.
[ „ehemaliges Heimkind“ ( Jg. 1946 ) Martin Mitchell - "
MM" - berichtet
]
Eingeständnis der ‚
Christen‘, der von ihnen begangenen
VERBRECHEN in Heimen „
im Namen des Herrn“ als „
Mission-Gottes“, die sie der „
Bibel“ und
aus von ihnen selbst veröffentlichten „
Lehrbüchern“ entnahmen und
was sie überall predigten – und die daher „
systemimmanent“ waren.
“Abuse was not the failure of the system, abuse was the system !”
»Endstation Freistatt –
Fürsorgeerziehung in den v. Bodelschwinghschen Anstalten Bethel bis in die 1970er Jahre«
Herausgegeben von Benad, Matthias / Schmuhl, Hans-Walter / Stockhecke, Kerstin
Verlag : Verlag für Regionalgeschichte –
Bethel-Verlag – Bielefeld
2009 !
Siehe @
http://www.buchhandel.de/detailansicht.a…8-3-89534-676-7
[ ..........
]
[ Dieses Kapitel umfaßt 38 Seiten : 217-254
]
[ Seite 374:
Rainer Nußbicker M.A. ist Diakon und Regionalleiter im Stiftungsbereich Behindertenhilfe der v. Bodelschwinghschen Anstalten Bethel; und ihm sei mein großer Dank und meine Hochachtung
! [ "
MM"
] ]
[ ZWEITE TEIL ]
»»»
[ Seite 228
]
„Trotz moderner Bedenken“ hielt man am Strafsystem fest. Zeitgleich mit dem Erscheinen dieses Buches
[ »
Die evangelische Anstaltserziehung...«
[ "
MM"
] ] [ im Jahre
1922 ! [ "
MM"
] ] gab es reformpädagogische Ansätze,
[ Seite 228
]
denen mit „
Die evangelische Anstaltserziehung“ ein Kontrapunkt gesetz wurde.
Die Strafe wird zu einem bedeutsamen Erlebnis für Zögling und Erzieher stilisiert [ "
MM"
]:
„Mit einem Wort: der Zweck [ der Strafe ] ist die Besserung des Täters. Die als gerecht empfundene Strafe empfindet der Zögling zugleich als Sühne seiner Schuld und als Befreiung seines Gewissens. Nun kann der Erzieher ihm, herzlich vergeben, und die Gemeinschaft zwischen beiden wird inniger; denn beide haben etwas Bedeutendes erlebt. Der Erzieher tat, wie sonst selten, einen Blick in das Herz des Zöglings; und der Knabe lernte den Erzieher als den, der seine Seele liebt, in eindrucksvoller Weise kennen.“ ( S. 124 )
„Gegen die Anwendung der körperlichen Züchtigung und den Einschluss in die Isolierzelle sind wegen beklagenswerter Missbräuche oder auch aus grundsätzlichen Erwägungen Bedenken erhoben. Wir lassen sie uns zur ernsten Prüfung dienen, sind aber der Ansicht, dass die Betonung der ‚Würde‘ der Kinder
[ gemeint sind, es wird angenommen, „Kinder“ im Alter von 4 bis 13 Jahren
[ "
MM"
] ] und Jugendlichen
[ gemeint sind, es wird angenommen, „Jugendliche“ im Alter von 14 bis 21 Jahren
[ "
MM"
] ] nicht übertrieben werden darf und Gefahren der Züchtigung sich vermeiden lassen, wenn man das Recht dazu nur dem Lehrer und dem Hausvater überträgt. Das Recht zur Züchtigung muss durch väterliche Liebe erworben werden, und die schöne Vorschrift der Württhemberger Schulordnung von 1730 soll uns mahnen: ,Man umbinde die Rute mit Seufzen zu Gott!‘ Der bloße physische Schmerz, den lieblose Hand zufügt, richtet Zorn an oder erzeugt knechtliche Furcht.“ ( S. 125 )
„Trotz erhobener Bedenken“
wurde die Züchtigung [ "
MM"
] unter Rückgriff auf eine fast 200 Jahre alte Schulordnung gar zu
einem religiösen Akt [ "
MM"
],
zu einer gottesdienlichen Handlung [ "
MM"
], weil sie
aus Liebe geschehe
[ "
MM"
] und sich somit absolut vom bloßen Schmerz, den die lieblose Hand zufügt, unterscheide. Ähnliches galt dann auch an anderer Stelle:
„Verbündet sich die
Seelsorge [ "
MM"
] innig mit der
Arbeitserziehung [ "
MM"
], so kann ihr
die höchste Freude [ "
MM"
] beschieden werden, dass ihr Zögling unter ihrer Zucht heranwächst zum Ebenbild Gottes, der in schaffender Liebe wirksam ist von Anfang bis jetzt. In diesem Sinne darf die
Arbeitserziehung die Pfahlwurzel der gesamten Erziehung [ "
MM"
] genannt werden. „ ( S. 149 )
„Unter Umständen müssen wir gegen ihn den Stock gebrauchen; aber er soll nie sagen dürfen, dass wir ihn wie ein Stück Vieh behandelt haben. Was wir ihm antun, muss jeder gebildete Mensch hören und sehen dürfen, ohne an unserer Herzensbildung irre zu werden; ja gerade an dem, was wir in erregten Augenblicken tun, muss er erkennen, dass Christus uns in seiner Gewalt hat.“ ( S. 166 )
[ Seite 229
]
Die Autoren
[ dieses Buches »
Die evangelische Anstaltserziehung...«
[ "
MM"
] ] scheinen eine Ahnung davon gehabt zu haben, dass „jeder gebildete Mensch“ an so begründetem Handeln durchaus hatte Irre werden können.
