätzigem Papier“


Hallo Christel.

Ich hatte ja schon zuvor den Bedankomaten benutzt um mich bei Dir zu bedanken. Und ich bedanke mich auch jetzt hier noch mal für Deinen sehr hilfreichen Hinweis !

Während ich persönlich Deinen einfachen Hinweis auf diese URL sehr hilfreich fand ( denn ich wußte vorher nicht von diesem Bericht AN DIESER STELLE – in
READERS EDITION ), die Internet-Suchmaschinen können DIES, den Hinweis auf eine bloße URL, nicht so einfach klassifizieren und indexieren – einordnen, ohne ein Anzeichen um was es sich handelt.

Deshalb noch einmal diesen zusammenfassenden Hinweis meinerseits jetzt hier:

Zur „Heimkinderproblematik“ ----- Re Kirchen-„ERKLÄRUNG“ – „Lippendienst“ auf „geschwätzigem Papier“

Siehe die Stellungnahme und Veröffentlichung vom Dienstag, den 13. Oktober 2009 um 18:04 Uhr von Helmut Jacob : »Geschwätziges Papier: Die Erklärung der Ev. Landeskirche Hannover vom 07.10.2009« in READERS EDITION @ http://www.readers-edition.de/2009/10/13/geschwaetziges-papier-die-erklaerung-der-ev-landeskirche-hannover-vom-07102009 und die bisher drei dazugehörigen Leser-Kommentare ( einer davon von Martin Mitchell vom Sonntag am 18. Oktober 2009 um 04:26 Uhr ).

QUERVERWEIS: http://heimkinder-forum.de/v2/heim-talk/offener-talk-heime/p130906-wer-teilt-die-meinung-der-anwälte-und-dem-jetzigem-vorstand-vom-veh-ev/#post130906; vorausgesetzt, daß es jedem, und auch den Moderatoren, „genehm“ und „angenehm“ ist ----- d.h. „ehemaligen Heimkindern“ „ERLAUBT“ ist ----- auch WEITERHIN dort, in dem dortigen Thread »Wer teilt die Meinung der Anwälte und dem jetzigem Vorstand vom „Verein ehemaliger Heimkinder e.V.“ ( „VEHeV“ ) ?« über das VEH-Thema zu diskutieren.
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Martini

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Monday, October 19th 2009, 5:24am

Entschädigung für „Ehemalige Heimkinder“ lange überfällig ! - Und wer ist, u.a., dieser Meinung ? - Kein anderer als der evangelisch-lutherische Pfarrer Dierk Schäfer !

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Der evangelisch-lutherische Pfarrer Dierk Schäfer ( Diplom-Pädagoge und Diplom-Psychologe ) im Ruhestand, in seinem Blog »Dierk Schaefers Blog« am 18. Oktober 2009 äußert sich wie folgt – versucht [ m.E. weiterhin vergeblich ! ] die 'Christen' in seiner eigenen Kirche und in der Politik betreffend der „Heimkinderproblematik“ eines Besseren zu belehren:

... und ich bin wiederrum authorisiert diese seine Aussage, auch HIER, an die gesamte EVANGELISCHE KIRCHE IN DEUTSCHLAND und an die gesamte deutsche Gesellschaft weiterzugeben

Offener Brief an den Präsidenten des Diakonischen Werkes
[ der ( gesamt ! ) „EVANGELISCHEN KIRCHE IN DEUTSCHLAND“ ( „EKD“ )
Klaus Dieter K. Kottnik ]

Sehr geehrter Herr Präsident,

mir wurde das [ mit ihnen von Katrin Heise geführte ] Interview zugeleitet, das Sie im Programm »Deutschlandradio Kultur« am 15.6.09 gegeben haben ( http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/thema/982407/ ).

Dieses Interview hat mich bestürzt. Ich finde es unerträglich, wenn Sie auf die bedrückenden Zeugnisse ehemaliger Heimkinder mit den Erlebnissen anderer Heimkinder antworten, denen es anscheinend besser ergangen ist. Selbst wenn die Mehrheit der Heimkinder im fraglichen Zeitraum nicht unter Zwangsarbeit, Mißhandlung, Mißbrauch und ständigen Demütigungen gelitten haben mag, selbst wenn eine Vielzahl der damaligen Heimkinder dank des Heimaufenthaltes eine positive Wende ihres Lebenslaufes erfahren durften, so ist dies doch nicht gegen die Erlebnisse einer Vielzahl ehemaliger Heimkinder in Stellung zu bringen, deren Heimbehandlung man nur verbrecherisch nennen kann. Diese Leidensberichte sind vielfach nicht nur unter dem Aspekt forensischer Glaubwürdigkeitsbeurteilung authentisch, sondern inzwischen auch für einige Heime wissenschaftlich belegt. Daß es offensichtlich auch Heime oder Gruppen in den Heimen gab, in denen nicht zerstörerisch gearbeitet wurde, verschärft diesen Befund zu einer Anklage: Die »Schwarze Pädagogik« war offensichtlich nicht dem Zeitgeist, den knappen Mitteln oder dem schlecht ausgebildeten Personal geschuldet, denn es ging nachweislich ja auch anders. Insofern kann man Dr. Michael Häusler im Archiv des Diakonischen Werkes nur ermuntern, auch die positiven Fälle in die Öffentlichkeit zu tragen.