Die Umdeutung des Eintrittsmotivs
[ in die Brüdernschaft der „
Diakone“ oder die Schwesternschaft der „
Diakonissen“
[ "
MM"
] ]17 und
die „christliche“ Legitimation der Fürsorgeerziehungspraxis [ "
MM"
] erreichten in diesem Lehrbuch nicht nur unter heutigen Gesichtspunkten fragwürdige Höhen, zumal nicht vom Evangelium ausgehend nach geeigneten Formen der Erziehung gefragt, sondern umgekehrt die bestehende Realität mit „passenden“ Bibelstellen untermauert wurde. Mit dieser
unzulässigen Methode [ "
MM"
], die die geschichtliche Dimension biblischer Texte und ihre theologischen Zusammenhänge ignoriert, konnte bekanntlich ZU ALLEN ZEITEN
alles Mögliche und Unmögliche „biblisch begründet“ [ "
MM"
] werden.
18 Man brauchte ein Gesetz, keine Frohe Botschaft. Vor diesem Hintergrund soll die konkrte Praxis Nazareths
[ bzw.
Bethels ( „
Haus Gottes“ ) über die nächsten 25 Seiten hinweg: Seite 230 bis Seite 254
[ "
MM"
] ] näher dargestelt werden.«««
___________________________
17 Die
[ drei
] Autoren
[ dieses Buches »Die evangelische Anstaltserziehung...«, die
Pastoren Johannes Steinwachs,
Wilhelm Backhausen und
Johannes Voigt beziehen sich ausdrücklich auf den oben schon zitierten Diakonenspiegel: Der Diakonenspiegel, den
[ Wilhelm ] Löhe [ *1808 - †1872
] [ Wikipedia @
http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_L%C3%B6he ] [ „
Innere Mission“, Vorgänger-Institution der „
Diakonie“
] den Diakonission vorhält, gilt auch den Diakonen und Erziehern. Er lautet: Was will ich? Dienen will ich ... [ ... ]“
[ "
MM"
].
18 Vgl. Annette Gohres / Stefan Linck / Joachim Lis-Walter ( Hgg. ), »
Als Jesus „arisch“ wurde. Kirche, Christen, Juden in Nordelbien« 1933-1945, Bremen 2003
[ "
MM"
].
BEEKING, JOSEPH
»Grundriss der Kinder- und Jugendfürsorge. Mit einem Anhang der wichtigsten einschlägigen Gesetzestexte.«
Herder & Co., Freiburg im Breisgau
[ katholisch ! ]
[ im Auftrage des Erzbischöflichen Ordinariats der Erzdiözese Freiburg
?! ]
1. Auflage (
1. Januar 1929 ! )
Hardcover / Leineneinband mit illustriertem Originalschutzumschlag
333 Seiten
[ Seite 74
]
"Dazu kommt noch
das besondere Recht der Kirche, als selbständiger, natürlich gegebener Wohlfahrtsverband den ihr gestellten Helferaufgaben entsprechen zu können. Als
von Christus gegründete Heilanstalt ist sie
eine auf Grund göttlicher Anordnung bestehende vollkommene Gesellschaft und hat als solche das natürliche, nicht erst vom Staat verliehene
Recht,
das zum Heile ihrer Untergebenen Erforderliche anzuordnen und die hierzu erforderlichen Einrichtungen und Maßnahmen zu veranlassen."
Siehe auch:
»Christliche Bildung und Erziehung« : Vorlesungen und Vorträge / der Professoren Beeking, Lehrl, Meister, Pfliegler. - Basel : Hess (
1945 ! ) - 108 Seiten
»Katholische Kinder- und Jugendfürsorge : Festschrift zum Ersten Gesamtkongress der katholischen Kinder- und Jugendfürsorge Deutschlands«, München, 17. - 19. Oktober 1927 / herausgegeben von Josef Beeking. - München : Eder (
1927 ! ) - 136 Seiten
»Vertiefung der Jugendhilfe« / hrsg. von J. Beeking. - Freiburg i. Br. : Caritasverlag (
1928 ! ) - VIII, 208 Seiten -
Reihe: ( Schriften zur Jugendwohlfahrt; 10 )
»Caritas und Jugendamt : ein Führer in Frage und Antwort« / von J. Beeking. - 2. Auflage - Freiburg im Breisgau : Caritasverlag (
1928 ! )
»Grundfragen der erzieherischen Führung« / Josef Beeking. - Einsiedeln : Benziger, (
1940 ! ) - 94 Seiten -
Reihe: ( Werkbücher für Glauben und Leben : Pädagogische Reihe; 2 )
Ist
DAMIT nicht
ALLES belegt ? – Oder streiten
die beiden Amtskirchen auch
ALL DIES einfach ab, wenn sie heutzutage gerne von „
Einzelfällen“ reden und schwadronieren wollen um ihr damaliges Handeln zu relativieren und
ALL DIESE IHRE UNTATEN, die sie selbst –
WIE GEHABT – festgeschrieben haben, zu bagatellisieren ?
Was gibt es da also noch viel zu „forschen“ ?
QUERVERWEIS: Hier
in unserem Forum @
http://heimkinder-forum.de/v2/heim-talk/…ene/#post128585