Sie haben Recht, wenn Sie sagen, daß es bei aller historischen Aufarbeitung, immer noch nicht klar [ist], um wie viele Menschen es sich tatsächlich handelt. Doch für die vielen, deren schlimmes Heimschicksal nun vorliegt, kann man sich doch bereits Gedanken machen über Entschädigungsmöglichkeiten.

Ihre Interviewpartnerin [ Katrin ] Heise fragte: Also ein Entschädigungsfonds zum Beispiel, gebildet aus dem Staat, den Kirchen und aber auch den Unternehmen, die die Kinder ja haben arbeiten lassen. Wurde so was schon mal gedacht? Und Sie antworteten: Was gäbe es dafür für Kriterien? Die müssten dafür aufgestellt werden. Ich sage es noch einmal: Ich möchte dem Runden Tisch nicht vorgreifen.

Diese Antwort ist unerträglich. Ein ehemaliges Heimkinder schrieb mir, wenn der Runde Tisch planmäßig seinen Bericht im Jahre 2011 vorlegen wird, dürfte aber ein Teil der betroffenen Heimkinder nicht mehr unter uns weilen.

Zudem wurden bereits Kriterien genannt. Am 2. April habe ich dem Runden Tisch im Rahmen der Anhörung ( http://dierkschaefer.wordpress.com/page/3/ ) Vorschläge gemacht ( http://dierkschaefer.files.wordpress.com/2009/04/verfahrensvorschlage-rt.pdf ).

Es mag vielleicht tauben Ohren gepredigt gewesen sein, aber die Vorschläge liegen auf dem Tisch und sind im Internet zugänglich. Das muß man nicht genauso machen, wie ich das vorgeschlagen habe, aber diese Richtung wird gar nicht verfolgt, zumindest nicht erkennbar.

Es gibt einen Tatanteil, der pauschal behandelt werden kann, das ist die nachgewiesene Zwangsarbeit. Ich habe hierfür einen Fonds »Äquivalenzzahlungen für entgangene Rentenansprüche« vorgeschlagen.

Weiter gibt es einen Tatanteil, dessen Folgen therapeutisch angegangen werden können. Die Bezahlung der Therapien kann pauschal beschlossen werden; die Therapiekosten wären dann von den Therapeuten über einen Therapiefonds abzurechnen.

Schließlich – und das, aber nur das, geht nicht mehr pauschal – ist ein Fonds für die Entschädigung einzelner einzurichten. Hier benötigt man die Einzelfallprüfung, die allerdings so ausfallen muß, daß Retraumatisierungen vermieden werden. Auch dafür habe ich Vorschläge gemacht (
http://dierkschaefer.wordpress.com/2009/06/08/die-heimkinder-konnen-auch-selber-forschen/ ).

Sie erwecken mit Ihrer Antwort auf Frau Heise leider den Eindruck, daß hier auf Zeit gespielt wird. Sollte dieser Eindruck falsch sein, entkräften Sie ihn bitte.

Eins noch: Ich bin Pfarrer und vermisse generell das Bemühen um theologische Aufarbeitung der Vorkommnisse in den Heimen. Diese Einrichtungen waren dem christlichen Glauben verpflichtet. Hier wäre der Gedanke des Rettungshauses nicht nur in seiner Negativausprägung, sondern grundsätzlich zu beleuchten; auch die Trias von Demut, Demütigung und Menschenrechten.

Ich vermisse zudem die Bußfertigkeit der Kirchen, eine Bußfertigkeit, die über Lippenbekenntnisse hinausgeht.

Ich vermisse noch etwas. Dietrich von Heymann schreibt unter Bezugnahme auf Herbert Braun »Gott ist nicht, ER geschieht – und zwar in der Begegnung der Menschen, zwischen dem Du und dem Ich.« ( Deutsches Pfarrerblatt, 10/2009, S. 552 ) In so mancher Äußerung von kirchlicher Seite gegenüber Heimkindern erkenne ich leider nicht, daß Gott geschieht. An die Stelle von Gott ist die Abwehr getreten. Die frühe christliche Gemeinde erlebte das Geschehen Gottes in der Erinnerung und Vergegenwärtigung des Gekreuzigten. Sie hat Gott im Leiden eines Menschen erkannt. Warum wehren wir uns so dagegen, in den geschundenen Heimkindern Gott zu erkennen und zu respektieren? Ist es der kirchliche Tatanteil oder nur die schnöde Kostenfrage?

Die Täterschaft trifft wohl niemanden von uns noch persönlich – aber die Verantwortung. Beispielhaft ist für mich der Kniefall von Willy Brandt, der Kniefall eines an den Verbrechen Unschuldigen und stellvertretend auch für uns unschuldige Nachgeborene. Am Mahnmal im Warschauer Ghetto geschah Gott.

Mit freundlichem Gruß
Dierk Schäfer
Freibadweg 35
73087 Bad Boll

BESCHLAGWORTET MIT: Diakonie, Entschädigung, Heimkinder, Kottnik
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Martini

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Sunday, October 25th 2009, 3:37am

An die beiden großen christlichen Kirchen und ihre Würdentrager und an alle verantwortlichen heutigen Politiker und politischen Parteien – von den „ehemaligen Heimkindern“.

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„Deine Reue sei lebendiger Wille, fester Vorsatz. Begangene Fehler zu betrauern ist zu nichts nütze.“
August Graf von Platen


August Graf von Platen
( 24. 10. 1796 - 05. 12. 1835 )

Lyriker ( Deutschland, 1796 - 1835 ).
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